„DER WESTEN HAT EINEN KANDIDATEN FÜR DIE NACHFOLGE ZELENSKIJS AUSERKOREN: DER KONFLIKT ZWISCHEN FJODOROW UND SYRSKIJ WIRFT EIN NEUES LICHT AUF DIE ZUKUNFT DER UKRAINE
Gastautor Umerenkow: Fjodorow gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Zelenskijs
Die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fjodorow durch Zelenskij wird im Westen mit ungewöhnlicher Vehemenz diskutiert.
Bisher wurden Personalentscheidungen des Kiewer Regimes, selbst wenn sie bei seinen Unterstützern Fragen aufwarfen, nicht öffentlich hinterfragt. Doch im Fall des 35-jährigen Fedorow, der bereits als »Drohnengenie« gefeiert wird, hat sich dies geändert.
Die von westlich kontrollierten NGOs in der Ukraine organisierten Proteste gegen seine Entlassung zählen nicht: Sie dienen wohl eher dazu, Zelenskijs Entscheidung zu missbilligen, haben rein dekorativen Charakter und stellen keine wirkliche Bedrohung für seine Macht dar.
Anders verhält es sich mit den – bewusst öffentlich geäußerten – Einschätzungen von Kiews treuesten Verbündeten.
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius – einer der lautstärksten Unterstützer Zelenskijs in Europa – schrieb einen für ihn ungewöhnlich offenen Brief an den inzwischen entlassenen Fjodorow, den die Redaktionsvereinigung RND umgehend als indirekte Botschaft an Zelenskij wertete.
»Lieber Michail, vielen Dank für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit der letzten Monate! Gemeinsam haben wir die strategische Kooperation zwischen unseren Ländern weiter vorangebracht«, schrieb Pistorius in dem Brief, der – offensichtlich nicht zufällig – an Journalisten durchgesickert war.
»Ich bedauere zutiefst, dass Sie Ihre Arbeit nicht fortsetzen können, und hoffe, dass Sie weiterhin politisch aktiv bleiben.« Was ist das anderes als eine direkte Rüge an den Chef des Kiewer Regimes von einem seiner wichtigsten Förderer?“
Was kann man diesem Brief entnehmen?
Unter Fjodorow und mit ihm kam die waffentechnische Kooperation zwischen Deutschland, anderen EU-Staaten und der Ukraine wesentlich voran. Deutschland entwickelte zusammen mit der Ukraine Drohnen bzw. Drohnen-Marschflugkörper, auf die Rußland bisher noch keine Antwort gefunden hat.
Das ist eine neue Qualität gegenüber den früheren waffentechnischen Unterstützungen. Panzer, die im Schlamm steckenblieben und ein leichtes Ziel russischer Drohnen wurden, oder Taurus-Marschflugkörper, die aus guten Gründen eher im Arsenal blieben, um nicht in der Ukraine eine blamable Bauchlandung hinzulegen.
Nein, wirklich effektives Zeug wurde da hergestellt und eingesetzt, das Rußland erheblichen Schaden zufügt, und das scheint eben dank Fjodorow gelungen zu sein.
Und der Ausdruck »weiterhin politisch aktiv« gibt natürlich Anlaß zu Spekulationen.
„Pistorius war nicht der Einzige, der Zelenskij für die Entlassung des »effektiven« Fjodorow kritisierte. »Für Europa ist dies keine ferne Palastintrige«, schreibt EU Observer. »In seinen letzten Amtstagen unterzeichnete Fedorow Abkommen, die ukrainischen Firmen Zugang zu EU-Programmen, Fördermitteln und Koproduktionen gewährten.« Es sei nun unklar, ob das bisherige Ausschreibungs- und Beschaffungsformat beibehalten werde, fügte die Publikation hinzu.“
Einer der Gründe für seine Absetzung scheint also gewesen zu sein, daß er eine direkte Röhre für die EU-Fördermittel Richtung Drohnenproduktion eingerichtet und betrieben hat, die an dem Kiewer Korruptionskarussell vorbeiführte und den „alteingesessenen“ Polit-Kapazitäten (Zelenskij, Jermak, usw.) die Möglichkeit genommen hat, daraus ihren Anteil abzuzweigen.
Das war aber, so der Analyst, nicht alles.
„Wie kam es also zu Mychajlo Fjodorows Absetzung? Merkwürdigerweise waren es ebendiese Drohnen.
„»Die Popularität der Drohnen ist das Problem«, das zu Fjodorows Rücktritt führte, zitiert die New York Times Nicolas Davydyuk, einen Abgeordneten der Werchowna Rada von der Oppositionspartei Golos (Stimme).
Fjodorow sei für Zelenskij »zu einem Problem und einer Bedrohung« geworden, weil er sich für eine rein technologische Modernisierung der ukrainischen Armee eingesetzt habe – ein Vorhaben, das zwar breite Zustimmung fand, aber vom ukrainischen Oberbefehlshaber Syrskij abgelehnt wurde.“
Warum eigentlich?
Der Konflikt zwischen Syrskij und Fjodorow wird zwar in westlichen Medien immer erwähnt, aber nie erläutert.
„Fjodorow leitete das Verteidigungsministerium nur 6 Monate lang, erlangte aber in dieser Zeit große Popularität als Minister, der moderne Militärreformen vorantrieb, die Drohnen priorisierten und zahlreiche Aufträge für traditionelle Waffen ablehnten:
»Fjodorow wurde entlassen, nachdem er den Kauf von Artilleriemunition zugunsten von Drohnen blockiert hatte«, erklärt die New York Times. »Der Befehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, General Oleksandr Syrskij, bestand darauf, dass die Munition weiterhin benötigt werde, um den erbitterten Stellungskrieg im Osten des Landes zu führen.«“
Das wirft in der Tat ein neues Licht auf die gesamte Kriegsführung der Ukraine.
Erstens könnte diese Umorientierung tatsächlich die Aufgabe des Donbass beinhalten. Die Überlegenheit der russischen Raketen gegenüber den westlichen Abwehrsystemen ist eine im Grunde bekannte Tatsache, die allerdings nicht gerne zur Sprache gebracht wird. Dieser Entschluß würde auch die gesamten Befestigungen um Slawiansk und Kramatorsk entwerten, die seit 2014 aufgebaut wurden.
Zweitens könnte eine Verlagerung auf den Drohnenkrieg das Personalproblem des ukrainischen Militärs lösen – wenn die Front als solche aufgegeben wird, werden die motivierten Leute für die anspruchsvollen Tätigkeiten als Drohnenpiloten frei, der Rest für die Produktion derselben, und die Menschenhatz auf den Straßen der Ukraine hätte ein Ende.
Allerdings würde damit auch Syrskijs Kommandoposten frei.
Drittens, und das ist vor allem international bedeutsam, wurde Fjodorow genau dann entlassen, als die USA der Ukraine die Lizenz für die Erzeugung von Patriot-Raketen und deren Munition erteilten.
Damit wurde erstens der Ukraine der Vorzug vor NATO-Verbündeten gegeben. Trump sendete ein Signal, daß er auf Zelenskij setzt. Der Munitionsmangel, der die USA und ihre Verbündeten derzeit ziemlich stört, soll langfristig mit Hilfe der Ukraine behoben werden.
Und: Die USA setzen auf Raketen, während die EU auf Drohnen-Marschflugkörper setzt.
Syrskij und Zelenskij ziehen also an einem Strang, wenn sie beide um ihren Sessel fürchten, und bei einer Installierung Fjodorows wäre der Krieg wirklich ein europäischer Krieg gegen Rußland, mehr noch: ein EU-Krieg, weil auch Großbritannien als Waffenlieferant überflüssig würde.
Auch die EU-Waffenkäufe in den USA würden zurückgehen oder ganz aufhören.
Schließlich wäre ein guter Teil der US-Streitmacht – und auch der russischen und chinesischen – entwertet, wenn diese Drohnen-Marschflugkörper, die bisher schwer bis gar nicht abzuwehren sind, zur neuen Grundlage von Kriegen würden.
Umgekehrt, wenn es doch gelänge, eine Abwehr dagegen zu finden, geht das Ganze von vorne los und die Karten werden neu gemischt.
Es ist anzunehmen, daß Rußland und China bereits an einer Abwehr-Strategie arbeiten und vor allem von China sehr viel KI-Input kommt.
„Erst vor einer Woche erklärte Fjodorow in einem Interview mit Politico: »Wenn wir über genügend Ressourcen verfügen, um einen neuen Zyklus militärischer Innovationen einzuleiten, bevor sich Russland an den aktuellen anpasst, bekommen wir weitere 6 Monate.«
Er prahlte praktisch damit, dass er nach seinem Amtsantritt im Ministerium den Kauf traditioneller Waffen zugunsten innovativer Drohnen aufgegeben habe.
Hier überschätzte der junge und frühreife Ex-Verteidigungsminister seine Kräfte deutlich. »Fjodorow erklärte seine Meinungsverschiedenheiten (mit Syrskij – Anm. d. Red.) über die Kriegsstrategie und wies dabei auch auf die Partikularinteressen der Rüstungsindustrie hin.
Seiner Ansicht nach bedrohte seine Entscheidung, die Beschaffung auf Drohnen zu konzentrieren, diese Geschäftsinteressen«, schreibt die New York Times. »Vermutlich haben wir uns als Staat falsch verhalten, weil wir gegen die Geschäftsstrategie der Unternehmen verstoßen haben«, räumte Fjodorow schließlich seinen Fehler ein.“
Welcher Unternehmen? fragt man sich hier.
Es scheint sich sowohl um US- als auch um europäische zu handeln, und vor allem um ukrainische, möglicherweise Briefkastenfirmen, die von dem Krieg, so wie er derzeit läuft, profitieren.
(Nicht zu vergessen die betrügerischen Call-Center, die im Schatten dieses Krieges blühen und durch das Attentat auf Jermolajew in den Blickpunkt westlicher Medien geraten sind.)
Außerdem gibt Fjodorow hier als „Fehler“ zu, daß er gemeint hat, es ginge in erster Linie um einen Sieg der Ukraine, anstatt zur Kenntnis zu nehmen, daß die Ukraine in erster Linie ein Durchlaufposten verschiedener Geschäftsinteressen und ein Testgelände verschiedener Staaten ist.
Soviel zur „Unabhängigkeit“ dieses Staates …
„Laut ukrainischen Medienberichten drehte sich der Hauptstreitpunkt im Vorfeld von Fjodorows Absetzung um die Beschaffung traditioneller Militärausrüstung.
Militärangehörige und mit ihnen verbundene Geschäftsleute waren besonders unzufrieden mit der Entscheidung des ehemaligen Ministers, Ausschreibungen für den Kauf der gängigsten Munition – 155-mm-Artilleriegranaten des NATO-Kalibers – abzusagen oder neu zu veröffentlichen und alle Käufe von Kurzstreckenmunition auszusetzen.
Fjodorow zufolge sparte er dadurch 100 Millionen Dollar ein. Aber „ Einsparungen“ für den Staat bedeuten in der Ukraine Verluste für Korruptionäre, die aus diesen Beschaffungen Geld in die eigene Tasche abzweigten.
Warum stellte sich Zelenskij im Konflikt zwischen Fjodorow und Syrskij auf die Seite von Syrskij? Responsible Statecraft erklärt: »Der deutlich erfahrenere Syrskij hat sich als gewiefterer politischer Akteur erwiesen – wobei es wohl nicht viel Mühe kostete, zahlreiche Eliten, die durch Fjodorows Reformen zu verlieren drohten, in einem ihn ablehnenden Block zu vereinen.«
Darüber hinaus werden dem 60-jährigen General Syrskij keine politische Ambition für die Nachkriegszeit zugeschrieben. Sein Vorgänger Zaluzhnyj, der offen seine Absicht geäußert hatte, in die Politik zu gehen, wurde von Zelenskij vorzeitig entlassen und als Botschafter nach London entsandt. General Budanov, der ehemalige Chef des Geheimdienstes SVU, wurde zu Zelenskijs Stabschef ernannt, um, wie die New York Times behauptet, »seine mögliche Präsidentschaftskandidatur nach dem Krieg zu erschweren«.“
„Nach dem Krieg“.
Aber Zelenskij ist ja interessiert daran, daß der möglichst lang weitergeht, um Präsident zu bleiben.
„Allerdings könnte der Machthaber des Kiewer Regimes mit dem Zivilisten Fjodorow einen Fehler begangen haben: Der ehemalige Verteidigungsminister, der bisher wenig politische Ambitionen gezeigt hatte, könnte Pistorius’ Rat befolgen, »politisch aktiv zu bleiben«. Fedorow scheint Europas erste Wahl für die Nachfolge Zelenskijs zu sein.“
Die Briten scheinen auf den immer blasser wirkenden Zaluzhnyj zu setzen, während die USA auf einmal wieder Zelenskij selbst als „good guy“ entdeckt zu haben scheinen.
Siegestrunkenheit bei bestimmten ukrainischen Akteuren:
„Moskau zieht Drohneneinheiten ab
Kiew feiert großen Erfolg nach Angriffen auf russische Flotte
Seit Wochen nehmen die ukrainischen Drohnentruppen russische Schiffe im Schwarzen Meer unter Beschuss. Laut Kiew sorgt das auch dafür, dass Moskau wichtige Drohneneinheiten von der Front wegverlagern muss. Das schwäche den Gegner im eigenen Land.
Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben 13 weitere russische Schiffe getroffen. Damit steige die Gesamtzahl der im Schwarzen Meer und dem benachbarten Asowschen Meer beschossenen Schiffe auf 172, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, in sozialen Netzwerken mit. In der Nacht zum Samstag seien 8 Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und 2 Schwimmkräne getroffen worden. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht überprüfbar.
Die Ukraine will mit den Gegenangriffen im russischen Angriffskrieg die militärische Logistik des Kremls stören. Nach Darstellung Browdis führt die seit Wochen andauernde »Flottenjagd« auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau seine Drohneneinheiten der sogenannten Rubikon-Truppen teils von der Front abziehe und verlagere, um so besser den Schiffsverkehr zu schützen. Das schwäche den Gegner an der Front, betonte er.
Browdi: »Moskau wird untergehen«
»Neben den ,Rubikon’-Einheiten, die teilweise von der Frontlinie abgezogen werden, werden auch die Kräfte und Mittel der gesamten 51. Luftabwehrdivision sowie eines Flugabwehrregiments der Überreste der Schwarzmeer-Flotte eingesetzt«, teilte Browdi zum russischen Vorgehen mit. Er kündigte an, die Operation gegen russische Schiffe an den verbleibenden Juli-Tagen und in der ersten Augusthälfte fortzusetzen.
»Moskau wird untergehen«, sagte Browdi. Die stark von den ukrainischen Schlägen betroffene Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die Russland schon 2014 annektiert hatte, werde später wieder aufgebaut, erklärte er.“
Von der Ukraine, meint er offenbar.
Das erinnert an die Meldungen ukrainischer Politiker im Jahr 2022 und 23, bald auf der Krim Kaffee zu trinken und Eis zu schlürfen.
„Eine Bestätigung von Moskauer oder unabhängiger Seite für eine angebliche Verlegung russischer Drohneneinheiten gab es nicht. Unklar war auch, was ein solcher möglicher Schritt für die Lage an der Front bedeutet, wo es wegen der gegenseitigen Belauerung mit Drohnen seit Monaten kaum Bewegung der Bodentruppen auf dem Schlachtfeld gibt.
Das russische Verteidigungsministerium wiederum berichtete am Morgen, dass in der südukrainischen Schwarzmeer-Region Odessa erneut Hafeninfrastruktur und 2 für den Transport von Waffen genutzte Frachtschiffe beschossen und getroffen worden seien. Auch diese Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar. Die Kriegsparteien veröffentlichten zudem nicht verifizierte Videos ihrer Operationen.
(ntv, 18.7.)
Sehr dazupassend zu der neuen EU-Siegesgewißheit. Mit Super-Drohnen nach Moskau!
Bye, bye, Washington!
„»Europa verheimlicht nicht mehr, dass es Krieg gegen Russland führt«
In der Tat.
„In Russland wird immer deutlicher gesagt, dass Europa de facto bereits mit Russland im Krieg ist, und dass Russland darauf irgendwann entsprechend reagieren muss.
Ich warne seit langem davor, dass die offene Beteiligung der Europäer am Krieg gegen Russland irgendwann dazu führen muss, dass Russland entsprechend antwortet. (…)“
Dieses Gerede von Rufern in der Wüste läuft ja schon seit einiger Zeit.
Dagegen ist zu bemerken, daß sich der Kreml oder der nationale Sicherheitsrat, also diejenigen, die in Rußland entscheiden, sich nicht von Warnern, Experten, Militärbloggern und dergleichen beeinflussen lassen.
So weit kommts noch!
Daher ist das ganze Gerede von der Zurückhaltung Moskaus dumm und sonst nichts. Es gehört in die Abteilung Blödsinn, der offensichtlich nicht nur von den Gegnern, sondern auch von den Freunden Rußlands verbreitet wird.
„Und als wäre das noch nicht genug, werden die Drohnen und Raketen, die in Russland einschlagen, ganz offiziell in Europa hergestellt und von Europa bezahlt. Und da die Ukraine keine eigene Satellitenaufklärung hat, muss man kein Hellseher sein, um zu verstehen, wer der Ukraine dafür die Ziel- und Aufklärungsdaten liefert, zumal die Staaten des Westens das ja auch gar nicht verheimlichen.“
Hier wird etwas schwammig auf „die Staaten des Westens“ verwiesen, wobei hier immer noch die USA die Nase vorn haben und auch Wert darauf legen, hier als Akteur zugegen zu sein.
Die EU verfügt über weitaus weniger Kompetenz, Satelliten und vor allem Datenverarbeitung auf diesem Gebiet.
„Der russische Experte Karaganow fordert schon lange, dass Russland auf die kleinen Eskalationsschritte, die von der Lieferung von Schutzwesten im März 2022 zur Lieferung von Panzern, Langstreckenraketen und Kampfjets geführt haben, von Beginn an hart hätte reagieren müssen. Und zwar notfalls sogar mit dem Einsatz einer Atomwaffe, um den Europäern zu zeigen, dass Russland es ernst meint.“
Ein Vollidiot, der Herr Karaganow, der sich anscheinend nichts Schöneres vorstellen kann, als einen atomaren III. Weltkrieg.
Hier sieht man übrigens, wie gut die Welt mit Putin bedient ist. Alle, die ihm ein baldiges Ableben wünschen, sollten einmal bedenken, wer nach ihm kommen könnte.
„Inzwischen geben immer mehr russische Experten Karaganow Recht und gestehen ein, dass – wenn die russische Regierung 2022 auf ihn gehört hätte – der Krieg wahrscheinlich schnell geendet hätte, weil der Westen sich dann nicht getraut hätte, sich so offen an dem Krieg zu beteiligen.
So interpretieren die Europäer die russische Geduld jedoch als Schwäche und fühlen sich bemüßigt, immer offener am Krieg gegen Russland teilzunehmen.“
Das ist die gleiche Logik wie die des Westens: Mehr „Druck machen“, dann wird die andere Seite schon klein beigeben.
Die derzeitige russische Führung wird sich zum Glück hüten, die Atomwaffe einzusetzen. Das machen nur Staaten wie die USA, die weit entfernt von ihren Grenzen die Menschheit auf sich verpflichten wollen.
Außerdem käme das tatsächlich einer Kriegserklärung und einem Angriff auf die NATO gleich, der sofort den Beistandsparagraphen in Kraft setzen und die gesamte NATO auf Rußland loslassen würde.
In Rußland gibt es auch genug Wahnsinnige, wie man sieht.
„Nun hat Fjodor Lukjanow, der Chef der berühmten Waldai-Konferenz und einer der führenden russischen Geostrategen, in einem Interview mit Ukraina.ru in diesen Chor eingestimmt, was deshalb bemerkenswert ist, weil Lukjanow eigentlich bekannt für seine deeskalierende Haltung ist. Ich habe das Interview übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Fjodor Lukjanow: Halbherzige Maßnahmen reichen nicht, denn Europa verheimlicht nicht mehr, dass es Krieg gegen Russland führt
Während die Europäer entspannt Kaffee trinken und ihre Staatschefs Krieg »spielen«, haben die USA beschlossen, das Andenken an ihren wichtigsten Falken Lindsey Graham durch die Annahme ihres härtesten Sanktionsgesetz gegen Russland zu verewigen. Der Westen hat keine Angst mehr vor roten Linien, was bedeutet, dass an der Zeit ist, dass Russland nun auch Ziele außerhalb der Ukraine angreift.
Die EU wird Wehrpflichtigen aus der Ukraine ab März 2027 nicht mehr als Flüchtlinge aufnehmen, wie der Pressedienst des Rates der EU am 15. Juli mitteilte.“
Vielleicht flüchten sie dann, wenn sie es überhaupt schaffen, nach Rußland?
„Bereits am 14. Juli hatte Donald Trump während eines offiziellen Treffens mit dem irakischen Premierminister Ali al-Zaidi im Weißen Haus den vom verstorbenen Lindsey Graham eingebrachten Gesetzentwurf zu Sanktionen gegen Russland kommentiert: »Es besteht eine gute Chance, dass das geschieht.«
Frage: Die neue Fassung von Grahams Gesetzentwurf scheint hinsichtlich der Sekundärsanktionen gegen China und Indien abgeschwächt. Kann man sagen, dass die Versuche, Russland zu isolieren, gescheitert sind und die USA zum Rückzug gezwungen sind?
Lukjanow: Über diese Sanktionen wurde lange gesprochen. Der verstorbene Senator Graham hat im vergangenen Jahr wiederholt erklärt, alles sei bereit und der Präsident stehe kurz vor der Unterzeichnung des Dokuments, doch dann ist alles »im Sande verlaufen«. Nun könnte sein unerwarteter Tod seltsamerweise als Katalysator dienen: Trump hat bereits erklärt, dass das Andenken an eine so herausragende Persönlichkeit bewahrt werden müsse. Daher gehe ich davon aus, dass das Gesetz verabschiedet wird.“
Es ist also noch nicht verabschiedet, und das dürfte auch nicht so einfach gehen, weil das Implikationen für die Präsenz des Dollars in der Welt hat, der ohnehin nicht mehr das ist, was er einmal war.
„Die Besonderheit der amerikanischen Planung liegt darin, dass Graham ein Meister der Inszenierung war. Das Ziel ist es, »unerschütterliche Entschlossenheit« zu demonstrieren. Gleichzeitig agieren die Amerikaner jedoch sehr vorsichtig, um ihre eigenen Interessen nicht zu gefährden. Anders als die Europäer, die sich eher von politischen Parolen leiten lassen, meiden die USA [bei Sanktionsgesetzen] sorgfältig Themen, bei denen sie auf Russland angewiesen sind.
Frage: Warum hat Trump dieses Paket noch nicht durchgesetzt, wenn es so wichtig ist?
Lukjanow: Ich denke, er will sich nicht selbst die Hände binden. Sanktionen zu verhängen ist eine ernste Angelegenheit: Man kann sie fast unmöglich rückgängig machen. Wir erinnern uns an die Geschichte des Jackson-Vanik-Zusatzes, der jahrzehntelang als Verhandlungsmasse zwischen dem Kongress und den Regierungen verschiedener US-Präsidenten diente und längst seine Bedeutung verloren hat.“
KI: „Der Jackson-Vanik-Zusatz (Jackson-Vanik Amendment) ist eine Bestimmung im US-Handelsgesetz von 1974. Er verknüpfte den uneingeschränkten Handelsstatus mit der Auswanderungsfreiheit und Menschenrechten in kommunistischen Ländern. Ursprünglich zielte die Klausel auf die UdSSR ab, um die Ausreise sowjetischer Juden zu ermöglichen.“
„Im aktuellen, eher »abgespeckten« Sanktionspaket ist nicht einmal die Höhe der Zölle das Wichtigste. Ich wiederhole es, dem Weißen Haus ist es am wichtigsten, flexibel zu bleiben und selbst entscheiden zu können, wann Sanktionen verhängt werden und wann nicht.
Frage: Und was ist mit Indien und China? Schließlich sind das unsere wichtigsten Partner…
Lukjanow: Für uns ist das das wichtigste Thema. Trump hat schon versucht, Indien unter dem Vorwand des Handels mit Russland unter Druck zu setzen und das als Druckmittel in einem großen Handelsstreit zu nutzen. Man kann nicht sagen, dass das überhaupt nicht funktioniert hätte, aber die Inder sind erfinderisch, sie können die Risiken nicht einfach ignorieren. Doch der Handel mit Russland geht trotz der Sanktionen gegen unsere Ölproduzenten weiter.“
Die USA sind auch nicht daran interessiert, Indien groß zu sanktionieren, weil das für die politische und ökonomische Stellung der USA sehr negative Auswirkungen hätte.
Also werden vorne – bumm! – Sanktionen und Zölle losgelassen und hinten Hintertüren geöffnet.
„Mit China ist noch schwieriger. Mit den USA und China sprechen 2 wirtschaftliche Supermächte miteinander, die in unterschiedlichen Sphären unterwegs sind. Wenn die Amerikaner Peking wegen Russland unter Druck setzen, etwa mit dem Vorwurf »Ihr benehmt euch schlecht«, wird das die Chinesen sehr verärgern.“
Und?
Sie sind nicht einfach verärgert, sondern anworten mit Gegenmaßnahmen, die die Interessen der USA sehr schädigen.
Die ganze Wortwahl hier – betreffend China – ist etwas dümmlich.
„Meiner Meinung nach erreichen sie mit Frechheiten nichts. Daher wird das Gesetz, über das wir sprechen, höchstwahrscheinlich flexible Mechanismen enthalten: »Was Indien und China angeht, schauen wir später«.
Frage: Die USA haben Sanktionen gegen Iran und die Hisbollah in dasselbe Paket aufgenommen. Warum dieses Sammelsurium?
Lukjanow: Das ist eine Besonderheit der amerikanischen Gesetzgebung. Die Verabschiedung eines Gesetzes im Kongress ist ein schwieriger Verhandlungsprozess zwischen Lobbygruppen. Um Unterstützung zu gewinnen, müssen die Interessen verschiedener Seiten in das Dokument einfließen.
Iran und die Hisbollah sind beliebte Themen, sie werden diesem Paket sozusagen hinzugefügt, um es attraktiver zu machen.“
Auch diese scharfsinnige Analyse erscheint etwas kurz gegriffen. Es geht eben um Interessen, die berührt werden – jede Sanktion hat gegenüber den wichtigen Akteuren des Weltmarktes negative Konsequenzen für den Sanktionierer, Lobbygruppen hin oder her.
Die USA kömnnen heute nicht mehr einfach auf den Tisch hauen und sagen: Wir wollen, und ihr macht!
„Letztendlich ist es nicht gut für uns, (d.h., Rußland): Die neuen Belastungen sind zwar nicht tödlich, aber sie sind eine Belastung. Dieselben Inder sagen jetzt: »Wir finden schon Wege, die Risiken zu umgehen, aber dafür wollen wir von euch einen zusätzlichen Rabatt.«
Frage: Ich habe den Eindruck, die USA machen, was sie wollen, und lassen sich dabei Schlupflöcher offen, wie die Flüge zur ISS, und wir können nicht symmetrisch reagieren. Sind wir also machtlos gegenüber dem Hegemon?
Lukjanow: (…) Die USA haben den Höhepunkt ihres Einflusses überschritten und ihr Einfluss schwindet, aber die derzeige Übermacht ist so groß, dass er noch Jahre halten wird. Darum ist eine globale Hegemonialmacht ja ein Hegemon, selbst wenn sie an Einfluss verliert, hält sie das gesamte System in ihren Händen.
Es gibt jedoch das Beispiel Iran. Den haben sie jahrzehntelang unterdrückt,“
– der Erfolg war mäßig –
„dann haben sie sich entschieden, Gewalt anzuwenden. Und da zeigte sich, dass asymmetrische Maßnahmen äußerst effektiv sein können.“
???
„Jetzt erleben wir eine neue Eskalationswelle, aber ich bin sicher, dass sie nichts Grundlegendes andern wird. Im Frühjahr 2026 wurde nichts gelöst, und auch jetzt wird sich nichts ändern.
Frage: Warum setzt Trump den Druck dann fort, wenn er in einer Sackgasse endet und der US-Wirtschaft schadet?
Lukjanow: Weil er mit dem Iran in einer Sackgasse gelandet ist. Trump musste das iranische Memorandum schnell durchsetzen, in der Annahme, er könne später die Oberhand gewinnen. Doch Teheran ist dafür der falsche Partner. Nun droht Trump erneut damit, die Iraner »von der Landkarte zu tilgen«, doch jede Wiederholung schwächt die Wirkung seiner Drohungen.“
Irgendwie kommt Lukjanov hier nicht zu klaren Aussagen. Warum das Memorandum, warum seine faktische Aufkündigung?
„Trump ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit, er ist ein Meister darin, sich aus jeder Situation zu befreien. Jeder andere hätte seinen Ruf beerdigt, aber er nicht. Heute zerstört er Kraftwerke im Iran, und morgen wird er behaupten, die Iraner seien großartige Kerle und er sei bereit, sich mit ihnen zu einigen.“
Aber warum kommt er damit durch? Die Frage wird nicht beantwortet damit, daß seine Persönlichkeit gelobt wird.
„Frage: Steht all diese Aktivität mit den Sanktionen im Zusammenhang mit dem US-Wahlkampf?
Lukjanow: Ich glaube nicht, dass es einen direkten Zusammenhang mit den Wahlen gibt. Die US-Außenpolitik ist für den durchschnittlichen amerikanischen Wähler nicht so wichtig.“
Aber die Ergebnisse der Außenpolitik spüren die US-Bürger mit Inflation und hohen Spritpreisen und das könnte durchaus Auswirkungen haben.
„Aber Grahams Tod ist für Politiker wichtig, da er einen vakanten Sitz im Senat freimacht, wo die Republikaner eine sehr knappe Mehrheit haben.
Trump hat den Wählern schließlich versprochen, die Außenpolitik zurückzustellen, doch in Wirklichkeit ist das Gegenteil passiert: Er macht nur Außenpolitik. Wir werden dieses ständige Hin und Her – wiederholte Angriffe und Waffenstillstandsversuche – bis zu den Wahlen in den USA und Israel im Herbst erleben.
Frage: Zu Europa. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, Russland werde in ukrainischen Sicherheitsfragen kein Mitspracherecht haben, während Macron und Starmer erneut über den Einsatz von Besatzungstruppen in der Ukraine sprechen.
Gleichzeitig sind vereinzelt Stimmen des Friedens zu hören. Verändert sich in der europäischen Agenda tatsächlich etwas, oder ist das alles nur Lärm?
Lukjanow: Wenn sich überhaupt etwas ändert, dann sicherlich nicht in Richtung von »Stimmen des Friedens«. Merz’ Worte sind noch Rhetorik ohne direkten Bezug zur Realität, denn alles wird von der Dynamik der Kampfhandlungen an der Front bestimmt. Doch eines ist wichtig festzustellen: Hörte man in Europa vor einem Jahr oder 6 Monaten noch Warnrufe, so ist die Situation heute eine andere.
Früher haben sie ständig auf »rote Linien« geschaut: die Übergabe von Langstreckenraketen nach Kiew, Truppen in die Ukraine zu schicken, welchen Status die Ukraine nach dem Konflikt hat.“
Ob diese „roten Linien“ nicht ganz andere Gründe hatten? Schließlich war das Waffenarsenal Europas bescheiden und lange Zeit fanden die Russen eine Antwort darauf.
„Ich denke, Europa hat diese Phase jetzt hinter sich gelassen. Die Europäer fühlen sich frei und glauben, sie könnten tun, was sie für nötig halten. Die heutige Begrenzung der Unterstützung für die Ukraine ist nicht auf die Furcht vor Russlands Aktionen zurückzuführen, sondern allein auf den Mangel an Ressourcen in den Lagern.“
Das war auch vorher so. Die Lager wurden geleert, aber das war alles nicht so besonders gut, was in die Ukraine geliefert wurde. Die wirklich guten Sachen kamen aus den USA.
Jetzt, mit diesen Drohnen-Marschflugkörpern haben verschiedene Staaten das Gefühl, sie sind auf der Siegerspur.
„Das ist für Russland natürlich eine ungünstige Entwicklung. (…) Tatsache bleibt, dass die Ukraine zum Brennpunkt eines rasch entstehenden europäischen militärisch-industriellen Konglomerats geworden ist. Zudem versucht Europa, unabhängig zu agieren. Man versteht, dass die USA für Europa ein strategisches Hinterland bleiben werden, das bereit ist, Waffen zu verkaufen, aber nicht direkt einzugreifen. Daher versuchen die Europäer, ihre eigene militärtechnische Struktur aufzubauen.
Frage: Aber sind die Europäer selbst für einen großen Krieg bereit?
Lukjanow: Die europäischen Staats- und Regierungschefs wissen genau, dass die Bevölkerung Deutschlands, Frankreichs oder Polens nicht daran denkt, an die Front zu gehen, das ist völlig ausgeschlossen.
Doch nun haben sie eine Lücke entdeckt: Sie haben sich der Illusion hingegeben, ohne die direkte Beteiligung ihrer Bürger an Kampfhandlungen gegen Russland auszukommen. Wenn sie die Rüstungsindustrie maximal aufdrehen und die Ukraine als Soldaten nutzen, können sie einen modernen Technologiekrieg gewinnen, indem sie einfach das benötigte Material produzieren.
Dieses psychologische Element ist eine ernsthafte Gefahr nicht nur für uns, da es den Verstand untergräbt und gefährliche Illusionen erzeugt.
Frage: Apropos Soldaten: Es wird gemunkelt, dass die EU wehrpflichtigen Ukrainern ab 2027 den vorübergehenden Schutz verweigern wird. Warum wurde gerade dieser Stichtag gewählt? Und was halten Sie insgesamt davon?
Lukjanow: Genau darüber haben wir gerade gesprochen: Europa braucht die Ukrainer an der Front, damit sie physisch gegen die Russen kämpfen. Die Logik ist einfach: Wer wehrpflichtig ist, soll gehen und »die Demokratie und Europa« verteidigen.
Was 2027 betrifft, denke ich, dass das lediglich eine Frage der Bürokratie ist. Die europäische Maschinerie ist träge, sie kann Entscheidungen nicht »von heute auf morgen« treffen, es braucht Absprachen. Aber 2027 ist nicht mehr weit.
Frage: Übrigens wird die Hilfe für ukrainische Flüchtlinge bereits gekürzt…
Lukjanow: Ja, das ist natürlich. Sie wurden aufgenommen, man hat Ihnen bei der Eingewöhnung geholfen, und jetzt sollen sie sich einen Job suchen. Aber bei den Wehrpflichtigen kommt ein politischer Aspekt hinzu: »Wenn wir schon so viel Geld in Euren Schutz stecken, sollt Ihr sich auch einbringen und nicht einfach in Europa herumsitzen.«
Frage: Haben wir Europa vielleicht »durchrutschen« lassen, weil wir in der Anfangsphase nicht hart genug geantwortet haben?“
Eine seltsame Frage.
Es war Rußland klar, daß die Ukraine nicht nur von den USA, sondern auch von Europa unterstützt wird.
Bis Anfang dieses Jahres hat Rußland allerdings auf die meisten Angriffe der Ukraine und ihrer Verbündeten auch Antworten gefunden.
Diese Vorstellung „Wir werden unsere Interessen schon durchsetzen“ wird offenbar angesichts der derzeitigen ukrainisch-westlichen Erfolge als „Nachgiebigkeit“ gebrandmarkt.
„Lukjanow: Sie haben Recht. Die westliche Beteiligung am Konflikt mit Russland in der Ukraine fand schleichend statt. Rückblickend verstehen wir, dass wir den Moment verpasst haben, in dem wir dem Westen unmissverständlich hätten »Stopp!« sagen müssen.“
Wie denn, bitte?!
Hier sind Allmachtsphantasien am Werk, die zum Glück! von der russischen Führung nicht geteilt werden.
„Erinnern wir uns, wie alles angefangen hat, an die Diskussionen über Lieferungen von Javelins.“
Welche Diskussionen?!
Javelins wurden in Massen geliefert und sind heute obsolet.
„Damals schien es etwas Bedeutendes zu sein, heute ist es zur Routine geworden und Europäer und Amerikaner reden über die Lieferung von Ausrüstung, die tief in russisches Territorium feuern kann.
Leider haben wir lange gewarnt und gedroht, aber nicht so reagiert, dass es wirklich Wirkung angekommen wäre. Im Ergebnis sind wir in einer Situation, in der das Warnsignal sehr stark und damit extrem riskant sein musste.
Ich denke, wenn es so weitergeht, werden Angriffe auf Ziele außerhalb der Ukraine, die die ukrainischen Streitkräfte beliefern, unvermeidlich. Andernfalls werden sie unsere Worte weiterhin als leere Drohungen wahrnehmen.“
(Anti-Spiegel, 18.7.)
Man merkt an diesem Interview mit einem Politologen, der tatsächlich bisher eher als gemäßigt galt, welche Debatten unter den russischen Eliten heute geführt werden.
Es ist allerdings völlig verkehrt, den Umstand, daß die russische Führung anders vorgeht, als Bomben auf die EU zu werfen, als „Zurückhaltung“ zu bezeichnen.
Hier ist – zum Glück! – politischer Verstand zugegen.