Zinserhöhungen

KONKURRENZ DER WÄHRUNGEN UM DAS VERTRAUEN DES FINANZKAPITALS

1. Die Schuldenkrise kommt wieder

Die EZB hat nach langem Hin und her und einer jahrzehntelangen Nullzinspolitik die Leitzinsen von 0% auf 0,25% erhöht. Eine minimale Erhöhung, im Vergleich zu den Leitzinsen der Vor-Finanzkrisenzeit. Und dennoch, die Reaktionen waren sofort da und geben Anlaß zu Bedenken.

„Die Entscheidung der EZB, Schuld von Staaten in Schwierigkeiten zu kaufen, hat nicht die nötige Entschlossenheit, um die Spekulation zu verhindern.“ (El País, 16.6., Leitartikel)

Die EZB hat die letzten 10 Jahre Staatsschuld von Staaten sowie Anleihen von Banken und Unternehmen aufgekauft, um diese zu stützen. Kaum erhöht sie die Zinsen, schon sind die weiterhin gefährdet. Das weist darauf hin, daß die Krise nie weg war, sondern nur durch die Stützungskäufe eingefroren wurde.

„Die an diesem Mittwoch von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigte Maßnahme will die „Fragmentierung“ des Euroraums vermeiden und damit eine Rückkehr zu hohen Risikoprämien, also zu unterschiedlichen Kosten verhindern, die die Finanzmärkte von den Ländern des Südens für ihre Kreditierung verlangen – zum Unterschied von dem, was sie von Deutschland verlangen.“ (ebd.)

Die Eurokrise ist nämlich sonst wieder da und es stellt sich heraus, daß der Euro nicht von den stärksten Wirtschaften gestützt, sondern von den schwächsten Nationalökonomien gefährdet wird.

„Die Entscheidung will die Glaubwürdigkeit ihrer Absicht untermauern, bei Fälligkeit so viele italienische, spanische, griechische und portugiesische Anleihen wie nötig zu kaufen, obwohl die Erklärung dies nur implizit sagt.“ (ebd.)

Sie nennt also die Wackelkandidaten nicht, obwohl sich an den Risikoprämien genau ablesen läßt, um wen es sich handelt.

Das ist aber nur ein Teil des Problems, der durch diese mickrige Zinserhöhung hervorgerufen wurde.

2. Wettlauf der imperialistischen Blöcke: Wer bietet mehr?

„Die Fed genehmigt die größte Zinserhöhung seit 1994, um die Inflation zu bekämpfen. Die Zentralbank erhöht den Preis des Geldes um 0,75 Punkte auf 1,75 %.“ (El País, 15.6.)

Daß das gegen die Inflation irgendetwas helfen wird, glauben nur Menschen, die auch an den Weihnachtsmann glauben. Diese Schimäre der Inflationsbekämpfung durch Zinserhöhungen dient nur mehr als ziemlich verbrauchtes Feigenblatt für die Konkurrenz der Währungen um das weltweit herumschwappende Finanzkapital, das nur zwei Momente vor Augen hat: Risiko und Zinshöhe.

Japan hat 0,1% Minuszinsen, das Land ist mit 270% seines BIP verschuldet und erhält Kredit nur mehr im Inland. Wenn z.B. die Fed japanische Staatsschuld aufkauft – wie das in der Vergangenheit öfter vorgekommen ist –, so sind das politische Stützungskäufe, um Japan als Verbündeten zu erhalten und an einer Annäherung an China zu hindern.
Aber vom Standpunkt der internationalen Finanzmärkte ist Japan abgemeldet, der Yen ist als Reserve- und auch als Handelswährung unattraktiv geworden. Deswegen gab es auch Verhandlungen mit China über Bartergeschäfte, und deswegen auch die Stützung durch die Fed, um das zu verhindern.

Jetzt hat also die Fed als Reaktion auf die Zinserhöhung der EZB gleich einen Schritt im Sinne von „Nicht Kleckern, Klotzen!“ gesetzt. Sie hat damit eigentlich der Eurozone den Fehdehandschuh hingeworfen und damit einen Wettlauf eingeleitet, wer sich das eigentlich leisten kann: Die Neue oder die Alte Welt?
Seit ca. einem Jahr sinkt der Euro gegenüber dem Dollar und nähert sich der Parität an. Derzeit notiert 1 Dollar mit 0,95 €, das kann sich aber bald ändern, wenn die Eurokrise wieder kommt und für die Finanzanleger der Dollar sowohl nach Risiko als auch nach Zinshöhe wesentlich attraktiver wird.

Dazu kommt noch die drohende Rezession hüben und drüben des großen Teiches und die immer weiter fortschreitende Inflation aufgrund des Höhenfluges der Energiepreise, den die westlichen Nationen aufgrund ihrer Sanktionspolitik selber hervorgerufen haben und weiter hervorrufen.

An dieser Bewegung nach oben ändern die Zinsänderungen der Notenbanken nichts.

Aber auch damit sind die Folgen der 0,25%-Erhöhung nicht alle erfaßt.

3. Börsenflaute

Die meisten wichtigen Börsen der Welt gingen nämlich zunächst abwärts.
Aus mehreren Gründen.
Erstens stehen unter den Wertpapieren die festverzinslichen, also Anleihen, in einem Konkurrenzverhältnis zu den Aktien. Wenn man mit Anleihen hohe Zinsen erzielen kann, so hat die Aktienspekulation weniger Akteure, weil viele den sicheren Hafen der garantierten Gewinne vorziehen. Umgekehrt-umgekehrt: Die Finanzkrise hat das Vertrauen in den sicheren Hafen erschüttert und die Zinsen sind ins Bodenlose gefallen, was die Aktienspekulation beflügelt hat.
Inzwischen haben die Notenbanken ihre Anleihen garantiert, also haben diese ihre sichere-Hafen-Funktion zurückerlangt. Wenn jetzt noch die Zinsen steigen, so zieht ein guter Teil derjenigen Meute, die zu viel Geld hat, von den Share- in die Bond-Märkte und die Aktienspekulation verliert an Treibstoff.

Viel von den Gewinnen der letzten Jahre beruhte auf Schwindel, der von allen Akteuren mitgetragen wurde: Gewinne wurden künstlich aufgeblasen, Verluste in Bilanzen versteckt, und wenn gar kein Gewinn da war, so wurden Schulden aufgenommen, um dennoch Dividenden zahlen und ein Plus vorweisen zu können. Dieses ganze Treiben konnte dann noch in Hochglanzbroschüren durch Börsenexperten-Hofdichter weiter beschönigt werden. Gut erkennbar war das z.B. am Fall Wirecard u.a.
Wenn jetzt ein guter Teil des Finanzkapitals die Aktienmärkte verläßt, so ist zu befürchten, daß in der darauffolgenden Ebbe viel von diesem Schwindel, sozusagen finanzielle Wasserleichen, ans Tageslicht kommt.

Schließlich stehen der westlichen Welt aufgrund des Ukraine-Krieges und der gestiegenen – und weiter steigenden – Energiepreise magere Jahre bevor, die überhaupt die Börsen alt ausschauen lassen könnten …

Dann kann noch dazu eine Fluchtbewegung aus Währungen entstehen, die schlecht ausschauen, wie dem Euro und dem Yen, die weitere Folgen auf das Börsengeschehen haben könnten.

29 Gedanken zu “Zinserhöhungen

  1. „Die USA und die EU stehen vor der Aufgabe, die Preise zu senken, ohne in eine Rezession zu verfallen“ (El País, 17.6.)

    Daraus wird nix, das läßt sich bereits jetzt sagen.

    Um die Energiepreise zu senken und damit den Rest der Waren, müßten sich diese beiden Blöcke mit Rußland einigen, was sie um keinen Preis wollen.
    Die Rezession hingegen steht bereits vor der Tür und wird durch Maßnahmen wie Zinserhöhungen nur verstärkt.

  2. Zusatz – der Bitcoin-Markt crasht,  – Denn:

    "Krypto-Anlagen sind kein Billionen-Geschäft mehr. Der Wert aller digitalen Währungen, mittlerweile sind es rund 20 000, ist nach dem jüngsten Kurseinbruch kumuliert nicht mehr 1000 Milliarden Dollar wert. Im November 2021 waren es noch mehr als das Dreifache gewesen. Der Bitcoin hat in den vergangenen drei Tagen über 20 Prozent eingebüsst und notierte nun unter 23 000 Dollar. Bei anderen bekannten Kryptowährungen wie Ether und Solana sind die jüngsten Wertverluste noch gravierender. Viel Kritiker sehen das von ihnen schon lange beschworene Ende des «Schneeballsystems Krypto» nahen.

    https://www.nzz.ch/finanzen/investoren-trennen-sich-von-risikobehafteten-anlagen-der-bitcoin-faellt-und-faellt-und-notiert-bereits-auf-unter-23-000-dollar-ld.1688736

    Dass man irgendwas zu Geld machen kann, ist allerdings keine Besonderheit dieses Marktes, denn dass Preissteigerungen.B. bei Kunstobjekten irgendwas mit deren Botschaft oder kunstfertiger Technik zu tun habe, das glaubt doch auch keine Sau….

    https://www.nzz.ch/finanzen/devisen/bitcoin-hat-keinen-wert-und-keine-zukunft-ld.1653625

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/alles-gutes-geld

  3. Der Verweis auf den Kunstmarkt ist passend, weil der wird ja auch als Investitions-Sphäre gesehen, wo man ähnlich wie bei Tulpenzwiebeln aus einem relativ einfach herzustellenden Objekt (moderne Kunst) eine Riesen-Sache machen, oder ein bereits hergestelltes Objekt (alte Bilder) preismäßig in die Höhe treiben kann.

  4. "Dass man irgendwas zu Geld machen kann, ist allerdings keine Besonderheit dieses Marktes, denn dass Preissteigerungen.B. bei Kunstobjekten irgendwas mit deren Botschaft oder kunstfertiger Technik zu tun habe, das glaubt doch auch keine Sau…."

    1. "Irgendwas" kann man nicht zu Geld machen, sonst könnte das jeder. Es muss schon etwas sein, das nicht beliebig vermehrbar ist und das eine zahlungsfähige Nachfrage auf sich zieht.
    2. Na dann ist es ja ein Glück, dass außer dir auch keiner behauptet, der Preis hätte was mit der Botschaft zu tun.

    Bei Marx gibt es die Kategorie des Monopolpreises, in welche die Kunstprodukte gehören. Dafür gibt es drei Bedingungen.

    1. Die Sphäre muss in der Lage sein, sich der Reduktion der Profit auf den Durchschnittsprofit zu entziehen. Dies trifft zu, wenn ein Produkt nicht beliebig vermehrbar ist, der Eigentümer also ein Monopol hat. Es ist also nicht die Botschaft oder Virtuosität des Handwerks, die das Monopol begründet, sondern schlicht, dass die Werke eines Künstlers nicht beliebig vermehrbar sind. Deshalb  spielt es auch eine große Rolle, ob es sich um ein Original handelt.

    "Ein Surplusprofit kann aber außerdem noch entstehn, wenn gewisse Produktionssphären in der Lage sind, sich der Verwandlung ihrer Warenwerte in Produktionspreise und daher der Reduktion ihrer Profite auf den Durchschnittsprofit zu entziehn. MEW 25 S.209"

    2. Bedingung ist eine existierende zahlungskräftige Nachfrage. Und natürlich kann ein Monopolpreis der sich vom allgemeinen Produktionspreis losgelöst hat und nur durch die Kauflust der potenten Geldbesitzer bestimmt wird, eh nur durch den Mehrwert bezahlt werden den Kapitalisten einstreichen.

    Die 3. Bedingung wäre also die Existenz einer Klasse, deren Reproduktion nicht durch v beschränkt ist, die also nicht auf ihre Arbeitskraft als Einkommensquelle verwiesen ist, sondern die ihr Einkommen aus der Ausbeutung von Arbeitskraft bezieht. Nur eine solche Klientel kann sich eine Preisschlacht um die einmaligen, originalen Gemmen der kapitalistischen Produktion überhaupt leisten.

    "Wenn wir von Monopolpreis sprechen, so meinen wir überhaupt einen Preis, der nur durch die Kauflust und Zahlungsfähigkeit der Käufer bestimmt ist, unabhängig von dem durch den allgemeinen Produktionspreis, wie von dem durch den Wert der Produkte bestimmten Preis. Ein Weinberg, der Wein von ganz außerordentlicher Güte erzeugt, Wein, der überhaupt nur in relativ geringer Quantität erzeugt werden kann, trägt einen Monopolpreis. Der Weinzüchter würde infolge dieses Monopolpreises, dessen Überschuss über den Wert des Produkts allein durch den Reichtum und die Liebhaberei der vornehmen Weintrinker bestimmt ist, einen bedeutenden Surplusprofit realisieren. MEW 25 S.783"

  5. Mir ist nicht ganz klar, wie man diese Ausführungen zum Monopolpreis – die den Kunstmarkt treffen – auf die Kryptowährungen umlegen kann?

  6. "Vom Bitcoin bis zur Industriebeteiligung wird alles unter ein und dasselbe Urteil subsumiert und nach den Kriterien erwarteter Sicherheit und Rendite als Anlageobjekt in Augenschein genommen. Zur Vermehrung ihres und des von ihnen verwalteten Geldreichtums der Gesellschaft schichten die Finanzmarktakteure ihre Vermögen beständig um, vergleichen die Kapitalqualität verschiedenster Investments, spekulieren auf deren Zukunft, ziehen das Geld bei Bedarf auch wieder ab, um es gleich in das nächste Anlageobjekt zu stecken, und stellen  damit beständig das maßgebliche Urteil über den ökonomischen Nutzen und die Zukunftsaussichten eines jeden Vehikels ihrer Spekulation her. Die überwiegende Mehrheit, die sich daran aus Mangel an Vermögen nicht beteiligt, geht all das nichts an – einerseits. Andererseits ist sie in ihrer Eigenschaft als Mieter, Häuslebauer, lohnabhängige Dienstkraft, Konsument, Sparer usw. als nützliches Anhängsel verplant für die Haltbarkeit der unzähligen Renditeerwartungen von Finanzinvestoren und daher praktisch immerzu von deren Anlageentscheidungen betroffen."

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/alles-gutes-geld

    "Geldanlage" -als Thema – das  betrifft in der Tat nicht jedermann. Erkleckliche Massen der Leute haben im Todesfall gar nichts zu vererben. Sondern massig Schulden aufgehäuft. Solch erbärmliche Armut zeigt sich derzeit, wenn angesichts der derzeitiger  Preissteigerungen manch notwendiges Zubehör proletarischen Konsums gecancelt oder verschoben wird (vom Urlaub bis zur Sofagarnitur…)

    Aber umständehalber kommen auch die einen oder anderen aus solchen Kreisen,  die früher mal "Mittelschicht" genannt wurden, mal in den Besitz von 10.000 EUR;  auch zum Erwerb mancher Güter schätzt so jemand zwischendurch sein Kleingeld mal auf.  Und will es zwischendurch anlegen, als Variation seiner eigenen Lebensplanung. Gerade Bitcoins scheinen gerade bei Youngstern dafür enorm beliebt gewesen zu sein,  und dass die spätere Rente hinten wie vorne nicht reiche, das wird ja überall verlautbart. Sowohl das Hergeben seiner Ersparnisse für Bitcoins als auch das derzeitige Resultat: die Knete ist weitgehend futsch, führt im Regelfall jedoch nicht zur Einsicht, dass man die gesellschaftlichen Verhältnisse selber in die Hand nehmen müsse, und sie umstürzen müsse, Obendrein, wie oben erläutert,  wird man selbst als Mieter davon betroffen gemacht, wenn die Millionen-Bitcoin-Geldanlage des Wohnungsinvestors in die Binsen gegangen ist…

    [Ich wollte deine Ausführungen also nur darin ergänzen, dass es sich hier nicht um ein "Luxus-Problem" des Geldadels handelt. – Ja, das hast du auch nicht behauptet.]

    Dass die verschiedenen Geldanlage-Möglichkeiten aktuell anders begutachtet (bzw. ‘geschlecht’achtet) werden, also aktuell kritisch(er) beäugt werden, das liegt daran, dass Festgeldanlage wieder interessanter wird. Und obendrein wird insgesamt eine Rezession im kapitalistischen Konjunkturverlauf erwartet, weil in die Gewinnerwartungen der höhere Zins und eine zukünftig striktere staatliche Schuldenpolitik eingepreist sein muss, was schon dadurch manche kapitalistische Gewinnerwartung auf noch weiteren Kredit verweist, was …. ….

  7. Den Verweis auf den Kunstmarkt bzw. Lesers Ansicht man müsse einer vorgestellten Behauptung widersprechen, dass Kunstwerke wegen ihrer Botschaft oder ihrer Kunstfertigkeit hohe Preise erzielen, fand ich ein wenig zu locker vom Hocker. Deshalb die Aufklärung wie die Preise auf diesem Markt bestimmt sind. Wenn ihr da jetzt Differenzen zum Bitcoin entdeckt, dann war das durchaus beabsichtigt.

    Tulpenzwiebeln waren Spekulationsobjekte. Meines Wissens hat man auf das Auftreten seltener Farben und Kreuzungen spekuliert. Wie so eine Tulpe später aussieht, kann man an der Zwiebel nicht erkennen. Es wird auf einen zukünftigen Gewinn spekuliert, den die Tulpe einbringen kann und soll.

    Beim Wein ist das normalerweise nicht so, denn der soll ja getrunken werden und er verdirbt auch mit der Zeit. Einige Sorten schneller als andere. Ein Bild bringt auch keinen Gewinn hervor. Das bleibt ein Bild. Der Preis ergibt sich aus der Konkurrenz der zahlungsfähigen Nachfrager. Natürlich kann man darauf wetten, dass diese Konkurrenz die Preise in die Höhe treibt. 

    Da hat jetzt Leser ein gutes Zitat gebracht. Denn unter dem Gesichtspunkt Anlageobjekt zu sein, wird alles gleich. Welchen ökonomischen Grund das Plus oder Minus hat interessiert nicht die Bohne. Es interessiert alleine die Differenz, die positiv ausfallen soll, das aber nur gelegentlich tut. Diesen Betrachtungsweise sollte man nicht theoretisch einnehmen, indem man alles was als Spekulationsobjekt benutzt werden kann in einen Topf packt.

    "Gerade Bitcoins scheinen gerade bei Youngstern dafür enorm beliebt gewesen zu sein,  und dass die spätere Rente hinten wie vorne nicht reiche, das wird ja überall verlautbart."

    Das wäre auch ein Unterschied zum Kunstmarkt. Denn Bitcoins sind ausschließlich als Geldanlage bzw. als Spekulationsobjekt beliebt. Die sind so immateriell, dass man sie noch nicht mal betrachten kann. Die sind noch nicht mal ne Währung hinter der der Staat steht, sondern quasi die Idee des Spekulationsobjekts bei dem Beteiligten auf die Nachfragebewegung wetten, die sie selbst herstellen.

  8. Aber die Ausführungen von Marx und auch die Kunstobjekte und sogar die Tulpenzwiebel beziehen sich auf eine Ware, die aus verschiedenen Gründen zu einem Spekulationsobjekt wird und deshalb Preise erzielt, die mit ihren Herstellungskosten nichts zu tun haben.

    Ich hatte

    @Kehrers Bemerkung

    "Irgendwas" kann man nicht zu Geld machen, sonst könnte das jeder. Es muss schon etwas sein, das nicht beliebig vermehrbar ist und das eine zahlungsfähige Nachfrage auf sich zieht.

    so verstanden, daß er damit den Vergleich von Bitcoin und Kunst zurückweisen wollte, weil beim Kunstgegenstand eben eine reale Sache gehandelt wird.

    Jetzt schreibt der selbe:

    unter dem Gesichtspunkt Anlageobjekt zu sein, wird alles gleich.

    Das denke ich, war ja auch

    @Lesers Gedanke, als er schrieb:

    Dass man irgendwas zu Geld machen kann, ist allerdings keine Besonderheit dieses Marktes,

    was ja Kehrer nicht gefiel!

    Mir haben auch junge Leute Bitcoin als die Währung der Zukunft charakterisiert, aber nicht wegen der Rente.
    Einer meinte, die Kriminalität werde zunehmen, weil normale Jobs rar werden, und für die Kriminellen ist das Darknet und die Kryptowährungen unverzichtbar.

    Der andere meinte, die Fähigkeit der Staaten, die auf Schulden beruhende Währung ewig zu garantieren, würde einmal kippen und dann blieben nur virtuelle Währungen übrig.

    Meine Stellung in der Frage ist, daß Geld eine Gewalt braucht, die die Leute auf dieses allgemeine Äquivalent und Zahlungsmittel verpflichtet. Angebot und Nachfrage genügen hier nicht. Die Kryptowährungen können deshalb nur im Schatten der vorhandenen Staatspapiergelder florieren und können sie nicht ersetzen.

  9. Ralf Streck: EZB rudert wegen Angst vor neuer Schuldenkrise zurück. Notenbank verkündete erst Stopp der Anleihekäuf, beschließt aber auf Krisensitzung wegen steigender Staatsanleihen-Zinsen wieder Anleihen zu kaufen; FED legt Vollbremsung hin.

    "Erst kürzlich hatte die Europäische Zentralbank (EZB) nach viel zu langem Zögern eine leichte Abkehr von der Null- und Negativzinspolitik sowie der Geldschwemme angekündigt, die seit 14 Jahren die EZB-Geldpolitik bestimmen. Damit wollte die EZB, angesichts der Rekordinflation von offiziell 8,1 Prozent, eine zaghafte geldpolitische Wende einleiten.  (…)  Klar war, dass real die Anleihekäufe nicht einmal eingestellt werden sollten. Denn fällig werdende Anleihen sollten noch mindestens bis 2024 reinvestiert wissen. [… refinanziert werden? Leser] Es sollten also weiter Anleihen gekauft werden. Da aber mit den Ankündigungen der Zentralbank die Zinsen für Staatsanleihen von Schuldenländern wie Italien seither wieder deutlich angestiegen sind, rudert die EZB aus Angst vor dem Aufflammen einer neuen Schuldenkrise auch in dieser Frage längst wieder zurück. (…)"

    https://www.heise.de/tp/features/EZB-rudert-wegen-Angst-vor-neuer-Schuldenkrise-zurueck-7144997.html?seite=all

    Das schaut nach einem stärkeren Gegensatz – nicht mehr innerhalb Europas aus. Sondern nach einem Zinsgefälle zwischen USA und Europa, – und einer Delle für den Euro insgesamt in seiner Stellung auf dem Weltkapitalmarkt.

  10. "(…) Zudem wurde (am Mittwoch im EZB-Rat) über neue Instrumente diskutiert, um die Fragmentierung der Eurozone, sprich ein Auseinanderdriften der Anleiherenditen zu verhindern. Die Medien sprechen von einem "Geheimplan für Europa". Die Währungshüter wollen vorerst möglichst keine Details verraten. Sie befürchten, dass die Marktteilnehmer dann die Notenbank auf die Probe stellen würden."  https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/euro-schuldenkrise-ezb-italien-anleihenmarkt-zinsen-zinswende-101.html

    Ulrike Herrmann:  EZB-Hilfen für Italien und Griechenland: Vermeidbare Panik.             An der Fast-Eurokrise hat die EZB Schuld. Sie hatte Zweifel an Staatsanleihen aus Ländern wie Italien oder Griechenland gesät.   https://taz.de/EZB-Hilfen-fuer-Italien-und-Griechenland/!5858376/

    https://taz.de/EZB-unterstuetzt-Suedeuropa/!5861638/

    Die gegensätzlichen Interessen im Euro-Raum müssten durch die EZB nur besser miteinander “kommuniziert” werden – und dann ginge alles schiedlich-friedlich und harmonisch auf, was da so an gegensätzlichen Gewinnerwartungen europaweit bzw. weltweit kapitalistisch unterwegs ist?

  11. Rußland will die nächte Tranche seiner Staatsschuld in Rubeln auszahlen, mit einem Mechanismus ähnlich dem der Energiezahlungen.

    Eine Frage ist, ob die Gläubiger das annehmen, und wenn nicht, was ein Zahlungsausfall für das internationale Finanzsystem bedeuten würde, vor allem für den Euro.

  12. @Leser

    fällig werdende Anleihen sollten noch mindestens bis 2024 reinvestiert wissen. [… refinanziert werden? Leser

    Gemeint ist offenbar, daß die Schuldensumme nicht reduziert werden soll, sondern die Gläubiger (= die EZB) von dem Geld wieder Anleihen kaufen werden.

    Diese Ausdrucksweise ist einerseits der Beweis, daß die obersten Währungshüter zwischen Investment und Schulden gar nicht mehr unterscheiden können und zweitens das Eingeständnis, daß die EZB bisher die Wackelstaaten kreditmäßig am Leben erhalten hat.

  13. "so verstanden, daß er damit den Vergleich von Bitcoin und Kunst zurückweisen wollte, weil beim Kunstgegenstand eben eine reale Sache gehandelt wird."

    Hier wollte ich nicht auf den Unterschied real oder ideell raus, sondern darauf, dass es eben nicht "irgendwas" beliebiges ist, das man zu Geld machen kann. Es muss schon eine zahlungsfähige Nachfrage danach geben und im Fall des Monoplopreise, darf dieses etwas auch nicht durch allgemein menschliche Arbeit beliebig vermehrbar sein. Also nicht irgendwas, sondern etwas auf das diese zwei Bestimmungen zutreffen.

    Mein Plädoyer ging dahin Kunst, Wein und Bitcoin nicht gleich zu machen, weil man mit Geld darum eine Konkurrenz austragen kann. Denn beim Wein ist der Grund der Nachfrage der Genuss den die betuchten Weintrinker haben. Ein Erwerber von Bitcoin will kein materielles Bedürfnis befriedigen, für ihn ist der Kauf von Bitcoin bloß eine Wette um das Steigen seines Kurses. Die Gemeinsamkeit ist bloß, dass mit Geld darum konkurriert wird.

  14. @Kehrer

    Es sollten ja auch diese Dinge nicht gleichgesetzt, sondern nur Gemeinsamkeiten zwischen ihnen festgehalten werden. Das schließt natürlich ein, daß es Unterschiede auch gibt. Das Gemeinsame ist, daß sie Objekte der Spekulation sind, also nicht einfach „etwas zu Geld gemacht“ wird, sondern der Preis sich von allen materiellen Werten, Erzeugungskosten emanzipiert.

    Was die Attraktivität von Bitcoin angeht, so ist es unrichtig, die auf das Spekulationsinteresse zu reduzieren. Wenn die Türkei oder El Salvador es als Zahlungsmittel oder Devisenersatz zulassen, so haben sie gerade nicht das Moment der Spekulation im Auge, sondern das Bitcoin soll sich als werthaltiger als die eigene Währung erweisen, bzw. Devisenmangel und Kapitalflucht bekämpfen.

    Dazu kommt die Unterwelt, das Darknet usw., für die ist es ein Zahlungsmittel, das sich der Kontrolle durch eine ausgebende Nationalbank entzieht.

  15. Fed-Chef will Zinserhöhung um einen Prozentpunkt nicht ausschließen

    Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Notenbank, will die hochgeschossene Inflation rasch senken. Er stellt weitere zügige Zinsanhebungen in Aussicht

    Die US-Notenbank wird sich laut ihrem Chef Jerome Powell mit entschlossenem Handeln dafür einsetzen, die hochgeschossene Inflation zu senken. Die Währungshüter gingen zügig vor, um dies zu erreichen, erklärte Powell am Mittwoch in seiner halbjährlichen Anhörung im US-Kongress. "Es ist wichtig, dass wir die Inflation herunterbringen, wenn wir eine anhaltende Phase starker Arbeitsmarktbedingungen haben wollen, die allen zugutekommt", sagte er im Bankenausschuss des Senats.

    Das Ziel sei, die Inflation auf zwei Prozent zu drücken, während der Arbeitsmarkt stark bleibe. Die Notenbank wolle die Inflation senken, ohne eine Rezession auszulösen. "Wir tun, was wir können", sagte Powell.

    https://www.derstandard.at/story/2000136801037/fed-chef-will-zinserhoehung-um-einen-prozentpunkt-nicht-ausschliessen

    Viel können sie ja nicht, aber für eine Währungskonkurrenz reicht es allemal.

  16. "Was die Attraktivität von Bitcoin angeht, so ist es unrichtig, die auf das Spekulationsinteresse zu reduzieren. Wenn die Türkei oder El Salvador es als Zahlungsmittel oder Devisenersatz zulassen, so haben sie gerade nicht das Moment der Spekulation im Auge, sondern das Bitcoin soll sich als werthaltiger als die eigene Währung erweisen, bzw. Devisenmangel und Kapitalflucht bekämpfen."

    Also der Bitcoinkurs reduziert sich nicht auf das  Spekulationsinteresse, weil El Salvador drauf spekuliert, dass sein Kurs weniger sinkt als die eigene Währung? Ich würde da umgekehrt auf die erbärmliche Güte der Währung von El Salvador schließen, als auf die Werthaltigkeit von Bitcoin.

    Wert hat der Bitcoin sowieso nicht, weil er kein Arbeitsprodukt ist. 

    Viel können sie ja nicht, aber für eine Währungskonkurrenz reicht es allemal.

    Allerdings. Die EZB wird dem nicht folgen, weil das hierzulande Pleiten auslöst. Dann gäbe es wieder eine Finanzkrise. Das heißt Kapital fließt in die USA. Der Dollar steigt. Und in der EU geht die Inflation weiter, weil die dummen Deutschen und die EU weiterhin von russischer Energie unabhängig sein wollen und dabei ihre Konkurrenzfähigkeit einbüßen. Na immerhin fällt dann der Euro und dadurch werden die Waren aus der EU wieder billiger. Allerdings reduziert das auch den gesamte Reichtum der sich in Euro darstellt.

  17. Anlässlich von G7-Gerüchten, Russland solle der Goldexport verunmöglicht werden: Welche Funktion hat heutzutage denn weltweit das Gold überhaupt?

    Ein (anderer) Leser  bezweifelt: „dass bloß, weil es keine Goldwährung, Golddeckungs- oder Goldkernwährung mehr gibt, die sog. reelle Geldware abgedankt habe. Der Staat alleine könne seinen Wertzeichen keinen Wert verleihen.“ Die GSP-Redaktion antwortete in 3/2001: Die „politökonomische Substanz“, von der du weißt, dass sie im Geld „vergegenständlicht“ vorliegt, ist nichts anderes als das Gewaltverhältnis, das die kapitalistische Gesellschaft beherrscht. (Diesen Text hat der GSP wohl noch mal überarbeitet, jedenfalls ist er online nicht aufrufbar.) Sondern: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wert
    https://wissenundkritik.de/wp-content/uploads/2021/02/Zum-Wert-I-Jour-fixe-12.4.2010.pdf
    https://wissenundkritik.de/wp-content/uploads/2021/02/Zum-Wert-II-Jour-fixe-26.4.2010.pdf

    Oder, andere Frage: Russland soll vom weltweiten Kapitalverkehr abgeschnitten werden, und für Kapitalimport benutzt es anscheinend auch Goldvorräte.  Außer durch Gelder, die es über den Verkauf von Rohstoffen erhält, scheint es sonstige internationale Geldmittel ja kaum zu erhalten. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/kapitalisierung-russlands-marktwirtschaft-vom-feinsten#section15
    Russischen Zugriff auf weltweite Waren zu verunmöglichen, die Russland für seine industrielle Entwicklung benötigt – ist das der Zweck des G7-Goldkriegs?

    Dass der westliche Imperialismus geschwächt sei, und solchen Goldkrieg verlieren müsse, – das meint die jw. https://www.jungewelt.de/artikel/429213.alles-auf-risiko.html?sstr=Gold. Ob das so stimmt?

  18. @Kehrer

    Ich würde da umgekehrt auf die erbärmliche Güte der Währung von El Salvador schließen, als auf die Werthaltigkeit von Bitcoin.

    Es geht nicht um die Güte oder den Wert, sondern um den Zweck, zu dem das Bitcoin gekauft wird. Es soll Tausch- und Zahlungsmittel sein, und natürlich war gedacht, daß es im Wert steigt, aber das ist zweitrangig.

    @Leser

    Gold soll offenbar für Rußland Devisen im internationalen Zahlungsverkehr ersetzen. Was das angestrebte Verbot angeht, so kann „der Westen“ mit seinen Sanktionen auch nur so viel erreichen wie mit den bisherigen: Indien oder China, auch andere fernöstliche Staaten werden sich nicht an Embargos halten, und letztlich schießt sich der Westen auch hier wieder ins Knie, weil sich bei solchen Aktionen zeigt, wie begrenzt seine Macht ist.
    Was auch noch interessant wird, ist die Rolle von Gold überhaupt, wenn es wieder zu einer Euro-Währungskrise kommen sollte.

  19. Angeblich haben die Sanktionen des Westens sogar den Wert des Rubel ansteigen lassen.   Warum das denn?  https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/rubel-russland-sanktionen-101.html

    Russland habe aufgrund der gestiegenen Preise sogar mehr Erlöse erzielt, obwohl es weniger abgesetzt habe. (Gerüchteweise verdiene Russland auch deswegen mehr, weil es die fürs offizielle Westgeschäft gedrosselten Exporte nun auf dem Spot-Markt zu erhöhten Preisen – übrigens an denselben Westen – verkauft habe….) Außer Spekulationen habe ich darüber aber nichts gefunden. Sondern dies:

    “Die ungewöhnlich aggressiven Maßnahmen Russlands, die verhindern sollten, dass Geld das Land verlässt, in Kombination mit einem dramatischen Anstieg der Preise für Brennstoffe auf dem Weltmarkt, haben eine höhere Nachfrage nach Rubel geschaffen. Zu den Maßnahmen der russischen Regierung zählt unter anderem die Verpflichtung von Käufern ihre Rohstoffe wie Öl und Gas in russischer Währung zu bezahlen – aber auch der zeitweise Zwang, dass russische Unternehmen große Teile ihrer Deviseneinnahmen in Rubel umzutauschen hatten. Aber aktuell treiben wohl vor allem die hohen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt den russischen Rubel weiter an. (…). Ein zweiter Effekt hilft dabei den russischen Rubel zu stärken. Der Westen stellt so viel wie möglich Technologietransfer Richtung Russland ein seit dem Ausbruch des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Das bedeutet deutlich weniger westliche Warenexporte nach Russland. Folglich müssen russische Importeure weniger Geld ins Ausland überweisen. Sie müssen also weniger Rubel in Fremdwährungen tauschen, was den Rubel stärkt. In den ersten vier Monaten des Jahres stieg der russische Handelsbilanzüberschuss – also die Differenz zwischen Exporten und Importen – auf einen Rekordwert von 96 Milliarden Dollar!”
    https://finanzmarktwelt.de/russischer-rubel-staerkste-waehrung-2022-gruende-238049/

    “(…) Zu Beginn des Krieges wertete der Rubel vorhersehbar stark ab. Neben der großen Unsicherheit eilten viele Russen zu den Banken, um Devisen zu kaufen oder vorhandene Ersparnisse umzutauschen, was den Wechselkurs weiter ansteigen ließ. Die Panik war einer der Hauptgründe für den Anstieg der Warenpreise.
    Heute ist der Rubel gegenüber dem Dollar so stark wie seit 2015 nicht mehr. Dies ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: die weltweit hohen Öl- und Gaspreise und die Kapitalverkehrskontrollen. (…)”. https://www.cicero.de/wirtschaft/russische-rubel-waehrung-im-hoehenflug-sanktionen-paradoxon

    —–

    Aus dem neuen GSP: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wirtschaftskrieg

  20. Gold ist einerseits eine zu verkaufende Ware, bzw. ein Rohstoff, der in die Produktion eingeht, und für den man Weltgeld hinlegt, weil man diesen Stoff im eigenen Produktionsprozess braucht.  Und andererseits ist Gold  die Ware, mit der andere Geschäfte bezahlt werden können. In Verlängerung dieser Funktion gilt es als die absolute Ware, die weltweiten Zugriff auf alles ermöglichen soll.  Als solche Ware hatte das Gold früher eine viel wichtigere Funktion, weil heute braucht man für diesen Zweck Weltgeld. Und normalerweise – heutzutage – fast nie Gold.

    Die bisherigen Verbote des Westens hat Russland mit der Pflicht gekontert, sein Öl nicht in Dollars, sondern in Rubel bezahlen lassen zu müssen. Das hat einerseits den Rubel aufgewertet, ihm andererseits nicht den Status eines wirklichen Weltgeldes verliehen. Er ist immer noch vor allem in Russland gültig. Zwecks Bezahlung industrieller Güter, Hi-Tec, Computerkrams etc. braucht Russland aber Weltgeld, denn selbst die Chinesen oder Inder dürften mit dem Aufschatzen russischer Rubel in ihren Nationalbanken (falls die Geschäfte insgesamt mit Russland ausgeweitet werden, dann fallen auch mehr russische Gelder in diesen Ländern an, denn es geht ja nicht nur ums Verkaufen von russischem Gas, sondern auch um das Einkaufen von Russland in diesen Ländern….) nur sehr eingeschränkt zufrieden sein, weil ihnen das zwar weiteres Geschäft mit Russland ermöglicht. Aber eben auch nur mit Russland, weil der Rubel eben trotzdem kein Weltgeld ist.

    Rubel für den inneren Verkehr, um Geschäfte innerhalb Russlands besser zu ermöglichen, kann die russische Nationalbank bekanntlich schlicht selber mehr drucken. Den “Wert” des Rubels (die Höhe des Rubelpreises international) hat Russland aber auch der Wertschätzung durch die weltweiten Geldmärkte überantwortet: freie Konvertibilität aller Währungen. (was einschließt, dass bei Panikzuständen u.ä. dgl. auch mal für ein paar Tage zwecks Marktberuhigung außer Kraft gesetzt werden kann. Dauert das länger, dann beruhigt es gar niemanden mehr…) Die international bilanzierenden Geldmärkte konnte bisher überzeugen, dass die Nachfrage nach Rubel gestiegen ist, weil Russland für den Export von Öl und Gas nun neuerdings, als Gegenschlag, ausschließlich Rubel verlangt hat. Da der Preis von Öl und Gas enorm gestiegen ist, sind dadurch sehr viele Rubel nachgefragt worden, das hat das russische Gelddrucken also ein Stück weit “kompensiert” in seinen Auswirkungen auf den Kurs des Rubel. Da der Westen eine längerfristige Schädigung Russlands vorhat, ist er nun auf das Verbot des russischen Goldexports gekommen. (Ein Land, das internationale Geschäfte vor allem mit dem Export von Rohstoffen erzielt, bewerkstelligt damit nicht, dass sein nationales Geld international als Weltgeld gilt.)

  21. "(…) Ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter sagte am Sonntag in einer Telefonschalte mit Journalisten, die G7-Staaten würden den Importstopp offiziell am Dienstag verkünden, dem letzten Tag des Gipfels auf Schloss Elmau. „Damit wird Russland weiter von der Weltwirtschaft isoliert.“ Gold sei für Russland nach Energie das zweitwichtigste Exportgut. (…) Künftig seien weitere Schritte zu erwarten, „die den Druck auf Putin und Russland kontinuierlich erhöhen sollen“, sagte der Regierungsvertreter.”

    https://www.focus.de/finanzen/boerse/f100/biden-kuendigt-verbot-von-gold-importern-aus-russland-an_id_107991614.html

  22. Die Goldkäufe auf der Welt sind angeblich zu 60% von der Schmuckindustrie, und dann noch von anderen Industrien, für Legierungen, Zahnersatz usw. Als Reserve und Zahlungsmittel hat Gold ziemlich ausgedient.
    Die Haupt-Käufer sind Indien und China, und da wird der Westen vermutlich seine nächste Niederlage einfahren, weil die lassen sich sicher nix dreinreden.

    Vermutlich ist das ganze ein von den USA lancierte Aktion, von Australien gestützt, weil auf diese 2 Staaten 25% der Goldexporte weltweit entfallen. Und wenn der Goldpreis steigt, so profitieren die beiden enorm.

    Bei den ganzen Sanktionen geht es, so scheint es mir langsam, nur vordergründig um Rußland, aber in Wirklichkeit ist das alles ein probates Mittel zur Rohstoffspekulation, zu Lasten der EU.

  23. Russland wird erstmals seit 1918 zahlungsunfähig – was bedeutet das?

    Die russische Zentralbank hat in der Nacht auf Montag eine Frist für Zinszahlungen von 100 Millionen Dollar verstreichen lassen. Moskau sieht sich allerdings nicht als zahlungsunfähig. Was heisst das?

    In der Nacht auf Montag hat Russland eine Schonfrist von 30 Tagen verstreichen lassen, innerhalb deren das Land fällige Zinsen hätte begleichen müssen. Konkret hätte Moskau Zinsen von 100 Millionen Dollar für zwei Fremdwährungsanleihen zahlen müssen – 29 Millionen für eine auf Euro lautende Staatsanleihe (Laufzeit bis 2036) und 71 Millionen Dollar für ein bis 2026 laufendes Papier in Dollar.

    Die Anleger haben bis Montag vergeblich auf ihr Geld gewartet. Laut der Nachrichtenagentur Reuters gaben mehrere Investoren in Taiwan bekannt, dass sie die vereinbarten Zinszahlungen für ihre russischen Staatsanleihen nicht erhalten hätten. Es gibt auch keinerlei Anzeichen, dass die Zinszahlungen verspätet noch eintreffen könnten.

    Damit ist das Land im Prinzip «zahlungsunfähig». Es ist der erste Zahlungsausfall Russlands für Staatsschulden in Fremdwährungen seit 1918. Der Fall ist kompliziert, und die Folgen sind nicht ganz klar. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

    (…)

    Russland ist aufgrund seiner Finanzlage eigentlich kein Fall für einen Staatsbankrott. Gemessen an der Finanzkraft Russlands sind die geschuldeten Zinsen unbedeutend. Das Land verfügt über genug finanzielle Mittel im In- und Ausland. Die russische Zentralbank ist laut eigenen Angaben im Besitz von Devisenreserven von knapp 600 Milliarden Dollar. Allerdings sind diese durch die Sanktionen mindestens zur Hälfte blockiert. Insgesamt rund 40 Milliarden Dollar der russischen Schulden lauten auf Dollar oder Euro; davon wird etwa die Hälfte ausserhalb des Landes gehalten.

    Haupteinnahmequelle für den Staat sind die grossen Mengen an Rohstoffen, die Russland ins Ausland verkauft hat. Dazu kommt, dass das Land im internationalen Vergleich nicht hoch verschuldet ist: Mit etwa 20 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt die Schuldenquote deutlich niedriger als in vielen westlichen Industrieländern.

    (…)

    Es ist nicht auszuschliessen, dass Russland noch über mehrere Jahre von westlichen Finanzierungsquellen ausgeschlossen bleibt, sogar im Falle eines Waffenstillstandes. Ohne ausländische Investitionen lassen sich die Bestrebungen des Landes, von der vollständigen Abhängigkeit von Öl und Gas wegzukommen, kaum realisieren. Zumal der Wiederaufbau der angeschlagenen Armee bereits erhebliche Ressourcen benötigen dürfte.

    https://www.nzz.ch/finanzen/russland-ist-erstmals-seit-1918-zahlungsunfaehig-was-bedeutet-das-ld.1690820

    Der Schlußabsatz ist ein deutliches und grummeliges Eingeständnis, daß eigentlich der Schaden für Rußland nicht sehr groß ist und die Folgen für das westliche Finanzsystem noch nicht absehbar sind.

  24. Der Vorsitzende des russischen Parlaments Volodin weist darauf hin, daß der Euro bald wieder wackeln könnte und erinnert an die dort aufgehäuften Schuldenberge:

    Griechenland: 185% des BIP
    Italien: 150%
    Portugal: 121%
    Spanien: 116%
    Frankreich: 112%

  25. "Russland hat keinen neuen Versuch angekündigt, in letzter Minute noch einen neuen Zahlungsweg zu finden. Das Land sieht sich aber keineswegs als zahlungsunfähig. In einer Telefonkonferenz sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag, Russland habe die fälligen Zinsen bereits am 20. Mai überwiesen, fünf Tage bevor das vom amerikanischen Finanzministeriums erlassene Transaktionsverbot für russische Zahlungen in Kraft getreten sei. «Wenn das Geld wegen der westlichen Sanktionen blockiert bleibt, ist das nicht unser Problem».

    Präsident Putin hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Schuldverpflichtungen als erfüllt gelten, sobald eine Rubelzahlung in Höhe des fälligen Betrags erfolgt ist. Anleihegläubiger müssten halt ein Konto bei einer russischen Bank eröffnen, um die Zahlung zu erhalten.

    Moskau argumentiert, dass die Nichtzahlung vom Westen künstlich herbeigeführt worden sei. Russlands Finanzminister Anton Siluanow bezeichnete die Situation denn auch als eine «Farce». In Anbetracht der Milliarden von Dollar, die trotz dem Krieg jede Woche durch Energieexporte in die Staatskasse fliessen, bekräftigte er, dass das Land die Mittel und den Willen habe, seine Schuldzinsen zu zahlen.

    Der russische Finanzminister wies darauf hin, dass es für die Gläubiger wenig Sinn ergebe, auf dem Gerichtsweg eine Zahlungsunfähigkeitserklärung zu erwirken. Für solche Klagen seien nur russische und keine ausländischen Gerichte zuständig.

    Er drohte sogar mit Konsequenzen: Wenn Gläubiger im Ausland auf russische Vermögenswerte zugreifen wollten, sei das gleichbedeutend mit einem direkten Konflikt, erklärte Siluanow. In diesem Fall würde Moskau anders reagieren – «und zwar nicht auf dem Rechtsweg»."

    Das ist in der Tat ein Schmierentheater und nichts sonst. Wenn der Westen alle Zahlungskanäle dicht macht, ist das in der Tat sein Problem. Der Westen schießt sich ins Knie und sagt: Russland wars.

    “Bei den ganzen Sanktionen geht es, so scheint es mir langsam, nur vordergründig um Rußland, aber in Wirklichkeit ist das alles ein probates Mittel zur Rohstoffspekulation, zu Lasten der EU.”

    Das seh ich auch so. Wenn der Konflikt so weitergeht (und das ist zu befürchten, z.B. angesichts der Gelder, die die USA langfristig für die Ukraine bereitstellt, die nur zu einem kleinen Teil tatsächlich an die Ukraine gehen.) dann richtet das die europäische Wirtschaft zugrunde. Ich sagte auch schon, dass ich das für dumm halte. Europa und Russland schädigen sich gegenseitig. China und Indien sind die Gewinner. Auch die USA tut sich keinen Gefallen, wenn die europäischen Verbündeten ihre Ökonomien ruinieren.

  26. Im Kampf gegen Geldwäsche mit Kryptowährungen wie Bitcoin haben EU-Länder und Europäisches Parlament sich in der Nacht zu Donnerstag auf ein Gesetz geeinigt, mit dem Kryptoüberweisungen nachverfolgt werden können. Kryptoplattformen sollen künftig Informationen über Sender und Empfänger ermitteln, wenn sie Transaktionen abwickeln. Die Höhe des Betrags spielt dabei keine Rolle. Für Transaktionen zwischen Kryptoplattformen und unabhängigen Wallets soll die Informationspflicht ab Beträgen von 1.000 Euro gelten. EU-Parlament und -Länder müssen das Gesetz noch bestätigen. (dpa/jW)

    https://www.jungewelt.de/artikel/429526.eu-neue-regeln-für-kryptowährungen.html?sstr=Bitcoin

    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1163727.bitcoin-das-ende-einer-aera.html?sstr=bitcoin

    Bitcoin unter 20.000 Dollar
    (…) Investoren werfen Bitcoin auf der Suche nach sicheren Anlagehäfen aus den Depots. Die Cyberdevise verbilligt sich um 4,4 Prozent auf ein Elf-Tages-Tief von 19.293 Dollar. “Die Furcht vor raschen Zinserhöhungen im Kampf gegen die galoppierende Inflation und die damit im Zusammenhang stehenden Rezessionsängste bleiben die bestimmende Thematik am Markt”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Dazu gesellten sich die Sorgen rund um den Krypto-Verleiher Celsius Network. “Sollte sich die Talfahrt beschleunigen, droht ein Rutsch bis auf 14.000 Dollar.”
    https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/boerse-dax-talfahrt-geht-weiter-bitcoin-unter-20-000-dollar-a-b5643e49-3188-43d8-b9df-afb0a2a90342

  27. Wirklich witzig: 

    Aber woher nahmen Sie die Gewissheit, dass das eine Blase war?

    Das war nicht besonders schwer. Man musste bloß zugucken, wie der Preis stieg und stieg und wie die Leute sich daran aufgeilten. Das Ganze war getrieben von großen Investoren, die ihr Geld in den Kryptosektor gesteckt hatten und dann Marketingsprüche verzapften, die die Medien einfach eins zu eins wiedergaben. Man konnte sehen, dass da nichts dahinter war und sie immer wieder neue Hypes brauchten, um die Blase zu stützen:

    Also wenn der Preis "steigt und steigt" ist es eine Blase? Außerdem frage ich mich was denn ausgerechnet bei Bitcoins "dahinter" sein soll.

    Sie müssen das etwas genauer erklären. Was zum Beispiel ist denn ein Stablecoin?
    Das ist so was wie eine digitale Wertmarke, die ein Unternehmen herausgibt. Tether zum Beispiel: Ein Tether entspricht theoretisch einem Dollar und kann jederzeit gegen einen Dollar eingetauscht werden. Die Leute verwenden Tether und andere Stablecoins, um damit in der Kryptoszene für Dinge zu bezahlen, weil sie das nicht mit ihren normalen Bankkonten machen können. Sie brauchen Tethers, um damit Trades abzuwickeln und damit spekulieren zu können.

    Klingt doch erst mal einleuchtend, oder? Tether sagt, der Kurs ist an den Dollar gekoppelt, und alle Tethers sind gedeckt, damit der Kurs stabil ist.

    Ja, das Problem ist nur: Niemand weiß, ob dem wirklich so ist. Tether pumpte einfach immer neue Tethers in den Markt, ohne seine Bücher jemals offenzulegen. Im Jahr 2020 gab es vier Milliarden Tethers, im Mai 2022 überstieg die Marktkapitalisierung 83 Milliarden. Das ist eine gigantische Summe! Niemand weiß, ob die wirklich von Einlagen gedeckt waren, weil Tether nie seine Bücher offengelegt hat.

    Also im Prinzip ganz normales Bankgeschäft. Denn wenn man für jeden Tether einen Dollar auf ein Konto legt, kann man ja auch gleich Dollar verwenden. So werden eben wie bei den Banken auch so viele Dollars  in den Tresor gelegt, wie es braucht um die Umtauschwünsche zu befriedigen. Das funktioniert so lange, wie der Thether nicht massenhaft in Dollar zurückgetauscht wird. Wenn das dann doch passiert bricht die ganze Konstruktion zusammen.

    Sie meinten, das könne man auch am Beispiel Tether ablesen? – Ja, auf jeden Fall. Im Mai waren mehr als 80 Milliarden Tethers im Umlauf, jetzt sind wir bei nur mehr 68 Milliarden. Wo sind die hin? Ich glaube, dass Tethers Großkunden wissen, dass es eben nur eine begrenzte Anzahl von Tethers gibt, die wirklich gedeckt sind. Also kommt es darauf an, nicht unter den Letzten zu sein, die dann auf ihren Tethers wie auf ungedeckten Schecks sitzenbleiben.

    Wenn Sie richtigliegen, dann werden wir bald rausfinden, ob Bitcoin auch einen anderen Nutzen hat, als Spekulation.

    Ich denke, wir wissen schon längst, dass es keinen anderen Nutzen hat als den eines Spekulationsvehikels. Klar, es wurde eigentlich als digitales Zahlungsmittel erfunden, aber niemand hat es wirklich dafür verwendet: Weil es sich dafür nicht eignet. Erstens ist es zu volatil, der Preis schwingt die ganze Zeit wild rauf und runter. Dann ist es ziemlich kompliziert in der Verwendung, weil bei jedem Kauf und Verkauf gegenüber dem Finanzamt gemeldet werden muss, ob man einen Gewinn oder Verlust gemacht hat. Und es gibt keine Absicherung. Bei einer Kreditkarte kriegen Sie Ihr Geld zurück, wenn Sie sich vertun oder wenn Sie über den Tisch gezogen werden. Bei Bitcoins ist Ihr Geld weg.

    Das Ganze hat wirklich keinen Nutzen?

    Wofür Bitcoins sich noch am ehestens eignen, sind Lösegeldzahlungen. Oder Geldwäsche. Aber sonst? Eigentlich dient das Ganze nur der Hoffnung, dass man damit schnell und mühelos reich werden kann.

    Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?

    Die Kryptoökonomie funktioniert in weiten Teilen wie ein Schneeballsystem. Jedes Mal, wenn jemand Bitcoins verkauft und also Geld aus dem Kryptosystem rausnimmt, muss er jemanden finden, der neues Geld reinsteckt. Es gibt ja keinen Wert, wofür der Bitcoin steht, er ist keine Aktie, keine Unternehmensbeteiligung oder so etwas, es gibt keine Dividende und es wird auch nichts produziert. Es braucht also einen ständigen Zufluss von neuem Geld. Gerade gibt es aber keine Zuflüsse in die Kryptowirtschaft mehr. Zugleich scheint es so, als müssten einige „Miners“, die die von ihnen geschürften Bitcoins einige Zeit zurückgehalten hatten, die jetzt abstoßen, um Kredite zu bedienen und ihre horrenden Stromrechnungen zu bezahlen. Also verlässt noch mehr Geld die Kryptosphäre.

    Derzeit besitze ich gar keine Bitcoins mehr. Warum? Weil es einen verrückt macht! Es ist wie eine Droge. Wenn man Bitcoins besitzt, guckt man die ganze Zeit nach: Wo steht der Kurs? Steigt er? Fällt er? Gewinne ich oder verliere ich? Sollte ich verkaufen? Oder vielleicht noch mehr kaufen? Das vergiftet einem das Hirn. Ich will das nicht, also habe ich alle meine Bitcoins verkauft.

    Super Artikel, sehr erhellend. 

  28. Also alles, was hier über das Bitcoin gesagt wird, kann man auf jedes „normale“, in Weltwährungen abgewickelte Spekulationsgeschäft auch sagen.

    Die Ankündigung der Kontrolle von Bitcoin-Zahlungen durch die EU-Behörden ist auch erhellend: Offenbar war das bisher kein Thema – warum eigentlich?
    Man kann nur vermuten, daß die Finanzkapital-Größen das bisher nicht wollten, weil sie selber das Bitcoin oder andere Kryptowährungen benutzt haben.

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