Pressespiegel El País, 19.4.: Trump, der Irankrieg und die EU-Politik: die Rechten in der Krise

„TRUMP WIRD ZU EINEM GIFTIGEN AKTIVPOSTEN FÜR DIE EXTREME RECHTE IN EUROPA

Vor einigen Monaten feierten europäische nationalistische Parteien die Unterstützung des Weißen Hauses. Doch der Krieg im Iran und das unberechenbare Verhalten des US-Präsidenten könnten ihn zu einer Belastung machen.“

Nicht „könnten“. Es ist bereits geschehen.

„Als Donald Trump Anfang 2025 an die Macht zurückkehrte und er und seine Mitarbeiter bei ihren Lobreden zugunsten der europäischen extremen Rechten noch einen Zahn zulegten, hatte das auf der ideologischen Ebene etwas von einem Segen an sich.
»Sensationell!«, rief der Co-Vorsitzende der AfD, Tino Chrupalla, gegenüber EL PAÍS … am Ende einer Wahlkundgebung … aus. Der deutsche Politiker hatte am selben Tag in einer Rede in München den Angriff des amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance auf die europäischen Eliten gehört. »Eine so gute Rede eines ausländischen Politikers in Deutschland habe ich noch nie gehört«, feierte er.“

Zur Erinnerung: Das war die Sicherheitskonferenz, wo der Vorsitzende zu weinen anfing. 🤣

„Etwas mehr als ein Jahr später ist in diesen Parteien kaum noch etwas von der Euphorie darüber zu spüren, dass sie Trumps Auserwählte und privilegierte Verbündete der führenden Weltmacht sind. Die Euphorie verwandelte sich mit der Zeit zunächst in Unbehagen und schließlich in Ablehnung.

Die Idylle wurde unterbrochen, und es gibt kein deutlicheres Beispiel als die Auseinandersetzung in dieser Woche zwischen dem Präsidenten der USA und Giorgia Meloni, die bis vor Kurzem eine seiner privilegierten Verbündeten in Europa war. »Ich dachte, sie sei mutig, aber ich habe mich geirrt«, beklagte sich Trump, nachdem Meloni die Kritik des US-Präsidenten an Papst Leo XIV. als »inakzeptabel« bezeichnet hatte. Die italienische Ministerpräsidentin hat sich auch von Trumps Krieg im Iran distanziert.“

Sie folgte Sánchez˚ Beispiel und verweigerte Italiens Flughäfen für den Iran-Einsatz. Das ist sogar mehr als eine „Distanzierung“.

„Die europäische nationalistische Rechte hat erkannt, dass Trumps Unterstützung ihren Preis hat, wie die Wahlen am 12. April in Ungarn zeigten. Vances Besuch während des Wahlkampfs zur Unterstützung von … Viktor Orbán war zwar nicht ausschlaggebend für das Ergebnis, aber »es war eine Art politischer Todeskuss, und es hat nicht geholfen«, erklärt Daniel Hegedűs, stellvertretender Direktor des Instituts für Europäische Politik, in Berlin.

Und nun fordert derselbe Chrupalla, der im Februar letzten Jahres Vances Worte feierte, direkt den Abzug der US-Truppen aus Deutschland und nutzt das Spanien des Sozialisten Pedro Sánchez als Vorbild für sein »Nein« zu Trump. »Wir sind eine Partei des Friedens«, verkündete Chrupalla vor wenigen Tagen auf einem AfD-Ortsparteitag, bevor er »völkerrechtswidrige Kriege wie den der USA und Israels« im Nahen Osten kritisierte.“

Sánchez als Vorbild für die AfD – was bedeutet das für Vox in Spanien? Und für die Regierungskoalition in Deutschland?
Das ganze Gefüge von „rechts“ und „links“ könnte ins Wanken kommen.
Zu Sánchez ist noch zu bemerken, daß er während Trumps erster Amtszeit ein ganz Braver war und als erster EU-Politiker Juan Guaidó als „Präsidenten“ Venezuelas anerkannt hatte.

„»Donald Trumps Kriegsziele im Iran sind unberechenbar«, bestätigte Jordan Bardella, der Anführer von Marine Le Pens »Nationaler Sammelbewegung« (RN), in einem Fernsehinterview.

Im Jahr 2017, als Trump gerade zum ersten Mal die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte, pilgerte Le Pen zum Trump Tower in New York, obwohl der Magnat sie nicht empfing.
Ein Jahr später war Steve Bannon, Trump-Ideologe und damaliger Berater des Präsidenten, Gaststar auf einem Kongress der französischen rechtsextremen Partei.

Es ist vorbei, und der Wandel, der »Fall Frankreich«, erklärt sich sowohl aus der Politik des Weißen Hauses als auch aus der Tradition der Souveränität in Frankreich und dem Misstrauen gegenüber Washington, das in diesem Land tief verwurzelt ist. Jetzt sagt Bardella zur Iran-Krise: »Niemand kann sagen, was das ideologische Rückgrat dieses Krieges ist, dessen Ende nicht absehbar ist.«“

Die meisten der Parteien des rechten Spektrums in Westeuropa denken jetzt um: Vor nicht allzu langer Zeit glaubten sie nämlich, dass Trumps Segen dazu dienen würde, sie zu normalisieren, sie aus der Ecke der verbotenen Ideologien herauszuholen und ihnen bei der Machtergreifung zu helfen.

Es gibt Ausnahmen, denen es schwerer fällt, sich vom Weißen Haus zu distanzieren, etwa die spanische Partei Vox.“

Vox wäre dann auf einer Linie mit der Regierungspartei, sehr schwierig, das Ganze!

„Und Trump und die USA sind zu mächtig und einflussreich, als dass die europäische extreme Rechte vollständig auf ein Bündnis verzichten könnte, das dazu dient, sich als machtvolle Parteien zu präsentieren, und das je nach den Umständen weiterhin nützlich sein könnte.

Doch die Kluft ist nicht über Nacht entstanden, sondern hat sich schon seit einiger Zeit angebahnt und könnte das Verhältnis zum Anführer und Pionier des neuen globalen Populismus nachhaltig verändert haben.
Erstens waren es die Zölle, die die europäische Industrie und Arbeiter oder Landwirte treffen könnten, die einen Teil der Wählerschaft für Parteien wie die RN in Frankreich darstellen.
Dann die Operation im Januar in Venezuela und die Idee des amerikanischen Präsidenten, Grönland, ein autonomes Territorium des Königreichs Dänemark, zu erobern, eine Verletzung der nationalen Souveränität, etwas, das für viele dieser Parteien eine rote Linie darstellt.

Und jetzt der Iran.
Vorher hatte die Trump-Regierung im Dezember die Nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Das Dokument ermutigte dazu, »innerhalb der europäischen Nationen Widerstand gegen den aktuellen Kurs Europas zu kultivieren«.
Damals schien es eine gute Nachricht für rechtsextreme Parteien zu sein, Unterstützung aus Washington zu haben. Jetzt wird diese Unterstützung auf einmal schädlich.

»Für populistische Parteien erscheint Trump praktisch als eine Belastung«, sagt Dominique Moïsi, Sonderberater der französischen Denkfabrik Institut Montaigne. »Das Image des Trump-Amerikas hat sich in Europa verschlechtert. Populistische Parteien verließen sich auf die Idee, dass die USA mit der Wahl eines populistischen Präsidenten eine Vorreiterrolle spielten und Europa als nächstes dran wäre, aber jetzt wird diese Idee in Frage gestellt.«

Dass eine übermäßige Nähe zu Trump kontraproduktiv sein kann, stellten Kanada und Australien innerhalb weniger Tage fest, als zwischen Ende April und Anfang Mai 2025 Wahlen stattfanden.
In beiden Ländern starteten die mehr oder weniger mit dem Trumpismus verbundenen konservativen Parteien zunächst als Favoriten, und es war unter anderem dem Trump-Effekt zu verdanken, dass die gemäßigten oder Mitte-Links-Kandidaten, der Kanadier Mark Carney und der Australier Anthony Albanese, das Ergebnis noch drehen konnten.
Der Fall Kanada wurde zu einem Beispiel, das Europa bei jeder Wahl im Auge behält. Die Liberalen preschten in den Umfragen vor, nachdem der US-Präsident drohte, Kanada zu annektieren und es zum 51. Staat der Union zu machen. Der Kandidat, dem zunächst die besseren Chancen eingeräumt wurden, der Konservative Pierre Poilievre, ging unter. Carneys klares Nein! zu Trump brachte offensichtlich ein entscheidendes Plus an Stimmen.

Obwohl die Wirkung nicht immer klar oder direkt ist, ist Trump bei vielen Wählern bei jedem Wahlgang im Hinterkopf, auch wenn die USA weit entfernt sind.

Meloni verlor im März das Referendum über die Justizreform in Italien, was teilweise durch »die wachsende Kluft zwischen ihrer auf Souveränität pochenden Haltung verursacht wurde, die sie dazu gebracht hat, sich Präsident Donald Trump anzunähern, und dem wirtschaftlichen Schaden, den ihr amerikanischer Verbündeter verursacht hat«, erklärt Arturo Varvelli von der Denkfabrik ECFR (Europäischer Rat für Auswärtige Beziehungen) in einem Bericht.
Als Trump vor einigen Tagen damit drohte, die iranische Zivilisation zu zerstören, reagierte sein britischer Verbündeter Nigel Farage: »Es verstört mich, das zu hören. Es ist auf jeden Fall übertrieben.«

Bei den jüngsten ungarischen Wahlen unterlag Orbán, ein Apostel der illiberalen Demokratie und des europäischen Trumpismus, ein Politiker, der wie kaum ein anderer enge Netzwerke mit der MAGA-Bewegung geknüpft hatte und die Unterstützung prominenter Persönlichkeiten der Trump-Administration erhielt. Es hat nicht funktioniert.“

Man könnte sogar sagen, der Schuß ging nach hinten los.

„»Die Aufmerksamkeit, die die USA Ungarn widmeten, noch dazu durch Persönlichkeiten wie Vance, stellte eher einen Minusposten als eine Hilfe dar, da sie Fidesz Zeit kostete, die sie für den direkten Wahlkampf mit den Wählern hätte aufwenden sollen«, sagt Frank Füredi, geschäftsführender Direktor des Mathias Corvinus Collegiums in Brüssel, einem Ideenlabor und Ausbildungszentrum für Orbáns politisches Umfeld.“

Ob dieses „Ideenlabor“ in Brüssel von der neuen ungarischen Regierung wohl weiter verwendet wird?

„»Auch wenn wir nicht wissen können, ob Trump Orbán geschadet hat, … hat er ihm sicherlich nicht geholfen, oder er hat ihm nicht genug geholfen«, sagt Nathalie Tocci, Direktorin des Instituts für Internationale Angelegenheiten in Rom.
»Trumps Toxizität ist klar«, fügt sie hinzu. »Aber das lässt sich nicht nur für die extreme Rechte in Europa sagen, sondern auch für die Christlich-Demokratische Union von Friedrich Merz oder die Labour Party von Starmer, die ebenfalls versuchten, mit Trump gut Freund zu sein, und das hat einen politischen Preis. Das wird immer deutlicher.«“

Für diese beiden Politiker wäre es allerdings schwieriger, sich von Trump zu distanzieren …

„Tocci hebt einen grundlegenden Widerspruch in den Bündnissen der globalen extremen Rechten hervor: Es handelt sich um nationalistische Parteien, deren Credo auf dem Papier die Verteidigung der nationalen Souveränität ist, die jedoch gezwungen sind, mit Führern wie Trump zusammenzuarbeiten, die diese Souveränität untergraben wollen.
Per Definition kollidieren sie miteinander. »Die nationalistische Internationale«, sagt sie, »verfügt über ausgeprägtere Netzwerke als die Liberalen und Progressiven, aber als Nationalisten verfolgen sie eine Politik, die sich gegenseitig schadet.«“

Das liegt eben nicht an den Netzwerken, sondern eben an ihrem politischen Inhalt, der ja auch im Widerspruch zur EU steht, aus der sie aber auch nicht austreten wollen.
Daran scheiterte auch – unter anderem – der geplante Zusammenschluß der europäischen Rechtsparteien zu einem übergeordneten Dachverband.

„Eine der Parteien, die diese internationalen Netzwerke am weitesten entwickelt hat, ist neben Fidesz in Ungarn Vox. Die spanische Partei habe ein Bündnis mit Washington geschmiedet, das auf Lateinamerika abzielt, erklärt Guillermo Fernández-Vázquez, Professor an der Universität Carlos III in Madrid und Autor von »Was tun mit der extremen Rechten in Europa? Am Fall der Nationalen Front«. Diese enge Bindung unterscheidet sie von Gruppen wie der französischen RN und erklärt vielleicht, warum es Vox schwerer fällt, die Verbindung zum republikanischen Präsidenten abzubrechen.
»Es ist, als hätten Vox und die Trump-Administration eine Ehe geschlossen, aber eine unausgewogene Ehe, weil Vox mehr Interesse an Trump hat als umgekehrt. Jetzt ist Vox mit Handschellen gefesselt. Es gibt keinen Handlungsspielraum, weil die Partei Trumps Launen ausgesetzt ist«, sagt Fernández-Vázquez. »Ich sehe, dass Vox an ihn gebunden und gleichzeitig beunruhigt ist, weil Vox diesen Krieg nicht erwartet hat und er diese Partei in eine schwierige Lage bringt.«

Ein weiterer Faktor, der Vox von Parteien wie der RN oder der AfD unterscheidet, ist, dass die spanische Partei in den Umfragen schwächer abschneidet. Obwohl sie als Juniorpartner an regionalen Regierungen teilnimmt oder teilgenommen hat, liegt sie in den Umfragen der großen Parteien, PP und PSOE in Spanien, immer noch zurück, und vielleicht sieht sie derzeit weder die Notwendigkeit, sich zu konsolidieren, noch auf Distanz zu Trump zu gehen.“

Vox hat in jüngerer Vergangenheit öfter durch fremdenfeindliche Aktionen gegen Muslime, die schon fast zu Pogromen ausarteten, von sich reden gemacht. Nur durch hohes Polizeiaufgebot konnten gröbere Zusammenstöße verhindert werden.
Auf der internationalen Bühne hingegen wirkt die Partei eher abwesend und auch in Spanien selbst gerät sie gerade durch solche Aktionen immer mehr ins Abseits.
Fernández-Vázquez sagt „Notwendigkeit“, aber es scheint der Partei eher die Möglichkeit zu fehlen, sich sozusagen neu zu erfinden, wie RN.

„Dies ist bei der französischen RN nicht der Fall, die laut Umfragen eine Chance hat, bei den Präsidentschaftswahlen 2027 den Elysée-Platz zu erobern.

Die AfD in Deutschland liegt in einigen Umfragen für die noch in weiter Ferne liegenden Wahlen im Jahr 2029 an der Spitze, ist aber über das Verhältnis zu den USA gespalten.
Es gibt eine Fraktion, die in den Gebieten der ehemaligen DDR verwurzelt ist und antiamerikanischer, antiliberaler und prorussischer ist. Fraktionschef ist Chrupalla, Co-Vorsitzender dieser Partei, die sich im Iran-Krieg Spanien als Vorbild genommen hat.
Es gibt eine andere, proamerikanischere und liberalere, im Westen verwurzelte, stärker mit der MAGA-Bewegung verbundene und von der anderen Co-Präsidentin, Alice Weidel, angeführte, die sich nun ebenfalls von Trump distanziert. »Es ist eine Katastrophe«, sagte Weidel laut ARD in einer internen Sitzung, als der Amerikaner die NATO-Hilfe im Krieg forderte.

»Die Nähe zu Donald Trump und der US-Regierung allein aufgrund ihres unberechenbaren, unvorhersehbaren und unfreundlichen Verhaltens kann [diesen Parteien] Schaden zufügen«, fasst Hegedűs vom Institut für Europäische Politik zusammen. »Aber es gibt noch einen weiteren strukturellen Aspekt«, fügt er mit Blick auf Ungarn hinzu, »und zwar, dass sie mit internationaler Unterstützung zu weit gegangen sind und als politische Kräfte, die sich auf nationale Interessen konzentrieren, nicht glaubwürdig sind.«

Es ist für aufrechte Patrioten in der Tat widersprüchlich, auf Brüssel zu wettern und Washington hochzuhalten.

„Dominique Moïsi glaubt: »Wenn der europäische Populismus weiter voranschreiten will, muss er sich vom amerikanischen Populismus distanzieren. … Die USA sind in Europa so unbeliebt geworden, dass die Nähe zu Trump keine Quelle der Legitimität darstellt«, fügt er hinzu. »Bei dem jüngsten Zusammenstoß zwischen Trump und Meloni«, bemerkt Nathalie Tocci, »hat sie wahrscheinlich mit seiner Reaktion gerechnet und muss damit gerechnet haben, dass es ihr zugute kommen wird, wenn er sie angreift.«
Für die ehemaligen Verbündeten des republikanischen Präsidenten in Europa könnte die Konfrontation mit ihm heute sogar von Vorteil sein.“

5 Gedanken zu “Pressespiegel El País, 19.4.: Trump, der Irankrieg und die EU-Politik: die Rechten in der Krise

  1. „4 Merkwürdigkeiten beim Attentat auf Trump: Der Hellseher Pearlman lenkte den US-Präsidenten im Moment der Schüsse offenbar absichtlich ab.

    Der Mentalist Pearlman, der zum Zeitpunkt des Attentats neben Trump stand, sagte die Unterbrechung der Show voraus.“

    Es ist schon bemerkenswert, mit was für Leuten sich der mächtigste Mann der Welt umgibt. Alles, was irrational ist, scheint hoch im Kurs zu stehen.
    Pearlman stammt aus Israel, sein Vater war Militär und er arbeitete eine Zeitlang im Finanzsektor.

    Man erinnere sich an Jeffrey Epstein …

    „Ein 3. Attentat auf US-Präsident Donald Trump ereignete sich, ebenso wie auf Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio.“

    Auch diese Bemerkung ist wichtig: Alle reden von einem Attentat auf Trump – aber der Attentäter könnte durchaus auch andere dort versammelte Politiker im Visier gehabt haben.
    Nach dem 25. Verfassungszusatz und dem „Succession Act“ von 1947 folgt auf einen Präsidenten, der im Amt verstirbt, der Vizepräsident. Sollte dem auch etwas zustoßen, so folgen Vertreter der beiden Kammern des Parlaments: Erst der Sprecher/Präsident des Repräsentantenhauses und dann der Präsident des Senats. Sollten die nicht wollen oder auch versterben, so folgt der Außenminister. Nach ihm der Finanzminister.

    Anwesend waren der Vizepräsident, der Außenminister und der Finanzminister.

    Der Sprecher des Repräsentantenhauses ist seit Herbst 2023, also noch aus Bidens Amtszeit, der Republikaner Mike Johnson. Der Präsident des Senats ist der Republikaner Chuck Grassley.
    Nach dem derzeitigen Wissenstand wäre, wenn das Attentat Erfolg gehabt hätte, auf jeden Fall ein Republikaner gefolgt. Hätten die beiden Parlamentspräsidenten verzichtet, so wäre der Finanzminister Scott Bessent Präsident geworden. Wäre er auch dem Attentat zum Opfer gefallen, so wäre der ebenfalls anwesende Verteidigungsminister Hegseth gefolgt, nach ihm der Justizminister Todd Blanche.
    Er war, soweit bisher bekannt ist, anscheinend nicht anwesend.

    „Attentatsversuch auf Trump am 26. April

    Der schwer bewaffnete amerikanische Lehrer Cole Thomas Allen versuchte, sich gewaltsam Zutritt zum Ballsaal des Washington Hilton Hotels zu verschaffen, wo sich Tausende von Menschen und die gesamte republikanische politische Elite zum Abendessen der White House Correspondents' Association versammelt hatten.

    Alle überlebten; nur ein Geheimdienstagent wurde verletzt. Doch das Attentat ist von vielen Merkwürdigkeiten umgeben. Die Diskussionen reichen von »tödlichen Prophezeiungen« bis hin zur Rolle des in Israel geborenen Mentalisten und Gedankenlesers Oz Pearlman, und um das Chaos, das während des Attentatsversuchs ausbrach.
    Man könnte meinen, dass frühere Angriffe auf Trump seinen Sicherheits- und Geheimdiensten einiges gelehrt hätten.“

    In der Tat.

    „Die erste Seltsamkeit: Leavitts Vorhersage einer Schießerei

    Es war der Abend des 25. April in Washington. Politiker und Journalisten treffen im Washington Hilton Hotel ein. Das jährliche Dinner der White House Correspondents' Association ist eines der wichtigsten amerikanischen Treffen des Jahres: eine Unterhaltungsshow mit Preisverleihungen für Korrespondenten und Auftritten von VIP-Gästen.

    Donald Trump und seine Frau Melania haben zum ersten Mal zugesagt, an diesem Dinner teilzunehmen – früher hatte der US-Präsident, unzufrieden mit der Voreingenommenheit der Medien, die Einladungen ignoriert. Doch dieses Mal wollte er wohl sein Image aufpolieren.

    Neben ihrem Chef erschien die gesamte Führungsriege seiner Regierung im Ballsaal des Hotels: Neben Vance und Rubio waren Verteidigungsminister Pete Hegseth, Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr., Finanzminister Scott Bessent, FBI-Direktor Cash Patel und andere anwesend.“

    Warum eilten die alle zu diesem Event?
    Was macht der Verteidigungs- oder der Finanzminister bei so einem Event?
    Mediengeilheit?

    Der Versuch, durch den Irankrieg zerschlagenes Porzellan wieder zu kleben?

    Auch die schwangere Pressesprecherin des Weißen Hauses, Caroline Leavitt, traf ein. Und mit ihr beginnt es seltsam zu werden.

    Vor dem Dinner gab Caroline Leavitt dem Sender Fox News ein Interview und sagte, man solle mit »Schüssen« rechnen – sie benutzte den Ausdruck »shots fired«, der den man auch mit »harte Schläge« übersetzen könnte. Die wörtliche Bedeutung »Schüsse fallen!« – »Fire!«, war der Funkspruch, den die FBI-Agenten absetzten, als der Schütze versuchte, ins Hotel einzubrechen.“

    Warum erzählt Leavitt so etwas?
    Sie hat offenbar was mitbekommen und wollte warnen.

    Ausgedacht wird sie es sich wohl nicht haben.

    „Das zweite seltsame Ereignis: Der Auftritt eines Hellsehers

    Einer der Höhepunkte des Abends sollte der Auftritt des Magiers Oz Pearlman sein – eines Gedankenlesers und Hellsehers, der das Publikum mit seinen Tricks verblüfft. Er sollte die Gäste während des gesamten Dinners unterhalten.“

    Von kleinen Mädchen zur „Unterhaltung“ halten sich die Eliten derzeit offenbar fern, so müssen eben Tischerücker und Magier herhalten. 

    „Als der Schütze in den Saal stürmte, stellte sich Pearlman zwischen Donald Trump und Melania, die auf der Bühne saßen, um ihnen Anweisungen für ihren Auftritt zu geben. Trump war so in das Gespräch vertieft, dass er die Aufregung im Saal nicht bemerkte. Hätte Cole Thomas Allen auf der Bühne das Feuer eröffnen können, wäre Donald in diesem Moment ein leichtes Ziel gewesen.

    Pearlman wurde in Israel geboren; sein Vater diente in der israelischen Luftwaffe. Später zog die Familie in die USA. Oz arbeitete zunächst als Angestellter an der Wall Street, beschloss dann aber, sich ganz seiner Show zu widmen.
    Zu den berühmten Tricks des Magiers gehören das Erraten der PIN der Bankkarte des Komikers Joe Rogan (man vermutet, dass Pearlman die kleinsten Bewegungen seiner Augen und Hände beobachtete, um die richtigen Zahlen zu berechnen) und das präzise Vorhersagen von Basketball- und Football-Ergebnissen.“

    Oder aber, der Komiker hatte sie ihm vor der Show verraten … Was macht man nicht alles für ein entsprechendes Bakschisch. 

    „Dieses Mal übergab Oz Pearlman dem Präsidenten der Korrespondentenvereinigung einen versiegelten Umschlag, der am Ende des Abendessens geöffnet werden sollte. Er enthielt Worte über ein »unerwartetes Ende« und die Aussage, dass »die Show noch nicht vorbei ist«.

    Wenige Minuten vor den Schüssen führte der Magier einem der Gäste einen Trick vor und forderte ihn auf, sich auf ein »Gefühl der Gefahr« zu konzentrieren.

    Zu Beginn der Show erklärte Pearlman, dieser Abend werde »in die Geschichte eingehen« und »die Leute würden noch jahrelang darüber sprechen«.

    Nun führt der Mentalist seine Einsichten auf das spürbare Unbehagen in der Luft zurück, Verschwörungstheoretiker diskutieren jedenfalls eifrig über seine mögliche Rolle bei dem Vorfall.

    Oz selbst versteckte sich unter einem Tisch, als Trump von der Bühne geführt wurde.

    Drittes seltsames Moment: Vollständiges Chaos im Publikum

    2.600 Menschen befanden sich in dem Ballsaal. Politico-Korrespondent  John Harris beschrieb seine Erlebnisse folgendermaßen: Nachdem draußen vor dem Saal die Schüsse gefallen waren, verstand niemand, was geschah – niemand erklärte irgend etwas.
    Während Sicherheitsleute Trump, seine Frau und Vizepräsident Vance von der Bühne zerrten, kroch das Publikum vorsichtshalber unter die Tische.“

    Man fragt sich, wer hier alles von Sicherheitsbeamten zum Hinterausgang gezerrt wurde und wer als „Publikum“ Deckung suchte?

    „Der Mobilfunkempfang im Washington Hilton war praktisch nicht existent, und Hunderte von Journalisten konnten weder nach Hause telefonieren noch Informationen über die Geschehnisse erhalten, während die Sicherheitskräfte keine Erklärung abgaben.

    Schließlich betrat Weijia Jiang von CBS News, die Vorsitzende der Vereinigung der Korrespondenten des Weißen Hauses, die Bühne und kündigte an, die Veranstaltung werde bald fortgesetzt. Doch schon bald begannen die Kellner, die Tische abzuräumen. Später stellte sich heraus, dass Trump selbst auf der Fortsetzung des Dinners bestanden hatte, vom Sicherheitspersonal jedoch davon abgehalten wurde. Letztendlich wurde die Veranstaltung um einen Monat verschoben.

    »Die Kombination aus Journalismus, Prominenz und Leichtfertigkeit bei diesem Dinner wirkte anachronistisch«, sagte Harris.

    »Leichtfertigkeit « ist eine Untertreibung. Wenn man das Video aus dem Hotel ansieht, fällt die Langsamkeit des Geheimdienstes auf. Der Schütze schaffte es, sehr schnell einen internen Sicherheitsposten mit Metalldetektor beim Eingang zu passieren. Warum er nicht an einer externen Sicherheitskontrolle gestoppt wurde, ist unbegreiflich.

    Als klar wurde, dass Schüsse gefallen waren und das Publikum aufstand oder sich versteckte, reagierten Trump und die anderen auf der Bühne nicht – niemand hatte sie vor der Gefahr gewarnt. Die Verwirrung der Sicherheitsleute im Publikum dauerte etwa 10 Sekunden, doch es fühlte sich wie eine Ewigkeit an.

    Schließlich eilten Agenten auf die Bühne und schützten das Präsidentenpaar. Kurz darauf trafen SEK-Teams ein, doch aus unerfindlichen Gründen evakuierten sie zuerst Vizepräsident Vance und erst dann Trump und seine Frau. Donald wurde so ungeschickt eskortiert, dass er ein gut erkennbares Ziel abgab und dann auch noch hinfiel.
    Der Präsident lobte jedoch die Arbeit der Sicherheitsdienste und seines Personenschutzes.
    Was sbleibt ihm anderes übrig?

    Vierte auffällige Angelegenheit: Die Person des Attentäters Thomas Allen

    Nach dem Vorfall bezeichnete Trump den Schützen Cole Thomas Allen als »kranken Psychopathen« und sagte, er habe allein gehandelt.“

    Woher weiß Trump das, zu diesem Zeitpunkt?
    Oder hat er gesagt, was ihm von jemandem nahegelegt wurde, der es möglicherweise besser weiß?

    „Der Schütze wurde festgenommen und wird verhört. Allen soll gesagt haben, sein Ziel sei die gesamte Trump-Regierung gewesen.“

    Wo man wieder zu der Frage weiter oben zurückkehrt, warum denn fast die ganze Trump-Regierung bei diesem Event dabei war? – der ihnen früher unwichtig gewesen war.

    „Nichts in der Vergangenheit des 31-jährigen afroamerikanischen Lehrers deutete darauf hin, dass er zu so etwas fähig wäre.

    Cole Thomas Allen lebte in Torrance, Kalifornien, arbeitete als Nachhilfelehrer bei C2 Education und wurde sogar zum »Lehrer des Monats« ernannt. Er hat eine exzellente Ausbildung: Er schloss sein Studium des Maschinenbaus an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas, dem California Institute of Technology, ab. Außerdem erwarb er einen zweiten Abschluss, einen Master in Informatik, an der University of California.
    Allen versuchte sich in der Entwicklung von Computerspielen, hatte damit aber wenig Erfolg. Interessanterweise betonte er in den Beschreibungen seiner Spiele (wie Flipper), dass sie gewaltfrei seien. Der Lehrer hat sich bisher nicht politisch engagiert, abgesehen von einer Spende von lediglich 25 Dollar an Kamala Harris’ Präsidentschaftskampagne.

    Die Nachbarn des Schützen gaben an, er habe eine nette, freundliche Familie, und seine Schüler beschrieben ihn als ruhig und nachdenklich.

    Kann es sein, dass Allen tatsächlich von niemandem »angestachelt« worden war, das Verbrechen zu begehen, und daß er tatsächlich allein handelte?

    Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass auch die beiden vorherigen Attentäter, die versucht hatten, Trump zu ermorden, keine Anstifter hatten.

    Thomas Matthew Crooks, der Donald Trump am 13. Juli 2024 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania ins Ohr schoss, war sofort tot.“

    Auch bei Crooks gab es sehr schnell das Urteil, er sei ein Einzeltäter gewesen und dann erführ man als Medienkonsument fast nichts mehr über ihn.

    „Ryan Wesley Routh, der sich am 15. September 2024 mit einem Gewehr auf einen Golfplatz schlich, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Routh reiste nach Kiew und rekrutierte Kämpfer für den Konflikt auf ukrainischer Seite, doch die Ermittler fanden keine Verbindung zu seinem Mordversuch an Trump.

    Verschwörungstheoretiker kritisieren Theorien über Einzeltäter und argumentieren, dass diese mit Sicherheit unter dem Einfluss von jemandem standen. Sowohl für die Geheimdienste als auch für Trump scheint es einfacher zu sein, zu glauben, dass nur zufällige Verrückte bereit sind, auf Donald zu schießen.

    Anders lässt sich kaum erklären, wie die USA trotz all ihrer Geheimdienstkapazitäten schon wieder eine Verschwörung übersehen konnten.“

    (KP, 26.4.)

    Die Gesetzeslage rund um der Nachfolge wurde erstmals 1965 nach dem Attentat auf Abraham Lincoln Gegenstand von Erörterungen und nachher mehrfach modifiziert.
    Lincolns Mörder Booth war Teil einer bunt gewürfelten Verschwörertruppe aus Südstaaten-Sympathisanten, gescheiterten Existenzen, Künstlern usw.
    Gleichzeitig mit der Ermordung Lincolns wurden Attentate geplant oder ausgeführt – auf seinen Vizepräsidenten Johnson, den Außenminister Seward und den damaligen Generalstabschef und späteren Präsidenten Grant. Seward wurde schwer verletzt.
    Auch damals ergab die Untersuchung keine politischen Hintermänner. 

    ————-

    Das Attentat auf Trump & Co. erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die US-Eliten sehr genervt über das Iran-Abenteuer sind und niemand genau weiß, wie die USA aus dieser Sackgasse hinauskommen können, in die Trump und seine israelischen Freunde die USA hineintheatert haben.

  2. Hier einmal die Erklärung, wie der Attentäter überhaupt in das Hotel hineinkam:

    „Erste Erkenntnisse der Behörden, die allerdings noch nicht offiziell bestätigt sind, deuten darauf hin, dass er am Freitag im Hotel eingecheckt hat. Dies erscheint plausibel. Das Hilton wird jedes Jahr für die Gala der White House Correspondents' Association, dem Berufsverband der Journalisten, die täglich über den US-Präsidenten berichten, streng bewacht. An diesem Abend ist der Zutritt nur Hotelgästen oder Personen mit einer Dinnerkarte gestattet. Quellen aus dem Umfeld der Ermittlungen zufolge ging der Schütze die Treppe hinunter zu dem Ort, an dem er festgenommen wurde.“

    (El País, 27.4.)

    Wenn das Hotel so streng bewacht wird, warum kann dann jeder ein Zimmer bestellen und einchecken, wenn ihm danach ist?

    Weiters fragt man sich, woher der Mann – der nach dem bisherigen Wissensstand ca. 3 Tage lang mit Bahn und Bus von einem Ende der USA zum anderen reiste –, wußte, daß so viel Prominenz bei dieser Gala sein würde?
    Wurde das vorher irgendwo angekündigt? 
    Immerhin war es das erste Mal, daß Trump sich zu dieser Feier herabließ … 

  3. Aus dem oben zitierten El-País-Artikel geht auch hervor, daß der Magier Pearlman von den Veranstaltern eingeladen worden war. 
    Sonst wird nämlich meistens ein Komiker eingeladen. Offenbar, um die Mächtigen etwas zu kitzeln und in ihrer Toleranz auf die Probe zu stellen, aber diesmal wurde lieber ein Magier eingeladen, um Trump nicht zu sehr zu ärgern. 

    „Trump lobte auf einer im Weißen Haus einberufenen Pressekonferenz das Vorgehen der Agenten. Der amtierende Justizminister Todd Blanche bekräftigte diese Einschätzung in Interviews mit Nachrichtensendern am Sonntag und spielte die Tatsache herunter, dass ein bewaffneter Mann dem Präsidenten der USA so nahe hatte kommen können.“

    Blanche ist nur interimistisch Justizminister, nach der Entlassung von Pam Bondi.

    „Die schnelle Reaktion des Secret Service kann zwar als effektiv bezeichnet werden. Es ist dennoch überraschend, dass ein solches Ereignis mit so vielen hochrangigen Persönlichkeiten nicht als »nationales Sicherheitsereignis« eingestuft wurde und dass die Treppe, die Allen hinunterging, nicht überwacht wurde.

    Insbesondere, wenn es sich bei dem Protagonisten um diesen US-Präsidenten handelt, der bereits Ziel zweier Attentatsversuche war. Der schwerere davon ereignete sich am 13. Juli 2014, als er in Butler, Pennsylvania, eine Wahlkampfveranstaltung im Freien abhielt.
    In einer regelrechten Verkettung von Fehlern des Secret Service gelang es einem jungen Mann namens Thomas Allen Crooks, auf ein nahegelegenes Dach zu klettern und den damaligen Präsidentschaftskandidaten in aller Ruhe anzuvisieren und 8 Schüsse abzugeben.“

    Wovon der eine immerhin einen Menschen tötete, wenngleich nicht den Präsidenten.

    „2 Wochen später trat Kimberly Cheatle, Chefin des Secret Service, zurück, um die Verantwortung für die Ereignisse jenes Tages zu übernehmen. Sie bezeichnete sie als »den schlimmsten Fehler seit Jahrzehnten« für die von ihr geleitete Behörde, die für den Schutz von Präsidenten und ehemaligen Präsidenten zuständig ist.“ 

    Für Frau Cheatle ein bequemer Ausgang der Angelegenheit. 
    Die Frage ist, wer ihr Nachfolger wurde und ob er dem Job besser gewachsen war?

    „Der 2. Mordanschlag ereignete sich 64 Tage später auf einem Golfplatz in Florida, der Trump gehörte. Ryan Wesley Routh versteckte sich 12 Stunden lang im Gebüsch.“ 

    Really really?
    In 12 Stunden muß man ja auch einmal aufs Klo oder so, wie ist es möglich, daß den Typen niemand bemerkte?
    War er vielleicht gar keine 12 Stunden dort?

    „Ein Agent entdeckte ihn. Routh hatte einen Plan, den er monatelang ausgearbeitet hatte, um den Kandidaten aus einer Entfernung von etwa 400 Metern zu erschießen.“

    Trump fühlt sich praktisch geschmeichelt durch das Attentat – viel Feind, viel Ehr! – und nimmt das Attentat zum Anlaß, seinen Weißes-Haus-Ballsaal zu bewerben, der vor Gericht angefochten wird. 

  4. „Merkwürdigkeiten im Vorfeld …

    Einem Insider zufolge hatte der Schütze kurz vor seiner Tat ein Manifest an seine Familie verschickt. Darin habe er die Sicherheitsvorkehrungen am Tatort verhöhnt und Regierungsmitglieder als Ziele aufgelistet, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag aus Polizeikreisen. … Er sei dem Manifest zufolge mit mehreren Waffen in das Hotel gelangt, ohne dass jemand in ihm eine Bedrohung gesehen habe. …

    Warum waren die Sicherheitsvorkehrungen so lax?

    Unterdessen berichtet die »Washington Post« über Merkwürdigkeiten rund um das Gala-Dinner. Demnach soll es bei der Veranstaltung nicht die hohen Sicherheitsstandards gegeben haben, die normalerweise bei solchen Events üblich sind. Obwohl die höchsten Vertreter der US-Regierung in dem Hotel zugegen waren, darunter der Präsident und Vizepräsident, wurde das Dinner nicht in die Kategorie »National Security Event« eingestuft, schreibt das Blatt unter Berufung lokale Sicherheitskräfte und Bundesbeamte.

    Diese Einstufung wird üblicherweise vom Secret Service vorgenommen, könnte dieses Mal jedoch ausgeblieben sein. Eine der Hauptaufgaben der Behörde ist der Schutz der US-Regierungsmitglieder und des Präsidenten. Das Weiße Haus verwies auf Anfrage der »Washington Post« an das Heimatschutzministerium, dem der Secret Service formal unterstellt ist. … “

    Das Heimatschutzministerium wurde bis Anfang März von der umstrittenen Kristi Noem geleitet, die wegen der zwei von der ICE-Behörde in Minneapolis erschossenen Nicht-Migranten zurücktreten mußte: „Am 5. März 2026 informierte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social über die Entlassung Noems als Heimatschutzministerin. Ihr Nachfolger wurde am 24. März 2026 der republikanische Senator Markwayne Mullin.“ (Wikipedia)

    „Auch nach der Veranstaltung am Sonntag wurde die Kritik am Secret Service laut. So habe der bewaffnete Schütze die äußeren Sicherheitskontrollen offenbar leicht umgehen können, indem er sich in den Tagen vor der Veranstaltung als regulärer Gast in dem Hotel einmietete, wie am Sonntag aus US-Regierungskreisen verlautete. Zudem verlief die Evakuierung der anwesenden Regierungsmitglieder unmittelbar nach dem Vorfall teilweise unkoordiniert. Während Trump nach etwa 30 Sekunden von der Bühne gebracht wurde, dauerte es bei einigen Ministern rund 150 Sekunden, bis sie den Saal verlassen konnten. …“ 

    (t-online, 27.4.)

  5. Viele Ukraine-Unterstützer in den USA unterwegs:

    „Wer ist Cole Thomas Allen und warum wird er mit der Ukraine in Verbindung gebracht

    Am nächsten Tag begann die Untersuchung, etwas Interessanteres aufzudecken: Allen war ein vehementer Kritiker der Reduzierung der US-Unterstützung für die Ukraine. Er spendete für ukrainische Streitkräfte, griff Vizepräsident Vance in sozialen Medien wegen seiner Aussagen zur Ukraine an. …

    Die Parallele mit dem Fall von 2024 ist direkt: Ryan Wesley Routh – ebenfalls als Ukraine-Unterstützer beschrieben, ebenfalls mit einem angeblichen Versuch verbunden, Trump zu entfernen. Sind die beiden Fälle verbunden? Die Untersuchung gibt keine Antwort. Aber die Frage existiert.“

    (Metla.mk, 27.4.)
    Deutschsprachige Version des nordmazedonischen Online-Portals Metla (Besen).

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