Die ukrainische Kriegsführung und die politisch-strategischen Ziele der ukrainischen Führung

KALKULIERTER GRÖSSENWAHN

Angesichts der Tatsache, daß angeblich auch schon in Washington leichter Unmut aufkommt über die immer weiteren Forderungen nach mehr Unterstützung und Wunderwaffen, ist es angebracht, eine eigene Seite zu den Ambitionen und politischen Zielsetzungen der ukrainischen Seite zu erstellen.

Die Führung in Kiew weiß, daß sich der Westen eine Niederlage der Ukraine nicht leisten kann bzw. will, weil das einem Offenbarungseid gleichkäme. Also wird mit diesen Forderungen auch immer an diesen Umstand erinnert: Fallen wir, so fallt ihr!

18 Gedanken zu “Die ukrainische Kriegsführung und die politisch-strategischen Ziele der ukrainischen Führung

  1. Zu dem tatsächlichen Stand der bewaffneten Auseinandersetzung in der Ukraine werde ich aus den von mir konsumierten Medien nicht schlau, weil beide Seiten schreien: Wir sind auf dem Vormarsch!

    Die russischen Medien behaupten, die Ukraine hätte hohe Verluste, die Angriffe der ukrainischen Streitkräfte hätten wenig Effekt, in ca. einem Monat seien auf russischer Seite die Verstärkungen da, und vor dem Winter gibts vielleicht noch einen Durchbruch, sicher aber nachher …

    Die anderen meinen, Rußland versagt im Luftkrieg, die Drohnen und Raketen würden abgefangen, über die Ukraine ergießt sich ein “Goldregen” von westlichen Waffenlieferungen, usw. usf.

    Der einzige Konsens zwischen den beiden Seiten ist, daß der Krieg auf jeden Fall im Frühjahr weitergeht.

  2. "Zu dem tatsächlichen Stand der bewaffneten Auseinandersetzung in der Ukraine werde ich aus den von mir konsumierten Medien nicht schlau, weil beide Seiten schreien: Wir sind auf dem Vormarsch!"

    Nein, das tun beide nicht: Für die Ukraine gibt z.B. es eine täglich aktualisierte Karte der Front https://liveuamap.com/. Da tut sich schon eine Weile nichts mehr an auch nur behaupteten weiteren ukrainischen Geländegewinnen. Die Regierung gibt sogar zu, daß die ukrainischen Truppen schon eine Weile bei Bachmut, der zentralen Festung der Ukraine im Donbass-Gebiet unter Druck der russischen Truppen stehen. Zudem "Vormarsch" nicht gleichzusetzen ist mit dem Gewinn einer Schlacht (oder gar ein Zeichen des nahen Sieges im gesamten Kriegs wäre). Denn offensichtlich gibt die russische Generalität eher den Befehl zum Rückzug als den Befehl Positionen um jeden Preis zu halten, um Kräfte zu sparen für die noch bevorstehenden entscheidenden Auseinandersetzungen, während die Ukraine für diese Offensiven sher viel Truppen und Gerät einsetzen/verlieren/verpulvern.

    Wenn dann endlich die von allen erwartete dritte Offensive der Ukraine kommt, sei es, um das Gebiet links des Dnjepr um Cherson zurück zu erobern, sei es auf  Berdjansk vor zu rücken, um die russischen Truppen in zwei Teile auseinander zu drängen, dann erst wird sich zeigen, wer in diesem Herbst die Oberhand gewinnen wird.

    Nicht nur die russischen Medien "behaupten, die Ukraine hätte hohe Verluste, die Angriffe der ukrainischen Streitkräfte hätten wenig Effekt". Das tun Analysten wie Brian Beletic und Alexander Mercouris auch. Und die zitieren da immer wieder auch Washington Post und New York Times-Artikel. Wenn z.B. die Verletzten der Cherson-Offensive zumeist keine Schußwunden haben, sondern Splitterverletzungen von Artilleriebeschuß, dann ist das ein Indiz, daß die Angriffe zumindest dort nicht wirklich rangekommen sind an die russischen Stellungen und mit Sicherheit dort keine schweren Verluste erzielen konnten, jedenfalls nicht so viele wie bei den ukrainischen Verbänden.

    Ja, es wird schon stimmen, daß die ukrainische Luftabwehr (bzw. das wenige was nach dem Krieg bisher davon übrig geblieben ist) auch einige Raketen, Cruise Missiles und Loitering Drones abschießt. Aber eben  nicht alle, das gibt ja selbst Selenskyj zu, und sseit einigen Tagen hat Rußland den Beschuß merklich erhöht. Und seit Anfang des Krieges behaupten die NATO-Medien, das die Russen bald keine Raketen mehr haben werden. Warum dann jetzt das panische Geschrei nach weiteren Luftabwehrsystemen, die ganz schnell ganz viele nötig wären? Nur gibt es die eben nicht, jedenfalls nicht bei den NATO-Staaten. Deshalb gibt es ja auch keinen "Goldregen" an schweren Waffen und Abwehrsystemen mehr, sondern statt dessen 500.000 Winterjacken aus Kanada! Der Westen kündigt doch jetzt noch nicht mal mehr an, irgendwelche System von Belang und in großer Zahl zu liefern. Eine effektive Luftabwehr aufzubauen, würde in der Ukraine (wie in ganz Europa) Jahre dauern und nicht bis der Winter kommt schon erledigt sein. Dafür hat kein NATO-Staat auch nur die Produktionskapazitäten. Die IRIS-T-Einheit, die die BRD geliefert hat, wurde offensichtlich ohne irgendwelche Ersatzraketen hingeschickt, sonst hätte es darüber sicher ein Riesentratra gegeben.

    Von daher bin ich mir nicht sicher, ob wirklich beide Seiten meinen, daß der Krieg noch locker im nächsten Jahr weitergeführt werden kann. Von der russischen Seite her sicherlich, die haben ja gerade erst angefangen, wirklich ernsthaft Krieg zu führen. Aber ob die Ukraine wirklich solange durchhält, überhaupt durchhalten kann??

  3. Die andere Seite: Was will eigentlich Rußland in diesem Krieg erreichen?
    Alexander Mercouris berichtet über eine Pressekonferenz der letzten Tage, wo Putin gefragt wurde, ob die Ukraine nach Kriegsende noch als eigenständiger Staat bestehen würde. Zumindest gemäß der englische Kreml-Übersetzung formulierte Putin seine Antwort vage: "Wir haben uns (damals? anfangs?) nicht das Ziel gesetzt, die Ukraine zu zerstören." Könnte sein, daß er das jetzt anders sieht, zumindest denkt er mittlerweile wohl immer mehr, daß Rußland der Sieg nicht mehr zu nehmen sein wird und daß die gescheiterten Verhandlungen vom März auch nicht mehr neu aufgenommen werden könnten/müßten/sollten.
    https://rokfin.com/post/103481/MSM-Confirms-Ukraine-Crisis-in-Bakhmut–Ukraine-Kherson-Defeat-Putin-Makes-Hint-of-End-of-Ukraine So ab 45 Min.

  4. Das Kriegsziel Rußlands ist wirklich nicht klar.

    Die Ukraine zu zerstören war wirklich nie das Ziel in dem Sinne, daß dort verbrannte Erde entstehen sollte.
    Die Ukraine als Staat allerdings steht meines Erachtens auf der Abschußliste der russischen Führung.

  5. "Die Ukraine zu zerstören war wirklich nie das Ziel in dem Sinne, daß dort verbrannte Erde entstehen sollte."

    Ja, das war offensichtlich. Von rein militärischen Standpunkt war die Zurückhaltung ja auch kontraproduktiv. Daß z.B. den ganzen Krieg über die Nachschubzüge bis an die Front fahren durften, hat sicherlich vielen russischen Soldaten das Leben gekostet.

  6. "In the face of Western reports that Russia is on its heels and retreating, the facts on the ground tell a different story. For starters, Russian allies with embassies still operating in Kiev are shutting down and ordering their personnel to leave Ukraine. This includes China, Tajikistan, Krygyzstan, Uzbekistan, Turkenistan,Serbia, Belarus, India and Egypt. Note that these embassies have remained open during the last seven months of the war with Russia. The decisions to cutback or cease operations is one indicator that these countries expect a major escalation in the war on the part of Russia in the near future.
    Another piece of evidence that implies Russia is beefing up for a new offensive comes via Belarus. Russia is moving a large number of trucks, armored personnel carriers and tanks to Belarus."
    https://sonar21.com/what-is-russia-planning-to-do-next/

  7. Während die westlichen Zeitungen von Erfolgen der ukrainischen Streitkräfte an der Front berichten, vor allem in Cherson, weist das russische Oberkommando darauf hin, wie diese zustandekommen:

    Erstens werden die Territorialverteidigungskräfte (kurz Terbat, territorialnyje bataljony) massenhaft in die Schlacht(en) geworfen.

    Rückerinnerung: Diese Terbats wurden aus Freiwilligen gebildet, die Schnellsiedekurse in Waffengebrauch erhielten und vor allem bei der Verteidigung Kiews eingesetzt wurden.
    Die Meldung zum Terbat schützte die Leute vor der Einberufung in die Armee und sie konnten auch zu Hause übernachten, wurden also nur in ihrer unmittelbaren Umgebung eingesetzt.
    Nicht nur aus Patriotismus meldeten sich daher viele Leute zu diesen Terbats, um Schlimmerem zu entkommen.

    Bereits im Sommer hat Selenskij jedoch Dekrete erlassen, denen zufolge die Terbats ganz normal in die Armee eingegliedert werden können. Es gibt also kein Entkommen, die Leute sind ja registriert und erfaßt und können daher auch noch schwerer untertauchen oder flüchten als andere.
    Sehr viel mehr Ausbildung bekommen sie auch nicht, die Schnellsiedekurse vor Kriegsbeginn gelten bereits als Ausbildung.
    Diese Leute werden jetzt also massenhaft verheizt, jeder Geländegewinn ist mit sehr vielen Toten erkauft, was aber sowohl der Kiewer Führung als auch ihren Unterstützern und vor allem den das alles begleitenden westlichen Medien ganz wurscht ist.

    Die angeordnete Evakuierung vieler Bewohner des Gebietes Cherson hängt damit zusammen, daß durch das Bombardement der Antonov-Brücke in Cherson und des Staudamms und E-Werks in Nova Kachowka die Versorgung der Zivilbevölkerung in Gefahr ist, sowohl was Strom als auch, was Lebensmittel angeht.

  8. Die Evakuierung Chersons ist vor allem dem Umstand geschuldet, daß die ukrainische Armee anscheinend die Zerstörung des Staudamms in Nowa Kachowka vorbereitet, was die Überflutung der Stadt Cherson zur Folge hätte.

    Selenskij hat bereits angekündigt, daß Rußland dergleichen vorhat, würde es also der russischen Seite in die Schuhe schieben wollen, ähnlich wie das Dauerbombardement des AKWs Zaporoschje. Er rechnet dabei mit völliger Unterstützung der westlichen Medien.

    Es ist natürlich auch möglich, daß die westlichen Verbündeten die ukrainische Führung davon abhalten, weil sie selber kalte Füße kriegen angesichts dieses Wahnsinns.

  9. Es ist wirklich kaum zu glauben:

    "Selenskij warnt vor Katastrophe großen Ausmaßes
    Dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zufolge plant das russische Militär einen Angriff auf einen Damm und die Anlagen des Kachowkaer Wasserkraftwerks unterhalb der Stadt Saporischschja im Süden des Landes. "Wir haben Informationen, dass russische Terroristen den Damm und die Anlagen des Kachowkaer Wasserkraftwerks vermint haben", sagt Selenskij in einem Video, das auf einem zweitägigen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union gezeigt wurde. 
    Die Kreml-Kräfte hätten den Damm am Wasserkraftwerk, mehr als 40 Meilen flussaufwärts der von Russland besetzten Stadt Cherson am Fluss Dnipro, mit Sprengstoff gefüllt. "Wenn russische Terroristen diesen Damm beschädigen, würden mehr als 80 Siedlungen, darunter auch Cherson, überflutet werden", erklärt Selenskij. Hunderttausende Menschen könnten davon betroffen sein, so Selenskij. Es drohe eine Katastrophe großen Ausmaßes. …
    Eine Dammsprengung könnte auch Folgen für Russland haben, da der Kanal, der die besetzte Krim mit Wasser versorgt, zerstört werden könnte, so der ukrainische Präsident."
    https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-krieg-newsblog-russland-staudamm-1.5678279

    Wieder mal soll Rußland also Selbstmord betreiben, um die Ukraine zu besiegen??
     

  10. Kriegen die USA kalte Füße oder ist das nur ein Trick, um Verbündete zu beruhigen?

    U.S. privately asks Ukraine to show it’s open to negotiate with Russia

    The encouragement is aimed not at pushing Ukraine to the negotiating table, but ensuring it maintains a moral high ground in the eyes of its international backers

    https://www.washingtonpost.com/national-security/2022/11/05/ukraine-russia-peace-negotiations/

    Interessant vor allem, wenn man sich zurückerinnert, daß es die USA waren, die die Ukraine nach den letzten Verhandlungen in Istanbul vom Verhandlungstisch weggerufen haben …

  11. Die ukrainische Armee bereitet einen humanitären Korridor vor, um Cherson angesichts der russischen Bedrohung zu helfen

    Mikolajiw wird das Hilfszentrum sein, um Nothilfe zu schicken und Flüchtlinge aufzunehmen, falls die gerade befreite Stadt vom Kreml angegriffen wird.

    Die Frage, die sich Militär und Zivilisten heute in der Südukraine stellen, ist, wann Russland mit der Bombardierung von Cherson beginnen wird. Sie haben wenig Zweifel daran, obwohl die Stadt am Dnjepr zwei Tage nach ihrer Befreiung noch nicht … beschossen wurde. Russische Truppen haben ihre Stellungen am Ostufer befestigt, nur einen Kilometer vom Stadtkern entfernt.

    Vom benachbarten Mikolajiw aus wird gegen die Uhr ein humanitärer Korridor vorbereitet, um Cherson zu helfen, jetzt, da dies die Nulllinie des Krieges auf diesem Teil der Front sein wird, wo die Artillerie beider Seiten unablässig zuschlagen wird.

    "Wir wissen nicht, was die russische Armee tun wird, aber höchstwahrscheinlich werden wir und Odessa eine dritte Flüchtlingswelle aus Cherson erhalten", sagt Dmitro Falko, Sekretär des Mikolajiw-Gemeinderats. (…)

    (El Pais, 13.11.)

    Der Tenor des ganzen Artikels ist, daß die Russen Cherson plattmachen werden – ohne irgendeine Begründung.
    Der einzige Grund, es zu beschießen wäre, wenn die Ukraine dort massenhaft Artillerie konzentriert.

    Außerdem behaupten westliche Medien, die russische Armee würde Nowa Kachowka räumen – was sehr eigenartig wäre.
    Erstens liegt die Stadt am östlichen Ufer des Dnjepr, das sich als neue Verteidigungslinie der russischen Armee im Süden herauskristallisiert.
    Zweitens wird von dort der Kühlkreislauf und anderes vom AKW Zaporoschje versorgt.

  12. Heute hörte ich in den Abendnachrichten, daß angeblich ein Drittel des ukrainischen Territoriums vermint ist.

    Welches Territoriums? Mit oder ohne Krim?

    Wenn die Ukraine nur die Gebiete meint, die derzeit unter der Hoheit Kiews stehen, so erkennt es damit die bisherigen Gebietsgewinne Rußlands an.
    Wenn es aber die besetzten/befreien Gebiete miteinbezieht, reden die offiziellen Verlautbarer wie der Blinde von der Farbe, weil was z.B. in Mariupol oder Lugansk alles vermint ist, können sie nicht wissen.
    D.h., sofern sich die Aussage (auch) auf russisch besetztes Gebiet bezieht, ist sie reine Propaganda.

    Geht es aber um das gesamte in ukrainischer Hand befindliche Territorium, woher kommen dann die Minen? Das bißchen, was sie in den letzten Monaten zurückerobert haben, macht nicht ein Drittel weder des derzeit von Kiew kontrollierten Territoriums noch der Ukraine vor dem 24. 2 aus.

    Das heißt, es handelt sich um vom ukrainischen Militär selbst gelegte Minen, mit denen sie einen offenbar ursprünglich erwarteten russischen Vorstoß stoppen oder zumindest behindern wollten, und die jetzt im Weg sind – und womöglich bald unter einer Schneedecke verschwinden werden, was sie noch gefährlicher macht.

    Eigentor!

  13. Der ukrainische Präsident Selenskyj hat nach dem Vorschlag des US-Generalstabschefs Miley die Idee einer "kurzen Waffenruhe" mit Russland zurückgewiesen.

    Kiew weist Forderungen nach Verhandlungen zurück

    Die Ukraine hat Forderungen nach Verhandlungen mit Russland zurückgewiesen. “Wenn man auf dem Schlachtfeld die Initiative ergreift, ist es etwas bizarr, Vorschläge zu erhalten wie: ‘Ihr werdet sowieso nicht alles mit militärischen Mitteln erreichen, ihr müsst verhandeln'”, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak im AFP-Interview in Kiew. Dies würde bedeuten, dass das Land, “das seine Gebiete zurückgewinnt, vor dem Land kapitulieren muss, das verliert”.

    US-Medien hatten kürzlich berichtet, hochrangige US-Vertreter würden die Ukraine zunehmend dazu drängen, Verhandlungen mit Russland in Erwägung zu ziehen.

    Podoljak zufolge hat Moskau Kiew bisher “keinen direkten Vorschlag” für Friedensgespräche unterbreitet. Stattdessen ziehe Russland es vor, diese über Vermittler zu überbringen und einen Waffenstillstand ins Gespräch zu bringen.
    Kiew betrachtet solche Gespräche als Manöver Moskaus, um Zeit zu gewinnen und eine neue Offensive vorzubereiten. “Russland will keine Verhandlungen. Russland führt eine als ‘Verhandlungen’ bezeichnete Kommunikationskampagne”, sagte Podoljak.

    (Standard, 20.11.)

  14. Im Deutschlandfunk kommt wenigsten ab und zu der Hinweis, dass die Angaben und Meldungen nicht unabhängig überprüft werden können.

    Kiew Eine Fläche doppelt so groß wie Österreich ist ohne Gefahr für Leib und Leben in der Ukraine nicht begehbar: Rund 30 Prozent des Territoriums des angegriffenen Landes sind infolge der russischen Invasion nach Kiewer Angaben vermint. Das entspreche etwa der doppelten Größe Österreichs, teilte der Staatliche Notfalldienst am Freitag auf seiner Homepage mit. Die Fläche und die Zahl der Minen auf ukrainischem Territorium habe sich im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg verzehnfacht.

    Der staatlich (ukrainische) Notfalldienst auf seiner Homepage. Klar ist das Propaganda.

     Podoljak setzt Verhandlungen mit Kapitulation gleich. Mal sehe wie lange die Ukraine noch Gebiete zurückgewinnt, wenn die westlichen Waffen ausbleiben.

  15. Das ist ähnlich wie beim Syrien-Krieg – da wurde diese Phrase „kann nicht unabhängig überprüft werden“ stets nach den Meldungen der „syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ angefügt, die irgendein von MI6 geschaffenes Büro in Birmingham oder dessen Nähe war.

  16. Die Türkei hat TLRG-230-Mehrfachraketenwerfer an die Ukraine übergeben, meldet die (ukrainische) Nachrichtenagentur UNIAN.

    (KP, 23.11.)

    Man fragt sich wieder einmal, wer diese Lieferung bezahlt? Ähnlich wie bei den Bajraktar-Drohnen ist es unwahrscheinlich, daß die Türkei auf das Geld verzichtet oder sie auf Kredit „übergibt“.
    Daher ist anzunehmen, daß jemand anderes, vermutlich die USA, die Rechnungen in der Türkei bezahlt, vermutlich aus dem 40 Milliarden-Ukraine-Hilfspaket.

  17. Inzwischen bläst die Führung in Kiew gegen die orthodoxe Kirche der Ukraine, die dem Moskauer Patriarchat unterstellt ist.

    Der Streit schwelt seit langem. 2018 wurde die orthodoxe Kirche der Ukraine, die sich einen Patriarchen in Kiew erwählt hatte, vom Patriarchen Bartholomeos I in Konstantinopel als eigenständige Landeskirche anerkannt.
    (Dieser Istanbuler Patriarch ist so etwas wie eine höhere Autorität der Orthodoxie, obwohl er lange nicht in dem Maße das Sagen hat wie der Papst in der katholischen Kirche, da die orthodoxen Kirchen alle in erster Linie ihrer eigenen weltlichen Herrschaft verpflichtet sind.) Diese Anerkennung durch den Kirchenfürsten in Istanbul wurde nur von wenigen orthodoxen Kirchen nachvollzogen.

    Es geht um einen Haufen teilweise sehr prestigeträchtiger Immobilien, u.a. das Kiewer Höhlenkloster oder die Sophienkathedrale.
    Nach der Unabhängigkeit bekannte sich lange Zeit eine knappe Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung zu dieser Kirche.

    Am 27. Mai dieses Jahres sagte die Orthodoxe Kirche der Ukraine/Moskauer Patriarchat sich vom Moskau los, weil sie die Unterstützung dieses Krieges durch den Patriarchen von Moskau Kyrill ablehnt.
    Das hilft ihr aber nichts, jetzt soll das Kriegsrecht eingesetzt werden, um diese Kirche endgültig auszumerzen und ihre Immobilien in verläßliche ukrainische Hände zu legen.
    Es kommt bereits zu Verhaftungen, die Würdenträger dieser Kirche werden zu Agenten Moskaus erklärt, deren Eigentum einem vor ca. 2 Monaten erlassenen Dekret nach jederzeit konfisziert werden kann.

    Die Rhetorik rund um diesen Kirchenstreit ist der Thematik angemessen: Jede der beiden Seiten bezeichnet die andere als Ausgeburt des Satans.

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