„MADURO NACH SEINER FESTNAHME IN CARACAS IN NEW YORK INHAFTIERT – Aktuelle Berichte im Live-Ticker
Trump versichert, Venezuela bis zu einem »sicheren Übergang« zu regierenDie venezolanische Vizepräsidentin fordert Maduros Freilassung und bekräftigt, dass sie niemandes Kolonie sein werden
Pedro Sánchez: »Wir verurteilen den Verstoß gegen das Völkerrecht in Venezuela aufs Schärfste.«“
Sánchez hat noch nicht mitgekriegt, daß die Berufung auf das Völkerrecht niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt.
„Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores trafen am frühen Samstagabend Ortszeit (früher Sonntagmorgen auf dem spanischen Festland) in New York ein und wurden anschließend in das Metropolitan Detention Center in Brooklyn überführt. Dort werden sie wegen Drogenhandels und Waffenbesitzes angeklagt.“
Schon sehr innovativ und gewagt, einen Regierungschef wegen Waffenbesitzes anzuklagen.
Es fragt sich, ob man das juristisch durchkriegt, auch die Sache mit den Drogen.
Eine Blamage a là Reichstagsbrand wird Trump ja nicht wollen.
Vielleicht ist das aber alles nur ein Vorwand, um Maduro unter Druck zu setzen und zur Kollaboration zu bewegen.
„Nur wenige Stunden zuvor hatte Donald Trump in seiner ersten Pressekonferenz nach Maduros Festnahme mit einer zweiten Angriffswelle gedroht, sollte das Chavista-Regime Widerstand leisten. »Wir werden Venezuela regieren, bis ein sicherer Übergang stattgefunden hat«, bekräftigte er. Darüber hinaus bestritt der US-Präsident, dass María Corina Machado, Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin, die notwendige »Unterstützung und den nötigen Respekt« genieße, um einen politischen Übergang in Venezuela zu fördern. Machado hatte zuvor in den sozialen Medien erklärt, die von ihr vertretene Bewegung sei »bereit, die Macht zu übernehmen«.“
Das wäre ja echt scharf, wenn Frau Machado links liegen gelassen würde und damit ihr und aller Welt vorgeführt würde, daß sie nur ein Werkzeug, eine nützliche Idiotin von Trumps Monroe-Doktrin-Politik war.
Und er womöglich doch wieder auf die alte Mannschaft setzt.
„Trump kündigte zudem an, dass nach dem Angriff auf Caracas am Samstag, an dem 150 Flugzeuge beteiligt waren, US-Energiekonzerne die Ölindustrie des lateinamerikanischen Landes übernehmen würden.
Der Oberste Gerichtshof Venezuelas ordnete an, dass Vizepräsidentin Delcy Rodríguez aufgrund Maduros »erzwungener Abwesenheit« die Präsidentschaft übernehmen solle. Rodríguez forderte ihrerseits die Freilassung des Mannes, den sie als »einzigen Präsidenten Venezuelas« betrachtet, und betonte, das Land werde »keine Kolonie irgendeines Imperiums sein«.“
Nach unbestätigten Gerüchten sollen Delcy Rodriguez und andere Personen der venezolanischen Regierung vor dem Militäreinsatz nach Moskau evakuiert worden sein.
„Diese Aussagen erfolgten, nachdem Trump auf seiner Pressekonferenz erklärt hatte, Rodríguez stehe Washington zur Verfügung.“
!!!
„Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte unterdessen zu dem Angriff und der Verhaftung Maduros: »Wir verurteilen den Verstoß gegen das Völkerrecht in Venezuela aufs Schärfste.« (…)“
In der EU war Sánchez dabei der Einzige, der sich so lautstark zum Völkerrecht äußerte.
„Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Møller Sørensen, erinnerte am Sonntag in einem Tweet daran, dass sein Land die »uneingeschränkte Achtung der territorialen Integrität« seiner Insel Grönland erwartet – ein Gebiet, das Donald Trump annektieren will.

Als Reaktion auf einen Nutzer des sozialen Netzwerks X, der eine Karte der Insel in den Farben der amerikanischen Flagge unter dem Wort »bald« gepostet hatte, antwortete der dänische Diplomat mit einer, wie er es nannte, »freundlichen Erinnerung« daran, dass die USA und das Königreich Dänemark enge Verbündete seien und auch weiterhin eng zusammenarbeiten sollten.
»Die Sicherheit der Vereinigten Staaten ist auch die Sicherheit Grönlands und Dänemarks.«“
Man merkte doch spätestens auf der letzten Sicherheitskonferenz in München, daß die USA den Rechtstitel „Sicherheit“ auch nicht mehr wichtig nehmen. Sie sagen gleich „Interessen Amerikas“, mehr brauchen sie nicht.
Das ganze EU-Gestammel über „Menschenrechte“, „Völkerrecht“ und „Sicherheit“ wirkt von Tag zu Tag hilfloser, weil jeder weiß, daß ohne USA nix dahinter ist.
Nordkorea spricht Klartext:
„Nordkorea hat den US-Angriff auf Venezuela verurteilt und ihn laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA als »die schwerwiegendste Form der Verletzung der Souveränität« bezeichnet. (…)“
Für Staaten in der Hemisphäre der USA wird allerdings die Einrichtung der „konzessionierten Souveränität“ gegenüber der Welt nach 1945 neu definiert.
In Spanien belebt die Verhaftung Maduros die Parteienkonkurrenz:
„Der Generalsekretär der größten spanischen Oppositionspartei, der konservativen Volkspartei (PP), Miguel Tellado, hat bemängelt, dass die PSOE den Sturz des venezolanischen »Diktators« Nicolás Maduro nicht gefeiert hat, und die Anerkennung des Wahlsiegs von Edmundo González, dem »legitimen Präsidenten Venezuelas«, im Juli 2024 gefordert.“
Von wem eigentlich fordert sie das?
Von Sánchez!
„ »… dass die PSOE … sich weigert, den Wahlsieg von Edmundo González anzuerkennen. Das ist ein Fehler, mit dem sie leben müssen«, sagte Tellado. diesen Sonntag in einem Interview mit esRadio, wie Europa Press berichtet.“
Dabei hat sich doch González zumindestens eine Zeitlang in Spanien aufgehalten und wurde von Sánchez hofiert.
Und ausgerechnet jetzt, wo die USA Fakten setzen – und González nicht einmal erwähnen – soll die spanische Regierung ihn formell anerkennen?!
Sánchez hat ganz andere Sorgen:
„Pedro Sánchez, hat den »jüngsten Verstoß gegen das Völkerrecht in Venezuela« verurteilt.“
Was macht eigentlich Spanien, wenn Marokko morgen Ceuta und Melilla mit Waffengewalt annektiert?
Marokko den Krieg erklären?
Oder eine Beschwerde machen bei der UNO?
„Die OPEC+, eine Koalition der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) – darunter Venezuela – und 10 weiterer Staaten, plant, die derzeitige Ölproduktion trotz des Militäreinsatzes in dem südamerikanischen Land und der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro wie geplant aufrechtzuerhalten, wie drei OPEC+-Delegierte mitteilten.“
Das kann man so verstehen, daß sie Öl-Ausfälle Venezuelas ausgleichen würden, aber auch so, daß sie mit jeder weiteren Regierung Venezuelas kooperieren wollen.
Schweifwedeln gegenüber den USA also.
Von Verbündeten gute Wünsche:
„Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte die Rückkehr vieler lateinamerikanischer Länder zur US-Achse, nachdem die USA gestern … Maduro in Caracas festgenommen hatten. »Ich muss sagen, dass wir in Lateinamerika im Allgemeinen einen Wandel erleben und viele Länder zur US-Achse und, wie wir erwarten, auch zu diplomatischen Beziehungen zum Staat Israel zurückkehren«, erklärte Netanjahu in einer von seinem Büro veröffentlichten Stellungnahme.“
usw.
Es ist beachtlich, wie die ganze Welt mit einem Satz gemerkt hat, woher der Wind bläst und versucht, sich darauf einzurichten.
„Maduros Entführung garantiert Trump nichts: Warum die US-Operation in Venezuela ein Reinfall sein könnte
KP.RU: Die USA könnten auf interne Unruhen in Venezuela setzen
Zwei Tage sind seit dem waghalsigen US-Einsatz in Caracas und der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau vergangen, doch die Hintergründe sind weiterhin unklar.
Donald Trump hat zwar erklärt, die vollständige Kontrolle über die Ölreserven der Bolivarischen Republik anstreben zu wollen. Doch ob dieses Ziel durch die einfache Entführung des Präsidenten zu erreichen ist, erscheint höchst fraglich.
Einerseits verlief alles überraschend reibungslos. Niemand beschoss die amerikanischen Hubschrauber, obwohl diese leicht hätten abgeschossen werden können. Die trainierten Sicherheitskräfte, darunter auch Kubaner, konnten keinen Widerstand leisten.
Dies nährte sogar die Verschwörungstheorie, die Amerikaner hätten Maduro getäuscht. Angeblich hätten sie zugesagt, ihn mit einem Hubschrauber abzuholen, um ihn zu direkten Gesprächen mit Trump zu bringen. In Wirklichkeit hätten sie ihn jedoch blitzschnell festgenommen und anschließend zur Schau einige Schüsse auf die Hauptstadt abgegeben. Es gibt jedoch keine Beweise, die diese Behauptungen stützen.
Die Machtverhältnisse bleiben bestehen
Andererseits: Wenn die Operation auf den Sturz des Regimes abzielte, warum blieb dann Venezuelas gesamte staatliche, wirtschaftliche und militärische Infrastruktur unbeschädigt? Schließlich gab es praktisch keine Angriffe darauf. Auch gibt es keine Anzeichen für Vorbereitungen einer großangelegten Bodenoffensive, die das bestehende soziopolitische System radikal verändern würde.
Maduros Verbündete – von Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bis hin zu wichtigen Ministern und führenden Persönlichkeiten des Militärs und der Geheimdienste – sind unversehrt und an der Macht. Viele von ihnen sind keine korrupten Karrieristen, wie es in Lateinamerika oft der Fall ist, sondern ideologisch motivierte Chavisten (Anhänger des überzeugten US-Gegners Hugo Chávez).
Sie schwören ihrem Parteigenossen Nicolás Maduro Treue, betrachten ihn weiterhin als den rechtmäßig gewählten Präsidenten und äußern sich scharf gegen die USA. Auch die Medienlandschaft ist unverändert.“
Das wird wohl alles Absicht sein.
Der »schlaue Donald«
Es ist kaum zu glauben, dass das Weiße Haus diese riskante Operation einzig und allein ins Leben gerufen hat, um den venezolanischen Präsidenten in New York wegen unbewiesenen Drogenhandels vor Gericht zu stellen. Man kann wetten, dass der Drogenstrom in die USA in einem Jahr, selbst in fünf, nur noch zunehmen wird (es geht um Milliarden), und keine Strafe für Maduro wird ihn stoppen können.“
Also war es offenbar nicht die einzige Absicht.
„Also was jetzt? Ist der ganze Wirbel nur ein einmaliger PR-Gag im Geiste des »coolen Trump«? »Niemand auf der Welt hätte das zusammengebracht es, aber ich schon«, wie Donald selbst gerne sagt.
Wir erinnern uns, wie er die Krise im Gazastreifen spektakulär »gelöst« hat, wo die Kämpfe immer noch toben. Oder wie er Thailand und Kambodscha ebenso schwungvoll »versöhnt« hat (im Dezember wurden mehrere Soldaten beider Seiten in Grenzgefechten getötet).
Hoffnung auf Wirren und Chaos
Oder hat das Weiße Haus vielleicht beschlossen, auf lange Sicht zu spielen und darauf zu hoffen, dass der führungslose bolivarische Staat in den Streitereien, Intrigen und dem Chaos untergeht, die einen Machtkampf unweigerlich begleiten?
Dann könnten Wahlen stattfinden, und der aussichtsreichste Kandidat wäre beispielsweise Maduros Washingtoner Protegé Edmundo González, der bei der letzten Wahl gegen Maduro nur mit 10 Prozentpunkten Unterschied verlor und nun im politischen Exil in Spanien lebt. Er steht bereits in den Startlöchern und wartet nur auf den Befehl »Vorwärts!«.
Diese Theorie wird durch den dreisten Bluff gestützt, zu dem Trumps Team gestern griff. Donald Trump berichtete, Außenminister Marco Rubio habe bereits mit Vizepräsidentin Rodríguez gesprochen, die versprochen habe, »alles Notwendige zu tun«.
Vielleicht sollte dieser Stein, der »mitten ins Feld« geworfen wurde, eine gewaltsame Auseinandersetzung in Maduros engstem Kreis provozieren. Doch nur wenige Stunden zuvor hatte Rodriguez bereits ein offenes und konstruktives Telefongespräch mit Sergej Lawrow, dem Chef des befreundeten russischen Außenministeriums, geführt (in dem es offensichtlich um Zusammenarbeit in außergewöhnlichen Umständen ging), weshalb es für sie sinnlos gewesen wäre, Rubio solche Versprechungen zu machen.
Sie selbst wies Trumps »reißerische« Aussage umgehend und entschieden zurück und erklärte, sie betrachte Maduro als den amtierenden Präsidenten. Sie selbst sei nun lediglich amtierender Präsident auf Grundlage eines Urteils des Obersten Gerichtshofs der Republik.
Dies bedeutet, dass die vom Weißen Haus erhofften vorgezogenen Neuwahlen möglicherweise nicht stattfinden werden.“
Werden vom von Trump & Co. vorgezogene Neuwahlen erhofft?
„Die Regierung in Caracas steht also noch nicht vor dem Zusammenbruch; im Gegenteil, sie verschärft den am Tag des amerikanischen Angriffs verhängten Ausnahmezustand.
Zudem erhält die verbliebene venezolanische Elite bedingungslose Unterstützung von ihren Nachbarn Kolumbien und Brasilien.
Das Gespenst Vietnams und Afghanistans
Eines ist klar: Sollte Trump sich auf seinen Lorbeeren ausruhen und an Schwung verlieren, wird die ganze Entführungsgeschichte im Sande verlaufen. Dann wird der Kampf um das Öl ernsthaft geführt werden müssen – durch einen echten Krieg.
Für die USA könnte dies jedoch zu einer beängstigenden Mischung aus Vietnam und Afghanistan führen. Die Dschungel Venezuelas sind nicht weniger dicht als die in Indochina, und die Einheimischen sind seit Langem im Guerillakrieg erfahren.
Wir wollen den internationalen Faktor hier nicht weiter erörtern, aber sollten die Interessen Chinas und Russlands in diesem lateinamerikanischen Land massiv verletzt werden, werden sie in der Lage sein, diese zu verteidigen.
Im Falle einer Militärintervention werden die US-Soldaten daher höchstwahrscheinlich in Garnisonen auf Stützpunkten in Großstädten und Ölfeldern ausharren und sich, anders als in Afghanistan, nie über die Betonmauern und Stacheldrahtverhaue hinauswagen.
Früher oder später werden sie mit Flugzeugen oder Schiffen nach Hause fliehen müssen.“
(KP, 4.1.)
Der Artikel unterscheidet sich nach Tonfall und Inhalt sehr deutlich von denen von gestern in der gleichen Zeitung.
Man fragt sich, was der Grund ist.