Pressespiegel El País, 23.4.: Absturz einer türkischen Bitcoin-Bank

VIRTUELLES SPIELGELD

Massiver Kryptowährungsbetrug in der Türkei
ANDRÉS MOURENZA

„Der Kryptowährungsboom in der Türkei ist vielen Sparern teuer zu stehen gekommen. Die Einstellung des Betriebs der digitalen Geldwechselplattform Thodex hat Zehntausende von Investoren im Regen stehen gelassen – laut türkischen Medien bis zu 391.000 – und kann zu Verlusten von Hunderten von Millionen Euro führen. Der Gründer und Eigentümer von Thodex, Faruk Fatih Özer, hat das Land verlassen, aber das Unternehmen sagte in einer Erklärung am Donnerstag, dass die Schließung nur vorübergehend ist und dass alle Kunden ihr Geld zurückbekommen werden. Die türkische Justiz hat inzwischen eine Untersuchung angeordnet und die Polizei hat ihren Geschäftssitz in Istanbul durchsucht.

Seit 2018 hat die Lira 55% ihres Wertes verloren und die Inflation ist gewaltig angestiegen. Da die Regierung die Steuern auf Währungskäufe erhöht hat, haben viele Türken begonnen, sich auf Kryptowährungen zu konzentrieren, um einen Kaufkraftverlust zu vermeiden. Das geschah insbesondere in den letzten Monaten, als die Entlassung des Zentralbankgouverneurs die türkische Währung wieder auf Abwertungskurs schickte.
Nach Angaben von Reuters belief sich der Kryptowährungshandel in der Türkei zwischen Februar und März auf fast 22 Milliarden Euro, 30-mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Um den Markt abzukühlen, hat die Zentralbank am vergangenen Freitag den Kauf von Dienstleistungen oder Produkten mit Bitcoin verboten, nicht jedoch den Kauf von Bitcoin selbst als Anlageprodukt.

Unternehmen, die mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu tun haben, sind überall aufgetaucht. Die wichtigsten Plattformen werben im Fernsehen und sponsern einige der meistgesehenen Shows in der Türkei. Thodex wurde 2017 gegründet und war unter den fünfzig ähnlichen Websites des Landes eine der meistbesuchten Websites, unter anderem dank seiner großen Werbekampagnen in sozialen Netzwerken, an denen berühmte türkische Schauspieler teilnahmen, und der Verlosung von Porsches unter ihren Kunden. Der Gründer war unter anderem mit dem Außenminister Mevlüt Çavusoglu auf Fotografien erschienen, was ihm einen Nimbus von Seriosität verlieh (obwohl das Büro des Ministers am Donnerstag schnell versicherte, dass er Özer überhaupt nicht kenne und ihn seinerzeit nur auf Antrag des Sohnes eines Abgeordneten der Regierungskoalition empfangen habe).

Bitcoin-Bankomat in Istanbul

Thodex-Benutzer hatten seit einigen Tagen Probleme, ihre Kryptowährungen einzulösen und ihre Positionen zurückzuziehen. Am Mittwoch, den 21., stellte die Plattform den Betrieb ein, obwohl es sich laut einer Ankündigung des Unternehmens auf Twitter um eine vorübergehende Schließung für sechs Stunden »wegen Wartungsarbeiten« und zwecks »Problemlösung« für die Schwierigkeiten handle, unter denen Kunden seit mehreren Tagen litten.
Am nächsten Tag kündigte das Unternehmen in einer anderen Erklärung an, dass die Schließung um vier oder fünf Tage verlängert werde. Kurz darauf tauchte jedoch ein Foto von Özer am Istanbul International Airport auf, von dem er zwei Tage zuvor nach Angaben einiger Medien nach Thailand oder nach Angaben anderer in die USA geflogen war.“

Die türkische Regierung hat den Handel mit Bitcoin also zugelassen, obwohl die virtuelle Währung der eigenen nationalen Währung sozusagen Konkurrenz macht. Um die Ergebnisse des Sturzes der Lira abzuschwächen, erlaubte und beförderte die türkische Politik den Einsatz der Kryptowährung.
In China, wo zwar viel Bitcoin auf Servern „gemünzt“ wird, ist der Handel damit verboten, weil China seine Währungshoheit nicht aus der Hand geben will.

Abgesehen davon, daß der Handel mit Bitcoin selber Möglichkeiten des Betruges bietet und von der Unterwelt für Geldwäsche genutzt wird, ist es nicht auszuschließen, daß der nach Thailand oder sonstwohin geflüchtete Besitzer der Bitcoin-Wechselstube selber Opfer eines Betruges geworden ist: In einer anderen Zeitung erschien vor einigen Tagen ein ausführlicher Artikel über das Heer nordkoreanischer Hacker, mit denen Nordkorea u.a. seinen Devisenmangel bekämpft. Bevorzugte Opfer von Hacking-Angriffen sind die Bankensysteme asiatischer Staaten, die nicht besonders gut durch Firewalls geschützt sind, und Krypto-Währungs-Börsen, weil diese aufgrund ihrer mit dem Internet eng verbundenen Struktur ebenfalls anfällig sind.
Die Türkei ist jetzt jedenfalls in Schwierigkeiten:

„Panik
»Die Website ist völlig unzugänglich und die Kunden sind in Panik geraten. Wir haben eine Strafanzeige eingereicht«, erklärte Oguz Evren Kiliç auf Twitter. Dieser Anwalt, der auch einige der Geschädigten vertritt, sagte, dass auch die Beschlagnahmung der Konten von Koineks, der Muttergesellschaft von Thodex, gefordert wird. »Wir schätzen, dass bis zu 2 Milliarden Dollar verloren gegangen sein könnten. Es ist der größte Betrugsfall in der Geschichte der Republik«, erklärte er.

Derzeit hat das Untersuchungskomitee für Finanzverbrechen die Konten von Thodex gesperrt und die Staatsanwaltschaft hat eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Am Donnerstag durchsuchten Polizisten den Firmensitz. Die dreißig Angestellten von Thodex waren dem türkischen Fernsehen zufolge nicht in der Arbeit erschienen.

In einer Erklärung in sozialen Netzwerken erklärte der junge Geschäftsmann, er sei »ins Ausland« gereist, um »Treffen mit Investoren abzuhalten«, ohne anzugeben, wo er sich befindet oder wer die Investoren sind. Sein Ziel sei es, die technologische Struktur der Plattform zu ändern, um »Cyberangriffe« wie in der Vergangenheit zu vermeiden, für die er die starken Schwankungen der letzten Tage verantwortlich gemacht habe. Darüber hinaus seien von den fast 700.000 Nutzern der Plattform nur etwa 30.000 aktiv, der Wert ihrer Investments liege weit unter den 2 Milliarden Dollar, die als Schadenssumme gehandelt werden.

»Mit diesen unbegründeten Behauptungen wird der Versuch behindert, das Geschäftsleben dieses Unternehmens aufrechtzuerhalten, dessen Marktwert etwa 40 Millionen Dollar beträgt«, sagte Özer in der Erklärung, in der er versprach, dass er zurückkehren und niemand sein Geld verlieren werde. Auf der anderen Seite meinte ein Anwalt des Unternehmens, der vom Habertürk-Kanal zitiert wurde, dass es sich um ein »Liquiditätsproblem« handelt – eine weitere der verschiedenen Erklärungen, die das Unternehmen im Laufe der Woche verlautbart hat.
Der Skandal um die Kryptowährungs-Firma ereignet sich inmitten einer Krisensituation in der Türkei, deren Regierung für das Wirtschaftsmanagement der letzten Jahre stark kritisiert wird. Die Opposition prangert beispielsweise an, dass die Zentralbank durch Verkäufe in den letzten zwei Jahren fast alle Währungsreserven bei dem vergeblichen Versuch verbrannt habe, den Wert der türkischen Lira zu erhalten.“

Na ja. An der verkehrten Währungspolitik liegt es nicht.
Die Türkei hat in den letzten Jahren in Rüstung investiert, was das Zeug hielt, und dafür die Staatsfinanzen strapaziert. Das kritisiert die Opposition offenbar nicht.
Der Versuch, Wechselkursverfall, Ebbe bei den Devisenvorräten und galoppierende Inflation durch Kryptowährungen abzufangen, ist vorerst einmal gescheitert. Weil die anderen Firmen, die ebenfalls mit Kryptowährungen handeln, werden diesen Crash vermutlich auch zu spüren bekommen.

53 Gedanken zu “Pressespiegel El País, 23.4.: Absturz einer türkischen Bitcoin-Bank

  1. “… Digitalwährungen oder Kryptogeldern wie Bitcoin oder Dogecoin. Es ist ein bisschen schwierig zu erklären, worum es sich dabei handelt, denn die »digitalen Gelder« sind zwar digital, aber eben kein Geld. Mit diesen könnte theoretisch im Internet bezahlt werden, nur findet das nicht statt.
    In diesem Sinne haben Bitcoin & Co keinen Zweck. Das hält aber die Finanzmärkte nicht davon ab, auf sie zu spekulieren. Und wie! Ein Bitcoin kostete vor fünf Jahren noch 400 Dollar, vor einem Jahr 7000 und derzeit etwa 45 000 Dollar. Alle existierenden Bitcoins addiert sind inzwischen etwa eine Billion Dollar »wert«. Der Neuling Dogecoin kommt auf etwa 200 Milliarden. Alle »digitalen Währungen« addiert kosten aktuell 2,25 Billionen Dollar – also 2250 Milliarden Dollar für etwas, das niemand benutzen und mit dem man sich noch nicht einmal die Wände tapezieren kann. Die Nachfrage nach den Kryptopseudogeldern existiert allein durch die Spekulation darauf, dass ihre Preise weiter steigen. Um die Nachfrage aufrechtzuerhalten, muss der Preis aber auch steigen – sollte Bitcoin es nicht schaffen, nachhaltig über die 60 000-Dollar-Marke zu springen, droht dem Aufschwung die Puste auszugehen, warnte diese Woche die US-Bank JP Morgan Chase.
    Verboten ist das nicht, warum auch? Es hat ja niemand behauptet, Kryptowährungen wären zu irgendetwas nutze.”
    Stephan Kaufmann: Vom Erfinden der Reichtümer
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1151196.vom-erfinden-der-reichtuemer.html?sstr=Stephan%20Kaufmann

    US-Präsident Joe Biden will dem Kongress vorschlagen, die Kapitalertragssteuern in etwa zu verdoppeln. Das könnte die Attraktivität von Kryptowährungen als Geldanlage schmälern. Einige Fonds hätten auf die Nachrichten mit aggressiven Verkäufen reagiert, sagte Avi Felman, Chef-Händler des auf Kryptowährungen spezialisierten Vermögensverwalters Blocktower. (…)
    Bitcoin steht seit einigen Tagen unter Druck – unter anderem wegen Berichten über ein schärferes Vorgehen der Vereinigten Staaten gegen die Verwendung von Digitalwährungen bei Geldwäsche. Seit dem Mitte April erreichten Rekordhoch von knapp 65.000 Dollar summiert sich das Minus auf fast ein Viertel.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Krypto-Waehrungen-rauschen-abwaerts-article22509207.html
    Und aus dem Januar 2021:
    Bitcoin ist die neuzeitliche Version der Krisenwährung Gold. Geopolitische Beben lassen den Kurs steigen, Regulierungen ihn fallen. Einer Umfrage von Statista zufolge ist die Beliebtheit der Währung nicht etwa in Ländern groß, die zu den Early-Adoptern der Digitalisierung gehören, sondern in krisengeschüttelten. Bedroht von Unruhen, Sanktionen oder Hyper-Inflation.
    https://www.heise.de/tp/features/Umgeht-der-Iran-Sanktionen-mit-Bitcoin-4646026.html

  2. China geht einen anderen Weg:
    China könnte wieder die Welt des Geldes verändern
    In China können Menschen bereits mit einem digitalen Yuan zahlen. Im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr soll der E-Yuan auch bald eine Rolle spielen. Die Vorherrschaft des Dollar wird Pekings Vorstoß so schnell nicht brechen – aber vieles verändern.
    Die People’s Bank of China (PBOC) hat in den vergangenen Monaten hunderttausenden zufällig ausgesuchten Landsleuten ein überschaubares Guthaben an E-Yuan via App zukommen lassen, das sie testweise an mittlerweile weit mehr als 10.000 Akzeptanzstellen ausgeben können. Diese Tests sind Teil des jüngsten Fünfjahresplans, der zum Beispiel auch die Einführung von definierten Handelszonen für Kryptowährungen vorsieht.
    Dabei ist das digitale und mobile Bezahlen oder Spenden via App längst Alltag in China. Die enorm schnelle Verbreitung von Apps wie Alipay oder WeChat machen im Reich der Mitte das Bezahlen mit physischem Geld immer entbehrlicher und sind einem auf Kontrolle von Menschen und Finanzen bedachten Parteiapparat ein Dorn im Auge. Dieser schleichende Kontrollverlust, verstärkt durch den unregulierten Bitcoin-Hype, ist auch einer der Gründe für das harte Vorgehen Pekings gegen mächtige Fintechs wie die Ant Group.
    (manager magazin, 20.4.)

  3. @Leser
    Diese Aussagen Kaufmanns sind falsch:

    denn die »digitalen Gelder« sind zwar digital, aber eben kein Geld. Mit diesen könnte theoretisch im Internet bezahlt werden, nur findet das nicht statt. In diesem Sinne haben Bitcoin & Co keinen Zweck.

    Wie man dem Bild von dem Bankomaten oben entnehmen kann, ist (oder war es bis vor Kurzem) möglich, in der Türkei mit einer Bitcoin-Karte zu diesen Geräten zu gehen und vermutlich vom eigenen Bitcoin-Account türkische Lira abheben, so, als wäre es ein Fremdwährungs-Konto, auf das man solchermaßen zugreift.
    Die türkischen Kontoinhaber von Thodex- und ähnlichen Karten konnten also ihr Geld in Bitcoin parken, um es vor der Lira-Entwertung zu schützen. Damit war Bitcoin ein Wertaufbewahrungsmittel und damit Geld.
    Auch für Käufe und Verkäufe, vor allem illegale im Darknet, wird es genutzt.
    Es ist also verkehrt, wenn es als reines Spekulations-Objekt charakterisiert wird.
    Der Vergleich mit dem Gold kommt eher hin, als eine Art Krisenwährung.
    Mir drängt sich auch der historische Vergleich mit dem Wechsel auf, vor allem wegen seiner dezentralen, nicht an Landeshoheit gebundenen Natur.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wechsel_(Wertpapier)
    Man wird also in Zukunft unterscheiden müssen zwischen Digitalwährungen, die von Regierungen neben dem Staatspapiergeld ausgegeben werden, und solchen, die unabhängig davon zustandekommen.
    So eine wäre auch die von Facebook geplante Libra gewesen.

  4. Meine Fragen sind etwas spekulativ.
    Vom Hörensagen her scheint mir, dass sowohl in der Türkei (evtl. auch in Iran???) Bitcoin staatlicherseits ermächtigt worden ist, auch diverse geldliche gewöhnliche Zahlungsfunktionen über das Darknet, Mafia- u.a. Kreise hinaus, also auch in der gesamten türkischen Gesellschaft, zu übernehmen. Zahlung und Wertaufbewahrung?
    Insofern hat mich dein türkisches Bankomat-Foto erst einmal überrascht. Dein Thread dokumentiert ja auch, dass sie dafür Werbung im TV machen, eigene Werbesendungen unterhalten etc.
    Die Haltung der Politik zu Bitcoin in der Türkei scheint also eine fundamental andere zu sein als die innerhalb des Geltungsraumes des Euro.
    (In China noch mal anders, dort ist das digitale Geld ja reguliert und in das staatliche Geldgefüge sowieso eingeordnet, so verstehe ich deinen Post.)
    Den Stellenwert dieses Cyber-Geldes am türkischen Geldverkehr kann man darüber, dass ein Foto eines enzigen Cybergeld-Bankautomaten abgelichtet wird, nicht gut einschätzen. Sondern? Eine der praktischen “Schwierigkeiten” beim Umgang mit Bitcoins scheint mir doch zu sein, dass Kursschwankungen nicht mal vorkommen, sondern jeden Tag und immerzu. Und umgekehrt umgekehrt.
    Unklar ist mir auch deine These, es gäbe digitales Geld, welches “unabhängig” vom Staatsgeld existiere. Ist es nicht als solches ausnahmsweise in der Türkei von Staats wegen erlaubt worden, um den türkischen Staat so, auch getrennt von Dollarzuflüssen oder türk. Lira-Abwertung, oder von den Querelen mit dem IWF, vorwärts bringen zu sollen?
    Inzwischen ist die zweite türkische Handelsplattform zugesperrt worden.
    Die Kryptowährungsbörse Vebitcoin kündigte am Freitag an, den Betrieb einzustellen. Sie verwies auf die sich verschlechternden finanziellen Bedingungen. Türkische Untersuchungsbehörden ihrerseits teilten mit, sie hätten die Konten des Unternehmens gesperrt und eine Untersuchung gegen Vebitcoin und deren Führungskräfte eingeleitet. Das berichten Agenturen wie Reuters oder Bloomberg.
    Vebitcoin die viertgrösste Kryptowährungsbörse der Türkei mit einem täglichen Volumen von fast 60 Millionen US-Dollar. Mehr als die Hälfte dieses Volumens stammt von Bitcoin, der diese Woche gegen 20 Prozent an Wert verlor.
    Bereits zuvor hatte die türkische Kryptowährungsbörse Thodex aufgegeben. Ihr 27-jähriger Gründer ist aus der Türkei geflüchtet. Die Plattform hat etwa 390’000 Nutzer. Ihre Verluste könnten laut der türkischen Zeitung Haberturk bis zu 2 Milliarden US-Dollar betragen. Es wird von Betrugsvorwürfen berichtet.
    Das tägliche Handelsvolumen von Kryptowährungen in der Türkei beträgt etwa 2 Milliarden Dollar. Der Boom von Kryptowährungen in der Türkei lässt sich auch damit erklären, dass viele Türkinnen und Türken gegen die heimische Währung Lira Misstrauen hegen. Die Lira hat in diesem Jahr rund 10 Prozent gegen den Dollar verloren.
    Die Türkei kündigte von rund einer Woche ein Verbot von Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen an. Betroffen von der neuen Regel, die ab Ende April gelten soll, seien direkte und indirekte Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen, schrieb die Zentralbank.”
    https://www.cash.ch/news/politik/handelsplattformen-tuerkei-nach-restriktionen-fuer-bitcoin-kollabiert-bereits-zweite-grosse-boerse-1753302
    Nach einer Erfolgsgeschichte sieht das nicht aus… (Bei Wirecard sollen sie ja u.a. Bilder von Papp-Stellwänden mit einigem pixel-technischem Aufwand und mit ihrem Logo beklebt und als Quasi-Real-Fotos von Gebäuden ins Netz gestellt haben, und die staatliche Geldaufsicht damit schwer beeindruckt haben..)

  5. Laut ntv “… hat die Zentralbank Sorge, dass durch Cyberdevisen die Türkische Lira weiter unter Druck gerät. Sie hat in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren. Vor wenigen Tagen (!) hatte der Autohändler Royal Motors, der Rolls-Royce und Lotus-Wagen in der Türkei vertreibt, Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert. Weltweit sind Apple, Amazon und der Online-Reiseanbieter Expedia schon länger so weit. Auch der Elektroautobauer Tesla nimmt Kryptowährungen beim Bezahlen an.”
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Tuerkei-verbietet-Zahlungen-mit-Bitcoin-article22494899.html
    {Anscheinend gibt es / gab es / im Umfeld mindestens eines türkischen Flughafens mindestens diesen einen abfotografierten Bitcoin-Bankomaten. Es gibt dort vermutlich ja auch andere Wechselstuben. Dass Spekulanten Rolls Royce fahren, mag ja schon auch sein…)
    Dass das tägliche Handelsvolumen mit Bitcoins in dr Türkei 2 Mrd. Dollar betragen habe, ist noch kein Beweis dafür, dass dort viel mehr als Spekulation damit getätigt worden ist.

  6. Was Amazon und Bitcoin betrifft, so habe ich nur rausgekriegt, dass es Start-Ups gibt, die Bitcoins so umwandeln, dass man anschließend dort damit dann wieder im Modus von Staatsgeld bezahlen kann.
    Dass StartUps so damit befasst sind, wird also ganz sicher so sein, nicht nur in der Türkei.
    Aber zumindestens noch 2019 “… bietet Amazon selbst keine Krypto Zahlungsoptionen an. Der Anwendungsfall ist im Moment nicht so stark, insbesondere bei frei schwankenden Währungen wie Bitcoin. Die Volatilität der Währung ist immer noch viel zu hoch, um ein praktikables Zahlungsmittel zu sein.”
    [Dass ein Reiseanbieter Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert – liegt ja vielleicht eher an den aktuellen Schwierigkeiten dieser Branche, die einfach jeden Strohhalm ergreifen muss…]
    Das könnte in der Türkei prinzipiell ganz anders gewesen sein, oder von staatlicher Seite zumindestens mal anders geplant oder toleriert gewesen sein. Durchblicken tu ich da nicht.
    Einen guten Überblick scheint dieser Artikel zu geben:
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/bitcoin-bezahlung-faq-101.html
    Der kommerzielle Wechsel entsteht aus dem Kreditbedürfnis eines wachstumswilligen Kapitals, das aber die Usancen des Kapitalmarkts und der Bankenwelt scheut oder vermeiden will, z.B. weil es (noch) nicht als kreditwürdig eingestuft wird.
    Der von dir zitierte Wiki-Artikel endet übrigens so:
    “Der Wechsel hat im täglichen Geschäft und als Bestandteil der Mittelstandsfinanzierung an Bedeutung verloren und kommt mittlerweile nur noch in sehr geringer Stückzahl bei Nichtbanken vor. Bei Kreditinstituten spielt der Wechsel seit Januar 1999 keine Rolle mehr und ist in der Ausbildung von Bankkaufleuten kein Lehrgegenstand. Ein weiterer Grund für den Bedeutungsverlust des Wechsels ist darin zu sehen, dass es nicht gelungen ist, den Wechsel „maschinenfähig“ zu machen. Wegen seiner Urkundeneigenschaft lässt sich der Wechsel nur durch hohen Personaleinsatz abwickeln. Hinzu kommen neue wirkungsvollere Arten des Zahlungsverkehrs, insbesondere die Überweisung, die Debit- und die Kreditkarte, durch die sich die Vorteile des Wechsels mit Gesichtspunkten der Automatisierung und der Rationalisierung des Bankwesens in Einklang bringen lassen.”
    Schluss nicht nur daraus: Ist der ganze Bitcoin-Hype nicht von vornherein eher eine reine Spekulationstour auf weitere Spekulation gewesen – und entspringt daher ganz anderen ökonomischen Notwendigkeiten als der kommerzielle Wechsel?
    – Dass auch mit Kunstwerken spekuliert wird, wie mit allem und jedem sonst auch noch, darauf wird hier hingewiesen …
    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/alles-gutes-geld

  7. Ja, mir ist auch der Vergleich mit Wirecard eingefallen.
    Das genoß ja auch höchste Protektion, weil sich diverse deutsche Politiker in der Illusion sonnten, sie könnten über Wirecard ein eigenes System für den Zahlungsverkehr aufbauen und damit die gängigen, dollarbasierten umgehen – möglicherweise eben genau für Geschäfte mit z.B. dem Iran.
    Bei den Bitcoin-Geschichten in der Türkei scheint ähnliches gelaufen zu sein. Der Bankomat wird vermutlich nicht der einzige sein.
    Hier war vermutlich die Idee die, den Bürgern eine Reservewährung anzubieten, die von den „gewöhnlichen“ Wechselkursschwankungen der Lira (Lira-Euro, Lira-Dollar) unberührt ist. Das alles, um den Wertverlust der Lira irgendwie handhabbar zu machen – und der Unzufriedenheit der Bürger das Maul zu stopfen.
    Das Einräumen des Handels mit Bitcoin war also sowohl eine währungs- als auch eine sozialpolitische Maßnahme, deswegen konnte es soweit gedeihen, daß es diese Bitcoin-Firmen sogar zu einem Bankomatennetz gebracht haben.

  8. Also aus dem Artikel aus El País geht mir recht klar hervor, daß viele Leute in der Türkei Bitcoin so verwendet zu haben scheinen, daß sie dort Geldbeträge geparkt und bei Bedarf eines Kaufaktes in Lira umgewandelt haben. Ähnlich, wie in diversen Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens unter der Matratze Euros liegen, und wenn man was einkaufen will, so wechselt man sie schnell einmal um in die Landeswährung.
    Das kann man nicht als spekulativen Gebrauch bezeichnen. Ein solcher Gebrauch geht nicht unbedingt als „Handelsvolumen“ in die Statistik ein – das geschieht möglicherweise nur, wenn man am Internet direkt mit Bitcoin zahlt, was natürlich auch vorgekommen sein kann.
    Der Bitcoin-Bankomat kann logischerweise keine Bitcoins ausgeben, weil die existieren stofflich nicht. Also gewährt er Zugang zu einem Bitcoin-Konto, und spuckt dafür Lira aus.
    Wenn du recht hast und der ist nur am Flughafen, so täusche ich mich möglicherweise, aber ich nehme an, daß es solche Bankomaten woanders auch gibt.

  9. Eine Suche nach Bitcoin-Bankomaten hat auf den ersten Blick ergeben:
    Bitcoin ATM machine in Istanbul at Aqua Florya Shopping and Life Center – Shitcoins Club
    Bitcoin ATM machine in Istanbul at CITY’S Nişantaşı Alışveriş Merkezi – General Bytes
    Bitcoin Teller in Istanbul at Coinsfera Bitcoinshop – Bitcoin Teller
    Bitcoin ATM machine in Istanbul at Vadistanbul Shopping Mall (Das ist der oben abgebildete.)
    Bitcoin ATM machine in Istanbul at Opet Bagcilar – General Bytes
    (Einfache Google-Suche)

  10. @Leser – gibt es auch noch einen andern Bitcoin Artikel vom GSP als den von dir verlinkten?
    Bitcoin ist keine Währung, sondern ein spekulatives Asset. In dem Maß, wie er wirklich Währungsfunktionen übernhemen würde (z.B. als Alternative zum SWIFT System), würde er von den Staaten beschränkt. Das fängt ja langsam an. Dabei muss er nichtmal verboten werden, sondern es reicht eine Transaktionssteuer. Der Artikel, den du verlinkst beschreibt ja auch zurecht die BTC – Spekulation als eine Spekulation auf das Verhalten anderer Spekulanten.
    edit: Dass die Türken den Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel nutzen funktioniert genau so lange, wie die Spekulation beim Bitcoin läuft. Zahlungen werden mit BTC nicht in nennenswertem Umfang abgewickelt.

  11. “Bitcoin ist keine Währung, sondern ein spekulatives Asset.”
    Ich glaube auch, daß das weitgehend das Interesse an diesem Zeugs erklärt. Das ist in besser funktionierenden Ökonomien interessant, dort konkurriert das mit all dem anderen Zeugs, was Gewinne verspricht (und wenn das NFTs sind). Aber eben auch in schwächeren Ökonomien, wo schon das Interesse, sein Vermögen überhaupt zu erhalten, bei vielen Asset-Klassen nicht befriedigt wird. Deshalb ist es unabhängig von den Überlegungen der türksichen Regierung, wie das der Lira helfen könnte, sicherlich bei vielen Geldbesitzern sehr attraktiv. Wobei die natürlich ausblenden, daß Bitcoin alles andere als “werthaltig” ist und da dieLuft schneller raus sein kann als der Lira-Kurs (oder Aktienkurse inländischer Unternehmen) eventuell noch weiter fällt. Selbst beim Gold als dem klassischen “Wertaufbewahrungsmittel” steckt ja wenig “Wert” und mittlerweile eine Unmenge von Spekulation im Kurs.

  12. Irgendwie nehmt ihr alle nicht zur Kenntnis, daß das Bitcoin zumindest bis vor kurzem in der Türkei tatsächlich Geldfunktionen erfüllt hat. Oder vielleicht, präziser, für solche verwendet wurde.
    Und zwar nicht bei Spekulanten, sondern bei relativ gewöhnlichen Personen der Mittelklasse.
    Die wirklich dicken Brummer brauchen doch keine Werbung in sozialen Medien oder durch Showstars, um ihre Anlagebedürfnisse zu befriedigen.
    Diese Art von Bewerbung richtete sich genau an Leute, die etwas mehr Geld haben, als sie für den tagtäglichen Gebrauch benötigen, und das irgendwo parken wollten.
    Der türkische Staat hat das zugelassen oder sogar befördert, weil er damit den Wertverlust der Lira wenn schon nicht abschwächen, aber doch irgendwie handhabbar machen wollte.
    Statt dessen gefallt ihr euch darin, euch in allgemeinen Betrachtungen über Bitcoin zu ergehen und diesen türkischen Sonderweg links liegen zu lassen.

  13. Ich erinnere an meinen alten Beitrag zu Bitcoin, wo ich darauf hingewiesen habe, daß die Besonderheit dieser Währung ist, daß sie keinen staatlichen Aussteller hat, sich aber sonst wie eine Währung gebärdet.
    Deswegen ist es ja auch vielerorts verboten und führt ein halblegales Dasein.
    Jetzt in der Türkei ist Bitcoin aber eine Zeitlang offiziell zugelassen worden, der dortige Staat war gerade auf diese exterritorialen Geldfunktionen scharf.
    Und ist dabei, wie es ausschaut, eingefahren.

  14. “Irgendwie nehmt ihr alle nicht zur Kenntnis, daß das Bitcoin zumindest bis vor kurzem in der Türkei tatsächlich Geldfunktionen erfüllt hat.”
    Wurde doch zur Kenntnis genommen. Daß sicherlich nicht nur Finanzschwergewichte sondern vor allem auch Mittelklasse-“Anleger” in Bitcoin gegangen sind, ist ja offensichtlich. Und das sie das in erster Linie gmemacht haben, um ihr Geld- und Finanzvermögen wenigstens teilweise zu “retten”, also gehofft haben, daß sie ihre Werte in Bitcoin halbwegs unbeschadet über die Runden bringen könnten, hat doch auch niemand bestritten. Was sich Erdogan dabei gedacht hat, weiß ich hingegen nicht. Der Lira hat das alles sicher nicht gerade geholfen, befürchte ich.

  15. Ja, aber das ist ja das Interessante – daß eine Regierung, die ihre Finanzkraft überstrapaziert hat, jetzt eine Kryptowährung als vermeintlichen Rettungsanker entdeckt …
    Mir scheint inzwischen, daß der Crash von Thodex und anderen Bitcoin-Börsen mit dem Umdenken der Staatsführung bezüglich des Rettungsankers zusammenhängt:
    Türkei verbietet Zahlungen mit Bitcoin & Co
    Ab Ende April sind in der Türkei Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen verboten. Diese würden möglicherweise zu irreperablen Schäden führen, so die Begründung der Behörde.
    Die türkische Zentralbank verbietet Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Der Handel mit digitalen Währungen und das Bezahlen damit führe möglicherweise zu „irreparablen” Schäden, erklärte die Behörde am Freitag. Zuletzt hatten immer mehr Geschäfte in der Türkei Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert. Ein Bitcoin verbilligte sich um rund drei Prozent auf 61.490 Dollar. Der Kurs war in den vergangenen Monaten von einem Rekord zum nächsten gejagt und viele Experten warnen vor einer Blase. Auch Aktien von Firmen, die mit Krytowährungen zu tun haben, kamen unter Druck.

    Kryptowährungen unterlägen keiner Regulierung und Aufsicht durch eine Notenbank und habe daher hohe Risiken. Die Nutzung des digitalen Gelds könne bei Konsumenten und Händlern zu Verlusten führen. Zudem hat die Zentralbank Sorge, dass durch Cyberdevisen die Türkische Lira weiter unter Druck gerät.
    (Die Presse, 16.4.)
    Die Legalisierung des Bitcoin als Zahlungsmittel hat nämlich zu einem Kursanstieg des Bitcoin gegenüber allen nationalen Währungen und damit auch gegenüber der Lira geführt, und damit ist diese Krypto-Währung von einem Rettungsanker zu einer Bedrohung geworden.
    Der Schaden, den der Bitcoin-Crash in der Türkei selbst anrichtet, ist noch nicht abzusehen.

  16. Laut diesem Wikipedia-Artikel wurde die Währung umbenannt und die verschiedenen Unterformen aufgegeben.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Diem_(Internetw%C3%A4hrung)
    Ds ganze Projekt wirkt noch nicht sehr ausgereift.
    Der im Kaufmann-Artikel zitierte Spruch von Scholz gilt offensichtlich: „Die Ausgabe einer Währung ist Bestandteil nationaler Souveränität“ – die Libra- oder Diem-Währung ist und bleibt eine Kampferklärung an selbige.

  17. Erst die allgemeine Krise, dann der Bitcoin-Crash und jetzt das – leicht hat es der türkische Nationalbankchef nicht:
    Biden stürzt türkische Lira in neue Krise
    Der Streit mit Amerika um die osmanischen Massaker an Armeniern vor mehr als 100 Jahren und neue kritische Bemerkung des Zentralbankchefs zur Zinspolitik haben die Finanzmärkte der Türkei zum Wochenstart in Aufregung versetzt.
    FAZ, 26.4.

  18. Einer der Vorreiter der Kryptonisierung, Elon Musk, habe gerade verboten, dass seine Produkte (E-Autos) mit Bitcoins bezahlt werden können – und hat den Kurs des Bitcoins dadurch mal wieder in der Keller geschickt …
    https://www.heise.de/news/Wegen-schlechter-Umweltbilanz-Tesla-stoppt-Zahlung-mit-Bitcoin-6045524.html
    Mit einem einzigen Tweet – 300 Milliarden Dollar Marktwert vernichtet. Respekt Respekt!
    https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/kryptowaehrungen-elon-musk-schockt-die-krypto-maerkte-300-milliarden-dollar-marktwert-vernichtet/27188048.html
    Und – ach ja, – passiert ja alles, hü wie hott, “wegen der Umwelt und so…”

  19. Auch dass Musk nun ein eigenes Digital-Geld anstrebt (bzw. angblich anstrebt…) – alles nix als Gründe von Umweltschutz – etcpp:
    “…. halte es für plausibel, dass Elon Musk künftig eine eigene, «saubere» Kryptowährung ins Leben rufe, eine Art «Tesla Coin».” (NZZ)
    Der NZZ-Bericht klärt desungeachtet über weitere ökonomische Spekulationen über Spekulationen über Spekulationen auf ….
    https://www.nzz.ch/finanzen/elon-musk-will-angeblich-aus-umweltschutzgruenden-keine-bitcoins-mehr-akzeptieren-was-steckt-wirklich-hinter-dem-manoever-ld.1625237
    Fortsetzung folgt
    https://www.focus.de/finanzen/boerse/kryptowaehrungen/bitcoin-wende-musk-macht-weiter-stimmung-gegen-bitcoin-nun-foerdert-tesla-boss-sogar-eine-spasswaehrung_id_13294688.html – sowie
    Nicht alle Kryptowährungen haben einen so hohen Energie-Konsum wie Bitcoin, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Demnach arbeiten kleinere Kryptowährungen wie Peercoin, Blackcoin und Nxt mit einem anderen Verfahren, bei dem der Besitz von Hochleistungsrechnern weniger wichtig ist. Ein Großteil der „Miner“ innerhalb der Bitcoin-Gemeinschaft lehnt dieses umweltfreundlichere Verfahren jedoch ab, da sie bereits viel Geld in ihre Technik investiert haben. Musk kündigte auf Twitter jetzt trotzdem an, dass Tesla sich von nun an Kryptowährungen anschauen wird, deren Energieverbrauch bei unter einem Prozent des Bitcoin-Verbrauchs liegt. (leb via dpa)
    https://www.merkur.de/wirtschaft/tesla-elon-musk-beenden-zahlungen-und-verkauf-mit-bitcoin-blackcoin-peercoin-nxt-90576283.html
    So oder so – dürfte das ein Schlag dagegen sein, Bitcoins als normales Geld im normalen Zahlungsverkehr zu etablieren. Und das, nachdem die Türkei im Geltungsbereich der Türkei entsprechende Geschäfte anscheinend verunmöglicht (oder beschränkt) hat.
    Dass damit die Spekulation auf die Steigerung des Kurses, also die Spekulation auf die Spekulation beendet wäre, das sei aber nicht behauptet…

  20. Schlechte Zeiten für Bitcoin.
    Es fragt sich, wie sich das auf die anderen Digitalwährungen auswirkt.

  21. Kryptomarkt bricht ein: Bitcoin sackt auf 30.000 US-Dollar ab
    Frankfurt am Main. Die Furcht vor einer stärkeren Regulierung hat den Markt für Kryptowährungen einbrechen lassen. Nach einer Mitteilung der chinesischen Notenbank, wonach Digitalwährungen nicht für Zahlungszwecke verwendet werden dürfen, gaben viele Digitalwerte am Mittwoch nach. Die Kursverluste bewegten sich bei den wichtigsten Währungen deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Selbst für den schwankungsanfälligen Kryptomarkt sind das außergewöhnlich hohe Verluste.
    Die nach Marktanteil wichtigste Digitalwährung Bitcoin sackte auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweilig um etwa 25 Prozent auf 30.066 US-Dollar ab. Es ist das niedrigste Niveau seit Ende Januar. Das Rekordhoch wurde Mitte April mit knapp 65.000 US-Dollar erreicht. Die zweitgrößte Digitalwährung Ether geriet noch stärker unter Druck. Sie fiel am Nachmittag um bis zu 40 Prozent bis auf knapp 2.000 US-Dollar. Am späten Nachmittag konnten die Währungen einen Teil ihrer Verluste wieder wettmachen. Für beide gab es aber weiter ein Minus im zweistelligen Prozentbereich.
    Die chinesische Notenbank stellte klar, dass Kryptowährungen nicht verwendet werden sollten, da es sich nicht um echte Währungen handele. Auch sei es Finanz- und Zahlungsdienstleistern nicht gestattet, Produkte oder Dienstleistungen in Digitalwährungen auszuzeichnen.
    Die Volksrepublik ist schon länger für seine kritische Haltung gegenüber Kryptoanlagen bekannt. China arbeitet deshalb selbst an einer digitalen Variante seiner Landeswährung Yuan und führt bereits erste Feldversuche durch. Unter den großen Volkswirtschaften gilt China bei der Entwicklung einer Digitalwährung als am weitesten fortgeschritten. Auch die Europäische Zentralbank fasst einen digitalen Euro ins Auge. (dpa/jW)

  22. Wie sähe eine Digitalvariante einer bestehenden Landeswährung aus?
    Erstens gibt es sie im Grunde schon als digitale.
    Wenn ich heute eine Banküberweisung online mache, oder einen Einziehungsauftrag veranlasse, so setze ich den Euro digital ein. Bargeld ist hier nicht involviert.
    Auch wenn ich mit einer Debit- oder Kreditkarte zahle, verwende ich den Euro digital.
    Was fehlt also China oder den EU-Staaten noch für ihre Digitalwährung?
    Was muß die können, was die bisherigen digitalen Funktionen nicht können?

  23. Erst zum Schuß seines Artikels zu Kryprowährungen kommt Kaufmann zur entscheidenden Eigenschaft von Geld: Es ist der Maßstab für Reichtum, für abstrakte Zugriffsmöglichkeit auf alles Käufliche. Und da der Sinn von Geld in dieser verrückten Welt darin besteht, mehr Geld zu werden, bestrebt jeder Geldeigentümer (der das Zeugs nicht wie unsereins zum profanen Einkaufen der Sachen seines Lebensunterhalt braucht) danach, sich umzuschauen, welche der vielen “Anlageklassen” danach ausschauen, demnächst noch mehr Geld “wert” zu sein. Da gibt es natürlich Alles mit Jedem zu vergleichen und abzuschätzen: Sind Mietshäuser schon überteuert oder noch “Betongold”, ist Gold noch die sichere Bank, usw, soll man aus Aktien aussteigen oder lieber aus Anleihen? Und da kommt Kryptogeld ins Spiel. Vor allem nach der seit Jahren laufenden Finanzkrise trauen viele Menschen und hier vor allem Anleger den klassischen Geldern der Zentralbanken eines kapitalistischen Staats nicht mehr so ganz. Insbesondere, ob diese Gelder wirklich “wert”haltig bleiben oder vielleicht doch in einem Strudel von inflationären Entwicklungen entwertet werden. Deshalb konnte das von zentralen Institutionen unabhängige “Geheim”geld anfänglich einige Geldbesitzer dazu bewegen, wenigstens einen Teil ihres Vermögens in Kryptowährungen einzutauschen. Als dann der Kurs dieser “Werte” massiv anstieg, wurde daraus eine ganz normale Spekulationswelle, wie sie es seit den Tulpenzwiebeln in Holland gibt: Es interessiert niemand mehr, was das eigentlich ist, was man kauft, und wofür es nützlich sein könnte, das Einzige was zählt, ist die Aussicht, die Hoffnung und Erwartung, daß man das Zeugs demnächst noch teurer weiterverkaufen kann. Das kann genauso eine seltene Briefmarke, ein alter Ferrari oder ein angesagtes Bild sein, das ist dann schon egal.

  24. So weit ich das mitkriege, wird Bitcoin mit großem Energieaufwand „geschürft“.
    Wenn jetzt China denen die Tür weist, oder wer andere eine neue Stromrechnung präsentiert, so sehe ich die Grundlage dieser virtuellen Währung gefährdet.
    Weil irgendwo hat sie den Fuß auch noch auf dem Boden, also rein virtuell ist sie nicht, genauso wie illegale Websites im Darknet. Die laufen auch auf irgendwelchen Servern, die irgendwo stehen.

  25. “Grundlage” von Kryptowährungen wie Bitcoin scheint mir nicht die Möglichkeit der Vermehrung von ihnen zu sein, das mag mal leichter mal schwerer zu bewrkstelligen sein und wird zudem auch noch regelmäßig geändert, sondern die Akzeptanz und Nachgefragtheit der bestehenden virtuellen Währungseinheiten.
    Im übrigen gilt gerade *nicht*, daß dazu bestimmte Server nötig wären:
    “Der große Verbrauch liegt daran, dass Bitcoin eine virtuelle Kryptowährung ist. Sie wird von einem Peer-to-Peer-Computernetzwerk transferiert. Dieses Netzwerk wird durch alle Teilnehmer gebildet, die eine bestimmte Software, den Bitcoin-Client, ausführen. Es gibt keinen zentralen Server zur Verwaltung.”
    Lokal muß wohl jeder Bitcoineigentümer deshalb eine recht große Datenbank gespeichert halten, damit diese Redundanz überhaupt aufrechterhalten werden kann.

  26. Nun ja.
    Einen zentralen gibt es nicht, aber offenbar einige dezentrale.
    Inside the Icelandic Facility Where Bitcoin Is Mined
    Cryptocurrency mining now uses more of the Nordic island nation’s electricity than its homes.
    https://www.wired.com/story/iceland-bitcoin-mining-gallery/
    China mines more bitcoin than anywhere else. The government wants that to stop
    China has extended its iron-fisted crackdown on using and trading bitcoin to the industry that oversees the mining of new cryptocurrency tokens.
    https://edition.cnn.com/2021/05/24/investing/bitcoin-mining-china-crackdown-intl-hnk/index.html
    Es wäre natürlich möglich, daß die USA auf den Zug aufspringen und die Bitcoin-Industrie bei sich versammeln. Dann ist klar, wo das Zeug letztlich „zu Hause“ ist.

  27. Nochmal, die “Herstellung” von Bitcoin ist was anderes als die “Verwendung”. Herstellen kann das jeder mit entsprechender Computerhardware. Da gab es natürlich auch schon Schadsoftware, die einfach die PCs von irgendwelchen Usern dazu benutzt hat, wo sie reingekommen sind oder Unis haben feststellen müssen, daß ihr Rechenzentrum dafür benutzt wurde. Und, ja, am meisten hergestellt wurde bisher in China. Gehandelt werden die aber auf mehreren Börsenplätzen und “speichern” kann die jeder bei sich auf seinem PC.

  28. Das habe ich ja nie bestritten.
    Aber wenn die Herstellung stockt, so hat das für die Verwendung Konsequenzen.

  29. Ja, das würde sicher Konsequenzen haben. Aber welche? Der Preis würde tendentiell wohl eher steigen. Die allgemeine Verwendbarkeit (mit der es ja wohl eher eh nicht weit ist) würde eher sinken, wenn es, gemesen an einer steigenden Nachfrage, “zu wenig” Bitcoin gibt.

  30. Eurokurs stürzt auf 0.002 Bitcoin ab! Adidas Sneakers nur noch 0.00001 Bitcoin!

  31. Wie die EU den Handel mit Kryptowährungen regulieren will
    Kritische Stimmen aus China ließen Kryptowährungen zuletzt abstürzen. In Europa werden ebenfalls staatlichen Eingriffe geplant…
    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bitcoin-und-co-unter-druck-wie-die-eu-den-handel-mit-kryptowaehrungen-regulieren-will/27246924.html
    Wie ist ggf. umzugehen mit drohenden Panik-Verkäufen, wenn massenweise staatliches Geld erforderlich würde – das ist auch so eine Frage an die staatlichen Regulierer …
    https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/stablecoin-tether-die-schmale-fluchttuer-aus-der-bitcoin-falle-a-f04be1c7-e1f9-4621-bfa6-bad746f944a4

  32. Also, nachdem ich das mit dem Stablecoin durchgelesen habe – bis zur Bezahlschranke 🙂 – ist mir die Besorgnis um den Bank-Run nicht ganz nachvollziehbar.
    Weil es handelt sich um rein digitale Dollars, die da nötig wären.
    Zum Unterschied zu einem tatsächlichen Bank Run, wo reales Papiergeld verlangt wird – man denke an Griechenland 2015 – können die nicht so einfach ausgehen. Nur eine Frage der Serverkapazitäten.
    Natürlich, zur Stabilität des ganzen fragilen Geldsystems trägt das nicht bei, wenn plötzlich eine Bitcoin-Währung crashen sollte.

  33. Wie man sieht, ist das Bitcoin Mining vor allem dann ein Geschäft, wenn der Strom extrem billig ist (China) oder kostenlos (Birmingham).
    Bei normalen Stromtarifen ist das Geschäftsmodell offenbar nicht attraktiv.

  34. Kryptowährung Bitcoin in El Salvador gesetzliches Zahlungsmittel
    Initiative von Bukele im Parlament mit Nuevas Ideas-Mehrheit durchgewunken. Nach Dollarisierung im Jahr 2000 wird nun Bitcoin zweites Zahlungsmittel
    San Salvador. Als erstes Land der Welt hat El Salvador am Mittwoch die Kryptowährung Bitcoin durch sein Parlament als gesetzliches Zahlungsmittel bestätigt. Beschlossen wurde dies mit 62 Ja-Stimmen. Das Gesetz soll 90 Tage nach Erscheinen im Amtsblatt in Kraft treten.

    https://amerika21.de/2021/06/251374/bitcoin-el-salvador-zahlungsmittel

    Eine Rückerinnerung, auf was für eine Ökonomie und Gesellschaft diese Maßnahme trifft:
    http://nestormachno.blogsport.de/2019/07/07/serie-lateinamerika-heute-teil-12-el-salvador/

    Bukele will vermutlich damit den kriminellen Banden das Wasser abgraben, aber vermutlich kommen damit noch größere Troubles heraus als es in diesem unglücklichen Land jetzt schon gibt.

  35. Chinesische Provinzbehörden schließen dutzende »Minen« für Kryptowährungen

    (…) China hatte bereits 2017 Zahlungen im Land mit digitalen Währungen für illegal erklärt und diesen Schritt mit Sorgen um das Finanzsystem und die soziale Stabilität begründet. Erst im Mai warnten chinesische Bankenverbände vor Spekulationen mit Kryptowährungen und schickten den Kurs des Bitcoin damit auf Talfahrt.
    Sichuan, wo viel Strom mit Hilfe von Wasserkraft erzeugt wird, gilt als einer der wichtigsten Standorte für die Kryptowährungs-»Minen« in China. In der in den sozialen Medien zitierten Anordnung der Behörden werden die Energieversorger aufgefordert, die Serverfarmen nicht mehr mit Strom zu beliefern. Die Frist lief am Sonntag ab.
    Der ehemalige Bitcoin-Schürfer sagte AFP, es habe Kontrollen vor Ort gegeben. »Sie haben sich vergewissert, dass wir alles dichtgemacht und die Computer weggebracht haben.«

    Sichuan ist laut dem Bitcoin-Stromverbrauchs-Index der Universität Cambridge nach der Provinz Xinjiang im Nordwesten der größte Standort für die Erschaffung von Kryptowährung in China. In den Provinzen Innere Mongolei und Qinghai waren Kryptowährungs-»Minen« in den vergangenen Monaten schon geschlossen worden; die Bürger wurden aufgerufen, illegale »Minen« zu melden.
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1153520.kryptowaehrungen-chinesische-provinzbehoerden-schliessen-dutzende-minen-fuer-kryptowaehrungen.html

  36. Schau schau, gerade Sinkiang.
    Wo die Menschenrechte so mit den Füßen getreten werden, dort haben sich die Kryptowährungs-Server eingenistet.
    Vermutlich im Rahmen irgendeines Wirtschaftsförderungsprogramms, das jeden Investor in diesem unruhigen Gebiet mit rotem Teppich begrüßt.

  37. @Leser

    El Salvador wäre das erste Land, in dem man mit Bitcoins auch wirklich Sachen kaufen kann.

    Ich glaube, das ging in der Türkei auch, sonst hätte die türkische Nationalbank das nicht verbieten müssen.

    Der Verdacht des ND-Journalisten, Bukele wolle damit illegale Gelder anziehen, hat natürlich etwas für sich. Aber da könnte El Salvador schnell ins Visier der USA geraten, die den Kampf gegen Drogen und Korruption zu ihren Einmischungstiteln in Lateinamerika erklärt haben.
    Ebenso, wenn er sich selbst und seiner Camarilla durch Bitcoin eine Art virtuellen Safe für illegale Gelder eröffnet.

    Andererseits kann man mit Flüchtlings-Deals auch wieder die USA freundlich stimmen, wie sich am inzwischen abgetretenen Häuptling von Guatemala gezeigt hat.

  38. Ein Schneeballsystem ..
    (Aussichten düster: nicht nur für El Salvador…)

    “(…) Der Bitcoin verbraucht seit seiner Einführung 2009 immer mehr Strom. Derzeit entspricht der Stromverbrauch etwa demjenigen der Schweiz oder der Niederlande oder dem von 30 Millionen deutschen Haushalten.

    Bis jetzt wurden die dramatisch steigenden Stromkosten und die enormen Gewinne der früheren Einsteiger über neu hinzukommende Anlegergelder finanziert, die den Preis der Kryptowährung immer höher trieben.

    Das Ganze beruht auf einem Schneeballsystem. In dem Moment, in dem keine oder nicht mehr ausreichend viele Neugelder in Bitcoin-Anlagen fließen, bricht das Ponzi-Schema zusammen und der Bitcoin crasht. Der permanent wachsende Stromverbrauch ist ein Konstruktionsfehler von Bitcoin. Ein Absturz ist einprogrammiert. (…)
    Bei einem angenommenen Strompreis von fünf US-Cent pro Kilowattstunde beträgt die Bitcoin-Stromrechnung momentan 3,5 bis 6,75 Milliarden US-Dollar pro Jahr.
    Das Geld zahlen zunächst die sogenannten Miner (“Schürfer”), von denen es über eine Million gibt. Allerdings unterliegt der Miner-Markt einem starken Oligopol.
    Im Mai 2021 kontrollierten allein vier große chinesische Mining-Pools 60 Prozent des gesamten Marktes. Miner sind Betreiber von Rechenzentren, die ihre Rechenleistungen zu Verschlüsselungs- und Dokumentationszwecken dem Bitcoin-Netzwerk zur Verfügung stellen.

    Sie ermöglichen dadurch Bitcoin-Transaktionen und halten das gesamte Bitcoin-Netz am Laufen. Ohne die gewaltigen Rechenleistungen der Miner könnte Bitcoin nicht existieren (Stand 7.7.2021).

    Die Miner decken ihre Stromkosten sowie ihren Aufwand für Investitionen in Hardware (Rechner, Räume usw.) zu etwa 90 Prozent durch Einnahmen aus neu geschaffenen (geschürften) Bitcoins, die sie als Belohnung für ihre dem Netzwerk zur Verfügung gestellten Rechnerleistungen erhalten. Etwa zehn Prozent ihrer Einnahmen kommen aus Transaktionsgebühren, die die Benutzer von Bitcoin pro Transaktion bezahlen. (…)

    Fazit

    Eine Kryptowährung, die kaum für Massenüberweisungen geeignet ist und gleichzeitig so viel Strom verbraucht wie 20 bis 40 Millionen deutsche Haushalte, sodass für sie rund um die Uhr sechs bis zwölf Kernkraftwerke laufen müssen, ist viel zu teuer und kann daher auf Dauer nicht funktionieren.
    Der seit seiner Gründung ständig zunehmende Stromverbrauch zwang Bitcoin von Anfang an in ein Ponzi-Schema oder Schneeballsystem: Die nachfolgenden Anleger müssen immer weitere Geldströme nachliefern, um ständig steigende Bitcoin-Preise zu ermöglichen.

    Der Bitcoin-Preis muss, im Gegensatz beispielsweise zu Gold, laufend steigen, sonst bricht das Rechnernetzwerk zusammen und mit ihm die Kryptowährung selbst. Der permanent wachsende Stromverbrauch ist ein Konstruktionsfehler von Bitcoin. Wenn er nicht behoben wird, dürfte Bitcoin eines Tages crashen. Der Crash ist einprogrammiert.”

    https://www.heise.de/tp/features/Der-Bitcoin-Crash-ist-programmiert-6138995.html?seite=all

  39. Ein offensichtlicher Fan von Bitcoin (SoShy) verfasst auf TP/Heise dazu einen Leserbrief …

    “Du sollst kein Währungssystem nutzen, das deine Regierung nicht am … Wochenende abbuchen, verschwinden lassen oder mit strengen Auflagen belegen kann.

    Um Bitcoin madig zu machen ist den Konkurrenten dieses System jedes Mittel recht. Und recht so, wo käme unsere Finanzelite und unser Staat denn hin, hätte nicht jeder Staat eine eigene Währung die er nach Lust und Laune erzeugen, abwerten und manipulieren kann.

    Bitcoin ist Konkurrenz der Staatsfinanzen und Ihnen ein Dorn im Auge. Deshalb leiern Sie sich irgendwelche Argumente aus den Rippen um Bitcoin zu diskreditieren. So wie das mit allen privaten Währungen, also Währungen nicht im Staatsbesitz, geschieht.

    Es darf keine seriöse Währung geben, die der Finanzminister nicht verschlechtern kann. Natürlich langsam, so das wir es nicht bemerken, aber dafür stetig. Wo kämen wir denn hin, wenn die 1000 Euro Rente, die wir versprochen bekommen, in 10 Jahren
    noch den selben Kaufwert hätten? Nein wir bekommen 1000 versprochen, durch Lohnerhöhungen erhöht sich das in 10 Jahren zwar auf 1150, aber die Kaufkraft der 1150 fällt auf 850. Da es aber nominell 1150 sind muss man gar noch Steuer darauf zahlen. Doppelplusschlecht für den Rentner.

    So etwa geht das Spiel. Auf Bitcoin hat der Minster keinen Zugriff, verbieten möchte er es nicht, also wird er zusehen, dass er es irgendwie am Markt verschlechtern und es madig machen kann. (–> Corona, sorry CO2).

    Wir vergleichen also auf der einen Seite die Bitcoin Transaktionen, bzw. Ihren Energieverbrauch, mit einer Girobuchung. Wie blöd müssen wir sein? Warum vergleichen wir das nicht realistisch?

    Wir müssten also den Aufbau der Nationalbank, Teile des Finanzministeriums, die Privaten Banken und Ihre Bürobauten, deren Stromverbrauch, die Anfahrten der Mitarbeiter, die nächtlichen Buchungsläufe, deren Computersysteme, und den ganzen physischen Aufbau dieser Strukturen sowie Ihre tägliche Bedienung mitrechnen.

    Das ganze Bankensystem verbraucht Energie, tagtäglich, 24*7. Sogar Fr. Müller die am Bankschalter die Girobuchung der Oma entgegen nimmt, verbraucht CO2, wenn sie mit dem Auto zum Arbeitsplatz fährt. Jeden Tag 40 km, aber anders kommt sie vom Land nicht in die Stadt. Sehen Sie, Bitcoin, braucht das alles nicht. Und seine Buchungen alleine, sind mit einer Girobuchung nicht vergleichbar. Man muss es wenn schon mit Giro und deren anteiligen Infrastruktur vergleichen.

    Übrigens zahlt ja bereits heute jemand für die Energie die bei Bitcoin Transaktionen genutzt wird. Diese Nutzer entscheiden sich wohl tagtäglich dafür, die Kosten für die Transaktionen seien okay. Deren individuelles Urteil will man heute aber nicht mehr gelten lassen, da der Funktionär der “Neuen Gerechtigkeit” viel besser als die jeweiligen Nutzer entscheiden können will ,was gut für die Nutzer ist. Von Zigarretten bis Zusammensetzung der Nachbarschaft, der Funktionär weiss was gut für dich ist. Die neue Moral ist gut für dich, egal wie sie gerade aussieht.

    Du sollst kein Währungssystem nutzen das Deine Regierung nicht an einem langen Wochenende vollautomatisch um 90% abwerten kann. Mit dem Euro kann der Finanzminister das durchführen, ich wette die Nachtläufe sind programmiert. (Es gibt einige Zeichen die darauf deuten). Ich sage nicht, das wird so kommen, ich sage nur es ist sehr leicht möglich.
    Bitcoin ist ausserhalb der Fänge des Finanzministers. Also wird CO2 vorgeschoben.

    https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Der-Bitcoin-Crash-ist-programmiert/Du-sollst-kein-Waehrungssystem-nutzen-das-deine-Regierung-nicht-am/posting-39268143/show/

  40. Der Standpunkt, meine Währung wäre eigentlich für mich als Bürger (bzw. meine zukünftige Rente) da, und da der existierende Staat bzw. seine Währung das nicht leiste, sei der Bitcoin besser, der dichtet dem System des kapitalistischen Geldes die eigenen privaten Versorgungs- und Werterhaltungsbesorgnisse als Problem an – und zwar so, als könne man diesem System ausgerechnet mittels Investieren beim Bitcoin entkommen (wo doch jede Fabrik, in der Bitcoins geminert werden, nach kapitalistischen Kriterien funktioniert, und nach kapitalistischen Kriterien werden dann ja auch solche Nischenplätze wie Bitcoin-Mining als kapitalistisches Geschäft zugelassen.
    – Oder eben auch nicht.)
    Also von wegen, das sei eine Alternative zum Kapitalismus….

    Aber wie man für Grundschüler-Geklecksel späterer anerkannter Malermeister zig Gelder ausgeben darf, so eben auch dafür, in der anerkannten Bitcoin-Gemeinde mitspielen zu dürfen.

  41. Ja, dieser Leserbriefschreiber verteidigt das Menschenrecht auf freies Geld, das nicht durch Staaten „manipuliert“ wird.
    Daß es das ganze Bitcoin usw. nur gibt, weil es überhaupt eine durch Staaten eingerichtete und aufrechterhaltene Geldwirtschaft gibt, ist für diese Geld-Fans unwesentlich.

    Ich kenne das von diversen Gesell-Anhängern: Geld, am besten zu Hause selbstgedrucktes, ist für sie Freiheit pur.

    Wie weise dagegen der Indianer, der sagte: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

    Aber zurück zum vorigen Artikel: Da scheiden sich die Geister: Die einen sagen, weniger Bitcoin-Bergwerke sind gut, weil er steigert den Wert derjenigen Bitcoin, die bereits im Umlauf sind.
    Andere meinen, wenn es nicht mehr auf Servern erzeugt werden kann, so crasht es.

    Dazu paßt diese Meldung:

    „Bitcoin-Mining heizt einen See bei New York angeblich zum “Whirlpool” auf

    Ein Finanzinvestor kaufte ein altes Kraftwerk. Nun läuft es auf voller Last und betreibt eine Serverfarm. Die Anwohner sind empört – wegen des Klimaeffekts und weil das Kühlwasser ihren See erwärmt.

    Bitcoins sind sehr klimaschädlich, weil ihre Herstellung so viel Energie verbraucht. Doch was bisher als globales Problem gilt, wird rund um den Seneca Lake bei New York zu einem sehr konkreten und lokalen Problem. Der idyllische See ist als Ausflugsziel bekannt, kleine Boote und Schwimmer bevölkern ihn.
    (…)“

    https://www.stern.de/digital/technik/bitcoin-mining-heizt-einen-see-bei-new-york-angeblich-zum–whirlpool–auf-30606112.html

    Natürlich verbraucht der normale Geldkreislauf auch Energie, und macht Arbeit – deswegen gibt es ja viele Regierungen, die z.B. aus dem Bargeld aussteigen wollen.

    siehe hierzu:
    BARGELD ADE? Die endgültige Umstellung auf Buchgeld

  42. Das Finanzkapital funktioniert weitgehend ja sowieso ohne ein Quentchen Metall, oft auch ohne Papierausdruck, also jetzt bereits schon in komplett digitaler Form.
    Das dürfte vermutlich der Zweckhaftigkeit vor allem spkulierenden Geldes gut entsprechen, schließlich ist für die Beschleunigung des Umschlages und das Ausnutzen von aktuellem Geld- oder Warenmangel wichtig, zeitweilige Vorteile schnell über nationale Grenzen hinweg ratzfatz ausnützen zu können, vgl. die Zehntelsekunden, die über Gewinn oder Verlust an Börsen entscheiden können.

    Solche Zweckhaftigkeit von Geldfunktionen scheinen mir treibende Elemente der Digitalisierung zu sein (und weniger, dass der Staat für Münzbetriebe und das Bekämpfen von Falschgeld Kosten aufwenden muss).

    Geld als Mittel des Kaufens bleibt aber als Geldfunktion zumindestens für die kleine Reproduktion der kleinen Leute hierzulande z.B. beim Brötchenkauf erhalten. Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit von Digitalisierung scheint mir nicht bei allen Geldfunktion gleich vorhanden zu sein, obendrein ergibt sich eine national und historisch unterschiedliche Gemengelage von Bar- und Digitalgeld in den einzelnen Staaten.

    (Viele junge Menschen scheinen Münzen heutzutage ja fast nur noch aus Museen zu kennen. Eigentümlich ist auch, dass angesichts von Negativzinsen für das Bankkonto das Horten bzw. Aufschatzen von Bargeld im eigenen Tresor, unter dem Kopfkissen oder in der Kaffeedose, anscheind schon fast wieder zeitgemäß wird.
    – Gibt es eigentlich inzwischen in Dänemark oder China gar kein Bargeld [oder fast gar kein Bargeld] mehr? )

  43. Nochmal als Frage: Warum braucht es – neben dem bereits heute gewöhnlichen digitalen Gebrauch des Euro – zusätzlich zukünftig auch noch einen extra digitalen Euro?

  44. Aus dem Februar 2021 stammt diese Veröffentlichung:

    “Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine eindringliche Warnung vor der Beteiligung von Big-Tech-Unternehmen an Kryptowährungen ausgesprochen. Die Bank warnte, derartige Projekte könnten die Privatsphäre bedrohen, weitere Risiken für den Wettbewerb schaffen und sogar „die Währungssouveränität gefährden“.

    Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EZB ihrerseits selbst über Pläne zur Einführung eines „digitalen Euros“ nachdenkt. Dieser könne nach Ansicht der Bank einige der Risiken entschärfen, die von privaten Firmen bei der Einführung ihrer eigenen digitalen Währungen ausgehen dürften.

    Facebook hatte zuvor den Start seiner Währung „Diem“ (vormals Libra) verschoben, nachdem zahlreiche Bedenken seitens diverser Regulierungsbehörden geäußert worden waren. In Europa war einer der größten Gegner des Facebook-Projekts bisher Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Er warnte, Diem/Libra könne zu „vielen finanziellen Risiken“ führen. (…) Weiter sagte Panetta, mit der zu erwartenden schnellen Verbreitung von Kryptowährungen – da Großkonzerne wie Facebook auf einen bereits existierenden, riesigen Kundenstamm zugreifen können – könnte sogar die Stabilität der Finanzmärkte gefährdet sein. Dies drohe, „systemische Risiken zu schaffen und sogar die Währungssouveränität zu gefährden.“

    Im gleichen Atemzug nutzte Panetta die Gelegenheit, um die eigenen Pläne der EZB für einen digitalen Euro anzupreisen. (…) Er lobte, dass ein solches Projekt „Zugang zu einem sicheren, illiquiden Vermögenswert bieten würde, der im Gegensatz zu Bargeld und ohne konstruktionsbedingte Beschränkungen potenziell in großen Mengen und ohne Kosten gehalten werden könnte“.

    Panetta wurde am Mittwoch dementsprechend aufgerufen, sich für Datenschutzprotokolle einzusetzen. Diese müssten eingeführt werden, sollte die EZB versuchen, Bargeldbestände in digitalen Euros zu tracken. Von Seiten der Währungsunionsinstitutionen hatte es zuvor die Idee gegeben, einen Schwellenwert von maximal 3.000 Euro einzuführen, die eine Person in Digitaleuro halten dürfte. Dies müsste datenschutzrechtlich unbedenklich nachverfolgbar sein.
    „Es ist tatsächlich wahr, dass wir, wenn wir die Stabilität des Systems garantieren und diese Grenzen durchsetzen wollen, […] nicht 100 Prozent Privatsphäre bei größeren Zahlungen garantieren können,“ räumte Panetta ein. So müsste die zuständige Behörde, wenn sie überprüfen will, ob eine Person mehr als 3.000 Digitaleuro hält, in der Lage sein, festzustellen, ob dieselbe Person beispielsweise zwei verschiedene Smartphones mit digitalen Euro-Beständen hat. Sollte dies der Fall sein, würde die EZB entsprechende Transaktionen „nicht zulassen“.

    Man strebe zusätzliche Datenschutzprotokolle an, die für den digitalen Euro implementiert werden könnten. Bei Transaktionen mit kleineren Beträgen müsse es derweil die Möglichkeit geben, diese „völlig anonym“ und gegebenenfalls auch o#ine durchführen zu können.
    Panetta verriet auch, dass die EZB darüber nachdenkt, eventuell „Anonymitätsgutscheine“ an Nutzerinnen und Nutzer des digitalen Euros auszugeben. „Sie bekämen dann für Ihr Geld einen Gutschein und könnten ihn auf eine Art und Weise ausgeben, die vom System nicht verfolgt wird. Das würde es Ihnen erlauben, die volle Kontrolle über Ihre vertraulichen und persönlichen Daten zu behalten,“ erklärte Panetta.

    In jedem Fall, so der Vorsitzende der „Digital Euro Taskforce“, werde es in Zukunft wohl einen Kompromiss zwischen dem effizienten Betrieb des digitalen Euro und den Datenschutzstandards geben müssen: „Es gibt ein Spannungsfeld zwischen der Kontrolle und Gewährleistung des Funktionierens des Systems einerseits und dem Schutz der Privatsphäre andererseits. (…)

    https://www.euractiv.de/section/digitale-agenda/news/ezb-warnt-vor-kryptowaehrungsprojekten-von-grossen-tech-firmen/

  45. Zweck einer stärkeren Digitalisierung des Euro scheint zu sein,
    a) mithalten zu wollen mit einer Digitalisierungstendenz, die auch die anderen Weltwährungen (plus Unternehmungen obendrein) betreiben,
    b) werden Banken anscheinend ziemlich komplett aus dem Geldgeschäft ausgemischt,
    c) damit entfallen staatliche Besorgnisse, die bisher durch das Bankensystem besorgt werden sollten (Schwarzgeld- und Kriminalitätsgeld-Überwachung, Steuerflucht etc.)
    d) außerdem entfallen einige Möglichketen der einzelnen europäischen Staaten, mittels ihrer Privat- oder Nationalbanken ihre eigene staatliche Wirtschaftspolitik betreiben zu können, – ggf. auch gegen Direktiven der EZB (oder auch nur mit variiert anderer nationaler Zielsetzung als von der EZB-Zentrale vorgesehen bzw. angeordnet). Kredite für große Unternehmen vergeben, das war z.B. öfters mal Streitpunkt zwischen EZB (bzw. der EU-Zentrale) und nationaler Wirtschaftspolitk.

  46. @Leser

    Den Punkt 2. mit den Banken kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil, ohne die Einbeziehung des Banksektors wird aus dem digitalen Euro nichts werden.
    Den Banken sollen damit auch Kontrollfunktionen übertragen werden, die bisher von staatlichen Behörden wahrgenommen werden.

    In Dänemark war der Anteil von Bargeld an Transaktionen 2019 13,5%, neuere Daten gibt es noch nicht.
    Ich glaube, da muß noch eine Generation wegsterben, bis es soweit kommt, daß das bargeld ganz wegfällt.
    https://www.statista.com/statistics/1094818/cash-use-in-denmark/

    Diese Nachricht aus 2020 listet gar 6 Staaten auf als noch weiter im Eliminieren von Bargeld als Dänemark:

    Top 6 cashless society countries: Finland, Sweden and China lead way

    https://www.netimperative.com/2020/01/16/top-6-cashless-society-countries-finland-sweden-and-china-lead-way/

  47. @Hinweis

    Dieser Beitrag scheint mir zu belegen, daß das Interesse der EZB an einem digitalen Geld eher von der Sorge wegen der Konkurrenz der anderen Kryptowährungen getragen ist, als von eigenen positiven Motiven.
    Die Abwanderung von Geld in Kryptowährungen soll gestoppt werden, aber es ist fraglich, ob die Einführung eines digitalen Euro das überhaupt leisten kann.

    @Leser

    Ein wichtiger Aspekt scheint hingegen Punkt 4 zu sein, die Möglichkeit des weiteren Einschränkung der nationalen Geldpolitik – das könnte sich aber auch als Hindernis für die Einführung eines Digital-Euros erweisen.

  48. Holpriger Start für den Bitcoin

    Wochenlang hatten die Kryptomärkte darauf hingefiebert: Die Einführung des Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel im mittelamerikanischen El Salvador. Doch tatsächlich verlief die Adaption weniger rund als erhofft. Der Tag war begleitet von Protesten und technischen Problemen.

    Zunächst war die zentral eingeführte digitale Wallet zur Bitcoin-Aufbewahrung mit Namen „Chivo“ (was so viel bedeutet wie „Cool“) und die Salvadorianern jeweils 30 Dollar in Bitcoin spendieren soll, auf etlichen Plattformen wie Huawei oder Apple nicht verfügbar. Als sie dann verfügbar war, konnte der Ansturm der Registrierungen nicht bewältigt werden. Daraufhin wurde diese abgeschaltet, um erst einmal die Rechnerkapazitäten zu erhöhen. Auch die „Chivo“-Geldautomaten funktionierten offenbar nicht.

    Nichtsdestoweniger sehen Befürworter darin einen großen Schritt nach vorn. Der beliebte Präsident Nayib Bukele, der ähnlich wie weiland Donald Trump gern über den Kurznachrichtendienst Twitter kommuniziert, ließ gar verlauten: „El Salvador hat das Recht, in Richtung Erste Welt vorzudringen.“ „Chivo“ soll den Salvadorianern helfen, 400 Millionen Dollar im Jahr an Provisionen für Überweisungen zu sparen und gleichzeitig Menschen ohne Bankkonto Zugang zu Finanzdienstleistungen zu gewähren, was in El Salvador die Mehrheit der Bevölkerung ist. Die eigene Währung Colón hatte das Land schon im Jahr 2001 de facto durch den Dollar ersetzt. (…)

    https://www.faz.net/aktuell/finanzen/digital-bezahlen/bitcoin-holpriger-start-in-el-salvador-fuer-die-kryptowaehrung-17526966.html

    Offenbar ist die Vorstellung der es salvadorianischen Regierung und der mit ihr verbandelten Eliten, sich als Geldwäscheparadies zu etablieren und dabei kräftig mitzuschneiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.