Pressespiegel Komsomolskaja Pravda, 25.11.: Die Ukraine könnte von der Landkarte verschwinden

„ARACHAMIA: JOHNSON ÜBERZEUGTE DIE UKRAINE, KEINEN FRIEDEN MIT RUSSLAND ZU UNTERZEICHNEN

Der Chef von Zelenskijs „Diener des Volkes“-Fraktion in der Werchowna Rada, David Arachamia, zündete eine echte Informationsbombe in der Ukraine, indem er dem ukrainischen Fernsehsender »1+1« ein langes Interview gab.


Bleibt nur noch die Frage, ob der Bevölkerung der Ukraine genug Verstand geblieben ist, um zu verstehen, was Arachamia da öffentlich zugegeben hat. Er gab nämlich zu, daß Rußland und unser Präsident Wladimir Putin die absolute Wahrheit sagten, als sie über den Fortgang der Verhandlungen in Istanbul berichteten. Und daß ein groß angelegter militärischer Konflikt hätte vermieden werden können.

Wir sollten nicht vergessen, daß Arachamia, der sich“ (auch) „in Istanbul an den Verhandlungstisch setzte, ohne seine Baseballmütze abzunehmen, der Leiter der ukrainischen Delegation war, dem wichtigsten Bindeglied zwischen der russischen Seite und Präsident Zelenskij, und daher in alle Nuancen des Verhandlungsprozesses eingeweiht war.“

Inzwischen präsentiert er sich ohne diese Kappe der Öffentlichkeit.

„»Das Erste und Wichtigste war – als ich den Präsidenten fragte, ob wir davon ausgehen könnten, daß dies erfolgreiche Verhandlungen sein könnten, sagte er: ,Sie müssen ihnen das Gefühl geben, daß sie mit uns reden können.‘« Arachamia gibt damit offen zu, daß tatsächlich in Kiew niemand Frieden wollte.

Das zweite Ziel bestand darin, Zeit zu gewinnen. Eigentlich waren wir eine Nebelwand für die ukrainischen Streitkräfte. Wir haben lange Gespräche mit der russischen Seite geführt, manchmal haben wir uns Zeit genommen, wenn es nötig war, manchmal haben wir die Verhandlungen verkürzt, um ihnen“ (d.h., der russischen Seite) „das Gefühl zu geben, daß sie in den Verhandlungen gewinnen.“

Man vergesse dabei nicht, daß die offiziellen Verhandlungen in Istanbul die 3. waren – die vorherigen zwei fanden in Weißrußland statt.

„Das heißt, das war ein taktisches Spiel, bei dem man sich ständig mit den Streitkräften der Ukraine abgesprochen hat, was ihre Pläne sind, wohin sie wollen und wie sie dahin gelangen wollen.

Arachamia gibt also zu, daß Moskau nichts Übernatürliches oder Unmögliches verlangt hat. »Sie waren bereit, den Konflikt zu beenden, wenn wir, wie einst Finnland, die Neutralität akzeptierten und uns verpflichteten, der NATO nicht beizutreten. Der entscheidende Punkt war dieser, alles andere waren kosmetische Beigaben wie Entnazifizierung, die russischsprachige Bevölkerung und bla bla bla« – über die »Kosmetik« irrt sich Arachamia, für Moskau war das keine Kosmetik, aber das kann er nicht verstehen. (…)

Das Ziel der russischen Delegation war es, zu zeigen, daß sie fast bis zuletzt hoffte, daß sie uns überreden könnten, ein solches Abkommen zu unterzeichnen, damit wir Neutralität erlangen. Das war der größte Deal für sie. Ich erinnere mich, daß Wladimir Putin sagte, der Text des Abkommens sei bereits ausgearbeitet, in dem Kiew den russischen Bedingungen zustimmte, und die ukrainische Seite habe es zuvor paraphiert und zur Unterzeichnung vorbereitet.

Karikatur eines italienischen Karikaturisten vom 1. Februar 2022, also noch vor dem Einmarsch Rußlands
Zelenskij noch in Zivil.


Aber dann kam das Große Tier

Alle getroffenen Vereinbarungen wurden jedoch vom aus London angereisten britischen Premierminister Boris Johnson zerstört.

»Als wir aus Istanbul zurückkamen, kam Boris Johnson nach Kiew und sagte, wir sollten überhaupt nichts mit ihnen unterschreiben und laßt uns einfach kämpfen«, bekannte Arachamia im Weiteren. »Wir haben sofort eine Gruppe von Sicherheitsberatern für unsere Partnerländer gebildet,“

– Daraus – „Partnerländer“ – kann man schließen, daß Johnson seine Reise wohl mit anderen NATO-Staaten abgesprochen hatte. Er kam also quasi als Gesandter der USA.
Man vergesse nicht, daß Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch wankte – die Gespräche in Istanbul fanden vor der Sprengung der Nord Stream Pipelines statt – und erst auf Linie gebracht werden mußte.
Man sieht das z.B. an dem damals durchaus optimistischen Bericht des Tagesspiegel über diese Verhandlungen.
Man kann das im Weiteren so verstehen, daß die Ukraine einen eigenen Begriff von „Partnerländern“ hat – mit manchen „Partnern“ wird mehr Information geteilt als mit anderen.

Der Verhandlungstisch in Istanbul vom Ende März 2022. Rechts hinten – doch ohne Kappe – Arachamia

„diese aber unter dem Gesichtspunkt der Verzögerung mit Informationen so dosiert, damit diese nicht einfach heraussprudeln. Man hat gesehen, daß alles ganz diskret ablief, weil wir die Infos dosiert haben. Sie wußten alles, vor allem, als wir einige Dokumente verfaßten, sie hatten Zugang zu allen Dokumenten, und wir haben uns natürlich beraten, weil wir verstanden haben, daß wir den Konflikt selbst nicht gewinnen können.“

Hier wird ein wenig um den Brei herumgeredet. Entweder „sie“ wußten alles, oder sie erhielten wohldosierte Informationen.
Was aus dem allen hervorgeht, ist, daß die Ukraine ihren westlichen Partnern keinen reinen Wein einschenkte, nicht einmal denen der ersten Klasse, also den USA und dem UK, z.B. über die Zahl ihrer Verluste.

„Deshalb mußten wir uns zu diesem Thema mit ihnen beraten. Sie haben uns praktisch geraten, keine wie immer gearteten Sicherheitsgarantien zu geben, die ohnehin zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gegeben werden konnten«, sagte Arakhamia und versucht offensichtlich, die Last der Verantwortung von sich und seinem Team abzuschütteln, aber es gelingt ihm ehrlich gesagt nicht ganz.
Er lügt offensichtlich. Die ganze Welt weiß eindeutig, daß Putin sein Wort hält. Arachamias schwache Ausreden bezüglich »oberflächlicher« Garantien haben überhaupt nichts zu bedeuten.

Alles ist viel einfacher.

London befahl, die kleinen Ukrainer zum Abschlachten zu führen, Zelenskij und sein Team salutierten gehorsam und setzten in ihren feuchten Träumen bereits den Kreml in Moskau in Brand.“

Als Johnson auf Besuch war und ein Bad in der Menge nahm, schenkte diese Dame ihm und Zelenskij jeweils einen Gockel aus Porzellan, vermutlich als vor-österlichen Glücksbringer.
Seit diesem Live-Theater nahm der Krieg so richtig Schwung auf.

„London“ setzte sich zwar in Szene, aber sicher nicht ohne Rückendeckung aus Übersee. In dieser Zeit – Ende März, Anfang April 2022 – wurden in den USA bei Konferenzen von Strategie-Instituten Pläne gewälzt, Rußland aufzuteilen …
Der Auftrag an die Ukraine, die Verhandlungen abzubrechen, richtete sich auch gegen Deutschland und die Türkei, die an einer Beilegung des Konfliktes interessiert waren.
Der Politclown aus Großbritannien erfüllte also die ihm zugedachte Rolle. Inzwischen wurde er aus der aktiven Tagespolitik entfernt, seine Nachfolger kämpfen inzwischen mit seiner Hinterlassenschaft in Form von Waffenlieferungen und Schulden.

„Das Unheil wurde ausgewechselt

Alles, was damals von Kiew verlangt wurde, war, die unter Poroschenko erfolgte Verfassungs-Klausel über den Beitritt der Ukraine zur NATO zu streichen (nicht einmal diejenige für einen EU-Beitritt; Moskau hatte keine Einwände gegen die EU, wie übrigens auch unter Janukowitsch, sondern warnte damals nur davor, daß die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU der Ukraine Präferenzen in den Beziehungen zu Rußland entziehen wird).

Tatsächlich hätte Kiew lediglich zum Stand seiner eigenen Unabhängigkeitserklärung zurückkehren müssen, um die Feindseligkeiten auf dem Territorium der Ukraine zu beenden. Aber Zelenskij entschied sich für Täuschung und Schande. Zelenskij zog in einen großen Krieg mit Hunderttausenden Toten und Verwundeten und Millionen von Flüchtlingen, zur Zerstörung der Wirtschaft seines Landes.
Und das alles geschah, vergessen wir das nicht, um einem angereisten Hausierer zu gefallen, der nie zum Friseur geht und der kurze Zeit später wegen unkorrektem Verhalten und seines politischen Kurses aus dem Amt des Premierministers entlassen wurde, was zu einer Krise in Großbritannien selbst führte.
Ein Mann, den auch der letzte Karikaturist in seinem eigenen Land noch verspottet.

Am Ende des Tages gibt es für die Ukraine weder eine NATO, noch eine EU, und verlorene Beziehungen zu Rußland und der GUS. Sie hat gar nichts. Der Salat ist fertig. Und jetzt stellt sich die Frage: Wie weiter?

Suche nach einem Ausweg

David Arachamia versuchte einen Ausweg aus der aktuellen Situation zu finden, aber er verstrickte sich hoffnungslos in seinen eigenen Konstruktionen.

»Jetzt spricht die gesamte Führung der Ukraine – sowohl politisch als auch militärisch – von Kampf. Warum? Weil wir uns jetzt nicht an den Verhandlungstisch setzen können, unsere Verhandlungsposition ist zu schlecht. Wozu werden wir uns jetzt hinsetzen – laßt uns bleiben, wo wir sind, laßt uns einfach zu Ende kommen? Glauben Sie, daß die ukrainische Gesellschaft das akzeptieren wird?« sagte er.
„Generell glaube ich, daß, egal wie der Konflikt endet, außer dem vollständigen Sieg“ von wem? „alles andere über ein Referendum erfolgen sollte.
Es ist auch möglich, daß das auf einen Schwebezustand hinausläuft, wie in Korea, wo nichts unterzeichnet wurde.
Wenn jemand etwas unterschreibt und es dann im Parlament ratifiziert werden muß, dann wird sich das Parlament einfach gegenseitig umbringen, es wird sehr polare Ansichten geben«.“

Ein unerfreuliches, aber vermutlich realistisches Bild der ukrainischen Politikultur. Arachamia sagt hier eigentlich, daß niemand es wagen wird, irgend etwas zu unterschreiben, weil er dann sofort von der patriotischen Front umgebracht würde.

Auf gut deutsch: Kiew wird den Verhandlungen nicht zustimmen, da das einzig mögliche Ergebnis die Anerkennung der Niederlage der Ukraine ist.
Aber im Falle eines Referendums wären Verhandlungen möglich.
Er sei der Meinung, daß solche Dinge nur durch ein Referendum geschehen sollten. Wenn die Leute sagen, daß das notwendig ist, dann werde ich ohne hinzusehen abstimmen. »Ich werde meine Meinung einfach beiseite legen und tun, was die Leute sagen«, versprach Arachamia.
Aber wenn sie sagen: »Abgeordnete, entscheidet«, habe ich nicht die Kraft, zu entscheiden und vor allem jemanden für etwas zu begeistern, denn das ist eine individuelle Frage für jeden.

Mit dem allen befand er sich selbst in einem Teufelskreis, in dem er wie ein Hamster im Rad herumläuft. Frieden kann nur durch ein Referendum erreicht werden. Ein Referendum kann jedoch nur unter Bedingungen des Friedens oder im Extremfall eines Waffenstillstands abgehalten werden. Aber es wird keinen Waffenstillstand geben, denn dafür sind Verhandlungen erforderlich, die unmöglich sind.

In Korea, auf das sich Arachamia und viele westliche und ukrainische Experten beziehen, ist nicht »der Krieg von selbst ausgelaufen«.
Hier handelt es sich um eine weitere Lüge, die für die Ukraine praktisch ist, da das koreanische Waffenstillstandsabkommen von Vertretern Nordkoreas und der UN-Streitkräfte (übrigens von einem Generalleutnant der US-Armee) unterzeichnet wurde.“

D.h. Südkorea, das durch diesen Waffenstillstand erst geschaffene Staatsgebilde, war gar nicht beteiligt an der Vereinbarung des Waffenstillstands.

„Auch die Ansicht, daß der Krieg zwischen Rußland (UdSSR) und Japan angeblich immer noch andauert und daher etwas Ähnliches zwischen Rußland und der Ukraine möglich ist, was nun intensiv an die ukrainische Bevölkerung weitergegeben wird, ist völliger Mist. Schon allein deshalb, weil das Fehlen eines Friedensvertrags nicht automatisch einen Kriegszustand bedeutet, aber vor allem deshalb, weil Japan eine bedingungslose Kapitulation unterzeichnet hat.

Zugzwang für Kiew

Es stellt sich also heraus, daß Zelenskij und die Ukraine keinen akzeptablen Ausweg haben. Entweder kämpfen oder kapitulieren. Verhandlungen, zu denen Rußland jedes Mal seine Bereitschaft unter Beweis stellt, sind möglich. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Gespräch »um zu überlassende Territorien«, sondern um die Notwendigkeit, die russischen Bedingungen zu erfüllen – Entnazifizierung und Entmilitarisierung des Landes, gepaart mit einem neutralen Status und dem Verzicht auf NATO-Beitrittsversuche. Es wird auf die eine oder andere Weise geschehen, aber es gibt zwei Möglichkeiten, diese Option zu erreichen – militärisch und diplomatisch.
Gleichzeitig bedeutet Ersteres möglicherweise nicht die unbedingte Erhaltung des Staates Ukraine auf der Weltkarte.“

Die militärische Niederlage könnte also in einer Auflösung der Ukraine und ihrer Aufteilung gipfeln.
Damit stellt Rußland die Rute ins Fenster: Inzwischen geht es bei Verhandlungen vor allem um den Erhalt der Ukraine.
Weitere militärische Auseinandersetzungen könnten ihr Verschwinden zur Folge haben.
Man kann mutmaßen, daß Rußland diesbezüglich bereits Verhandlungen mit Polen und Ungarn führt.

Es kann keine anderen Verhandlungen geben. Schon allein deshalb, weil die Ukraine, wie Funktionäre des Regimes selbst zugeben, den Betrug, die Zweideutigkeit, Verantwortungslosigkeit und Täuschung zur Grundlage ihrer Politik gemacht hat.
Die Ukrainer haben Rußland nicht nur in Istanbul getäuscht, sondern schon lange davor. Die russische Seite wurde unter Juschtschenko und Janukowitsch getäuscht, und auch Jermaks Vorgänger als Chef des Präsidialamts, Andrei Bogdan, gab ehrlich zu: »Zelenskij und ich haben Putin betrogen. Wir haben Dinge versprochen, aber unser Wort nicht gehalten.«

Es ist übrigens völlig verkehrt, wie Arachamia glaubt, daß »Entnazifizierung und Entmilitarisierung« ein solches Blabla von Moskau sei. Wir erinnern uns sehr gut an das »Odessa-Massaker“ und den Beschuß der Zivilbevölkerung im Donbass, an die Mißhandlung von Gefangenen und ihre Folter sowie an die Inschriften auf ukrainischen Granaten »Das Beste für die Kinder«. Das und noch vieles andere mehr zeigt, zu welchen Ausmaß der Degeneration sich viele Ukrainer entwickelten, nachdem sie Banderaisten geworden waren.

Im Grunde hat Arachamia in diesem Interview alles gesagt und sogar noch mehr. Und er beantwortete damit die Frage, ob eine solche Ukraine eine Existenzberechtigung habe.

P.S. Und beachten Sie, daß Arachamia während des gesamten Interviews kein einziges Wort über Butscha verlor, das inszenierte »Massaker«, das angeblich der Grund für den Abbruch der Verhandlungen in Istanbul war.“

Man fragt sich, warum Arachamia solche ein Interview gibt? Will er sich für eine „Zeit danach“ qualifizieren?
In der aufgeheizten Stimmung der Ukraine ist nämlich so ein „Coming out“ nicht ungefährlich.

16 Gedanken zu “Pressespiegel Komsomolskaja Pravda, 25.11.: Die Ukraine könnte von der Landkarte verschwinden

  1. Der Leiter der russischen Delegation, Vladimir Medinskij, erinnert als Kommentar zu Arachamias Interview daran, daß damals nicht nur Johnson anreiste, sondern auch US-Politiker, die sich weniger in den Vordergrund drängten, nämlich Austin und Blinken.

    Damals wären die Bedingungen gewesen: Neutralität für die Ukraine, Unabhängigkeit für die Donbass-Republiken und die Krim bleibt bei Rußland.

    Heute würde Rußland etwas mehr fordern, ist aber nach wie vor für Verhandlungen bereit, nur wird sich das mit den derzeitigen Kiewer Politikern nicht ausgehen:

    „»Unser Präsident hat wiederholt gesagt, dass die derzeitige Regierung in Kiew weder souverän noch unabhängig ist, wenn es um die wichtigsten politischen Entscheidungen geht. Jetzt sehen wir, dass sie es selbst zugeben«, fügte Wladimir Medinskij hinzu.“

  2. Angeblich – laut Behauptung von Seymour Hersh – soll es Verhandlungen zwischen Zaluzhnyj und dem russischen Oberbefehlshaber Gerassimov geben.
    Wenn dem so wäre, so wäre die Ausrichtung der russischen Seite klar: Überlassung der 4 annektierten Territorien, Entmilitarisierung und Auswechseln der ukrainischen Führung.
    Vor allem bei der Entmilitarisierung der Ukraine dürfte es sich spießen …

  3. Die tschechische Verteidigungsministerin meldet auf X, daß Tschechien keine weiteren Waffen in die Ukraine schicken kann, weil das die Wehrfähigkeit Tschechiens beeinträchtigen würde.
    Private Firmen könnten aber weiterhin liefern.

    (Izvestija, 1.12.)

    Es fragt sich nur, wer diese Lieferungen bezahlen würde?

  4. Inzwischen blockieren auch die Slowakei und Ungarn die Grenzen für ukrainische LKWs, die versuchen, die Blockade in Polen zu umgehen.
    Ungarn läßt auch ukrainische LKWs nicht aus der Slowakei einreisen.

    Nach wie vor keine Reaktion von EU-Seite, was mich wirklich wundert.

    (Tagesschau, 1.12. und Izvestija, 3.12.)

  5. „Haushaltsdirektorin des Weißen Hauses zur Finanzierung der Ukraine: »Wir haben kein Geld mehr – und fast keine Zeit mehr«

    Die Haushaltsdirektorin des Weißen Hauses, Shalanda Young, warnte am Montag in einem Brief an den republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, und andere führende Kongressabgeordnete, dass den Vereinigten Staaten die Zeit und das Geld für die Unterstützung der Ukraine im Krieg mit Russland ausgehe.

    Young erklärte in dem veröffentlichten Schreiben, dass die Unterbrechung der Finanzierung und der Waffenlieferungen an die Ukraine die Wahrscheinlichkeit eines russischen Sieges erhöhen würde: »Ich möchte klarstellen: Ohne Maßnahmen des Kongresses werden wir bis zum Ende des Jahres keine Mittel mehr haben, um mehr Waffen und Ausrüstung für die Ukraine zu beschaffen und Ausrüstung aus US-Militärbeständen bereitzustellen.« Und: »Es gibt keinen magischen Topf mit Mitteln, um diesen Moment zu überbrücken. Wir haben kein Geld mehr – und fast keine Zeit mehr.«

    Die Regierung von Präsident Joe Biden hatte den Kongress im Oktober um fast 106 Milliarden Dollar gebeten, um Pläne für die Ukraine, Israel und die Sicherheit der US-Grenzen zu finanzieren. Bisher hatte die US-Regierung allerdings keine Frist dafür genannt, wann das bisherige Geld aufgebraucht sein würde.

    Die Republikaner kontrollieren das Repräsentantenhaus mit einer knappen Mehrheit, die Finanzierung der Ukraine ist bei einigen nach rechts tendierenden Abgeordneten politisch umstritten.“

    (Standard, 4.12.)

  6. Sowohl in russischen Zeitungen als auch im El País standen Artikel mit Verweisen auf Interviews von Klitschko für den »Spiegel« und die Schweizer Online-Zeitung »20 Minuten«, wo er Zelenskij schwere Fehler vorwirft und unter anderem meint, ewig könne man die Welt nicht belügen.

    Auch er scheint sich für die Zeit danach einzuschießen und für Zaluzhnyj zu erklären.

  7. Der liberale Leuchtturm und Chef der Partei Jabloko, Grigorij Javlinskij, bietet sich als Vermittler im Ukraine-Konflikt an.

    Javlinskij weist darauf hin, daß er bereits in Tschetschenien und bei der Geiselnahme im Dubrovka-Theater vermittelt habe. (Allerdings ohne großen Erfolg …)

    Es ist allerdings bemerkenswert, daß er sich dafür anbietet. Das heißt nämlich, daß auch er den Sieg Rußlands für unvermeidlich hält.
    Es ist übrigens unwahrscheinlich, daß auf ihn zurückgegriffen wird, da er inzwischen ein zu kleines Gewicht ist.

  8. „Die Washington Post entfernt die Rubrik über die Lage in der Ukraine von ihrer Titelseite

    Die amerikanische Zeitung „The Washington Post“ hat am Mittwoch, dem 20. Dezember, den der Ukraine gewidmeten Abschnitt von der Titelseite der Website entfernt.
    Seit Februar letzten Jahres veröffentlicht die Publikation Materialien zum Ukraine-Konflikt in einem separaten Abschnitt, zu dem auf der Hauptseite der Website zwischen den Abschnitten „Meinungen“ und „Stil“ ein Link platziert wurde. Schon vorher gab es laut Webarchiv eine Sonderseite zur Ukraine.

    Jetzt kann man in der Rubrik „Welt“ Artikel über die Lage in der Ukraine sowie weitere Materialien und Hinweise zu internationalen Angelegenheiten lesen.“

    (Izvestija, 20.12.)

    Beim El País erscheint alle paar Tage einmal etwas zur Ukraine, keinesfalls auf der Titelseite.

  9. „Putin wies darauf hin, daß die ukrainische Wirtschaft nur durch Almosen am Laufen gehalten wird

    »Die Wirtschaft der Ukraine ist völlig zerstört, es ist nichts mehr übrig, sie lebt nur noch von Almosen. Die führenden Politiker fahren mit ausgestreckten Handflächen herum und betteln um eine zusätzliche Million Dollar«, sagte der Präsident.

    Darüber hinaus meinte er, daß der Ukraine bald die westlichen Waffen ausgehen würden. Laut Putin verschießt die ukrainische Armee pro Kampftag 5.000 bis 6.000 Geschosse vom Kaliber 155, und die USA produzieren 14.000 pro Monat.“

    Die EU hat dieses Kaliber offenbar gar nicht um Programm.

    „»Aber wenn man 5.000 pro Tag verschießt, geht einem bald die Munition aus, und zwar jetzt«, betonte der russische Staatschef.

    Zuvor hatte der ukrainische Ministerpräsident Denis Schmygal am 28. Dezember einen Antrag auf ein Dringlichkeitstreffen mit Gebern im Januar in Kiew gestellt, da das Land hinsichtlich der Finanzierung »extrem hoher Unsicherheit« ausgesetzt sei. Ihm zufolge müssen Mittel bereits im nächsten Monat bereitgestellt werden; sie sind für die Grundbedürfnisse des ukrainischen Haushalts nötig.

    Einen Tag zuvor sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin der Ukraine, Julia Sviridenko, dass es ein Loch in Höhe von 37 Milliarden US-Dollar im Staatshaushalt gäbe und dass fast 12 Millionen Rentner, Regierungsangestellte und Lehrer in der Ukraine ohne Gehälter bzw. Pensionen bleiben würden, wenn die USA und die EU kein Geld schicken.

    Zuvor, am 26. Dezember, berichtete die »Financial Times«, dass die EU einen Ersatzplan zur Finanzierung der Ukraine in Höhe von 20 Milliarden Euro vorbereitet. Der Zeitung zufolge war eine neue Finanzierungsoption erforderlich, nachdem der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban die Änderung des EU-Haushalts blockiert hatte, der die Zuweisung von 50 Milliarden Euro an Kiew im Zeitraum 2024–2027 vorgesehen hatte.“

    Man fragt sich, wie diese 50 Milliarden beschlossen wurden? Auf einmal waren sie da.

    (Izvestija, 1.1.)

  10. „Der estnische Präsident kündigte bis 2027 Hilfen für die Ukraine im Wert von 1,2 Milliarden Euro an
    Karis: Tallinn wird Kiew bis 2027 Militärhilfe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro überweisen

    Estland wird der Ukraine bis 2027 ein Militärhilfepaket im Wert von 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Dies gab der Präsident der Republik, Alar Karis, am 11. Januar auf einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Staatschef Wladimir Selenskyj in Tallinn bekannt.
    »Estland wird der Ukraine vom Beginn der Militäroperation bis 2027 Hilfe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro leisten«, berichtet der Fernsehsender ERR unter Berufung auf die Worte des estnischen Staatsoberhauptes.
    Darüber hinaus wies Karis darauf hin, dass westliche Länder ihre Militärindustrie ausbauen müssten, um Kiew zu unterstützen.

    Zuvor, am 9. Januar, sagte die estnische Premierministerin Kaja Kallas, dass das Land der Ukraine in den nächsten vier Jahren Militärhilfe in Höhe von 0,25 % ihres BIP leisten werde. Sie stellte auch klar, dass Tallinn Kiew seit 2022 rund 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.

    Als Reaktion darauf sagte der erste stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Alexej Schuravljov, gegenüber der Izvestija, dass die baltischen Länder bereit seien, »ihr Hemd auszuziehen«, um Moskau zu ärgern. (…)

    (Izvestija, 11.1.)

    Für Estland ist das viel Geld, für die Bedürfnisse der Ukraine jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Das Hemd ziehen sich natürlich in Estland nicht diejenigen Leute aus, die diese großzügigen Hilfen beschließen.

  11. „Die Ukraine zieht sich aus Avdejevka zurück: Der größte russische Sieg seit letztem Frühjahr

    Die Kreml-Truppen rücken an der Front vor und erringen ihre größte Trophäe seit der Einnahme Bachmuts im Mai 2023. Die ukrainische Armee trifft die Entscheidung, »einer Belagerung zu entgehen und das Leben« ihrer Soldaten zu retten (…)“

    Mit einem Wort, die Umzingelung Avdejevkas durch die russischen Truppen ist vollendet – unter diesen Bedingungen war der Rückzug unausweichlich. 

    „Berichte des ukrainischen Militärs auf Telegram geben an, dass es in der Stadt fast 5.000 verteidigende Soldaten gab. Diese Woche gab es öffentliche Alarmmeldungen der in Avdejevka Widerstand leistenden Brigaden, in denen versichert wurde, dass es unmöglich sei, den Feind aufzuhalten.

    Sirskij verfolgt nun eine andere Strategie als bei der russischen Belagerung von Bachmut im Winter 2023. Damals war der heutige Oberbefehlshaber der Streitkräfte für die Bodentruppen verantwortlich. Auf Befehl des Präsidenten Wolodymyr Zelenskij ordnete Sirskij den Widerstand im Stadtgebiet von Bachmut bis auf den letzten Meter an.“

    Der Widerstand in Bachmut war also die Idee Zelenskijs, Sirskij führte nur seine Befehle aus.
    Ob Zelenskij das alleine entschieden hat, ist fraglich. Auch die Stellung Zaluzhnyjs in dieser Frage – immerhin stand er damals ober Sirskij – bleibt im Dunkeln.

    „Dieses Ziel erforderte die Konzentration eines Großteils des ukrainischen Militärpotentials in Bachmut, verursachte jedoch eine sehr hohe Zahl an Opfern und gab Russland außerdem Zeit, entlang der gesamten Front Befestigungen zu errichten.“

    Einerseits ja.
    Andererseits: Wäre den Russen dort ein Durchbruch gelungen, so sähe die Lage vielleicht heute noch unvorteilhafter für die Ukraine aus.

    Avdejevka ist … neben Donezk. … Durch die Einnahme dieses Ortes können die Invasionstruppen das Risiko des Artilleriebeschusses von Donezk verringern und gleichzeitig eine neue Bastion gewinnen, um eine mögliche zukünftige ukrainische Offensive zu verhindern.“

    Das ist sehr schön, politisch korrekt und optimistisch ausgedrückt.
    Im Klartext:
    Von Avdejevka aus wird Donezk seit 10 Jahren beschossen, also seit dem Majdan und der Ausrufung der Volksrepubliken.
    Die verbliebenen Bewohner von Donezk nehmen daher die Einnahme von Avdejevka mit Erleichterung zur Kenntnis.

    Eine „zukünftige ukrainische Offensive“ ist weit und breit nicht absehbar. Es wurde doch höchst offiziell angekündigt, sich jetzt auf Defensivausgaben zurückzuziehen.
    Mit dergleichen Sätzen soll die Befürchtung weggescheucht werden, daß dem Fall von Avdejevka weitere Orte folgen könnten, wie z.B. Kupjansk.

    „Die ukrainische Armee wird im Umkreis von Avdejevka bleiben, wo sie in den letzten drei Monaten neue Verteidigungslinien errichtet hat.“

    Zumindest ist das der Plan.

    „Rußland ist so stark wie seit den ersten Monaten der Invasion nicht mehr, mit klarer Überlegenheit bei der Anzahl der Truppen, der Artillerie, der Flugabwehr und vor allem bei der Kontrolle des Luftkriegs dank seiner Drohnenflotte, sowohl für Angriff als auch für Aufklärung.“

    Auch Kiew hatte doch eine große Anzahl von Drohnen, sind die alle abgeschossen worden?
    Der Westen plant jedenfalls Drohnenlieferungen in großem Umfang:

    „Ukrainische Truppen an der Front in Avdejevka sagten EL PAÍS bereits im vergangenen November voraus, dass es über diesen Winter hinaus sehr schwierig werden würde, der russischen Belagerung standzuhalten.
    Artillerieoffiziere der 47. Mechanisierten Brigade erklärten, dass sie in Avdejevka zehnmal weniger Munition zur Verfügung hatten als während der Gegenoffensive in Zaporozhje im Sommer 2023.
    Eine Mörsereinheit der 110. Mechanisierten Brigade gab an, dass der Munitionsunterschied im Jahr 2022 3:1 zugunsten der Russen betrug, jetzt aber 8:1.

    Die Lagerbestände der NATO-Partner der Ukraine sind fast leer und die Priorität des ukrainischen Generalstabs besteht darin, die Munition so weit wie möglich zu rationieren. Die andere Dringlichkeit Kiews besteht darin, unverzüglich eine neue massive Truppenmobilisierung einzuleiten, um Hunderttausende Opfer, sowohl Verwundete als auch Tote, zu ersetzen.“

    So erfährt man von El País wieder einmal, daß die ukrainischen Verluste in die Hunderttausende gehen. Sonst heißt es in den deutschsprachigen Medien immer, sie hätten den Russen so enorme Verluste zugefügt.

    „880.000 Menschen waren nach offiziellen Angaben Zelenskijs an der Verteidigung des Landes beteiligt, “

    – da ist vermutlich die recht gut ausgestattete Militärpolizei mitgezählt, die Jagd auf zu Mobilisierende macht, die gewöhnliche Polizei, die den Leuten die Handys kontrolliert, ob sie nicht russische Nummern drauf haben, und die ganzen Geheimdienstmitarbeiter.
    An den eigentlichen Kriegshandlungen waren jedenfalls weitaus weniger Leute beteiligt, und sogar von denen hatten viele keine gründliche Ausbildung –

    „die Armee hält die Rekrutierung von 500.000 Zivilisten für notwendig. Diese Mobilisierung sorgt für Unmut in der Bevölkerung, denn immer weniger Menschen sind bereit, sich den Kämpfen anzuschließen, und das in einer Zeit, in der die Bedeutung des Krieges für die Interessen der Ukraine düster ist.“

    Eben deshalb.
    Wer läßt sich gerne für eine verlorene Sache verheizen?
    Der Fall von Avdejevka dürfte diese Unlust noch verstärken.
    Die ukrainische Führung weiß aber um das Dilemma, daß Zwangsrekrutierte nicht viel taugen an der Front und bei der ersten besten Gelegenheit abhauen.
    Deswegen ist diese nötige, aber dennoch nicht so richtig machbare Mobilisierung seit Monaten Gesprächsthema, kommt aber nicht recht voran.

    „Rußland rückt nach und nach an den Fronten Donezk und Charkow vor. Der Vormarsch der Invasionskräfte erfolgt langsam, aber stetig, denn alle paar hundert Meter verfolgen sie die Strategie, Gräben zur Sicherung ihrer Stellungen zu errichten. Die nächsten strategischen Ziele Russlands sind die Städte Kupiansk (Charkow) und Chasov Jar (Donezk), zwei Gemeinden, die aufgrund ihrer Lage als wichtige Verteidigungsbastionen dienen.“

    Kupjansk liegt am Fluß Oskol und ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Chasow Jar gehört zur ukrainischen Verteidigungslinie der Provinz Donezk, ein Durchbruch würde den Vormarsch auf Kramatorsk und Slawiansk ermöglichen.

    (El País, 17.2.)

  12. Nach russischen Zeitungen war der Abzug aus Avdejevka übrigens kein geordneter Rückzug, sondern eine chaotische Flucht, bei der auch Verletzte und Material zurückgelassen wurden.

    Es scheint, daß es bei der ukrainischen Militärführung bis zum Schluß zu einer Konfrontation der Anhänger von Durchhalteparolen und derer von Rückzugsbefehlen gekommen ist, weil die Befürchtung besteht, daß sich dieser Verlust sehr nachteilig auf die weitere Kriegsführung auswirken könnte.

  13. Große Erleichterung in Donezk:

    „Seit 2014 beschießen bewaffnete ukrainische Verbände von Avdejevka aus Wohngebiete von Donezk. Durch ihre Stellungen im Gebiet von Jasinovataja und Donezk waren die Filter- und Pumpstationen weiterhin in der Gefahrenzone. Die Wasserversorgung von Millionen Menschen in Donezk und den umliegenden Dörfern hing von diesen Einrichtungen ab, sowohl in der DVR als auch in den von der Ukraine kontrollierten Gebieten.
    Die Einnahme von Avdejevka gab den ukrainischen Streitkräften auch die Möglichkeit, die die Autobahn von Donezk nach Lugansk, nach Debaltsevo und Gorlovka (M04 bzw. E50) regelmäßig unter Beschuß zu nehmen. Von hier aus beschossen die ukrainischen Streitkräfte Jasinovataja, einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt und Kreuzung von fünf strategisch wichtigen Autobahnen.“

    (Izvestija, 18.2.)

  14. Der nächste Vorstoß der Russen scheint laut Korrespondenten von El País in Tschasov Jar geplant zu sein.
    Es ist beachtlich, wie dieser Krieg über Aufklärung und Technik vermittelt wird:

    „Unterirdisch, in einigen Kellern der Stadt, hat eines der Bataillone der 93. Brigade seinen Kommandoposten. Es gibt sechs große Bildschirme. In zwei Teilen können Sie in Echtzeit die Bewegung in den russischen Schützengräben in verschiedenen Abschnitten der Front beobachten; In zwei anderen Fällen wird die Lage der verbündeten und feindlichen Stellungen zum jeweiligen Zeitpunkt angegeben. Weiters erscheinen auf zwei weiteren Computerbildschirmen Dutzende Telefonbenutzerkonten: Sie sind die Kommandeure an den Frontverteidigungspunkten. Wenn auf einem Bildschirm eine Bewegung erkannt wird oder bei einer Stellung Drohnenbewegungen gesichtet werden, werden die betroffenen Bataillonseinheiten benachrichtigt.

    Die Echtzeit-Bilder von der Frontlinie werden von Mavic-Drohnen aufgenommen, – gewöhnlich für kommerzielle Zwecke eingesetzt –, die sich in einer Höhe von nicht mehr als 100 Metern befinden.
    Auch die ukrainischen Streitkräfte setzen Drohnen ein, die Tausende Meter hoch fliegen, allerdings in geringerer Zahl als der Feind.
    Russland hat den Drohnenkrieg auf den Kopf gestellt, insbesondere durch den Einsatz der Bombengeräte Orlan und Lancet.

    Dmitro, ein am Donezk-Kanal stationierter Soldat, bescheinigt, dass es schwierig sei, längere Zeit außerhalb der Bunker zu bleiben, ohne von russischen Flugzeugen entdeckt zu werden. »Eine weitere Veränderung gegenüber vor zwei Monaten ist, dass sie viel mehr Artillerie einsetzen.« General Oleksander Tarnavski, Kommandeur der Awdejevka-Front, versicherte letzte Woche, dass Russland über zehnmal mehr Raketen als seine Truppen und darüber hinaus über eine überlegene Zahl an Kombattanten verfügt.“

    Während ukrainische und westliche Medien die mangelnde Unterstützung aus dem Westen beklagen, liegt das wirkliche Problem eben bei der ukrainischen Truppe – sowohl nach Anzahl als auch nach Ausbildung und Motivation.

    Laut einem über die Situation informierten Militäroffizier erwägt das Oberkommando dieses Frontabschnitts, den Medienzugang zu Tschasov Jar in den kommenden Wochen zu sperren. Es wäre ein weiteres Zeichen, wie in Bachmut oder Avdejevka, daß seine Generäle sich auf einen neuen Kampf bis zum Äußersten vorbereiten.“

    (El País, 20.2.)

  15. Russland rückt weiter um Awdijiwka vor

    Nachrichten gibt es von heute Nacht zur umkämpften ukrainischen Stadt Awdijiwka. Dort rücken nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte russische Soldaten weiter auf die umliegenden Städte und Dörfer vor. "Mit der Einnahme von Awdijiwka ist es nicht getan. Sie greifen weiter an", sagte Andrij, ein ukrainischer Drohnenpilot der 47. Brigade. "Nach Awdijiwka sind die umliegenden Dörfer an der Reihe. Und dann Myrnohrad und Pokrowsk, die nächsten größeren Städte."

    Maksym Zhorin, stellvertretender Kommandant der dritten ukrainischen Angriffsbrigade, schrieb auf Telegram: "Die Situation an der Awdijiwka-Front ist ziemlich klar. Die Russen werden so weit vorrücken, wie es ihre Kräfte zulassen, je nachdem, wie viele überleben." Die russischen Truppen sicherten Awdijiwka, nachdem monatelanges Bombardement die Stadt in Schutt und Asche gelegt hatte. Es war der größte russische Erfolg seit der Einnahme von Bachmut im Mai 2023.

    (Standard, 22.2.)

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