„DIE USA HABEN GEGENWIND AUS TEHERAN ERHALTEN – WIE GEHT ES IM NAHEN OSTEN WEITER?
Der Krieg im Nahen Osten eskaliert. Der Iran beschießt weiterhin Ziele in Nachbarländern. Gestern beispielsweise griffen Drohnen Saudi-Arabiens größte Ölraffinerie, Saudi Aramco, an. Israelische Raketen flogen auf Teheran, und die iranische Atomanlage in Natanz wurde attackiert.
Die Islamischen Revolutionsgarden meldeten einen Angriff auf die Residenz des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, während israelische Medien einen Angriff auf das Haus des iranischen Interims-Obersten Führers Alireza Arafi verkündeten.
Die Komsomolskaja Prawda befragte Experten zu den wichtigsten Fragen der Lage um den Iran, und zwar:
Semjon Bagdasarow, Direktor des Zentrums für Nahost- und Zentralasienstudien
Die Orientalistin Karine Geworgjan
Konstantin Blochin, führender Forscher am Zentrum für Sicherheitsstudien der Russischen Akademie der Wissenschaften.
Den ehemaligen Chef der Flugabwehrraketentruppen des Sonderkommandos (ehemals Moskauer Luftverteidigungsbezirk), Oberst a. D. Sergei Chatyljew.
Den international tätigen Journalisten Abbas Dschuma.
1. Warum vertraute der Iran den Verhandlungen mit den USA?
KP: Die Angriffe auf den Iran begannen vor dem Hintergrund iranisch-amerikanischer Gespräche in Genf. Der iranische Außenminister Aragtschi beschwerte sich, Trump habe den Verhandlungstisch »zerbombt«, obwohl eine Einigung kurz bevorstand. Dies ist bereits das zweite Mal – auch im vergangenen Juni liefen Verhandlungen. Warum gelang es den Amerikanern, die Iraner ein zweites Mal in falscher Sicherheit zu wiegen?
Blochin: Ich erinnere daran, dass Israel beim letzten Mal zuerst angriff und die Amerikaner sich erst einige Tage später beteiligten. Daher gingen die Iraner vermutlich davon aus, dass die Amerikaner auch diesmal nicht sofort eingreifen würden. Doch dieses Mal handelte es sich eindeutig um einen gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriff.
KP: Was ist das wahre Ziel der USA im Konflikt mit dem Iran?
Bagdasarov: Das Regime stürzen, es durch ein pro-israelisches, pro-amerikanisches ersetzen – und die Kontrolle über den enormen Reichtum des Landes erlangen.
2. Warum tauchte Ayatollah Ali Khamenei nicht unter?
KP: Irans Oberster Führer Ali Khamenei tauchte nicht unter. Warum? Schließlich kannte er die Risiken. Und warum war seine Familie zum Zeitpunkt des Angriffs bei ihm in Teheran? Hätte er sie – einschließlich seiner 14 Monate alten Enkelin – nicht in einem Bunker verstecken können?
Geworgjan: Israelische und amerikanische Medien berichteten, der iranische Oberste Führer habe sich in einem Bunker versteckt. Er war ein 86-jähriger, kranker Mann. Und er verstand: Was macht es schon für einen Unterschied? Ich werde sowieso sterben, und es wird sofort geschehen.
Er wurde zum heiligen Opfer und bewies damit seine Integrität. Das ist wichtig. Ayatollah Khamenei hat sehr mutig gehandelt.
Es ist schade, dass seine Angehörigen anwesend waren. Ein Kleinkind starb …
Dschuma: Ich erkläre dies mit religiöser und ideologischer Logik. Der Oberste Führer war ein aufrichtiger Gläubiger; seine Priorität war der Erhalt des 1979 etablierten Systems, selbst um den Preis seines eigenen Lebens. In diesem Kontext wird ein würdevoller Tod, insbesondere während des Ramadan, als wertvoller angesehen als ein sicheres Überleben.
Wenn ein Führer zu dem Schluss kommt, dass sein Tod der Sache mehr nützt als sein weiteres Leben, trifft er eine bewusste Entscheidung. In diesem Sinne war Khameneis Entscheidung, nicht in den Bunker zu gehen, seine persönliche.
Was die Todesfälle der Angehörigen betrifft, möchte ich daran erinnern: Der Tag des Angriffs war ein gewöhnlicher Tag, und die Angriffe richteten sich nicht nur gegen militärische, sondern auch gegen zivile Ziele. Kinder wurden getötet. Daher schlage ich vor, dass wir uns nicht fragen, warum Khameneis Enkelin zu Hause war, sondern warum Hunderte anderer Kinder an diesem Tag in der Schule waren.
3. Ist ein Putsch im Iran möglich?
KP: Trump und Netanjahu riefen die iranische Opposition auf, auf die Straße zu gehen und die Macht zu ergreifen. Ist ein solches Szenario realistisch?
Geworgjan: Das ist natürlich eine massive Überschätzung der Fähigkeiten der iranischen Opposition. Sie setzen schlicht auf Kopfabschneider, von denen es viele gibt. So die 25.000 ehemaligen IS-Kämpfer, die von den Kurden in Gefängnissen und Lagern festgehalten und dann in den Irak deportiert wurden. Sie setzen darauf, dass diese Mörder den Iran angreifen. Aber sie sind keineswegs die Opposition. Das ist nicht ernst zu nehmen.
Bomben fallen auf das Land, und jemand kommt heraus und sagt: Lasst uns die Regierung stürzen? Die Antwort wird lauten: Bist du verrückt? So würde jeder reagieren, selbst jemand, der den Ayatollah hasst.
KP: Die iranische Regierung ist nicht homogen. Gibt es derzeit jemanden in der Führung, der mit den USA kooperieren könnte?
Bagdasarov: Es gibt Leute, die mit Washington sympathisieren. Zum Beispiel Mohammad Dschavad Zarif, der ehemalige iranische Außenminister unter Präsident Rohani und ein persönlicher Freund von Präsident Pezeschkian.
Unter Pezeschkian wurde er Vizepräsident für strategische Angelegenheiten. Hinter vorgehaltener Hand wird er als »Amerikaner« bezeichnet; er studierte in den USA und war bereit, in seinen Beziehungen zu ihnen weit zu gehen.
Er verzögerte aktiv die Unterzeichnung eines strategischen Partnerschaftsabkommens zwischen den Iranern und Russland und wartete die US-Wahlen ab. Das war Zarifs Empfehlung, weil: Hätten die Demokraten gewonnen, hätten die Iraner ein solches Abkommen niemals mit Rußland unterzeichnet. Erst nach Trumps Sieg sagten sie: Wir werden unterschreiben.
Dschuma: Es wird über eine ähnliche Rolle für den Vorsitzenden des iranischen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, gesprochen. Ich halte ihn aber nicht für jemanden, der bereit wäre, den Iran den Amerikanern »auszuliefern«, obwohl der Einfluss seiner Familie im Land tatsächlich beträchtlich ist. Laridschani selbst hat Berichte über Versuche zur Wiederaufnahme des Dialogs mit Washington, die zuvor insbesondere im Wall Street Journal erschienen waren, bereits öffentlich dementiert. Teherans offizielle Position schließt Verhandlungen mit den USA derzeit aus.
4. Wie unterscheidet sich die militärische Reaktion des Irans von der in früheren Konflikten?
KP: Wie würden Sie die militärische Reaktion des Irans auf den Angriff charakterisieren? Was ist daran neu im Vergleich zu früheren Konflikten?
Bagdasarov: Meiner Meinung nach handelt der Iran völlig falsch. Sie haben gerade eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien angegriffen. Warum? Versucht Teheran, die Golfkoalition zu provozieren, damit sie sich am Krieg beteiligt? Wird das dem Iran nützen? Ich verstehe es nicht.
Chatyljew: Der Iran führt primär defensive Operationen durch. Die wichtigste Neuerung ist der aktive Einsatz der Luftstreitkräfte, die zuvor praktisch ungenutzt blieben, nun aber in die vorderste Angriffslinie integriert sind.
Bemerkenswert ist auch der Einsatz von mehr als 6 Hyperschallraketen. Dies deutet darauf hin, dass der Iran über entsprechende Bestände verfügt. Meiner Meinung nach bereitet sich Teheran auf komplexe Operationen zu Land und zu Wasser vor: Die Marine operiert aktiv gegen die US-Marinegruppe und greift gemeinsam mit landgestützten Raketenstreitkräften Ziele auf See und an Land an.
Zuvor gab es keine Angriffe auf europäische Stützpunkte in der Region. Und nun »warnt« der Iran Länder, die die amerikanische Linie unterstützen.
Die Aussagen Deutschlands über seine Bereitschaft zu Vergeltungsaktionen muß man ironisch kommentieren: Deutschland verfügt nicht über Flugzeugträger, eine Luftwaffe oder Tanker wie die USA, und ein Teil seiner Ausrüstung wurde an die Ukraine abgegeben, sodass seine Fähigkeit zur tatsächlichen Teilnahme an Kampfhandlungen begrenzt ist.
KP: Wer ist in der Lage, militärisch zugunsten des Irans zu intervenieren?
Bagdasarov: Niemand. Irans verlängerte Arme wie die Hisbollah und die Hamas sind erschöpft und verfügen über keine nennenswerten militärischen Kapazitäten.
5. Wird der Iran die Straße von Hormuz schliessen?
KP: Wird der Iran die Straße von Hormuz schließen (während er beispielsweise chinesischen Tankern die Durchfahrt erlaubt)? Was wird dann mit den Ölmärkten geschehen? Wir beobachten bereits iranische Angriffe auf Ölanlagen – beispielsweise die Raffinerie von Saudi Aramco …
Blochin: Teheran könnte die Straße für kurze Zeit schließen. Aber nicht dauerhaft. Schließlich wird der Druck nicht nur von den USA und Israel kommen. Auch China bezieht seine Energielieferungen durch die Straße von Hormuz. Peking könnte also fordern, dass seine Interessen berücksichtigt werden, und Teheran hat kein Interesse daran, die Chinesen zu verärgern. Darüber hinaus ist allgemein bekannt, dass Trumps Angriff auf den Iran unter anderem durch den Wunsch motiviert ist, Chinas Aufstieg zu stoppen.
Warum sollte man Chinas Feinden helfen, indem man die Straße von Hormuz schließt?“
Eine Teilsperre ist also nicht möglich, nur eine Gesamtsperre?
6. Wird der Iran in einem Krieg standhalten?
KP: Wie schätzen Sie die Lage im Nahen Osten ein? Wie lange könnte der Konflikt dauern, und ist der Iran in der Lage, durchzuhalten?
Blochin: Ich bin Amerikanist, daher kann ich vor allem die Reaktion in den USA vorhersagen. Es wird keinen organisierten Widerstand gegen Trumps Vorgehen geben, da ein Regimewechsel im Iran seit Langem ein zentrales Anliegen beider amerikanischer Parteien ist.
Die öffentliche Meinung in den USA ist bereit, Risiken einzugehen und Geduld zu üben, um dieses Ziel zu erreichen.
Es ist schwierig, die Dauer des iranischen Widerstands vorherzusagen. Eine weitere Möglichkeit ist der Zerfall des Landes entlang ethnischer Linien.
Geworgjan: Es ist in der Tat schwer vorherzusagen … Die Amerikaner könnten sogar einen Atomangriff auf den Iran starten. Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, dass die Winde über dem Iran im März die gesamte Strahlung auf die Arabische Halbinsel, zu ihren Verbündeten in der Region und zu ihren eigenen Stützpunkten treiben werden.“
Es ist beachtlich, daß keiner der Befragten ein Eingreifen Chinas oder Rußlands in Erwägung zieht. Aber vielleicht ist das ein Tabuthema …
„As of 7:30 am ET, March 2, 4 U.S. service members have been killed in action. The 4th service member, who was seriously wounded during Iran’s initial attacks, eventually succumbed to their injuries.“
(El País Liveticker, 2.3. mit Berufung auf X)
Wo?! – fragt man sich.
Und was ist mit der Nr. 3?
„Die Zahl der Todesopfer in Beit Schemesch steigt
Inzwischen meldet Times of Israel 9 Tote, die israelische Armee untersucht, warum die iranische Rakete nicht abgefangen werden konnte. Das Geschoss traf einen Schutzraum in einem Wohngebiet der zentralisraelischen Stadt.“
(Standard, 2.3.)
„Toter durch iranischen Angriff auf Kuwait
Der Rundumschlag des iranischen Regimes traf am Sonntag auch Kuwait. Das Verteidigungsministerium des Kleinstaates meldete, der Iran habe 97 ballistische Raketen und mehr als 280 Drohnen eingesetzt. Ein Mensch wurde dabei getötet, 30 verletzt.“
(Standard, 2.3.)
Während die Angriffe auf Israel begreiflich sind, sind die auf die anderen Staaten nicht nachvollziehbar.
Möglicherweise handelt es sich um Angriffe gegen US-Einrichtungen, die von Raketen abgefangen werden.
„Spanien verweigert militärische Unterstützung für den Angriff auf den Iran und distanziert sich von Frankreich, Deutschland und Großbritannien
Die USA ziehen ihre Tankflugzeuge vom Luftwaffenstützpunkt Morón ab, nachdem ihnen die Genehmigung für deren Einsatz im Rahmen der Operation Epic Fury verweigert wurde.
Spanien hat die Unterstützung der US-israelischen Militäroperation gegen den Iran abgelehnt und sich von der Position Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens distanziert, die ihre Bereitschaft zu sogar »verhältnismäßigen Offensivaktionen« als Reaktion auf die Angriffe Teherans auf die Golfstaaten und Zypern erklärt haben. »Jedes Land trifft seine eigenen außenpolitischen Entscheidungen. Spanien hat eine klare Position: Die Stimme Europas muss in dieser Zeit von Ausgewogenheit und Mäßigung geprägt sein, auf Deeskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch hinarbeiten«, sagte Außenminister José Manuel Albares am Montag. »Eine Logik der Gewalt, wie wir sie derzeit erleben, führt lediglich zu einer Spirale der Gewalt und einseitigen Militäraktionen außerhalb der UN-Charta, außerhalb jeglicher kollektiven Vorgehensweise; sie verfolgen kein klares Ziel. Europa muss das Völkerrecht, die Deeskalation und Verhandlungen verteidigen«, betonte er. (…)
Spaniens Weigerung, militärische Unterstützung für den Angriff auf den Iran zu leisten, hat das Pentagon veranlasst, ein Dutzend KC-135-Tankflugzeuge vom Luftwaffenstützpunkt Morón de la Frontera (Sevilla) und … Rota (Cádiz) abzuziehen. Diese Flugzeuge dienten der Luftbetankung von Jagdbombern, wie Verteidigungsministerin Margarita Robles bestätigte.
Nachdem sie »kategorisch« erklärt hatte, Spanien habe keinerlei Unterstützung für den Angriff auf den Iran geleistet, erläuterte Robles, dass das Kooperationsabkommen mit den USA, das den Rahmen für die Präsenz US-amerikanischer Truppen in Spanien bildet, »im Rahmen des Völkerrechts gelten« müsse und dass es sich bei den derzeitigen Aktionen um einseitiges Vorgehen ohne die Unterstützung einer multilateralen Organisation wie der UNO, der NATO oder der EU handle. »Die Stützpunkte werden nur dann Unterstützung leisten, wenn dies aus humanitärer Sicht notwendig ist. Solange keine UNO-Resolution vorliegt, ist der Vertrag nicht anwendbar«, betonte sie.“
(El País, 2.3.)
Die Flugzeuge wurden nach Frankreich und Deutschland transferiert, die ja unbedingt dabei sein wollen.
Was ist denn da los?
„UK’s Starmer breaks with Trump on Iran
The British PM questioned if there is a thought-through plan for the Middle East during a House of Commons statement.
Keir Starmer hit back at Donald Trump’s criticism of the U.K.’s Iran strategy Monday, arguing he does not believe in »regime change from the skies.«
The U.K. has learned not to engage in unlawful wars without a »viable« plan, Starmer told British lawmakers, reiterating his earlier stance that the U.K. will not get involved in offensive strikes in the Middle East.
»We all remember the mistakes of Iraq, and we have learned those lessons. Any U.K. actions must always have a lawful basis and a viable thought-through plan,« Starmer said, referencing the 2003 invasion of Iraq by then U.S. president George W. Bush and ex-British PM Tony Blair.“
Ist es die Erinnerung an den Irak-Krieg oder warum machte Starmer diesen Rückzieher?
„The U.S. will only be allowed to use selected British bases for defensive raids on Tehran’s missile stores and launchers after Iran launches retaliatory strikes across the Middle East, Starmer said.
The British PM addressed a packed House of Commons on Monday afternoon after being publicly rebuked by the U.S. president for not allowing the U.S. to use British bases to target Iran during its initial wave of attacks.
Trump told the Telegraph newspaper that he was »very disappointed« that Starmer had hindered the use of the joint Diego Garcia base in the Chagos Islands, and said the PM »took far too long« to change his mind.“
Oh.
Das ganze Chagos-Archipel und das Atoll, auf dem der Stützpunkt liegt, gehört Großbritannien und die USA haben es nur gepachtet, derzeit bis 2036.
»That’s probably never happened between our countries before,« he said in the interview. »It sounds like he was worried about the legality.«“
Mit guten Gründen.
„Starmer kicked off his statement to MPs on Monday, acknowledging his disagreement with the U.S. president.
»It is my duty to judge what is in Britain’s national interest. That’s what I’ve done and I stand by it,« he said.
The PM said he wants to see a »negotiated settlement« in which Iran agrees to give up its aspiration to develop nuclear weapons.
»We are not joining the U.S. and Israeli offensive strikes,« Starmer said. »This government does not believe in regime change from the skies,« Starmer said in his most direct rebuke to Trump.
After launching »Operation Epic Fury,« the U.S. president told Iranians his barrage of missiles would give them a chance to »take over« their government.
Israel’s Benjamin Netanyahu, too, has told Iranians they have a »once in a generation chance« to oust the regime that’s had a tight grip on their nation since the Islamic Revolution in 1979.
Starmer came under fire in the Commons from political opponents over his stance.
Conservative leader Kemi Badenoch accused the British prime minister of being »too scared« to do anything except »watch others,« claiming U.K. government concern about international law »does not hold.«
Earlier, the leader of the poll-topping Reform UK Nigel Farage – who backed U.S. action over the weekend – said there was a »heck of a lot« the U.K. could do to help the U.S.
»If not boots on the ground, it is Royal Air Force, it is Royal Navy and it is intelligence,« the Trump ally said at a London press conference.“
(Politico, 3.3.)
GB kann sich jedenfalls Distanz zu dem US-Waffengang leisten, weil es selber Öl & Gas hat.
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Noch gestern hieß es:
„Der britische Premierminister Keir Starmer erlaubte den USA, britische Stützpunkte für Schläge gegen Irans Raketenanlagen zu nutzen. Um die Sicherheit der Verbündeten in der Nahost-Region zu verteidigen, haben Deutschland, Großbritannien und Frankreich zugesagt, notfalls militärische Defensivmaßnahmen zu ergreifen. In einer Erklärung heißt es, dass dies mithelfen könne, die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, »an der Quelle« zu zerstören.“
(Standard, 2.3.)
„EIN NEUER FÜHRER
Irans Expertenrat hat Modschtaba Chamenei, den Sohn des verstorbenen Ali Chamenei, zum neuen Obersten Führer der Islamischen Republik gewählt, berichtet Iran International.
Modschtaba Chamenei ist 56 Jahre alt. Für Iran gilt dies als das Alter politischer Reife, doch sein größter Vorteil ist seine Abstammung von Ali Chamenei, der bei der amerikanisch-israelischen Invasion ums Leben kam.
In den 1980er und 1990er Jahren agierte er als »unsichtbarer Soldat«.“
Er war auch tatsächlich an der Front und kämpfte gegen den Irak.
„Anders als viele iranische Politiker, die sich in der Öffentlichkeit präsentieren, baute Modschtaba seine Karriere im Verborgenen auf. Er wurde bei den Islamischen Revolutionsgarden und den Geheimdiensten ausgebildet. Man nimmt an, dass er seit Mitte der 2000er Jahre den »Sicherheitsblock« leitete und seinem Vater half, die Kontrolle über Heer, Marine und Luftwaffe zu behalten, während er selbst ein einfacher Geistlicher blieb.
Warum wurde gerade Modschtaba Chamenei zum iranischen Staatsoberhaupt ernannt?
Der Iran ist eine Theokratie, und laut Verfassung darf es keine Erbmonarchie geben. Der Oberste Führer wird vom Expertenrat gewählt. Doch seit 10 Jahren wird Modschtaba offen als »Nachfolger« bezeichnet. Warum wurde er einem einflussreichen Ayatollah aus einem anderen Lager vorgezogen?
Modschtaba gilt als jemand, der – mehr als sein Vater – ein besseres Gespür für die Stimmung auf der Straße und vor allem für das Offizierskorps hat. Im Iran, wo die Revolutionsgarden seit Langem einen Staat im Staate darstellen, ist die Loyalität der Generäle wichtiger als die Meinung der Mullahs.
Der Architekt des »Widerstands«: Modschtaba gilt als Architekt der Strategie, die Revolution durch Stellvertreterkräfte zu exportieren. Hamas, Hisbollah, schiitische Milizen im Irak und die Huthis im Jemen sind nicht einfach nur Irans Verbündete. Sie bilden ein Netzwerk, das über Jahrzehnte von der »Nummer 2« (und nun Nummer 1), Chamenei Jr., aufgebaut wurde.
Was ist von Modschtaba Chamenei zu erwarten?
Ein Führungswechsel im Iran bedeutet keine Kursänderung, sondern einen Methodenwechsel.
Harter Pragmatismus. Modschtaba ist bekannt als Verfechter der »hybriden Kriegsführung« und einer harten Konfrontation mit dem Westen. Unter seiner Führung könnten die Atomverhandlungen entweder vollständig zum Erliegen kommen oder sich zu einem noch zynischeren Feilschen entwickeln.
Machtökonomie. Anders als die Reformer, die versuchten, mit der Welt zu verhandeln, wird der neue Machthaber Autarkie (Selbstversorgung) und den Ausbau des militärisch-industriellen Komplexes in den Vordergrund stellen. Dies bedeutet, dass der Sanktionsdruck die Mobilisierung im Inland wahrscheinlich nur noch verstärken wird.
Die Ära des »Sayyid«. Während der Titel »Sayyid« (ein Nachkomme des Propheten) zuvor als religiöses Symbol galt, wandelt Modschtaba ihn in ein politisches Markenzeichen für die Dynastie um. Er ist der erste Oberste Führer, der nach der Islamischen Revolution geboren wurde, was die iranische Jugend (60 % der Bevölkerung) vor eine Herausforderung stellt: Die Autorität ihrer Väter gilt für sie nicht mehr; andere Argumente sind gefragt.“
Modschtaba ist 1969 geboren, die Revolution war 10 Jahre später. Dieser obige Satz ist daher Unsinn.
Man kann höchstens sagen, daß er in die islamische Republik sozusagen hineingewachsen ist und nicht zu ihren ursprünglichen Gestaltern gehört.
„Modschtaba Khamenei symbolisiert das Ende der Ära der »Gründungsväter«. Der Iran vollzieht den Übergang von einer revolutionären Ideologie zu einer militärisch-technokratischen Diktatur. Der neue Machthaber ist ein Produkt des Sicherheitsapparats, und sein Hauptziel ist nicht der Erhalt der Revolution, sondern die Aufrechterhaltung der Machtstruktur unter totalem Druck.“
(MK, 3.3.)
„Die Schahed-136-Drohne: Irans Vorteil im Krieg
Die Massenproduktion dieser Bomben tragenden Mini-Flugzeuge, die deutlich weniger kosten als die Raketen, mit denen sie abgefangen werden sollen, verschafft der Armee der Islamischen Republik einen gewaltigen Vorteil.
Erscheint in einem ukrainischen Telegram-Kanal ein Moped-Symbol mit Rufzeichen, ist die Botschaft eindeutig: Eine Drohne nähert sich. Diese unbemannten Fluggeräte, die vom russischen Militär als Geschosse eingesetzt werden, gleiten mit einem surrenden Geräusch, ähnlich dem eines Motorrads oder Rasenmähers. Ihre Geschwindigkeit vor dem Aufprall, durchschnittlich etwa 185 km/h, ist geringer als die einer Rakete. Dadurch ist diese Waffenart, die mit einem einzigen Treffer 4 Stockwerke eines Wohnhauses zerstören kann, für die ukrainische Bevölkerung leicht zu erkennen. Ukrainer bezeichnen diese Kamikaze-Drohnen im Allgemeinen als »Schahed«, in Anlehnung an das iranische Modell, das von Moskau verwendet und mittlerweile in russischen Fabriken nachgebaut wird.“
Die russische Variante dieser Drohne, die gemeinsam entwickelt wurde, heißt „Geranie“, wie neckisch. (Schahed heißt „Märtyrer“ oder „Selbstmord-Attentäter“, damit ist ausgedrückt, daß es eine Ein-Weg-Drohne ist.)
„Die bekannteste dieser Kamikaze-Drohnen ist die Schahed 136, dieselbe, die die iranischen Streitkräfte seit vergangenem Samstag gegen mit den USA verbündete Golfstaaten einsetzen. Eine Waffe, die der Islamischen Republik im Krieg aus zwei Gründen einen Wettbewerbsvorteil verschafft: ihre geringen Produktionskosten und die Schwierigkeit, sie abzuschießen.
In den ersten 3 Tagen des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten, der am Samstag mit dem koordinierten Angriff Israels und der USA auf den Iran begann, hat Teheran über 1000 Drohnen gegen das Territorium des jüdischen Staates, seines Hauptfeindes, und gegen arabische Länder der Region mit US-Militärstützpunkten eingesetzt. Die VAE wurden am schwersten getroffen, mit über 600 iranischen Drohnenangriffen, gefolgt von Kuwait (fast 300) und Israel (etwa 50). Auch Katar (ein Dutzend), Bahrain und Jordanien wurden von Drohnen angegriffen.
Die meisten dieser Flugkörper wurden von den Verteidigungskräften dieser Länder abgefangen, einige erreichten jedoch städtische Zentren, wie beispielsweise Manama, die Hauptstadt Bahrains, und das Emirat Dubai. Am Dienstag meldeten die saudischen Behörden, dass 2 dieser Angriffsdrohnen die US-Botschaft in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens, getroffen hätten. Die Schahed 136, das Kronjuwel des iranischen Staatsunternehmens Schahed-Forschungszentrum für Luftfahrt-Industrie (mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden), kostet rund 30.000 Euro pro Stück und hat sich zu einer entscheidenden Kriegswaffe entwickelt. Ihr im Vergleich zu den Kosten einer der zu ihrer Abwehr eingesetzten Raketen (zwischen 1 und 2 Millionen Euro) sehr niedriger Preis ermöglicht eine Massenproduktion.“
Es ist interessant, wie sich im 21. Jahrhundert der Preis bzw. Aufwand zu einem Faktor der Rüstungsproduktion entwickelt.
Bisher hieß es: Nicht kleckern, klotzen! – und das sicherte die Überlegenheit.
Das scheint vorbei zu sein.
„Die genaue Anzahl der Drohnen in Irans Arsenal ist unbekannt, dürfte aber zweifellos in die Tausende gehen. Im Januar letzten Jahres meldete ein iranischer Militärkommandeur die Ankunft einer Lieferung von 1.000 dieser unbemannten Luftfahrzeuge (UAVs) zur sofortigen Verwendung. Russland produziert in seiner Sonderwirtschaftszone in Tatarstan mit Unterstützung Teherans jährlich über 18.000 Geranien-Drohnen.
Das russische Modell kopiert die internen Komponenten und den Rumpf der iranischen Drohne. Seit Beginn des großangelegten Einmarsches in die Ukraine im Februar 2022 hat Moskau mehr als 60.000 dieser Fluggeräte gegen ukrainisches Territorium eingesetzt. Diese Schätzung basiert auf Beobachtungen zweier Analysezentren: des Instituts für Kriegsforschung und des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS).“
Oftmals fliegen diese Drohnen aber „leer“ und dienen nur dem Verbrauch der knappen Munition der Abwehrraketen des Gegners.
Aufgrund ihrer Größe und Leichtigkeit können sie aber auch mit potenten Bomben bestückt werden und die Abwehrsysteme können den Unterschied nicht erkennen.
„Die meisten Drohnen werden von ukrainischen Luftverteidigungssystemen getroffen, jedoch nicht alle: teils aufgrund von Ressourcenmangel oder ungenauer Zielgenauigkeit, teils weil ihre Flugbahn kein Risiko darstellt und Munition gespart werden soll. Die hohe Dichte militärischer Schutzsysteme schafft jedoch Lücken für diese Geschosse, die beim Auftreffen auf Wohngebiete aufgrund der Mischung aus Sprengstoff und Treibstoff tödlich sind. Mit einer Länge von über 3 Metern, einer Sprengladung von rund 50 Kilogramm und einer Reichweite von etwa 2.000 Kilometern – die neuesten russischen Varianten übertreffen all diese Werte – stellt die Schahed eine erhebliche Herausforderung für die Abfangjäger dar: Sie fliegt niedrig, langsam und auf einer unregelmäßigen, mitunter sogar Zickzack-Flugbahn, wie kürzlich in Dubai und Manama aufgenommene Videos zeigen.“
Sie scheint eine Programmierung für diese Art von Flugbahn zu haben, was sie noch unberechenbarer macht.
„Bislang waren Abwehrsysteme darauf ausgelegt, Hochgeschwindigkeitsraketen mit weniger unregelmäßigen Flugbahnen abzufangen.
»Diese Drohnen sind kostengünstig«, sagte Jasir Atalan vom CSIS in einem kürzlichen Nachrichtenaustausch. »Sich mit teuren Waffensystemen wie Kampfflugzeugen oder modernen Boden-Luft-Raketen gegen sie zu verteidigen, ist langfristig wirtschaftlich nicht tragbar. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis spricht für den Angreifer, wenn der Verteidiger ausschließlich auf Premium-Systeme setzt.«
Andere wurden aber bisher nicht entwickelt und es ist auch fraglich, ob so etwas möglich ist, bzw. um welchen Preis.
„In diesem Kontext ist der Iran im Vorteil, wie der Angriff einer iranischen Drohne auf den britischen Militärstützpunkt in Zypern am Montag demonstrierte. Frankreich wird Abwehrsysteme gegen diese Art von Bomben und Raketen zur Verteidigung der Insel entsenden, berichtete Reuters am Dienstag.“
Da sind wir aber neugierig, wie sich die bewähren werden.
Frankreich möchte da offenbar was testen.
„Kelly A. Grieco, Analystin am Stimson Center, hat die Effektivität dieser Schahed-Drohnen im Kriegsfall quantifiziert. In einem kürzlich erschienenen Thread im X-Netzwerk, in dem sie die Produktionskosten von Angriffsflugzeugen und ihren Abfangjägern analysiert, kommt sie zu folgendem Schluss: Für jeden Euro, den der Iran für Drohnen ausgab, gaben die VAE, das am stärksten betroffene Land, zwischen 20 und 28 Euro aus.“
Es trifft zwar keinen Armen, aber der Effekt läßt zu wünschen übrig.
„»Die wichtigste Lehre [aus der Ukraine] ist der Bedarf an mehrschichtigen, kostengünstigen Luftverteidigungslösungen«, betont Atalan, »die massive Drohnenangriffe abwehren können, ohne Reserven oder Budgets zu erschöpfen. … Effiziente Drohnenabwehrsysteme, elektronische Kampfführung, kostengünstigere Abfangraketen und eine widerstandsfähige Infrastruktur müssen zu wesentlichen Bestandteilen der territorialen Verteidigungsplanung werden«, fasst er zusammen.
Übertragen auf das Schlachtfeld bedeutet dies: Es wird ein Schutzschild benötigt, der mehr oder weniger hochentwickelte Radaranlagen, Raketenabwehrbatterien, trainierte Kampfflugzeuge, aber auch dynamische Systeme zur Funklochbildung und schließlich mobile Artillerieeinheiten kombiniert. Genau das hat die ukrainische Armee entwickelt, und dennoch kann sie den täglichen Drohnenangriffen Moskaus auf ihr Territorium nicht standhalten.“
D.h., so ein System gibt es eigentlich nicht. Die hauptsächliche Abwehr gegen Drohnen bleibt ein Gewehr.
(El País, 4.3.)
Frankreich stellt den USA eine Basis für den Einsatz von Tankflugzeugen zur Verfügung – springt also für Spanien ein.
„US-Abgeordnete setzen Trumps Krieg keine Grenzen
US-Kongressabgeordnete haben dem militärischen Vorgehen von US-Präsident Trump im Iran keine Grenzen gesetzt. Eine Abstimmung im Repräsentantenhaus über einen parteiübergreifenden Antrag, der dem Kongress ein stärkeres Mitspracherecht beim Einsatz der Streitkräfte eingeräumt hätte, kam nicht auf genug Stimmen. 4 Demokraten stimmten mit der Mehrheit der Republikaner dagegen. Eine ähnliche Maßnahme war am Mittwoch bereits im Senat geblockt worden.“
Das ist beachtlich, weil erstens wurde der Kongress vor dem Einsatz nicht benachrichtigt und zweitens stimmt er nachträglich zu.
Das Regieren nach Dekreten kommt voran.
„Trump: Großteil der iranischen Raketen ist zerstört
Die Luftabwehr und die Raketen des Irans sind nach der Darstellung von US-Präsident Donald Trump bereits ganz oder in großen Teilen zerstört. »Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Luftabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg«, sagte Trump in Washington. Zudem seien ihre Raketen zu 60 und ihre Abschussvorrichtungen zu 64 Prozent ausgeschaltet, sagte er. »Sobald sie eine Rakete abschießen, wird die Abschussrampe innerhalb von vier Minuten getroffen.«
Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Neben dem Nuklearprogramm und der Marine hatte die US-Regierung die Zerstörung des Raketenprogramms des Irans zuvor als wichtigstes Kriegsziel genannt.“
Letzteres ist offenbar das Hauptziel – der Iran soll, wie Syrien, wehrlos gegen Angriffe gemacht werden. Dann kann man jederzeit von neuem bombardieren, wenn einem was nicht paßt – ob Israel oder die USA.
„Ukraine unterstützt USA bei Drohnenabwehr
Die Ukraine will die USA bei der Abwehr iranischer Drohnen unterstützen. Man habe eine entsprechende Anfrage aus Washington erhalten, erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X. Er habe die Entsendung von Spezialisten und Ausrüstung angeordnet, um beim Schutz vor »Schahed«-Drohnen zu helfen. Einem Insider zufolge sollen die ukrainischen Experten in den kommenden Tagen ihre Arbeit aufnehmen.“
Die Schahed-Drohnen sind nur in Kombinantion mit potenteren Raketen oder Marschflugkörpern wichtig, denen sie sozusagen die Bahn frei machen – sind die weg, so kann man mit denen nicht mehr viel Schaden anrichten.
(TT-Live-Blog, 6.3.)
Ein ausführlicher Artikel im New Yorker erörtert die Fähigkeit des US-Präsidenten, Kriege auch ohne Parlament zu eröffnen und zu führen. Die Verfasserin weist darauf hin, daß ab Bush Vater alle Präsidenten ohne Zustimmung des Parlaments begrenzte Kriege ohne Bodentruppen vom Zaun gebrochen haben (Panama 1989, Jugoslawien 1999, 2011 Libyen, 2017 und 2018 Syrien, 2021 Irak & Syrien) und schließt:
“In the meantime, the war shows every sign of widening. On Tuesday, a U.S. submarine torpedoed an Iranian warship near Sri Lanka, more than 2000 miles from Iran; Secretary of Defense Pete Hegseth said that it was the first such action since the II. World War. Hegseth vowed »death and destruction from the sky all day long« and said that the conflict had »only just begun.« If this is not »war in a constitutional sense,« nothing is.”
„Ein durch die Niederschlagung der Proteste verwundeter Iran ist uneinig angesichts des Krieges (…)
Anfang Februar wiesen die Behörden in Teheran 82 U-Bahn-Stationen als Schutzräume aus. Außerdem wurden 300 Tiefgaragen identifiziert. Angesichts der 16 Millionen Einwohner der iranischen Hauptstadt und ihres Ballungsraums ist das nicht viel. (…)
Die von einem Teil der iranischen Diaspora befürworteten Bombardements bieten Iran laut mehreren von dieser Zeitung befragten Experten wahrscheinlich keine bessere Zukunft.
Selbst wenn der Anschlag die Islamische Republik stürzt, könnte der Preis neben vielen Menschenleben die Zerstörung des Staates sein, bemerkt der Wirtschaftswissenschaftler Esfandjar Batmanghelidsch, Gründer und Geschäftsführer der Bourse & Bazaar Foundation, aus London.
»Die Frage ist«, betont er, »wie man die Institutionen, die Infrastruktur und die Funktionsfähigkeit des iranischen Staates vor dem Anschlag schützen kann«, von denen das Wohlergehen und sogar das Überleben seiner 92 Millionen Einwohner abhängen.
Der Iran könnte plattgemacht werden, doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sein Regime – das mit seinen 2 Armeen, einer Miliz von rund einer Million Mitgliedern und einem dezentralisierten Militärkommando auf Überleben ausgelegt ist – untergehen wird. Dies könne »in seiner jetzigen oder einer anderen Form« geschehen, bestätigt Vali Nasr, ehemaliger Berater des US-Außenministeriums und Professor an der Johns Hopkins University, telefonisch aus Washington. Ohne eine »einfache Alternative zur Islamischen Republik« oder »eine politische Partei oder Organisation im Iran, die die Macht übernehmen könnte«, blicken viele Iraner, die die Islamische Republik ablehnen, mit Unsicherheit in eine Zukunft, in der unklar ist, »wie eine Regierung gebildet werden könnte oder wie die Versorgung der Bevölkerung mit Dienstleistungen, Nahrungsmitteln und Sicherheit gewährleistet werden könnte«, sollte es zu einem solchen politischen Wandel kommen. Im schlimmsten Fall droht Chaos, Teilung oder Bürgerkrieg, wie einige Wissenschaftler warnen. (…)
Die Realität im Iran, der »Zorn« des iranischen Volkes, meint Batmanghelidsch, sei »sehr ähnlich« derjenigen in der Zeit vor dem Sturz der Pahlavi-Monarchie 1978/79. Auch heute gebe es »ein politisches System, das die wirtschaftliche und politische Macht in den Händen einer immer kleiner werdenden Elite konzentriert«, zum Nachteil des »Gesellschaftsvertrags« und der »Verteilung von Privilegien und Ressourcen«. Gleichzeitig sei die »Islamische Republik autoritärer und repressiver geworden und habe ihre Legitimität als politisches Projekt verloren«.
Über die Jahre hinweg hat das iranische Regime neoliberale Sparmaßnahmen im öffentlichen Sektor umgesetzt und einen Vetternwirtschafts- und Machtapparat etabliert, bestätigt der Wirtschaftswissenschaftler. So kontrolliert beispielsweise die Revolutionsgarde, die dem Regime untergeordnete Armee, 20 bis 30 Prozent der iranischen Wirtschaft. Zudem existieren alternative Kanäle zur Umgehung von Sanktionen und zum Ölexport. Der Direktor der Bourse & Bazaar Foundation ist überzeugt, dass die Last dieser Sanktionen nicht zufällig bei der verarmten Bevölkerung ankommt. Er bezeichnet dies als eine bewusste Strategie der Eliten.“
Oder aber, der Sanktionierer.
Das erklärte Ziel von Sanktionen ist ja, in der Bevölkerung des betroffenen Landes Unzufriedenheit zu schüren und sie aber auch gleichzeitig dafür zu bestrafen, daß sie ihre Herrschaft nicht abschüttelt.
(El País, 28.2.)
„Teheran erlebt die schwersten Bombenangriffe des Krieges: »Der Osten der Stadt explodiert. Bomben fallen ununterbrochen.«
Israel verkündet, dass diese Angriffswelle auf die Hauptstadt und andere iranische Städte eine »neue Phase« des Konflikts einleitet. (…) Kurz nach 5:00 Uhr morgens (3:30 Uhr MEZ) brach die »Hölle auf Erden« los, wie mehrere Teheraner in den sozialen Medien berichteten.
Gewaltige Explosionen erschütterten die Megastadt, in der zusammen mit ihrem Ballungsraum mehr als 16 Millionen Menschen leben. (…) »Wir wachten um 5:30 Uhr morgens auf. Ost-Teheran explodierte; die Flugzeuge griffen Kasernen und Polizeistationen an, und Bomben explodierten im Minutentakt. Die Flugzeuge flogen sehr nah, tiefer als in den Tagen zuvor«, berichtet Sevak, einer der wenigen Teheraner mit Internetzugang.
Auch andere Städte wie Isfahan … und Schiras … wurden angegriffen, wenn auch weniger heftig. Wie schon in den 5 Tagen zuvor bleibt die Hauptstadt das Hauptziel der Bombenangriffe.
Sevak, ein Angestellter eines Reisebüros, lebt in Madschidieh, einem Viertel im Nordosten Teherans, das traditionell von der armenischen Minderheit bewohnt wird. Sein Haus, das, wie er sagt, von den Bomben erschüttert wurde, steht noch (… )
Unterdessen sind einige Mitglieder der Basidsch-Miliz(…) auf den Straßen postiert. Die Basidsch, … die von vielen Iranern verachtet werden – die sie größtenteils für die Repression verantwortlich machen –, »verbreiteten Parolen über Lautsprecher an die Bevölkerung«. … Jemand habe ihm erzählt, dass in ihrem Viertel in Teheran »Kontrollpunkte eingerichtet wurden«. Die Stadt … stehe »unter starker Überwachung, mit einer ständigen Präsenz von Sicherheitskräften und Kontrollpunkten«. (…)
Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) geht davon aus, dass die vom israelischen Militär am Freitag angekündigte »neue Phase« sich auf Angriffe auf iranische Rüstungsanlagen, insbesondere Raketenproduktionsstätten, konzentrieren wird.
Am Donnerstag ordnete das israelische Militär die Evakuierung der Industriegebiete Abbas Abad und Shenzar in Pakdasht (Provinz Teheran) an, wo sich laut ISW iranische Rüstungsindustrieanlagen befinden.“
Interessant, wie Israel Gegenden in anderen Staaten (auch im Libanon) sozusagen per Anordnung entvölkert.
„Ebenfalls am Donnerstag gab Israel bekannt, seit Beginn der Angriffe mehr als 300 iranische Raketenwerfer außer Gefecht gesetzt zu haben. Sowohl Israel als auch die USA betonen, dass ihre Bombardierungen die iranische Luftverteidigung zerstört oder schwer beschädigt, die iranische Führung und Kontrolle lahmgelegt und die Fähigkeit des Irans zu Gegenangriffen mit ballistischen Raketen und Drohnen eingeschränkt haben. … Trump erklärte am Freitag gegenüber CNN, der Krieg mit dem Iran verlaufe »besser und schneller als erwartet«. Anschließend erklärte er auf seinem sozialen Netzwerk Truth: »Es wird kein Abkommen mit dem Iran geben, außer der bedingungslosen Kapitulation.«
Diese triumphale Erklärung steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass »Iran vorerst dagegenhält«, betont Eldar Mamedov, ein externer Forscher des US-amerikanischen Thinktanks Quincy Institute, in einer E-Mail.
Das Land, so der Iran-Experte, zeige Anzeichen dafür, »die Lehren aus dem Krieg mit Israel und den USA im Juni 2025 gezogen zu haben, und die Führung der Militäroperationen wurde bewusst dezentralisiert. Die Kommandeure sind über das ganze Land verteilt und befugt, eigenständig Entscheidungen zu treffen.« Er glaubt, dass Iran weiterhin versucht, »den USA so viel Schaden zuzufügen, dass sie nachgeben und sich mit einem Kompromiss zufriedengeben«, anstatt der von Trump geforderten bedingungslosen Kapitulation.
Zu diesem Zweck konzentriert es seine Angriffe »auf die Länder am Persischen Golf, in denen sich US-Militärbasen befinden.« Laut Mamedov besteht die Logik darin, »die VAE, Katar und Saudi-Arabien zu zwingen, auf Trump einzuwirken, damit er den Krieg beendet, und gleichzeitig Druck auf die Weltwirtschaft auszuüben, indem die Ölpreise, die Inflation und die Zinssätze steigen.“
Es ist laut einem Experten des Quincy Institute nicht sicher, ob diese iranische Strategie Erfolg haben wird. Er ist der Ansicht, dass der entscheidende Faktor für eine Wende im Krieg darin besteht, ob es dem Iran gelingt, dem amerikanischen Militär erhebliche Verluste zuzufügen. Derzeit gibt es 6 amerikanische Tote, während die Zahl der Todesopfer im Iran laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars bereits 1.332 überschritten hat.
Teheran hat es geschafft, bei den ölproduzierenden Staaten des Persischen Golfs Besorgnis auszulösen. Katars Energieminister Saad al-Kaabi warnte am Freitag gegenüber der Financial Times, dass der Rohölpreis auf 150 US-Dollar pro Barrel (etwa 130 Euro) steigen werde, sollten die Golfstaaten gezwungen sein, ihre Produktion einzustellen.
Am Freitag lag der Preis bei etwas über 81 US-Dollar (70 Euro).“
Auf einer österreichischen Website werden hingegen 92 $ für die Sorte Brent angegeben …
Zwischen Samstag und Donnerstag führte der Iran laut Angaben der ACLED-Konfliktbeobachtungsgruppe mindestens 263 Vergeltungsangriffe auf 14 Länder durch, darunter alle Ölproduzenten am Golf.
Im selben Zeitraum griffen die USA und Israel den Iran mindestens 398 Mal an. (…)“
Die Angriffe unterscheiden sich nicht nur nach Quantität, sondern auch nach Qualität. Der Iran setzt hauptsächlich Drohnen ein, die USA und Israel deutlich dickere Brummer.
„Sevak … berichtet, wie Teheran und andere iranische Städte derzeit einen paradoxen Mix aus Alltag und Bombenanschlägen und Explosionen erleben.
Einerseits sind Supermärkte und Online-Shops dank des iranischen Intranets (das von den Behörden als Alternative zum Internet eingerichtet wurde) weiterhin geöffnet und funktionsfähig. Andererseits versetzt das ständige Dröhnen von Kampfjets, Explosionen und Sicherheitskontrollen die Bevölkerung in Angst und Schrecken.
Wasser, Strom und Gas fließen weiterhin, und die Geschäfte haben keine Engpässe, bestätigen Teheraner gegenüber EL PAÍS, doch die Preise sind explodiert. »In Teheran gibt es keine Probleme mit Grundnahrungsmitteln«, sagt Mehdi, ein Experte für Industriemanagement. Es sei lediglich »etwas schwierig, an Wasser in Flaschen zu kommen«, fügt er hinzu und erwähnt, dass sogar noch einige Restaurants offen sind.
Viele Einwohner Teherans haben sich jedoch zur Flucht entschlossen. Nagmeh ist eine von ihnen: »Vor 2 Tagen beschlossen mein Mann, mein Sohn und ich, Teheran zu verlassen und nach Sari zu fahren, weil die Bombenangriffe immer heftiger wurden«, erzählt sie. Auf der viereinhalbstündigen Fahrt »gab es viele Kontrollpunkte«. Die Beamten »trugen Masken und durchsuchten die Autos. Ich war sehr gestresst, aber sie fragten uns nur, woher wir kamen und wohin wir fuhren. Sobald ich sah, wie sie unsere Handys einsammelten und kontrollierten, löschte ich alles, was ich über Regimegegner und Nachrichten aus dem Ausland gespeichert hatte«, erklärt sie.
Andere Einwohner Teherans sind nicht geflohen, weil sie nirgendwo hin können. So wie Nazanin, deren kleine Tochter »total verängstigt« ist, wenn sie die Explosionen hört. Sie sagt, sie habe nirgendwohin zu gehen, obwohl »die Lage furchterregend ist«. Diese Frau klagt: »Die Iraner im Ausland freuen sich [über die Angriffe] und tanzen sogar dafür, während wir bombardiert werden.« (…)“
(El País, 6.3.)
Es gibt in den USA bei der Regierung einen offensichtlichen Eiertanz um die Frage, ob Rußland dem Iran Satelliteninformationen für deren Angriff auf US-Ziele (Basen, Schiffe) mitteilt.
Es ist einerseits klar, daß Rußland das macht, wenn das Weiße Haus das aber zugeben müßte, so wäre das irgendwo unangenehm. Erstens würde der Iran dadurch aufgewertet – er hat tatsächlich militärische Verbündete.
Zweitens müßte man dann Rußland als Gegner betrachten, und was alles folgt daraus? Die ganze Trump’sche Verteidigungsdoktrin wackelt.
Drittens geben die USA seit 2022 und nach wie vor Satelliteninformationen an die Ukraine weiter. Da könnte man auch fragen, warum eigentlich noch immer?
(KP, 10.3.)
Die Straße von Hormuz ist nicht gesperrt.
KP.RU sprach mit dem iranischen Journalisten Chajal Muazzin, der sich zur Zeit in Teheran aufhält, über die aktuelle Lage im Land.
„Die Meerenge ist für befreundete Staaten geöffnet
KP: China ist der Hauptabnehmer iranischen Öls. Werden die Lieferungen nach der Blockade der Straße von Hormus fortgesetzt?
CM: Ja, die Lieferungen laufen weiter. Die Straße von Hormus ist für befreundete Länder geöffnet und wird ohne nennenswerte Abweichungen befahren. Tanker mit Verbindungen nach China und Russland passieren diese wichtige Wasserstraße ungehindert.
Die Revolutionsgarden haben kürzlich eine Bedingung gestellt: Länder, die die Straße von Hormus nutzen wollen, müssen die amerikanischen und israelischen Botschafter ausweisen. Die Verhandlungen mit arabischen Ländern dauern an.
Ich weiß, dass Saudi-Arabien die Verhandlungen mit dem Iran intensiviert hat, um die Spannungen abzubauen. Doch derzeit spielen Diplomaten eine untergeordnete Rolle, während das Militär im Vordergrund steht.
KP: Wie lange werden die Kampfhandlungen Ihrer Meinung nach noch andauern?
CM: Im Iran wird von weiteren 10 Jahren gesprochen. Die Zeit spielt derzeit für den Iran. Er lässt sich Zeit, greift nicht wahllos an und wird ruhig und entschlossen handeln, bis er die Amerikaner aus dem Nahen Osten vertrieben hat. Und solange er das Blutvergießen am Obersten Führer und den Generälen nicht gerächt hat, kann auch Trump als legitimes Ziel gelten. Andernfalls wird das iranische Volk seiner Führung nicht verzeihen.“
(KP, 11.3.)
„Ein weiterer, 12.000 Kilometer von den USA entfernter Krieg für die Freiheit
US-Präsident Donald Trump kam zur Dover Air Force Base in Delaware, um den ersten im Rahmen der Operation Epic Fury gefallenen amerikanischen Soldaten die letzte Ehre zu erweisen und CBS berichtete: „Alle 6 waren Reservisten des 103. Logistikkommandos. Diese Einheit sorgt für Lebensmittel, Treibstoff, Wasser, Munition und Transportmittel.“
Die 5 Männer und eine Frau starben zur selben Zeit am selben Ort, nur wenige Stunden nach Beginn der amerikanisch-israelischen Operation.
Am 1. März traf ein iranischer Luftangriff das Kommandozentrum im kuwaitischen Hafen Schuaiba. Die kuwaitische Luftabwehr hat irrtümlich amerikanische Kampfflugzeuge abgeschossen, konnte die anfliegende Schahed jedoch nicht abfangen.
Es ist ein weiterer, 12.000 Kilometer von den USA entfernter Krieg für die Freiheit. Die USA haben bisher offiziell 6 Opfer bestätigt, die Iraner hingegen behaupten, die Zahl der gefallenen amerikanischen Soldaten gehe bereits in die Hunderte.
Trump selbst rechnet offen mit weiteren Opfern, weigert sich aber weiterhin, mit Teheran zu verhandeln. Was sollte er dann als Sieg verkaufen?
Journalisten fragten ihn an Bord der Air Force nach der Trauerfeier: »Können Sie mir erklären, was bedingungslose Kapitulation für Sie bedeutet? Anders gefragt: Was wollen Sie vom Iran?«
»Ich sagte ‚bedingungslos‘. Das bedeutet, dass sie kapitulieren oder nicht mehr kämpfen können«, antwortete der US-Präsident.
Doch es ist bereits klar, dass es auch Trump nicht gelungen ist, einen schnellen, siegreichen Krieg zu erzwingen. Nun eilt eine dritte Kampfgruppe unter Führung des Flugzeugträgers USS George H.W. Bush in den Nahen Osten, um die beiden anderen Kampfgruppen zu verstärken. Sie wird innerhalb der nächsten 10 Tage im Kampfgebiet sein, um den Iran anzugreifen. Die Washington Post berichtet, dass an der neuen Phase der Operation Epic Fury atomwaffenfähige strategische Bomber teilnehmen.
Und das Wall Street Journal berichtet: »Zum ersten Mal in der Geschichte werden alle drei Typen US-amerikanischer Langstreckenbomber gleichzeitig im Kampf eingesetzt. Dazu gehören die B-2 Spirit, die B-1 Lancer und die B-52 Stratofortress.«
Offensichtlich sieht Trump derzeit keine andere Möglichkeit, als die Situation weiter zu eskalieren. Und er kündigt seine geplante Eskalation in den sozialen Medien an: »Heute wird der Iran sehr hart getroffen.«
Theoretisch hätte der Kongress Donald Trump stoppen können, da beide Kammern gleichzeitig Resolutionen vorbereitet haben, die ein Ende der Beteiligung US-amerikanischer Streitkräfte an den Militäraktionen gegen den Iran fordern, schließlich waren diese Aktionen nicht vom Kongress autorisiert. 47 Demokraten stimmten für die Antikriegsresolution.
Letztendlich scheiterte der Versuch, den Präsidenten in beiden Kammern zu zügeln. Und der Reaktion der Kongressmitglieder nach zu urteilen, wurden ihnen keinerlei Beweise dafür vorgelegt, dass der Iran einen Angriff plante. Der Demokrat Richard Blumental befürchtete, es könne zu einer Bodeninvasion kommen und er sagte, es sei nicht klar, welche Ziele die Trump-Regierung im Iran überhaupt verfolge. (…)
Kriege ohne Ende und Ziel, in denen auch noch Amerikaner sterben, sind das, was Trump den Globalisten seit Jahren vorwirft. Der Slogan „America First“, das Versprechen, die Ordnung im eigenen Land wiederherzustellen und sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, der ihn vor gut einem Jahr ins Weiße Haus zurückbrachte, wurde laut seinen treuesten Anhängern durch den jüngsten US-Krieg im Nahen Osten völlig zunichtegemacht.
Die Journalistin Megyn Kelly sagte: „Was denken Sie, macht es Sinn, zu behaupten, der Iran habe einen Präventivschlag gegen uns und unsere Bürger geplant? Der Iran, der genau weiß, welche Streitkräfte in der Region zusammengezogen sind, all die Flugzeugträger und so weiter. Das ist völliger Unsinn.“
Die Fernsehmoderatorin Megyn Kelly gehört zu den MAGA-Anhängern, die Trumps 180-Wende der israelischen Lobby zuschreiben. Der Journalist Tucker Carlson war der Erste, der das öffentlich äußerte. Er nannte den Angriff auf den Iran einen »absolut widerlichen, teuflischen Krieg«, behauptete, die Zahl der Todesopfer sei weitaus höher als offiziell angegeben, und bezweifelt wie viele andere, dass der Iran kurz vor der Entwicklung einer Atombombe stand: »Dieser Krieg wird nicht aus Gründen der nationalen Sicherheit der USA geführt, um die USA sicherer oder reicher zu machen. In diesem Krieg geht es nicht wirklich um die massenhafte Vernichtung von Waffen, um Atomwaffen. Dieser Krieg wird einzig und allein deshalb geführt, weil Israel ihn wollte.«
Trump bezeichnet Tucker Carlson und andere Kritiker von Epic Fury als Spalter und Verräter. In einem Gespräch mit einem anderen Journalisten von ABC News schloss er Carlson auf beschämende Weise aus der MAGA-Bewegung aus.
Die Verärgerung und Frustration des amerikanischen Präsidenten sind verständlich, schließlich läuft es im Nahen Osten nach seiner und nach Ansicht des Militärs gut, wie Trump sagte: »Irgendwer hat gefragt, wie ich die Lage auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten würde. Ich antwortete, dass ich 12 bis 15 setzen würde. Ihre Armee ist zerstört, ihre Marine ist zerstört, ihre Kommunikationswege sind unterbrochen, ihre Anführer sind vernichtet.«
Wo er dem Zeitplan eindeutig voraus ist, ist der Einsatz der teuren Bestände an Luftverteidigung. Laut dem Wall Street Journal berichten Generäle, dass die Munition für das Raketenabwehrsystem THAAD bald ausgehen könnte und dass ein Mangel an Tomahawk-Marschflugkörpern droht.
Die zusätzlichen 11 Milliarden Dollar, die das Pentagon dringend beim Kongress beantragt hat, werden höchstens für ein paar Wochen reichen. Das nächste große Finanzpaket wird voraussichtlich 50 Milliarden Dollar umfassen.
Für Pete Hegseth ist dieser Krieg der Höhepunkt seiner Karriere, und dem US-Kriegsminister ist die Rolle sichtlich ans Herz gewachsen. »Die dummen, politisch korrekten Kriege der Vergangenheit waren das genaue Gegenteil von dem, was wir heute tun. Damals gab es vage Ziele und streng begrenzte, minimalistische Einsatzregeln. Das wird es nicht mehr geben«, erklärte Hegseth.
Sie schießen Raketen auf den Iran, aber zerstören die Weltwirtschaft. In der zweiten Woche des Golfkriegs sind alle Indikatoren im Keller, und Washington hat immer noch keine Lösung für die explodierenden Ölpreise gefunden.
Daher versucht US-Handelsminister Scott Bessent, die Lage zu beschönigen und verkündet, dass die USA die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend aufheben, wie er erklärte: „Gestern hat das Finanzministerium unserem Verbündeten Indien erlaubt, russisches Öl zu kaufen, das bereits auf Schiffen ist. Wir können auch die Sanktionen gegen weiteres russisches Öl aufheben. Hunderte Millionen Barrel sanktioniertes Öl sind derzeit in Tankern weltweit. Durch die Aufhebung der Sanktionen können wir das Angebot auf dem Markt erhöhen. Und wir prüfen diese Möglichkeit.“
Die US-Bürger brachten ihre Meinung zur aktuellen Lage durch Straßenproteste zum Ausdruck. Nach den ersten Angriffen begannen Massendemonstrationen in 40 amerikanischen Städten, und die Menschen gehen weiterhin täglich auf die Straße.
In dieser Lage ist die richtige Entscheidung für Trump, bei einer höheren Macht um Hilfe zu bitten. Amerikanische Pastoren haben Trump im Oval Office gesegnet. Viele fragen sich, ob da für Krieg oder Frieden gebetet wurde.“
(Anti-Spiegel, 9.3.)
Die »Komsomolskaja Pravda« sprach mit der Orientalistin und Politikwissenschaftlerin Karine Gevorgjan: Kann der Iran den Krieg gegen die USA gewinnen?
„»Die Iraner sparen ihre zerstörerischsten Waffen auf«: Teheran hat im Krieg gegen die USA geheime Trümpfe
KP: Wie beurteilen Sie den Ausgang der ersten 10 Kriegstage?
KG: Das Wichtigste ist, dass der Widerstand anhält. Auf der einen Seite stehen die USA, Israel und ihre Verbündeten – kurzum, die gesamte Macht der »Epstein-Koalition«. Und ihnen gegenüber steht nur der Iran.
Doch er gibt nicht auf, sondern greift US-Ziele auf der Arabischen Halbinsel und im Irak an. Alle Verbündeten werden getroffen, außer Oman und Saudi-Arabien. Ja, es gab Berichte über einen Angriff auf Anlagen von Saudi Aramco, aber die Iraner bestehen darauf: »Wir waren es nicht.« Und die Saudis ziehen ihren Botschafter aus Teheran nicht zurück. Es gibt also Gründe dafür.
(Am Mittwoch griffen Drohnen Treibstofflager im omanischen Hafen Salalah an. Teheran wies die Vorwürfe zurück und behauptete, die Israelis wollten den Iran vollständig von seinen Nachbarn isolieren – Anm. d. Red.)“
Die These steht also im Raum, daß diese Raketen aus Israel kamen.
„KP: Vieles läuft nicht nach Plan der USA. Bedeutet das aber, dass der Iran gewinnt?
KG: Es gibt hier eine militärische Komponente, über die man im Moment noch nicht sprechen kann, da die Lage noch nicht klar ist.
Klar ist aber, daß das venezolanische Szenario, in dem nach dem Sturz der politischen Führung alles schnell vorbei ist, im Iran nicht funktioniert hat. Ganz im Gegenteil. Das Regime ist nicht zusammengebrochen, sondern hat seine Macht gefestigt.
Hier ein Beispiel: Als Anhänger des gestürzten Schahs nach der Islamischen Revolution von 1979 emigrierten, beschlagnahmte die Islamische Republik Iran nicht deren Eigentum. Sie überwies ihnen sogar die ihnen zustehenden Dividenden ins Ausland, soweit es die westlichen Finanzsanktionen zuließen. Damit wurde eines der Gebote des Islam erfüllt: Du sollst nicht stehlen. Selbst wenn jemand mit dem Staat in Konflikt geraten ist, darf ihm sein Eigentum nicht entzogen werden.
Doch erst gestern oder vorgestern verkündete der Iran, dass jeder, der das Schahlein / den Prätendenten (Reza Pahlavi, den Sohn des gestürzten Schahs, der in den USA lebt und deren Politik unterstützt – Anm. d. Red.) und die Angriffe auf den Iran unterstützt hat, enteignet wird.
Können die USA private Militärunternehmen gegen den Iran einsetzen?
KP: Angenommen, Washington beschließt, bis zum bitteren Ende für einen Regimewechsel im Iran zu kämpfen – wie könnte das in der Praxis aussehen?
KG: Die anti-iranische Koalition hat nicht das Zeug für eine Bodeninvasion. Dazu bräuchte man mindestens eine Million Soldaten, und die Amerikaner können diese schlichtweg nicht auftreiben. Ein Angriff lokaler Kräfte ist ebenfalls unrealistisch. Die Kurden haben sich geweigert.“
Eine interessante Information.
Weder die irakischen noch die iranischen Kurden waren also bereit, sich als Kanonenfutter der USA herzugeben.
Israel macht im Windschatten des Krieges den Libanon fertig und ist daher dort beschäftigt.
KP: Wäre der Einsatz privater Militärunternehmen in Bodenoperationen denkbar? Es gibt Erfahrungen aus dem Irakkrieg, wo private Militärfirmen schließlich mehr Operationen durchführten als die US-Armee.“
Das bezieht sich allerdings auf die Besatzungszeit, als die irakische Armee und Führung bereits beseitigt waren.
„KG: Bahrain wäre ein geeigneter Ausgangspunkt für eine Invasion. Doch die Iraner haben dort alle möglichen Einrichtungen zerstört und die Brücke, die Bahrain mit der arabischen Halbinsel verbindet, schwer beschädigt.“
Bahrain, daran sei erinnert, ist ein Inselstaat.
„Es ist schwieriger, eine solche Piraterieoperation von Kriegsschiffen aus durchzuführen; die Seestrecke muss so kurz wie möglich sein, und das ist nicht einfach.“
Die einzige Alternative wäre, über das irakische Kurdistan einzumarschieren, aber das ist aus verschiedenen Gründen nicht sehr perspektivenreich: Erstens müßten die USA ihre Truppen oder privaten Söldner erst einmal dort hinbringen, was nur über eine Luftbrücke möglich wäre, da derzeit die USA vor allem im persischen Golf, im indischen Ozean und im Mittelmeer auf Schiffen stationiert sind.
Zweitens müßten sie dann über gebirgiges und unbekanntes Gelände vordringen, was ebenfalls nicht nach schnellem Sieg, sondern eher nach einer gewaschenen Niederlage schmeckt.
„KP: Die VAE verfügen über private Militärfirmen, aber der Iran hält sie mit vorgehaltener Waffe in Schach.
KG: So ist es. Aber im Allgemeinen scheinen mir diese privaten Militärfirmen nicht für eine Invasion ausgelegt zu sein. Die Mitglieder amerikanischer Spezialeinheiten hingegen schon, davon gibt es allerdings nicht viele.
Delta (die Spezialeinheit, die Maduro gefangen genommen hat – Anm. d. Red.) zählt nur 1.000 Mann, die gesamten amerikanischen Spezialeinheiten machen ca. 70.000 Mann aus. Das ist für den Iran mit seinen über 90 Millionen Einwohnern etwas wenig.
Die Stärke des Iran: Satelliten und Hyperschall
KP: Könnte man die venezolanische Strategie der Spaltung der Eliten und des Einsatzes von Bestechung anwenden?
KG: Der Zeitpunkt dafür ist bereits verstrichen. Die Angelegenheit hat sich sozusagen weiterentwickelt. Denn selbst jener Teil der iranischen Elite, den der Westen als reformorientiert bezeichnet, versteht, dass er zusammen mit den Konservativen in die Enge getrieben wurde.
Das bedeutet, dass die gesamte iranische Elite ihre gegenseitige Feindseligkeit überwinden und gemeinsam für das Vaterland kämpfen muss.
KP: Viele sprechen von der technologischen Überlegenheit Israels und der USA gegenüber dem Iran. In einem Interview sagten Sie, das stimme nicht. Der Iran verfüge sogar über Weltraumaufklärung …
KG: Der Iran verfügt natürlich über eigene Satelliten. Russland half beim Start dieser Geräte in die Umlaufbahn, und die Iraner waren sehr stolz darauf. Ich kann nicht genau sagen, wie viele Satelliten sie besitzen.
China hingegen verfügt über 500 Satelliten, und einigen Berichten zufolge tauschten die Chinesen bereits vor den Angriffen Informationen mit den Iranern aus. Angesichts der Tatsache, dass die Iraner gelegentlich Satellitenbilder veröffentlichen, neige ich dazu, dies zu glauben.“
Mit einem Wort, China versorgt den Iran mit Satellitendaten über anzufliegende Ziele. Und zwar reichlich.
„Und noch etwas: Die Iraner setzen Hyperschallraketen im Kampf ein, die USA hingegen nicht.“
Warum eigentlich nicht?
Dieser Raketentypus ist ja praktisch nicht abzufangen.
„KP: Iranischen Presseberichten zufolge versuchen die USA, mit Teheran zu verhandeln…
KG: Die Islamischen Revolutionsgarden haben erklärt, dass es keine Verhandlungen geben wird, da die USA und Israel den aktuellen Krieg begonnen haben, während andere Verhandlungen liefen – wie lange sollte man so ein Spiel mitspielen?
Wir werden sehen, welche Seite am Ende die Oberhand gewinnt. Laut dem Wall Street Journal plant die Trump-Regierung, beim Kongress weitere 50 Milliarden Dollar für den Iran-Krieg zu beantragen.
Iran hat niemanden um Hilfe gebeten – weder Moskau, noch Peking, noch Pjöngjang. Bei wem brennt also der Hut?
KP: Wenn Trump den Krieg für gewonnen erklärt, ohne ihn tatsächlich gewonnen zu haben, wie will er das bewerkstelligen? Schließlich haben er und der israelische Ministerpräsident Netanjahu erklärt, ihr Hauptziel sei ein Regimewechsel im Iran.
KG: Ich bitte Sie! Erinnern Sie sich, wie Trump vor 6 Monaten, nach den Bombenangriffen, das iranische Atomprogramm für zerstört erklärte? Warum musste er dann jetzt in den Krieg ziehen? Damit der US-Präsident weiterhin behaupten kann, was ihm gefällt.
Und Netanjahu wiederholt seit 1986, dass der Iran in zwei Wochen Atomwaffen besitzen wird.
Modschtaba Chamenei wird seine Familie rächen
KP: Was ist über die Ansichten des neuen iranischen spirituellen Führers, Modschtaba Chamenei, bekannt?
KG: Die Macht, einschließlich der Kontrolle über die Militäroperationen, liegt in den Händen der Revolutionsgarden. Modschtaba Chamenei steht dieser Organisation nahe. Seine Wahl ist eine gewollte Provokation der Iraner gegen die USA. Ich bin überzeugt, dass der Sohn des vorherigen spirituellen Führers nicht gewählt worden wäre, wenn dieser friedlich im Bett gestorben wäre.
Was auch immer im Westen über die »dynastische Nachfolge« gesagt wird, in der Islamischen Republik gelten andere Mechanismen.
Doch unter den gegebenen Umständen, da Modschtaba gleichzeitig seinen Vater, seine Frau und seine Tochter verloren hat, stellt seine Wahl eine Herausforderung für die Amerikaner dar. Die Koalition sieht sich einem Mann gegenüber, der seine Familie rächen will und über Kampferfahrung verfügt. (Modschtaba kämpfte im Iran-Irak-Krieg – Anm. d. Red.)
Die Revolutionsgarde, für ihren Teil, erklärt gelassen: Der Iran wird entscheiden, ob die Militäraktion beendet wird oder nicht.
Der Iran befindet sich in einer starken Position: Sämtliche Einrichtungen der USA und ihrer Verbündeten auf der Arabischen Halbinsel wurden beschädigt, und die arabischen Völker und Regierungen sind den USA gegenüber äußerst verärgert. Der Iran hat Raketen auf ihr Territorium gerichtet, und sie waren gezwungen, die Patriot-Raketenabwehrmunition abzufeuern, die sie zu horrenden Preisen erworben hatten. Und wofür? Zum Schutz amerikanischer Einrichtungen. Die Araber setzen ihre Investitionen in die US-Wirtschaft aus. Und hier geht es um Billionen Dollar, die sie zuvor versprochen hatten.
Der Iran hält seine stärksten Waffen noch zurück
KP: Welche Asse hat Teheran noch im Ärmel?
KG: Die Iraner setzen ihre Raketen der neuesten Generation noch nicht ein; sie verfügen über Raketen der 3. und 4. Generation sowie weitere in Reserve. Sie machen kein Geheimnis daraus, dass sie ihre zerstörerischsten Waffen aufsparen, und haben dies bereits demonstriert – beispielsweise durch den Angriff auf Israel mit einer Khorramshahr-Rakete mit Mehrfachsprengkopf.
Zweitens ist ihr Trumpf Geduld und die Einigkeit der Bevölkerung: Entweder man ist für uns, oder man ist ein Verräter; es gibt keine andere Wahl.
KP: Apropos Verräter: Unsere sogenannten Umsiedler haben keine Ruhe: Israel, die Emirate, Zypern – sie werden überall angegriffen.“
Eine Anspielung auf die Russen, die 2022 Rußland verlassen haben und teilweise auch versuchen, auf eine westliche Payroll zu kommen.
„KG: Haben Sie Lust auf einen Witz? Ein serbischer Grenzbeamter sagt zu russischen Auswanderern:
»Wir können Sie nicht durchlassen.«
»Warum?«
»Sie haben Russland 2022 verlassen und sind nach Israel geflogen. Von dort zogen sie weiter nach Dubai und so weiter. Wissen Sie, wir haben den Eindruck, dass Sie Unglück bringen.«“
(KP, 12.3.)
Die Zerstörungen, die dieser Krieg bereits hervorgerufen hat, sind allerdings gewaltig: Brennende und gesunkene Tanker im persischen Golf, der aufgrund der Meerenge von den Strömungsverhältnissen praktisch ein Binnenmeer ist – der ganze Dreck bleibt dort und verteilt sich.
Brennende Raffinerien und saurer Regen über Teheran und anderen Regionen, Beschädigungen aller Art in den restlichen Golfstaaten – der Haß auf die USA, die ihre Kriege immer auswärts führen, wächst von Tag zu Tag.
Und Israel hält sich schadlos am Libanon, der sich nicht wehren kann.
„Der Iran fordert die mächtige US-Marine in einem asymmetrischen Seekampf im Persischen Golf heraus
Irans Kontrolle über die Straße von Hormuz, eine Flanke, die anfällig für Drohnen- oder Schnellbootangriffe ist, und die Minengefahr in den Gewässern behindern den Einsatz US-amerikanischer Fregatten zum Schutz von Tankern
Das Video dauert 40 Sekunden. Ein Schnellboot filmt eine Seite des Öltankers »Safesea Vishnu« vor der Küste von Umm Kasr im Südirak.“
Umm Kasr ist der wichtigste Hafen des Irak. Er liegt an einem künstlich geschaffenen Seitenarm des Euphrat, oberhalb des Deltas. Es handelt sich also – wie bei allen Häfen des Irak – um einen Flußhafen.
Die angegriffenen Tanker haben sich offenbar am offenen Meer befunden, um dort das weiter unten beschriebene Manöver zu vollführen.
„Es ist Mittwoch, Mitternacht. Das Wasser ist ruhig. Eine laute Explosion, gefolgt von einer weiteren, vermutlich durch die erste ausgelösten, setzt den Tanker in Brand und erzeugt eine riesige Rauchsäule. … Das kleine Boot, das die Szene filmt, wartet einige Sekunden, bevor es in nordöstlicher Richtung, in Richtung Iran, davonrast. In diesem Moment ruft ein Besatzungsmitglied: »Allah ist der Größte! Zerstörung eines amerikanischen Öltankers im nördlichen Persischen Golf. Für dich, Chamenei!« Während die Kamera den brennenden Bug der Safesea Vishnu einfängt, taucht ein weiteres Frachtschiff, die Zefyros, längsseits auf. Die beiden Schiffe tauschten Ladung um.“
Da nach den weiter oben geposteten Artikeln Schiffe aus befreundeten Staaten die Straße von Hormuz durchfahren dürfen, versuchte das US-Schiff offenbar, seine Ladung in ein anderes Schiff umzuladen, um sie dann hinaustransportieren zu können.
„Der Sprecher an Bord des Bootes gab sich als Mitglied der Marine der Islamischen Revolutionsgarde zu erkennen, einer militärischen Säule des iranischen Regimes. Wenige Stunden später überstieg der Preis für Brent-Rohöl 100 US-Dollar.
Der größte US-Marineeinsatz seit dem Einmarsch in den Irak 2003 hat die iranische Marine schwer getroffen. Washington hat fast 40% seiner einsatzbereiten Schiffe in den Nahen Osten verlegt (16 Kriegsschiffe sowie die Flugzeugträger USS Gerald Ford und USS Abraham Lincoln). Laut dem am Donnerstag vom CENTCOM (dem US-Zentralkommando mit Zuständigkeit für die Region) veröffentlichten Kriegsbericht wurden seit dem 28. Februar etwa 60 iranische Kriegsschiffe zerstört.
Diese außergewöhnliche Machtdemonstration erwies sich jedoch angesichts der asymmetrischen Vergeltungsschläge Teherans als unzureichend, wie der Angriff am Mittwochabend vor der irakischen Küste beweist.
Die Analyse der Videoaufnahmen und der Schäden an der »Safesea Vishnu« legt nahe, dass die Angreifer eine Marinedrohne einsetzten, um deren Rumpf zu sprengen. Die Explosion beschädigte beide nebeneinander liegenden Frachtschiffe mit einem Schlag. Eine unkonventionelle Taktik, die die ukrainische Marine mit großem Erfolg gegen die mächtige russische Schwarzmeerflotte einsetzt.
Die Kosten für die Zerstörung eines Schiffes – Art und Komplexität der vom Iran eingesetzten Seebomben sind unbekannt, doch die modernsten Bomben des ukrainischen Arsenals kosten rund 250.000 US-Dollar – sind gering im Vergleich zu dem schweren Schlag für den Rohölmarkt, von dem der Westen abhängig ist.
Dies gilt insbesondere angesichts des Ziels: Laut Aufzeichnungen der Schifffahrtsdatenbank Lloyd’s List gehört das getroffene Frachtschiff tatsächlich dem amerikanischen Unternehmen Safesea Group.
Südlich des Irak fließen die Gewässer des Persischen Golfs in Richtung der Straße von Hormuz, dem Epizentrum des aktuellen Konflikts zwischen den USA und Israel gegen das iranische Regime. Dessen neuer Machthaber, Modschtada Chamenei, bekräftigte am Donnerstag seine Absicht, die Meerenge weiterhin unter der faktischen Kontrolle der iranischen Streitkräfte zu halten.“
Man bemerke: Der Iran hat ein „Regime“ und „Machthaber“. Saudi Arabien hat eine Regierung und eine Dynastie.
„Oman, am Westufer der Straße gelegen, kann der iranischen Vorherrschaft in der Region nichts entgegensetzen.
Rund 20% des weltweit gehandelten Rohöls passieren diese Straße. Die Abnehmer sind benachbarte Golfstaaten, die mit den USA verbündet und somit im Visier Teherans stehen.
Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Offensive ist der Schiffsverkehr praktisch zum Erliegen gekommen; Hunderte von Schiffen warten auf beiden Seiten der Straße. Mindestens 18 Tanker wurden seit dem 28. Februar in den Gewässern des Persischen Golfs angegriffen.
Der Iran hat die Initiative in der Straße von Hormuz, während die USA darum ringen, sich aus der Sackgasse zu befreien und einen Seekrieg zu führen, der in Bezug auf die eingesetzten Waffen und die eingesetzten Ressourcen eine Premiere darstellt.
Die breiteste Stelle der Straße misst etwas über 30 Kilometer, der schiffbare Kanal jedoch weniger als 4 Kilometer – ein schmaler und verwundbarer Bereich, der die Bildung einer Eskorte zur Gewährleistung einer sicheren Passage erschwert.
»Verteidigungsschiffe hätten kaum Zeit, auf eine unmittelbare Bedrohung zu reagieren«, bemerkt Mike Plunket, Analyst beim Informationsdienst Janes. Seinen Berechnungen zufolge warten etwa 400 Handelsschiffe auf die Durchfahrt. Die US-Marine könnte kurzfristig etwa 8 Zerstörer für Eskortaufgaben bereitstellen. Das Ergebnis: Es wäre möglich, kleine Konvois zu bilden, beispielsweise mit 4 oder 5 Handelsschiffen, die von 2 Zerstörern geschützt werden.
Abgesehen von den Risiken und dem Zeitaufwand, die ein solches System mit sich bringen würde, wäre es unzureichend, die Rohölpreise zu stabilisieren.
Hinzu kommen mögliche Prämienerhöhungen der Frachtschiffversicherer, mit denen diejenigen, die Schwarzmeerhäfen anfahren, bereits Erfahrung haben. US-Energieminister Chris Wright erklärte am Donnerstag nach mehreren widersprüchlichen Aussagen Anfang der Woche, sein Land sei noch nicht bereit für den Einsatz einer Seeeskorte, möglicherweise aber bis Ende des Monats.
Plunket weist zudem darauf hin, dass die iranische Marine zwar deutlich geschwächt sein mag, Teherans Arsenal für asymmetrische Kriegsführung aber auch sogenannte schnelle Küstenangriffsboote umfasst – eine Flottille kleiner, schneller Boote unter der Kontrolle der Revolutionsgarde.
Diese Boote, bewaffnet mit Maschinengewehren und Raketenwerfern, ähnlich dem im Video des Angriffs auf den Öltanker Safesea Vishnu zu sehenden, werden vom Regime in großer Zahl eingesetzt, um große Schiffe im Golf zu belästigen und zu überwältigen.
Laut einer am Donnerstag vom US-Zentralkommando (CENTCOM) veröffentlichten Erklärung wurden in den fast 2 Wochen andauernden Kämpfen schätzungsweise 30 iranische Minenleger beschädigt oder zerstört.
US-Präsident Donald Trump drohte am Mittwoch mit einem heftigen Angriff, sollte sein Militär auch nur eine einzige Mine im Golf finden.“
Womit soll er noch drohen, nachdem die US-Armee ohnehin mit vollem Rohr auf den Iran einschießt?!
„Das hatte sein Vorgänger Ronald Reagan Ende der 1980er-Jahre unternommen, nachdem die USS Samuel B. Roberts in denselben Gewässern auf eine solche Mine gelaufen war. Laut CNN und CBS hat die iranische Marine bereits mit dem Verlegen von Minen begonnen. Bislang wurden keine Zwischenfälle im Zusammenhang mit diesen Sprengkörpern gemeldet.“
Die Minen müssen sorgfältig plaziert werden, da der Iran für seine Verbündeten die Route ja freihalten will.
Oder gilt diese Schonfrist nur, solange sich noch Schiffe aus befreundeten Staaten im Persischen Golf befinden? Und wenn alle draußen sind, wird endgültig dichtgemacht?
„Schätzungen zufolge verfügt Iran über 5.000 bis 6.000 Minen verschiedener Typen – von konventionellen Schwimmminen bis hin zu hochentwickelten Minen, die auf dem Meeresgrund liegen und auf vorbeifahrende Schiffe warten oder sogar an treibenden Lastkähnen befestigt sind. Die Herausforderung liegt nicht in der Art der Munition – viele der im US-Einsatz befindlichen Fregatten sind mit Minenräumsystemen ausgestattet –, die ein Frachtschiff beschädigen und außer Gefecht setzen kann, sondern in der Wirkung einer einzelnen Mine.
»Sobald eine Mine entdeckt ist«, so der Analyst von Janes weiter, »muss man davon ausgehen, dass sich noch viele weitere im Wasser befinden. Das bedeutet, dass die Schifffahrtswege kontinuierlich abgesucht werden müssen, um sicherzustellen, dass keine weiteren Minen vorhanden sind. Dies erfordert spezialisierte Schiffe, Ausrüstung und Personal und ist selbst in Friedenszeiten ein sehr langsamer und gefährlicher Prozess. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass die Minensuchboote selbst angegriffen werden könnten, was die Komplexität noch erhöht.«
Die Erfahrungen der Ukraine haben einmal mehr gezeigt, wie ressourcen- und zeitaufwendig die Räumung der Gewässer von solchen Sprengkörpern ist. Im Süden des Landes bestehen weiterhin Zugangswege zum Schwarzen Meer, wo derzeit Minenräumungsarbeiten stattfinden.“
Man erinnere sich: Alles Minen, die 2022 von ukrainischer Seite verstreut wurden, um russische Schiffe am Anfang des Einmarsches von einem Angriff auf Odessa und andere Häfen abzuhalten. Viele dieser Minen lösten sich bei Sturm und trieben dann im ganzen Schwarzen Meer umher.
„Und während die Straße von Hormuz nach wie vor von Teheran blockiert bleibt, wie das Wall Street Journal am Dienstag berichtete und wie das Schiffsverkehrs-Überwachungsunternehmen TankerTrackers.com bestätigte, exportiert der Iran mehr Öl als vor Beginn des Angriffs der USA und Israels.“
(El País, 13.3.)
Ein guter Teil der iranischen Ölexporte läuft über die Insel Charg. Bisher wurde sie nicht bombardiert, man fragt sich, warum?
Ein US-Tankflugzeug ist im westlichen Irak abgestürzt – oder abgeschossen worden – mindestens 4 Tote.
Wo startete dieses Flugzeug eigentlich?
Aus Israel?
Aus Jordanien?
Aus dem Irak selbst, vermutlich aus dem irakischen Kurdistan?
Die USA bombardieren die iranische Ölverladeinsel Charg und der Direktor des russischen „Instituts für eine neue Gesellschaft“ (INO) meint, der Iran müßte in den Irak einmarschieren, um eine „Entamerikanisierung“ des Nahen Ostens einzuleiten …
An der Bedrohung des Irak scheint was dran zu sein:
„Die USA fordern ihre Bürger dringend auf, »den Irak unverzüglich zu verlassen«
Die US-Botschaft in Bagdad rief am Samstag ihre Staatsbürger dringend dazu auf, den Irak unverzüglich zu verlassen und unter keinen Umständen in das Land zu reisen.
US-amerikanische diplomatische Vertretungen im und um den Irak wurden seit Beginn des Krieges zwischen den USA und Israel gegen den Iran mehrfach angegriffen. Der jüngste Angriff ereignete sich am frühen Samstagmorgen, als die Botschaft mit Raketen beschossen wurde. Das US-Zentralkommando bestätigte unterdessen, dass der gestrige Angriff auf die strategisch wichtige iranische Ölinsel Charg Minenlager, Raketenbunker und andere militärische Anlagen zerstört habe – »mehr als 90 militärische Ziele«, wie die Behörde im sozialen Netzwerk X mitteilte.
Die Ölinfrastruktur sei jedoch unversehrt geblieben.
US-Präsident Donald Trump rief über sein soziales Netzwerk Truth andere Länder dazu auf, das US-Militär beim Aufbau einer Flotte zur Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zu unterstützen.
Der iranische Außenminister ging seinerseits auf die Bedenken hinsichtlich des Gesundheitszustands des neuen Obersten Führers, Modschtaba Khamenei, ein und erklärte, es gebe »keine Probleme«.“
(El País, 14.3.)
„Trump hofft auf ein Abkommen mit Rußland, um im Iran-Konflikt zu siegen: Welche Andeutungen macht der US-Präsident?
Trump demütigte Zelenskij inmitten der Iran-Krise
Die USA und Israel bombardieren den Iran seit drei Wochen mit Raketen und Bomben aller Art, doch kein Staatschef oder seriöser Politikwissenschaftler hat es bisher gewagt, einen triumphalen Sieg der USA in diesem Krieg zu verkünden.
Außer vielleicht der amerikanische Präsident selbst.
Er hat die iranische Armee bereits fünfmal »zerstört« und die gesamte feindliche Flotte »versenkt«. In einem Interview mit NBC News am Samstag bekräftigte Trump, die iranische Militärinfrastruktur sei in Schutt und Asche gelegt, doch die USA könnten, wie er es ausdrückte, »zum Spaß« noch einige weitere, stärkere Schläge starten. Nun müsse man nur noch darauf warten, dass der neue Oberste Führer der Islamischen Republik, Chamenei Jr., die weiße Flagge hisst – obwohl Trump sich nicht sicher ist, ob dieser überhaupt noch lebt.
Öl ist alles!
Doch die prahlerischen Eskapaden des Bewohners des Weißen Hauses sind längst nichts Neues mehr. Vor allem, da der US-Präsident im selben Interview, ganz in seiner gewohnten Manier, seine Euphorie plötzlich durch ein trauriges Eingeständnis des Offensichtlichen ersetzte: Die Straße von Hormuz – die wichtigste Seestraße für den Öltransport – ist nach wie vor vollständig von den Iranern blockiert. Und das hat die Weltwirtschaft bereits in eine tiefe Krise gestürzt.
Ein Großteil des Gesprächs drehte sich um das »Ölthema … Ich will, dass die Welt Öl hat. Ich will, dass wir Öl haben«, wiederholte Trump mantraartig. Er erklärte, um den durch den Krieg verursachten Ölmangel auszugleichen und die explodierenden Preise einzudämmen, habe er einige Sanktionen gegen russisches Öl bis zum 11. April vorübergehend aufheben müssen. Schnell fügte er hinzu, diese würden »wieder in Kraft treten, sobald die Krise vorbei ist«. Die Frage ist: Reicht der von Trump vorgesehene Monat dafür aus?
Der »Abgelaufene« wird aufs Brot geschmiert“
In den russischen Medien wird Zelenskij als „der Abgelaufene“ bezeichnet, weil er es nur dem Krieg verdankt, daß er nach wie vor Präsident ist.
Der Verdacht liegt nahe, daß er ihn deshalb so lange wie möglich fortsetzen will …
„NBC-Journalisten, die dem US-Präsidenten nicht besonders wohlgesonnen sind, kritisierten ihn dafür, dass die Lockerung der antirussischen Sanktionen Kritik von Washingtons europäischen Verbündeten hervorgerufen hatte, da sie die Lage in der Ukraine verschärfen könnte.
»Sie hätten dieses Thema lassen sollen!«, rief Trump gereizt und nutzte es dennoch für einen Angriff auf Zelenskij. »Ich bin überrascht, dass er kein Abkommen will! Sagen Sie Zelenskij, er soll ein Abkommen schließen, denn Putin ist bereit dazu. … Mit Zelenskij zu verhandeln ist deutlich schwieriger!«, meinte der US-Präsident zornig.
Nur bei ihrem ersten Treffen im Weißen Haus vor einem Jahr hatte Donald den Machthaber des Kiewer Regimes so offen kritisiert. Offenbar kann er die Arroganz des ukrainischen Hetmans nicht länger tolerieren.“
Die KP gibt sich schadenfreudig, aber es ist in der Tat offensichtlich, daß die Ukraine für Trump inzwischen zu einer lästigen Nebenfront geworden ist.
Er weiß allerdings auch kein gutes Ausstiegs-Szenario.
Nebenbei gesagt, ist die Bezeichnung „Hetman“ für Zelenskij sehr unangebracht.
So heißt ein Kosakenführer, der hoch zu Roß seine Soldaten in die Schlacht führt.
„Um angesichts der Verstimmung Trumps etwas Nettes über Zelenskij zu sagen, erinnerten die Interviewer Trump daran, dass der ukrainische Präsident den Amerikanern seine Hilfe beim Abschuss iranischer Drohnen angeboten hatte, wobei er auf seine gesammelten Erfahrungen zurückgreifen könnte.
Damit gossen sie jedoch nur Öl ins Feuer. Der Präsident sagte unverblümt: »Der Letzte, von dem wir Hilfe brauchen, ist Zelenskij!«
Geopolitisches Konzept
Auf die Frage, ob Moskau Geheimdienstinformationen mit Teheran teile, antwortete Trump ausweichend: »Vielleicht tut Russland das, vielleicht auch nicht.« Er fügte hinzu, Russland könnte dem Iran »ein wenig helfen«, da (auch) »wir einige Informationen an die Ukraine weitergeben«.
Die offensichtliche Vorsicht des amerikanischen Präsidenten in seinen Äußerungen zu Russland ist aufschlussreich. Einige Experten sahen in Trumps Worten sogar einen Hinweis auf ein neues »Abkommen«: Sollten die Russen die Übermittlung geheimdienstlicher Daten an den Iran einstellen, könnten die USA ihrerseits die Weitergabe von Satellitendaten an die Ukraine einstellen.“
Erstens läßt sich das gar nicht genau überprüfen, was da an geheimdienstlichen Infos weitergegeben wird. Deshalb heißen die Dienste ja Geheimdienste. Man müßte das mit „Ehrenwort!“ vereinbaren.
Darauf wird sich Rußland ebensowenig einlassen wie darauf, den Iran nicht mehr zu unterstützen.
Zweitens könnte es auch sein – wie der jüngste Storm Shadow-Angriff auf Brjansk vermuten läßt – daß die EU oder einzelne ihrer Staaten auch eine halbwegs brauchbare Satellitenüberwachung russischen Territoriums hingekriegt haben, um sich zumindest auf diesem Gebiet aus der US-Abhängigkeit zu lösen.
„Washingtons Nervosität ist kein Zufall. Inmitten der Ölkrise gewinnt Russlands Rolle als einer der größten Rohstofflieferanten deutlich an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund könnte sich die Partnerschaft zwischen Moskau und Peking rasch zu einem politischen Bündnis ausweiten. Das Entstehen eines solch gigantischen Tandems in Eurasien, das Dutzende Staaten des globalen Südens wie ein Magnet anziehen würde, beunruhigt Amerika. Daher versucht Trump, weitere Konflikte mit Russland (zumindest öffentlich) zu vermeiden, um die Möglichkeit künftiger Abkommen zu erhalten.
So stellt sich die Lage dar; wir müssen besonnen das Beste herausholen.“
Vorstellbar wäre, daß Rußland als Vermittler auftritt, damit beide Seiten das Gesicht wahren können, und dann mit dem Iran ein Schutz- und Trutz-Bündnis schließt, um weitere Angriffe abzuwehren.
Dazu muß aber der Iran einmal bereit sein.
Und dann ist da ja noch Israel …
(KP, 15.3.)
Die USA haben im Krieg mit dem Iran noch 2 Optionen: Trump hat eine neue ins Spiel gebracht
Das dürfen wir auch noch erleben: Ein Rudel Wölfe hat seinem Anführer, den sie bis vor Kurzem noch unterwürfig »Papa« nannten, offen den Handschuh hingeworfen. »Akela hat daneben gegriffen!« – nur so lässt sich die Aussage der NATO-Verbündeten interpretieren.
Als Reaktion auf Trumps Forderung nach Hilfe bei der Öffnung und Sicherung der Straße von Hormuz und der Bereitstellung zusätzlicher Truppen zu diesem Zweck, erwachten seine ehemaligen Euro-Schmeichler plötzlich:
»Wir haben diesen Krieg nicht angefangen«, erklärte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius dreist. Er fügte sogar eine unverschämte Erwiderung hinzu: »Die Amerikaner haben diesen Weg gemeinsam mit den Israelis gewählt«, während Deutschlands Hauptaufgabe die Verteidigung des NATO-Gebiets sei.
Bundeskanzler Friedrich Merz wies ebenfalls auf die bescheidene Rolle des westlichen Bündnisses hin, das nur für den euro-atlantischen Raum zuständig sei: »Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, kein Interventionsbündnis. Genau deshalb hat die NATO dort [im Iran – Anm. d. Red.] nichts zu suchen.«
Der finnische Präsident Alexander Stubb schloss sich umgehend Merz’ Aussagen an und erklärte, das Bündnis führe als Verteidigungsblock keine militärischen Angriffe durch.
Es ist wie ein Chor von Friedenswächtern.
Und wie könnten wir die unvergleichliche Kaja Kallas, die EU-Außenbeauftragte, bei der Diskussion globaler Fragen ignorieren? »Europa ist nicht an einem langwierigen Krieg interessiert«, erklärte sie gestern entschieden und fasste damit das Treffen der EU-Außenminister in Brüssel zusammen. »Dies ist nicht Europas Krieg.«
Wer einen klaren Kopf bewahrt, für den ist mangelnde geistige Reife kein fataler Fehler.
Der Zusammenhalt der NATO bröckelt
Der Krieg im Iran hat die europäischen NATO-Mitglieder offenbar gezwungen, sich an den friedliebenden Charakter des Bündnisses zu erinnern. Die Aggression gegen Jugoslawien ist in Vergessenheit geraten.
Doch was ist mit der Tatsache, dass erst vor wenigen Jahren beim Gipfeltreffen zum 75-jährigen Bestehen des Bündnisses in Washington im Abschlussdokument der Wunsch nach »Stärkung von Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten und in Afrika« zum Ausdruck kam? Man sollte nicht vergessen, dass einige NATO-Mitglieder schon vor etlichen Jahren nicht davor zurückschreckten, im Irak zu kämpfen.
Bedeutet dies also, dass die europäischen NATO-Mitglieder die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten nicht als Bedrohung für die Stabilität der Region ansehen?
Das Krachen im Gebälk des »erfolgreichsten Militärbündnisses der Menschheitsgeschichte« (wie die NATO sich bis vor Kurzem selbst nannte) ist vor dem Hintergrund des Krieges im Iran deutlich hörbar.
»Ich sage es schon seit Jahren: Wenn wir sie (die NATO-Verbündeten – Anm. d. Red.) jemals brauchen, werden sie nicht da sein«, sagte der US-Präsident als Reaktion auf die Weigerung anderer Länder, der »Hormuz-Koalition« beizutreten.
Wenn der unbestrittene Anführer eines Bündnisses von seinen jüngeren Mitgliedern offen ignoriert wird, ist das ein klares Zeichen dafür, dass eine Wiederherstellung des Vertrauens unmöglich sein wird.
Besonders, da Trump Beleidigungen und Demütigungen nicht verzeiht und seinen Verbündeten in Bezug auf die aktuelle Situation bereits gesagt hat: »Das werden wir uns merken!«
Wird Trump sich Kuba zuwenden?
Warum drängte der US-Präsident seine Verbündeten so eindringlich zur Beteiligung an der Öffnung der Straße von Hormuz?
Alexander Michailow, Leiter des Büros für militärpolitische Analysen, beantwortete diese Frage für KP.RU: »Den Berichten des Pentagons zufolge wird Trump nun klar, dass die Waffen und Ressourcen, die die Amerikaner zusammen mit ihren israelischen Partnern für den Angriff auf den Iran eingesetzt haben, nicht ausreichen, um die mehrschichtigen Verteidigungsanlagen der Iraner zu überwinden.«
In der Tat, eine beträchtliche Anzahl iranischer Waffen wurde zerstört, doch das verbliebene Arsenal reicht aus, um große Schiffe der US-Marine und ihrer potenziellen Partner auf Distanz zu halten. Die verbliebenen iranischen Luft- und Raketenabwehrkräfte wirken der US-israelischen Luftstreitmacht entgegen.
Eine Bodenoperation gegen den Iran ist äußerst schwierig. Um sein Gesicht zu wahren, wird Trump meiner Meinung nach daher versuchen, denselben Ansatz wie in der Ukraine zu verfolgen: »Leute, ich habe die Hauptarbeit erledigt, jetzt müßt ihr den Rest aufräumen.«“
An wen würde sich diese Aufforderung im Falle des Iran richten?
An Israel?
Der Rest hat doch schon abgewunken.
„Seit gestern spricht Trump erneut von der Vorbereitung einer Art »Invasion« Kubas. Er könnte bald eine gewagte Erklärung abgeben, wonach sich die USA auf die Karibik konzentrieren und in ihren Verantwortungsbereich zurückkehren müssten.
Er wird seinen westlichen Koalitionspartnern erneut vorschlagen, entweder militärische Aktionen durchzuführen oder Verhandlungen mit dem Iran aufzunehmen. Sowohl westlichen als auch nahöstlichen Staats- und Regierungschefs, an die sich Trump nun wendet, wird immer deutlicher, dass das Weiße Haus selbst die Situation vermasselt hat, indem es eine friedliche Lösung aufgab und die Aggression einleitete, gerade als die Verhandlungen mit dem Iran noch liefen.
Meiner Ansicht nach hat der US-Präsident zwei Möglichkeiten. Entweder er verlagert die Beziehungen zum Iran so weit wie möglich auf den diplomatischen Weg und bietet ein für alle akzeptables Abkommen an – obwohl der Iran wiederholt erklärt hat, daran vorerst kein Interesse zu haben.
Oder er zieht sich demonstrativ aus der Region zurück, beruft sich dabei auf die »Angelegenheit« mit Kuba und schiebt die Schuld seinen Partnern zu.“
(KP, 17.3.)
Zelenskij gab in London bekannt, daß er 200 Drohnenexperten in die VAE, nach Kuwait, Saudi-Arabien und Katar geschickt hat, und noch weitere schicken wird.
(Scheint ja viele zu geben, die aus der Ukraine weg wollen.)
Zelenskij entfaltet eine rege Reisetätigkeit, um den etwas in den Hintergrund geratenen Ukrainekrieg wieder ins Scheinwerferlicht zu rücken.
(KP, 17.3.)
In Rußland fragt man sich, wie der Iran darauf reagieren wird.
Dieser sehr ausführliche Artikel weist darauf hin, daß Trump mit dem Angriff auf den eigentlich einen langen US-Traum erfüllt und daß das auch durchaus gut ankommt beim Establishment:
„What’s Behind Trump’s New World Disorder?
A foreign policy freed of liberal pretenses and imperial ambitions could lead to restraint—or, as the Iran attack shows, simply license hit-and-run belligerence.
If you’ve ever wondered what 3 billion dollars buys in bombs and missiles, wonder no more. In the first 100 hours of Operation Epic Fury, the USA flung munitions costing about that much at Iran, striking nearly 2000 targets. This won the U.S. and Israel nearly »complete control« of Iran’s airspace, allowing them to unleash »death and destruction from the sky all day long,« Pete Hegseth, the Secretary of Defense, crowed. »We are punching them while they’re down.«
Whatever has held back the dogs of war, it hasn’t been a lack of American ability. The current conflict shows how wildly mismatched the two powers are: the U.S. picking off targets at will, Iran unable to land missiles anywhere near North America. »This was never meant to be a fair fight,« Hegseth observed. That isn’t new, though. U.S. planes could have rained hell down on Iran anytime in the past decades.
That possibility has lurked deep in the national subconscious. During the hostage crisis, it spilled out in song. »We’re gonna push the big button,« the Baritone Dwarfs sang. Dick Allen’s “Go to Hell Ayatollah” addressed Iran’s new Supreme Leader directly: »When we get through with your nation, son, ain’t gonna be nothing left but the sand.« The most enduring song, »Bomb Iran,« is set to the tune of the doo-wop classic »Barbara-Ann.« Several versions exist, one of which advocates turning Iran »into a parking lot.« In 2007, a voter asked the Presidential candidate John McCain when the USA would give up diplomacy and finally send an »airmail message to Tehran.« McCain chuckled and started singing »Bomb Iran.«
Why is this happening? That is a reasonable question (and, per Google Trends, a popular one in the USA). But the USA has been freaking out about Iran since 1979. That was the year revolutionaries overthrew the U.S.-backed monarch, established an Islamic republic, and took dozens of people hostage inside the U.S. Embassy. The two countries have since been locked in a standoff that has lasted longer than the Cold War. Perhaps the real question is: Why is this only happening now?
American Presidents have had Iran in their sights for decades. When Bill Clinton warned of »rogue states« in the nineteen-nineties, Iran was the first example he gave. When George W. Bush spoke of a three-country »axis of evil« in 2002, Iran was in it. In 2019, Donald Trump designated Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps a terrorist organization, the first time another country’s military had been thus classified. Nor is it clear that Kamala Harris would have reversed that designation had she won the 2024 election. When asked to name the USA’s greatest adversary, she replied that the answer was »obvious.« Iran, she explained, has »American blood« on its hands.
But this was a childish joke, the stuff of novelty songs. The USA had not, until Trump, bombed Iran. Nor had Iran directly attacked the USA. A close brush came in 1988, when, during some sea skirmishes between the two countries, a U.S. missile cruiser shot down an Iran Air flight carrying two hundred and ninety passengers and crew members. That was an accident, though, and President Ronald Reagan sent Iran’s leaders a note expressing »deep regret.« In nearly half a century of bombastic threats, the USA and Iran had never actually fought a war.
The reasons for that are becoming clearer. Since the end of the II. World War, in 1945, the USA sought to oversee world affairs. This involved interpreting U.S. interests broadly, so that nearly anything, anywhere, could be seen as relevant to national security. As the 9/11 Commission Report put it, »The American homeland is the planet.«
That global mission, in turn, has required justification, of the sort that allies could accept. »The world does not organize itself,« Joe Biden offered. It needs the USA »at the head of the table« to enforce the rules. No other country can effectively champion freedom, democracy, and human rights.
The hubris of all this became especially clear when George W. Bush, pursuing what he called a »freedom agenda,« invaded Iraq and overthrew Saddam Hussein. It was against such crusading that Donald Trump campaigned. He promised to put America first, and to take the fallen world as it was. Intervention was warranted only if there was a »direct threat to our national interests,« he maintained, and, even then, »we’d better have an airtight plan to win and get out.« Until this year, it was possible to argue that this shrunken sense of mission made Trump less likely to start wars.
Not anymore. For all the Bush-style recklessness that U.S. hegemony engendered, it also imposed limits. Past Presidents held back on attacking Iran for fear of damaging America’s legitimacy or its interests, broadly construed. Trump, caring little for either, has entered a major conflict with astonishing blitheness; the White House press secretary explained that Trump acted on a »feeling« that Iran would attack. His minimal commitments, rather than yielding a restrained foreign policy, have lowered the barrier to war.
Peter Beinart, writing in the Times, recently described Trump’s foreign policy as »imperialism.« Yet imperialism strives for empire – for control. Classic imperialism sought to bind disparate places together under a vast administrative structure, animated by a civilizing mission. It’s not hard to pin the »empire« charge on Trump’s predecessors, who have jealously guarded U.S. custody of the world system. But what’s striking about Trump is his shrugging indifference to overseas outcomes. You could call this regime-change nihilism; you can’t call it imperialism.
When the USA attacked Iran’s nuclear facilities in June of last year, Trump posted a video of bombers releasing their payloads to the tune of »Bomb Iran.« In starting this war, Trump has not only wreaked enormous havoc; he’s also liberated himself from the burdens of empire.
Although enmity between Washington and Tehran sprang up in 1979, the seeds were planted in the 1950-ies. That was when Iran’s Prime Minister, Mohammad Mosaddegh, made headlines by nationalizing Iran’s oil, reclaiming profits that had flowed overwhelmingly to Britain. In 1952, Time named Mosaddegh its Man of the Year.
The British wanted Mosaddegh removed. But President Dwight Eisenhower saw Mosaddegh – a popular, Western-educated liberal who was friendly to the U.S. – as a hopeful figure. »I would like to give the guy ten million bucks,« he told Britain’s Foreign Secretary.
It was only by appealing to wider concerns, to the global chessboard, that the British brought Eisenhower around. Fearing that Mosaddegh might inadvertently destabilize Iran, which would then provide the Soviets an opening, Eisenhower O.K.’d a coup in 1953. The C.I.A. planted negative stories, hired false-flag actors, and persuaded the constitutional monarch of Iran, the Shah, to arrest Mosaddegh and reassert his own royal power. The operation went off like fireworks. »I owe my throne to my God, my people, my Army, and to you!« the elated Shah told his C.I.A. handler.
This was the C.I.A.’s breakout performance. The USA had just fought a bloody, expensive, and inconclusive war to beat back Communism in Korea. Ousting Mosaddegh, by contrast, was a crisp victory for just a few sacks of cash. The agency went on a spree. The political scientist Lindsey O’Rourke has counted 64 occasions when the U.S. sought to secretly oust a government or tilt an election during the Cold War. More than two-thirds of these attempts were, like the Iran coup, in support of authoritarians.
It was crucial that this all be done in the dark. If the C.I.A.’s acts in Iran were to come to light, Eisenhower noted, the U.S. would be “embarrassed” in the Middle East, and its ability to cheaply sculpt the region’s politics “would almost totally disappear.” Secrecy was the price of legitimacy, in other words. And legitimacy was the precondition for U.S. primacy.
Initially, this seemed to work. Even as U.S. meddling stoked anger abroad, the Shah stood firm and kept selling oil. The trouble was that this stance unbalanced him at home. His most nettlesome critic, an ayatollah named Ruhollah Khomeini, derided the »American Shah.« Iranian intellectuals condemned their country’s »Westoxification,« its intoxication by the West. In 1979, when this bubbling dissent finally boiled over, millions of Iranians joined the anti-Shah revolution. Khomeini seized power and denounced the USA as the »Great Satan.«
Khomeini’s theology was novel, but his grievance was old. After Iranian students seized the U.S. Embassy in Tehran, one of them told a captured diplomat, »You have no right to complain. You took our whole country hostage in 1953.«
In 2000, the Secretary of State, Madeleine Albright, publicly acknowledged that the USA had »played a significant role« in overthrowing Mosaddegh. It had done so for »strategic reasons,« but perhaps not good ones, in hindsight. »It is easy to see now,« Albright said, »why many Iranians continue to resent this intervention.«
The world is large, and it is possible for two hostile countries to coexist within it. Yet U.S. Presidents have not found the Islamic Republic easy to circumvent. One after another, they’ve barked their shins on it, cursing all the while.
For Jimmy Carter, Iran was agony. The final year of his Presidency – an election year – was consumed by the hostage crisis, which played out nightly on the news. Carter knew that he »could have wiped Iran off the map,« and faced pressure to do so, but he feared the consequences, including for the hostages. He instead tried an ill-fated rescue mission. Its failure forced him to negotiate, an interminable process that he believed cost him the election. In a final humiliation, news of the hostages’ release didn’t arrive until partway through the Inaugural Address of his successor, Ronald Reagan.
The Reagan Administration took a hard line with Iran. To Defense Secretary Caspar Weinberger, its leaders were »fanatical terrorists whose principal platform is vitriolic and unreasoning hostility to America.« Yet, when the Iran-connected Hezbollah organization seized U.S. captives in the Lebanese civil war, even Reagan’s men could take the broader view. They tried a complex chess combination whereby arms would go to the Islamic Republic, hostages would return home, and funds would find their way to the Contras, right-wing insurgents battling the Nicaraguan government. When these illegal maneuvers were exposed, Reagan’s poll numbers collapsed. »It was a dark and hurtful time,« Nancy Reagan remembered. »The entire government seemed to grind to a halt.«
Reagan and his Vice-President, George H. W. Bush, ultimately dodged much of the blame. Still, the Iran-Contra scandal scorched the lower ranks of the Administration, including several officials who would become principals in the George W. Bush Administration. The lesson they learned, according to the journalist James Mann’s »Rise of the Vulcans« (2004), was to shun back-channel deals. Dictators must be openly confronted.
The result, George W. Bush’s War on Terror, was a bellicose version of U.S. hegemony that eschewed short-term stability for long-term transformation. For the neoconservatives whose thought informed the Bush approach, remaking the Middle East was the aim, and Iran was the pinnacle. Bill Kristol, Robert Kagan, David Frum, Charles Krauthammer, Norman Podhoretz, and Richard Perle all advised overthrowing the Islamic Republic. High-ranking Administration officials also saw this as the stretch goal, it appears. After Jay Garner returned from overseeing the Iraq occupation, Bush reportedly asked him, »You want to do Iran for the next one?«
Bush was often criticized as lawless. In the glare of recent years, though, what stands out is how consumed with law, with process, his Administration was. The lead-up to the invasion of Iraq involved an intense public debate over reasons and evidence. Officials seeking the forceful interrogation of terror suspects scoured the globe and scanned law books to determine exactly the places and ways in which detainees could, in theory, be legally tormented. That members of the Administration lied about the war only underlines the point. To feel the need to lie is, in a perverse way, to respect the process.
Bush rationalized his way into invading Iraq. But his determination to be seen as acting within bounds appears to have checked his Iran ambitions. He regarded the Islamic Republic as an existential threat and considered military strikes. (»The president made it very clear that all options were on the table,« his Vice-President, Dick Cheney, wrote.) Yet Bush recalled worrying that attacking Iran might create »serious problems« for Iraq, which he was struggling to pacify. Then came the 2007 U.S. National Intelligence Estimate, which, having collected the work of 16 agencies, concluded with »high confidence« that Iran had halted its nuclear program years ago. This had a »big impact – and not a good one,« Bush fumed. It »tied my hands on the military side,« and made bombing Iran impossible to justify.
Bush also lacked the resources to invade. He was already heavily engaged in Iraq, where, obeying what members of his Cabinet called the »Pottery Barn rule« – you break it, you own it – he kept extending the exhausting occupation. Trump, watching from the sidelines, couldn’t understand why Bush was intent on imposing order on a faltering Iraq. Bush should just »declare victory and leave,« Trump huffed in 2007. »I think Bush is probably the worst President in the history of the USA.«
Bush’s successor, Barack Obama, had little taste for Bush’s adventurism. But this wasn’t a retreat from hegemony so much as a preference for a more calmly managed form of it. »America must always lead on the world stage,« he insisted. »If we don’t, no one else will.«
It was partly to regain squandered influence that, 12 and a half minutes into his first Inaugural Address, Obama turned to »the Muslim world.« In a message aimed at Tehran, he said, »We will extend a hand if you are willing to unclench your fist.« 2 months later, Obama released a video celebrating the Persian New Year, in which he expressed hope for »mutual respect« with the »Islamic Republic of Iran.« As John Ghazvinian notes in his absorbing history »America and Iran« (2021), this was the first time a U.S. President had been willing to use the country’s official name.
The needle appeared to move. While giving a speech, Iran’s Supreme Leader, Ali Khamenei, quieted his audience during its ritual chant of »Death to America.« »We do not have any experience with this new American President,« he explained. »We will observe and judge.« He had a message for Obama, too: »You change, and our behavior will change as well.« To an outsider, this might have sounded piddling. But, Ghazvinian writes, »for anyone who had followed Iran closely over the past thirty years, it was nothing short of a historic opening.«
If Obama was hoping for a Nixon-in-China moment, however, he’d have to fight the U.S. political establishment. Even his Secretary of State Hillary Clinton presented engagement with Tehran to Congress as mainly a pretext that would place Washington on »much stronger international footing,« presuming talks fell through, to impose »crippling sanctions.« Under enormous political pressure, including from supporters of Israel, Obama let the broad negotiations he’d envisaged shrink into a brusque take-it-or-leave-it proposition regarding Iran’s uranium stockpile.
As Clinton had anticipated, the talks fell through. The Administration then orchestrated what Vice-President Joe Biden trumpeted as »the most crippling sanctions in the history of sanctions, period.« Ghazvinian explains that Iran’s oil production cratered, its currency tanked, and doctors scrambled to provide care with expired drugs and faltering equipment.
Obama tried negotiations again in his second term, with a more enthusiastic Secretary of State, John Kerry. Still, he was paddling upstream. As a deal took shape that would lift some sanctions in exchange for limits on Iran’s nuclear capabilities, a skeptical Congress invited the Israeli Prime Minister, Benjamin Netanyahu, to speak against it. The deal would legitimatize Iran’s nuclear program and, by alleviating sanctions, help a »genocidal« country flourish, Netanyahu believed. »We must all stand together to stop Iran’s march of conquest, subjugation, and terror,« he said to applause.
Obama secured the accord, in 2015, only by threatening to veto Congress. The Iran deal was the »Obamacare of foreign policy,« the political scientist Dalia Dassa Kaye writes in her new book, »Enduring Hostility,« and it left the same bitter aftertaste. It was the »worst deal ever,« Trump insisted. And Obama was »perhaps the worst president in the history of the USA.«
Trump, running for office, promised to rip up the deal. If so, then Iran would set fire to it, Ayatollah Khamenei responded. It seemed, Kaye writes, that the only force holding the omnidirectionally imperilled deal together after Trump’s 2016 election was the so-called axis of adults in his White House: National-Security Adviser H. R. McMaster, Defense Secretary James Mattis, and Secretary of State Rex Tillerson. John Bolton, brought in to help fight that axis, remembered the Iran deal being the »most palpable manifestation« of the Administration’s internal divisions. The adults won the first round, but the fight wasn’t finished. »I’m never signing one of these certifications again,« Trump seethed, after endorsing one of the accord’s routine documents. »I can’t believe I’m signing this one.«
In retrospect, it’s impressive that Trump made it to 2018 before abandoning the accord. Ripping up deals was his hallmark. The most fundamental deal– that the USA should govern world affairs – looked no better to him. »We are in countries most people haven’t even heard of. Frankly, it’s ridiculous,« he complained, in a speech to service members in Iraq. »The USA cannot continue to be the policeman of the world.« To rally the troops, he offered this: »We’re no longer the suckers, folks.«
It was a sharp turn. In place of global hegemony, Trump offered narrow self-interest. In place of principles, threats. Asked to define the Trump Doctrine, a senior Administration official put it curtly: »We’re America, bitches.«
Having rejected the need to carry allies along, Trump saw little point in concealing U.S. power. In 2019, he tweeted a detailed photo of an Iranian missile launchpad, demonstrably taken by an advanced U.S. spy satellite. When officials rushed to redact the classified details, Trump protested, »That’s the sexy part.« His aides learned to steer sensitive materials around him.
Trump also dispensed with the notion that U.S. interests were everywhere at stake. He floated allowing Japan and South Korea to develop nuclear arsenals to wean them from U.S. protection. And if this triggered war between Japan and North Korea? »If they do, they do,« he said. »Good luck, folks. Enjoy yourself.«
Perhaps they would. Iran, under renewed sanctions and no longer feeling fully bound by the nuclear deal, began enriching uranium at a higher level, closer to the point of developing nuclear weapons. Although Joe Biden promised to reverse this with a »longer and stronger« deal, he delayed and eventually did nothing. Instead, »Iran essentially became a nuclear threshold state,« Kaye writes. And then Trump was reëlected.
Could he abide the Islamic Republic? In June, 2025, Trump joined an Israeli attack on Iran’s nuclear facilities. Yet the attack did not flare into a wider war, and Trump’s National Security Strategy, released months later, suggested that it might never. The document railed against the »foreign policy elites« who had »convinced themselves that permanent American domination of the entire world was in the best interest of our country.« With Iran’s nuclear program knocked back by the air strikes, »the days in which the Middle East dominated American foreign policy« were »thankfully over.«
This was the promise of Trump’s outlook: that indifference might bring peace. But the other possibility lingered: that indifference might remove guardrails. At a National Security Council meeting in his first term, John Bolton recounted, Trump was asked by aides about his tolerance for risk in foreign affairs. »I have an almost unbelievable capacity for risk,« Trump answered. »Risk is good.« He then proposed ousting Nicolás Maduro in Venezuela to take the country’s oil.
Early this year, U.S. planes opened fire on Venezuelan targets while commandos captured Maduro and his wife, Cilia Flores. Trump made desultory mention of ideals (»peace, liberty, and justice for the great people of Venezuela«) but within moments started speaking of oil markets. It sounded like George W. Bush without the pretense, though Trump’s speech also lacked Bush’s sweeping ambitions. Maduro had trafficked »gigantic amounts of illegal drugs« and sent »savage and murderous gangs« into the USA, Trump claimed, but his Vice-President, Delcy Rodríguez, was »quite gracious,« so perhaps she could stay.
In fact, she did. »Everybody’s kept their job except for two people,« a satisfied Trump explained. It was as if this had been an episode of »The Apprentice«: not a military strike so much as a round of layoffs.
It’s not clear how long Delcy Rodríguez, now Venezuela’s Acting President, will be able to both meet U.S. demands and ward off internal opposition. The Shah managed that balancing act, though not forever. Still, in the short run, Venezuela put gas in Trump’s tank, and he has sped headlong into war with Iran. This is »going to work very easily,« he assured CNN. »It’s going to work like in Venezuela.«
That confidence has a familiar ring. Writing in the Times, Ross Douthat has argued that the spirit of Bush »broods over the Trump administration.« Yet what’s missing, as Douthat acknowledges, is any vision for controlling the Middle East. The Bush Administration’s names for 2 of its major actions in the region, Operation New Dawn and Operation Enduring Freedom, evoked wide horizons and deep transformations, ones that might secure U.S. influence for generations. Compare those with the names of Trump’s Iran actions: Operation Midnight Hammer and Operation Epic Fury.
The difference between dawn and midnight, between freedom and fury, is hegemonic aspiration – or the lack thereof. It’s not just that Trump is rash and reckless. It’s that he has rejected the overarching systematic concerns that both pushed his predecessors forward and at times held them back. The world’s most powerful military exists in his hands not to impose order but to lash out. This isn’t hegemony; it’s a hit-and-run.
Having helped Israel kill Iran’s Supreme Leader, Trump has only the vaguest notion of what should come next. Perhaps the Islamic Revolutionary Guard Corps should hand over its weapons and »surrender to the people,« or perhaps the Corps and the people should make a revolution together.
Alternatively, the defanged Islamic Republic could remain intact and Trump could choose a leader from its ranks. He mentioned »three very good choices,« though it now seems that these candidates may have been killed. »Everybody that seems to want to be a leader, they end up dead,« Trump mused, with unconcealed relish. Iran’s government, meanwhile, has made its own choice: Mojtaba Khamenei, the dead Ayatollah’s son, who was himself reportedly wounded by the air strikes. Trump called this choice »unacceptable« and warned the new Supreme Leader that he would not last long without Washington’s approval. Which is to say, Trump has no plan but reserves the right to reject everyone else’s.
Past Presidents, for all their destructive crusades and covert actions, stopped short of invading Iran out of regard for the global chessboard. They worried about Iran blocking oil flows, attacking allies, or imploding and sending refugees streaming through the region. Trump has unburdened himself of such concerns. He’s not playing chess and doesn’t ultimately mind if pieces are captured.
After Trump seized Maduro, Defense Secretary Hegseth summed up Maduro’s story: »He effed around and he found out.« In a larger sense, though, it’s Trump who effs around. His life has been an unbroken string of outrageous »what if?« experiments. What if I stiff this contractor? Pocket this cash? Reject this election?
Or bomb this country? Trump effed around, and we’re all finding out. He has shrugged off the imperial mantle, the force that propelled his predecessors into ruinous meddling. From another President, that could have been welcome, but from a wrathful tyrant like Trump it’s terrifying. Because the quest for global control was never just a compulsion. It was also, in hindsight, a constraint.“
(New Yorker, 16./23.3.)
„Größter Flugzeugträger der Welt:
Darum ist das US-Schiff schon seit 9 Monaten auf See und die Matrosen offenbar am Limit
Die Folgen eines Feuers an Bord des US-Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford am vergangenen Donnerstag sind weitaus schwerwiegender als bislang bekannt. Laut einem aktuellen Bericht der New York Times soll der Flugzeugträger über 30 Stunden lang gebrannt haben, dabei wurden unter anderem die Unterkünfte und Messen von etwa 600 der 4500 Besatzungsmitglieder so sehr beschädigt, dass sie nun unbrauchbar sind.
Der Träger soll laut einer Meldung der Navy vom Dienstag aus dem Roten Meer durch den Suezkanal zurück ins Mittelmeer laufen und dort eine Nato-Basis in Kreta anlaufen. Dort will die Navy auch die Ursache des Feuers genauer untersuchen. Der Ausfall des größten US-Kriegsschiffs in der Region reißt eine empfindliche Lücke in die Pläne des US-Präsidenten, die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz zu gewährleisten.
Ausgebrochen war das Feuer vergangenen Donnerstag laut erstem US-Navy-Bericht in einem Wäschetrockner-Abluftschacht in der bordeigenen Wäscherei, war nicht durch Kampfhandlungen verursacht. Der Träger ist seit einem Transfer durch den Suezkanal Richtung Süden im Roten Meer im Einsatz, weit entfernt von den Raketen des Iran. Bei dem Feuer wurden 2 Seeleute verletzt, dutzende weitere erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Ein solches Feuer ist normalerweise schnell eingrenzbar, die großen Flugzeugträger der US-Navy haben die Feuerwehr-Kapazität einer mittelgroßen Stadt an Bord. Laut ersten Meldungen ist der Flugbetrieb nicht beeinträchtigt.
Doch nun zitiert die »New York Times« Quellen aus der Besatzung, die berichten: Das Feuer war erheblich schwerwiegender als zuvor gemeldet. Weite Bereiche der Unterkünfte sind durch Rauch beschädigt. Das Feuer und der Rauch haben sich demnach über das Abluftsystem ausgebreitet, die Entrauchung habe nicht richtig funktioniert. Aktuell müssen laut »New York Times«-Quellen an Bord hunderte Besatzungsmitglieder Betten teilen oder auf Tischen und Bänken in den Messen schlafen, da die durch Rauch beschädigten Unterkünfte nicht länger nutzbar sind.
Auch die Wäscherei ist nach dem Brand ausgefallen, die Besatzung kann ihre Kleidung nur noch notdürftig reinigen. Der Rückzug nach Kreta ist unter diesen Umständen unvermeidlich, bedeutet aber einen erheblichen Verlust für die Luftverteidigung Saudi-Arabiens und Israels. Als Ersatzschiff ist nun der Träger USS George H.W. Bush von der Ostküste der USA in Marsch gesetzt worden, der Transfer bis ins Rote Meer dürfte mindestens 2 Wochen dauern.
Dass ein so modernes Schiff wie die USS Ford derart von einem Feuer in der Wäscherei betroffen ist, überrascht. Das Typschiff der neuen »Ford«-Klasse, der größte Träger der Welt, ist relativ neu, wurde erst 2017 in Dienst gestellt.
Pentagon: Dauerbelastung bringt Technik und Crew an ihre Grenzen
Doch US-Medien berichten seit Monaten von technischen Problemen an Bord. Der Träger ist seit vergangenen Juni im Dauereinsatz, erst im Mittelmeer und bei Übungen vor Norwegen, dann schnell verlegt über den Atlantik zum Angriff der USA auf Venezuela, schließlich wieder zurück ins Mittelmeer und seit dem 5. März im Roten Meer vor der Küste Saudi-Arabiens. Die Einsatzfahrt dauert damit bereits erheblich länger als zuvor geplant, die Ford wird voraussichtlich einen neuen Rekord für den längsten Einsatz eines Trägers außerhalb der US-Gewässer aufstellen. Die Rückkehr in den US-Heimathafen Norfolk ist frühestens für Mai geplant.
Ein nuklear betriebener Flugzeugträger kann theoretisch unbegrenzt auf See bleiben. Er ist lediglich darauf angewiesen, regelmäßig mit Lebensmitteln, Munition und Jettreibstoff versorgt zu werden. Das geschieht während eines Einsatzes in der Regel durch Versorgungsschiffe und Versorgungsflieger. Dennoch begrenzt die US Navy die Dauer solcher Missionen meist auf etwa 6 Monate. Der Grund ist die wachsende Belastung für Besatzung und Material. Auch ein Kriegsschiff verschleißt im Dauereinsatz, es wird über Wochen und Monate stark beansprucht. Der frühere Pentagon-Sprecher und Konteradmiral John Kirby sagte, man könne ein Schiff nicht über einen so langen Zeitraum unter hoher Belastung betreiben und zugleich erwarten, dass Besatzung und Technik dauerhaft ihre maximale Leistungsfähigkeit erreichen.
USS Ford: Toiletten-Ausfälle und Reparatur-Chaos verschärfen die Lage
Das war bereits zuvor deutlich: An Bord der »Ford« sind zwischenzeitlich bis zu 80% der Toiletten ausgefallen. Ursache ist ein für die Ford-Klasse neu entwickeltes Vakuum-Abwassersystem mit relativ dünnen Leitungen, das als platzsparend gilt, in der Praxis jedoch als störanfällig beschrieben wird. Recherchen des »National Public Radio« (NPR) in den USA auf Basis interner Navy-Unterlagen zeigen, dass seit Herbst nahezu täglich Reparaturen nötig waren. In einem internen Bericht, den das NPR über eine Informationsfreiheits-Anfrage (»FOIA-Request«) erlangte, ist von täglichen Störmeldungen die Rede. Seit 2023 habe das Schiff mehr als 40 Mal externe Hilfe angefordert, ein Großteil davon im Jahr 2025 während der aktuellen Einsatzfahrt.
Interne Mails berichten von extremen Belastungen mit hunderten Reparaturfällen binnen weniger Tage und 19-Stunden-Arbeitstagen der Techniker. Die Ursache der Ausfälle waren laut dem NPR-Bericht zuletzt häufiger Verstopfungen mit T-Shirts, Kleidungsstücken, ganzen Toilettenpapierrollen und sogar meterlangen Seilstücken – die Toiletten fielen also nicht zufällig aus, sondern wurden augenscheinlich mit laut dem Navy-Bericht »ungeeigneten Materialien« sabotiert. »Unser Abwassersystem wird von Seeleuten täglich misshandelt und zerstört«, so der Bericht von Bord des Schiffs.
Dazu passen Berichte, dass die Moral an Bord extrem niedrig ist: Besatzungsmitglieder verpassen aufgrund der immer weiteren Verlängerung ihres Einsatzes geplante Familienfeiern, Beerdigungen und die Geburten ihrer Kinder, können todkranke Familienmitglieder nicht mehr besuchen, sehen ihre Angehörigen über ein halbes Jahr lang nicht. Hinzu kommt, dass der Träger unter Einsatzbedingungen Funkstille einhält, auch Videoanrufe in die Heimat sind nicht länger erlaubt.
Angesichts dessen erscheint nun auch das Feuer in der Wäscherei in einem neuen Licht: Laut US-Medienberichten will die Navy in Kreta die Ursache des Brandes genau untersuchen, auch Sabotage durch einzelne frustrierte Besatzungsmitglieder steht im Raum. Der Träger soll parallel repariert werden und danach wieder in den Einsatz gehen.
Doch selbst wenn die »Ford« nach einem Zwischenstopp in Kreta wieder ins Rote Meer zurückkehrt, bleibt der Schaden angerichtet. Der Vorfall zeigt, wie fragil die modernsten Einheiten der US Navy unter Dauerbelastung geworden sind. Ausgerechnet in einer Phase, in der Washington militärische Präsenz als zentrales Druckmittel gegenüber Iran und zur Sicherung der Seewege braucht, fällt eines seiner wichtigsten Instrumente zumindest zeitweise aus. Das wirft eine grundsätzliche Frage auf, die weit über diesen einzelnen Brand hinausgeht: Wie belastbar ist die globale Einsatzstrategie der USA, wenn schon ein Feuer in der Wäscherei genügt, um sie ins Wanken zu bringen.“
(Business Insider, 19.3.)