„DIESE ROHSTOFFE ENTSCHEIDEN KRIEGE (UND EUROPA HAT KEINE KONTROLLE DARÜBER)
Die fehlende Kontrolle über kritische Rohstoffe, bei denen China die Nase vorn hat, überschattet die Rüstungsanstrengungen in der EU (…)
Angesichts der großen geopolitischen Spannungen und der europäischen Aufrüstung benötigt der Verteidigungssektor heute Rohstoffe anderer Länder – aktuell Seltene Erden, Gallium, Graphit, Mangan, Lithium, Kobalt, Aluminium, Kupfer und Wolfram, um nur einige zu nennen –, um seine massiven Militärausgaben überhaupt durchführen zu können.“
Schon im Original ist das seltsam formuliert. Die „massiven Militärausgaben“ sind ja ein Beschluß der jeweiligen Regierungen, dafür brauchen sie keine Rohstoffe. Um die geplante Aufrüstung auch hinzukriegen – dafür brauchen sie diese Rohstoffe.
Aber niemand weiß ja bisher, worin diese Summen genau investiert werden sollen. Darüber muß man sich ständig auf dem ukrainischen Testgelände informieren, wo inzwischen einige Waffengattungen bzw. vieles von dem bisherigen europäischen Gerät stark entwertet worden sind.
Das Geschreibe über die Aufrüstung, die Ausgaben und die fehlenden Rohstoffe hat ein wenig etwas von dem „Wüdn mit seiner Maschin’“ an sich: Ich weiß nicht wohin, aber dafür bin ich schneller dort!
„Von den 12 kritischen Mineralien, die die NATO für die Verteidigung des alten Kontinents als entscheidend erachtet, kontrolliert China 60 bis 90% der Produktionskette.
»Die Verteidigungsindustrie hatte in der europäischen Politik der letzten Jahrzehnte keine Priorität, bis die russische Aggression gegen die Ukraine sie wieder in den Mittelpunkt der politischen Debatte rückte«, sagt Benedetta Girardi, Analystin am Centre for Strategic Studies in Den Haag. »Und offensichtlich gilt das auch für die Lieferketten«, fügt die Expertin hinzu, die die Erstellung eines Berichts über die Verwundbarkeit des Kontinents in diesem Bereich leitete.“
Die „Verwundbarkeit des Kontinents“ – was für Sprachschöpfungen heute durch die Medien schwirren! Man muß sich die EU, dieses imperialistische Staatenbündnis, als eine Art leicht bekleidete Jungfrau vorstellen, die jederzeit von einem Giftpfeil getroffen werden könnte.
„Die Nachfrage nach kritischen Mineralien ist komplex strukturiert, da sich die Prioritäten der Verteidigungsindustrie mit denen der Elektrifizierung und dem Einsatz neuer Technologien überschneiden. Graphit und Aluminium sind beispielsweise die wichtigsten Werkstoffe für den Militärsektor, da sie in nahezu allen Anwendungsbereichen massiv eingesetzt werden: Flugzeuge (Kampf-, Transport-, Seeaufklärungs- und unbemannte Hubschrauber), Hubschrauber (Kampf- und Mehrzweckhubschrauber), Flugzeugträger, amphibische Angriffsschiffe, Korvetten, Patrouillenboote, Fregatten, U-Boote, Panzer, Schützenpanzer, Artillerie und Raketen.
Die EU misst jedoch für die Energiewende die höchste Priorität den Seltenen Erden bei. »Der Energiesektor hat beispielsweise die Diskussion über die in Windkraftanlagen verwendeten Werkstoffe dominiert, und die Verteidigungsindustrie hat unter dieser Konzentration gelitten«, ergänzt Girardi.“
Die Rüstungsindustrie hat gelitten!
Es kommen einem die Tränen …
„»Rohstoffe sind das Fundament unserer Fertigungsindustrie. Ohne sie gäbe es keine Satelliten, Radarsysteme, Kommunikationsnetze, Computerchips, Panzer, Batterien, Artilleriemunition, Granaten, Kampfflugzeuge, Drohnen, Fregatten, U-Boote, MRT-Scanner oder Chips für künstliche Intelligenz«, bemerkt Joris Teer, Analyst am EU-Institut für Sicherheitsstudien (EUISS).
In einem modernen Kampfflugzeug sind strategische Materialien sowohl Rückgrat als auch Nerven. Leichtes Aluminium und Strukturgraphit reduzieren das Gewicht und verbessern die Manövrierfähigkeit. Titan und verstärkter Stahl stützen den Rumpf und die Antriebssysteme unter enormer Belastung. Bordelektronik und Sensorsysteme benötigen Kupfer, Germanium und Nickel, um Kommunikation und Steuerung zu gewährleisten. Hochleistungsmagnete benötigen Metalle wie Kobalt und Seltenerdelemente. Selbst Energie- und Speichersysteme nutzen Lithium und Mangan, um Waffen, Radargeräte und Datenverbindungen bei Langzeitmissionen zu betreiben.
Ein Kriegsschiff ist im Wesentlichen eine Kombination aus Metallen und strategischen Ressourcen. Die Hauptstruktur von Rumpf und Decks besteht aus Eisen und Stahl, verstärkt mit Leichtmetalllegierungen wie Aluminium. Diese Konstruktion reduziert das Gewicht, ohne die Festigkeit zu beeinträchtigen. Detektions- und Kommunikationssysteme nutzen Kupfer, Molybdän und Gold, um Leitfähigkeit und Betriebssicherheit zu optimieren. Graphit- und Lithium-Chrom-Batterien werden im Bugsonar eingesetzt und versorgen Hilfssysteme sowie Energiereserven. »Das Hauptproblem für die EU und die USA ist, dass die Produktion dieser Materialien in wenigen Ländern konzentriert ist, und oft handelt es sich dabei um Länder, die sie als Konkurrenten betrachten, allen voran China«, betont Teresa de Fortuny, Forscherin am Centre Delàs d’Estudis per la Pau.“
Hierbei ist zu beachten, daß sich diese Klage nicht nur auf Seltene Erden oder andere eher seltene Metalle bezieht, sondern auch auf Eisenerz, Graphit oder Bauxit. In Europa selbst gibt es davon eher wenig.
Die Zeiten, wo man mit einem Kanonenboot vorfahren und die Bewohner mit vorgehaltener Pistole darauf verpflichten konnte, ihre Schätze herauszurücken, sind heute definitiv vorbei. Zumindest für die europäischen Mächte.
(Die USA hat dergleichen ja gerade mit Venezuela vorgeführt.)
„Andere wichtige Länder wie Russland, Myanmar, die Demokratische Republik Kongo, Südafrika und Indonesien werden zwar als relevante Lieferanten genannt, liegen aber weit hinter dem asiatischen Riesen zurück.“
Abgesehen davon, daß Rußland und auch Myanmar als Handelspartner eher nicht ins Auge gefaßt werden dürften, sind auch die Demokratische Republik Kongo und Südafrika nicht die Partner, auf die man sich als EU-Staat gerne stützen würde: Der eine Staat hat keinen Zugang zum Meer, der andere ist Mitglied der BRICS.
„Europa und die USA werden nur in wenigen Einzelfällen als bedeutende Produzenten erwähnt, was ihre Abhängigkeit von Importen unterstreicht. Die Länder des alten Kontinents sind Hauptverbraucher kritischer Mineralien, erklärt Ester Sabatino, Verteidigungsforscherin am International Institute for Strategic Studies (IISS) Europe. »Sie verbrauchen derzeit rund 25% des weltweiten Bedarfs an diesen Mineralien, produzieren aber nur etwa 3%«, führt sie aus. »Diese Situation wird sich in naher Zukunft nicht wesentlich ändern, da es in Europa an Minen mangelt und deren Erschließung und Betrieb hohe Investitionen und lange Zeiträume von bestenfalls 10 bis 15 Jahren erfordern«, räumt sie ein.“
Es gebricht nicht nur an den Bergwerken, sondern an den Vorkommen. Die wenigsten dieser Mineralien finden sich in Europa.
„Europa hat mit dem Critical Raw Materials Act (CRMA) seine strategische Autonomie gestärkt. Im Rahmen dieses Gesetzes wurden 47 Projekte ausgewählt, die 13 der 17 für den grünen und digitalen Wandel sowie für Anwendungen in Schlüsselsektoren wie Verteidigung und Luft- und Raumfahrt benötigten Mineralien abdecken. Ziel ist es, bis 2030 sicherzustellen, dass die Gewinnung, Verarbeitung und das Recycling strategischer Rohstoffe in Europa 10%, 40% bzw. 25% des EU-Bedarfs decken. Ergänzt wird dies durch internationale Partnerschaften und den ReSourceEU-Plan, der eine Diversifizierung der Lieferketten zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Sicherheit zum Ziel hat.“
Bei der Erzeugung von Rohstoffen, die nicht da sind, kommt dem Recycling eine wichtige Rolle zu – deshalb werden inzwischen EU-weit Alu-Dosen gesammelt.
„Trotz wichtiger Initiativen wie dem neuen Europäischen Zentrum für kritische Rohstoffe – einer zentralen EU-Institution zur Sicherstellung der Versorgung mit strategischen Mineralien – dessen Inbetriebnahme für 2026 geplant ist, bleibt die Region weiterhin stark von Drittländern abhängig, was sich kurzfristig nicht beheben lässt. »Investitionen in Recycling, alternative Produktionsmethoden und neue Partnerschaften sind zwar grundlegend für die industrielle Resilienz, doch der Weg zur Ressourcensouveränität wird ein langsamer Prozess sein, der eine kontinuierliche Umsetzung erfordert«, ergänzt Sabatino.
Gonzalo García de Miguel, Präsident von Abenójar Tungsten, erklärt, dass die Inbetriebnahme der Wolfram-Mine in Abenójar, Provinz Ciudad Real, im Verzug ist: Sie hätte dieses Jahr in Betrieb gehen sollen, was jedoch aufgrund fehlender Finanzierung, dem größten Hindernis, nicht möglich war. »Wir benötigen 150 Millionen Euro für den Start. 55 Millionen Euro sind bereits zugesagt, die restliche Finanzierung steht kurz vor dem Abschluss. Wir wären seit 2 Jahren startbereit«, so der Projektleiter, dessen Projekt von Brüssel als strategisch wichtig für die Stärkung der Rohstoffversorgung in Europa eingestuft wurde.“
Es sieht ganz so aus, als ob sich hier Möglichkeiten auftun, mit Bergwerksprojekten wedelnd Geld aus Brüssel abzusaugen …
„Das für die Verteidigung benötigte, hochwertige und leistungsstarke Wolfram wird hauptsächlich in China produziert, das einst mit rund 85% den größten Anteil an der Weltproduktion hielt, gefolgt von Vietnam mit 4% und Russland mit 3,5%. Dieses Element wird aufgrund seiner Eigenschaften wie Härte, Festigkeit und Hitzebeständigkeit, die für die Herstellung von Triebwerkskomponenten und Sprengköpfen unerlässlich sind, in zahlreichen Verteidigungsanwendungen (!!! d.h., Waffen!) eingesetzt und ist unersetzlich. Es ist das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt im Periodensystem, etwa 3.460 Grad Celsius. Daher ist es unverzichtbar für die Herstellung von Panzerplatten, Strahltriebwerken – dem letzten Modul des Triebwerks, das für die Beschleunigung des Abgasstroms verantwortlich ist – für Flugzeuge und andere militärische Anwendungen.
Wahrgemachte Ankündigung (Chinas)
Das Abenójar-Projekt »El Moto« würde daher in der Region mit offenen Armen empfangen werden.“
In dieser Abwanderungs-Region wäre jedes Projekt, das Arbeitsplätze schafft, willkommen – das hängt nicht von den Eigenschaften des Produktes ab, sondern nur von der Machbarkeit des Projektes.
„»In der ersten Phase würden wir etwa 3.500 Tonnen pro Jahr produzieren«, erklärt García de Miguel. Diese Menge würde etwas mehr als 20% des Wolframbedarfs der EU decken.
Ziel ist es, in den kommenden Jahren fast 50% des europäischen Verbrauchs zu decken. Dies ist vor allem in der aktuellen geopolitischen Lage von entscheidender Bedeutung, da die potenziellen Sicherheitsrisiken, die mit der hohen Konzentration der Lieferketten für kritische Mineralien einhergehen und vor denen die Internationale Energieagentur (IEA) seit Langem gewarnt hat, nun Realität geworden sind. Jüngstes Beispiel hierfür war Chinas Ankündigung, die Aussetzung der Exporte von Seltenen Erden im Oktober 2025 zu verhängen, was erhebliche Risiken für die nationale und globale wirtschaftliche Sicherheit“
– lies: für die Geschäftsinteressen der EU, das ist die „globale wirtschaftliche Sicherheit“ –
„mit sich brachte und potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf verschiedene strategische Sektoren hatte, darunter Energie, Automobilindustrie, Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, künstliche Intelligenz und Halbleiter.“
Auf einmal ist alles „strategisch“, als ob bereits Krieg herrschen würde.
„Dies kommt zu den Anfang letzten Jahres eingeführten Zöllen auf eine Reihe strategischer Mineralien wie Gallium, Germanium, Graphit und Wolfram hinzu. Diese Zölle wurden als selektive Vergeltungsmaßnahme gegen die von den USA verhängten Zölle erhoben. Damit wurde auch Europa getroffen, da die USA Europas wichtigster Waffenlieferant sind.
Laut dem SIPRI-Institut stiegen die US-Waffenimporte europäischer NATO-Staaten in den letzten fünf Jahren von 52 % auf 64 %. Die USA haben ihre Position als unangefochtener Marktführer gefestigt und sind für 43 % der weltweiten Waffenexporte verantwortlich.
Sie profitieren dabei vom Marktanteilsverlust Russlands, das sich auf seine eigene Front in der Ukraine konzentriert, einem Land, das zum weltweit größten Waffenimporteur mit einem Anteil von 8,8 % an den Gesamtexporte geworden ist. Europa kauft nicht nur mehr US-Waffen, sondern auch zu deutlich höheren Preisen, da die Preise für die beschränkten Mineralien gestiegen sind.“
Damit wird China die Schuld an den Preissteigerungen für Rüstungsgüter gegeben, diese sind jedoch aufgrund der größeren Nachfrage gestiegen, die sich aus dem Ukraine-Krieg ergibt, wodurch viele Waffen knapp wurden.
„Seltene Erden beispielsweise verzeichnen einen Nachfrageboom. Als China im vergangenen Jahr zahlreiche Exportkontrollen für Seltene Erden einführte, ging der globale Spieltisch kaputt.“
Steht im Original so da.
Der Welthandel und die Rüstungsindustrie – ein einziges große Spiel und die Chinesen als Spielverderber! Sowas!
„Bis dahin wurden die Preise praktisch von Peking kontrolliert, und es gab nur einen einzigen Referenzindex. Dieser ist jedoch zusammengebrochen.
Fragmentierung
»Seit dem letzten Jahr ist der Markt fragmentiert: Es gibt einen Index in Nordamerika, einen weiteren in Europa und einen in China, wobei die Preise im Westen deutlich höher sind«, betont Neha Mukherjee, Spezialistin für diese Märkte beim Beratungsunternehmen Benchmark Mineral Intelligence. »Aus China exportiertes Material wurde zu Preisen verkauft, die 3-, 5- oder sogar 10x höher waren als die Inlandspreise. Dies liegt nicht an der traditionellen Logik von Angebot und Nachfrage, sondern an der Knappheit und der strategischen Bedeutung.«“
Oh, liebe Frau Mukherjee, jeder freut sich, wenn er sein Zeug teurer verkaufen kann, das ist die „traditionelle Logik“ der Marktwirtschaft.
„»Die Kontrollen zielten primär auf Rüstungsorganisationen ab, “
– welche Kontrollen? – Wo kontrollierte wer was? –
„was die Preise in die Höhe trieb«, fügt die Expertin hinzu. Die USA und Europa verfügen über hohe Militärbudgets und beherbergen die wichtigsten Rüstungsunternehmen,“
– wichtig für wen? –
„kontrollieren aber nicht ihre eigenen Lieferketten. Hier wird das Problem strategisch kritisch: Im Falle eines geopolitischen Konflikts könnte die Lieferkette unterbrochen werden. »Es wird beispielsweise derzeit viel über Venezuela oder Grönland gesprochen. Warum will Trump Grönland? Nicht nur aus strategischen Gründen, sondern auch, weil Grönland über Bodenschätze verfügt, die die USA haben wollen«, betont Mukherjee.
Die Stärke des US-Militärs hängt zunehmend von Seltenen Erden ab, essenziellen Komponenten seiner modernsten Technologien. Eine F-35, die sich in Europa zum Standard für Kampfflugzeuge entwickelt hat und von Ländern wie Deutschland, Polen und Großbritannien eingesetzt wird, benötigt etwa 418 Kilogramm für ihre Leitsysteme, Sensoren und ihren Antrieb.
Bei einem Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse – dem Rückgrat der NATO-Raketenabwehr im Atlantik und Mittelmeer – steigt diese Menge auf 2.600 Kilogramm, und bei einem U-Boot der Virginia-Klasse, den atomgetriebenen Angriffs-U-Booten, die die modernsten und am besten getarnten Einheiten der US-Marine darstellen, erreicht sie 4.600 Kilogramm pro Einheit. Mehr als 70% der US-Importe dieser Materialien stammen aus China, was eine klare strategische Verwundbarkeit verdeutlicht.
Die Elektrifizierung des Schlachtfelds schreitet im gleichen Tempo wie in der zivilen Wirtschaft voran, jedoch mit weitaus extremeren Anforderungen. Moderne Streitkräfte sind auf tragbare Systeme für die Infanterie angewiesen – von Funkgeräten und Ausrüstung für die elektronische Kampfführung bis hin zu Sensoren und elektronischen Geräten, die per Signal die Detonation von Sprengstoffen auslösen können.
All diese Systeme werden mit Lithiumbatterien betrieben, die für niedrige Temperaturen, hohe Entladeströme und raue Umgebungsbedingungen ausgelegt sind. Das US-Verteidigungsministerium (DoD) steht vor einer erheblichen logistischen und technologischen Herausforderung bei der Verwaltung von über 5.500 verschiedenen Batterietypen.
Der aktuelle Trend geht weg von traditionellen Batterietechnologien wie Blei und Säure hin zu Lithium-Ionen-Batterien – in Anwendungen, die von tragbarer Ausrüstung für Soldaten bis hin zu Weltraumsystemen und Unterwasserdrohnen reichen.
Dies erklärte Eric Shields, führender Experte für Batteriepolitik und -versorgung des US-Militärs, auf einer Konferenz im vergangenen Juni.
Während militärische Ausrüstung mit mehr Batterien ausgestattet wurde, sind Verteidigungssysteme wie Drohnen immer ausgefeilter geworden. Europa fehlt jedoch weiterhin eine adäquate Antwort auf die russischen Technologien, die während des Ukraine-Krieges perfektioniert wurden, argumentiert Oleksij Hontscharuk, ehemaliger ukrainischer Ministerpräsident von 2019 bis 2020, in einem Artikel des Eurasia Center des Atlantic Council.
Ein Beispiel dafür ereignete sich im September 2025, als 19 russische Drohnen in den NATO-Luftraum eindrangen. Dies zwang F-35-Kampfjets zum Abschuss. »Die Reaktion war absurd kostspielig. Wenn unidentifizierte Drohnen den Luftverkehr in Europa stören, weiß niemand genau, wie man reagieren soll«, fügt er hinzu. Nichtsdestotrotz sind alle im Ukraine-Krieg eingesetzten Drohnen in gewissem Umfang von China abhängig. »Von handtellergroßen Quadcoptern zur Artillerielenkung bis hin zu Langstreckenmunition enthalten fast alle unbemannten Systeme beider Seiten Materialien und Komponenten aus Fabriken und Raffinerien des asiatischen Riesen«, erklärt das Center for Strategic and International Studies (CSIS).
Kohlenstofffasern, Seltenerdmagnete, Lithium-Ionen-Zellen und Galliumnitrid-Chips sind essenzielle Bestandteile der chinesischen Lieferkette, die die Grundlage für die Architektur moderner Drohnenkriegsführung bildet. »Der Einsatz eines dieser Geräte verdeutlicht eine einfache Wahrheit der modernen Kriegsführung: Industrielle Widerstandsfähigkeit ist eine Kampfkraft«, so die Experten des CSIS. Für César Ramos, CEO des spanischen Verbandes der Verteidigungs-, Luft- und Raumfahrttechnologieunternehmen (TEDAE), gibt es in dieser Zeit hoher geopolitischer Spannungen noch einen weiteren wichtigen Aspekt zu beachten: »Wir müssen in der Lage sein, globale Lieferketten zu schützen. Um Zugang zu kritischen Materialien zu erhalten, benötigen wir sichere Lieferketten in zweierlei Hinsicht: Schutz und Sicherheit.«“
Da ist aber guter Rat teuer, weil so eindeutig gehören niemandem mehr die Weltmeere. Und die Lagerstätten für Mineralien schon gar nicht.
„Der Branchenvertreter erklärt, es reiche nicht aus, logistische Störungen – wie etwa eine Blockade des Suezkanals – zu verhindern. Vielmehr müsse man sich auch vor Angriffen und Sicherheitslücken schützen, die den Zugang zu Rohstoffen gefährden. »Die Nachfrage ist gestiegen und die Liefergeschwindigkeiten haben sich beschleunigt. Daher ist es unerlässlich, über ausreichend Rohstoffe zu verfügen, um die Lagerbestände aufzufüllen.« Er betont, dass kritische Rohstoffe nicht nur für Regierungen, sondern auch für Unternehmen und Bürger von grundlegender Bedeutung seien. »Wer die Kontrolle über kritische Rohstoffe hat, kontrolliert in gewisser Weise auch die Sicherheit.«“
___________________________________
Kolonialismus und Plünderung
(eigentlich das Gleiche)
Die Sicherung kritischer Rohstoffe war die Achillesferse des Westens. Gracelin Baskaran, Direktorin des Programms für die Sicherheit kritischer Rohstoffe am CSIS, weist darauf hin, dass die militärische und industrielle Macht der Großmächte zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr auf heimischer Produktion beruhte, sondern auf einem globalen Netzwerk der Abhängigkeit und des Kolonialismus.
Großbritannien, Frankreich und Deutschland erkannten, dass eine Wiederbewaffnung ohne Ressourcen aus Übersee unmöglich war. Während sich London Mangan aus Indien und Chrom aus Rhodesien beschaffte, kompensierte Berlin seine geologische Knappheit durch den aggressiven Ankauf ausländischer Minen und die öffentlichen Schuld rohstoffreicher Länder.
Dieser erbitterte Wettbewerb erstreckte sich sogar auf damals exotische Sektoren wie die Seltenen Erden, wo die österreichisch-deutsche Kontrolle über Monazit in Brasilien und Indien die USA für ein halbes Jahrhundert vom Markt verdrängte.
Am Vorabend des I. Weltkriegs verschärfte diesen Druck dramatisch, wie ein Experte in einem Bericht erläutert. Der Ausbruch des Konflikts 1914 legte die Fragilität der Lieferketten offen, insbesondere der USA.
Trotz ihres immensen Reichtums an Kohle und Eisen musste das Land feststellen, dass es an strategischen Reserven und einer effektiven Koordination für die Kriegsmobilisierung mangelte.
Mit Ausbruch des II. Weltkriegs setzten die USA eine aggressive Bergbaudiplomatie ein, um ihre Versorgung zu sichern. In Lateinamerika inspizierten sie 440 Lagerstätten und entdeckten neue Vorkommen an Wolfram, Tantalit und anderen Elementen in Mexiko, Brasilien und Peru.
Gleichzeitig finanzierten die USA in Afrika im Belgischen Kongo den industriellen Abbau von Kupfer und Kobalt und errichteten 1943 ein modernes Nickelwerk in Kuba.
Das Ende des Krieges brachte den Zusammenbruch der europäischen Kolonialreiche; die jungen Nationen Afrikas und Asiens nutzten ihren Mineralienreichtum als Wirtschaftsmotor, während der Kalte Krieg diese Lagerstätten in wichtige Schauplätze geopolitischer Auseinandersetzungen verwandelte.
Mineralien fungieren auch heute als Instrumente der Diplomatie und des Zwangs und gehen damit über ihre Rolle als bloße Handelswaren hinaus.“
Der Autor dieses Artikels in El País muß bedrückt feststellen, daß die EU heute nicht mehr diese Mittel hat, die den Kolonialmächten in den letzten beiden Weltkriegen zur Verfügung standen.

