Die Anschläge von Boston II

DIE ROLLE DER MEDIEN UND DES INTERNETS
Die Rolle der Medien im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag ist sowohl bemerkenswert in ihrer Uniformität als auch entscheidend bei der Verbreitung der Sichtweisen, die zu diesem Bombenanschlag weltweit eingenommen werden sollen. Man darf nicht vergessen, daß in Folge der Anti-Terror-Gesetze der USA die Medien praktisch unter Kriegsrecht gesetzt sind und jede Zeitung oder Internet-Site in den USA Repressalien aller Art, die ihre Existenz gefährden, zu gewärtigen hat, wenn sie etwas publiziert, das den Behörden nicht genehm ist. Sie riskieren Hochverratsprozesse, Konfiskation von Auflagen usw.
Das erklärt teilweise die Zurückhaltung der US-Medien im Publizieren von Informationen, die unangenehme Fragen aufwerfen, und die Bereitwilligkeit, sich an Panikmache und Vorverurteilung zu beteiligen.
Weniger klar ist die Motivation der internationalen Medien, es ihnen nachzutun und sich gleichsam in vorauseilendem Gehorsam der Konstruktion eines Täterbildes hinzugeben. Vor allem der getötete Tamerlan Tsarnajew wird aufgrund aller möglichen Hintergrundinformationen – deren Quelle teilweise unklar ist, die aber auf die starke Observation des FBI hinweisen – als Wolf im Schafspelz dargestellt, der Frauen unterdrückte und vor Rachegefühlen gegen Nicht-Muslime brannte.
Bei diesem Propaganda-Feldzug kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die eigentliche Beweislage äußerst dürftig ist und daher Geständnisse und Psychogramme den Mangel an Beweisen kompensieren sollen.
Es ist aber auch offensichtlich, daß sich die Flaggschiffe diverser Medienimperien oder auch mit ökonomischen Schwierigkeiten kämpfende einstige Qualitätsblätter nicht mit den US-Nachrichtendiensten, der US-Innenpolitik und der US-Justiz anlegen wollen. Die Pressefreiheit wird sehr konsequent als eine Freiheit begriffen, diejenigen Informationen zu publizieren, die die Redaktionen selber für opportun und verbreitungswürdig halten. Hier ist die Parteinahme für die überlegene Gewalt der imperialistischen Führungsmacht auf jeden Fall Grundlage der Berichterstattung.
Die einzigen Medien, die sich dem Mainstream widersetzen, sind die Asia Times, einige Blogs und Aufdecker-Seiten, sowie die Website des Kaukasus-Emirates.
Diese Website, die es sichtlich als Herausforderung begreift, soliden Aufklärungs-Journalimus zu betreiben, und zu zeigen, daß man mehr ist als ein bloßes Dschihadisten-Blattl, hat nicht nur auf die offensichtlichen Widersprüche der Berichterstattung der US-Medien hingewiesen. Sie haben auch den Eltern der beiden Verdächtigen Raum gegeben ihre Sicht der Dinge darzustellen, die meinen, ihren Söhnen sei eine Falle gestellt worden, um dann eine große Show zu inszenieren.
Auf Kavkazcenter wird auch darauf hingewiesen, daß der Onkel der Tsarnajew Brüder, Ruslan Tsarni, der sich sofort von seinen Neffen distanziert hat, als sie ins Visier der Ermittlung gerieten, höchstwahrscheinlich Mitarbeiter des CIA ist und für diesen in mehreren mittelasiatischen Republiken tätig war.
Das lenkt den Blick des Lesers auf die Immigrations- und Einbürgerungspolitik der USA, die diversen Flüchtlingen aus der ehemaligen SU, besonders aus dem Kaukasus Asyl oder Einwanderung mit der Absicht ermöglich, diese Leute dann auf Missionen aller Art als Agenten in Rußland oder den GUS-Staaten einzusetzen. Muslimische Personen bieten sich dafür aufgrund ihrer Ressentiments gegenüber Rußland besonders an. Sie sind also aus mehreren Gründen im allgemeinen Gegenstand von Observation,und stehen oft auch unter beachtlichem Druck von Seiten der Behörden.
Obwohl Kavkazcenter nur einen Teil der Artikel auch auf Englisch publiziert, den Rest nur auf Russisch, so ist diese Website als Loch in der US-konformen Berichterstattung bereits unangenehm aufgefallen.
Im US-Senat gab es eine Anhörung eines Uni-Professors, ob das Kaukasus-Emirat (das ohnehin bereits als terroristische Vereinigung eingestuft ist), eine Gefahr für die InteressenAmerikas darstelle?
Fortsetzung: Die Rolle Rußlands und die internationale Dimension der Anschläge

352 Gedanken zu “Die Anschläge von Boston II

  1. oh je, mal wieder voll im verschwörungsmodus
    eine bitte: ich hätte gerne mal belege dafür, dass us-medien quasi kriegsrecht unterworfen sind. und dass du erklärst, warum zu 9/11 jede menge verschwörungskram erschien, in deutschen wie US-Medien, der ja nun auch defintiv wenig us-freundlich war, und Bush und co der mittäterschaft bezichtigte. du benutzt hier typisches verschwörungsargument: die abwesenheit von berichten wird zu einem indiz erklärt

  2. Immer diese Sache mit “Belegen”: belegen tut man Brote.
    Zur Frage, wie Medien belangt werden können, wenn sie für Behörden oder Geheimdienste unangenehme Infos publizieren, muß man sich die Antiterrorgesetze anschauen. US-Bürgerrechtler behaupten jedenfalls, daß die Bürgerrechte heute mehr eingeschränkt sind als unter der “witchhunt” der McCarthy-Ära.
    Was die Medien betrifft, so ist das mit dem Kriegsrecht vielleicht nicht richtig, als nach dem Homeland Security Act zwar alle mögliche Information als falsch ausgegeben werden kann, sie aber deswegen nicht unbedingt verboten werden muß, sondern das entsprechende Medium auf zivilrechtlichem Weg mit Prozessen und Strafen fertigggemacht werden kann.
    Weswegen auch die von dir erwähnten Theorien über 9/11 auf irgendwelchen Aufdecker-Seiten und Blogs erschienen sind, aber nicht in den kommerziellen Medien, über die sich, man vergesse es nicht, das Bewußtsein der Allgemeinheit speist.
    Es ist dann natürlich leicht, diese mehr oder weniger privaten Seiten als Verschwörungstheoretiker abzutun, weil schon ihre geringe Verbreitung nach gut demokratischem Mehrheitsdenken gegen sie spricht.
    Schließlich habe ich zur Rolle der Medien nicht nur das erwähnt, was sie nicht bringen, sondern auch das, was sie bringen.
    Ich bin natürlich gewöhnt, daß man als Verschwörungstheoretiker bezeichnet wird, wenn man auf die Widersprüche der offiziellen Version hinweist!

  3. Mich betrübt es auch immer wieder, daß es so wenige Journalisten gibt und vor allem so wenige Leser von deren Zeugs, die angesichts von solchen hochpolitischen brisanten Sachen, die regelmäßig “Geheimdienste!!!” quer über jeder Meldung tragen müßten, nicht mal die naeliegenden Fragen (geschweige denn Antworten) haben, ob das alles, was man da so in den Mainstream-Medien vorgesetzt bekommt, eigentlich wenigstens Sinn macht, wenn es denn schon nicht als faktisch stimmend nachgewiesen angesehen werden düfte.
    Es kann ja sein, daß es so ist, wie Obamas Behörden und seine Medien verlautbaren lassen. Es ist aber alles andere als auf der Hand liegend. Und es ist in der Tat besonders ärgerlich, daß selbst hiesige Medien, die nun wirklich nicht unter der Fuchtel der drakonischen Antiterrorgesetze, -Maßnahmen und -Stimmung stehen, sich da kein Deut aufklärerischer erweisen.
    Das Blöde bei solchen Sachen ist ja, daß man ohne selber Zugang zu Geheimdienst- und Polizeiinformationen zu haben, eh nicht rauskriegen kann, was stimmt, jedenfalls dann, wenn die involvierten Dienste ihr Ding plausibel aufgebaut haben.

  4. “Immer diese Sache mit „Belegen“: belegen tut man Brote.”
    Das auf dem Brot, nennt man Belag im Unterschied zu einem Beleg. Also bitte nicht die Mehrzahl eines Substantivs mit einem Verb velwechsern. Belege braucht man üblicherweise für Behauptungen, wenn man ernst genommen werden will. Ansonsten kann man sie auch weglassen.

  5. nein, nestor, du insinuierst zB mit dem satz “Vielleicht wollte der FBI etwas wirklich Großes auffliegen lassen, um seine Tätigkeit zu rechtfertigen?” , dass sich das FBI verschworen hat, einige US-Bürger mit eienr Bombe zu töten bzw zu verletzen, oder das in kauf zu nehmen, um sein anti-terror-budget zu schützen. deswegen rede ich hier von einer verschwörungstheorie
    ferner ist auffällig, dass du dich verschwörungs-theoretiker-typischer argumentationen bedienst. zB wird aus einem pixligen, superschlechten bild ein angeblicher beweis dafür, dass die darauf zu sehende person unverletzt sein soll – was eifnach das bild nicht hergibt. dass ist die gleiche masche, mit der leute irgendwelche bilder von flugzeugtrümmern aufm pentagonrasen zu cruise missile-überresten umdeuten usw.
    zu 9/11: http://www.911video.de/news/080110/ und http://www.youtube.com/watch?v=vjx-PSh8FN8 sind nur zwei beispiele, dass der verschwörungskram auch in den mainstreammedien gezeigt wurde

  6. @Krim

    “Belege braucht man üblicherweise für Behauptungen, wenn man ernst genommen werden will”

    Das Problem mit solchen Polizei-Geheimdienst-Operationen ist doch aber, ich hatte das ja schon angeführt, daß unsereiner überhaupt nicht an “Belege” rankommt, um vernünftig beurteilen zu können, ob das jeweils offiziell vorgetragene Szenario stimmt. Nur, wenn die es nicht hinkriegen, alles durchgängig “glaubhaft” erscheinen zu lassen, kann man begründet daran zweifeln. Muß man aber selbst dann nicht, denn die Dienste und Medien können ja auch nur einfach gestümpert haben. Von daher kann man immer viele “Vielleichts” in den Raum stellen, das bringt aber nichts. Nur blauäugig alles für bare Münze nehmen, was einem ausgerechnet die vorsetzen, das erscheint mir erst recht unvernünftig.

  7. @bigmouth
    Das verstehe ich schon alles, was du meinst.
    Ich stehe aber auf dem Standpunkt, daß “Verschwörungstheorie!” für mich kein Vorwurf ist. Es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, daß jemand, der auf Ungereimtheiten von offiziellen Versionen hinweist, argumentslos als Verschwörungstheoretiker abgetan wird. Und dieser Vorwurf kratzt mich nun einmal nicht.
    Was die “Belege” – @Krim – angeht, so ist es bei geheimdienstlichen Sachen nun einmal so, daß sie geheim sind, und daher nicht an die große Glocke gehängt werden. Ich habe mich allerdings bemüht, verschiedene Links in meinen Text einzubauen, sodaß Interessierte durchaus den Infos, die es gibt, nachgehen können.
    Es ist richtig, daß ich dem FBI unterstelle, das ganze inszeniert zu haben. Im Zusammenhang damit weise ich auf die seinerzeitigen Enthüllungen zu “Gladio” in Europa hin, die ähnliche Aktionen gesetzt haben (Anschläge am Münchner Oktoberfest und auf den Bahnhof in Bologna), und wo jetzt in Luxemburg ein Prozeß anberaumt ist, dessen Ausgang abzuwartern ist.
    Es bedarf eben besonderer Konstellationen, damit solche Dinge, die an und für sich geheim bleiben sollen, auffliegen. Im Falle von Gladio liegt es m.E. daran, daß das eine europaweite Organisation zur Kommunismusbekämpfung war und als solche mit dem Ende des Kalten Krieges größtenteils obsolet geworden ist.
    Zweitens werden solche Dinge gerne dann aufgerollt – siehe auch die Vergangenheitsbewältigung in Argentinien, die Prozesse gegen Teilnehmer am “Schmutzigen Krieg” -, wenn schon viel Zeit vergangen ist, Leute gestorben sind und Material verschwinden konnte.

  8. 1. Also erstmal ging das generell gegen nestors unwissenschaftliche Art Behauptungen ohne Belege als Argumente anzuführen. Jeder kann sich irgendeinen Scheiß ausdenken und dann hinterher achselzuckend verkünden, was kümmert mich die Wirklichkeit und Wahrheit “Belegen tut man Brote”. Da ist nestor von den Geheimdiensten nicht weit weg, die dasselbe machen.
    2. Zwischen “unwidersprochen alles für bare Münze nehmen” und sich Geschichten auszudenken über alles worüber die Geheimdienst schweigen, liegt ein weites Feld. Wenn die Informationen der offizielle Stellen nicht ausreichen, um sich ein Bild zu machen, dann soll man es halt lassen und sich an die Informationen halten, die vorliegen. Dass die Absichten der Nationen nicht bekannt gemacht werden, kann man wohl schwerlich behaupten. Wenn etwas geheim bleibt dann doch die Dinge, die die Nation in schlechtem Licht dastehen lassen. Die Absichten der Nation sollen aber von allen geteilt werden und daher werden sie auch öffentlich gemacht.
    3. Solche Artikel sind so unnötig wie ein Kropf. Das einzige was man erfährt ist, dass alles undurchschaubar und gelenkt von Us-Behörden ist. Wer hätte das gedacht.

  9. Krim, bei solch diffusen Geschichten wie jetzt wieder mal dem Boston-Anschlag geht es nicht um “irgendeinen Scheiß”. Leider eben auch nicht um “die Wirklichkeit und Wahrheit”, denn an die kommt unsereiner regelmäßig ja genausowenig ran wie an die Tatorte.
    Insofern hast du schon recht, wenn du feststellst, “Da ist Nestor von den Geheimdiensten nicht weit weg”.
    Es ist nur in höchstem Maße apologetisch, wenn du blauäugig schreibst, “Wenn die Informationen der offizielle Stellen nicht ausreichen, um sich ein Bild zu machen, dann soll man es halt lassen und sich an die Informationen halten, die vorliegen”.
    Woher nimmst du denn die Gewißheit, daß uns überhaupt “Informationen” vorgesetzt werden? Über die “Absichten” der Nationen braucht man in diesem Zusammenhang in der Tat nicht streiten, im Großen Ganzen werden die ja in aller Öffentlichkeit verhandelt. Je konkreter das aber in einzelne Aktionen runtergebrochen wird, um so sinnvoller ist es, und das macht Nestor hier so gut/schlecht das eben überhaupt geht, dem Leser ein Mißtrauen einzuimpfen, gerade nicht alles für bare Münze zu nehmen, was ihm zu solchen Sachen so vorgesetzt wird. Sich einfach nur zu fragen, wie plausibel “Fakten” sind, welche schon auf den ersten Blick ersichtliche Widersprüche man der Propaganda entnehmen kann, wer ein Interesse an gerade der Darstellung, wie die eben vorgelegt wird, hat usw. Manches ist nämlich doch “durchschaubar”, weil die auch nur mit Wasser kochen.
    Weit kommt man mit so einem Ansatz natürlich nicht, das gebe ich dir schon zu, es macht solche Bemühungen deshalb aber noch nicht gleich “so unnötig wie ein Kropf”.

  10. “Es ist nur in höchstem Maße apologetisch” Wieso das denn? Wenn ich mir kein Urteil bilde zu etwas, worüber ich mir kein Urteil bilden kann, weil die Fakten fehlen, dann ist Maul halten die logische Konsequenz. Wieso soll das apologetisch sein? Apologie muss sich daraus ergeben, was ich sage und nicht was ich nicht sage. Meine schlechte Meinung von FBI oder CIA nützt doch keinem. Die hab ich auch ohne Feinbildpflege durch solche Artikel. Was lerne ich denn daraus? – Gut, die Beweislage scheint tatsächlich dürftig zu sein. Soviel kann man den Medien entnehmen. Gut möglich, dass sie sich die Falschen gegriffen haben. Das wundert mich bei den Amis kein bisschen. Da muss erstmal ein ins politische Konzept passender Schuldiger her. Und wenn es der falsche war, gibt’s 10 Jahre später einen Hollywoodfilm drüber.

  11. Krim, wieso kürzt du jetzt in deiner Replik genau meine Begründung fürs Apologetische bei dir weg?
    Du hast doch davon angefangen, daß es “Informationen” gäbe, die ausgerechnet aus desm House of Desinformation gekommen sind.
    Immerhin konzedierst du ja auch, daß im Boston-Fall die Beweislage tatsächlich dürftig zu sein scheint. (Und das scheint mir noch zu beschönigend.)

  12. “Information” ist doch schon neutral. Die können stimmen oder auch nicht. Ich sagte ja nicht es seien Fakten oder die Wahrheit. Wenn es dich beruhigt, hätte ich auch schreiben können “Des/Informationen”. Ich kann ja auch nicht alle Missverständnisse vorausahnen, auf die jemand möglicherweise kommen könnte.

  13. Nein, Krim, für mich ist “Information” nicht neutral, sondern impliziert Wahrheit, Wissen. Der Rest ist Desinformation. Nur wenn sie “stimmen”, sind sie Info, sonst eben Lüge.

  14. Ich muß ja wirklich lachen über Krims unverhohlenen Ärger, daß ich solche Artikel überhaupt schreiben darf und er sie nicht verhindern kann!
    Erstens ist es ein Unfug, nach “Belegen” zu rufen. Ein Argument kann man nicht “belegen”, weil die Fakten für sich noch nicht ihre Erklärung beinhalten.
    Wenn die “offiziellen Informationen nicht ausreichen”, so muß man eben Schlußfolgerungen ziehen, und da gibt es eben Anhaltspunkte. Es ist auch lustig, daß du ja die Links, die ich angebe, gar nicht würdigst, weil sie offenbar deinem “Beleg”-Begehr nicht genügen. Dabei finde ich es schon ein Service, daß ich die Zeitungen weltweit durchforste, um dann mitzuteilen, was dort steht.
    ;-))

  15. “Krims unverhohlenen Ärger” hält sich in Grenzen. Solche Spekulationen bringen bloß niemand was.
    Mein Ärger bezieht sich darauf, dass du dich ständig von Fakten frei machst. Klar ersetzen Fakten das Argument nicht, aber sie beziehen sich auf Fakten als den zu erklärenden Gegenstand und wenn man diesen sich ausdenkt, dann ist eben die Theorie nichts wert. Belege führt man also an, um zu zeigen, dass man vom Gegenstand ausgeht und nicht von der eigenen Fantasie.
    “Wenn die „offiziellen Informationen nicht ausreichen“, so muß man eben Schlußfolgerungen ziehen,” Was willst du denn folgern, wenn du nichts hast zum Folgern, weil die Infos nicht ausreichen.
    “Es ist auch lustig, daß du ja die Links, die ich angebe, gar nicht würdigst,” Doch. Die seien hiermit offiziell gewürdigt. Weiter so!

  16. @Krim
    Na, es ist nicht die eigene Fantasie, die sich da austobt.
    Es freut mich, daß wir uns wenigstens soweit einig sind, daß Fakten selber gar nix erklären.
    Ich muß gestehen, daß ich nicht ganz verstehe, warum die Befassung mit geheimdienstlichen Aktivitäten so einen schlechten Ruf hat in den Kreisen, in dem ich und auch du uns bewegen.
    Ist es der Verdacht, daß die Demokratie nicht über ihr Alltagsgeschäft – die Verwaltung des Gegensatzes zwischen Kapital und Arbeit, die imperialistische Beförderung des Geschäftes des nationalen Kapitals weltweit – blamiert werden soll, sondern über die verdeckten Aktionen, die sie daneben auch betreibt?
    Weil die gibt es doch wohl auch, darüber werden wir uns hoffentlich nicht streiten.
    Ich kenne dieses Problem nicht, weil ich nehme an, wer diesen Blog liest, ist kein Anhänger der Demokratie.
    Es gibt einfach einen Haufen Morde und Anschläge in der jüngeren Geschichte, wo die Handschrift der Polizei und der Geheimdienste sichtbar ist, alles meistens im Rahmen der NATO und der Kommunismusbekämpfung.
    Eines z.B. ist die Geschichte der Schweinebucht-Invasion 1961 und der Ermordung Kennedys 1963, die vermutlich im Zusammenhang stehen. Ich empfehle hierzu den Film „JFK“ von Oliver Stone.
    Eine andere Geschichte ist die Ermordung Aldo Moros 1978, der im Visier der Amis war, weil er den „compromesso storico” eingeleitet hat und die KP Italiens an der Regierung beteiligen wollte. Später hat sich herausgestellt, daß ein V-Mann des italienischen Geheimdienstes bei den Brigate Rosse dabei war, bis zu Moros tatsächlicher Tötung.
    Eine weitere Geschichte ist die Ermordung Olof Palmes 1986, den die schwedische Polizei erledigt hat, zumindest ihre ausländerfeindlich-faschistischen Teile, weil sie seine liberale Einwanderungspolitik abgelehnt haben.
    Dann auch noch der Tod Johannes Paul I., bei dem von einer Autopsie abgesehen wurde …
    Über all das kann man nachlesen am Internet und in einschlägigen Publikationen.
    Wenn du jetzt so tust, als seien das alles Fantasieprodukte, und nix ist bewiesen, so sagst du damit einerseits, du glaubst einfach nicht, daß die Demokratie zu dergleichen fähig ist oder dergleichen nötig hat. Es ist also ein Demokratie-Idealismus, den du mit deinem Belege! Belege!- pseudowissenschaftlichen Gestus praktizierst.
    Zweitens aber erklärst du damit die präsentierten Bauernopfer – Lee Harvey Oswald (angeblicher Kennedy-Mörder) genauso wie Marinus van der Lubbe (Reichtagsbrand 1933) oder Petterson (Palme) oder die Tsarnajew-Brüder zu gefährlichen Einzeltätern und sprichst sie schuldig. Du frißt also die ganze Propaganda der Regierungsseite und willst überhaupt nix wissen von irgendeiner Involvierung des Staatsapparats.
    Und so eine Haltung nervt , weil sie total propaganda- und damit auch staatshörig ist.

  17. “Ist es der Verdacht, daß die Demokratie nicht über ihr Alltagsgeschäft – … – blamiert werden soll, sondern über die verdeckten Aktionen,…?” Nein, die Frage ist, was das aufdecken von Geheimdienstaktionen überhaupt kritisieren soll? Wofür soll das ein Argument sein?
    “Es gibt einfach einen Haufen Morde und Anschläge in der jüngeren Geschichte, wo die Handschrift der Polizei und der Geheimdienste sichtbar ist, alles meistens im Rahmen der NATO und der Kommunismusbekämpfung.” Wen interessiert das denn außer Kommunisten und denen musst du wohl nicht erzählen, dass die Staatsorgane sich wie Schweinepriester gegen Kommunisten verhalten.
    Was kümmert dich denn der Tod eines amerikanischen Präsidenten oder des Pontifex Maximus. Da müsste mir ja an deren Institutionen, was liegen, wenn ich ihr abtreten bedauern sollte. Wenn sich die Repräsentatenten der Macht in der Demokratie gegenseitig umbringen, dann kümmert mich das ehrlich gesagt nicht besonders.
    Du dagegen scheinst ein solches geheimdiestliches Vorgehen nicht für demokratieverträglich zu halten, wenn du es für nötig befindest hier Skandale aufzudecken, die dann wohl eigentlich nicht zu dieser wunderbaren demokratischen Welt passen. Deshalb ist wohl eher dir der Vorwurf des Demokratieidealismus zu machen.
    “Wenn du jetzt so tust, als seien das alles Fantasieprodukte, und nix ist bewiesen, so sagst du damit einerseits, du glaubst einfach nicht, daß die Demokratie zu dergleichen fähig ist oder dergleichen nötig hat.” Nein die Fortsetzung ist dein Schluß. Es ist so, dass die fehlende Faktenlage, wenn es um Verschwörungen geht, dazu verleitet die Lücken mit der eigenen Fantasie zu füllen, weswegen es auch so viele davon gibt. Das ist aber ein Nebenargument. Das Hauptargument lautet: Ich verstehe nicht, wieso man sich an Verschwörungstheorien beteiligt. Was hat es für einen kommunistischen Nährwert demokratischen Behörden irgendwelche Machenschaft nachzusagen? Was soll da rauskommen? Lernt man e i n gescheites Argument dadurch?

  18. @Krim
    Also, erstens interessieren dergleichen Dinge außer mir auch einen Haufen anderer Leute.
    Zweitens habe ich mich bei dem, was ich mitzuteilen habe, nie an dem orientiert, was andere interessiert – da könnte man sich ja gleich bei Bild melden – sondern an dem, was ICH für mitteilenswert halte. Ich bin ja nicht der Dienstbote meines Publikums, sondern schaffe es mir.
    Die „Faktenlage“ ist sowieso ein Konstrukt von dir, der du ja auch immer „Belege“ haben willst, und genau unterscheidest, was du als „Argument“ durchgehen läßt und was nicht.
    Also, eine fehlende „Faktenlage“ hat mich noch nie gestört. Man kann ja notfalls aus dem, was da ist, Schlüsse ziehen. Die Fakten allein sprechen sowieso nicht für sich. Bei historischen Ereignissen, wo viele Fakten aus verschiedenen Gründen – Absicht oder Zufall – verschütt gegangen sind, ist das sogar sehr notwendig.
    Es ist eigenartig, wie bei gewissen Themen bei dir der Möchtegern-Zensor auftaucht. Dir fällt das vielleicht gar nicht auf, aber du wärest öfters gern in der Lage, jemandem anderen etwas zu gebieten oder zu verbieten. Alles im Namen der Wissenschaft und der Objektivität, selbstverständlich.
    (Solche Titel brauchen die Oberlehrer immer, um den Rest der Welt auf ihren Standpunkt zu verpflichten.)
    Zur Moro-Entführung gab es übrigens in der vorigen Wochenend-Ausgabe der Jungen Welt einen ausführlichen Artikel, wo die Rolle Andreottis genau beleuchtet wird – 2 Tage, bevor er abgenibbelt ist. Ein Super-Timing!
    http://www.jungewelt.de/2013/05-04/008.php

  19. @bigmouth
    Auf den Film als allererste Quelle würd ich mich nicht kaprizieren. Er ist mir nur eingefallen als eine Ansammlung verschiedener Widersprüche rund um dieses Attentat, aus Zeiten, als es noch kein Internet gab. Heute gibt es sicher ausführlichere oder objektivere Darstellungen.
    Was das dort angeblich vermittelte „Kennedy-Bild“ betrifft, so ist es schon dämlich, zu behaupten, er wäre irgendetwas nicht gewesen. Das kommt in dem Film überhaupt nicht vor. Was hingegen erwähnt wird, ist, daß seine Weigerung, den Schweinebucht-Invasoren die US-Army zu Hilfe zu schicken, ihm eine Menge Gegner innerhalb des CIA, die diese Aktion durchgeführt hatten, geschaffen hat. Auch das wird eigentlich von niemandem ernsthaft bestritten.
    Über das, warum Kennedy so entschieden hat, streiten sich die Geister, aber das hat auch nix mit irgendeinem „Kennedy-Bild“ zu tun. Enzensberger im „Verhör von Havanna“ vermutet, daß Chrustschow am roten Telefon angerufen hat. Aber eine viel einfachere Erklärung ist, daß diese CIA-Kontra-Aktion noch aus der Eisenhower-Ära geerbt war und nicht in Kennedys eben erst zu entwickelnde Außenpolitik gepaßt hat.
    Ansonsten erinnere ich mich, daß in dem Film beide Seiten, Kennedy-Gegner und Kennedy-Anhänger zu Wort kamen: Es gab solche, die ihn für den Messias hielten, der die Armen und die Witwen und Waisen beglücken wird; und solche, die ihn als Antichrist und Zerstörer Amerikas ansahen.
    Und diese Polarisierung ist sicher objektiv, ganz gleich, was seine eigenen Absichten und Taten eigentlich waren. Der Film suggeriert auch, daß aus diesem zweiten Lager auf jeden Fall die Vollstrecker kamen, ganz gleich, wer das ganze organisiert hat.
    Also, mit solchen Parodien, wie du sie gepostet hast, vertu ich meine Zeit nicht, weil auf die Art und Weise kann man sich über alles auf der Welt lustig machen.

  20. “Es ist eigenartig, wie bei gewissen Themen bei dir der Möchtegern-Zensor auftaucht. Dir fällt das vielleicht gar nicht auf, aber du wärest öfters gern in der Lage, jemandem anderen etwas zu gebieten oder zu verbieten. Alles im Namen der Wissenschaft und der Objektivität, selbstverständlich.” Also wenn ich frage was deine Verschwörungstheorie für einen Aufklärerischen Nutzen haben sollen, dann bin ich der böse Zensor, der dir den Mund verbieten will? Dann sagst du: Böser Zensor, halt die Klappe! Dir passt bloß nicht, dass ich an deinem Enthüllungseifer nichts halte. Aber statt mir zu erklären wozu das gut sein soll, unterstellst du mir Zensurabsicht, was ja wirklich lächerlich ist, angesichts dessen, dass du hier der Blogwart bist und nicht ich.
    “Also, erstens interessieren dergleichen Dinge außer mir auch einen Haufen anderer Leute.” Bloß was für Leute. Bürger interessiert das auch nicht, wenn Kommunisten eingemacht werden. Die finden das höchstens gut.
    “sondern an dem, was ICH für mitteilenswert halte” Dass d u das, was du schreibst für mitteilenswert hältst, ist eigentlich klar, sonst würdest du es ja nicht mitteilen. Die Frage war warum? Wen überzeugt das wovon, wenn du wieder mal eine CIA Aktion witterst.
    “Die „Faktenlage“ ist sowieso ein Konstrukt von dir, der du ja auch immer „Belege“ haben willst,” Und das sagt derjenige, der zwei Sätze später schreibt: “Also, eine fehlende „Faktenlage“ hat mich noch nie gestört.” Das ist es ja. Die Wirklichkeit ist dir wurscht. Hauptsache du kannst einen graußlichen Artikel draus machen kann.
    “Bei historischen Ereignissen, wo viele Fakten aus verschiedenen Gründen – Absicht oder Zufall – verschütt gegangen sind, ist das sogar sehr notwendig.” Was ist notwendig? Das Schlüsse ziehen oder das Fakten erfinden oder das sich nicht um die Fakten kümmern. Nochmal: Wenn du keine Fakten hast, kannst du auch keine Schlüsse daraus ziehen.
    “Die Fakten allein sprechen sowieso nicht für sich.” Ah ja. Und weil die Fakten nicht für sich sprechen, sondern man über sie nachdenken muss, kann man sie sich gleich sparen. Die stören bloß bei der Theoriebildung.

  21. @Krim

    Also wenn ich frage was deine Verschwörungstheorie für einen Aufklärerischen Nutzen haben sollen, dann bin ich der böse Zensor, der dir den Mund verbieten will?

    So ist es, wenn du die moralische Note wegläßt, die nicht von mir stammt, sondern von dir.
    Weil wenn dich das Thema einfach nicht interessieren würde, so würdest du es links liegen lassen, und keinen Kommentar dazu verfassen.
    Die Tatsache, daß du aber so schimpfst, daß ich mich überhaupt damit befasse, weist auf dein Zensur-Interesse hin.
    Ich bin auch nicht der „Blogwart“ meines Blogs, sondern dessen Betreiber. Deshalb stelle ich bestimmte Themen hin, und diskutiere mit jedem. Ich zensuriere z.B. hier nicht, sondern kommentiere nur.
    Es ist auch bezeichnend, daß du das Publikum gleich mit zensurieren möchtest. „Bürger“, die „grausliche“ (ohne scharfes ß) Artikel schätzen! Na so was! Und sogar Sachen über den CIA für interessant finden!!
    Ja Krim, ich seh schon, für dich ist das Internet ein einziges Ärgernis. Jeder kann alles veröffentlichen, und niemand wacht darüber, was eigentlich erlaubt und verboten ist beim Denken ..
    (Ich weiß auch schon, was dein nächster Vorwurf ist: Nestor, du bist ein Pluralist!!)

  22. “Weil wenn dich das Thema einfach nicht interessieren würde, so würdest du es links liegen lassen, und keinen Kommentar dazu verfassen.” Und außer dem Interesse den Zensor zu spielen, kannst du dir kein anderes Interesse vorstellen? Mich stört an deinen Enthüllungsstorys, 1. dass sie einen falschen Gesichtspunkt in die Welt setzen, nämlich den, dass das Verhalten der von dir kritisierten Behörden nicht zur Demokratie passt, denn sonst wäre das wohl kaum ein Skandal. 2. stört mich, dass sowas nullkommanull Aufklärung bringt. Mit so Zeug überzeugst du niemand und du erklärst auch nichts von der Welt. Dadurch versteht niemand auch nur ein Stück mehr von der Welt. Sowas taugt bloß zur Feindbildpflege.
    “Ich bin auch nicht der „Blogwart“ meines Blogs, sondern dessen Betreiber.” Das Argument bleibt das selbe. Du als Betreiber beklagst dich über Zensur bzw. unterstellst den Willen zur Zensur bei Leuten, die bloß ein paar Kommentare schreiben. Das ist lächerlich und zeigt bloß, wie wenig du in der Lage bist Kritik zu vertragen. Kaum greift man dich inhaltlich an, reagierst du mit Diffamierung, diesmal mit den Zensorvorwurf, der völlig aus der Luft gegriffen ist.
    “Es ist auch bezeichnend, daß du das Publikum gleich mit zensurieren möchtest.” Es wird immer besser. Da geht wohl wieder deine Verschwörungstheoretische Phantasie mit dir durch. Das ist übrigens auch so ein Grund warum mich solche Artikel stören. Weil bei dir ab einem bestimmten Punkt ein Schnappschalter umgelegt wird und du fortan bloß noch Diffamierungen aus deiner Phantasie schöpfen tußt.
    “Ja Krim, ich seh schon, für dich ist das Internet ein einziges Ärgernis. Jeder kann alles veröffentlichen, und niemand wacht darüber, was eigentlich erlaubt und verboten ist beim Denken ..” Ne, ne. Das Internet geht schon voll in Ordnung. Bloß deine kreative Feindbildpflege halte ich einfach nicht für ein Feld, indem sich das Denken eines Kommunisten tummeln sollte. Und zwar hab ich dafür einen einfachen Grund. Es macht blöd. Statt die Welt zu erklären bekommt man von dir Material für seine Schlechtigkeit serviert.

  23. Sehr eigenartig. Du wirfst mir vor, den „falschen Gesichtspunkt“ in die Welt zu setzen, daß Aktionen wie die – meiner Ansicht nach vom FBI inszenierten – Ereignisse von Boston „nicht zur Demokratie passen“.
    Würde mich interessieren, wo du das herausliest.
    Ich sehe das nämlich genau umgekehrt. Ich finde, daß sie zur Demokratie nicht nur „passen“ (seltsamer Gesichtspunkt: wie ein Paar Schuhe, nach Maß), sondern dazugehören. Weil nämlich die Demokratie eine Form bürgerlicher Herrschaft ist, die sehr frei in der Wahl ihrer Mittel ist.
    Auch mit der „Aufklärung“ ist das so eine Sache. Worüber muß man Leute „aufklären“? Wenn ich „Aufklärung“ positiv als Teil der politischen Publizistik auffasse, so gibt es eine Menge Dinge, über die man Leute aufklären kann – über den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit genauso wie über die Lügengeschichten der Medien und das Interesse des Staates.
    Ich „beklage“ mich auch überhaupt nicht über Zensur. Du hast schon so eine vorgefertigte Wortwahl, mit der du politische Gegner heruntermachst. „Beklagen“ tu ich mich überhaupt nie, weil solche Jammerei ist mir fremd. Sich über Zensur zu beschweren, wäre außerdem unangemessen, weil du ja gar keine Möglichkeit hast, sie auszuüben. Also kann sie gar nicht stattfinden, und über etwas, was nicht da ist, zu schimpfen, wäre ja wirklich eine öde Beschäftigung.
    Worauf ich dich aufmerksam machen wollte, ist, daß du im Namen einer vermeintlichen Wissenschaft und Politikauffassung, die du mir auch einidrucken willst, die Themen vorgeben oder verbieten willst, und das ist eben eine Vorgangsweise, die mir zwar wohlbekannt und durchaus verbreitet, aber dennoch für die Debatte schädlich ist.
    Letztlich erscheint mir dein Ärger über meine Befassung mit den vermeintlichen Anschlägen von Boston auf eine andere Meinungsverschiedenheit zwischen uns beiden zurückzuführen zu sein: Bei meinen Ausführungen zu der Show von Boston ist der Subjektcharakter des Staates und seines Gewaltapparates unterstellt, während für dich der Staat ein bloß Bedingtes, ein Ergebnis der Konkurrenz ist, und daher zu solchen Aktionen gar nicht fähig sein kann.

  24. Wenn Inszenierungen zur Demokratie dazugehören, warum sind sie dann ein Skandal? Die Polizei lügt also und macht unliebsame Personen zu Opfern. Was willst du sagen damit? Willst du sagen, das FBI unterdrückt das Volk? Oder willst du sagen, die spinnen die Amis?
    “genauso wie über die Lügengeschichten der Medien und das Interesse des Staates.” Ist das dein Anliegen, zusagen dass die Medien lügen? Beim Interesse des Staates müsstest du benennen, worin es besteht.
    ” die Themen vorgeben oder verbieten willst, “ Das ist ein verkehrter Schluß aus meiner Kritik an dir. Du musst auch mal versuchen Kritik nicht gleich in ein Verbot umzudeuten. Ich kann einfach kein vernünftiges Anliegen daran entdecken, FBI-Schweinereien zum Thema zu machen. Wie gesagt, das einzige Anliegen, das ich darin entdecken kann ist Feindbildpflege. Als wäre das nötig. Als würde man es im Kapitalismus verlieren, wenn man es nicht pflegt. Sowas erklärt aber keine Zusammenhänge, man durchschaut die Welt nicht besser, wenn man über die neuste Schweinerei bescheid weiß. Das bringt niemand zum Kommunimus, bringt niemand dazu den Kapitalismus zu kritisieren. Das einzige was sowas leistet ist, dass du Leuten, die eh dagegen sind neues Material lieferst für Ansichten, die sie eh schon haben.
    “Bei meinen Ausführungen zu der Show von Boston ist der Subjektcharakter des Staates und seines Gewaltapparates unterstellt, während für dich der Staat ein bloß Bedingtes, ein Ergebnis der Konkurrenz ist, und daher zu solchen Aktionen gar nicht fähig sein kann.” Oh Gottogottogott! (das ist jetzt übrigens tatsächlich ein Stoßgebet) Bei dir ist echt Hopfen und Malz verloren, wenn das das ist, was du im Nachbarthread aus meinen Ausführungen herausgelesen hast. Liest du das überhaupt? – Pardon, du bist schon wieder Diffamierungsmodus.
    Ich Dödel denk immer: So bescheuert kann man doch gar nicht sein, dass man genau das Gegenteil von dem aus meinen Texten entnimmt, was ich schreibe. Dann fällt’s mir wieder ein. Dir geht’s ja gar nicht drum einen Gedanken zu kritisieren, sondern du willst mir bloß irgendeinen Blödsinn unterstellen, damit du nicht über meine Kritik reden musst.

  25. Das Wort „Skandal“ ist bisher 4-5x von dir verwendet worden, von mir nicht. Ich behaupte ja nicht, daß hier ein „Skandal“ vorliegt.
    Daß die Medien oftmals lügen, kann man durchaus hin und wieder sagen.
    Deine Wortwahl ist seltsam. Von FBI-„Schweinereien“ war bei mir auch nicht die Rede. Du unterstellst einem dauernd irgendeine Moral, die du in die Debatte bringst, und regst dich dann über sie auf.
    Ich finde es auch nicht verkehrt, wie z.B. die Junge Welt sehr ausführlich über die NSU-Verbindungen schreibt oder Heise über den Prozeß über die Anschläge in Luxemburg. Auch dort ist keine Rede von „Skandal“ oder „Schweinereien“.
    Von „Kritik“ merke ich übrigens bei dir nix, sondern nur von Verbotsgelüsten. Mehr als die tantige Moralwachtel, die sagt: Über sowas spricht man nicht!, kann ich bei dir nicht entdecken.

  26. Man kann auch, wieder ganz ohne den Begriff des “Skandals” zu benutzen, über den Anschlag in Boston einfach nur über die rassistische Medienkampagne und die Bürgerkriegsmethoden der Polizei und Regierung berichten (und nebenbei den Punkt machen, daß sich im nationalistischen “Wir” gegen “Die” die meisten Terroristen und die Regierungen gar nicht unterscheiden).
    “Ominous Display of Police-State Powers”
    http://www.icl-fi.org/english/wv/index.html

  27. @neo: Kann man und sollte man, hat nestor aber nicht gemacht. Statt dessen legt sie wert darauf die Machenschaften der US-Behörden aufzudecken. Und Aufdeckung kritisiert nunmal nichts, sondern ist berechnet darauf dass das Publikum die Massstäbe von nestor schon teilt. Deswegen braucht man auch gar kein Argument, sondern bloß noch Material fürs unterstellte Feindbild liefern.
    @nestor: “Von „Kritik“ merke ich übrigens bei dir nix, sondern nur von Verbotsgelüsten.” Da siehste mal wie verdreht du schon bist.

  28. Also noch einmal ein paar Klarstellungen:
    Die geheimdienstlichen Aktivitäten gehören zur Demokratie dazu, und nicht erst seit heute. Sich damit zu befassen, hat auch nix mit der „Aufdeckung“ zu tun, die die Anhänger und Gegner dieser Art von Berichterstattung dabei entdecken mögen.
    Was für Maßstäbe ein mögliches „Publikum“ haben mag, gehen mich bei diesem wie bei anderen Themen nix an. Das von Krim unterstellte „Publikum“ kommt leider eh nicht auf diesen Blog, sonst hätte ich mehr Leser.
    Hier finden sich Leute, die über die Demokratie wenig Illusionen haben.
    Die Anschläge von Boston sind dermaßen voll von Widersprüchen und Ammenmärchen, daß ein Konsument der Massenmedien, der mitdenkt, sich einfach provoziert fühlt, dem durch die Alternativmedien nachzugehen.
    Ich begreife es einfach nicht, warum dieses Bedürfnis als „Verschwörungstheorie“, „Aufdeckertum“, man „wolle die Demokratie reinwaschen“ usw. eingereiht wird. Das hat doch mit dem, was ich für mitteilenswert gehalten habe, überhaupt nichts zu tun.
    Mir ging und geht es darum, daß diese zwei Burschen, die für einen Bombenanschlag mit 3 Toten und angeblich 260 Verletzten, sowie einem toten Polizisten verantwortlich gemcht werden, das nicht getan haben können und ich diese Schuldzuweisung zumindest theoretisch bekämpfen will.
    Es ist eine ähnliche Geschichte wie mit van der Lubbe beim Reichstagsbrand oder Sacco und Vanzetti bei ihrem gefakten Prozeß. Man darf sich nicht den Schuldzuweisungen, die der Staatsapparat konstruiert, anschließen und sich damit zum Komplizen für die Medienhetze machen.
    Meine Überzeugung ist, daß für die Anschläge von Boston der FBI verantwortlich ist, und nicht die Brüder Tsarnajew. Dieser Überzeugung wollte ich auf meinem Blog Ausdruck verleihen.

  29. “Man darf sich nicht den Schuldzuweisungen, die der Staatsapparat konstruiert, anschließen und sich damit zum Komplizen für die Medienhetze machen.” Die Medienhetze kann man aber auch kritisieren, ohne dass man ein Urteil über ihre Schuld abgibt, die man letztlich nicht beurteilen kann. Man kann nur sagen, so wie berichtet wird, macht es den Eindruck als sollten unbedingt Schuldige vorgeführt werden. Ob sie es sind, spielt keine Rolle mehr. Der Schuldige, den die Staatsbehörden vorführen, der ist es dann auch oder hat als solcher genommen zu werden, von den Medien und der Öffentlichkeit, die sie liest und sieht und hört.

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