Pressespiegel Komsomolskaja Pravda, 13.4.: Waffenlieferungen an die Ukraine

DIE NATO HAT DIE UKRAINE MIT WAFFEN GLEICHSAM ÜBERSCHÜTTET. WIRD DER EINSATZ DADURCH LÄNGER DAUERN?

Interview mit dem Redakteur der Zeitschrift „Arsenal des Vaterlandes“, Alexej Leonkow

Alle sowjetischen Reserven sind bereits verbraucht!

Das Pentagon sagte, dass jeden Tag 10 Flugzeuge mit Waffen für die Ukraine in Polen landen. Und von dort geht es per Landtransport weiter. Ist das eine Bedrohung für die russische Armee?

Diese Lieferungen begannen im Dezember, noch vor dem Einmarsch. Aus allen Ländern Osteuropas wurde Ausrüstung sowjetischer Produktion eingesammelt und verschickt. Und als wir erfolgreich damit begannen, diese Technik auszuschalten, wurde der Nachschub knapp. In Osteuropa wurden alle Töpfe umgedreht und auch die letzten Reste herausgekratzt, so die slowakischen S-300 (Luftabwehrraketen) und hundert T-72-Panzer aus Polen. Alles, was da war, wurde bereits an die Ukraine übergeben!

Wie viel an Ausrüstung kam in die Ukraine?

Es ist schwierig, das genau abzuschätzen. Aber laut dem British Military Balance-Verzeichnis gab es bis Februar etwa 3.000 gepanzerte Fahrzeuge in der Ukraine. Wir haben bereits ungefähr die gleiche Anzahl zerstört. Manche haben wir gleichsam als Trophäen (d.h., unzerstört) bekommen. Und wie viele wurden in Lagerhallen abgeschossen, die durch unsere hochpräzisen Waffen und unsere Luftfahrt zerstört wurden? Ich denke, dass mindestens weitere tausend Einheiten von außen hereingebracht wurden.

Die Ukraine fragte die NATO auch um eine Luftwaffe.

Abfangjäger brauchen eine Landebahn, und alle möglichen Militärflugplätze, die wir finden, werden zerstört. Und nicht nur die Lagerhallen und Hangars für Ausrüstung, sondern auch die Landebahnen selbst, damit sie nicht von ihnen abheben konnten.
Der Transfer von Flugzeugen ist auch schwierig: Sie leuchten auf unseren Radaren auf. Wir können sie sehen und auf diese Ziele schießen.

Mit den Hubschraubern scheint es einfacher zu sein?

Ja, sie können tief fliegen und sind dadurch für Ortungsgeräte nicht wahrnehmbar. Außerdem brauchen sie keinen Flugplatz, sie können überall landen. Das heißt, ein Hubschrauber kann ganz einfach aus dem Ausland hereinfliegen und sich in den Karpaten mehr oder weniger unsichtbar machen. Vergessen Sie nicht, dass ihre Bewegung von westlichen Geheimdiensten über Satelliten koordiniert wird. Sie können minutengenau bestimmen, wann diese Hubschrauber über das Territorium der Ukraine fliegen können, damit unsere Geheimdienste sie nicht entdecken können.

Woher kommen diese Hubschrauber?

Bei den (gescheiterten) Evakuierungsversuchen aus Mariupol wurden Hubschrauber abgeschossen, die bereits in Afrika im Einsatz waren. Die Rede war auch von Hubschraubern, die die Vereinigten Staaten aus Afghanistan abziehen konnten, aber das ist nur Gerede. Ich denke, der Westen hat erkannt, dass die Ukraine ein großartiger Ort ist, um den angehäuften Militärschrott zu entsorgen. Schließlich kostet es Geld, es zu entsorgen, aber hier haben sie einen billigen Weg gefunden. Und gleichzeitig sehen sie aus wie Verbündete – sie liefern auch „militärische Ausrüstung“ an die Ukraine.

„Abrams“-Panzer – eine leere Hoffnung

Wenn die sowjetische Ausrüstung aus dem Westen verbraucht ist, welche Art von Ausrüstung wird jetzt geliefert werden? Die der NATO?

Ja, diese Frage stellt sich jetzt: Was liefern wir als nächstes? Großbritannien hat erklärt, es sei bereit, seine Anti-Schiffs-Raketen „Harpoon“ an die Ukraine zu liefern.

Könnten die unserer Schwarzmeerflotte gefährlich werden?

Dies Raketen sind uns bekannt. Wir haben Luftverteidigungssysteme auf unseren Schiffen, die dafür ausgelegt sind, die „Harpoon“ zu bekämpfen. Aber was für Raketen werden das sein? Sie laufen 2023 ab. Seit zwei Jahren holen die Briten sie von Schiffen ab, transportieren sie in Lagerhallen, kontrollieren sie und schreiben sie ab. Ihre Leistung ist fraglich.

Deutschland hat sich zu der Erklärung aufgerafft, dass es der Ukraine NATO-Panzer geben wird.

50 „Leopard“-Panzer. Sie stammen aber auch „von Orten der Langzeitlagerung“ und sind nicht sehr kampfbereit. Sie brauchen einiges an Wartung, bevor sie in Marsch gesetzt werden können. Und die dazu gehörigen Projektile? Für diese „Leopard“-Panzer haben die Deutschen schon lange nichts mehr produziert. Was werden sie finden? Wahrscheinlich auch in Lagerhallen abgelegte Munition. Und wenn dieses abgelaufene Projektil beim Schießen im Lauf eines Panzers explodiert?
Im Allgemeinen werden sie dieses Altmetall gerne in die Ukraine verschieben.

„Leopard“ – eine beeindruckende Waffe?

Nein, unsere T-72 können sie mit ihrer Standardmunitionsladung durchschlagen. Sie können sogar noch ernsthaftere Panzer bekämpfen – die über eine bessere Panzerung und einen aktiven dynamischen Schutz verfügen.

Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Zaluzhny, gab zu, dass er davon träumt, mit amerikanischen Abrams-Panzern über den Arbat und den Roten Platz zu fahren.

Die Abrams-Panzer will Polen haben. Ihnen zuliebe gab sie der Ukraine alle ihre T-72. Jetzt fordern alle ehemaligen sozialistischen Länder Osteuropas, dass Amerika ihnen neue, von der NATO hergestellte Ausrüstung als Ersatz für die nach Kiew gelieferte Ausrüstung gibt.

Die Ausbildung dauert ein halbes Jahr

„Leopard“-Panzer, „Harpoon“-Raketen … Wissen die Ukrainer, wie man mit ihnen kämpft? Müssen sie das nicht erst lernen?

Diese Technik wurde nach einer völlig anderen Logik aufgebaut als die sowjetische. Dafür braucht man Zeit. Mindestens 3 Monate, besser ein halbes Jahr, damit die Besatzung auf so einem Panzer nicht nur mitfährt, sondern zumindest gerade lernt, daraus zu schießen. Dazu müssen Sie Besatzungen rekrutieren und sie in Ausbildungszentren stecken …

Wo könnten sie ausgebildet werden?

Entweder werden ukrainische Truppen nach Deutschland gesandt. Oder die Panzer werden auf das Trainingsgelände in Polen gebracht.
Aber sie brauchen auch Werkstätten, um Geräte vor Ort zu reparieren. Und Ersatzteile.

Geld und Propaganda

In der Ukraine verstehen sie, dass sie keine sechs Monate haben. Warum also diese demonstrative Begeisterung: „Der Westen wird uns helfen“?

Zunächst einmal ist es Propaganda. Wie: „Europa und Amerika sind mit uns, die ganze Welt ist mit uns, schau, die Technologie kommt, also werden wir gewinnen …“
Aber die Aufgabe des Westens besteht nicht darin, der Ukraine zu helfen. Die Amerikaner müssen Russland zermürben und Europa vereinen – um daraus einen Monolithen zu machen, in dem es keine Widersprüche gibt. Und dann überführen Sie dieses dressierte Europa der vollständigen Unterordnung der Vereinigten Staaten und Großbritanniens.
Und gleichzeitig – zu verdienen. Lieferungen erfolgen im Rahmen der „Militärhilfe“-Programme. Da geht es um eine ziemliche Menge Geld! Und gleichzeitig wird Schrott abgeschrieben, der noch entsorgt werden müsste. Insgesamt ein gutes Geschäft.

Die Türkei verdient

Jeden Tag hören wir von abgeschossenen Drohnen in der Ukraine. Die gleichen türkischen Bayraktars. Wie viele davon hat Kiew, die auf keinen Fall enden werden?

Es ist nämlich kein Problem, sie in die Ukraine zu bringen: Sie wurden zerlegt, so kann man sie in einem normalen Auto transportieren. Wir zerstören sie tatsächlich regelmäßig. Die zweite Charge bestand aus 36 Stück. Mittlerweile sind 16 weitere installiert, davon haben wir bereits 5 außer Gefecht gesetzt.

Die Türkei liefert sie direkt während der Kämpfe?

Sobald die Fabrik sie gebaut hat, werden sie sofort geliefert! Daran verdient auch die Türkei. Das militärische Hilfsprogramm wird von den Vereinigten Staaten überwacht, das gesamte Geld fließt durch sie. Ich denke, die Amerikaner zahlen für die Ukraine.

Werden diese Drohnen über Rumänien importiert? Oder über Polen?

Grundsätzlich geht alle militärische Fracht durch Polen. Dorthin mit dem Flugzeug, dann mit dem Zug oder mit dem Auto.

Die Amerikaner wollten mit der Lieferung von Einweg-Selbstmorddrohnen in die Ukraine beginnen. Ist das eine schreckliche Waffe?

Springmesser? Die sind gefährlich. Dies ist ein hochpräziser herumschweifender Flugkörper mit einer Reichweite von 40 Kilometern. Aber ohne die Hilfe einer Aufklärungsdrohne können sie keine Fahrzeuge oder Panzer jagen. Dies ist ein bekanntes Tandem, das in vielen Konflikten eingesetzt wurde – in Libyen, in Syrien, in Berg-Karabach. Man kann sie bekämpfen.

Muß man sich Sorgen um Belgorod machen?

Es gab noch eine Neuigkeit: Die Vereinigten Staaten erwägen den Transfer von ballistischen MGM-140-Raketen in die Ukraine.

Die Frage ist offen. Die Vereinigten Staaten haben alte Versionen dieser Raketen und verschenken gerne Schrott unter dem Deckmantel von neu. Die Reichweite dieser Raketen beträgt 160 km. Unsere Luftverteidigung wird mit solchen Raketen fertig werden. Aber man muss verstehen, dass diese Komplexe, sobald sie aufleuchten, zum Ziel von Angriffen unserer Luft- und Raumfahrtstreitkräfte werden.

Sind unsere Grenzstädte – Rostov, Belgorod, Kursk – gefährdet?

Eine ähnliche sowjetische Rakete, „Tochka U“, die von der Ukraine eingesetzt wird, hat eine Reichweite von 130 km. Sie hat bereits versucht, die Region Rostow anzugreifen. Mehrere wurden bereits in der Nähe von Belgorod abgeschossen. Es ist klar, dass wir jetzt an den Grenzen dieser Regionen sozusagen Vorkehrungen getroffen haben. Im Allgemeinen bezweifle ich, dass diese amerikanischen Raketen einen Wendepunkt in den Feindseligkeiten bewirken werden.

Jagd und Zerstörung

Schwere Waffen werden per Bahn in die Ukraine geliefert. Warum bombardieren wir sie nicht?

Es gibt einen menschlichen Faktor. Zivilisten werden entlang dieser Schienenwege evakuiert. Und die Ukraine synchronisiert die Bewegung von Personenzügen gezielt mit der Lieferung von Militärgütern. Ein Zug mit Ausrüstung ist unterwegs – ein Passagierzug kommt aus der anderen Richtung.
Gott bewahre, dass der Zug mit Menschen aus den Schienen gerät – da würde es so viel Lärm geben, dass sie die Ereignisse von Bucha, die sie inszeniert haben, einfach vergessen werden.

Was machen wir? Ruhig zuschauen, wie die Züge mit Panzern anrollen?

Unsere Luft- und Raumfahrtstreitkräfte handeln sehr klug: Sie bombardieren nicht sofort, sondern achten darauf, wohin diese Ausrüstung geliefert wird. Dort, wo sie zentral gelagert wird, zerstören sie sie. Wir verfolgen genau, zu welchen Einheiten sie bestimmt ist. Es ist wichtig zu verstehen, auf welche Gebiete sich der Feind konzentriert und was er dort plant. Diese Pläne machen wir zunichte.

So war es mit dem aus der Slowakei gelieferten S-300, oder? Unser „Kalibr“ hat sie in Dnepropetrovsk zerstört.

Die Ukrainer haben diese S-300-Raketenwerfer meines Wissens in drei Partien geteilt. Eine wurde in die Nähe von Nikolaev überstellt, eine anderere nach Dnepropetrovsk und die dritte, glaube ich, irgendwo in die Nähe von Kiew oder Poltawa. Aber wir haben diese Komplexe aufgespürt. In Dnepropetrowsk – ja, unser Verteidigungsministerium hat bereits gezeigt, dass sie zerstört wurden.

Was ist mit den anderen beiden Raketenkomplexen?

Der, der in der Nähe von Nikolaev war, wurde ebenfalls zerstört.

Wie geht es weiter?

Charkow wird nicht gestürmt.

Was ist das Schicksal von Charkow? Von dort nach Belgorod sind es nur 50 km. Charkov nicht einzunehmen, ist eine Bedrohung für Belgorod.

Jeder weiß, dass der Zweck der zweiten Phase der Spezialoperation die Liquidierung der ukrainischen Truppen ist, die in der Nähe des Donbass stehen. Dies ist die wichtigste ukrainische Streitmacht.
Die ist jetzt einmal das nächste Ziel. Charkow wird vor allem von Territorialverteidigungs-Bataillionen gehalten – drei Divisionen, die die Stadt vom Süden gegen Angriffe halten sollen. Aber wir werden Charkow nicht wie Mariupol stürmen.

Charkow hat bereits stark gelitten.

Bewohner von Charkow schreiben öffentlich, dass ihnen bekannt ist, dass ihre eigenen „Zachisniks“, wie sie sie nennen, („Verteidiger“), es sind, die ihre Häuser beschießen. Wir werden nicht zur Zerstörung der Stadt beitragen.

185 Gedanken zu “Pressespiegel Komsomolskaja Pravda, 13.4.: Waffenlieferungen an die Ukraine

  1. Beim Nachdenken über diese viele sowjetische Technik, die in ehemals sozialistischen Staaten noch immer herumsteht und herumliegt – mehr als 30 Jahre nach dem Fall der Mauer – fällt auf, daß diese NATO-Osteuropa-Staaten eigentlich an der kurzen Leine gehalten werden und ein ziemlich kleines Militär und veraltete Ausrüstung haben.

    Sie sind, größtenteil aus finanziellen Gründen für gar nichts gerüstet und vor allem Stützpunkte und Manövergelände für NATO-Manöver. Sie sind als Transitländer für Kriegsmaterial-Lieferung und als Aufmarschgebiet für besser gerüstete Staaten eingeplant und wehe, wenn dort einmal wer an die Macht kommt, der der EU-Spitze oder den USA nicht gefällt. Gegen einen Einmarsch wären sie noch schlechter vorbereitet als heute die Ukraine. Sie sind wehrlos und abhängig von den hochgerüsteten Staaten wie den USA oder GB.

  2. Der Westen will den Krieg:

    Nato-Generalsekretär fordert „Transformation“ der Nato in eine Kampftruppe gegen Russland und China

    Während die Vereinigten Staaten und andere Nato-Mächte Waffen in die Ukraine schaffen, soll das Nato-Bündnis in eine Kampftruppe umgewandelt werden, die in der Lage ist, direkt Krieg gegen Russland und China zu führen.

    Unter dem Vorwand des Krieges zwischen Russland und der Ukraine hat die Nato bereits ihre 40.000 Mann starke schnelle Eingreiftruppe gegen Russland mobilisiert. Dies ist jedoch nur der Beginn einer weitaus umfassenderen Umwandlung des Bündnisses in Vorbereitung auf das, was US-Militärplaner als „Großmachtkonflikt“ bezeichnen.

    In einem Interview mit dem Telegraph sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, diese Transformation ziele darauf ab, „von der Abschreckung durch Stolperdrähte zu etwas überzugehen, bei dem es mehr um Abschreckung durch Verweigerung oder Verteidigung geht. Dies ist bereits im Gange. Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in einer gefährlicheren Welt in der Lage sind, alle Nato-Verbündeten zu schützen und zu verteidigen.“

    Stoltenberg machte deutlich, dass der Krieg in der Ukraine zwar der unmittelbare Vorwand für die „Transformation“ der Nato sei, China aber genauso ein Zielobjekt wie Russland bleibe.

    „Wir sind dabei, die Arbeit an dem neuen strategischen Konzept abzuschließen, das auf dem Nato-Gipfel im Juni beschlossen werden soll (…) Und ich erwarte, dass China dort eine wichtige Rolle spielen wird.“

    China investiere massiv in „neue moderne nukleare Fähigkeiten, Langstreckenraketen, die das gesamte Nato-Territorium erreichen können (…) Es ist auch besorgniserregend, wenn wir sehen, dass Russland und China immer enger zusammenarbeiten.“

    Seit 2014, so Stoltenberg, „haben wir die größte Verstärkung der Nato seit dem Ende des Kalten Krieges durchgeführt“.

    Ein entscheidender Aspekt dieser Umgestaltung wird es sein, eine ganze Reihe von Staaten an den Grenzen Russlands in die Nato aufzunehmen.

    Am Montag berichtete die Londoner Times, dass Finnland und Schweden bereit seien, der Nato innerhalb weniger Monate beizutreten. Der Times zufolge war die Mitgliedschaft beider Länder „ein Gesprächsthema und Gegenstand mehrerer Sitzungen“ während der „Gespräche zwischen den Außenministern der Allianz in der vergangenen Woche, an denen auch Schweden und Finnland teilnahmen“.

    Die Times berichtet, dass Finnland voraussichtlich im Juni einen Antrag stellen werde, und Schweden werde in Kürze folgen.

    Stoltenberg betonte, dass „die Entscheidung, Finnland in die Nato aufzunehmen, sehr schnell getroffen werden kann, und es dann ein formeller Prozess in den Hauptstädten oder Parlamenten ist, um die Entscheidung zu ratifizieren“.

    (…)

    Mittlerweile wird das wahre Ausmaß der Beteiligung von USA und Nato an dem Konflikt deutlich. Georges Malbrunot, der leitende internationale Korrespondent von Le Figaro, schrieb auf Twitter: „‘Eliteeinheiten der SAS sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine präsent, ebenso wie die amerikanischen Deltas‘, so eine französische Geheimdienstquelle.“

    Malbrunot sagte, er sei kürzlich zusammen mit zwei ausländischen Kämpfern in die Ukraine gereist. Gegenüber einer französischen Nachrichtensendung sagte er: „Ich war überrascht, und sie auch, als sie feststellten, dass die Amerikaner das Sagen haben, wenn jemand sich der ukrainische Armee anschließen will.“ Er sagte, dass der amerikanische Fußabdruck „signifikant“ sei.

    Die massive Aufrüstung der Nato findet statt, während der Krieg in der Ukraine in eine neue Phase eintritt und die Nato-Mächte versuchen, die russischen Streitkräfte auf dem Schlachtfeld zu schlagen. „Eine weitere Schlacht steht bevor, die Schlacht um den Donbass“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press“.

    Bei einer Rede im Nato-Hauptquartier letzte Woche sagte Kuleba: „Die Schlacht um den Donbass wird Sie – ich bedaure, das zu sagen, aber es ist wahr – an den Zweiten Weltkrieg erinnern.“ Die Schlacht werde „groß angelegte Operationen, Manöver, die Beteiligung von Tausenden von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen, Flugzeugen, Artillerie [erleben.] Dies wird keine lokale Operation sein, basierend auf dem, was wir in den Vorbereitungen Russlands darauf sehen. Russland hat einen Plan, wir haben unseren. Und das Ergebnis wird man auf dem Schlachtfeld sehen.“

    https://www.wsws.org/de/articles/2022/04/12/lead-a12.html

  3. Die Frage ist immer wieder heiß, wer diese Waffenlieferungen zahlt.

    Offenbar erwartet die Politiker der Ukraine, daß die europäischen Staaten sie ihnen schenken.
    Gibt es Vereinbarungen mit den USA, sie denjenigen NATO-Staaten zu ersetzen, die Waffen an die Ukraine liefern? Oder verlangen die USA tatsächlich Geschenke, um die europäischen Partner zu mehr Rüstungsausgaben zu nötigen?

    Nachdem angeblich in der Nähe von Odessa ein Flugzeug abgeschossen wurde, das Waffen geliefert hätte, fragt sich die KP: Wem gehören die eigentlich? Werden sie Eigentum der Ukraine, sobald sie die Grenze überquert haben oder erst, wenn sie in Empfang genommen werden?

  4. "Die Frage ist immer wieder heiß, wer diese Waffenlieferungen zahlt. Offenbar erwartet die Politiker der Ukraine, daß die europäischen Staaten sie ihnen schenken."

    Ja, wie soll denn die Ukraine sonst an Waffen kommen? Mit IWF-Krediten??

  5. Die USA schlossen diesen Lend-Lease-Vertrag mit der Ukraine ab. Polen erwartet offenbar, daß die USA ihnen die veraltete Sowjet-Technologie, die sie der Ukraine hinübergeschoben haben, durch neuwertiges Zeug ersetzt.
    Ich vermute, daß es da noch eine Reihe Verhandlungen, Versprechungen und Enttäuschungen geben wird.

  6. Um die Angelegenheit noch einmal deutlich zu machen:

    Deutschland hat, wie auch andere europäische Staaten, eine große Waffenindustrie. Wenn die bisher wohin Waffen geliefert hat, so hat das betreffende Unternehmen einen ordentlichen Gewinn gemacht und die Presse verbuchte das befriedigt als nationalen Erfolg. Und nicht nur die Presse, auch die Politik selber, weil es spülte ja auch Geld in Steuerkassen, trug zum Wachstum bei usw.

    So zum Beispiel ein richtiger Jubel-Artikel aus dem Tagesspiegel vom Jänner:

    „Waffen im Wert von 9,35 Milliarden
    Deutschland genehmigt Rüstungsexporte in Rekordhöhe

    Deutschland hat im Jahr 2021 so viele Rüstungsexporte genehmigt wie noch nie. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz des Wirtschaftsministeriums hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach stieg der Wert der Rüstungsgüter von 5,82 Milliarden im Jahr 2020 auf 9,35 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

    Größter Abnehmer deutscher Rüstungsexporte ist demnach mit Abstand Ägypten. Allein in das Land im Nordosten von Afrika wurden 2021 Rüstungsgüter in Höhe von 4,34 Milliarden Euro genehmigt. Dabei handle es sich zu 95 Prozent um Rüstungsexporte für den maritimen Bereich und die Luftverteidigung, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Weitere Abnehmer deutscher Rüstungsexporte waren die USA (1 Milliarde Euro), die Niederlande (0,82 Milliarden Euro) und Singapur (0,62 Milliarden Euro). (…)“

    https://www.tagesspiegel.de/politik/waffen-im-wert-von-9-35-milliarden-deutschland-genehmigt-ruestungsexporte-in-rekordhoehe/27984404.html

    Daß damit z.B. im Jemen Städte in Schutt und Asche gelegt werden, hat außer einigen Friedensaktivisten kaum jemand gestört.

    Jetzt wird aber verlangt, der Ukraine Waffen zu „liefern“, die diese nicht bezahlen kann. Es wird also verlangt, daß Deutschlands Regierung von den Rüstungsfirmen aus der Staatskasse die Panzer usw. kauft und dann der Ukraine schenkt, weil die sie ja nicht bezahlen kann.
    Man könnte auch Verträge machen wie die USA: Wir liefern jetzt, ihr zahlt später – aber das ändert nicht viel an der Sache, weil eine gesteigerte Zahlungsfähigkeit der Ukraine ist auch in Zukunft praktisch ausgeschlossen.

    D.h., die BRD müßte Anleihen ausgeben, sich auf der Welt verschulden, um einem Staat, der nicht in der NATO ist, kostenlos Waffen zu überlassen. D.h., Deutschland müßte praktisch auf Kriegswirtschaft umstellen, obwohl es sich in keinem Krieg befindet.
    Oder doch?

  7. "Deutschland hat, wie auch andere europäische Staaten, eine große Waffenindustrie. Wenn die bisher wohin Waffen geliefert hat, so hat das betreffende Unternehmen einen ordentlichen Gewinn gemacht und die Presse verbuchte das befriedigt als nationalen Erfolg. Und nicht nur die Presse, auch die Politik selber, weil es spülte ja auch Geld in Steuerkassen, trug zum Wachstum bei usw."

    Der Rüstungsexport Deutschlands beträgt offiziell so rund 2 bis 3 Milliarden Dollar pro Jahr (SIPRI 2016). Bei einem Gesamtexport pro Jahr von 1.300 Milliarden 2019, also im Promille-Bereich. Die "große" Waffenindustrie ist rund hundertmal kleiner als die wirklich große Autoindustrie.
    Der Politik geht es bei den Exporten um Einflußnahmemöglichkeiten nicht um Gewinne einiger Konzerne.

    “D.h., die BRD müßte Anleihen ausgeben, sich auf der Welt verschulden, um einem Staat, der nicht in der NATO ist, kostenlos Waffen zu überlassen. D.h., Deutschland müßte praktisch auf Kriegswirtschaft umstellen, obwohl es sich in keinem Krieg befindet.
    Oder doch?”

    Erstmal ist die Ukraine in fast jeder Hinsicht schon Mitglied der NATO, nur eben offiziell noch nicht. Zweitens ist der Krieg ein Herzensanliegen der NATO-Staaten und nicht das Privatvergnügen von Selenskyj. Und natürlich zahlt noch jeder Staat seine Kriegsausgaben nicht aus der Portokasse sondern verschuldet sich dafür. Wie für viele andere Staatsausgaben ja auch. In dieser Hinsicht ist Deutschland nun wirklich schon lange im Krieg.

  8. @Neoprene

    Bitte mach dir beim Posten etwas mehr Mühe um die Redaktion des Posts.

    Die Zahlen von SIPRI widersprechen denen des „Tagesspiegel“. Offenbar wurde da in den letzten Jahren aufgeholt.
    Zweitens wirst du mir doch nicht im Ernst erzählen wollen, die Rüstungsexporte seien Peanuts und es ginge nicht ums Geschäft. Die Einflußnahme schön und gut, aber wenn da nicht irgendwo Kassen klingeln würden, so wäre bisher nix gelaufen.

    Das ist eben der Unterschied zwischen einer wirklichen Weltmacht wie den USA, die holen sich den Einfluß tatsächlich mit Waffen und verschulden sich dafür auch kräftig. Die ganze Wirtschaft der USA beruht darauf, und deswegen ist die Verschuldungsfähigkeit dort bisher auch ziemlich unbegrenzt.

    In keinem Land der EU, nicht einmal in Frankreich, ist die Ökonomie und Rüstungsindustrie so aufgestellt wie in den USA. Also als Grundlage der Weltpolitik und des Geschäftes im Schlepptau der Gewalt.
    Ganz im Gegenteil. Die EU profitierte von der Pax Americana und deren Aufsperrfunktion für den friedlichen Handel und Wandel. Und die Rüstungsindustrie war genau so ein Geschäftszweig wie andere auch.

    Wie sie jetzt mit dem Umstand umgeht, daß das aufgekündigt wurde, ist noch nicht heraußen. Es ist also absurd, wenn du so tust, als wäre da bereits alles gelaufen.

    Ich erinnere nur an frühere Debatten hier, bei Libyen, wo ich darauf hingewiesen habe, daß eine ordentliche Aufrüstung auch eine Militärdoktrin voraussetzt, in der Freund und Feind dingfest gemacht wurden.
    Wenn die EU jetzt wirklich Rußland wieder als Feind definieren würde, so wäre dort erst einmal eigene Aufrüstung angesagt und nicht Lieferung an die Ukraine.

    Es kann sein, daß das alles darauf abzielt, daß die EU künftig den Großteil ihrer Bewaffnung in den USA einkaufen soll. Also erst das eigene Zeug einmal der Ukraine hinüberschieben, und dann bei Uncle Sam groß einkaufen.
    Ein Versuch der Wirtschaftsbelebung durch den US-Präsidenten …

  9. In einem kapitalistischen Staat geht es in der Tat zumeist ums Geschäft. Bei Rüstungsfirmen natürlich genauso. Anders als die Hersteller von Schwarzwälder Uhren oder Autoreifen schaut so gut wie jeder Staat, in dem überhaupt Rüstungsgüter hergestellt werden, genau drauf, wo die hingehen, wer die kriegt und wer die partout nicht kriegen soll. Es stimmt deshalb nicht ,wenn du schreibst, "die Rüstungsindustrie war genau so ein Geschäftszweig wie andere auch". Das ist schon mal grundlegend anders als bei Antibabypillen. Und grundlegend anders als in den USA ist eben auch die Bedeutung der Kriegswaffen für die deutsche Industrie. Das sind hier eben wirklich Peanuts, es geht hier nicht um Größen wie VW oder BMW. Wenn nicht im Promillebereich, dann eben im einstelligen Prozentbereich.
    Und so wie alle Unternehmungen auf Schulden gegründet sind, gerade erst für das Corona-Maßnahmenpaket in der EU, so sind die Rüstungsanstrengungen und ihre Ausweitung natürlich auch aufs Schuldenmachen ihrer Staaten angewiesen. Wenn die 100 Milliarden da nicht vorkommen wie unbegrenzt, was für Beträge hätte Scholz denn dann aufrufen müssen?

    Was meinst du in diesem Zusammenhang wenn du schreibst, "Es ist also absurd, wenn du so tust, als wäre da bereits alles gelaufen"? Meinst du das in Hinblick auf die Militärdoktrin der europäischen (NATO-?)Staaten.

    "Wenn die EU jetzt wirklich Rußland wieder als Feind definieren würde, so wäre dort erst einmal eigene Aufrüstung angesagt und nicht Lieferung an die Ukraine."

    Fakt ist erstmal, daß die EU-Staaten in der Tat jetzt Rußland als Feind definiert haben und auch so behandeln. Dazu gehört, weil es brennt an der Front, die allseitige Aufrüstung der Ukraine und die weitergehende Politik des Wirtschaftskrieges, um Rußland wirtschaftlich zu vernichten, sicherlich werden diese Kriegshandlungen seitens der NATO und EU nicht eingestellt, wenn der Krieg in der Ukraine zu Ende gegangen sein sollte, selbst bei einer eventuellen kompletten Niederlage Rußlands und der vollständigen Rückeroberung aller früher ukrainischen Gebiete, die jetzt unter der Kontrolle Rußlands stehen.
    Ob eine eigene verschärfte Aufrüstung der EU-Staaten ansteht oder ob die Kriegserklärung an Rußland zum Krieg in Europa führt und dann auch die europäische Rüstungsinsdustrie eventuell in Schutt und Asche untergeht, wird man noch sehen, jedenfalls kalkulieren ja die Politiker, die eine Verschärfung des Krieges durch den eigenen zumindest defacto Beitritt fordern, den sich ergebenden Krieg in ganz Europa wohl sehr bewußt ein. Ob dann Waffenlieferungen aus den USA überhaupt noch "helfen" könnten, bezweifele ich stark. 

  10. @Neoprene

    Noch einmal, bitte etwas übersichtlicher.

    Was meinst du in diesem Zusammenhang wenn du schreibst, "Es ist also absurd, wenn du so tust, als wäre da bereits alles gelaufen"? Meinst du das in Hinblick auf die Militärdoktrin der europäischen (NATO-?)Staaten.

    Natürlich. Und vor allem ihrer Umsetzung. Man merkt doch, wie manche noch ringen, und wie noch gar nicht klar ist, was die ökonomischen Folgen der Sanktionen für Europa sein werden.

    die allseitige Aufrüstung der Ukraine

    Ob die so „allseitig“ ist, wird sich auch erst weisen.

    sicherlich werden diese Kriegshandlungen seitens der NATO und EU nicht eingestellt, wenn der Krieg in der Ukraine zu Ende gegangen sein sollte

    Der ist doch noch gar nicht zu Ende, ein Ende ist vorerst nicht absehbar, was sollen denn diese Prophezeiungen?!

    Was den Unterschied der Rüstungsindustrie in Europa und den USA betrifft, so habe ich mich bemüht, herauszustreichen, was der qualitative Unterschied ist: Rüstung ist auf dem alten Kontinent eben nicht in erster Linie Mittel der Einflußnahme, sondern ein Geschäftszweig unter anderen. Deswegen ist er auch relativ unbedeutend.
    Wir haben uns doch einmal lustig gemacht über ein deutsches Kriegsschiff in Fernost, mit dem die Waffenbrüderschaft mit den USA gegen China ausgedrückt werden soll, ohne irgendwelche militärische Bedeutung entfalten zu können.

    Das war doch ursprünglich die Idee der EU: Im militärischen Windschatten der USA segelnd diese überholen, unter anderem, weil man die Kosten der Weltherrschaft nicht mitträgt.
    Dieses parasitäre Treiben hat auch Trump so geärgert, als er gesagt hat, sie sollten doch mehr für ihre Verteidigung tun.

    Aber was da jetzt wirklich gemacht wird, steht doch völlig in den Sternen.

  11. "Der ist doch noch gar nicht zu Ende, ein Ende ist vorerst nicht absehbar, was sollen denn diese Prophezeiungen?!"

    Das sind doch keine Prophezeiungen. Die Sanktionen haben den Zweck Russland klein zu kriegen. Und dieser Zweck wird von dem Kriegsresultat gar nicht berührt, fast egal wie der ausgeht. Da müsste die Ukraine schon eine Gegenoffensive starten und Russland erobern, damit das Kriegsergebnis den Zweck erfüllen würde Russland fertig zu machen. Deshalb gehen die Sanktionen weiter, weil ihr Zweck noch nicht erreicht ist.

    "Rüstung ist auf dem alten Kontinent eben nicht in erster Linie Mittel der Einflußnahme, sondern ein Geschäftszweig unter anderen."

    Mit dem Einschub "in erster Linie" redest du dich heraus. Rüstungsgüter sind freilich ein Mittel der Einflussnahme und stehen unter politischem Vorbehalt. d.h. ein Geschäft darf nur gemacht werden, wenn die Lieferung dieser Gewaltmittel im Interesse der Nation sind. Das unterscheidet sie als Geschäftszweig durchaus von anderen. Der Unterschied zu den USA ist ein anderer.

    Die USA entscheidet frei, wer in Ihrem Interesse aufrüsten darf. Die Europäer müssen ihr Interesse am Interesse der Amis relativieren bzw. mit ihnen abstimmen. Die USA haben ein 10-15 fach höhres Verteidigungsbudget. Insofern ist ihre Rüstungsindustrie auch viel größer. Der Dollar ist Weltgeld und die amerikanische Rüstung steht für die Macht der Gewalt, die hinter diesem Geld steht. Das ist beim Euro nicht so. Die Gewalten der Eurostaaten stehen in Konkurrenz zueinander, die Stehen nicht für die Güte des Euro.

    "Wir haben uns doch einmal lustig gemacht über ein deutsches Kriegsschiff in Fernost," Nein, du hast dich lustig gemacht. 

     

  12. @Kehrer

    Die Sanktionen haben den Zweck Russland klein zu kriegen. Und dieser Zweck wird von dem Kriegsresultat gar nicht berührt, fast egal wie der ausgeht.

    Keine Frage. Die Absicht ist klar. Aber erstens ist die Frage, wie weit Rußland durch die Sanktionen „klein“ wird. Bisher, daran erinnere ich, haben Sanktionen noch kein Land „klein“ gekriegt, weder Kuba, noch den Iran, noch Venezuela, noch Rußland.

    Zweitens aber sind diese Sanktionen besonderer Art und deshalb ist überhaupt nicht klar, was für Folgen die für die sanktionierende EU haben werden.

    Es ist immer wieder festzustellen, daß manche Diskutanten hier immer die Absichtserklärungen von Politikern für bare Münze nehmen, als wäre die Ankündigung von etwas gleich mit ihrer Umsetzung.
    Dabei erinnere ich nur daran, was schon alles angekündigt und nicht gemacht wurde.

    Rüstungsgüter sind freilich ein Mittel der Einflussnahme und stehen unter politischem Vorbehalt. d.h. ein Geschäft darf nur gemacht werden, wenn die Lieferung dieser Gewaltmittel im Interesse der Nation sind.

    Auch klar.
    Aber das feindliche Lager hat sowieso andere Quellen und es gab genug Staaten, an die die NATO-Staaten verkaufen konnten – genug zumindest für die Produktion, die da war.
    Ich sehe eher Ärger, wenn Staaten nicht von den NATO-Produzenten gekauft haben, wie die Türkei mit den russischen Abwehrsystemen.

    Die USA entscheidet frei, wer in Ihrem Interesse aufrüsten darf. Die Europäer müssen ihr Interesse am Interesse der Amis relativieren bzw. mit ihnen abstimmen.

    Auch da stimme ich dir zu. Aber das ist das Ergebnis dessen, daß die USA mit ihrem Militär und ihrer Rüstungsindustrie den Weltmarkt bestimmen bzw. eben seit 1991 bestimmt haben. Es mag ja sein, daß sich hier auch etwas ändert, wenn Rußland vom Weltmarkt ausgeschlossen wird und andere Staaten sich mit ihm arrangieren wollen.

    Aber man muß sich schon entscheiden: Wenn die europäische Rüstungsindustrie unbedeutend ist, so sind sie die Beschränkungen beim Verkauf auch nicht sehr wichtig.

    Ich bin z.B. neugierig, wie z.B. Polen sein Arsenal wieder auffüllt. Ob die USA da die Spendierhosen anziehen und ihren Verbündeten auf eigene Kosten aufrüsten? Gegen Deutschland?

  13. "Senator Chris Coons, a Delaware Democrat, warned Sunday that Russian President Vladimir Putin "will only stop when we stop him" as he was pressed about whether the United States should send troops to support Ukraine in the ongoing war. … 
    Coons suggested in remarks during an address to the University of Michigan last week that there could be a point where U.S. troops are sent.

    "We are in a very dangerous moment where it is important that on a bipartisan and measured way we in Congress and the administration come to a common position about when we are willing to go the next step and to send not just arms but troops to the aid in defense of Ukraine," the senator, who sits on the Senate Foreign Relations Committee, said. "If the answer is never, then we are inviting another level of escalation in brutality by Putin."

    Coons Says 'Putin Will Only Stop When We Stop Him' When Pressed on US Troops (newsweek.com)

  14. "Die Absicht ist klar. Aber erstens ist die Frage, wie weit Rußland durch die Sanktionen „klein“ wird."

    Es ging um die Frage, ob der Wirtschaftskrieg eingestellt wird, wenn der Krieg endet. Neoprene sagt nein. Das bezeichnest du wiederum als Prophezeiung. Ich bezeichne das nicht als Prophezeiung, weil der Zweck dieses Wirtschaftskrieges ist, dass Russland kaputt gemacht wird.
    Und da Russland nach dem Ende des Krieges aller Wahrscheinlichkeit nach immer noch zu mächtig für den Westen ist, ist es keine Prophezeiung dass der Wirtschaftskrieg weiter gehen wird. Ob man Russland dadurch wirklich endgültig als maßgebliche Macht besiegen kann, spielt keine Rolle. Jedenfalls schwächt der Wirtschaftskrieg Russland und deshalb wird er auch weitergehen nach dem Krieg auch wenn dadurch Russland nicht endgültig abdanken muss.

    "Bisher, daran erinnere ich, haben Sanktionen noch kein Land „klein“ gekriegt, weder Kuba, noch den Iran, noch Venezuela, noch Rußland."

    1. Sind diese Sanktionen von anderem Kaliber und 2. war die Behauptung gar nicht, Wirtschaftssanktionen würden Russland klein kriegen. Die Behauptung war dass das Ende des Ukrainekriegs nicht darüber entscheidet, ob Russland den Schwanz einziehen muss. Insofern wird nach dem Ende des Kriegs alles aufrecht erhalten, was weiterhin diesem Ziel dient.

    "was für Folgen die für die sanktionierende EU haben werden."

    – Die Folgen für die EU, haben bisher auch nicht verhindert, dass Sanktionen beschlossen werden. Bisher ist der Beschluss, dass man die Folgen eben aushalten muss.

    "Dabei erinnere ich nur daran, was schon alles angekündigt und nicht gemacht wurde."

    Und du hast die Tendenz alles als Scheitern abzutun. Politiker für Papiertiger zu halten. Wenn die BRD vor China auftaucht, dann siehst du nicht den imperialistischen Anspruch, sondern eine lächerliche Anmaßung. Mir dagegen reicht es vollkommen, was gemacht wird. Du dagegen siehst überall aufgeblasene Wichtigtuer, die nicht einlösen, was sie versprechen. Meinst du wirklich, dass die Welt daran leidet, dass etwas nicht gemacht wird oder doch eher daran, was gemacht wird.

    "Wenn die europäische Rüstungsindustrie unbedeutend ist, so sind sie die Beschränkungen beim Verkauf auch nicht sehr wichtig."

    1. Wofür unbedeutend? – höchstens in Relation zur Autoindustrie. 2. halte ich den Schluss für falsch. Wenn die Rüstungsindustrie vergleichsweise unbedeutend ist, heißt das halt überhaupt nicht, dass Waffen in falschen Händen zum Problem werden können.

    "Ich bin z.B. neugierig, wie z.B. Polen sein Arsenal wieder auffüllt."

    Soviel ich weiß haben die Polen schon in der Vergangenheit alte Leopard Panzer zum Vorzugspreis von Deutschland erhalten.

    "Ob die USA da die Spendierhosen anziehen und ihren Verbündeten auf eigene Kosten aufrüsten?"

    Das wollten die USA ja eigentlich nicht mehr machen.

  15. @Kehrer

    Soviel ich weiß haben die Polen schon in der Vergangenheit alte Leopard Panzer zum Vorzugspreis von Deutschland erhalten.

    Die sind aber jetzt in der Ukraine gelandet. Die ganzen Schrottlager und Altbestände wurden dort bereits hinübergeschoben, worüber sich auch angeblich vor nicht allzulanger Zeit Stepan Poltorak auf Twitter sehr beschwert hat.

    Die Behauptung war dass das Ende des Ukrainekriegs nicht darüber entscheidet, ob Russland den Schwanz einziehen muss.

    Wir argumentieren hier auf verschiedenen Ebenen.

    Ihr sagt, daß die Sanktionen dafür da sind, „Rußland klein zu machen“.
    Das bestreite ich gar nicht. Ich weise nur darauf hin, daß Absicht und Ergebnis sich nicht decken müssen.
    Erstens schaden die Sanktionen auch denen, die sie verhängen. Ich bin neugierig, wie lange die das durchhalten und mit welchen Folgen sie konfrontiert sein werden.
    Zweitens habe ich den Eindruck, daß der russischen Führung das Sich-Ausklinken aus dem dollarbestimmten Weltmarkt durchaus recht ist. Daß die Oligarchen gerupft werden und nach Hause kommen müssen und und ihr Vermögen im Inland investieren müssen.
    Und wenn ein Staat so einen Ausstieg aus dem Weltmarkt aushalten kann, so Rußland.

    Es ist ja außerdem bitte nicht allein.
    Weder China noch Indien haben ein Interesse daran, daß Rußland abschifft, und werden gerne Energieträger zu Vorzugspreisen beziehen, während die USA und die EU und Japan teurer einkaufen müssen.

  16. Der von Leser gepostete Beitrag über die 3 Stück sowjetischen Abwehrsysteme aus der Slowakei in die Ukraine weist auf die Widersprüche dieser Waffenlieferungen hin: Die Slowakei verliert ihre Luftraumverteidigung, obwohl sie an die Ukraine angrenzt.
    Die Systeme sollen inzwischen von  russischen Raketen oder Marschflugkörpern ausgeschaltet worden sein.
    Im Gegenzug wurde der Slowakei versprochen (= sind noch nicht dort), US-Systeme zu liefern, die ihr gar nicht gehören sollen, sondern als Leihgabe zu betrachten sind. Dazu kommt, daß die Armee auf die Bedienung dieser Dinger erst eingeschult werden muß.

    Auch Polen und die baltischen Staaten, die auch einiges an Waffen hinübergeschoben haben, stehen jetzt verteidigungsmäßig etwas nackert da. Was gerade für die Nachbarländer Rußlands und der Ukraine unangenehm sein dürfte.

  17. "Das bestreite ich gar nicht. Ich weise nur darauf hin, daß Absicht und Ergebnis sich nicht decken müssen."

    Wer hat das denn behauptet? Das ist doch kein Einwand gegen die Kennzeichnung der Absicht. Und aus der Absicht ergibt sich, dass das nicht so schnell vorbei sein wird.

    "Erstens schaden die Sanktionen auch denen, die sie verhängen. Ich bin neugierig, wie lange die das durchhalten und mit welchen Folgen sie konfrontiert sein werden."

    Im schlimmsten Fall ruinieren die auch die europäische Wirtschaft dafür. Es ist eben Krieg der auch im wirtschaftlichen Bereich auf europäischen Schultern ausgetragen wird. Die Amis halten das lange durch. Insofern wäre ich da nicht allzu optimistisch. 

    "Zweitens habe ich den Eindruck, daß der russischen Führung das Sich-Ausklinken aus dem dollarbestimmten Weltmarkt durchaus recht ist."

    Zuallererst ist es eine Schädigung, die ihnen nicht recht ist. Denen bleibt bloß nichts anderes übrig. bzw. die machen aus der Not eine Tugend.

    "Weder China noch Indien haben ein Interesse daran, daß Rußland abschifft, und werden gerne Energieträger zu Vorzugspreisen beziehen, während die USA und die EU und Japan teurer einkaufen müssen."

    Ja so ist das. Die USA schlagen mal wieder zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie hetzen Europa auf Russland und schwächen beide. Wie es am Ende ausgeht wird man sehen. 

  18. "Auch Polen und die baltischen Staaten, die auch einiges an Waffen hinübergeschoben haben, stehen jetzt verteidigungsmäßig etwas nackert da."

    Das ist immer so, wenn eine Kriegspartei auch noch die letzten Reserven an die Front wirft, um das Ruder umzudrehen. Die NATO verteidigt sich dieser Tage eben am Donbass und nicht an der slowakischen Grenze zur Ukraine.

  19. @Kehrer

    Zuallererst ist es eine Schädigung, die ihnen nicht recht ist. Denen bleibt bloß nichts anderes übrig. bzw. die machen aus der Not eine Tugend.

    Ja und nein. Es gibt eben seit geraumer Zeit die zwei verschiedenen Fraktionen. Gerade Putin und sein Hofstaat dringen seit langem auf Autarkie und Aufbau unabhängiger Industrie und Landwirtschaft, und die andere Abteilung hält – aus verschiedenen Gründen – am Weltmarkt und Handel und Wandel fest.

    Mit den Sanktionen und der Abkopplung hat jetzt die Kreml-Fraktion die Oberhand.

    Gerade heute warnt die Chefin der Nationalbank, daß bis zum Sommer die Devisenreserven erschöpft sind und dann einiges zusammenbrechen wird.

    Und da denken sich die Betonköpfe im Kreml: Na, dann müssen sich unsere Ökonomen und Oligarchen eben etwas einfallen lassen!

    Ich bin ja auch neugierig, wie sie das hinkriegen, mit Mikrochips und dergleichen. Derzeit laufen gerade Versuche, den Landmaschinen-Park in Schuß zu halten, wenn keine Ersatzteile mehr aus dem Ausland kommen.

    Der Zar im Kreml sagt dazu: Was habt ihr Deppen auch so lange ausländisches Klump importiert!

  20. Bloomberg:
    ""Mitarbeiter des Pentagon sagen, dass Kiew am Tag die Wochenlieferung von Antipanzermunition verheizt. (…) Die USA haben ein Drittel ihres Gesamtbestands an Javelin-Antipanzerraketen geliefert. Sie können nicht ohne Weiteres mehr liefern, ohne ihr eigenes Arsenal massiv zu leeren. Und es mag Monate oder Jahre brauchen, um die Produktion ernstlich zu erhöhen.""

  21. Sehr nüchtern blickt dieser Artikel auf die immer lauter werdenden Schreie nach schweren Waffen aus Deutschland für die Ukraine:

    "Die deutschen Streitkräfte wurden über Jahre hinweg vernachlässigt und mit unzureichenden Mitteln ausgestattet. Mangelwirtschaft war an der Tagesordnung. Dies war öffentlich bekannt und wurde trotzdem über alle Parteien hinweg und auch von der breiten Öffentlichkeit mitgetragen. Diesem Umstand hat sich auch die nachgelagerte Rüstungsindustrie angepasst und Kapazitäten abgebaut und Investitionen zurückgeschraubt. Nun ist die komplette Kette nicht mehr in der Lage, schnell und ausreichend reagieren zu können. Weder die Fähigkeiten der Streitkräfte noch die Industriekapazitäten können von heute auf morgen aufgebaut werden. Es gilt schließlich immer noch Friedens- und nicht Kriegswirtschaft in Verbindung mit einem Fachkräftemangel.
    In dieser Lage kann man (die Bundesregierung in Verbindung mit den NATO-Partnern) dann immer noch politisch zu dem Schluss kommen, dass man die Ukraine mit Engpasssystemen aus Bundeswehrbeständen unterstützen möchte. Man muss sich dann aber bewusst sein, wie hoch der zu zahlende Preis ist. Im Fall der Marder bedeutet er unter Umständen den Verzicht auf die kurz- und mittelfristige Einsatzfähigkeit des deutschen Heeres."
    https://soldat-und-technik.de/2022/04/streitkraefte/31199/erklaerstueck-marder-ukraine/

  22. Das erstaunt mich jetzt: Den ganzen Krieg über haben die russischen Truppen, keinen einzigen Bahnhof, keine einzige Eisenbahnbrücke in der Ukraine angegriffen und sowas auch in ihren Medien als unnötig dargestellt. Jetzt wird der Druck durch die von den NATO-Staaten wieder aufgeppten ukrainischen Einheiten wohl stärker und daraufhin versucht Rußland zumindest den Donbass-Einheiten doch den Nachschub ab zu drehen. Denn es gibt ja neben den Brücken in Dnipro und Saporischschja sonst kaum andere zur Versorgung des Ostens:
    "Russische Truppen zerstörten die Eisenbahnlinien über den Dnjepr, über die NATO-Waffen in den Donbass geliefert wurden.
    Drei Raketenangriffe auf die Eisenbahninfrastruktur im Bezirk Nowomoskowskij in der Region Dnepropetrowsk.
    "Alle sind am Leben. Die Bahnstrecke und das Kontaktnetz wurden vollständig zerstört. Es ist noch nicht klar, ob wir den Verkehr wieder aufnehmen können", sagte der Leiter der Verwaltung, Valentin Reznichenko.“"
    [nicht belegtes Zitat bei Facebook mit einem Foto bei Twitter]

  23. Ich bin im Augenblick beschäftigt, erst am Sonntag gibts wieder mehr Input. Danke jedenfalls für die Updates.

  24. "Und immer noch ist solch ein Wiederaufmunitionieren der russischen Armee egal??"

    Das war denen noch nie egal. Bloß haben sie deswegen erstmal nicht die Bahnlinien zerstört. Dafür gibt es ein paar Gründe: 1. Wird ja auch die Bevölkerung über die Bahn versorgt. 2. Wurde die Flüchtlinge und die Waffen von Seiten der Ukraine so verschränkt, dass das Stoppen der Waffenlieferungen auch Züge mit Flüchtlingen getroffen hätten. 3. Wusste die Russen wohin die Waffen gebracht werden und dann wurden die Waffenlager zerstört. 4. Hieß das schon damals nicht, dass man nicht doch dazu übergeht Bahnlinien lahmzulegen. So wie das jetzt offenbar passiert ist.

    "Diese Schlussfolgerung wurde vom bekannten Militärexperten Igor Nikulin gezogen. In einem Interview für das Informationsportal Cargrad erläuterte er detailliert, wie die zweite Stufe der Spezialoperation ablaufen wird, und erklärte auch, warum Russland radikaler vorgehen könnte.
    Igor Nikulin erinnerte daran, dass Russland mit der Sonderoperation in der Ukraine nicht zögern sollte, da es eine wirksame Strategie umgesetzt habe, die die Versorgung der Streitkräfte der Ukraine unterbrechen werde. Die Streitkräfte der Russischen Föderation müssen die gesamte Westgrenze der Ukraine verfolgen und sich auf die Lieferung ausländischer Waffen an Kiew festlegen. Ein solcher Ansatz würde die rasche Beseitigung westlicher Waffenkarawanen ermöglichen, sobald sie die Ukraine erreichen. „Wir müssen radikal handeln – sobald die Konvois die Grenze überqueren, sofort handeln und mit hochpräzisen Waffen zuschlagen“, erklärte Nikulin."

    Diese Operation wird fortgesetzt, die nächste Phase dieser Operation hat jetzt begonnen. Es wird jetzt einen wichtigen Moment während dieser speziellen Operation geben“, fügte er hinzu.
    Ebenfalls am Dienstag berichtete die Nachrichtenagentur Ukrinform, dass bis zu 30 Prozent der Infrastruktur der Ukraine infolge des Konflikts mit Russland, der am 24. Februar begann, beschädigt wurden. Die Feindseligkeiten haben 300 Brücken und mehr als 8.000 km Straßen entweder zerstört oder beschädigt, sagte Ukrinform und zitierte den ukrainischen Infrastrukturminister Oleksandr Kubrakov.
     

  25. Die Versorgung der Bevölkerung wäre auch durch Belarus oder Rußland möglich gewesen. Aber das wollte die ukrainische Regierung sicher überhaupt nicht. Zudem ist eine Versogung ja auch durch LKWs über die Autobahnen möglich. Aber für Panzer und schwere Artillerie braucht man eben die Eisenbahn.
    Die Verschränkung hätte Rußland auch "verbieten" können. Oder einfach durch Angriffe auf bestimmte Bahnhöfe und/oder Brücken erzwingen können.
    Ich bezweifele, daß die russische Aufklärung wirklich so gut ist, daß der gelieferte Nachschub am Zielort in den dortigen Depots immer zerbombt werden konnte. Schon, weil die Lufthoheit dafür ja gar nicht gegeben war bzw. ist.
    "Noch nicht" aber jetzt? Nein, die russischen Truppen müssen massiven Beschuß, insbesondere durch ukrainische Artillerie und Raketenwerfer hinnehmen, weil die NATO die Front dementprechend aufpeppen konnte. Ob das jetzt noch entscheidend was ändert, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls schätzt die russische Militärführung die ukrainischen Stellungen noch als so stark verteidigungsfähig ein, daß von dem allseits erwarteten Angriff uaf den Donbass noch nichts zu sehen ist.
    "Wir müssen radikal handeln – sobald die Konvois die Grenze überqueren, sofort handeln und mit hochpräzisen Waffen zuschlagen". Ja, sowas haben viele Beobachter erwartet, ich ja auch, und genaus das ist nicht passiert. Wochenlang.
    "Die Feindseligkeiten haben 300 Brücken und mehr als 8.000 km Straßen entweder zerstört oder beschädigt."
    Aber die Hauptlinien in den Westen funktionieren noch so reibungslos, daß sich westliche Politiker in Kiew schon fast in eine Warteschlange einreihen müssen.

  26. "Ukraine soll mittlerweile über mehr Panzer verfügen als Russland
    Durch Lieferungen des Westens und erbeutetes Gerät ergeben sich inzwischen wohl Waffenvorteile für die Ukraine. …
    Indizien für das Ausmaß der Eroberungen von Kriegsgerät trägt der Militärblog Oryx zusammen.
    Demnach haben die russischen Truppen bis Donnerstagabend mindestens 481 Panzer verloren, wobei 269 zerstört und 212 von ukrainischen Einheiten erobert worden sein sollen. Auf ukrainischer Seite sollen den Angaben zufolge 52 Panzer zerstört worden und 73 in russische Kontrolle übergangen sein."
    https://www.tagesspiegel.de/politik/mehr-von-putin-als-von-scholz-bekommen-ukraine-soll-mittlerweile-ueber-mehr-panzer-verfuegen-als-russland/28271140.html?bezuggrd=NWL&utm_source=sondermailing
    Wie bei den Lottozahlen: Ohne Gewähr!

  27. Die Verschränkung hätte Rußland auch "verbieten" können.

    Ich versteh die Anführungszeichen nicht. Verbieten kann man nur was, wenn man das Gewaltmonopol hat, was sie ja nicht haben. Deshalb wohl die Anführungsstriche. Aber was sill verbieten mit Anführungsstrichen dann bedeuten? Denn der nachfolgenden Satz beginnt ja mit "oder" -soll also etwas anderes sein als dieses "Verbieten". – 

     Jedenfalls schätzt die russische Militärführung die ukrainischen Stellungen noch als so stark verteidigungsfähig ein, daß von dem allseits erwarteten Angriff uaf den Donbass noch nichts zu sehen ist.

    Ich dachte der läuft seit ein paar Tagen. 

    "Aber die Hauptlinien in den Westen funktionieren noch so reibungslos, daß sich westliche Politiker in Kiew schon fast in eine Warteschlange einreihen müssen."

    Westlich Politiker wiegen auch nicht so viel als schwere Waffen. Also ich weiß nicht ob der Politikertransport ein Hinweis auf den Waffentransport sein kann.

    "Wir müssen radikal handeln – sobald die Konvois die Grenze überqueren, sofort handeln und mit hochpräzisen Waffen zuschlagen"

    Das stimmt schon. Wenn ihnen das erst jetzt aufgeht, ist das etwas spät. Vielleicht wird das öffentlich gemacht, um zu sagen: Ja ist uns klar. 

    Meiner Ansicht nach erfährt man viel zu wenig, um ein fundiertes Urteil abgeben zu können. Die Russen müssten komplette Idioten sein, wenn ihnen nicht klar wäre, dass es für den Kriegsverlauf entscheidend ist, dass  die ukrainischen Nachschubwege unterbrochen werden.

    Die Russen lassen sich ihre Panzer unterm Arsch wegklauen – hm.

     

  28. Meine Idee für ein "Verbot" war, daß die russische Seite erklärt, alle als Militär-Transporte identifizierten Züge anzugreifen, die aus den NATO-Staaten kommen. Und nur Züge aus Belarus zuzulassen. Dann hätten alle nichtmilitärischen Güter weiter über Belarus und dort natürlich kontrolliert in die Ukraine geliefert werden können. Aber militärische Sachen eben nicht mehr. Alle Menschen, die fliehen wollen, hätten per Zug auf dafür freigegebenen Stecken oder per Auto auf den Autobahnen in NATO-Staaten reisen können.

    Wenn die Offensive jetzt schon begonnen haben soll, dann wird das wohl ausgehen wie die Somme-Schlachten, also nicht mit einem Sieg Rußlands.

    Ja, es ist eine Sache, Personenzüge nach Kiew durchzulassen und eine andere Transportzüge zu stoppen. Aber haben die russischen Truppen denn auch nur einen einzigen Panzerzug irgendwo auf ukrainischem Gebiet gestoppt?

    "Die Russen müssten komplette Idioten sein, wenn ihnen nicht klar wäre, dass es für den Kriegsverlauf entscheidend ist, dass  die ukrainischen Nachschubwege unterbrochen werden."
    Nein, die müssen dafür keine Idioten sein. Wenn sie es einfach nicht schaffen mit ihren beschränkten militärischen Mitteln?

    "Die Russen lassen sich ihre Panzer unterm Arsch wegklauen".
    Wohl kaum. Aber so wie die russischen Truppen zurückgelassenes Militärmaterial beim Vormarsch einkassieren, genauso geht das natürlich umgekehrt auch. Schließlich hat sich die russische Armee aus großen Teilen der ursprünglich besetzten Gebiete, z.B. um Kiew herum, wieder zurückgezogen. Wenn das zum Teil keine geordneten Rückzüge waren, sondern Aktionen panisch gewordener Einheiten wohlmöglich von kriegsunwilligen russischen Soldaten, dann haben die eben beim Rückzug nicht ihr Material unbrauchbar gemacht (Panzer kann man sicherlich auch von  Innen sprengen), sondern es einfach stehen lassen. Sowas gab es ja schon bei vielen kriegerischen Auseinandersetzungen.

  29. In Deutschland wird ja zur Zeit massiv öffentlicher Druck aufgebaut, um die Regierung vor allem Scholz mangelnde Tatkraft in Bezug auf die Ukraine vorzuwerfen. In der Talkschows geht das schon eine ganze Zeit so. “Scholz reist nicht nach Kiew. Warum?” Wenn er das täte müsste er das ukrainischen Interesse an schweren Waffen bedienen bedienen. Melnik wird immer frecher und lasst schon Finanzminister Lindner auflaufen.

    Ischinger auf Twitter heute:„Die internationale Stimmung hat sich leider längst gegen Deutschland gedreht. Wir müssen aus dieser Falle rasch raus. Denn falls der Krieg doch für Russland erfolgreich enden sollte, wird man sonst bei der Suche nach den Schuldigen rasch auf Deutschland zeigen. Folgen für Deutschland und die EU kaum auszumalen!“, schrieb der 76-Jährige bei Twitter. 

     Mit anderen Worten: Wenn Deutschland keine Waffen liefert, trägt es die Schuld, wenn Russland den Krieg gewinnt. Scholz äußert sich heute dazu:

    Deutschland wird nach Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) der Ukraine weiterhin bei der Verteidigung ihres Landes helfen. „Es muss einen Waffenstillstand geben, die russischen Truppen müssen sich zurückziehen“, sagte Scholz in einem Interview mit dem „Spiegel“. Es müsse eine Friedensvereinbarung geben, die der Ukraine ermögliche, sich in Zukunft selbst zu verteidigen. „Ich tue alles, um eine Eskalation zu verhindern, die zu einem dritten Weltkrieg führt. Es darf keinen Atomkrieg geben.“

    Scholz kündigte an: „Wir werden sie so ausrüsten, dass ihre Sicherheit garantiert ist.“ Außerdem erklärte er, dass Deutschland als Garantiemacht zur Verfügung stehe.

    Wahrscheinlich hat er Anweisung aus Washington. “Nicht den 3.WK riskieren, bitte.”

  30. "Wahrscheinlich hat er Anweisung aus Washington. “Nicht den 3.WK riskieren, bitte.”"

    Es ist ja nun leider wirklich nicht so, daß die Verhinderung der Niederlage der Ukraine ausgerechnet an fehlenden schweren Waffen aus Deutschland hängen würde. "Alle" anderen Staaten der NATO liefern ja schon fleissig schwere Waffen, warum sollten also die USA sowas Deutschland verbieten, wo das andere, weniger einflußreiche Staaten ja für sie problemlos machen?

  31.  Und nur Züge aus Belarus zuzulassen. 

    Dafür wäre wahrscheinlich ein Maß an Kontrolle im Westen der Ukraine notwendig, dass sie einfach nicht haben. 

     Aber haben die russischen Truppen denn auch nur einen einzigen Panzerzug irgendwo auf ukrainischem Gebiet gestoppt?

    Das weiß man eben nicht. Selbst wenn einer was vermeldet, weiß man nicht ob es stimmt.

    Wenn sie es einfach nicht schaffen mit ihren beschränkten militärischen Mitteln? 

    Das kann schon sein, dass eine militärischen Spezialoperation für die Ukraine eben doch nicht ausreicht.

     Wenn das zum Teil keine geordneten Rückzüge waren, sondern Aktionen panisch gewordener Einheiten wohlmöglich von kriegsunwilligen russischen Soldaten, dann haben die eben beim Rückzug nicht ihr Material unbrauchbar gemacht (Panzer kann man sicherlich auch von  Innen sprengen), sondern es einfach stehen lassen. 

    Also erstens, wurde das Gerät dann nicht erobert. 2. Wieso steigt man aus einem Panzer aus, wenn man panisch wird. Ich würde eher im Panzer bleiben und das Gaspedal durchdrücken. 3. Ich kann mir bloß vorstellen, dass denen beim Rückzug das Benzin ausgeht, den Panzer stehen lassen und eine andere Mitfahrgelegenheit nutzen. Aber irgendwie kann das ja auch nicht die Regel sein. 

    “Deutschland verbieten, wo das andere, weniger einflußreiche Staaten ja für sie problemlos machen?”

    Du kannst es auch Absprache unter den Verbündeten nennen. Die einzig andere Idee die mir kam, war, dass Putin Scholz klipp und klar gesagt hat: Wenn ihr Waffen liefert, bekommt ihr ne Atombombe aufn Kopf.

  32. Höchstwahrscheinlich sind einige Militärfahrzeuge, Panzer, gepanzerte Manschaftstransportfahrzeuge, LKWs usw. aufgegeben worden, weil ihnen der Sprit ausgegangen war und die desolate Versorgung der vordersten Truppenteile nicht schnell genug Nachschub liefern konnte. Panzer bleiben sowieso sehr schnell liegen. Die Einsatzzeit eines T-72 bis zum Ausfall, der erheblichen Reparaturaufwand erfordert, dürfte nur recht gering sein. Bei manchen Bundeswehr Panzern rechnete man auf 1 Stunde Einsatz (also bei einem realistischen Manöver) mit 10 Stunden Reparatur. Das ist bei Flugzeugen ja noch schlimmer, die Mig-21, die jetzt vielleicht an die Ukraine übergeben wurden oder noch werden, war da besonders berüchtigt und wurde auch deshalb nach der Auflösung des Warschauer Paktes überall so schnell wie finanziell möglich ausgemustert.

  33. Das ist ja echt extrem. Das heißt ohne die ganzen technischen Bedienmannschaften (oder wie nennt man das) läuft bei einer modernen Armee nicht viel und nicht lange. Vom Standpunkt des Funktionierens solcher Truppenteile wäre mehr Nachhaltigkeit von Vorteil. Wenigstens ein Panzer sollte länger funktionieren als einen Tag ohne repariert werden zu müssen. 

    Andererseits handelt es sich um Waffen und die könnten von mir aus schon vor dem ersten Schuss ausfallen.

  34. "Entsprechend dauert es, bis die Produktion eines Waffensystems angelaufen ist. Während Rüstungsexperte Max Mutschler im Interview mit ntv.de bei der Produktionsdauer zwischen Wochen und Monaten pendelt, drehen sich die Zahnräder in Wirklichkeit noch langsamer. Bei Kettenfahrzeugen und Panzern belaufe sich die Dauer auf zwei bis drei Jahre, ab dann könnten vier bis sechs Fahrzeuge monatlich gefertigt werden, so der KMW-Sprecher. …
    Der deutsche Rüstungsbauer Rheinmetall betonte, dass ukrainische Soldaten innerhalb weniger Tage für den Panzer ausgebildet werden könnten. 50 Leopard-Panzer stünden laut Rheinmetall bereit, müssten aber instandgesetzt werden. "Der erste Leopard 1 könnte in sechs Wochen geliefert werden", sagte Vorstandschef Armin Papperger dem "Handelsblatt". Bis alle Panzer die Ukraine erreichen, könnten jedoch bis zu drei Monate vergehen."
    Alt, gebraucht, aussortiert: Bei schweren Waffen bekommt die Ukraine nur B-Ware – n-tv.de

    Mich wundert immer wieder, daß angesichts von Armeeschulungszeiten für Panzerbesatzungen von mehreren Monaten jetzt interessierte Kreise immer wieder, wie jetzt hier auch, so tun, als ob man den Gefechtseinsatz eines halbwegs modernen Panzers an ein zwei Wochenenden lernen könnte.

  35. (21) Sind Panzer so einfach zu bedienen, sodass sich eine ukrainische T-72 Besatzung einfach so in einen Leopard 2 oder M1 Abrams setzen kann und effizient im Verband kämpfen kann? – Quora
    Ein Kommentar dazu:
    “Genaugenommen hat der T-72 mehr automatische Funktionen (Autoloader, Kopplung Hauptgeschütz und MG…) und daher auch mehr Bedienelemente der Schütze muss daher alleine zwei Jobs machen, während beim M1 ein Richt- und ein Ladeschütze für die gleiche Arbeit benötigt werden… (der T72 kann also mit weniger Personal betrieben werden, aber da im Auto-Loader die Munition quasi Ringförmig wie ein Kranz um den Sockel des Turms liegt entsteht auch die größte Schwachstelle des T72; nämlich dass bei einem Treffer auf das Magazin der quasi Turm komplett aus dem Panzer geschossen wird, ein Bild das man seit Beginn des aktuellen Krieges schon oft gesehen hat)… der M1 hat dafür einige bessere Features bei der Visierung…

    Im Allgemeinen sollte aber eine kampfgeübte Truppe von T-72 Panzergrenardieren schon innerhalb weniger Tage/Wochen umgelernt werden können, gerade auf die weniger computerisierten älteren Modelle von M1 oder Leopard 1 Panzern…

    Schwieriger und Langfristiger ist es jedoch die unterstützende Logistik mit Ersatzteilen oder auch nur Technikern, die sich auf beide Systeme verstehen aufzubauen und zu unterhalten…

    Weil was bringt es wenn man sehr teure Panzer in großen Stückzahlen an die Front bringt, diese dann aber Reihenweise ausfallen wegen irgendwelcher kleineren Pannen die man nicht beheben kann oder fehlenden Ersatzteilen welche vielleicht nur einige Cents gekostet hätten… dann wird aus einem sehr teuren Stück Hochleistungstechnik, dass an anderer Stelle sehr wichtig und nützlich sein könnte, plötzlich ein wertloser Batzen Altmetall…
    oder vielleicht sogar eine Todesfalle für das Bedienpersonal…”

  36. »Gepard«, »Marder«, »Puma«, »Fuchs«, »Boxer«, »Leopard« – was sich harmlos liest wie das Register in »Grzimeks Tierleben«, droht zum Programm für die Ausweitung des Ukraine-Konflikts zum dritten Weltkrieg gegen die Nuklearmacht Russland zu werden. Mit den Lieferungen schwerer Waffen machen sich Deutschland und die NATO zur direkten Kriegspartei.

    https://www.jungewelt.de/artikel/425378.kalkulierter-affront.html

    Dem entspricht auch die öffentliche Propaganda auf allen deutschen Kanälen (passend, dass bei all dieser sturen Eintönigkeit immer wieder mit dem Finger auf Russlands Medien gezeigt wird. Kriegshetze braucht bei uns keine staatliche Zensur – sondern erfolgt massenweise und eintönigst komplett freiwilligst).

    https://www.freitag.de/autoren/katharina-koerting/ukraine-fortschreitende-verharmlosung

    Den Bedenkenträgern, dass nicht genügend Tötungsmittel vorhanden, brauchbar, bedienbar seien, wird stur entgegnet: Wir arbeiten daran – und tun nämlich alles, um die BRD zur Militärmacht und Kriegspartei aufzurüsten.

    —-

    Was die Front mit den Öllieferungen betrifft, werden die Stimmen kaum kleinlauter, nachdem Russland Polen und Bulgarien nicht mehr beliefert. (Ein sturer Kriegswille lässt sich von derlei Kleinkrams nämlich nicht vom Weg abbringen.)

    Zwist um Rubel-Zahlung
    Russland stoppt Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien
    Russland verlangt von seinen Gaskunden die Bezahlung in Rubel, aber wie andere Länder weigert sich auch Polen, der Forderung nachzukommen. Jetzt dreht Russland den Nachbarn den Gashahn zu, ebenso wie auch Bulgarien. (ManagerMagazin)

    (…) Das Energieministerium in der bulgarischen Hauptstadt Sofia bestätigte am gestrigen Abend, der nationale Erdgasversorger Bulgargas habe von Gazprom eine Mitteilung über die Einstellung der Lieferungen erhalten. Auch der polnische Erdgaskonzern PGNiG und die Regierung in Warschau und der bestätigten den Eingang einer entsprechenden Mitteilung. Laut Polens Klimaministerin Anna Moskwa wird ab dem heutigen Mittwoch acht Uhr morgens kein Gas mehr durch die Jamal-Pipeline nach Polen geleitet. (…)
    https://www.heise.de/tp/features/Russland-dreht-den-Gashahn-ab-7066281.html

    https://www.heise.de/tp/features/Oelembargo-gegen-Russland-vorerst-vom-Tisch-7064183.html?seite=all

    Auch hieraus erfolgt einzig der Ratschlag: Selbst wenn weiteren Ländern der russische Gashahn abgedreht wird – weiter so, bzw. dann erst recht. Denn so geht die Einstimmung auf Krieg und auf Kriegswirtschaft.

    Übrigens und zu allerletzt: Nicht nur die diversesten historischen wie aktuellen Kriegstoten, auch die “BRD-Nachkriegserfolgsgeschichte” kann von den anscheinend von der Aussicht auf Krieg besoffenen aktuellen Kriegsbefürwortern nicht in Ruhe gelassen werden ….
    https://www.tages-politik.de/Aussenpolitik/Ukrainekrieg_vs._Wandel_durch_Handel-April._2022.html

    —-

    Vage Gegenpositionen, die bis gestern noch in der BRD vernehmbar waren, werden kaum noch geäußert …. https://www.contradictio.de/blog/archives/8953#comment-10331

    Im Weltkrieg brauche die BRD alle Waffen selber – so lautet inzwischen die kritische Kritik bei Lanz von gestern ….

  37. Dass die BRD die Waffen selber gebrauchen werde – so dreht sich die kritische Journalistik die Perspektive konstruktiv zurecht,  dass Kanzler Scholz vor einem Atomkrieg 'gewarnt' hat.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/joachim-gauck-wir-brauchen-eine-mutige-und-entschlossene-bundesregierung-a-1739a02e-4692-4a1e-bfac-7de8219a61cd

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-neo-bellizisten-wollen-von-eskalation-nichts-wissen

    https://www.heise.de/tp/features/Habeck-sieht-Deutschland-in-wenigen-Tagen-bereit-fuer-Oelembargo-7066255.html?seite=all

    Auch die Christenpartei meldet sich mit ihren christlichen Grundsätzen zu Wort: Regelmäßig auch zukünftig mindestens 2 Prozent mehr Aufrüstung – und alle 100 Milliarden sollen  nur in Waffen gesteckt werden, und vorzugsweise dabei mit dem Heer als Schwerpunkt. – Warum das denn wohl?

    Neben der derzeitig angepeilten ideologischen Gesamtführerschaft für ganz Europa gegen Russland (an deren Vorsichtigkeit bzw. Ausbleiben die komplette deutsche Journalistik leidet) – muss diese nämlich dann auch realiter ausgeübt werden ….

  38. Irgendwie werde ich aus den ganzen Meldungen nicht schlau, was die tatsächliche Bewaffnung betrifft, sowohl Deutschlands als auch der Ukraine.

    Es scheint, als ob da in Deutschland bisher ein sehr veraltetes und kleines Arsenal für Paraden und Manöver herumgeschoben worden ist und jetzt Verwirrung herrscht, was davon überhaupt noch brauchbar ist.
    Wie es in anderen Staaten ausschaut, ist auch unklar, aber ein guter Teil der Panzer, Flugzeuge usw. ist offenbar noch aus sowjetischen Zeiten. Auch eine bittere Ironie der Geschichte, daß die eigenen Produkte jetzt gegen Rußland eingesetzt werden.

    Europa wird erst eine eigene Rüstungsindustrie aufbauen müssen, wenn es sich wirklich gegen Rußland aufstellen will, aber das geht nicht von heute auf morgen.

  39. Nicht nur in Deutschland: Die unerwartet gering Wirksamkeit der russischen Angriffe führen viele Militärexperten auch auf den wohl erschreckend niedrigen Erhaltungs- und Wartungszustand russischer Waffensysteme und vor allem der Fahrzeuge zurück. Es gibt zudem nur völlig unzureichende logistische Unterstützung für das rollende Material, so gut wie keine Reparaturtrupps in Frontnähe, fehlende Benzin-Transporter, keine Ausbildung der Truppe im Waffenunterhalt, überhaupt fehlt es in der russischen Armee an gut ausgebildeten und motivierten mittleren Kadern, auf englisch NCO, auf deutsch ungefähr Unteroffiziere bis Feldwebel.
    Und an Munition fehlt es der russischen Armee auch, vor allem an Präzisionsbomben für den Luft-Boden-Kampf. Das setzt die russischen Hubschrauber und Kampfjets den ukrainischen Flugabwehrraketen aus, was nach den anfänglich hohen Abschußraten zu dem mittlerweile nur zurückhaltenden Einsätzen geführt hat, auch die Fernraketen, Cruise Missiles und Hyperschallwaffen kommen ja nur alle paar Tage zum Einsatz. Was natürlich auch daran liegt, daß es im ersten Schwung nicht gelungen ist, die ukrainischen Luftabwehrstellungen auszuschalten und mittlerweile noch so gut wie jede Infanterieeinheit der ukrainische irgendwelche intelligenten Abwehrsysteme hat wie die Javelin-Rohrraketen.

  40. Zur Unwilligkeit, an der Ukraine-Front all in zu gehen, paßt sehr gut das Gepard-Angebot für die Ukraine: Deutschland kann bisher sage und schreibe Munition für 20 Minuten Dauerfeuer mitliefern. also umgerechnet so einen Feuerstoß pro Panzer!

  41. Im Falle Deutschlands Unwilligkeit, aber auch ein Stück weit Unfähigkeit im Sinne: Wo nix is, kann auch nix geliefert werden.

    In Rußland rächt sich halt jetzt jahrelange Korruption im Militärsektor. Ich vermute, einiges an neuem Gerät wurde unter der Hand verkauft, aber noch als vorhanden gemeldet. Immerhin waren Waffen eines der gefragten Exportgüter, für die Devisen hingelegt wurden.

    Dennoch muß festgehalten werden, daß die Ukraine sich bisher nur deshalb halbwegs erfolgreich verteidigt, weil Rußland seine Möglichkeiten anfangs völlig überschätzt hat.

  42. “Im Falle Deutschlands Unwilligkeit, aber auch ein Stück weit Unfähigkeit im Sinne: Wo nix is, kann auch nix geliefert werden.”
    Das hätten die beiden eutschen Kriegministerinnen ja einfach zugeben können. Da steht ja Deutschland nicht allein, überall in der NATO (bis auf die USA) sind doch die schwer bewaffneten Einheiten nach und nach abgebaut worden. Kanada kann sicherlich auch nicht mehr liefern als Deutschland.
    So, wie es jetzt mit dem Gepard zu laufen scheint, ist das ja eher eine Lachnummer oder gedacht als böser Spaß auf Kosten der Ukraine (der natürlich medial sofort nach hinten losging, jetzt wo Räder rollen “müssen” für den Sieg).
    Zur Korruption in Rußland:

    Als neulich ein Treibstoffdepot in Rußland in Brand geraten ist, kam sofort die Vermutung auf, daß da vielleicht Brand gelegt wurde, damit nicht rauskommt, daß der teure Treibstoff schon lange unter der Hand verscherbelt wurde.

  43. @Neoprene

    sind doch die schwer bewaffneten Einheiten nach und nach abgebaut worden

    Warum eigentlich?

  44. Die europäischen NATO-Staaten hatten offensichtlich die Einschätzung, daß es in den nächsten Jahren, eigentlich Jahrzehnten keinen Krieg mehr gegen Rußland geben könne, weil dieser Staat erfolgreich ruiniert zu sein schien. Da dachten sich wohl alle Kriegsminister, alle Regierungen insgesamt, daß man sich die Waffensysteme, die man dafür gebraucht hätte, sparen kann. Ist ja wirklich teures Zeugs. Und so toll ist es wirtschaftlich diesen NATO-Staaten in den sagen wir mal letzten 20 Jahren auch nicht gegangen, daß sie sich solch einen Luxus weiter hätten leisten können.

  45. Also handelt es sich bei den Panzerlieferungen an die Ukraine tatsächlich um eine als Waffenhilfe ettikettierte Entrümplungsaktion?

    Werden die Panzer, die der Ukraine hinübergeschoben werden, gar nicht durch neue ersetzt?

    Ich erinnere mich, als Trump 2017 eine Superbombe auf Afghanistan werfen ließ, war der damals bereits Ex-Präsident Karzai ziemlich verärgert und meinte, Afghanistan sei kein Waffentestgelände.

    Die Ukraine hingegen ist als Entsorgungs-Stelle für Panzer offenbar hocherfreut.

  46. Weder setzt Rußland in der Ukraine seine "guten" Flugzeuge ein, nicht mal besonders viele seiner "guten" Präzisionsbomben, noch wirft die NATO ihre besten Kampfpanzer und Artilleriegeschütze in großer Zahl an die Front, die USA z.B. so gut wie überhaupt keine bisher (mit der lahmen Ausrede, daß man auf die Schnelle die ukrainischen Soldaten daran gar nicht ausbilden könne, als wenn es jetzt darauf noch ankäme!), Frankreich?, GB eine Handvoll, Deutschland auch nur lange ausgemusterte Sachen (für die die BRD selber noch nicht mal Munition hat!). Was ist eigentlich mit Italien und Spanien? Andererseits haben Waffen eine sehr lange Lebensdauer, wenn man sie nicht in einem Krieg verheizt. 
    Und sicherlich werden einige NATO-Staaten die Abgabe von einigem älteren Zeugs als Argument dafür verwenden, jetzt doch fette neue Sachen hinzustellen (und in den USA einzukaufen, so viele Lieferanten für schweres Gerät gibt es ja wahrlich nicht auf der Welt)

  47. Aber was ist der Grund, Panzer so wenig zu produzieren und anzuschaffen?

    Rechnet man nur mehr mit Luftkriegen, hat die Infanterie ausgedient? oder sind diese schwerfälligen Geräte nur mehr begrenzt brauchbar?

    Ich erinnere mich, der IS und die afghanischen Truppen waren eher mit Humvees unterwegs. Als Gefährt ist der wendiger, und für das Abschießen von Flugzeugen usw. nimmt man offenbar eher eigene bewegliche Geschütze.

  48. Panzereinheiten sind sauteuer. Das hat sich im Laufe der Jahrzehnte nicht geändert. sie sind eher teurer geworden, wenn sie (noch) gut sein sollen. Dann schien es nach dem Untergang des Warschauer Paktes auch keine Gefahr mehr zu geben, daß es z.B. am "Fulda Gap" (das war so ein stehender Begriff der Kriegsplaner und Kriegsspieler im Kalten Krieg und bezog sich auf ein wahrscheinliches Schlachtfeld für eine Panzerschlacht des dritten Weltkriegs) nochmal heftig knallen würde. Und dann ist der Stern der schwer gepanzerten Fahrzeuge und Waffensysteme in den letzten Jahrzehnten auch etwa gesunken, weil die Abwehrwaffen enorm zugelegt haben. Intelligente Systeme, die automatisch ihr Ziel ansteuern können, um dann genau kalkuliert über oder im Ziel zu explodieren, die zum Teil sogar von Infanteristen bedient werden können, machen es diesen "schwerfälligen" Geräten immer schwerer. Kein Wunder, daß bei modernen Artillerieselbstfahrlafetten wie der deutschen Panzerhaubitze 2000 oder der französischen leichten CAESAR auf maximale Beweglichkeit gesetzt wird. Schnell zum Schuß kommen und sofort wieder weg können um dem Gegenfeuer auszuweichen.

  49. Was heißt schon veraltet vs. supermodern? Rußland hat z.B. einen modernen Panzer in der Mache, den T-14 Armata. Nur hat die Panzertruppe davon noch keine bekommen, jedenfalls nicht in irgendeiner nennenswerten Anzahl. Rußland hat auch eine modernen Kampfjet, die Sukhoi Su-35, erst 2014 in Dienst gestellt. Nachdem vor einem Monat eine über der Ostukraine runtergekommen ist, vielleicht auch abgeschossen wurde, sind die restlichen Maschinen wohl nicht mehr zum Einsatz gekommen.
    Als Deutschland die Sowjetunion angegriffen hat, hatte die Wehrmacht auch nur veraltete Panzer, die mit dem recht neuen T-34 nicht standhalten konnten. Kriege werden eben geführt, wenn es politisch ansteht, nicht, wenn die Waffenarsenale optimal gefüllt worden sind.

  50. Was ich meinte, ist, daß Krieg mit Panzern überhaupt eher unüblich geworden ist, so wie ich deine vorigen Beiträge verstanden habe.

  51. Jana Frielinghaus:   Verfassungsrang für Aufrüstung

    Wenn etwas eine Zeitenwende für Deutschland ist, dann dies: Aufrüstung bekommt Verfassungsrang. 100 Milliarden Euro sollen unantastbar im Grundgesetz festgeschrieben werden. So etwas hat es seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gegeben. Auch die Zustimmung für das Vorhaben in der Bevölkerung wächst unter dem Eindruck der Kriegsberichte und des Leids der Zivilbevölkerung in der Ukraine. Da sind viele bereit, nicht mehr so genau nachzufragen, was mit all dem Geld bezweckt wird. Dabei hat die Union ihre Zustimmung zum Sondervermögen an die Zusage der Ampel geknüpft, dass nichts von dem, was an finanzieller und materieller Hilfe für das ukrainische Militär beschlossen wurde und wird, in diesen Sonderposten eingerechnet wird. Er hat schlicht nichts mit dem furchtbaren Krieg in der Ukraine zu tun, sondern das Geld wurde und ist für lange geplante Rüstungsprojekte gedacht.  

    Um die angeblich so ausgeblutete Truppe einsatzfähig zu halten beziehungsweise erst zu machen, ist diese gigantische Summe nicht erforderlich. Selbst wenn von der Verteidigungsministerin über den Finanzressortchef bis zu den Regierungsmitgliedern der Grünen alle dergleichen behaupten – es ist eine dreiste Lüge. Fehlende warme Unterwäsche und nicht startbereite Kampfjets sind schlicht Folge von Missmanagement. Denn allein in den letzten zehn Jahren wuchs der Militäretat um fast ein Viertel auf mehr als 50 Milliarden Euro  (…)

    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1163359.milliarden-fuer-die-bundeswehr-verfassungsrang-fuer-aufruestung.html

    WAZ, 28.04.2022, 9.30 Uhr
    Briten wollen Russland vollständig aus der Ukraine zurückdrängen
    „Die britische Außenministerin Liz Truss hat das Ziel formuliert, russische Truppen vollständig aus der Ukraine vertreiben zu wollen. „Wir werden schneller handeln und weiter gehen, um Russland aus der gesamten Ukraine zu verdrängen“, sagte Truss am Mittwochabend in London in einer Rede zur Sicherheitspolitik. Damit wären Kommentatoren zufolge nicht nur die seit Ende Februar angegriffenen Regionen gemeint, sondern auch die bereits 2014 von Moskau annektierte Halbinsel Krim und Teile der schon lange umkämpften Donbass-Region.

    Truss rief Londons westliche Verbündete dazu auf, ihre Anstrengungen zu verstärken und sprach sich deutlich für die weitere Lieferung schwerer Waffen – darunter auch Flugzeuge – aus. Ein Sieg der Ukraine in diesem Krieg sei nun ein „strategischer Imperativ“ für den Westen. „Wir haben Russland gezeigt, was wir bereit sind zu tun, wenn internationale Regeln missachtet werden“, sagte die konservative Politikerin. Man müsse sich nun – etwa mit Blick auf China – auch bereits vor weiteren Aggressionen in der Zukunft schützen.“

    ——

    Reinhard Lauterbach: Kriegsziele allseit – Immer unversöhnlicher

    Im Ukraine-Konflikt haben Großbritannien und Russland neue Ziele formuliert. Sie sind so angelegt, dass ein eventueller Kompromiss ohne eine militärische Entscheidung immer unwahrscheinlicher wird. Die britische Außenministerin Elizabeth Truss sagte am Mittwoch abend in London, Großbritannien strebe an, Russland vollständig aus der Ukraine zu vertreiben. Dies bedeute auch, die »Volksrepubliken« des Donbass sowie die Krim wieder unter ukrainische Kontrolle zu bringen. Aus ihrer Sicht ist »ein ukrainischer Sieg der strategische Imperativ« des Westens. Ministerpräsident Boris Johnson und Verteidigungsminister Ben Wallace hießen ukrainische Angriffe auf Ziele innerhalb Russlands ausdrücklich gut. Auch US-Außenminister Antony Blinken soll nach Angaben aus Kiew grünes Licht für solche Aktionen gegeben haben. Attacken gegen Tank- und Munitionslager in grenznahen Regionen Russlands hatten sich in den letzten Tagen gemehrt.

    Auf der anderen Seite erhöhte auch Moskau den Einsatz. Präsident Wladimir Putin sagte vor Staatsbeamten in St. Petersburg ebenfalls am Mittwoch abend, wenn der Westen glaube, vermittelt über die Ukraine strategische Bedrohungen für Russland aufbauen zu können, werde er es mit »blitzschnellen und vernichtenden« russischen Reaktionen zu tun bekommen.

    https://www.jungewelt.de/artikel/425491.ukraine-krieg-ziele-immer-unversöhnlicher.html

    ——-

    TomGard: Nukleare Vernichtung Polens und Deutschlands seit heute beschlossene Sache

    https://tgsrevue.home.blog/2022/04/26/nukleare-vernichtung-polens-und-deutschlands-seit-heute-beschlossene-sache/

  52. Briten ziehen Zorn Moskaus auf sich

    Auf russischem Gebiet brennen Öllager. London bewertet solche Angriffe als legitime Selbstverteidigung der Ukraine. Moskau reagiert erbost und droht mit dem Einsatz von Langstreckenraketen. Ziel seien dann "Entscheidungszentren in Kiew", ohne Rücksicht auf westliche Besucher dort.

    Die Regierung in Moskau warnt Großbritannien davor, die Ukraine zu Angriffen auf russischem Territorium zu ermutigen. Das russische Verteidigungsministerium bezog sich auf Äußerungen des Staatssekretärs im britischen Verteidigungsministerium, James Heappey, in der BBC, in denen Heappey Angriffe der Ukraine auf Nachschublinien innerhalb Russlands als legitim bezeichnet hatte. Wenn Großbritannien die Führung in Kiew zu solchen Maßnahmen direkt ermutige und die Maßnahmen umgesetzt würden, werde dies umgehend zu "einer verhältnismäßigen Antwort" führen, erklärte das Verteidigungsministerium.

    "Die russische Armee ist rund um die Uhr in Bereitschaft, um mit hochpräzisen Langstreckenwaffen Vergeltungsschläge auf Entscheidungszentren in Kiew zu starten." Bei solchen Maßnahmen wäre es für Russland nicht unbedingt ein Problem, wenn Vertreter bestimmter westlicher Länder in diesen Entscheidungszentren anwesend wären, erklärte das Ministerium.

    Britische Waffen bei Angriff auf Öldepot im Spiel?

    Zuvor hatte es Berichte über einen Großbrand in einem russischen Öldepot nahe der Grenze zur Ukraine gegeben. Ob das Feuer auf einen Angriff ukrainischer Streitkräfte zurückging, war zunächst unklar. Doch der Vorfall löste Spekulationen darüber aus, ob von NATO-Staaten an die Ukraine gelieferte Waffen auf russischem Gebiet zum Einsatz gekommen sein könnten.

    Großbritannien befürworte "selbstverständlich" ukrainische Angriffe auf Öldepots innerhalb Russlands, sagte Heappey. Es sei "vollkommen legitim für die Ukraine", Ziele in Russland anzugreifen, um die Logistik der russischen Armee zu stören und weiteres Blutvergießen auf seinem eigenen Territorium zu verhindern. Wenn dabei aus Großbritannien gelieferte Waffen zum Einsatz kämen, sei das "nicht unbedingt ein Problem". Es gebe schließlich viele Länder, die importierte Waffen einsetzten. Verantwortlich gemacht werde dafür aber nicht das Land, in dem sie produziert, sondern das, von dem sie abgefeuert worden seien, so Heappey weiter.

    Warnungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, westliche Länder würden durch Waffenlieferungen an die Ukraine Öl ins Feuer gießen, wies Heappey im Gespräch mit dem Sender Radio BBC 4 zurück. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Ukraine dank der Waffenlieferungen die russische Invasion erfolgreich abwehren könne. Die Gefahr einer atomaren Auseinandersetzung zwischen Russland und der NATO sei "verschwindend gering", so Heappey weiter.

    https://www.n-tv.de/politik/Briten-ziehen-Zorn-Moskaus-auf-sich-article23291289.html#Echobox=1651005938

    Das UK hat offenbar nicht nur die Vernichtung Rußlands, sondern auch die der EU im Visier.

  53. Wenn ein Staat ein Gebiet eines anderen Staates effektiv erobern und nicht nur zerstören will, dann kann er nicht nur mit Artillerie, Bomben, Cruise Missiles alles kaputt schießen, dann muß er auch mit Bodentruppen nachsetzen. Und da reine Infanterieverbände recht angreifbar sind, selbst wenn sie motorisiert vorrücken, selbst wenn das halbwegs gepanzerte Fahrzeuge sind, "muß" das noch was her: Das ist die Rolle von Panzern, die gegnerische verbliebene Widerstandsnester ausschalten sollen. Natürlich hat z.B. die US-Armee in den Irakkriegen auch Panzereinheiten eingesetzt.
    "Tatsächliche großangelegte Manöverbewegungen von mechanisierten Verbänden innerhalb eines Konfliktes konnte man erst wieder in der „Operation Dessert Storm“ 1991 und der „Operation Iraqi Freedom“ im Jahr 2003 sehen. Der rasche Fall der irakischen Armee unter dem Regime von Saddam Hussein 2003 wurde nicht zuletzt durch die rasche Zangenbewegung der 1st Marine Expeditionary Force und der 3rd Infantry Division auf Bagdad möglich.
    Alleine die 3rd Infantry Division, im Kern trotz ihres Namens ein mechanisierter Verband, legte bei ihrem Vormarsch im Irak innerhalb von vier Tagen über 300 Kilometer zurück und wurde schließlich durch ihre wiederholten „Thunder Runs“ ins Zentrum von Bagdad berühmt. Zuvor hatten zuletzt im Jahr 1999 mechanisierte Verbände auch maßgeblich den Einmarsch im Kosovo unterstützt. Zu größeren Gefechten war es dabei jedoch kaum gekommen, wie auch 1991 und 2003, wo die Panzer der alliierten Streitkräftekoalition meist nur mehr jene gegnerischen Panzer niederkämpfen mussten, die die zuvor durchgeführten alliierten Luftschläge überstanden hatten.
    … 

    Am Beginn der 2000er-Jahre mehrten sich die Stimmen in verschiedenen militärtheoretischen Schriften, die den Panzer in eine reine Unterstützungsrolle drängten und die Unwahrscheinlichkeit größerer Panzergefechte propagierten. Der Konflikt in der Ukraine ab dem Sommer 2014 und die heftigen Kämpfe im syrischen Bürgerkrieg zeigen jedoch das Gegenteil. Die ukrainische Armee musste (vorrangig ausgestattet mit T-62-Panzern) im Kampf in der Ostukraine herbe Verluste gegen modernere Panzertypen wie T-72B3 und T-72BM russischer Provenienz hinnehmen.
    Die Kesselschlachten von Ilowajsk im August/September 2014 und Debaltsewo im Jänner/Februar 2015 waren nicht zuletzt ein Ergebnis erfolgreicher Manöverkriegsführung und enger Abstimmung zwischen Kampf- und Kampfunterstützungsverbänden. Betrachtet man die Bewegungen der eingesetzten Kräfte auf der Karte, kommt man nicht umhin, an die sowjetischen Operationen der Jahre 1944/45 zu denken. In Ilowajsk und Debaltsewo gelang es in klassischen Zangenoperationen eine hohe Zahl ukrainischer Verbände einzuschließen und zum Großteil zu vernichten."
    Krieg der Panzer | Truppendienst

  54. Verstehe.
    Bei Einmarsch braucht es die Panzer doch noch.

    In Afghanistan hatten die Sowjets welche, aber die USA? Kamen die mit weniger Gerät aus, weil die Taliban gar nichts hatten?

  55. Florian Rötzer: Beim Ukraine-Krieg geht es nicht um die Ukraine.
    Washington will Russland durch einen Sieg der Ukraine schwächen, um die US-amerikanische "regelbasierte internationale Ordnung” durchzusetzen.

  56. US-Amerikanische Kriegsziele
  57. Auf zur neuen Weltordnung
  58. https://www.heise.de/tp/features/Beim-Ukraine-Krieg-geht-es-nicht-um-die-Ukraine-7069677.html?seite=all

    Christian Kliver:  "Angriffe auf Lager und Stützpunkte der russischen Mörder"

    Die Ukraine hat ihren Willen zu Gegenattacken auf russisches Territorium bestätigt. Damit ist die nächste Eskalationsstufe erreicht. 

    Gut zwei Monate nach dem Angriff der russischen Armee auf die Ukraine gehen deren Streitkräfte verstärkt zum Gegenangriff über. Zugleich drohen russische Interventionen im prorussischen Gebiet Transnistrien in der Republik Moldau.

    https://www.heise.de/tp/features/Angriffe-auf-Lager-und-Stuetzpunkte-der-russischen-Moerder-7070122.html

  59. "Gut zwei Monate nach dem Angriff der russischen Armee auf die Ukraine gehen deren Streitkräfte verstärkt zum Gegenangriff über."

    Wirklich? Und Rußland ist nicht mehr in der Lage, seinerseits die Eskalationsschraube weiter zu drehen?

  60. Wie kommst du auf diese Frage?

    Ist in den Texten von Russlands militärischen Kapazitäten die Rede? Wo? (Hab ich anscheinend überlesen.)

  61. Weil der Artikel so tut, als ob jetzt sozusagen die Kriegswende für die Ukraine angebrochen ist, weil sie anfangen oder wenigstens daran denken Ziele in Rußland anzugreifen.

  62. Rußland hat angekündigt, dann Kiew zu bombardieren. Man wird sehen.

    Was den Rötzer-Ausspruch betrifft, muß ich widersprechen. Man kann doch nicht sagen, um die Gegend, die jetzt mit Krieg überzogen wird, geht es nicht.
    Die Ukraine wird zum Schlachtfeld, das ist von ihrer Führung auch gewollte, und genau so kommt sie in den Berechnungen der kriegsführenden Parteien vor, sowohl Rußlands als der NATO.

  63. Ein "nur" fehlt wohl. Auch hier wäre ein “nur” nützlich:

    “Jetzt gehe es Washington nicht mehr [… eingefügt: ‘nur’ …] um einen Kampf über die Kontrolle über die Ukraine, sondern um einen Kampf, der die USA direkter gegen Russland stellt. Zuvor hatte Präsident Biden immer wieder betont oder vorgegeben, dass keine US-Truppen in den Konflikt einsteigen oder dass keine Flugverbotszone eingerichtet wird, aber das Engagement wurde dann sukzessive offensiver. Angeblich sollte seine Bemerkung, dass Russland geschwächt werden soll, die Ukraine stärken, aber wie schon 2001 die USA den langen globalen Krieg gegen den Terror ausriefen, sollen nun die Alliierten auf einen langen und neuen Kalten Krieg eingestimmt werden, der jederzeit in einen heißen umschlagen kann.” (Rötzer) https://krass-und-konkret.de/politik-wirtschaft/beim-ukraine-krieg-geht-es-nicht-um-die-ukraine/

    Zu den Gepard-Lieferungen:

    https://www.n-tv.de/politik/Ohne-Munition-muesste-Ukraine-auf-Gepard-Panzer-verzichten-article23292204.html

    https://www.heise.de/tp/features/Direktlieferung-deutscher-Panzer-an-die-Ukraine-Schweizer-Veto-in-Sachen-Munition-7067136.html

    Dass all dieses die diversen Staaten “des Westens” obendrein bzw. darin ja auch noch sehr unterschiedlich betrifft, bzw. mitgetragen wird (?), – – das wären meine weiteren Fragestellungen.

    —–

    Vor allem die Position der dt. Regierungsgrünen anlässlich angedrohter Eskalationen des Kriegsgeschehens wird hier kritisch thematisiert:

    https://www.tages-politik.de/Aussenpolitik/Ukraine-Waffenlieferungen-2022.html

    “Die offizielle lügnerische Lesart, dass man entgegen faktischer Kriegsbeteiligung erstens über die Russland ruinierenden Sanktionen und zweitens über den militärischen Beistand per Waffenexport nicht Kriegspartei sei und nicht werden wolle, ist seinem reellen Gehalt nach das kriegerische Ideal, den Krieg begrenzend auf ukrainisches Gebiet so verlustreich für Moskau zu machen, dass dies einer nachhaltigen Dezimierung russischer Militärmacht gleichkommt – sich also die regelrechte Verwicklung von Nato-Militär darüber erspare.”

  64. „Die Vereinigten Staaten erhöhen ihren Einsatz bezüglich der Ukraine. Präsident Joe Biden hat den Kongress an diesem Donnerstag um weitere 33 Milliarden Dollar (rund 31 Milliarden Euro) an wirtschaftlicher, militärischer und humanitärer Hilfe gebeten, um das Land gegen die russische Aggression zu verteidigen. »Wir greifen Russland nicht an, sondern helfen der Ukraine, sich gegen eine brutale Invasion zu verteidigen«, sagte Biden bei einem Auftritt im Weißen Haus als Antwort auf die Vorwürfe des Kreml am Donnerstag, Washington beginne einen Konfrontationskrieg durch verschiedene Agenten. »Solange die Angriffe andauern, werden wir weiter helfen«, fügte er hinzu.

    Dieses Geld kommt zu dem Paket von 13.600 Millionen Dollar (12.900 Millionen Euro) hinzu, das der Gesetzgeber letzten Monat genehmigt hat, und zeigt, dass Washington sich auf einen langen Krieg vorbereitet, Berechnungen, die ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses auf »mindestens fünf weitere Monate« geschätzt hat. Die hohe Summe bedeutet eine deutliche Erhöhung der von Washington für die Verteidigung der Ukraine bereitgestellten Gelder und kommt am Ende einer Woche, in der die USA zu erkennen gegeben hat, dass ihre Absichten in der Region weiterführen: Das Pentagon verbirgt nicht mehr, dass er die Gelegenheit sieht, Russlands militärische Fähigkeiten dabei zu schwächen, wie US-Verteidigungsminister Lloyd Austin diese Woche bei seinem Besuch in Europa sagte.“

    Auf Kosten der Ukraine, wie hier unbedingt zu bemerken ist. Die „Hilfe“ heißt natürlich fortgesetzte Zerstörung von Land und Leuten.

    „»Die Kosten dieses Kampfes sind nicht gering, aber der Aggression nachzugeben wird teurer, wenn wir zulassen, dass dies geschieht, ohne etwas zu tun«, sagte Biden. »Entweder wir unterstützen das ukrainische Volk bei der Verteidigung seines Landes, oder wir stehen abseits, während die Russen ihre Gräueltaten und ihre Aggression fortsetzen.« In dem Schreiben, das der Präsident an das Kapitol richtet und das Ersuchen begleitet, ist zu lesen: »Die Vereinigten Staaten müssen sich diesem Moment stellen und tun, was sie tun müssen.«“

    (El País, 29.4.)

    Die Bestimmung der Ukraine zum Schlachtfeld von US-Interessen wird also als eine Art Sachzwang dargestellt, dem sich die USA nicht entziehen können.

  65. Aus einem Interview in der Komsomolskaja Pravda mit dem Duma-Abgeordneten und Offizier Andrej Guruljow:

    KP: Selenskij sagte, dass die Ukraine jeden Tag 60 bis 100 Menschen verliere, und dann der Satz, der mir auffiel: „und ungefähr 500 Verwundete pro Tag.“ Was sagen Sie als Soldat? Was sind die wirklichen Verluste der ukrainischen Armee? Und warum hat Selenskij plötzlich beschlossen, diese Zahlen zu nennen?

    AG: Weil sich in der ukrainischen Gesellschaft Unzufriedenheit zusammenbraut. Dort haben die Russen schließlich in den ersten zwei Monaten tatsächlich mit den Russen gekämpft, das heißt, das Rückgrat derer, die Waffen in den Händen hielten, stammte aus den zentralen, südlichen und östlichen Regionen der Ukraine.

    Dann machte Genosse Selenskij jedoch in der Westukraine mobil. Und diese Leute verbreiten jetzt im Internet massiv Videos des Inhalts, dass sie nicht im Donbass sterben wollen. Im Allgemeinen ist ihnen der Donbass vollkommen wurscht.
    Die Äußerungen Selenskijs beruhen weiters auf Auf- und Abrundungen. Sie zählen die Verluste nicht, weil das gar nicht geht. Die Verwundeten werden nicht geborgen, die Toten nicht mitgenommen. Sie liegen auf dem Schlachtfeld herum und unsere Truppen müssen sich um die Bestattung kümmern. Zudem ist klar, dass sie in Gemeinschaftsgräbern begraben werden …

    KP: Sie können also oft gar nicht identifiziert werden?

    AG: So ist es. Und die Verwandten können nicht verstehen, wo ihre Kinder, Söhne, Ehemänner, Brüder geblieben sind. Es herrscht Unzufriedenheit, auch wenn die ukrainische Propaganda versucht, das alles zum Schweigen zu bringen. Und dies ist nicht länger ein Keim des Zweifels, sondern eine Welle von Zweifeln, die durch das ukrainische Volk geht, das sich sehr wohl bewusst ist, dass es eine Sache ist, Selenskij zuzuhören, und eine andere, zu wissen, dass geliebte Menschen verschwunden sind.

    KP: Wie schätzen Sie die tatsächlichen Verluste der ukrainischen Armee ein?

    AG: Mindestens 30.000 Tote. Wenn man die Verwundeten dazuzählt, nach den Erfahrungen jüngerer kriegerischer Ausernandersetzungen, muß man diese Zahl verdrei- oder -vierfachen.

    KP: Das heißt, aus den ukrainischen Streitkräften sind bereits 120.000 Mann ausgefallen?

    AG: Nun, die Leichtverwundeten werden behandelt und wieder in die Streitkräfte eingegliedert. Tatsächlich, denke ich, belaufen sich die Ausfälle auf 80-90.000 Mann. Daher die komplette Mobilmachung: Jeder, dessen man habhaft werden kann, wird eingezogen. Dazu kommt das Fehlen der entsprechenden Ausrüstung, der Waffen. Denn so viel kann selbst mit Hilfe des Westens nur schwer aufgebracht werden.

    KP: Erzählen Sie uns doch noch Genaueres über die Waffenlieferungen aus dem Westen.

    AG: Wenn sich ukrainische Soldaten darüber beschweren, dass sie mit dem Maxim-Maschinengewehr des vorvorigen Jahrhunderts kämpfen, ja, das ist beeindruckend! Aber „Maxim“ ist auch in unserer Zeit nicht das schlechteste Maschinengewehr. Und alles andere, was der Westen ihnen gibt, angefangen bei den amerikanischen M14-Gewehren, ist nicht mehr die beste Option. Panzerabwehr-Javelins, und LAVs funktionieren oft nicht aufgrund abgelaufener Haltbarkeit oder unsachgemäßer Handhabung. Und Bastler der Donbassrepubliken haben eine kleine Reparatur dieser Trophäen vorgenommen und verwenden sie in die entgegengesetzte Richtung.
    Das gleiche gilt für Haubitzen. Der Westen liefert sie natürlich in die Ukraine, aber um ehrlich zu sein, werden diese technisch anspruchsvollen Geräte oftmals von ausländischen Söldnern bedient. Und wenn die abhanden kommen, ist es extrem schwierig, sie zu ersetzen.

    (…)

    KP: Die Ukrainer erhöhen ständig ihren Einsatz. Früher baten sie den Westen um Javelins, dann um Haubitzen, jetzt um Langstreckenraketensysteme, HIMARS. Wie viele dieser Systeme brauchen sie, um die Kämpfe zu ihren Gunsten zu wenden?

    AG: Um ein solches Raketensystem mit mehreren Starts in einer Entfernung von 50 Kilometern zu verwenden, muss man genau verstehen, wo sich das Ziel befindet. Sie müssen entweder dorthin rennen oder fliegen oder es irgendwie sehen – das Ziel ist beweglich oder nicht, geschützt oder nicht. Wenn Sie das Aufklärungs- und Feuerleitsystem ausschalten, sind die HIMARS nutzlos. Was macht die Ukraine jetzt? Sie trifft mit ihren „Grad“-Geschützen die Wohnhäuser von Donezk! Wieso denn?

    KP: Verstehen sie nicht, wohin sie schießen? Wird auf gut Glück einfach drauflos geballert?

    AG: Sie verstehen schon, was sie tun. Aber die Luftaufklärung ist entweder ausgeschaltet, oder sie wird gar nicht eingesetzt. Sie nehmen die Landkarte – grob gesagt, der Stadt Donezk –, zeigen auf das Zentrum und los geht's. Sie kümmern sich um nichts mehr. Sie müssen nur irgendwie melden, dass sie kämpfen, schlagen. Und sie töten Kinder, Lehrer …
    Für uns ist es jetzt sehr wichtig, nichts importieren zu lassen, weder Waffen noch Aufklärungssysteme noch Munition. Sie müssen zerstört werden, und im Prinzip gelingt uns das. Nicht 100 Prozent. Das schafft niemand. Einiges kommt herein und wird an die Front gebracht.

    Noch etwas: Was können denn die USA oder Großbritannien liefern, was besser ist als unsere Waffensysteme? Ich bitte Sie! Was besseres als unsere Smertsch-Systeme gibt es auf der ganzen Welt nicht! Die kann man gar nicht genug loben …

    KP: Aber warum werden denn von der Ukraine nicht die Smertsch-Systeme eingesetzt, die sich in den Lagerhallen der ehemals sozialistischen osteuropäischen Staaten befunden haben?

    AG: Dort ist nichts. Wenn dort etwas wäre, so wäre es bereits aufgetaucht. Betrachten wir die Sache doch realistisch. Warum tauchen überhaupt die US-Haubitzen auf? Deshalb, weil bereits das gesamte sowjetische Gerät, das sich in osteuropäischen Waffenarsenalen befunden hat, aufgebraucht ist. Unsere Streitkräfte haben es innerhalb von 3 Monaten plattgemacht.

    (KP, 8.6.)

  66. Laut russischen Zeitungen gibt es inzwischen einen schwunghaften Handel mit Waffen in der Ukraine: Die leichteren Schußwaffen gehen an Banden und sonstige Waffenliebhaber in der EU, die schwereren Dinger, so auch Javelin-Anti-Panzer-Raketen, in den Nahen Osten.

  67. Angeblich würden westliche Geheimdienste davor warnen, dass die Ukraine diesen Krieg gar nicht gewinnen könne ….

    (…) Am Donnerstag veröffentlichte der britische Independent eine ihm zugespielte Analyse des dortigen Geheimdienstes, die zu sehr ernüchternden Ergebnissen kommt: Die russische Seite sei im Donbass bei den Geschützen und Raketenwerfern um den Faktor 20, bei der Artillerie um den Faktor 40 überlegen, der Ukraine gehe die Munition aus, und in der Truppe häuften sich Desertionen. Kiew verliere täglich nicht die 60 bis 100 Mann, die Selenskij kürzlich einräumte, sondern 400 bis 500. Die Brisanz dieses Dokuments liegt darin, dass die offiziellen allmorgendlichen Tagesübersichten des britischen Dienstes im wesentlichen die Erfolgspropaganda der ukrainischen Seite wiederholen. Da scheint also bei den westlichen Diensten etwas im Busch zu sein.(…)

    https://www.jungewelt.de/artikel/428185.siegfrieden-als-programm.html

    —–

    Peter Deckers Argumente im Interview bei 99 zu 1 am 31.Mai – in verschriftlichter Form:

    https://www.contradictio.de/blog/wp-content/uploads/2022-05-31-Peter_Decker_Ukraine_bei-_99zueins.pdf

  68. Heute hat ein hoher Mitarbeiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Wadim Skibitzkij, zugegeben, daß die ukrainische Armee praktisch die gesamte bisher gelieferte Artillerie-Munition verbraucht hat.

  69. Staat und Öffentlichkeit bedienen sich im Krieg gegen den „Killerrussen“ der gleichen national moralischen Ausschluss- und Verhetzungsstrategien wie in ihren seit gut 2 Jahren laufenden Krieg gegen das „Killervirus“ (und jene, welche noch folgen werden).

  70. Die bürgerliche Politik in der BRD (bis Merkel) hat als Propaganda für ihre angeblich guten Taten immer behauptet, sie vollziehe ihre Schritte und Maßnahmen vor allem, um einen Krieg zu verhindern. Europa – das sei ein einziges Friedenswerk!  (Am Thema Ukraine wird gerade daran gebastelt,  zu vermitteln, dass auch die BRD gute Gründe für einen Krieg und für ein massives Aufrüstungsprogramm wissen täte.) Das kam zwar vorher gelegentlich auch schon mal vor,  aber eigentlich haben sich alle wichtigen deutschen Politiker auf "Friedens-Willy" Brandt und dessen angebliche "Ausgleichs- und Friedenspolitik" berufen.   Der BRD gezieme es bis Anfang 2022,  in Kriegsfragen eher "zurückhaltend" zu agieren.

    Anlässlich des letzten Interviews mit A. Merkel wird dieses Friedens-Mantra hier auseinander genommen:

    https://www.tages-politik.de/Aussenpolitik/Merkel_Interview-7.6.22.pdf

    Vgl. auch: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/merkels-land-einer-welt-feindlicher-grossmaechte

  71. "Etliche Jahrzehnte war die Ukraine mit Russland verbunden, die Bevölkerungen waren vermischt, die Wirtschaft als Teil der SU eingerichtet. Ein solcher Staat kann eine, ohne Rücksicht auf den Nachbarn sich behauptende Souveränität nur als antirussisches Programm haben."

    Das stimmt ja nicht. Bloß weil die Ukraine Teil der SU war und Wirtschaft und Bevölkerung vermischt waren, muss daraus kein antirussisches Programm folgen. Weißrussland ist das Gegenbeispiel. Decker macht hier einen Zirkel, weil er eine "ohne Rücksicht auf den Nachbarn sich behauptete Souveränität" unterstellt. Er unterstellt also die Antirussische Ausrichtung, um sie dann aus der ehemaligen Vermischung in der früheren SU zu schließen. Die Absicht wird also durchgestrichen und eine historische Notwendigkeit hervorgezaubert.

    "Diese Friedensordnung ist eine Ordnung, in der die kapitalistischen Staaten seit 70 Jahren untereinander keinen Krieg führen."

    (sollen) fehlt. D.h. wenn sie einen Krieg führen, kriegen Sie es mit der USA oder der Nato zu tun.

    "Der Zugriff auf Ressourcen aller Art findet durch Kauf und Verkauf statt, nicht durch Raub, Kapitalismus ist eine Ökonomie der Ausbeutung und der Konkurrenz mit ihren Resultaten und nicht eine Ökonomie des Raubes. (Käptn Drake)"

    Wobei Raub eben keine Ökonomie ist, sondern sein Gegenteil. Immerhin unterstellt selbst Raub eine Ökonomie, die den Reichtum schafft, der am Ende geraubt wird. Eine Ökonomie des Raubs gibt es also nicht. Raub gibt es natürlich. Und es gibt auch Raub und Ausplünderung, die sich schädigend gegenüber der vorhandenen Ökonomie bemerkbar macht. Aber das kann notwendig kein Dauerzustand sein.

    "Da missversteht man den modernen Imperialismus, wenn man ihn an dem Maßstab misst, der früher gegolten hat."

    Decker missversteht wiederum den unmodernen Imperialismus, wenn er denkt, dass Raub sein Maßstab war.

  72. Der GSP arbeitet derzeit daran, so mein Eindruck, seine alte Imperialismus-Analyse irgendwie in die neueren Zeiten hinüberzuretten.

    Ich denke auch, daß die Idee, daß man als westliche Macht Grenzen bestehen läßt oder, wie in Jugoslawien, neue Staaten schafft, also neue Grenzen setzt, mit dem Ukraine-Krieg zu einem Auslaufmodell werden könnte.

    Bloß weil die Ukraine Teil der SU war und Wirtschaft und Bevölkerung vermischt waren, muss daraus kein antirussisches Programm folgen. Weißrussland ist das Gegenbeispiel.

    Das ist im Grunde richtig. Lukaschenko hat, als er den SU-Abwracker Schuschkiewitsch gestürzt hat, eben gegen dieses Programm verstoßen. Er war sozusagen der Betriebsunfall der neuen Weltordnung.
    Das weist darauf hin, wer die Architekten der antirussischen Ausrichtung der Ukraine ist: Die EU und die USA. Die haben diesen Staat diesbezüglich aufgebaut, daß ihm eine andere Perspektive gar nicht übrig blieb.

    Zu der Raub-Theorie, wie sie hier vertreten wird, ist zu sagen, daß auch der Kolonialismus keineswegs nur auf Raub, also unmittelbarem Wegnehmen durch Gewalt beruht hat.
    Hat nicht Peter Minuit irgendwelchen Indianern New York für Glasperlen abgekauft?
    Auch andere nordamerikanische Indianer wurden genötigt, Verträge zu unterzeichnen, in denen sie den weißen Amerikanern ihre Territorien für irgendwelche minimalen Gegenleistungen verkauft haben.

    Es wird also hier im GSP-Umfeld ein Bild gezeichnet, das einen grundlegenden Unterschied zwischen Kolonialismus und vertragsbasierter Ausbeutung behauptet, und dieser Unterschied ist nicht in Stein gemeißelt. Wenn es mit normalem Tausch und darauf basierenden Druckmitteln nicht geht, so kann durchaus wieder unmittelbare Gewalt eingesetzt werden …

    Diese ganzen Beiträge wären übrigens unter „Imperialismus heute“ besser aufgehoben.

  73. "Zwei Wochen vor Kriegsbeginn hatte Selenskyj gesagt, sein Land lebe schon seit 2014 mit einer Dauerbedrohung durch Russland. Er beklagte damals, der westliche "Alarmismus" schade dem Land mehr als er nütze: "Der beste Freund für die Feinde ist Panik in unserem Lande." Sprich: Russland nütze es, wenn Angst zur Destabilisierung in der Ukraine führt."   (dpa, grad bei web.de als Selenskiys Verärgerung über eine Biden-Äußerung zitiert)

    Vor dem Krieg war in der Ukraine der Hinweis auf Russland also etwas, das zur Destabilisierung in der Ukraine geführt habe. Erst der Kriegsbeginn hat der Regierung den Anlass geboten, das Land komplett mit Mann und Maus und stur antitrussisch hinter der Fahne der Regierung zu versammeln (die galt vorher nämlich als zerstritten, korrupt, inkompetent etc). Ein paar Gesetze, die auf den Kriegsausbruch folgten,  waren aber schon auch notwendig.  Aber, insgesamt betrachtet, ist das auch so ein Treppenwitz der Geschichte, dass Russland den Nationalismus der Ukraine, den es angeblich hat bekämpfen wollen, anscheinend erst recht gestärkt hat. (Damit sei weder behauptet, so sei er geboren worden. Noch, dass ihn erst die 2022er Kriegsgesetze der Ukraine hervorgerufen hätte. Ich weiß schon, warum ich das jetzt unterstreiche…)

  74. Ich denke auch, daß die Idee, daß man als westliche Macht Grenzen bestehen läßt oder, wie in Jugoslawien, neue Staaten schafft, also neue Grenzen setzt, mit dem Ukraine-Krieg zu einem Auslaufmodell werden könnte.

    Kannst du das noch ein wenig erläutern? Welche dritte Möglichkeit gibt es denn noch, außer Grenzen bestehen lassen und neue Grenzen setzen und was ändert der Ukrainekrieg daran.

    zu Leser: Beziehst du dich auf einen Post? 

     Aber, insgesamt betrachtet, ist das auch so ein Treppenwitz der Geschichte, dass Russland den Nationalismus der Ukraine, den es angeblich hat bekämpfen wollen, anscheinend erst recht gestärkt hat.

    Ja, unabsichtlich im Resultat. Ungefähr genauso, wie das Ölembargo gegen Russland die Preise für Rohöl in die Höhe treibt und so die eigentliche Absicht Russland die Einnahmen zu bestreiten konterkariert. Irgendwie nicht zu Ende gedacht. 

  75. @Kehrer

    Ich denke, daß die Ukraine geteilt werden wird. Und andere Staaten ein Stück davon kriegen werden.

    @Leser

    „Der Nationalismus“ ist halt in dem all sehr ungenau, weil in Sachen Rußlandfeindlichkeit sollte man nicht nur das glauben, was in den Medien verlautbart wird.

    Also die einen sind sicher in ihrem Element (gewesen?), und hoffen auf einen Sieg gegen die Moskowiten.
    Die anderen verstecken sich, so gut es geht, und treten leise.
    Und die 3. Abteilung, der das alles mehr oder weniger wurscht ist, sind eben derzeit Kanonenfutter.
    Noch.

  76. Peter Decker:  Ist Die Ukraine eine eigenständige Kriegspartei?

    Alles, was die Ukraine zusammenbringt, ist das Produkt der Aufrüstung, des Trainings, der Zusammenarbeit mit den USA und das Produkt von sehr viel Geld, das aus dem Westen in die Ukraine fließt. Der Staat Ukraine kann nur dadurch bestehen, dass sein Staatshaushalt vom Westen finanziert wird. Insofern ist die Ukraine eine für den Zweck des Westens zurechtgemachte Nation.
    Andererseits: Ohne den fanatischen nationalen Selbstbehauptungswillen einer nicht- russischen Ukraine wäre die Instrumentalisierung auch nicht zu haben. Sie ist also kein Proxy ohne eigene Subjektivität. Der Staat mit seinem fanatischen Willen ist der richtige Partner für den Zweck des Westens. Den hat er finden müssen und nicht einfach erzeugen können.

    Russischer Krieg – Ablenkung von miserabler wirtschaftlicher Lage?

    Die Frage gibt es immer wieder: „Führt der Staatschef den Krieg, um das Volk hinter sich zu scharen und die Opposition zu marginalisieren?“
    Die Wirkung haben Kriege, weil sie sich beim eigenen Volk auf einen Nationalismus verlassen können, weil das Vaterland, wenn es in einer Selbstbehauptungsnot ist, sich auf das Dahinterstehen der Leute verlassen kann. Die Völker sind so dumm, sich im Krieg hinter die Regierung zu stellen und der Staatschef kann dieses Gratisgeschenk nutzen.

    Aber einen Krieg, der die Existenzfrage stellt, ob Russland sich als selbstständige Großmacht behaupten kann oder ob es ein Stück weit mehr demontiert wird, bricht ein Staat nicht vom Zaun mit dem Gedanken, es wäre für die Wahl günstig, nationale Euphorie zu schaffen."

    https://www.contradictio.de/blog/wp-content/uploads/2022-05-31-Peter_Decker_Ukraine_bei-_99zueins.pdf

    als Komplett-Video:  https://www.youtube.com/watch?v=MsGo3mnC0_w

    als Audio-Datei:    https://99zueins.fireside.fm/140

    —-

    (Anmerkung: Dass nahezu die gesamte BRD-Intelligenz sich vorbehaltlos hinter den Kriegsflaggen der Ukraine versammelt, etliche Vereinigungen wie der PEN und die Linke spalten sich darüber, – wirft manch schlechtes Licht auf ebendieselbigen. Nämlich, dass der BRD-Intelligenz jeder Anlass rect ist, um endlich deutsche Aufrüstung und deutsche Weltmacht anpeilen zu wollen. Selbstredend nicht diese, sondern “die weltweite Geltung wertebasierter Werte” oder so ähnlich verquastes ideologisches Zeux, das ihnen nie und nimmer beim Jemen-Krieg Saudi-Arabiens einfallen täte…. [Leser]. )

  77. Obwohl es für die Leser hier keine Überraschung ist, so ist doch noch einmal zu betonen, daß von dem vielen Geld, das für Waffen, Militär und Ausbildung in die Ukraine fließt, in der Zivilgesellschaft nix ankommt.

    Ein ukrainischer Freund hat unlängst erzählt, daß einen Kranken in der Ukraine nicht einmal die Rettung abholen kommt, wenn er nicht am Telefon glaubwürdig machen kann, daß er Kohle hat, um sowohl Transport als auch Behandlung zu bezahlen.
    Man versucht den Leuten irgendwelche Privatversicherungen aufzuschwatzen, die sich ohnehin kaum wer leisten kann – die wollen aber dann auch nicht zahlen und sind deshalb für die Katz, weil das medizinische Personal das weiß und nur Bargeld nimmt.
    Das nur zum Gesundheitswesen.
    Verschiedene Flüchtlinge sind echt glücklich, daß sie in Österreich einmal eine körperliche Generalrenovierung vornehmen können.

  78. @nestor: Und wieso ist die Ukraine für wen ein Auslaufmodell? Ich verstehe das immer noch nicht.

    @Leser: Und warum postest du es nicht in diesem Thread, wenn es sich darauf bezieht. Oder tut es das nicht wirklich.

    Zu "Der Krieg und Du"

    "Dazu müssen die vielen fiktiven Mit-Subjekte einer deutschen Stellung die Kriegskalkulationen der Bundesregierung überhaupt nicht kennen."

    Es stimmt zwar, dass deutsche Nationalisten nicht darüber entscheiden, ob und in welcher Form sich Deutschland am Krieg beteiligt, aber schließlich haben die selben Leute bestimmt, dass dafür die Regierung zuständig sein soll. So "fiktiv" ist das Verhältnis also nicht. Es ist immer die gleiche Ideologie, dass die Nationalisten in Wirklichkeit bloß Opfer seien, und nicht die Subjekte, weil sie keine Waffenlieferungen beschließen. Und dass ihr "Ja", ihre Zustimmung zu dem Krieg bloß eine Zusatzleistung ist, die sie genauso gut auch lassen könnten. Dass die nationale Gemeinschaft von Seiten des Volks bloße Einbildung ist, während er von der Seite der Nation purer Zwang ist. Das ist eine falsche Theorie, die hier ständig die Analyse verhagelt. Das ist eben verkehrt, weil sie zu ihrem "ja" zum Ukrainekrieg nicht gezwungen werden und alle Konsequenzen mittragen ohne zu murren. 

    "So werden die von ihrem Staat in eine Kriegslage hineingezogenen Bürger mit ihrem Staat identifiziert und identifizieren sich mit ihm, wenn der „zwei Flugstunden von Berlin entfernt“ die eine Kriegspartei aufrüstet, um der anderen ihren Krieg kaputtzumachen. Das ist die erste unwahre Gleichsetzung, auf der der öffentliche Kriegsdiskurs beruht."

    Wieso denn unwahr, wenn die Bürger wie zugestanden wird "sich mit ihm identifizieren"? Dann haben sie, also die Bürger sich doch gleichgesetzt/identifiziert. Wenn von b e i d e n Seiten die Gleichsetzung erfolgt, wieso ist diese Gleichsetzung dann unwahr?

    Ich kann es auch nochmal weiter unter kritisieren:

    "„Was soll man als Vater, als Mutter, als Mensch, dazu noch sagen?! Niemand ist mehr sicher vor diesem Terrorherrscher. Wir müssen Putins Regime vernichten. Bevor es uns vernichtet. Ich geh jetzt mal kurz heulen.“ (Tweet von Bild-Reporter Julian Roepcke, 24.2.22)

    Dieses fiktive Subjekt-Sein in einem Gewaltgeschehen, von dem der Normalmensch nur passiv und hilflos betroffen ist – in der Ukraine praktisch, hier im Wesentlichen nur ideell –, ist die Prämisse der öffentlichen Debatte über den Krieg und die deutsche Beteiligung an ihm."

    Den Nationalismus in ein "fiktives Subjektsein" umzudichten halte ich für eine Verharmlosung. Als Vater, Mutter und Mensch ist in der Tat niemand sicher vor der Staatsgewalt und zwar vielmehr von der, an die man Steuern bezahlen muss als vor einer ausländischen. Nicht mehr sicher vor dem "Terrorherscher" Putin ist dagegen der deutsche Nationalist und eben nicht Vater, Mutter, Mensch. Es ist also schlicht eine Lüge, die damit sie durchgeht beinharte Nationalisten unterstellt, wenn denen nicht auffällt, dass hier in Wirklichkeit deutsch denkende Väter, Mütter, Menschen unterstellet sind. Dass sie Nationalisten sind ist die Kritik und nicht dass sie sich ihr Subjekt sein einbilden.

  79. @Kehrer

    wieso ist die Ukraine für wen ein Auslaufmodell?

    Ich weiß nicht, worauf du dich hier beziehst.
    ___________

    Die Ukraine verbietet mit dem heutigen Tag die Ausfuhr von Kohle, Heizöl und Gas. Eine interessante Meldung.

    Erstens ist die Ukraine bei Gas und auch Öl Importeur, weil ihre eigenen Vorkommen nicht so toll sind. D.h., die Ukraine hat nicht vor, vor dem Winter zu einem Friedensschluß zu kommen und wieder aus Rußland Öl und Gas zu importieren.
    Ohne Häfen werden diese Energieträger aber kaum in die Ukraine zu bekommen sein, ganz gleich woher.
    Die Kohle kommt aus dem Donbass, von dort soll sie wohl auch nicht mehr gekauft werden. (Dabei wurde gegen Poroschenko seinerzeit Anklage erhoben, weil er Kohle aus dem Donbass gekauft hat, entgegen vorheriger Abmachungen mit seinen Kumpanen. Es ging einfach nicht anders.)

    Zweitens weist das Ausfuhrverbot darauf hin, daß es dennoch Personen zu geben scheint, die angesichts der jetzigen hohen Preise für Energieträger mit dem Verkauf dieser knappen Güter ein Geschäft machen wollen.
    Daran ändert übrigens das Verbot nichts. Auch bisher wurden jede Menge Güter illegal ausgeführt, über die Grenzen und durch Pipelines. Es ist einfach eine Frage des Geldes, das man den zuständigen Kontrollorganen zahlt.

  80. Deutsche Führungsrolle solle die Bundesregierung ausüben – so die Mahnungen aus Washington und  der Ukraine. Und die bestehe nicht in einer "Balance" mit Russland, sondern darin, sich vorbehaltlos hinter den Kriegskurs Washingtons und der  Ukraine zu stellen. "Schwere Waffen" wirklich zu liefern – und nicht nur das Versprechen davon – solle vor allem  damit einhergehen. (Mal schauen, wie lange die politische Führung der EU sich solcherlei Beauftragung gefallen lässt….)

    Letztlich werden die EU-Würdenträger am Donnerstag also vermutlich: a) den sogenannten “Beitrittsprozess” befürworten – der ist nämlich mit Ende offen und taugt als leeres Versprechen – sowie b) neue Kredite an die Ukraine versprechen. Und c) darüber ein gehöriges Tamtam veranstalten ….

    —-

    (…) jw – Hintergrund: Atomwaffen für Ukraine
    Der Mann meint es ernst. So wichtig war dem ehemaligen polnischen Außenminister und heutigen Europaabgeordneten Radoslaw Sikorski seine Interviewaussage gegenüber dem in Warschau ansässigen Medienprojekt »Nexta«, dass er sie auch auf seinem eigenen Twitter-Account online stellte. Russland habe mit seinem Überfall auf die Ukraine das Budapester Memorandum aus dem Jahr 1994 verletzt, das Kiew im Gegenzug zur Beseitigung aller auf ukrainischem Territorium gelagerten, einst sowjetischen Atomwaffen Sicherheitsgarantien zusprach, hielt Sikorski fest; »der Westen« dürfe der Ukraine daher »die Gelegenheit geben, ihre Unabhängigkeit zu verteidigen« – und das bedeute, er habe das Recht, ihr Atomwaffen zu liefern. Im EU-Parlament leitet Sikorski die Delegation für Beziehungen zu den USA und gehört dem Auswärtigen Ausschuss sowie dem Unterausschuss für Verteidigung an.

    Nun, ganz so weit, wie Sikorski es wünscht, ist der Westen mit seinen Waffenlieferungen an die Ukraine noch nicht. Allein die Bundesregierung hat allerdings schon in den ersten drei Kriegsmonaten die Lieferung von Kriegsgerät im Wert von gut 350 Millionen Euro an Kiew genehmigt. Das hat das Bundeswirtschaftsministerium auf eine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dagdelen (Die Linke) bestätigt: Kriegswaffen im Wert von fast 220 Millionen Euro; sonstige Rüstungsgüter, etwa Helme und Schutzwesten, für 85 Millionen Euro; weiteres Gerät aus Beständen der Bundeswehr für 45 Millionen Euro. Insoweit es sich um gebrauchte Güter handelt, ist ihr aktueller Wert berechnet worden. Der Neuwert läge zum Teil ganz erheblich höher. (…) Die USA haben gar Kriegsgerät im Wert von 4,37 Milliarden Euro zugesagt. (…) https://www.jungewelt.de/artikel/428340.sipri-jahresbericht-apokalypse-eingepreist.html

    —-

    Der Guardian prognostiziert, dass der Westen im Wirtschaftskrieg mit Russland nicht siegt. https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/sanktionen-russland-gewinnt-den-wirtschaftskrieg

    —-

    so letztens: https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/eu-habe-moralische-verpflichtung-zum-wiederaufbau-der-ukraine/
    https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/eu-internationaler-strafgerichtshof-und-niederlande-wollen-gerechtigkeit-in-ukraine/

  81. War in Ukraine reaches pivotal moment that could determine long-term outcome, intelligence officials say

    Ukraine's military is burning through Soviet-era ammunition that fits older systems as the country pleads with the West to send more heavy weaponry and Russia amasses a significant artillery advantage around two strategically important cities in eastern Ukraine.

    Western intelligence and military officials believe Russia's war in Ukraine is in a critical stage that could determine the long-term outcome of the conflict, according to multiple sources familiar with US and other Western intelligence.

    This pivotal moment could also force a tough decision for Western governments, which have up until now offered support to Ukraine at a steadily increasing cost to their own economies and national stockpiles of weapons.

      US Secretary of Defense Lloyd Austin is poised to lead a working group of nearly 50 countries to discuss the crisis on Wednesday, when the US expects more announcements of weapons and equipment packages for Ukraine, according to a senior US defense official. Ukrainian officials have expressed frustration that these vital munitions appear to be trickling into the fight piecemeal — and have raised fears that Western commitment may be softening at a decisive moment.

        "I think that you're about to get to the point where one side or the other will be successful," said a senior NATO official. "Either the Russians will reach Slovyansk and Kramatorsk or the Ukrainians will stop them here. And if the Ukrainians are able to hold the line here, in the face of this number forces, that will matter."

        (…)

        A preference for Soviet systems

        US officials insist that Western arms are still flowing to the front lines of the fight. But local reports of weapons shortages — and frustrated pleas from Ukrainian officials on the front lines — have raised questions about how effectively supply lines are running. Ukraine has begged not only for heavy artillery but also for even more basic supplies, like ammunition.

        Part of the problem, sources say, is that even as Ukraine is running out of old Soviet munitions that fit existing systems, there have also been obstacles to transitioning its fighters to Western, NATO-compliant systems. For one thing, training soldiers on these systems takes time — and takes needed fighters away from the battlefield.

        In some cases, according to one source familiar with US intelligence, Ukraine is simply opting not to use the unfamiliar Western systems. For example, despite receiving hundreds of Switchblade drones, some units prefer to use commercial drones rigged with explosives that are more user-friendly.

        (…)

        https://edition.cnn.com/2022/06/14/politics/ukraine-war-pivotal-moment-intelligence-officials-loses-in-the-east-russia/index.html

        Laut CNN (einem nicht gerade gesellschaftskritischen Blatt) gehen also dem Westen sowohl die Waffen als auch ökonomisch die Luft aus, während die Ergebnisse des Krieges in der Ukraine für die Anti-Rußland-Koalition unerfreulich sind.

      • Wie man es hinkriegt, diverse sogenannte "Beitrittskandidaten" (.z.B.die Ukraine)  zur EU gleichzeitig an diese zu binden, und sie desungeachtet von einer Mitgliedschaft aber “erst einmal…” fernzuhalten, das hat sich Macron letztens überlegt  …

        https://www.euractiv.de/section/europakompakt/news/macron-stellt-alternative-zum-eu-beitritt-vor/

        —–

        Ob die EU in diesem Konflikt überhaupt so etwas wie eine “eigenständige Position” hinbekommt, ist nicht nur wegen der Innerverhältnisse der EU fraglich. Fraglich ist es zunächst einmal und vor allem anderen wegen der Wucht des Antagonismus in diesem Krieg.

        https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ukraine-russland-nato#fnref45

        https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/gretchenfragen-ukraine-krieg

      • Russlands Krieg gegen die UkraineKiews überraschende Waffenwunschliste

        1000 Haubitzen, 300 Raketenwerfer, 1000 Drohnen: Ein Berater von Präsident Selenskyj hat so viele schwere Waffen angefordert, dass selbst die US-Armee den Wunsch kaum erfüllen kann. Was steckt dahinter? (…)

        Zuletzt legte Mykhailo Podolyak, Berater von Präsident Wolodymyr Selenskij, eine eindrucksvolle Wunschliste vor. Um den Krieg zu beenden, brauche sein Land 1000 Haubitzen vom Kaliber 155 Millimeter, 300 Mehrfachraketenwerfer, 500 Kampfpanzer, 2000 bewaffnete Fahrzeuge und 1000 Drohnen.

        Es sind enorme Zahlen, die Podolyak aufruft. Zum Vergleich: Die USA haben bisher die Lieferung von 108 M777-Haubitzen mit eben jenem Kaliber versprochen, dazu 200.000 Schuss Munition. Auch Kanada und Australien wollen zusammen zehn dieser »Triple Seven« liefern. Insgesamt sind es knapp 300 Artilleriesysteme, die aus dem Westen für Kiew bereitgestellt werden sollen.

        Auch bei den zugesagten Mehrfachraketenwerfern besteht eine erhebliche Diskrepanz zu den aktuellen Forderungen aus Kiew. Nur knapp 50 sollen geliefert werden. 270 Panzer sind fest zugesagt – auch das ist weit weg von den geforderten 500.

        Der Hintergrund der Zahlen von Podolyak ist unklar. Aber ungeachtet der Tatsache, dass viele schwere Waffen bisher nur zugesagt und nicht geliefert wurden: Die Forderungen dürften die Möglichkeiten von vielen Nato-Mitgliedern übersteigen, teilweise deutlich.

        Nicht einmal die US-Armee könnte diesen Materialbedarf wohl decken

        Zur Einordnung: Die Bundeswehr besitzt selbst nur noch knapp über 250 aktive Leopard 2, die Kampfpanzer der deutschen Streitkräfte. Zu den Mehrfachraketenwerfern gehören auch die MLRS (Multiple Launch Rocket Systems), von denen einige aus den USA und Großbritannien in die Ukraine gehen sollen. Doch die geforderten 300 Stück würden ungefähr die Hälfte des US-Bestands ausmachen. Die 1000 Haubitzen entsprechen ungefähr dem gesamten US-Arsenal. Von den »Triple Seven« soll das Pentagon mehr als 500 besitzen.

        Sollte sich der Westen entscheiden, diese Mengen liefern zu wollen, wird das höchstens durch gemeinsame Anstrengungen möglich sein. Nicht mal die US-Armee dürfte willens sein, so viele schwere Waffen zu liefern.

        Zudem: Im Vergleich zur vergangenen Woche hat sich die Liste der von Kiew geforderten Rüstungsgüter deutlich verlängert. Oleksiy Arestovych, ein weiterer Berater Selenskyjs, forderte damals 60 Raketenwerfer. Sie würden ausreichen, um die russischen Invasoren zurückzuschlagen. Woher stammen nun also diese hohen Forderungen?

        Einerseits dürften die Nerven in Kiew angesichts der hohen Verluste blank liegen. Aber möglicherweise hat der Tweet auch taktische Gründe. Am Mittwoch tagen unter dem Vorsitz des US-Verteidigungsministers Lloyd Austin die Nato-Verteidigungsminister in Brüssel bei einem Sondertreffen – dort soll es auch um weitere Waffenlieferungen gehen. Möglicherweise soll die lange Wunschliste von Podolyak als Verhandlungsmasse bei diesem Treffen dienen.

        Der tatsächliche Bedarf dürfte darunter liegen

        Ebenfalls ein Motiv könnten die zuletzt weitreichender formulierten Kriegsziele von Präsident Selenskyj sein. So sprach er nun deutlich den Willen aus, auch die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim zurückerobern zu wollen. Wenn die ukrainische Armee entsprechende Waffen erhalte, könne sie das Territorium befreien, hieß es.

        Zumindest gehen einige Militäranalysten davon aus , dass der tatsächliche Bedarf der Ukraine unterhalb der aktuellen Angaben liegt. Insofern ist die Forderung von Podolyak eher an die internationale Politik adressiert und weniger an die Militärs. Ein solches taktisches Kalkül beim Erstellen von Waffenwunschlisten wäre jedoch nicht ohne Risiko und könnte zulasten von Vertrauen in die Angaben der Ukraine gehen.

        https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/russlands-krieg-in-der-ukraine-was-hinter-kiews-langer-waffen-wunschliste-steckt-a-277a795c-804d-474c-a028-ef9b45517a2b?utm

      • Europol und Interpol schlagen Alarm
        Europäer befürchten illegalen Waffenfluss aus Ukraine

        Mit dem Beginn der russischen Intervention in der Ukraine hat der Westen Kiew seine militär-technische Unterstützung zugesichert und begann praktisch sofort damit, massenhaft Waffen in das Krisenland zu exportieren.

        Seitdem ist den Ukrainern westliches Kriegsgerät im Wert mehreren Milliarden Euro übergeben worden. Dies könnte sich allerdings zu einem immensen Problem für Europa entwickeln, falls die gelieferten Waffen illegal in die europäischen Länder gelangen und die dortige Sicherheitslage gefährden würden.

        Das Problem mit illegalen Waffen in und rund um die Ukraine ist nicht neu. Die ehemalige Sowjetrepublik gilt seit 2014 als ein Bürgerkriegsland, in dem mit einer Vielzahl von verschiedenen tödlichen und komplexen Waffensystemen gekämpft wurde. Nach den zahlreichen Misserfolgen der ukrainischen Armee im Krieg gegen die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk wurde die Führung in Kiew jahrelang aktiv von den USA und anderen NATO-Mitgliedern massiv aufgerüstet und praktisch mit Lieferungen von Kriegsgerät in Milliardenhöhe eingedeckt. Insbesondere zwischen dem Ende des vergangenen Jahres und vor dem Beginn der russischen Militärintervention haben westliche Staaten zusätzlich eine Vielzahl von Waffen in die Ukraine geliefert.

        Mit dem Beginn des Krieges am 24. Februar hat der Westen Kiew seine militär-technische Unterstützung zugesichert und begann wenig später damit, massenhaft Waffen in das Krisenland zu exportieren. In den vergangegen drei Monaten wurde westliches Kriegsgerät im Wert von mehreren Milliarden Euro an die Ukraine übergeben.

        Dieses Vorgehen könnte sich allerdings als ein weitreichender Fehler herausstellen und sich künftig zu einem immensen Problem für Europa entwickeln. Denn die gelieferten Waffen könnten illegal in die europäischen Länder gelangen und die dortige Sicherheitssituation verschlimmern.

        Davor haben auch diverse Experten lange gewarnt. Wenn nämlich Waffenlieferungen in die Ukraine ohne weitere Kontrolle über den Einsatz dieser Waffen von statten gehen, dann würde das zu grossen Problemen führen, und zwar nicht unbedingt nur in der Ukraine.

        Die Rede ist nicht von schweren Waffen wie Panzern, sondern von tragbaren, jedoch nicht weniger tödlichen Systemen wie Luftabwehr- oder Panzerabwehrraketen sowie Kamikaze-Drohnen. Diese können – im Gegensatz zu Haubitzen oder gepanzerten Fahrzeugen – ohne grossen Aufwand nach Europa geschleust werden.

        Europol und Interpol schlagen Alarm

        Offenbar hat man solche Gefahren inzwischen auch in der Europäischen Union erkannt, wo sogar erhebliche Sicherheitsbedenken über rigorose Waffenlieferungen existieren. Anfang Juni hatte die europäische Polizeibehörde Europol als erster grosse Einrichtung davor gewarnt, dass die Waffen aus der EU an die Ukraine langfristig in falsche Hände geraten könnten.

        Wie die Europol-Direktorin Catherine De Bolle diesbezüglich der ’Welt am Sonntag’ mitgeteilt hatte, müsse eine Situation wie vor 30 Jahren im Jugoslawienkrieg verhindert werden und deshalb plane man, eine internationale Arbeitsgruppe einzurichten, um Strategien dagegen zu entwickeln, so De Boelle.

        Damals waren unzählige Waffen aus dem Konfliktgebiet auf dem Balkan illegal in andere europäische Länder gegangen und viele dieser Waffen werden ’auch noch heute von kriminellen Gruppen genutzt’.

        Wichtig anzumerken ist, dass die ehemaligen Konfliktparteien deutlich weniger Waffen erhalten hatten, als die heutige Ukraine, und dass einige Regionen des ehemaligen Jugoslawiens nach Angaben von Sicherheitsbehörden europäischer Staaten nach wie vor wichtige Waffenlieferanten für die europäische Kriminalität seien.

        Angesichts dessen ist es nicht übberaschend, dass auch die internationale Kriminalbehörde Interpol die Gefahr einer Zunahme des illegalen Waffenhandels wegen des Ukraine-Krieges sieht. So prognostizierte Interpol-Chef Jürgen Stock laut einem Artikel der britischen Zeitung ’The Guardian’, dass die in das osteuropäische Krisengebiet gelieferten Waffen in der globalen Schattenwirtschaft und in den Händen von Kriminellen landen könnten.

        Ähnliche Entwicklungsmuster hätte man schon in Teilen Afrikas und in der Balkan-Region beobachten können, heisst es. Dort hätten organisierte Verbrecher die unübersichtliche Lage und die hohe Verfügbarkeit von Waffen versucht auszunutzen.

        Stock meint, dass Kleinwaffen aktuell die Hauptsorge seien. Deshalb forderte er die 195 Mitgliedsstaaten von Interpol zu einer intensiven Nutzung verfügbarer Datenbanken auf, die beim Aufspüren von Waffen helfen könnten, die etwa in einem anderen Land gestohlen worden seien.

        Umgang mit Kriegsgerät in der Ukraine

        Ein Aspekt, der die Befürchtungen der Europäer bestärkt, ist der Umstand, dass die Ukraine bereits in Folge des seit 2014 geführten Bürgerkrieges im Donbass sich unter anderem in einen Umschlagplatz für Waffenhandel verwandelt hatte. In der Ukraine selbst haben die unzähligen Waffen, die sich damals plötzlich in den Händen von vielen Bürgern befanden und unkontrolliert den Besitzer wechseln konnten, zu blutigen Auseinandersetzungen geführt. Jahrelang galt die ehemalige Sowjetrepublik als Lieferant von Waffen und militärischer Ausrüstung auf dem internationalen Schwarzmarkt.

        Gegenwärtig gibt es noch andere Gründe dafür, dass die rigorosen Waffenlieferungen aus westlichen Ländern in der aktuellen Situation langfristig nicht nur in der Ukraine, sondern auch in europäischen Ländern Probleme verursachen könnten.

        Ein Hauptgrund ist, dass die ukrainische Führung nach der russischen Invasion beschlossen hatte, Waffen teilweise unkontrolliert in der Bevölkerung zu verteilen. Allein in Kiew sollen nach Medienagaben Ende Februar mehr als 25.000 Schusswaffen an Bürger ausgegeben worden sein. Dies hatte unter anderem dazu geführt, dass kriminelle Banden im Grunde mitbewaffnet wurden. Als Folge hat man heute in den meisten Fällen einfach keine Möglichkeit zu bestimmen, wohin diese Waffen letztendlich gegangen sind.

        Aber auch die kontrollierte Bewaffnung von regulären Streitkräften, freiwilligen Kampfgruppen und anderen Einheiten in der Ukraine ist durchaus fragwürdig, weil Teile der ukrainischen Verteidigungskräfte nicht gerade viel Vertrauen einflössen. Unter denen, die im Zuge der Kampfhandlungen Schusswaffen und andere Waffensysteme von dem ukrainischen Verteidigungsministerium erhalten haben, befinden sich offenbar Mitglieder von Banden, nationalistische Organisationen und andere kriminelle Elemente. Ein Beleg dafür ist die grassierende Kriminalität, die in der Ukraine nach der Verteilung von Waffen eingesetzt hatte.

        Darüber hinaus gibt es Hinweise dafür, dass eine Grosszahl von Schusswaffen und tragbaren Waffensystemen entweder aus Armeebeständen entwendet worden ist oder im Kriegsgebiet einfach ’verschwand’. Dies könnte damit zusammenhängen, dass ein Teil des vom Westen gelieferten Kriegsgeräts im Internet cdm Anschein nach weiterverkauft werden soll. Dem Portal Blick zufolge sollen einige der für die Ukraine bestimmte Waffen bereits im Darknet aufgetaucht sein. Die Rede ist von Panzerabwehrraketen, automatischen Waffen, Munition, Drohnen und sogar Minen. Eine Javelin-Panzerabwehrrakete etwa soll für 30.000 US-Dollar angeboten worden sein. Von diesen komplexen Waffensystemen, die zu Tausenden an die Ukraine übergeben wurden, seien einige bereits im Darknet erhältlich.

        https://www.untergrund-blättle.ch/politik/europa/europaeer-befuerchten-illegalen-waffenfluss-aus-ukraine-7095.html

        Den USA ist das Problem schon seit längerer Zeit bewußt. Vermutlich sind die derzeitigen Schreie der ukrainischen Führung nach mehr Waffen bitte! nicht nur den Niederlagen an der Front, sondern auch dem inzwischen geheimen, aber manifesten Zögern der Waffenlieferanten geschuldet.

      • Gestern im ORF hat ein österreichischer Militärexperte bestätigt, was russische Zeitungen schon seit einiger Zeit schreiben: Der Westen kann nicht mehr sehr viele Waffen an die Ukraine liefern.

        Die Speicher sind leer. Die gesamte sowjetische Technologie wurde an die Ukraine geliefert – und zu einem guten Teil dort bereits vernichtet.
        Westliche Waffensysteme werden und wurden zwar geliefert, können aber dort kaum bedient werden. Man muß Bedienungspersonal mitschicken. Das ist heikel aus mehreren Gründen: Erstens droht ausländischen Söldnern die Todesstrafe, sollten sie durch russische Truppen gefangengenommen werden. Zweitens ist gar nicht gesagt, daß ein solcher Dienst nach den Gesetzen des entsendenden Landes legal und im Dienstvertrag der Berufssoldaten vorgesehen ist.

        Die USA weigert sich bereits, bestimmte Drohnen und anderes Gerät an die Ukraine zu liefern, weil die Situation an der Front so aussichtslos ist, daß diese Waffen leicht in die Hände der russischen Streitkräfte fallen könnten und damit militärische Geheimtechnologie in Feindeshand geraten würde.

        Weiters brauchen die diversen Staaten ihre Waffensysteme und Waffen selber. Sie in die Ukraine zu liefern, hieße, sich selbst entwaffnen. In Polen und der Slowakei sind sie schon soweit. Wann sie wieder aufgerüstet werden, ist unklar.

        Denn die westliche Rüstungsindustrie kann nicht in dem Maße liefern, wie die ukrainische Regierung das fordert. Die Kapazitäten sind nicht darauf ausgelegt. Man müßte große wirtschaftliche Umstellungen in den Erzeugerländern vornehmen, um dem erhöhten Bedarf entsprechen zu können. Eine Art Kriegswirtschaft.

        Das alles vor dem Hintergrund einer völlig ungeklärten Finanzierung. Im Grunde müßte man der Ukraine alles schenken, und den eigenen Bedarf und den Kauf der an die Ukraine gelieferten Waffen aus Staatskrediten decken, also eigentlich Kriegsanleihen ausgeben, und das in Zeiten der prekären Zinslage und Inflation.

      • Die USA weigert sich bereits, bestimmte Drohnen und anderes Gerät an die Ukraine zu liefern, weil die Situation an der Front so aussichtslos ist, daß diese Waffen leicht in die Hände der russischen Streitkräfte fallen könnten und damit militärische Geheimtechnologie in Feindeshand geraten würde.

        Nicht zu vergessen die Ukrainer, die den Waffenstrom fleißig zu Geld machen. Das neuste vom Neuen, werden die Amerikaner nicht liefern, denn so wichtig ist ihnen die Ukraine nicht. Es geht ja nur darum Russland zu schädigen. 

        Weiters brauchen die diversen Staaten ihre Waffensysteme und Waffen selber. Sie in die Ukraine zu liefern, hieße, sich selbst entwaffnen. In Polen und der Slowakei sind sie schon soweit. Wann sie wieder aufgerüstet werden, ist unklar.

        Offenbar hat Deutschland mit diversen osteuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Slowenien einen Ringtausch von Panzern vereinbart. Diese gingen zunächst darauf ein, weil sie darauf spekulierten ihr veraltetes Gerät durch neue Waffensysteme ersetzen zu lassen.  Nun gibt es aber Probleme von deutscher Seite mit dem Ersatz. Denn Deutschland denkt genauso. Es will seine alten Waffensysteme loswerden.

        https://www.focus.de/politik/politische-entwicklungen-und-stimmen-zum-krieg-probleme-bei-ukraine-lieferung-drohen-slowenien-lehnt-deutsche-uralt-panzer-als-ersatz-ab_id_94943989.html

        https://www.berliner-zeitung.de/news/ukraine-krieg-deutschland-liefert-im-ringtausch-15-panzer-an-tschechien-li.228694

        https://www.berliner-zeitung.de/news/panzer-ringtausch-mit-polen-bundesregierung-weiter-unter-druck-li.230018

      • @Kehrer

        denn so wichtig ist ihnen die Ukraine nicht

        Die Ukraine wurde als antirussische Bastion aufgebaut, also für sich war sie nie wichtig, sondern nur als Mittel zum Zweck.
        Es stellt sich aber heraus, daß die angestrebte Arbeitsteilung – wir geben euch Geld und Waffen und ihr macht Rußland fertig – nicht aufgeht, aus mehreren Gründen.

        Mir erscheint, daß sich sowohl die USA als auch die EU derzeit winden, wer denn verantwortlich ist für das militärische – und dann auch politische – Fiasko, das sich dort drüben abzeichnet. Und auch, wer die Kosten für das alles tragen soll.
        ________

        Soweit ich ferner mitkriege, will Deutschland sich über Rüstung wieder in die EU-Pole-Position bringen. Deshalb auch die Ankündigung der erhöhten Rüstungsausgaben.
        Aber auch hier ist die Geldfrage wichtig. Wenn Deutschland Rüstungsgüter herstellt und seine Rüstungsindustrie ausbaut, wer sind die Kunden? Herschenken wird weder Kraus-Maffei noch die deutsche Regierung das Zeug nach Polen oder ins Baltikum.
        Die USA wieder werden sagen: Zahlt euch doch euren Dreck in der EU selbst!
        Und Deutschland wird sagen: Geht doch zu eurem Herrchen, ihr Washingtoner Schoßhunde!

      • Winfried Wolf:  Teilblockade von Kaliningrad  –  Der Krieg rückt auf Berlin zu

        (…) Die Ukraine wird mit Waffen aus dem Westen derart vollgepumpt, dass der Generalstabschef der USA, Mark Milley, bereits eine Planübererfüllung konstatierte: "Kiew hat 200 Panzer angefragt, geliefert wurden 327; bei Schützenpanzern lieferten wir 300 anstelle der erbetenen 200 Fahrzeugen. Die Zahl der gelieferten Panzerabwehrwaffen liegt bei 97.000 – mehr als es Panzer auf der ganzen Welt gibt."

        Tatsächlich ist der Krieg längst zum Stellvertreterkrieg der Nato gegen Russland geworden. Dabei stellt die ukrainische Armee für die Nato das Kanonenfutter; das Land dient als Showroom für moderne Waffensysteme und für überholt geglaubte Materialschlachten.  (…)

        Als sicher kann gelten, dass das Biden-Team und die Nato-Führung in den Wochen nach Kriegsbeginn auf den Geschmack gekommen sind und dass sie inzwischen einen großen Krieg in Europa bewusst ins Kalkül ziehen. Was aus Sicht von Washington nicht einer gewissen Logik entbehrt, ist das ins Auge gefasste Schlachtfeld doch 7.000 Kilometer von Nordamerika entfernt. (…)

        Untersucht man die jüngere Entwicklung in Litauen, so gewinnt man den Eindruck, diese jüngste Eskalation könnte von langer Hand geplant sein – und zwar unter Entschluss der Regierung in Berlin. Denn in Litauen befindet sich eine 1.600 Kopf starke Nato-Einheit, deren Kern die Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern", also Soldaten der Bundeswehr, bildet.

        Der Kommandeur dieser Battlegroup, Oberstleutnant Daniel Andrä, spricht Klartext: "Der 24. Februar war ein Gamechanger. Der Krieg ist wieder im Herzen Europas zurück. Und wir haben mit Litauen eine Grenze zu Kaliningrad, also zu Russland."

        Er spricht auch die Möglichkeit einer deutlichen Aufstockung der Nato-Präsenz mit noch stärkerem deutschen Engagement an: "Das ist eine Entscheidung, die zum Schluss auf der politischen Ebene getroffen werden muss – beim Nato-Gipfel Ende des Monats [Juni; W.W.]. Wir sind hier auf alles vorbereitet.

        Und der Kanzler hat das ja auch letzte Woche hier bei seinem Besuch öffentlichkeitswirksam geäußert – dass Deutschland bereit ist, auch mehr Verantwortung zu übernehmen." (…)

        Keiner komme mit dem Argument, man stolpere, Schlafwandlern gleich, in den neuen und europaweiten Krieg. Die Schritte der Eskalation sind auch seitens des Westens geplant. Und sie sind klar zu erkennen.

        https://www.heise.de/tp/features/Teilblockade-von-Kaliningrad-Der-Krieg-rueckt-auf-Berlin-zu-7148645.html?seite=all

      • "Mir erscheint, daß sich sowohl die USA als auch die EU derzeit winden, wer denn verantwortlich ist für das militärische – und dann auch politische – Fiasko, das sich dort drüben abzeichnet. Und auch, wer die Kosten für das alles tragen soll."

        Und nicht nur dort drüben zeichnet sich ein Fiasko ab. Es zeichnet sich nämlich auch hierzulande im gesamten Westen ein wirtschaftliches Fiasko ab, das sich in der galoppierenden Inflation ausdrückt und die betrifft ja nicht nur die EU, sondern auch die USA. Was man an den Leitzinserhöhungen der FED sieht. Wenn die Inflation nicht gestoppt wird trotz Zinserhöhungen, dann geht hier der Punk ab.
        Die Auswirkungen auf die Wirtschaft beginnen ja erst jetz so langsam sichtbar zu werden. Das geht noch zwei Monate und dann mal sehen wer zuerst kalte Füße bekommt und wem dann aufgeht, was schon alles in die Scheiße geritten wurde. Auf die Leute ist natürlich geschissen. Selbst wenn es Demonstrationen geben sollte, werden die eben einfach nieder geknüppelt. Aber irgendwann wird es auch der Wirtschaft zu bunt werden. Das Problem ist, dass die Politiker alles Prinzipienreiter sind, die als Imperialisten alle auf einem hohen Ross sitzen. Da muss dann Russland bestraft und zugrunde gerichtet werden und so Sprüche. Dabei kann es gut sein, dass sie sich selbst zugrunde richten. Das billige russische Gas geht nach China und Indien und der Expoertweltmeister wird zum Exportverlierer. Am Ende kommen die chinesischen und indischen Kapitalisten und kaufen die Reste der europäischen Wirtschaft zum Schleuderpreis. Dann machen die selben Politiker, die jetzt Putins Bestrafung fordern, die Beine breit, um von chinesischem Kapital besprungen zu werden.

        "Soweit ich ferner mitkriege, will Deutschland sich über Rüstung wieder in die EU-Pole-Position bringen. Deshalb auch die Ankündigung der erhöhten Rüstungsausgaben."

        Ganz genau. Dafür sind die 100 Milliarden Sondervermögen vorgesehen.

        "Aber auch hier ist die Geldfrage wichtig. Wenn Deutschland Rüstungsgüter herstellt und seine Rüstungsindustrie ausbaut, wer sind die Kunden? Herschenken wird weder Kraus-Maffei noch die deutsche Regierung das Zeug nach Polen oder ins Baltikum."

        Die deutsche Regierung vielleicht schon teilweise. So im Prinzip bei dem Ringtausch. Ich glaube kaum, dass Polen, Slowenien, Tschechien die Panzer bezahlt, die sie von Deutschland kriegen sollen. Polen hat z.B. auch schon früher alte Leoparden zu Sonderkonditionen erhalten. Das neue Gerät ist eben um ein vielfaches teurer, bestimmt das 10-fache. Also Deutschland modernisiert seine Armee und verschrottet Richtung Osten und der Osten verschrottet alte Sowjetbestände Richtung Ukraine. Das wäre ja schon sowas wie eine Schlüsselposition, wenn Deutschland sozusagen das moderne militärische Rückgrat der Eu von veralteten Vorposten im Osten wird.

        "Die USA wieder werden sagen: Zahlt euch doch euren Dreck in der EU selbst! Und Deutschland wird sagen: Geht doch zu eurem Herrchen, ihr Washingtoner Schoßhunde!""

        Nein. Deutschland wird sagen. Aber klar doch kriegt ihr unseren alten Scheiß. Wenn ihr aber neuen Scheiß wollt. Dann zahlt ihr gefälligst auch was der neue Scheiß kostet. Und wenn sie das nicht können, kriegen sie halt weiter den alten Scheiß. Zum Abbremsen einer konventionellen russischen Armee taugt der allemal noch.

      • Ich habe den Eindruck, daß der ganze „alte Scheiß“ schon in der Ukraine ist, und der Nachschub auf sich warten läßt.
        Es scheint da Abmachungen gegeben zu haben, die auf falschen Voraussetzungen beruhten, was deren Einsatz in der Ukraine betrifft.
        Nach den Anfangserfolgen gegen die russischen Truppen wurde nämlich in einer Art Euphorie „Wir machen den Ivan fertig!“ alles mögliche versprochen und geliefert, was jetzt zu Hause fehlt.

        Und auch mit dem Nachschub auf das ukrainische Testgelände scheint es jede Menge Schwierigkeiten zu geben:

        ‘It’s Not Afghanistan’: Ukrainian Pilots Push Back on U.S.-Provided Drones

        Both the Biden administration and Ukraine are worried that American strike drones would get shot down quickly.

        Ukrainian military officials are enmeshed in a hotly contested debate over whether U.S.-provided Gray Eagle strike drones can be effective against increasingly resilient Russian air defenses, while the Biden administration considers providing Kyiv with the systems that became ubiquitous in the wars in Iraq and Afghanistan.

        The risk of operating drones in Ukraine, which saw cheap strike drones like the Turkish Bayraktar have significant impact against the Russian military in the first days of the war, has increased as the fight has moved east to the Donbas region, which abuts Russia’s Western Military District and larger clusters of advanced air defense systems, such as S-300 and S-400 missile batteries.

        But there is a split between front-line airmen and Ukraine’s chief of staff on the drones, according to multiple Ukrainian military officials, who recently spoke to Foreign Policy and other media outlets on condition of anonymity, identified only by their military call signs.

        “We are not advocating for the Gray Eagles,” said one pilot, referred to as Moonfish. The Ukrainian military’s general staff, he said, are advocating for the drones. “There’s no good Air Force mind next to our chief of staff or commander who would say, speak up and say, hey, that’s B.S.”

        “It’s very dangerous to use such expensive drones in our case, because of the enemy’s air defense,” he added. “It’s not Afghanistan here.”

        Both Ukrainian and American officials are increasingly concerned that Gray Eagles could be shot down by advanced Russian air defense systems. The attack drones are armed with Hellfire missiles that can hit targets only up to about 5 miles away, far less than the one-way kamikaze drones that the United States has provided to Ukraine. In just the past several weeks, Russia has beefed up air defenses on the border and inside Ukraine, said Samuel Bendett, an advisor with the CNA think tank.

        “Their systems are working on a more massive scale,” he said. “Their early warning radars are working. Their air defenses are working. So losing Gray Eagles is a real possibility to such a layered defense.”

        There are some situations in which the drones could find use, such as in direct action on the front lines, the pilots said. “It could be useful,” said an active-duty Ukrainian fighter pilot who asked to be identified by his call sign, Juice. “It could widen our strike capabilities on the front lines.” But they also doubted that the Gray Eagles would be likely to survive more than a mission or two, making them not worth the cost of using the $10 million unmanned vehicles.

        The Ukrainian pilots said that their Air Force has mostly pulled back strikes using Turkish Bayraktar drones, also known as TB-2s, which proved effective at stopping Russian armored advances during the battle of Kyiv. “They were very useful and important in the very first days, stopping those columns, but now that they’ve built up good air defenses, they’re almost useless,” said Moonfish, the Ukrainian fighter pilot. Ukrainian troops are limiting the use of Bayraktars to rare special operations and attack missions, the pilots said.

        https://foreignpolicy.com/2022/06/21/ukraine-us-drones-pushback/

        Wenn es um die Wurscht geht, im Krieg, so soll man nicht Erbsen zählen, ist eine Kriegstreiber-Weisheit.
        Aber inzwischen zählen alle Erbsen, weil der Westen aus rivalisierenden Imperialisten besteht, die nicht so einfach auf Kriegswirtschaft umstellen können und wollen für einen Krieg, in dem sich immer mehr fragt, wessen Krieg das eigentlich ist?
        Die Ukraine ist der Proxy, aber von wem?

      • Die Ukraine schlägt im russischen Hinterland mit einer Kamikaze-Drohne zu

        Eine russische Erdölraffinerie ist durch den Absturz eines unbemannten Fluggeräts in Brand geraten. Kamikaze-Drohnen gewinnen auch im Ukraine-Krieg an Bedeutung. Die jetzt eingesetzte Waffe gibt jedoch Rätsel auf.

        Nur selten gelingt es den Ukrainern, Russland mit Angriffen über die feindlichen Linien hinweg auf dessen eigenem Boden zu treffen. Am Mittwoch ist jedoch eine solche Aktion geglückt, auf etwas mysteriöse Weise und mit spektakulären Folgen. Bei Nowoschachtinsk in der Provinz Rostow am Don, fünf Kilometer jenseits der russischen Grenze, stürzte eine Kampfdrohne mit hoher Geschwindigkeit in eine Erdölraffinerie. Sofort wurde diese in einen Feuerball und dicke Rauchwolken gehüllt. Laut Behördenangaben konnte der Brand zwar bald gelöscht werden, aber die Fabrik – einer der wichtigsten Arbeitgeber der Gegend – musste ihren Betrieb einstellen.

        (…)

        https://www.nzz.ch/international/ukraine-raetselhafte-kamikaze-drohne-bewirkt-inferno-in-russland-ld.1690198?utm

      • US doubles long-range missile shipments to Ukraine in war with Russia

        The US will double the number of medium to long-range missile launchers being sent to Ukraine in the US/NATO war against Russia, the Defense Department said Thursday.

        The US will send four more High Mobility Artillery Rocket (HIMAR) systems, in addition to the four that have already been deployed there, as part of yet another weapons package announced this week.

        The package includes, according to the Pentagon, “four high-mobility artillery rocket systems, 36,000 rounds of 105 mm ammunition, 18 tactical vehicles to tow 155 mm artillery, 1,200 grenade launchers, 2,000 machine guns, 18 coastal and riverine patrol boats, spare parts and other equipment.”

        The latest package is the thirteenth shipment of weapons to Ukraine since February. Since the outbreak of the war the US pledged $6.1 billion in arms shipments.

        The renewed escalation of US involvement in the war comes amid a series of significant military setbacks for Ukraine.

        On Friday, the Ukrainian military ordered its troops to withdraw from the city of Severodonetsk (or Sievierodonetsk), the main focus of the Russian offensive in East Ukraine. The city is the capital of the Lugansk (Luhansk) region, which is already more than 90 percent under Russian control.

        The nearby town of Lysychansk is the only remaining large settlement in the region not under Russian occupation. Russia is now in control of one fifth of Ukrainian territory, and Ukraine is suffering as many as 500 to 1,000 casualties per day.

        “Unfortunately . . . it will be necessary to withdraw,” said Serhiy Hayday, regional governor of the eastern Lugansk region, according to the Financial Times.

        “We now have a situation where holding on to destroyed positions for many months just to be there makes no sense. Because with each passing day, the number of deaths in unsecured positions can grow proportionally,” Hayday added.

        (…)

        https://www.wsws.org/en/articles/2022/06/25/ghxa-j25.html

        Die USA müssen allerdings das Bedienungspersonal für diese Wunderwaffe mitliefern … Das bedeutet eine weitere Eskalation in der Einmischung in diesen Konflikt.

      • Kiew erhielt eine neue Ladung Waffen – diesmal aus der Slowakei. Vier Mehrzweckhubschrauber vom Typ Mi-17 wurden ausgeliefert.
        MiG-29-Flugzeuge und -Panzer werden für den Versand vorbereitet.

        Kiew erwartet eine weitere Lieferung aus Australien, mehr als 30 gepanzerte Fahrzeuge, darunter 20 moderne Bushmaster-Fahrzeuge.

        Die heftige Aktivität des ehemaligen Mitglieds des Warschauer Paktes, die besten Waffen der Vergangenheit in Europa loszuwerden, berührt natürlich.

        (KP, 5.7.)

        Die Slowakei war gar kein Mitglied des WP, weil sie als völkerrechtliches Subjekt erst später entstanden ist.

        Das Wesentliche ist aber wieder einmal die Frage: Wer zahlt alle diese Waffensysteme? Die Slowakei und Australien werden sie nicht einfach herschenken.
        Das Pentagon?
        Die Fed?
        Die EU-Zentrale?
        Der IWF in Form eines Vorschusses?
        Eine Entwicklungshilfebank?

        Im Lichte dessen nämlich:

        „Der russische Verteidigungsminister General Sergej Schoigu sagte, Kiew habe bis heute mehr als 28.000 Tonnen Militärfracht aus dem Westen erhalten.“

        https://tvzvezda.ru/news/202275123-HUkaY.html

        Die KP behauptet:

        Das „Javelin“ ist das teuerste Antitank-Lenkgeschoss der Welt. Die Kosten für einen Komplex für die US-Armee betragen 700.000 US-Dollar. Für US-Partner ca. 800 bis 900.000 US-Dollar. Für die Ukraine – 1,3 Millionen Dollar.

        Der Preis einer „Cornet“ (russisches Antitank-Geschoss) beträgt 30.000 US-Dollar (in verschiedenen Versionen kann es jedoch bis zu 80.000 US-Dollar erreichen).

        (KP, 5.7.)

        Irgendwo sammeln sich gewaltige Schulden an …

        Ansonsten wird von russischen Zeitungen behauptet, daß die Abwehrraketen „Verba“ (Palmkatzl), die auf „Stinger“ beruhen, viel besser als das Original sind und neben Flugzeugen und Hubschraubern auch Drohnen und Raketen abschießen können.

        Generell sind die westlichen Waffen mit viel Computer-Spezialfunktionen ausgestattet, die sie verteuern und die Bedienung erschweren.
        Das zeigte sich auch in Afghanistan, wo der ganze teure Schrott übrig blieb, die Piloten und sonstigen Experten geflüchtet sind und sich das ganze Zeug nicht einmal auf dem Schwarzmarkt leicht anbringen läßt.

      • Der Antrag der Ukraine lautet, dass das normale kapitalistische Leben in Europa (zumindestens teilweise, was die Waffenproduktion betrifft) auf Kriegsalltag umgestellt werde, denn nur so ließe sich eine gesteigerte Waffenproduktion für die Ukraine staatlich jeweils nun neu organisieren. Was es an Restbeständen und an überflüssigem Gerät gab, ist nämlich längst durch die Ukraine verfeuert, und bekanntlich gab es in der BRD statt gefüllter Massenläger fürs Militär eher lange Mängellisten, und das nicht nur bei den berühmten fehlenden warmen Unterhosen für die Soldaten. Man werde die Feuersuperiorität der Russen übertreffen, versprach Selenskij den hinter der Regierung stehenden Ukrainern, und er versicherte noch einmal, dass man die ganze Ukraine zurückerobern werde. Männer dürfen ab sofort sich auch nur an ihrem ukrainischen Wohnort aufhalten, und nicht mal innerhalb der Ukraine reisen, denn sie sind komplett als Kanonenfutter fest eingeplant.

        Mehr Waffen aus dem Westen zu erhalten, das wird vermutlich nur funktionieren, wenn die westlichen Staaten in enen Krieg mit Russland noch stärker würden sich hineinziehen lassen. Und auch dafür tut die Ukraine anscheinend nun einiges:

        Eskalation: Ukraine beschießt auch mit westlichen Waffen militärische und zivile Ziele in Russland, von Florian Rötzer.    https://overton-magazin.de/krass-konkret/eskalation-ukraine-beschiesst-auch-mit-westlichen-waffen-militaerische-und-zivile-ziele-in-russland/

        Und auch für die Zukunft verspricht die Ukraine, auch weiterhin enormen Waffen- und Geldbedarf zu haben: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1165083.wiederaufbau-der-ukraine-milliardensummen-und-forderung-fuer-den-wiederaufbau-der-ukraine.html

        Kriegsziele der Ukraine: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs#section4

      • In Sachen Waffenlieferungen kann sich der Westen ja jetzt ordentlich anstrengen:

        Ein ukrainischer Experte schätzt, daß Rußland 10x so viel Artilleriegeschosse wie die Ukraine hat. „Der Economist publizierte vergangene Woche, daß innerhalb von 2 Wochen die russische Armee so viel Artilleriemunition verschießt, wie die USA in einem Jahr produzieren.“

        Derzeit haben die Ukrainer 4 Stück HIMARS-Raketenwerfer im Einsatz, die über 80 km Reichweite haben und mit denen Belgorod oder Donetsk bombardiert werden.

        Die Ukraine hätte gerne 300 davon.
        Das Pentagon macht darauf aufmerksam, daß die HIMARS wochenlange Vorbereitung für die Bedienung erfordern und eine kontinuierliche Nachschublinie, die schwierig zu bewerkstelligen ist.

        Ansonsten hat die Ukraine an schwerer Artillerie bereits erhalten:
        PHZ 2000 von Deutschland
        AHS Krab von Polen
        Caesar von Frankreich
        von den USA Harpoon anti-Schiffsraketen

        Alle diese Dinger, vor allem die Caesar, sollen entscheidend zur Aufgabe der Schlangeninsel durch die Russen beigetragen haben.

        Die Ukraine selbst produziert Haubitzen Bohdana, die angeblich auch einiges können, und die anti-Schiffsraketen Neptun, die angeblich die Moskwa versenkt haben.

        (El País, 8.7.)

        Vermutlich wurden aber diese „Neptuns“ vorgeschoben, um zu verschleiern, mit welchen Waffen und von wo die Moskwa versenkt wurde.

        Die russische Seite bemerkt zu diesen HIMARS, daß sie zwar sehr präzise, aber eben deswegen schwerfällig sind und nicht so schnell die Position wechseln können, weswegen sie leichter Gegentreffern ausgesetzt sind.

        Die Ukraine hat auch bisher einen enormen Verbrauch an Gerät, das die westliche Waffenindustrie gar nicht so schnell liefern kann, wie vonnöten wäre, weil die Vernichtungskapazität der russischen Artillerie einfach gewaltig ist.

      • In Lisitschansk wird jetzt eine Art öffentliche Show veranstaltet – für örtliche Bewohner und russische Medien –, was der russischen Armee als Beutestücke an westlichen Waffen in die Hand gefallen ist. Das alles wird jetzt interessiert studiert und in die Streitkräfte der LVR übernommen.
        Diese Volksrepubliken-Milizen scheinen eine Art Test-Truppe für die erbeutete westliche Waffentechnik zu sein, die dann ihr Wissen in Schulungen an die regulären Truppen weitergeben, und eine eigene Waffenproduktion auf Grundlage der westlichen Beutestücke starten.

        Es fragt sich, welche Freude die westlichen Versorger der Ukraine damit haben werden, daß sie sozusagen ihre Technik relativ direkt an den Gegner liefern.

        Man erinnere sich: Nachdem im NATO-Krieg gegen Jugoslawien ein – und der einzige – Stealth-Bomber abgeschossen wurde, düsten sofort chinesische Diplomaten bzw. Militärangehörige an die Abschusstelle und besorgten sich ein Stück der Außenummantelung. Deren Legierung bzw. Gestaltung war ja der Grund, warum dieses Gerät für den Radar unsichtbar war.
        Die USA waren not pleased und bombardierten die chinesische Botschaft in Belgrad.

      • Man darf nicht nachfragen, so siehts aus:

        Ukraine Foreign Ministry blasts Rep. Victoria Spartz's ‘cynical’ allegations

        The Ukraine-born Republican lawmaker wrote a letter to Biden Friday resurfacing past concerns about top Zelenskyy aides and calling for more oversight.

        Ukraine’s Foreign Ministry released a blistering statement Saturday accusing the first and only Ukraine-born U.S. lawmaker of playing politics over Russia’s war, in a rare public tussle between prominent officials from the two countries.

        The extraordinary statement comes after Rep. Victoria Spartz (R-Ind.) asked President Joe Biden to brief Congress on years-old allegations against Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy’s chief of staff, Andriy Yermak. Earlier this week, the freshman lawmaker also slammed both Biden and Zelenskyy for their approaches to the ongoing war, infuriating officials in both countries.

        “We advise Ms. Spartz to stop trying to earn extra political capital on baseless speculation around the topic of war in our country and the grief of Ukrainians,” Oleg Nikolenko, the spokesperson for Ukraine’s Foreign Ministry, said in a lengthy statement on Facebook. “Especially cynical are manipulations about Ukraine and its leadership from congresswomen of Ukrainian origin.”

        For the most part, Ukrainian officials have bit their tongues when it comes to criticism of their country and its officials emanating from the fringes of American politics. But Spartz’s posture has clearly rankled the Ukrainian government, with Nikolenko noting in his statement that despite Spartz’s rhetoric, Ukraine is “deeply grateful” to Congress as well as to Biden personally for the billions of dollars in military and humanitarian aid the U.S. has provided since the war began.

        Nikolenko accused Spartz of trying to “bring back into American politics classic narratives of Russian propaganda about Ukraine’s leadership’s seemingly ties to Russia and to drag our state into U.S. domestic politics.” He also pushed back on her claims that there isn’t enough oversight of the unprecedented transfer of weapons to Ukraine.

        Ukrainians have largely put their domestic political battles on the backburner, emphasizing the need for unity as they fend off Russian invaders. But Spartz’s allegations caught the attention of Zelenskyy’s political opponents — namely members of the opposition European Solidarity party of former President Petro Poroshenko.

        “This is all very serious, because such letters don’t come out of Congress without thorough suspicions,” tweeted Volodymyr Ariev, a lawmaker in Poroshenko’s party.

        “The morning started off fine. I like it,” Borislav Bereza, a former member of parliament, wrote in a tweet about Spartz’s letter that was shared widely on social media. In another post on Facebook, he bashed Nikolenko, calling him a “fool” over the Foreign Ministry’s response.

        “Such a statement by the Foreign Ministry spokesman is an attempt to show loyalty to Yermak and Tatarov, as well as to lick their asses,” he wrote.

        Nikolenko suggested in his statement that the Ukrainian government views Spartz’s recent comments as an effort to reprise those domestic squabbles, and said her criticisms are undermining the current flow of U.S. aid to Ukraine.

        “The Ukrainian side interacts with American partners as openly as possible, providing them with comprehensive information about the use of equipment,” Nikolenko added. “Further bureaucratization and prolongation of the process, which Victoria Spartz obviously wants, will only contribute to the further advance of the Russian invaders. The Kremlin is counting on such a scenario.”

        The Ukrainian Presidential Office declined to comment. Yermak did not respond to a request for comment.

        In a statement later Saturday, Spartz doubled down on her claims against Yermak — including an allegation that he sought to “prevent Ukraine from properly preparing for the war” with Russia — and hit back at the Ukrainian Foreign Ministry.

        “I encourage the Ministry to consider my statement with the kind of seriousness these questions about Mr. Yermak demand, instead of launching ad hominem attacks as they have thus far,” Spartz said. “Ukrainians and Americans will be better served by our governments responding with due diligence — not defensive platitudes.”

        (…)

        https://www.politico.com/news/2022/07/09/ukraine-foreign-ministry-blasts-rep-victoria-spartzs-cynical-allegations-00044860

      • Sind Himars wirklich ein Gamechanger für die Ukraine? 

        Mit dem Artillerie-Raketensystem Himars aus den USA gelingen der Ukraine empfindliche Schläge gegen die russische Armee. Entsprechend gross ist die Euphorie. Darüber gehen aber einige Probleme vergessen. 

        «Das US-System Himars bedroht die Sicherheit der Volksrepublik Luhansk», erklärte Separatistenchef Leonid Passetschnik gegenüber russischen Medien. «Zum Glück haben sie nicht viele solcher Waffen, deshalb gibt es überhaupt gar keinen Grund zur Panik», sagte er weiter. Tatsächlich haben die USA der Ukraine im letzten Monat gerade einmal acht Himars-Raketenwerfer geliefert, vier weitere sollen folgen.

        Himars steht für «High Mobility Artillery Rocket System» oder «hochmobiles Artillerie-Raketensystem». Das hochmoderne Waffensystem kann sechs präzisionsgelenkte Raketen gleichzeitig auf Ziele in bis zu 80 Kilometern Entfernung abfeuern.

        Kollabiert russischer Waffennachschub bis Ende Monat? 

        Somit ist es der ukrainischen Armee jetzt möglich, aus grösserer Entfernung Angriffe auf die russische Armee zu starten, ohne selbst in Reichweite der russischen Artillerie zu sein. Die russischen Flugabwehrraketen scheinen bislang gegen Himars wenig ausrichten zu können.

        Experten vermuten, dass die ukrainische Armee in den letzten Wochen mindestens ein Dutzend russische Munitionslager weit hinter den Frontlinien zerstört hat. «Ein einziger hochpräziser Schuss genügt, um ein ganzes Depot zu vernichten, das im Laufe von Monaten oder sogar Jahren mit Munition und Waffen befüllt wurde», schwärmte der ukrainische Militäranalyst Oleksandr Kowalenko unlängst.

        Er glaubt sogar, dass der Waffennachschub und die Truppenversorgung der russischen Armee schon Ende Juli kollabieren werden. Auch andere Militärexperten bezeichnen den Einsatz von Himars bereits jetzt als Gamechanger im Ukraine-Krieg: Die Mehrfachraketenwerfer eröffnen der Ukraine neue kriegstaktische Möglichkeiten.

        Und doch gibt es auch Stimmen, die vor verfrühter Euphorie warnen. Zum einen bleibe das unausgeglichene Artillerie-Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland auch trotz Himars bestehen – und das ist im aktuellen Abnutzungskrieg letztlich kriegstaktisch entscheidend. Kommt dazu, dass die wenigen Himars, die derzeit im Dauereinsatz sind, nicht gewartet und entsprechend schnell verschleissen werden. 

        Nachschub, Logistik, fehlende Infanterie

        Weitere schwere Herausforderungen sind der Nachschub nicht der Himars-Waffensysteme – die ersten vier kamen mit fast einem Monat Verspätung in der Ukraine an –, sondern auch der Aufbau einer Logistikkette für die Munitionsversorgung. Jede Batterie mit sechs Raketen wiegt 2,5 Tonnen, die mit Fahrzeugen neben den Himars transportiert werden müssen. 

        Ein weiteres Problem, das sich weiterhin und mit oder ohne Himars stellt, ist die stetig schrumpfende Zahl an Bodentruppen. Entsprechend kommen ukrainische Freiwilligen-Verbände mit wenig Erfahrung zum Einsatz, was die Kampfkraft schmälert. Das Problem hat Russland zwar auch – kann die fehlende Professionalität aber mit der schieren Masse an Soldaten ausgleichen. 

        https://www.20min.ch/story/sind-himars-wirklich-ein-gamechanger-fuer-die-ukraine-375638102899

        Militäranalyst Oleksandr Kowalenko … glaubt sogar, dass der Waffennachschub und die Truppenversorgung der russischen Armee schon Ende Juli kollabieren werden. 

        Merken wir uns das einmal und schauen wir, was Ende Juli wirklich los ist.

      • So lange brauchen wir anscheinend nicht zu warten:

        Russisches Ministerium: Ausweitung der Angriffe

        Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu befahl bei einer Inspektion der am Ukraine-Krieg beteiligten Truppenteile eine Ausweitung der Angriffe auf das Nachbarland. "Nach Anhörung (des Lageberichts) hat der Chef des russischen Verteidigungsministeriums die nötigen Anweisungen zur Ausweitung der Aktivitäten der Heeresgruppen in alle Angriffsrichtungen gegeben, um dem Kiewer Regime die Möglichkeit zu nehmen, weiter massive Artillerie- und Raketenangriffe auf Infrastruktur und Zivilisten im Donbass und in anderen Regionen durchzuführen", teilte das Ministerium mit. Es ist die zweite Inspektion der russischen Einsatzkräfte in der Ukraine durch Schoigu. Die erste fand Ende Juni statt.

         https://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-angriffe-105.html

      • Die Russen behaupten ja, daß sie die meisten Waffen, die die Ukrainer von den NATO-Freunden erhalten – vor allem um Geschütze geht es – ziemlich schnell plattmachen.
        Die letzten Luftschläge sollen vom Kaspischen Meer aus erfolgt sein, wie auch schon beim Eingreifen in Syrien. Dort scheinen die russischen Streitkräfte eine Basis für Marschflugkörper zu haben.

        Diese schnelle Vernichtung der großen Bumm-Bumm-Dinger erhöht natürlich den Bedarf der Ukraine, bringt die westlichen Freunde in Lieferschwierigkeiten und schafft für letztere eine unangenehme Situation, weil langsam verwandelt sich die Ukraine nicht nur in Sachen Geld (das schon lange), sondern auch in Sachen Waffen in ein Faß ohne Boden.

      • Na klar. Jetzt tritt die umgekehrte Wirkung der Berechnung ein, mit der die USA den Konflikt angeheizt haben. Der Westen hat gedacht, er könne Russland ruinieren oder schwächen, indem er ihnen einen Dauerkonflikt in der Ukraine aufbürdet. Jetzt zeigt sich, dass der Dauerkonflikt eben nicht nur die Ukraine, sondern auch den Westen schwächt. Es werden immer neue Waffen an die Ukraine geliefert, die natürlich ersetzt werden müssen. Die Verteidigungsministerin sagt: Jetzt können wir aber wirklich nichts mehr abgeben, weil sonst unsere Verteidigungsfähigkeit leidet und am Ende wird doch geliefert und alles was geliefert wird muss ersetzt werden.

        Dazu kommt. dass die Russen und die Ukrainer dort wo gekämpft wird alles platt machen. Wer soll das aufbauen? Die Ukrainer können das nicht.

      • Aus einem Artikel in El País vom 17.7., „Der Einfluß der westlichen Waffen im Krieg“:

        Schon die Überschrift ist komisch. Mit „Einfluß“ wird umschrieben, daß sie zwar ankommen und benutzt werden, aber mit unbefriedigenden Ergebnissen für die edlen Spender.

        „Die Aufnahme zeigt eine nächtliche Expolsion, ein großer Feuerball steigt himmelwärts. Die ukrainischen Streitkräfte behaupten, es sei das Ergebnis ihres Angriffes Anfang deser Woche (d.h., am 11. 7.) auf ein russisches Waffendepot im besetzten Süden des Landes, in Nowa Kachowka, Provinz Cherson. Die Russen behaupten, es seien zivile Einrichtungen getroffen worden.
        Der Vorfall konnte nicht von unabhängigen Stellen überprüft werden, hat sich aber zu einer Art Symbol einer neuen Wende im Ukrainekrieg entwickelt: Der Angriff steht für das Potential von Geschützen mit längerer Reichweite, die Kiew kürzlich von seinen westlichen Verbündeten zur Verfügung gestellt wurden und die es ermöglichen, mit Präzision das russische Hinterland zu treffen.“

        Nowa Kachowka liegt ca. 70 km Luftlinie von Nikolajew entfernt, und gehört, wie oben erwähnt, zu den besetzten Territorien der Ukraine – als „Hinterland“ ist es daher kaum zu bezeichnen.
        Was die „Präzision“ angeht, so waren 7 Personen auf der Stelle tot, es gab über über 90 Verletzte und das Zentrum der Stadt sieht nach verschiedenen Quellen ungefähr so aus wie Beirut nach der Explosion im Hafen.
        Die „Wende“ sieht also so aus, daß die ukrainische Taktik der verbrannten Erde auf höherer Stufenleiter fortgesetzt werden kann.

        Nach einem kurzen Rückblick auf die Monate des Krieges, wo von Verlusten und nicht näher spezifizierter Tätigkeit der russischen Armee geschrieben wird, gesteht der Autor der russischen Seite einige Fortschritte zu:

        „Es handelt sich um geringe Fortschritte, die enorme Verluste gekostet haben“ (auf wessen Seite?) und verändern das Gleichgewicht der Kriegsbilanz nicht. Deshalb ist derzeit keine der Kriegsparteien in der Lage, den Krieg klar zu gewinnen.“

        Diese etwas geschraubte Ausdrucksweise bläst die ukrainische Armee ziemlich unangemessen auf. Allerdings, so meint eine britische Quelle, bevorzuge der Abnützungskrieg die russische Seite.
        Am Anfang hätten die westlichen Partner zu wenig Waffen geliefert, aber inzwischen würden es mehr. Die USA habe 8 HIMARS-Systeme übergeben, 4 weitere seien im Anmarsch.
        Die Angriffe auf russische Munitionslager durch die HIMARS-Raketen sollen die russische Artillerie geschwächt werden, weil ihr die Munition ausgeht.

        „Frankreich hat 12 Geschütze der Marke »Caesar« geliefert“

        von denen 2 von ukrainischer Seite an die russische Armee verkauft wurden,

        „und weitere 6 sind unterwegs.“

        Really really?

        „Der Übergang von sowjetischem Material und westlichen Waffen von geringer Durchschlagskraft zu fortschrittlichen NATO-Waffen ist ein bedeutender Schritt.“

        Der Ukrainekrieg hat also eine längst überfällige Modernisierung der Waffensysteme (welcher Staaten?) zu Folge und wird daher mehr oder weniger begrüßt vom Autor des El País-Artikels.

        Bei den Drohnen beziehen die russischen Streitkräfte derzeit einige aus dem Iran, um ihr Problem mit fehlenden Komponenten bei den eigenen zu überwinden.
        Schließlich will der US-Präsident auch Abwehrsysteme norwegischer Provenienz NASAMS liefern. Hier gesteht der Verasser, daß da sehr viel Training nötig sei.
        Ebenso wie bei den HIMARS-Raketen. Der Angriff auf Nowa Kachowka wurde vermutlich von US- oder britischen Soldaten ausgeführt, die sich auf die Bedienung dieses Systems verstehen.

        Die Debatte, ob man Soldaten von der Kampfzone abziehen und zum Training ins Ausland schicken sollte, sei intensiv und eine der Variablen dieses Krieges.
        _________________

        Der Artikel will Schönwetter machen für eine lange Fortsetzung des Krieges bis zum möglichen Endsieg der Ukraine, aber mit einigem Bauchweh angesichts der derzeitigen Lage.
        Bei der Debatte über die Ausbildung im Ausland muß man dazudenken, daß es angesichts der Verluste der letzten Monate in der ukrainischen Armee und der seither laufenden Zwangsrekrutierungen wenig verläßliche Soldaten gibt, und deren Abzug aus der Kriegszone schon aus Gründen der allgemeinen Moral sehr bedenklich wäre.

      • Bei den Waffenlieferungen scheint es eine gewisse Ernüchterung bei den edlen Spendern zu geben. Die KP beruft sich dabei auf die NYT, der verlinkte Artikel befindet sich jedoch hinter einer Bezahlschranke.
        Das wirft ein bezeichnendes Licht auf die Medien, die jede Menge propagandistischen Scheiß kostenlos über die Menschheit ausleeren, aber für echte Infos Kohle fordern.

        Die HIMARS-Systeme müssen samt Bedienung geliefert werden, weil die ukrainische Seite sie nicht bedienen kann. Sie will aber dann offenbar mitreden, was damit bombardiert wird. Das scheint zu Problemen zu führen.

        Unlängst gab es einen Drohnenangriff auf das AKW bei Saporoschje, wo die KP vermutet, hier sollen Versuche zum Atombombenbau vor der IAEA verborgen werden, und deswegen soll das AKW – das die gesamte südliche Ukraine versorgt – als AKW im „Kriegsgebiet“ vor Inspektionen geschützt werden. 
        Der Angriff auf das AKW scheint jedenfalls Befürchtungen bei den westlichen freunden ausgelöst zu haben, wozu die Wahnsinnigen in Kiew fähig wären.

        Schließlich fordern die Kiewer Politiker in einem fort mehr Waffen, so z.B. Panzerfahrzeuge, obwohl die geplane Großoffensive so gar nicht vorankommen will. Im Lichte des inzwischen sattsam bekannten Handels mit westlichen Waffen kommen da doch einige Bedenken …

        Das einzige Land, das diese Bedenken nicht zu teilen scheint, ist Großbritannien, von wo bereits Waffen im Wert von ca. 2,3 Milliarden Pfund an die Kiewer Freunde geliefert wurden und noch weitere versprochen werden.
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        Das im Lichte dessen, daß GB vor einem Sommer voller Streiks steht, weil sich angesichts der Rekord-Inflationsrate viele das normale Leben nicht mehr leisten können:

        Britain faces a summer of strikes as historic inflation and falling real wages bite

        The Office for National Statistics on Tuesday reported total pay increases of 7.2% in the private sector and 1.5% in the public sector in the three months to the end of May, an overall average of 6.2%.

        Workers across pillars of the economy have been voting for industrial action over below-inflation pay offers – including transport workers, firefighters, doctors, nurses, teachers, postal workers, civil servants, lawyers and British Telecoms engineers.

        (…)

        https://www.cnbc.com/2022/07/22/uk-faces-a-summer-of-discontent-as-inflation-and-real-wage-declines-stoke-strikes.html
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        Ein anderer Artikel behauptet das Gegenteil des in der KP veröffentlichten Abwiegel-Szenarios: Die USA wollen jetzt auch Kampfflugzeuge liefern, und schmieden zusammen mit der Ukraine Pläne, die an Größenwahnsinn nichts zu wünschen übrig lassen:

        USA planen Lieferung von Nato-Kampfjets an die Ukraine für den Einsatz gegen Russland

        Wie die Washington Post am Mittwoch berichtete, bereitet das Pentagon aktiv die Lieferung neuer moderner, in Nato-Staaten hergestellter Militärflugzeuge an die Ukraine für den Krieg gegen Russland vor. Es handelt sich um eine massive Ausweitung des US-Engagements im Ukrainekrieg.

        Der Stabschef der US Air Force, General Charles Q. Brown Jr., erklärte gegenüber der Zeitung, die Lieferung der Jagdflugzeuge werde diskutiert. Bei einer Rede auf der Aspen Security Conference wurde Brown gefragt: „Ist es möglich, dass die USA der Ukraine weitere US-Kampfflugzeuge verkaufen oder bereitstellen können?“

        Darauf antwortete er: „Es wird nicht-russisches Gerät sein, soviel kann ich Ihnen wohl verraten.“

        Mit „nicht-russisch“ spielt Brown auf einen früheren Vorschlag Polens an, alte sowjetische MiG-Flugzeuge in die Ukraine zu schicken. Die Biden-Regierung hatte dies abgelehnt, weil es zu wahrscheinlich sei, dass dies den Krieg eskalieren könnte.

        Damals hatte Biden erklärt, dieser Schritt könne den „dritten Weltkrieg“ auslösen: „Die Vorstellung, dass wir Angriffswaffen schicken, Flugzeuge und Panzer und Züge mit amerikanischen Piloten und amerikanischen Besatzungen, verstehen Sie, täuschen Sie sich nicht, egal was Sie alle sagen, das wäre der dritte Weltkrieg.“

        Browns Vorschlag ist jedoch noch viel provokanter als der frühere Plan, alte und halb veraltete sowjetische Flugzeuge zu entsenden.

        Das Pentagon hatte am gleichen Tag angekündigt, es werde der Ukraine vier weitere HIMARS-Langstreckenraketenwerfer schicken, womit deren Gesamtzahl auf sechzehn ansteigt.

        US-Verteidigungsminister Lloyd Austin erklärte am Mittwoch: „Wir werden weiterhin innovative Wege finden, unsere langfristige Unterstützung für die tapferen Männer und Frauen der ukrainischen Streitkräfte aufrecht zu halten. Und wir werden unsere Unterstützung darauf ausrichten, sicherzustellen, dass die Ukraine die Technologie, die Munition und die schiere Feuerkraft hat, um sich zu verteidigen.“

        Austin erklärte: „Die ukrainischen Streitkräfte setzen jetzt mit großer Wirkung Langstreckenraketensysteme ein, darunter HIMARS, die ihnen die USA geliefert haben, und andere Systeme von unseren Verbündeten und Partnern.“ Er fügte hinzu, dass „die internationale Staatengemeinschaft auch hart daran gearbeitet hat, der Ukraine bessere Küstenverteidigungsmittel zukommen zu lassen“.

        Vertreter der USA und der Ukraine diskutieren immer offener die Details eines Plans, enorme Mengen an hochmodernen US-Waffensystemen anzuhäufen, mit denen Kiew im Herbst eine große Gegenoffensive beginnen kann. Deren Ziel soll es sein, die russische Flotte zu versenken und die Halbinsel Krim im Schwarzen Meer „zurückzuerobern“, die nach dem Putsch in Kiew 2014 von Russland annektiert worden war.

        Der stellvertretende ukrainische Verteidigungsminister Wolodymyr Gawrylow versprach bei einem Besuch in Großbritannien, die von den USA gelieferten schweren Waffen in einer Offensive gegen die Krim einzusetzen: „Wir bekommen Schiffsabwehrwaffen, und früher oder später werden wir die Flotte angreifen. Das ist unvermeidlich, weil wir die Sicherheit unserer Bevölkerung garantieren müssen… Russland wird die Krim verlassen müssen, wenn es als Land weiterbestehen will.“

        Am Samstag erklärte der ukrainische Militärgeheimdienstler Wadym Skibizki, die Ukraine werde die HIMARS-Raketenwerfer benutzen, um Ziele auf der Krim anzugreifen, die „zur Sicherheit unserer Bürger, unserer Einrichtungen und unserer Ukraine zerstört werden müssen.“

        Auf die immer offenere Diskussion über eine ukrainische Offensive zur Rückeroberung der Krim reagierten russische Regierungsvertreter mit äußerst scharfen Warnungen.

        Russlands Außenminister Sergei Lawrow erklärte, Washington wolle Russland zu einem „echten Krieg“ provozieren: „Unsere amerikanischen Kollegen… wollen das wirklich in einen echten Krieg verwandeln und eine Konfrontation zwischen Russland und den europäischen Staaten anzetteln.“

        Er warnte: „Die Ukraine wird nicht nur mit Waffen vollgepumpt. Sie wird auch dazu gezwungen, diese Waffen in immer riskanterer Weise einzusetzen.“

        Am Sonntag erklärte der ehemalige russische Präsident und stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates Dmitri Medwedew, dass ein Angriff auf die Krim eine „systemische Bedrohung für Russland“ darstellen würde, worauf Russland mit einem „Tag des Jüngsten Gerichts“ reagieren würde.

        Er erklärte, falls die Ukraine versuchen sollte, die Krim zurückzuerobern, „wird der Tag des Jüngsten Gerichts sehr schnell und hart“ kommen.

        https://www.wsws.org/de/articles/2022/07/21/nxtf-j21.html

        Ungemütlich.

      • „Unsere amerikanischen Kollegen… wollen das wirklich in einen echten Krieg verwandeln und eine Konfrontation zwischen Russland und den europäischen Staaten anzetteln.“

        Ein bisschen seltsam, dass er zuerst die amerikanischen Kollegen anspricht und dann einen Krieg mit den europäischen Staaten heraufdämmern sieht. Man sollte doch meinen, dass wenn die USA einen Krieg anzetteln will, es zu einem Krieg zwischen Russland und den USA kommen wird. Oder will er den Europäern mitteilen, dass Russland und Europa gegeneinander ausgespielt werden.

         „Wir bekommen Schiffsabwehrwaffen, und früher oder später werden wir die Flotte angreifen. Das ist unvermeidlich, weil wir die Sicherheit unserer Bevölkerung garantieren müssen… Russland wird die Krim verlassen müssen, wenn es als Land weiterbestehen will.“

        Die Ukrainer träumen, wenn sie denken, dass Russland eine Rückeroberung der Krim zulassen wird. Und wenn die USA jetzt denken, sie könnten moderne Flugzeuge und Panzer liefern, kann man bloß der Einschätzung Bidens recht geben, dass das der 3.Wk wäre. Ich versteh gar nicht warum die so einen Airforce General rumzündeln lassen.

      • Die russischen Streitkräfte haben ja bisher einiges an westlicher Waffentechnik nicht nur zerstört, sondern auch erbeutet.

        Ich nehme an, das ruft auch Nachdenken bei den Spendern hervor – neben dem Waffenhandel. Deswegen wird jetzt an Distanz-Waffen gedacht, die von Gebieten operieren, die nicht so nahe an der Front sind.

        Die russische Seite denkt darüber nach, wie man die vernichten könnte, also da ist in nächster Zeit einiges an Zerstörung in der Ukraine zu erwarten.

        Und ja, den 3. WK nehmen viele Leute gerne in Kauf. Es erinnert an den Endkampf der Nazis, Volkssturm und Selbstmorde in den Führungsetagen.
        In den USA denken sie vielleicht noch, das Armaggeddon bleibt auch Europa beschränkt, aber in Polen und der Ukraine scheinen diverse Politiker und Militärs frohgemut auf die A-Bombe auf ihre Metropolen zu warten. Sie denken sich vielleicht, wir haben eh Bunker, es trifft ja nur die „unschuldige Zivilbevölkerung“.

      • Die Ukrainische Armee (oder US-Spezialisten) haben ein Gefängnis in der Stadt Jelenovka bei Donezk bombardiert, in dem sich ukrainische Kriegsgefangene, darunter auch Asow-Mitglieder befunden haben.

        Bisherige Bilanz: 53 Tote, 75 Verletzte. Der Angriff erfolgte in der Nacht und soll angeblich mit HIMARS-Raketen erfolgt sein.

        Die KP vermutet, daß hier Leute, die womöglich zu viel wissen oder bei Schauprozessen als Kronzeugen auftreten könnten, die höhere Kreise in der Ukraine belasten könnten.
        Die Befehle, russische Gefangene zu foltern, diese Taten zu filmen bzw. zu fotographieren und das dann aufs Internet zu stellen, kamen nämlich angeblich aus Kiew direkt und sollten dazu dienen, die russischen Soldaten zu demotivieren.

        (KP, 29.7.)

        Nachdem das im Westen vermutlich nicht so gut ankam, wurde dann damit aufgehört. D.h., mit der Veröffentlichung, nicht mit den Mißhandlungen.
        Man findet übrigens mit Suchmaschinen nichts dazu auf Deutsch und nur ein YouTube-Video auf Englisch.

        Vermutlich werden Kriegsgefangene jetzt nach Rußland verlegt werden, um sie vor dergleichen Angriffen zu schützen, was wieder einen Aufschrei in den westlichen Medien zur Folge haben wird, von wegen Deportationen usw.

      • "Russland verfügt immer noch über die Eskalationsdominanz"
        Reiner Schwalb (Brigadegeneral a.D. und ehemaliger Militärattaché an der Deutschen Botschaft in Moskau) über die Perspektiven nach fünf Monaten Krieg in der Ukraine, den Sinn von Waffenlieferungen, und warum man das Ende des Krieges nicht untätig abwarten sollte.

        https://www.heise.de/tp/features/Russland-verfuegt-immer-noch-ueber-die-Eskalationsdominanz-7194125.html?seite=all

        —-

        Florian Rötzer: Wladimir Sergijenko: Die Ukrainer wollen gewinnen, aber nicht alle wollen den Krieg.
        “Wir sprechen heute einmal über die Ukraine. Es gab gerade eine neue Umfrage, nach der 84 % der Ukrainer sagen würden, dass sie für einen Frieden keine Gebiete hergeben würden. Ist die Stimmung in der Ukraine wirklich noch so, dass die Menschen hinter dem Krieg stehen, oder breitet sich nicht auch allmählich Müdigkeit aus?”

        https://overton-magazin.de/krass-konkret/wladimir-sergijenko-die-ukrainer-wollen-gewinnen-aber-nicht-alle-wollen-den-krieg/

        —-

        Jürgen Todenhöfer über die wechselnden Feindbilder des Westens

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=86365

      • Ja, wenn die CBA-Podcasts erwähnt werden, so auch meine 4 Beiträge zur Ukraine:

        Wem gehört die Ukraine? – Teil 1
        Wem gehört die Ukraine? – Teil 2
        Eine am 23.2. aufgezeichneten Videokonferenz mit Reinhard Lauterbach

        Die Ukrainisierungspolitik und der Krieg im Donbass

        Die Ukraine – Schauplatz verschiedener schädlicher Interessen

        Was die oben erwähnte Umfrage angeht:

        Es gab gerade eine neue Umfrage, nach der 84 % der Ukrainer sagen würden, dass sie für einen Frieden keine Gebiete hergeben würden.

        so muß man fragen: Wo wurde denn die gemacht? Im Kiewer Regierungsviertel oder gleich in der Heeresführung oder in Washington?
        Es kann mir doch keiner weismachen, daß eine „Meinungsumfrage“ in einem Kriegsgebiet auch nur irgendwie die Stimmung der Bevölkerung wiedergibt.
        Also sind dergleichen „Umfragen“ nur ein weiterer Rechtstitel für Waffenlieferungen.

      • Korruption und Waffenhandel
        CBS: Nur 30% der vom Westen an Kiew gelieferten Waffen erreichen die Front

        Der US-Fernsehsender CBS hat eine Doku angekündigt, in der berichtet wird, dass der Großteil der vom Westen an die Ukraine gelieferten Waffen in dunklen Kanälen verschwindet.

        US-Abgeordnete warnen schon lange davor, dass die meisten der nach Kiew gelieferten Waffen, in einem „Schwarzen Loch“ verschwinden, weil es keinen funktionierenden Kontrollmechanismus gibt. Die Ukraine ist ein hochgradig korrupter Staat und auch Europol warnt schon seit Monaten, dass ein Teil der Waffen, darunter auch Panzerabwehrraketen und Flugabwehrraketen vom Typ Stinger, auf dem europäischen Schwarzmarkt landen und so islamistischen Terroristen oder der organisierten Kriminalität in die Hände fallen können.

        Mitte Juli war ich dabei, als mein amerikanischer Kollege John Marc Dugan den in Donezk zum Tode verurteilten Briten Aiden Aslin interviewt hat, der vor seiner Zeit in der Ukraine bei der kurdischen YPG in Syrien gegen den IS und die Türkei gekämpft hat. Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes haben sich nach seinen Angaben an ihn gewandt, damit er Kontakte zur YPG herstellt, der die Ukraine dann Waffen geliefert hat, die sie aus dem Westen bekommen hat.

        An diesen Waffenschiebereien verdienen demnach hohe ukrainische Offiziere und Regierungsmitglieder, weshalb es nicht überraschen kann, dass sich Kiew als Reaktion auf Kritik aus Washington gegen Kontrollmechanismen ausgesprochen hat, weil die die Waffenlieferungen angeblich verzögern würden. Und überhaupt, so Kiew, seien all die Vorwürfe nur russische Propaganda. Der Spiegel gefiel sich dabei übrigens – wie für ihn üblich – in der Rolle von Kiews Helfer und hat seinen Lesern die entscheidenden Details und Fakten einfach verschwiegen.

        Nun hat der amerikanische Fernsehsender CBS eine Doku über das Thema angekündigt, über die es auf der Seite des Senders bereits Informationen gibt. Darüber hat die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet und ich habe die TASS-Meldung übersetzt.

        Beginn der Übersetzung:

        Medien: Der größte Teil der westlichen Militärhilfe für die Ukraine erreicht ihr Ziel nicht

        Kiew erhält 30 bis 40 Prozent der Waffen, berichtet der Fernsehsender CBS.

        Der größte Teil der von westlichen Ländern an die ukrainischen Streitkräfte gesandten Militärhilfe erreicht nicht ihr Ziel in dem Land. Diese Schätzungen stammen aus einer Dokumentation von Journalisten des US-Fernsehsenders CBS, die am Sonntag ausgestrahlt wird. Auszüge daraus wurden diese Woche auf der Website des Senders veröffentlicht.

        „Die meisten dieser Waffen und militärischen Güter kommen an der polnischen Grenze an, wo sie von den USA und den NATO-Verbündeten schnell <…> an ukrainische Beamte übergeben werden. Damit endet die Kontrolle der USA“, so der Sender.

        „Es kommt alles über die Grenze, dann passiert irgendwas, und nur etwa 30 Prozent erreichen ihren Bestimmungsort“, erklärte Jonas Ohman, Leiter der in Litauen ansässigen Nichtregierungsorganisation Blue-Yellow, die sich um den Transfer von Militärhilfe an die Ukraine kümmert, im April gegenüber Reportern. „Nach meinen Schätzungen sind es 30 bis 40 Prozent“, fügte er hinzu.

        „Es gibt mächtige Leute, Oligarchen, politische Figuren“, erklärte Ohman und verwies auf die Korruption in der Ukraine. Er stellte fest, dass in den ukrainischen Machtstrukturen „den ganzen Tag über ein Machtkampf stattfindet“

        Der US-Söldner Andy Milburn, der früher im US-Marinekorps diente und jetzt das ukrainische Militär ausbildet, sagte ebenfalls, dass die Militärhilfe ohne Kontrolle aus Washington kaum in vollem Umfang bei den Empfängern im Lande ankommt. „Ich kann Ihnen sagen, dass die Einheiten an der Front zweifellos nicht alles davon bekommen“, fügte der Söldner hinzu und bezog sich dabei auf Drohnen, Switchblade-Granaten, Schutzwesten und andere Gegenstände, die von westlichen Ländern geliefert werden.

        Der Film zitiert Donatella Rovera von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die Daten über Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine sammelt. Sie wies darauf hin, dass die Waffen, die westliche Länder an die Sicherheitskräfte im Irak und in Afghanistan geliefert hatten, diese oft nicht erreicht haben, sondern in die Hände von Extremisten gelangt sind. „Um das zu vermeiden, brauchen wir Kontrollmechanismen“, sagte sie.

        https://www.anti-spiegel.ru/2022/cbs-nur-30-der-vom-westen-an-kiew-gelieferten-waffen-erreichen-die-front/

      • Die USA haben angeblich ein neues System von Vertrags-Militärs entwickelt, zum Einsatz in der Ukraine. Es werden also speziell für diesen Einsatz Leute unter Vertrag genommen, die aber nicht zu den regulären Streitkräften der USA gehören.

        (KP, 8.8.)

        Die Idee scheint zu sein, daß es dann weniger unangenehm ist, wenn die in einer Holzschachtel heimkehren. Sie erhalten dann auch keine besonderen Ehren oder ein Staatsbegräbnis.

        Ob es sich dabei aber um Leute handelt, die mit diesem ganzen schweren Gerät auch richtig umgehen können, erscheint auch zweifelhaft. Also entweder es befinden sich (auch) reguläre Soldaten dort, die diese Leute im Einsatz ausbilden, oder sie müssen erst lange in den USA selbst ausgebildet werden, bevor sie an die Ukraine-Front geschickt werden.

        Laut einem NYT-Bericht finden verschiedene ausländische Kämpfer – trotz vorheriger Erfahrung im Irak und Afghanistan – die Bedingungen in der Ukraine weitaus schlimmer: Keine Luftunterstützung, keine Disziplin, keine regelmäßige Versorgung mit Munition und Proviant, – und nach den Angaben eines gefangenen Soldaten öfter auch friendly fire wegen chaotischer Befehlsstrukturen.

        (ebd.)

      • "Was in dieser dritten Phase militärisch wichtig wird, hat der ehemalige US-General Mark Hertling jetzt in einem lesenswerten Beitrag auf Twitter beschrieben (hier nachzulesen). Vier Punkte sind dabei zentral: 

        1. Kiew muss die Freiwilligen- und Partisanenverbände – viele zehntausend Männer und Frauen – in die professionelle Armee integrieren. Für komplexe militärische Operationen wie eine Offensive ist ein hoher Ausbildungs- und Trainingsgrad der Einheiten erforderlich. 
        2. Kiew muss für die Offensive das Gefecht der verbundenen Waffen einsetzen; heißt Infanterie, Panzer, Artillerie, die Luftwaffe und vieles mehr eng aufeinander abgestimmt vorrücken lassen. Etwas, das in diesem Krieg bisher nicht zur Anwendung kam. 
        3. Kiew muss noch mehr Partisanenaktivitäten in den besetzten Gebieten forcieren. 
        4. Kiew muss seine Logistik von der Verteidigung auf eine Offensive umstellen. 

        Kann die Ukraine all das umsetzen? Einfach wird es nicht, schreibt Hertling."
        Tagesspiegel Update

        In der Tat, das sieht nicht nach einem totsicheren Plan aus.

      • Protokoll des Jour fixe München vom 01.08.2022 – Die drei Gründe des Ukrainekrieges (GS 2-22)

        2. Der Westen – Fortsetzung

        Letztes Mal ging es darum, dass der Westen den Krieg in der Ukraine zu seiner Sache macht. Nicht selbst als Kriegspartei, sondern als Ausstatter, Finanzier und Regisseur der ukrainischen Seite und ganz direkt durch einen Wirtschaftskrieg, dessen Ziel die grundlegende Schädigung Russlands ist.

        Die Kriegsgründe des Westens liegen nicht darin, der Ukraine Hilfe zu ihrer Verteidigung gegen einen übermächtigen Feind zu leisten; es geht um grundlegendere und weiterreichende Angelegenheiten. Der Streit um die Einflussnahme in der Ukraine wird auf eine prinzipielle Ebene gehoben. Russland soll nicht mehr nur zurückgedrängt werden, es wird mitgeteilt, dass man mit Russland nicht mehr verhandeln, nicht einmal mehr wirtschaftliche Beziehungen haben will. Russland muss als Macht bekämpft werden, die sich dem widersetzt, was der Westen als sein unbedingtes Recht formuliert, insbesondere allein zuständig zu sein für die Beziehungen der Europäischen Staaten – aber auch weltweit der Staaten untereinander – und zu bestimmen, was als deren legitime Ansprüche zu gelten hat. Jetzt gilt es, Russland aus der Welt der anerkannten Staaten auszuschließen. (…)

        3. Die Ukraine

        (…) Die Ukraine führt also nicht einfach nur im Auftrag des Westens Krieg gegen Russland oder weil Russland sie angegriffen hat, sondern hat einen eigenen Kriegsgrund. Der besteht darin, einen souveränen Staat mit einer antirussischen Räson zu etablieren, hinter der sich im Innern alle sammeln bzw. dafür eingespannt werden. Für dieses Staatswesen, das sich hauptsächlich über seine antirussische Ausrichtung definiert und eine Perspektive in der Zugehörigkeit zur EU und Nato sieht, ist es kein Widerspruch, die benötigten Mittel genau
        von der Seite zu beziehen, zu der es sich bekennt und der es sich zuordnet. Insofern ist nicht das eine Mittel für das andere. Das fällt im Kriegführen zusammen, dass sich die ukrainische Regierung unter Selenskyj als einige Kriegspartei aufstellt, so definiert sie diesen Staat in seiner Identität, nämlich darin, seine Souveränität gegen Russland durchzusetzen, zu erkämpfen, und macht das zum verbindlichen Programm für die Ukraine.

        https://de.gegenstandpunkt.com/jfp/jf-protokolle

        https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf220801-Kriegsgr%C3%BCnde%203-Westen%20Ukraine.pdf

        https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs

      • @Neoprene

        Man merkt an so Plänen von diesem Hertling, wie sehr die ukrainische Bevölkerung als Kanonenfutter eingeplant ist, um den Freien Westen zu verteidigen.

        Noch dazu mit nicht funktionierendem Gerät. Sie sind ja nicht nur Kanonenfutter, sondern auch Waffentester:

        „Nach Berichten über defekte Panzerhaubitzen 2000 in der Ukraine zeichnet sich erster politischer Streit über die jetzt nötigen Schritte ab. Rüstungsexperten gehen derweil auf Fehlersuche.“

        https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/ukraine-krieg-da-soll-ein-geschuetz-die-arbeit-von-dreien-uebernehmen/28570980.html

      • Nein, das ist nicht besonders auffällig daran. Oder an jedem anderen Statement von andren Militärexperten. Das Irre an Hertling ist, daß er so tut, als ob die ukrainische Armee sich auf einmal wie eine erfahrene Siegertruppe aufführen könnte, als wenn sie sowas auch nur je auch nur annähernd gewesen wäre.

        Die PH 2000 wird in der Ukraine nicht getestet sondern über alle Regeln für den Kampfeinsatz hinaus eingesetzt. Wenn dann auch noch die Wartung rausgeschoben wird um noch hundert Schuß mehr verballern zu können, dann geht selbst so ein Teil irgendwann in die Knie. Das ist übrigens ähnlich wie bei der US-Haubitze M777. Die wurde entwickelt, damit auch Luftlandetruppen eigene Artillerie per Flugzeug oder Hubschraube mitnehmen können, das ist aber jetzt gar nicht ihr Einsatz, da werden die wie andere stationäre Geschütze eingesetzt. Dafür muß die aber aus Titan gebaut werden, damit sie auf das niedrige Gewicht von rund 4 Tonnen kommt. Und da sie keine Selbstfahrlafette sein konnte, das wäre viel zu schwer geworden, muß man sie zum Stellungswechsel mit irgendeinem anderen Fahrzeug wegziehen. Dafür haben die eine Öse vorne an das Geschützrohr angebracht. Und, Überraschung, weil die auch rund um die Uhr ballern und dutzendmal die Stellung wechseln müssen, um nicht vom Gegenfeuer der Russen erwischt zu werden, werden die Rohre nach und nach verzogen und ungenau. Wenn dann noch das Hydrauliköl und der flüssige Stickstoff nicht rechtzeitig gewartet werden, die diese superkomplizierten Geschütze brauchen, ist es vorbei mit dem Supertrefferbild. Das mußte man nicht testen, das haben die Amerikaner der Ukraine auch vorher gesagt, die hatte für sowas aber keine Zeit.

      • @Neoprene

        Nein, das ist nicht besonders auffällig daran.

        ???
        Wer hat denn behauptet, daß das „besonders auffällig“ wäre?

        Alles, was ich so lese über die Geräte, ist, daß sie für einen tatsächlichen Einsatz offenbar nicht besonders geeignet sind. Weil daß man viel schießen muß, ist bei einem solchen gerät wohl zu erwarten.

        Das ganze Arsenal des Freien Westens bzw. der NATO ist offenbar nicht für einen Einsatz gegen einen wirklich ernsthaften Gegner geeignet.
        Es ist nach der Logik der „Schnellen Eingreiftruppen“, auf die das ganze Militär zumindest der EU ausgerichtet war, dafür gedacht, daß man einen inferioren Gegner schnell platt macht. Gegen den größten Staat der Welt, – mit einem entsprechenden Waffenarsenal – sind diese Geräte offenbar nicht so wirklich schlagkräftig.
        Dazu kommt offenbar auch eine sehr ausgefinkelte High-Tech-Ausstattung, die es gar nicht so einfach macht, diese Geräte in eine andere Gegend zu verschieben – die erfordern eine lange Ausbildung.

        Auch die Idee, die Ukraine und ihre Bevölkerung sozusagen als Stellvertreter der NATO einzusetzen, kommt langsam an ihr Ende. Dort finden sich zwar einige Leute, die sich aus Russenhaß dafür einsetzen lassen, das ist aber keineswegs die Mehrheit der dortigen Bevölkerung. Und dann fallen auch Motivation und tatsächliche Kenntnisse in der Bedienung des Geräts keinesfalls zusammen.

        Solange die noch mit ehemals sowjetischem Gerät ausgestattet waren, ließ sich da noch einiges bewerkstelligen, aber diese Party scheint jetzt auch vorbei zu sein.

        Heute war ein Artikel in der Komsomolskaja Pravda, wo irgendwelchen ausländischen Journalisten Stücke der Himars-Raketen gezeigt wurden, die in diesem Gefängnis in Elenovka eingeschlagen haben.
        Vermutlich wurden auch Fotos davon irgendwo am Internet veröffentlicht, womit die Sache eindeutig ist.
        Die Folgen davon innerhalb der Ukraine sind schwer absehbar.

      • Das ganze Arsenal des Freien Westens bzw. der NATO ist offenbar nicht für einen Einsatz gegen einen wirklich ernsthaften Gegner geeignet.

        In der Tat. Seit dem Ende des Warschauer Paktes und dem Wegfall der Ausrichtung der NATO-Armeen auf einen "großen" Krieg mit einem klassisch großem Militär, Panzer, Luftwaffe, U-Boote usw. ist die Militärstrategie vor allem der USA aber auch der kleineren Armeen der NATO umgeschwenkt auf die Konzentration auf die Bekämpfung kleiner schwacher aber hochmobiler Gegner. Schnelle Eingreiftruppen zum Einsatz buchstäblich rund um den Globus müssen klein und mobil sein (und trotzdem sollten sie eine fette Knarre wie die MH777 mitnehmen können), das war angesagt und die Armeen und ihre Ausrüstung und ihre Doktrin wurden drastisch zusammengeschrumpft. Scott Ritter hat das in einem Vortrag wieder mal vorgetragen: Scott Ritter 'Two Front War Biden's Mouth is Writing Checks the US Military Can't Cash' – YouTube

        Dazu kommt offenbar auch eine sehr ausgefinkelte High-Tech-Ausstattung

        Ja, wenn die NATO-Armeen schon nicht mehr die Mannschaftsstärke des Kalten Kriegs haben sollten, dann mußten wenigstens die paar Panzer und Geschütze und Kampflugzeuge das Beste sein, was sich die Industrie ausdenken konnte. Da kamen dann eben Flugzeuge heraus, wo ein Flieger 10 mal so teuer wurde wie sein Vorgänger oder Panzer wie der Abrams, der im Gelände vor lauter Klimbim im Gelände keine 100 km weit kommen konnte, oder die deutsche Haubitze, die kein Dauerfeuer verträgt.

        die Idee, die Ukraine und ihre Bevölkerung sozusagen als Stellvertreter der NATO einzusetzen, kommt langsam an ihr Ende

        Das werden wir noch sehen. Die meisten Soldaten der Ukraine kämpfen ja gar nicht mit High Tech sondern sind ganz normale Infanteristen, die sich wie vor hundert Jahren mit dem Klappspaten einen Schutzgraben zu bauen versuchen. Da ist es dann schon beinahe egal, ob die rückwärtige Artillerie noch mit sowjetischen Geschützen feuert oder ob ein paar NATO-Geräte dazu kommen. Unterlegen ist die ukrainische Armee ja eh in dieser Hinsicht. Sie ist aber eben immer noch, trotz großer Verluste an Mensch und Material, eine der stärksten auch kampfstärksten de facto NATO-Armeen (außer der Türkei hat ja kein anderer NATO-Staat überhaupt noch eine Armee von Belang. Die Bundeswehr hat z.B. nur noch 100 Kanonen insgesamt, nicht etwa nur in einem Regiment oder so), umpusten von den Russen werden die sich nicht lassen. Und kapitulieren eben auch nicht, so viele Gefangene, die sich freiwillig ergeben haben, gab es bisher nicht (was sicher auch zum Teil daran liegt, daß die ukrainische Armeeführung sowas brutal verhindert hat. Friendly Fire ist ein böser Euphemismus für sowas.

      • Was die ukrainische Armee angeht, so ist Quantität eben nicht Qualität. Inzwischen sind dort viele Zwangsrekrutierte, die Null Kampferfahrung haben. Das Rückgrat dieser Armee sind diejenigen, die 8 Jahre im Donbass an der Grenze zu den Volksrepubliken herumgeballert haben.

        Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese Armee in sich zusammenfällt.

      • "Of all the self-propelled guns sent to Ukraine by the various Western countries in support of Ukraine, the Panzerhaubitze 2000 (PzH 2000) is by far the most capable, with one of the weapon's main attributes being the ability to fire ten shells in a minute. This gives the PzH 2000 a rate of fire unparalleled by any other gun currently seeing active combat in Ukraine.

        Unfortunately, it seems the PzH 2000 has not been performing as expected. To date, the majority of the PzH 2000 vehicles in-country are showing significant wear and tear which is causing malfunctions. It is believed that the Ukrainian artillery crews operating the PzH 2000 are conducting fire missions that take advantage of the high rate of fire. Each PzH 2000 carries 60 rounds, plus propellant, in its automatic loading system which means when firing at the full rate, the entire payload of the PzH 2000 can be expended in six minutes. It only takes 12 or less minutes to reload the PzH 2000 to full ammunition capacity. This heavy usage of the PzH 2000 is near constant, and it's wearing down the components rapidly and causing malfunctions in the gun's automatic loading system. According to German Army experts, they blame the Ukrainian troops for firing the gun too often. This, however, should not be too surprising as the Ukraine War is very much dominated by artillery and the PzH 2000 provides the Ukrainians with the best ranged 155mm gun in their current arsenal

        A related matter which is compounding the issue, is that the ammunition produced specifically for the PzH 2000 have no problems running through the gun but other 155mm rounds from other NATO countries are not always compatible with the PzH 2000 resulting in failures."

      • Ukraine: Mindestens zehn Flugzeuge bei Explosion auf Krim zerstört

        Bei den Explosionen auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Flugzeuge zerstört worden. "Nach der Explosion, die wir gesehen haben, ist klar, dass das Kontingent der Luftwaffe getroffen wurde", sagte der Sprecher des ukrainischen Luftwaffenstabs, Juri Ihnat, am Mittwoch im Fernsehen. Laut Ihnat sind dort Kampfflugzeuge der Typen Suchoi Su-30M und Su-24 sowie Transportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 stationiert.

        Der Militärstützpunkt Saki auf der Krim, die Russland 2014 annektiert hatte, wurde am Dienstag von Explosionen schwer erschüttert. Videos zeigen, dass es an mindestens zwei unterschiedlichen Stellen zu Detonationen kam. Offiziellen Angaben aus Moskau zufolge ist ein Verstoß gegen die Brandschutzregeln für den Vorfall verantwortlich.

        Viele Beobachter gehen hingegen von einem ukrainischen Angriff aus. Die Führung in Kiew hat nicht die Verantwortung für die Explosionen übernommen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb allerdings auf Twitter: "Das ist nur der Anfang."

        Den Militärexperten des US-amerikanischen Institute for the Study of the War zufolge will die russische Führung einen ukrainischen Angriff aus Imagegründen nicht eingestehen. Dann würde Moskau einräumen müssen, dass seine Luftabwehr versagt habe, teilte das Institut in seiner Analyse mit.

        https://www.sat1.at/news/politik/live-blog-zum-ukraine-krieg-ukraine-offenbar-fuer-krim-explosionen-verantwortlich-107165

        Laut russischen Angaben forderte der Vorfall inzwischen ein Todesopfer und 14 Personen wurden verletzt.

        Die Sache ist heikel, weil langsam beginnen die Leute von der Krim zu flüchten, aus Angst, daß sie zum Ziel von weiteren Beschüssen werden könnte.

      • Erstaunlicherweise hört man sowas umgekehrt von den Russen nicht. Es sind doch mit Sicherheit noch nicht alle Flugplätze und Flugzeuge und Hubschrauber der Ukraine zerstört worden. Und eine bessere Raketenabwehr werden die auch nicht haben.

      • Ich weiß nicht, was die Flugplätze und die Hbschrauber der Ukraine mit dieser Frage zu tun haben.

        Die Frage ist, ob es ein Raketenangriff oder ein Sabotageakt war, der diese Explosionen hervorgerufen hat.
        Beides ist unerfreulich.
        Erstens, wenn von ukrainischem Gebiet Raketen auf die Krim fliegen können – das würde größere Maßnahmen von Seiten der russischen Heeresführung notwendig machen.
        Zweitens, wenn es ein Sabotageakt war, so ist es auch bedenklich, wenn solche Diversanten einfach so in einen Militärflugplatz hineinkommen. Ich vermute, da waren bisher die Sicherheitsvorkehrungen etwas lax.

        Von russischer Seite wird bisher eher die Version eines „Unfalles“ durch unsachgemäße Lagerung verbreitet, aber das ist doch etwas unglaubwürdig.

      • Ich weiß nicht, was die Flugplätze und die Hubschrauber der Ukraine mit dieser Frage zu tun haben.

        Ich schon: Wenn die AFU solche spektakulären Angriffe gegen Rußlands Luftstreitkräfte fliegen kann, wieso kann das umgekehrt Rußland in der Westukraine nicht?

        Mit Maßnahmen gegen US-Raketen (natürlich mit ukrainischer Flagge) ist es so eine Sache: Bisher hat Rußland offensichtlich nicht die Mittel, um einen solchen Angriff abwehren zu können. Die S 400 Batterien sind dazu, anders als erhofft oder gar versprochen, offensichtlich nicht in der Lage.

      • "Ich habe aus dem Verteidigungsministerium erfahren, dass derzeit noch fünf von fünfzehn Panzerhaubitzen einsatzbereit sind", sagte der Bundestagsabgeordnete. In diesem Zusammenhang sei von ukrainische Seite der Wunsch nach mehr Ersatzteilen geäußert worden. Im Grundsatz sei man in Kiew dann "optimistisch, dass sie die Einsatzbereitschaft wieder nach oben bringen können".

        Zwar habe Deutschland einige Ersatzteile mitgeliefert, es gehe aber auch um Reparaturmöglichkeiten vor Ort, die dringend benötigt würden. Bislang gebe es diese nur für einige kleinere Reparaturen. 

        "Massiv genutzt": "Noch 5 von 15 Panzerhaubitzen sind einsatzbereit" – n-tv.de 

      • @Neoprene

        Wenn die AFU solche spektakulären Angriffe gegen Rußlands Luftstreitkräfte fliegen kann

        Also daß das ein Angriff per Hubschrauber war, hat wirklich niemand behauptet. Das wäre sehr unwahrscheinlich, weil das könnte die Luftabwehr leicht erledigen. Das würde auch von Augenzeugen wahrgenommen, die Explosionen waren ja am hellichten Tag.

      • Ich habe auch nichts davon geschrieben, daß ich denke, daß der Angriff von Hubschraubern geflogen wurde. 

        Ich habe mich nur gewundert, daß sich Rußland zumindest nicht mehr damit brüstet, erfolgreich ukrainische Luftwaffenstützpunkte angegriffen zu haben. Können sie das schon nicht mehr?

      • Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der kommenden Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Energie-Infrastruktur zerstöre, sagt der Stabschef von Präsident Wolodimir Selenskij, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an. "Das ist einer der Gründe, warum wir maximale Maßnahmen ergreifen wollen, um den aktiven Teil des Kriegs bis Ende Herbst zu beenden", sagt Jermak.

        Die ukrainische Armee versucht laut Jermak alles, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Je länger sich russisches Militär auf ukrainischem Gebiet verschanzen könne, desto schwieriger werde es.

        Ukraine News: Ukraine braucht Kriegsende vor Winter – Politik – SZ.de (sueddeutsche.de)

        Sind die irre??

      • Ich halte die Einschätzung, daß die Ukraine den Krieg noch vor Wintereinbruch beenden, also für sich gewinnen kann, für irre. Selbst eine Offensive gegen Cherson scheint mir mittlerweile schon in den Sternen zu stehen.

      • Es kann sein, daß nicht die Ukraine das Subjekt der Beendigung des Krieges sein wird  …

        Zu dem Angriff auf den Luftstützpunkt auf der Krim bei Saki habe ich mir folgendes überlegt: Da auch der von mir sehr geschätzte Militärexperte Markus Reisner von einem Angriff aus der Luft aufgeht, die Explosionen am hellichten Tag erfolgten und niemand etwas gesehen oder gehört hat – weder Raketen noch Hubschrauber (die Militärbasis liegt direkt neben bewohntem Gebiet und einem gut frequentierten Strand), so halte ich es für möglich, daß es sich um Bomben mit Zeitzünder handelte, die in der Nacht, vielleicht durch Drohnen, dort plaziert worden sind.

      • Die KP hält es für notwendig, die Ungefährlichkeit eines Urlaubs auf der Krim zu betonen, um die Touristensaison zu retten, die jetzt gerade voll anläuft.

        In einem Artikel über die Schutzmaßnahmen auf der Krim stehen auch folgende Sätze:

        „Die Kiewer Generäle hätten vielleicht davon geträumt, die Krim aus sicherer Entfernung selbst zu treffen – aus der Nähe von Odessa oder Nikolaev, aber für so große Entfernungen haben sie keine Raketen.
        Die Amerikaner riskieren bisher nicht, Raketen mit einer Reichweite von 300 Kilometern zu ihren HIMARS-Mehrfachraketensystemen zu verlegen, die sie bereits in die Ukraine geliefert haben. Sie schicken nur Munition, die 80 km trifft.
        Angesichts der Tatsache, dass die kürzeste Entfernung von¡ (dem Gebiet, nicht der Stadt) „Odessa zur Krim 280 Kilometer beträgt, kann die ukrainische Armee die Halbinsel nicht erreichen.

        Aber selbst wenn wir uns vorstellen, dass die Vereinigten Staaten eines Tages beschließen, Kiew Langstreckenraketen zu übergeben (und dies wird viel Lärm verursachen und sofort bekannt werden), gibt es etwas, das sie abwehren kann.
        Auf der Krim gibt es ein Flugabwehr-Raketenregiment, das mit den Luftverteidigungssystemen Osa (Wespe), Buk-M2 und Buk-M3 ausgestattet ist. Übrigens hat Buk-M3 in der Nähe von Cherson bereits gezeigt, dass es in der Lage ist, HIMARS-Geschosse abzuschießen.

        Während der Spezialoperation haben russische Truppen die ukrainische Luftfahrt stark „unterbunden“. Aber nach der Tatsache zu urteilen, dass wir jede Woche weiterhin 3-4 Flugzeuge abschießen, hat Kiew immer noch einige davon. Anscheinend werden sie von NATO-Staaten aus sowjetischen Beständen in Osteuropa in die Ukraine geschickt.

        Kiew hat auch Angriffsdrohnen wie die türkischen Bayraktars.
        Können sie auf die Krim fliegen?
        Theoretisch ist das natürlich möglich.

        Aber der Himmel über der Krim wird von zwei Streitkräften gleichzeitig abgedeckt: Der 31. Luftverteidigungsdivision und der 27. gemischten Luftdivision.
        Die 31. Division ist mit S-300- und S-400-Systemen sowie Pantsir-S-Raketen- und Kanonensystemen ausgestattet. Und die 27. Luftdivision besteht aus 3 Regimentern von Kampfflugzeugen und Hubschraubern.
        Darüber hinaus bewacht die Marine-Luftwaffe des Schwarzen Meeres auch die Krim. Es besteht aus 2 Regimentern. Auf dem Flugplatz Novofjodorovka (wo sich der jüngste Unfall in der Nähe von Jevpatorja ereignete) ist ein separates Marine-Angriffsflugregiment stationiert. Und auf dem Flugplatz Kacha ist ein gemischtes Luftregiment stationiert, in dem sowohl Amphibienflugzeuge als auch U-Boot-Abwehrhubschrauber eingesetzt werden.“

        Schließlich wird auch noch darauf hingewiesen, daß die Krim-Brücke besonders geschützt ist, u.a. auch durch Kampfdelfine.

        Allerdings,
        (seien wir ehrlich): Die Krim nicht zu 100 % immun gegen Sabotage.
        Hier muß daran erinnert werden, dass im Jahr 2014 (während der Rückkehr der Krim in den russischen Staatsverband) von 19.000 ukrainischen Soldaten 13.000 auf der Halbinsel verblieben sind. Viele von ihnen entschieden sich, weiterhin in der russischen Armee zu dienen.
        Vielleicht wurden einige von ihnen vom SBU – dem Sicherheitsdienst der Ukraine – rekrutiert.
        Auch normale Touristen und sogar die Bewohner der Halbinsel selbst können angeworben werden.
        Hier ruhen alle Hoffnungen auf den russischen Geheimdiensten. Und auf der Wachsamkeit der Bürger. Wie in jeder anderen Region des Landes.“

        Nun ja. Wie dieser Angriff auf Novofjodorovka stattgefunden hat, der einen Teil des erwähnten Marine-Angriffsflugregiments plattgemacht hat, ist noch immer nicht klar:

        „Ja, man kann die Version nicht ausschließen, dass die Munitionsexplosionen auf dem Flugplatz in Novofedorovka durch ukrainische Agenten verursacht wurden.
        Doch die Ermittlungen neigen zunehmend zu dem Schluss, dass dieser Ausnahmezustand das Ergebnis banaler Schlamperei ist. Entweder wurde die Munition in der schrecklichen Sonne gelassen, oder sie rauchten sogar in der Nähe.
        Aber jedes Mal, wenn dies in der Truppe passiert, beginnen totale Kontrollen und Verbände, es gibt eine starke Zunahme der Sicherheitsmaßnahmen.
        Und das bedeutet, dass eine solche Schlamperei nicht wiederholt werden sollte. In naher Zukunft sicher.“

        4 oder 5 gleichgroße Krater und ein Haufen zerstörter Flugzeuge, wegen „Schlamperei“?
        Hmmmm.

        zerstoerter Flughafen Novofjodorovka

      • Ukraine claims 60 dead, 100 wounded, in blasts on Crimea as satellite images show destroyed Russian aircraft

        Anton Gerashenko, an adviser to the Ukrainian minister of internal affairs, claimed on Thursday that 60 pilots and technicians had been killed and 100 people wounded in a series of explosions at a Russian Saki air base on the Black Sea Crimean Peninsula on Tuesday. Since Russia’s annexation of Crimea in 2014, the air base has housed the Russian 43rd Independent Naval Assault Air Squadron.

        As of this writing, there has been no official denial of this claim by Russian officials, which have only acknowledged that one person had been killed and 14 wounded. While the Kremlin has deliberately sought to downplay the significance of the incident, more and more information has emerged indicating that it was far more serious than Russian officials have been willing to admit.

        The blasts on Tuesday occurred close to a tourist resort, prompting panic among thousands of tourists, some of whom sought to leave the peninsula immediately. The Associated Press quoted one local resident who had heard a roar and saw a mushroom cloud from his window: “Everything began to fall around, collapse.”

        Crimean officials have acknowledged that 62 apartment and 20 commercial buildings were damaged, and at least 250 people had to be temporarily evacuated. Satellite images appear to show that about 2 square kilometers (0.75 square miles) of grassland were burned at the air base, and two buildings destroyed.

        These images also indicate that at least seven Russian war planes were destroyed and two damaged. This would mark the biggest loss of Russian military aircraft in a single day since World War II. Based on the satellite images, the destroyed aircraft were Su-24 and Su-30 fighter jets, each of which cost over $24 million.

        There has been no official acknowledgment from Ukraine that it conducted strikes on Crimea. However, Oleksyi Arestovych, an advisor to Ukrainian President Volodymyr Zelensky, effectively claimed Ukrainian responsibility for the blasts, stating that they had been caused either by Ukrainian-made long-range weapons or by Ukrainian guerrillas operating in Crimea. Without explicitly referring to the blasts, Zelensky stated on Tuesday, “Crimea is Ukrainian and we will never give it up.”

        The Kremlin’s response to the blasts on Crimea was reminiscent to its reaction to the humiliating sinking of the Moskva, the flagship of the Russian Black Sea fleet, in March. Clearly seeking to downplay what would represent a grave military setback and the basis for a potentially major escalation of the war, the Russian government has vehemently denied that the blasts were the result of an attack by Ukraine. Instead, the Kremlin claims that the blasts were caused by the detonation of stored ammunition. The Russian media, which is only allowed to refer to the war as a “special military operation,” has virtually ceased all coverage of the incident.

        The Saki air base is at least 125 miles or 200 kilometers from the closest Ukrainian military position and none of the weapons and ammunition officially in the arsenal of the Ukrainian army can strike targets that far away. The ammunition for the American-made HIMARS rocket system, which the US has been officially delivering since May, can only hit targets of a distance of up to 50 miles.

        The German magazine Spiegel surmised that the blasts could have been caused by a Ukrainian Grim-2 short range missile, which has been in development since 2003 and could strike targets at a distance of up to 280 kilometers. Alternatively, the Spiegel noted, Ukraine could have used a modified Neptun missile which may have also caused the sinking of the Moskva. In either scenario, Russian missile defense systems on Crimea could have only been circumvented by American AGM-88 anti-radar missiles. Remnants of such a missile were recently found on Ukrainian territory even though the US has not confirmed that AGM-88 missiles were among the weapons and ammunition that Washington has officially delivered to Ukraine.

        The Spiegel wrote, “This could mean that Kiev’s most important partners may have delivered also other weapons to Ukraine in secret, such as the MGM-140 Army Tactical Missile System (ATACMS). The ATACMS can be used by the American HIMARS as well as the German and British M-270 multiple launch rocket systems, which have been deployed in Ukraine for the past several weeks and have been causing serious problems, especially for Russian logistics. Currently, they [these rocket systems] can only reach up to 80 kilometers with the GMLRS-rockets, but with ATACMS they could reach up to 300 kilometers, which theoretically could make strikes on Crimea possible.”

        The blasts on Crimea occurred against the backdrop of ever more aggressive threats by the Ukrainian military and President Volodymyr Zelensky, that they were determined to “recover Crimea.” The US-backed adoption of the “recovery of Crimea” as Ukraine’s official military doctrine in March 2021 was a major factor in provoking the Russian invasion of February 24 and Russian officials have repeatedly warned that they could respond with nuclear weapons to any attack on Crimea. In July, a Pentagon spokesman has notably refused to preclude that American missiles will be used to strike the Russian-built Kerch bridge, which connects Crimea with the Russian mainland.

        Writing for the Washington Post, David Ignatius interpreted the presumed Ukrainian attack on Crimea as the beginning of a long-announced “southern offensive.” Russian troops have now occupied about a fifth of Ukrainian territory, including most of the East and significant parts of the south. It is expected that the Kremlin will organize referendums in these territories about joining Russia in the coming weeks, and an offensive by Ukraine would not least of all be aimed at preempting such a development.

        There is little question that any offensive, as well as any strike on Crimea, are not only carried out with the weapons and ammunition delivered by the imperialist powers, but also discussed and prepared in the closest consultation with Washington. Having staged a coup in Kiev in 2014 to install a NATO-compliant regime in Ukraine and transform the country into a launching pad for war against Russia, the US, Britain, Germany and other NATO powers have delivered weapons and ammunition to Ukraine worth tens of billions of dollars since February alone. Just this Monday, the Biden administration approved the largest single military aid package to Ukraine yet, worth $1 billion, including for ammunition for the HIMARS rocket systems and 1,000 Javelin missiles.

        Only a week before the blasts on Crimea, Ukraine’s deputy head of military intelligence, Vadim Skibitsky, gave a provocative interview to the British Telegraph, acknowledging that every Ukrainian strike on Russian targets was preceeded by discussions with the US which “would allow Washington to stop any potential attacks if they were unhappy with the intended target.” Skibitsky also said that “we use real-time information” provided by the Americans to strike Russian targets.

        The imperialist proxy war against Russia in Ukraine has already claimed the lives of over 5,000 civilians, while the losses among troops on both sides are estimated in the tens of thousands. Over a fourth of the country’s prewar population of under 40 million has been turned into refugees. An offensive in the south and an attempt to “recover Crimea” by Ukraine would directly threaten the lives of thousands, if not millions more, even as US imperialism is escalating its war provocations against China over Taiwan in the Pacific.

        https://www.wsws.org/en/articles/2022/08/13/rvpn-a13.html

        Auch wenn die ukrainischen Angaben zu Toten und Verletzten etwas aufgeblasen sein mögen – die zerstörten Flugzeuge sind Tatsache, und nach wie vor scheint die Art des Militärschlages ein Rätsel zu sein.

      • Seit Ende Februar hat Litauen Waffen im Wert von 153 Millionen Euro an die Ukraine geschickt, während Lettland Militärhilfe im Wert von mehr als 300 Millionen Euro geleistet hat, teilten die Verteidigungsministerien beider Länder mit.

        Der Leiter des litauischen Verteidigungsministeriums, Arvydas Anusauskas, präzisierte, dass die letzten Lieferungen, die die Ukraine letzte Woche erhalten habe, Wärmebildkameras und Drohnenabwehr enthielten.

        (KP, 30.8.)

        Man fragt sich, wer diese Lieferungen bezahlt, da beide Länder ja wirtschaftlich ziemliche Bettler sind.
        Ihr Budget? (Beide haben den Euro.)
        EU-Gelder, halboffiziell?
        EZB-Kredite, auch wenig öffentlich?
        USA-Geld?

      • Die Slowakei wird 11 MiG-29-Kampfflugzeuge in die Ukraine transferieren, schrieb der ukrainische Abgeordnete Oleksiy Goncharenko in sozialen Netzwerken.

        Der Beamte veröffentlichte auf Telegram ein Video des Überflugs von Kämpfern, begleitet von einer Nachricht, dass „die Slowakei sich von ihren Kampfflugzeugen verabschiedet“.

        (ebd.)

        Man fragt sich hier – wie auch woanders – ob die Ankündigung die Handlung ersetzt? Die Slowakei wird wohl nicht 11 Flugzeuge herschenken. Wer zahlt sie ihr? Sie bliebe dann völlig ohne Flugabwehr, immerhin am Rande eines Kriegsgebietes liegend.

        Der ukrainische Abgeordnete hingegen will damit offenbar zeigen: Der Westen unterstützt uns weiter! – vielleicht angesichts ausbleibender Erfolge und spärlicher werdender Unterstützung.

      • Mir erscheint inzwischen, daß sich diverse westliche Mächte, vor allem die USA, sich bei Waffenlieferungen an die Ukraine nicht nur deshalb zurückhalten, weil damit dort schwunghafter Handel getrieben wird, sondern auch deshalb, weil die Zeichen darauf deuten, daß die Russen bald das Ruder übernehmen werden.

        D.h., die ukrainische Front und Führung brechen zusammen, und dann fallen alle diese teuren und super-entwickelten Waffen den Russen in die Hände.

      • Selbst der neue Spiegel ist auffällig kleinlauter als bisher:

        "Jetzt oder nie" ist die Überschrift des Kommentars von Maximilian Popp.

        "Wenn der Westen Putin in Schach halten und der Ukraine annehmbare Friedensverhandlungen ermöglichen will, dann muß er die Schwäche des Gegners auch für sich nutzen. Und die Schlacht um Cherson scheint eine solche Schwäche zu offenbaren."

        Wirklich? Das klingt ja schon sehr stark nach Pfeifen im Wald. Ich denke "nie" wird immer wahrscheinlicher als "Jetzt".

      • Kriegsmüdigkeit

        Die deutsche Außenministerin warnt vor Kriegsmüdigkeit. Allen Ernstes. Ist die Frau noch bei Trost?

        Ja, sicher, sie redet vom Krieg in der Ukraine. Der ist weit genug weg, dass nicht die Leute, die sie demokratisch mitregiert, zum Töten und Sterben abkommandiert werden, sondern – erst einmal – nur einige Millionen Slawen. Aber genau das ist ihr, nicht räumlich, sondern qualitativ gesehen, zu weit weg. Sie meint, dass von den Ukrainern unser Krieg geführt wird. Und sie meint damit nicht, dass wir froh sein können, einen nationalen Haufen gefunden zu haben, der für unsden Kopf hinhält. Sie mahnt uns zur Identifizierung mit denen, die dort hinten, weit am Schwarzen Meer, zum Töten und Sterben abkommandiert werden. Identifiziert sie auch sich mit denen, die dort das Kommando haben? Bereitet sie sich darauf vor, es der ukrainischen Führung gleichtun zu dürfen? Ermahnt sie ihre Ampel – und die mitregierende Opposition gleich mit – dazu, Menschenopfer nicht zu scheuen?

        Vielleicht tut sie ja nur so. Von Krieg in dem Sinn redet sie gar nicht. Sondern von einem guten Zweck. Von unseren Werten, für die die Ukrainer sich so todesmutig opfern und Russen töten; Freiheit, Demokratie und so Sachen. Den €uro meint sie damit sicher nicht, geschweige denn den alltäglichen Konkurrenzkampf um dessen Erwerb. Die Methode, nach der ihre Grüne Partei an die Kommandomacht im Staat gekommen ist, meint sie sicher auch nicht. Aber was meint sie dann?

        Werte ist das eingebürgerte Wort für die zielgenaue Abstraktion von allen wirklichen politischen und ökonomischen Lebensverhältnissen und Staatseinrichtungen. Mit dem Zielpunkt nämlich, dass in oder hinter dieser Leerstelle etwas steckt, das unbedingten Einsatz wert ist. Kein Lebens- oder Genussmittel, sondern jenes Höhere, Absolute, für das eine wertegebundene Staatsmacht – und welche in der Welt wäre das nicht?! – ihre Bürger zum Totmachen und Sterben abkommandiert, wenn sie Krieg macht. Werte haben ihren ganzen Inhalt in ihrer Funktion, Gewalt zu rechtfertigen; in Baerbocks Fall: Krieg zu idealisieren. Der darf deswegen auch gerne andauern; bis in den Sommer kommenden Jahres, veranschlagt die Regierung fürs erste. Dessen darf das Volk nicht müde werden. Das ist schon gemeint.

        Um es nochmal so zu sagen:

        Entweder möchte die Ministerin den Regierten mitteilen, dass die Phrase von der Opferbereitschaft des guten Staatsbürgers keine bloße Phrase ist; dass die Regierung jedenfalls nicht ansteht, sie in die Tat umzusetzen, wenn sie Soldaten braucht. Und dass das Volk sich nicht zu wundern braucht, wenn es dazu abgeholt wird, sondern allzeit und nimmermüde bereit sein muss, seinem Staat als Waffe zu dienen.

        Oder, die andere Möglichkeit: Man hat es mit dem brutalen Zynismus einer Ersatzkanzlerin zu tun, die sich und ihr Volk beim wertegeleiteten kriegerischen Verheizen fremder Völkerschaften zum Durchhalten ermahnt.

        Drittens ist das womöglich gar kein Entweder – Oder.

        *. Leute wie Baerbock, regierende wie oppositionell scharfmacherisch mitregierende, machen seit einem halben Jahr eine Zeitenwende. Wozu sie es da mittlerweile gebracht haben, weltweit und daheim, davon handelt diese Zeitschrift. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/kriegsmuedigkeit

        https://de.gegenstandpunkt.com

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        Botschafter Melnyk und sein Gastland unterhalten sich über ihre Völkerfreundschaft

        Mit Kriegsbeginn läuft der ukrainische Botschafter Melnyk zu Hochform auf: Pausenlos hetzt er gegen Russland, die Russen und alles Russische, wirbt für den Krieg, für den sein oberster Dienst- und aller Ukrainer Kriegsherr diese verheizt, fordert immer neue Gewaltgeräte von Deutschland und ist bei jeder Waffenlieferung, die Deutschland zusagt, damit unzufrieden, dass nicht die nächste Lieferung schon eingetroffen ist. Alle, die er in seiner mal lässig, mal echauffiert, jedoch stets stilsicher inszenierten Kriegshysterie als zurückhaltend oder skeptisch ausmacht, beschimpft er mit den unter zivilisierten Europäern üblichen Vokabeln und erklärt sie für schuldig am Tod seiner Volksgenossen. Mit diesem liebenswerten Dauerauftritt schafft er es, in Deutschland gefeiert zu werden, manchen geht er aber auf den Wecker oder wenigstens manchmal zu weit. Man kann ihn schon verstehen, schließlich ist der Mann im Kriegsmodus, aber …. Melnyk und sein Gastland verstehen sich offenbar prächtig. (….) (Forts.):
        https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/botschafter-melnyk

      • Na ja, die Zeiten, als Deutschland am Hindukusch verteidigt wurde, sind seit dem Abzug letzen Jahres vorbei. Es war also ein anderer Vorposten vonnöten …

        Man kann die Sache auch umgekehrt sehen: Wenn die Ukraine fällt, ist es mit Deutschland auch nicht mehr weit her.

      • … auch vor China wird die BRD verteidigt – bzw. wird die "Fregatte Bayern" schon mal dort hingeschickt ….

        https://www.heise.de/tp/features/Indopazifik-Verstetigung-der-deutschen-Militaerpraesenz-7252739.html?seite=all

        vgl. zu QUAD und AUKUS. https://www.nachdenkseiten.de/?p=76689

        Ob die BRD in den Kriegskurs gegen China miteinsteigen soll? Moderne Grüne sind anscheinend immerzu für Kriegerisches zu haben ….

        China-Geschäft deutscher Unternehmen: Immer engere Bindung an die Volksrepublik.
        Habeck ist das ein Dorn im Auge

        https://www.jungewelt.de/artikel/433776.wirtschaftskrieg-reale-nähe-zwang-zur-distanz.html

      • Was mich bei solchen Äußerungen von – vor allem grünen – Politikern immer wundert, ist, wie verbissen sie an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen.

        Sie sind ja überhaupt nur wer, weil sie einer Wirtschaftsmacht vorstehen, die gerade am Untergehen ist.

        Wenn Deutschlands Industrie den Bach hinunter geht und eine Art Morgenthau-Plan-Land wird, mit ein paar Muh-Kuhis und Kleinbetrieben, kräht kein Hahn mehr nach einem Wirtschaftsminister H.

      • Die Androhung weiterer China-Sanktionen durch die USA (bzw. die Erwartung, dass es dazu kommt, also die US-gemachte Verschlechterung des 'politische Klimas' gegenüber. China) reicht bereits, dass Geschäfte mit China von der dt. Regierung skeptischer betrachtet werden. So haben bereits verbale Androhungen, die bloße Thematisierung des Themas Taiwan etc. Schädigungen in den Geschäftsbeziehungen zwischen China und BRD hervorgerufen, und die USA haben gleich zwei Konkurrenten auf einen Streich beschädigt. Man sieht also, warum Europa selber Weltmacht werden will….    (Und den aktuell betriebenen "Erfolgsweg" dorthin sieht man darin ja auch!). [Anmerkung: ähnliche Ambitionen auf den Status einer “Weltmacht” oder/und den Besitz von Atombomben – die gibt es bekanntlich allenthalben. So ist der Übergang zum Imperialismus, wegen der eigenen kapitalistischen Geschäfte, nämlich keine Petitesse, die man tätigen könne – oder innerhalb der Verkehrsformen und Geschäftsbeziehungen des globalen Kapitalismus auch mal nicht.]

        Die Wucht des deutschen Einflusses auf den Großen Bruder in Washington – die soll durch Entsendung eines dt. Ausbildungsschiffes in die Region um China vergrößert werden? Wohl kaum. Daher. “Erst wurde letztes Jahr die Fregatte Bayern losgeschickt, kürzlich waren es dann sechs Eurofighter nebst weiterem Gerät – im kommenden Jahr soll jetzt ein ganzer Flottenverband entsendet werden, wie nun berichtet wird. Das Ziel sei eine “Verstetigung” der deutschen Militärpräsenz in der Region, wodurch Berlin seinen Hut in den Ring der dortigen Machtkonflikte werfen will.” (Wagner bei TP/Heise s.o.).
        – Generell sieht man, dass die deutsche “Zeitenwende” ziemlich global gedacht ist. Fürs erste anscheinend vor allem als Musterknabe der USA. Darum sind vor allem die Grünen besorgt, in deren Weltbild dafür die imperialistischen Kriege der USA zu zivilisatorischen Wohltaten verfremdet werden, was an Blödheit schwer zu toppen sein wird….

      • Auch das ist wieder en Versuch, sich im Windschatten der USA wichtig zu machen. Natürlich sind auch diese 6 Flieger und die Fregatte nix, und was im nächsten Jahr ist, werden wir sehen. Im Ankündigen sind derzeit alle ganz groß.

        Bemerkenswert ist, wie der Ukraine-Krieg jetzt langsam in den Hintergrund rückt, da er nicht so läuft, wie vom Freien Westen vorgesehen. Da kommen solche Muskelspiele in Fernost gerade recht, um markige Sprüche zu klopfen.

      • Zelensky cannot give up, as he is desperately in need of a success story. Kiev still hopes to reverse the situation, but how that is achievable remains to be seen.

        Against this sombre backdrop, more and more sceptical voices are being heard in the US about the Biden Administration’s policy trajectory. The latest is an opinion piece in Wall Street Journal by Gen. (Retd) Mark Kimmitt, formerly Assistant Secretary of State for Political-Military Affairs in the Bush administration. Kimmitt predicts that “a breakthrough is unlikely” and soon, “logistics shortfalls” may force a change in US strategy.

        In principle, the options are: i) “dig deeper into NATO stockpiles being held back for national defences”; ii) “ramp up critical shortfalls” by invoking Defense Production Act and its European equivalents; iii) escalate the conflict by targeting Crimea and Russia itself; or, iv) forcing Zelensky to face the grim reality that “diminishing resupplies” of weaponry actually contains “the message of declining outside support” for the war itself.

        The retired general with Republican Party leanings concludes: “Beginning the diplomatic resolution would be distasteful, and perhaps seen as defeatist, but as there is little chance of climbing out of the current morass, it may be better to negotiate now than later… Looking into a future of protracted war, diminishing high-tech systems and mounting casualties, Mr. Zelensky and NATO must face up to tough decisions before those decisions are forced on them.”

        Of those four options the first will be rejected by the professional military. The second is, at least in Europe, currently impossible for lack of cheap energy. Metal smelters and forges in Europe are shutting down. The third option, escalation, is the one the neoconservatives will press for, likely with some success. The fourth option is one Joe Biden and other are yet unwilling to take.

        Aus: Kherson 'Counteroffensive' – Zelenski Is Going For Broke
        https://www.moonofalabama.org/2022/09/kherson-counteroffensive-zelenski-goes-for-broke.html#more

      • Das Wall Street Journal – eine Murdoch-Zeitung – bringt zunehmends kritische Berichte zur Lage in der Ukraine, und ich frage mich, ob die einen Meinungsumschwung herbeiführen wollen. Und zwar einfach deshalb, weil sie finden, daß sich die USA an der falschen Front verzetteln.

      • Interview mit Jacques Baud, Ex-Oberst des Generalstabs, Ex-Mitglied des strategischen Nachrichtendienstes der Schweiz, Spezialist für osteuropäische Länder sowie Ex-Nato-Mitarbeiter: – Über die Fehleinschätzungen des Westen, die die Ukraine in den Krieg gezogen haben, den sie provozierte.

        https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/ukraine-krieg-irrefuehrende-darstellung-in-den-medien-und-unverstaendnis-der-russischen-kriegsfuehrung/

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        Interview mit dem Politologen Christian Hacke über den Zusammenbruch der Diplomatie

        https://www.heise.de/tp/features/Was-wir-jetzt-erleben-ist-der-Zusammenbruch-der-Diplomatie-7254685.html?seite=all

      • Ein Nachbar aus Somalia, der den Ukrainekrieg sehr aufmerksam verfolgt, sagte mir, sehr viele Videos, die sich auf die Ereignisse um den Maidan 2014 beziehen, seinen in diesem Jahr von YouTube gelöscht worden.

        Auf Facebook wurde ein Post von mir als Fake News gelöscht, der Zitate – ich glaube aus dem Anti-Spiegel – enthielt.

        Die Fehlkalkulationen, auf die vor allem der Militär hinweist, sind eigentlich nichts anderes als die schon seit Jahren festgestellten Wunschdenkens-Äußerungen, die dem Größenwahn der EU-Gartenzwerge entsprechen.
        Es wurden ja schon die ganze Zeit Fake News zu Rußland erzählt: Die Ökonomie sei am Boden, Putin mag keiner mehr, sie stehen kurz vor dem Zusammenbruch, usw. usf.

        Bei uns hingegen! Wachstum, wohin man schaut (meist nach einiger Zeit nach unten korrigiert, auf 0,5% oder so), „unser“ Wohlstand (die Suppenküchen wissen schon nicht mehr, woher sie die Lebensmittel kriegen sollen, bei ständig steigendem Bedarf), auch bei Corona haben wir die Nase vorn (die höchsten Todesraten pro Kopf: alles EU-Staaten oder der Balkan), usw. usf.
        Der ansonsten nicht sehr sympathische Henryk M. Broder verglich die EU bereits vor 10 Jahren, als sie den Friedensnobelpreis erhielt, mit der SU: Vorne Propaganda und Schulterklopfen, hinter der Bühne Chaos und Köpferollen.

      • Ja, die IAEA versucht sich auch als Instrument der westlichen Absichten und Kriegsführung zu betätigen mit der Demilitarisierungszone.

        Es geschieht eben auch hier das, was die KP einmal in Hinsicht auf die über-nationalen Straßburger und Haager Gerichte bemerkt hat: Wenn sich die von der EU und den USA vereinnahmen lassen und zu ihrem Sprachrohr werden, so will dann irgendwann der Rest der Welt nichts von ihnen wissen und sie verkommen zu einer Art Appendix der alten Weltmächte.

        Auf diesem Weg befindet sich die UNO mit all ihren Unterorganisationen auch.

      • "Liefern bereits schwere Waffen"
        Baerbock weicht Kiews Bitte um Kampfpanzer aus

        Um die russischen Invasoren zu vertreiben, bittet die Ukraine die Bundesregierung seit Monaten um die Lieferung von "Leopard"-Panzern. Auch beim Besuch von Außenministerin Baerbock in Kiew kommt das Thema auf den Tisch. Die Grünen-Politikerin äußert sich abermals zurückhaltend.

        Die Ukraine drängt Deutschland zur Lieferung von Kampfpanzern für die Verteidigung gegen die russische Invasion. "Wir sehen keine Hindernisse dafür", sagte Außenminister Dmytro Kuleba nach einem Treffen mit der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock. Bis sich Berlin dazu entschließe, solle Deutschland weiter Artilleriemunition liefern. "Das erhöht spürbar unsere Offensivmöglichkeiten und das hilft uns bei der Befreiung neuer Gebiete", sagte der Chefdiplomat mit Blick auf die laufenden ukrainischen Offensiven im Osten und Süden des Landes.

        Baerbock reagierte zurückhaltend auf die ukrainische Forderung. "Wir liefern ja seit längerem bereits schwere Waffen. Und wir sehen, dass diese schweren Waffen auch einen Unterschied mit Blick auf die Unterstützung der Ukraine machen", betonte sie. Konkret nannte Baerbock Mehrfachraketenwerfer, Panzerhaubitzen und Flakpanzer vom Typ "Gepard". Von letzteren werde Deutschland schnellstmöglich zehn weitere liefern.

        Die Außenministerin sagte zudem schweres Gerät zum Aufbau von Brücken und Winterausrüstung zu. Auf die von Kuleba angesprochenen Kampfpanzer des Typs "Leopard" ging Baerbock nicht direkt ein. Sie sagte lediglich: "So wie sich die Lage vor Ort verändert, so schauen wir auch immer wieder unsere Unterstützung an und werden weitere Schritte gemeinsam mit unseren Partnern besprechen."

        (…)

        https://www.n-tv.de/politik/Baerbock-weicht-Kiews-Bitte-um-Kampfpanzer-aus-article23581232.html

        Erstens hat Deutschland gar nicht mehr genug Panzer für die eigene Armee und es gibt offenbar Widerstand aus der Armeeführung, sich weiter zu entwaffnen.

        Zweitens erweist sich die Ukraine in Sachen Waffenlieferungen als ein Faß ohne Boden. Entweder die russische Armee macht das Gerät platt, oder es wird durch irgendwelche dunklen Kanäle weiterverkauft.

        Deshalb hat Kiew natürlich auch große Not, durch einen Sieg bei der gegenwärtigen Offensive seine Unterstützungswürdigkeit zu beweisen.

      • Noch ein Interview mit Jacques Baud

        Teil 1: Irreführende Darstellung in den Medien und Unverständnis der russischen Kriegsführung
        https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/ukraine-krieg-irrefuehrende-darstellung-in-den-medien-und-unverstaendnis-der-russischen-kriegsfuehrung/

        Teil 2: „Wie in allen Konflikten der letzten Zeit hat der westliche Einfluss nicht zu einer Moralisierung des Konflikts geführt“
        https://overton-magazin.de/krass-konkret/ukraine-krieg-wie-in-allen-konflikten-der-letzten-zeit-hat-der-westliche-einfluss-nicht-zu-einer-moralisierung-des-konflikts-gefuehrt/

        Teil 3: „NATO und die Europäische Union sind Instrumente der US-Außenpolitik“
        https://overton-magazin.de/allgemein/nato-und-die-europaeische-union-sind-instrumente-der-us-aussenpolitik/

        vgl.   https://nestormachno.alanier.at/1193-2/#comment-53144

      • Dem kann ich nicht beipflichten:

        Wie in allen Konflikten der letzten Zeit hat der westliche Einfluss nicht zu einer Moralisierung des Konflikts geführt

        Der Mann denkt, Moral ist etwas Gutes.
        Dabei ist es doch umgekehrt so, daß die Moral auch die größten Schweinereien rechtfertigt. Der Konflikt in der Ukraine ist hochmoralisiert. Die Redaktionen der Medien arbeiten sich daran ab, zu beweisen, daß „Gräueltaten“ nur von der Gegenseite begangen werden, und die Russen in ihrem Wahnsinn sogar sich selbst in einem AKW beschießen.

        Auch die öffentlich – und leider auch private – Debatte ist davon beherrscht, daß „wir“ die Guten und „die Russen“ die Bösen sind.

      • Ob es sich hier um Moral handele, oder um bloße Pläne?

        Christine Lambrecht fordert militärische Führungsrolle Deutschlands
        Die Verteidigungsministerin hat gerade aktuell in einer Grundsatzrede gefordert, die deutschen Rüstungsausgaben zu erhöhen. Dies sei eine Frage der “fundamentalen Existenzsicherung”.

        https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-09/christine-lambrecht-sicherheitsstrategie-bundeswehr-dgap?utm

        [Als bloßer Ummantelungsversuch des Beschlusses, dass man anscheinend aktuell keine deutschen Panzer an die Ukraine ausliefern will, – denn man habe ja ansonsten so viel militärisch viel wichtigeres fundamental Existenzsicherndes Eigenes vor – dürfte die kriegsgeile deutsche Öffentlichkeit im Gefolge der US-Regierung vermutlich diese etwas unerwartet kommende Rede einstufen….]

      • Ich nehme an, in Deutschland macht man sich angsam Sorgen um die Wehrfähigkeit.

        Immerhin kommen aus der Ukraine und Polen sehr feindselige Töne … Und die haben die USA hinter sich.

      • Um die Wehrfähigkeit, also die Fähigkeit einen Angriff einer Armee auf das eigene Staatsgebiet zurückzuschlagen und nicht nur irgendwo NATO-Jobs mitzuerledigen, machen sich ja vor allem Militärs in Deutschland schon länger Sorgen. Denn sowas hat Deutschland ja schon lange Jahre nicht mehr, dafür kann es in Somalia oder Mali und als Höhepunkt auch in Afghanistan auf Erfolge verweisen. Nun ja, auf Einsätze, nicht sosehr auf Erfolge.

      • An und für sich ist ein großer Teil der EU seit Jahren, sogar Jahrzehnten  demilitarisiert.

        Österreich als neutraler Staat war das schon immer. Deutschland hat nach der Wiedervereinigung viele tatsächlich obsolete Einrichtungen und Truppen abgebaut, die für den Krieg gegen die SU gebaut bzw. angeschafft wurden. Die meisten Staaten Osteuropas waren die längste Zeit unter sowjetischer „Besatzung“, was so viel hieß wie: Die gesamte Landesverteidigung wurde von sowjetischen Truppen gemanagt, nach deren Abzug war nicht mehr viel da.
        Geld für den Aufbau eines eigenen Heeres hatten sie nicht bzw es wurde ihnen auch nicht zugestanden, diesen Weichwährungs-Hinterhofstaaten. Es war den „alten“ EU-Staaten schon ganz recht, wenn sie noch weniger Wehrfähigkeit aufwiesen als die tonangebenden Kern-EU-Staaten.

        Einzig Großbritannien hat sich ein Heer und eine Rüstungsindustrie geleistet und hatte zumindest bis vor einigen Jahren die höchsten Militärausgaben im Verhältnis zum BIP (oder pro-Kopf-Ausgaben?) nach den USA. Es kann natürlich sein, daß andere Staaten außerhalb Europas inzwischen aufgeholt haben oder GB nach dem Brexit etwas zurückgesteckt hat. Da müßte man nachschauen.

        So. Wir haben jetzt ein abgerüstes EU-Europa. Polen und das Baltikum können auf Waffenhilfe aus den USA hoffen, wenn es Kopf oder Zahl steht. Wenn z.B. Nord Stream 2 in Gang gesetzt wird.
        Man könnte sogar den Ukraine-Krieg als eine Aktion zur Entwaffnung Europas sehen. Und noch dazu einen Haufen ukrainischer Flüchtlinge überall …

        Woran denken also die deutschen Militärs?

      • "Einzig Großbritannien hat sich ein Heer und eine Rüstungsindustrie geleistet"

        Nicht ganz: Frankreich hat sehr wohl auch eine ehrgeizige Rüstungspolitik verfolgt und insbesondere eine vorzeigbare Flugzeugindustrie.
        Selbst kleinere Staaten wie Schweden haben jahrzehntelang einige Waffensystem selber entwickelt und im eigenen Land auch produziert.
        Aber ein großes Heer, das in der Lage wäre, den jeweiligen Staat vor Eroberungen zu schützen, sowas wurde überall abgerüstet. Die ganze Artillerie der BRD z.B. besteht dieser Tage aus noch nicht mal 100 Panzerhaubitzen.

        Woran denken also die deutschen Militärs

        „Die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da. Die Optionen, die wir der Politik zur Unterstützung des [NATO]-Bündnisses anbieten können sind extrem limitiert“, sagte der Generalleutnant und 21. Inspekteur des Heeres, Alfons Mais, auf LinkedIn.

        Seine Kommentare folgen einer langen Reihe von Beschwerden der Bundeswehr bezüglich der Haushaltskürzungen und mangelnder Unterstützung.

        „Die Bundeswehr ist viel zu lange kaputtgespart worden. Das darf nicht auf Kosten der Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten im Ausland gehen“, sagte der damalige Bundesaußenminister Heiko Maas im Jahr 2019.

        https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/generalleutnant-bundeswehr-steht-blank-da-und-kann-wenig-bieten/

      • Schon recht. Nicht mal warme Unterhosen für die Soldaten im Winter.  Wie lustig….
        – Dabei verpasst ihr aber leider die aktuelle deutsche Aufrüstung.

        (Und dass sie das Getöse ‘nur’ veranstalten, um davon abzulenken, dass sie keine Panzer an die Ukraine liefern wollen, wie von mir angedeutet, das ist im “nur” verkehr. Im Ablenken-Wollen liegt nicht die Haupt-Tendenz der geplanten Sicherheitsstrategie.)

        Also sei dieser informative Artikel empfohlen:

        Jürgen Wagner:  Deutschland, ein anderes Land:  Die militärische Führungsmacht

        https://www.heise.de/tp/features/Deutschland-ein-anderes-Land-Die-militaerische-Fuehrungsmacht-7261532.html?seite=all

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        Auch ansonsten: – Bombenstimmung in der BRD! – Unsere Ukraine siegt!

        https://www.heise.de/tp/features/Nach-ukrainischen-Erfolgen-Bombenstimmung-in-Deutschland-7261616.html

      • "Nicht mal warme Unterhosen für die Soldaten im Winter.  Wie lustig…."

        Als ich das mit der fehlenden Winterausrüstung der Bundeswehr gelesen habe, habe ich das auch für einen Postillion-Scherz gehalten. Genauso als ich die Zahl der verfügbaren Artilleriegeschütze gelesen hatte.
        Die Bundeswehr mag jetzt in den nächsten Jahren wieder massiv aufgerüstet werden, das war sie ja im Kalten Krieg lange Jahre, aber es stimmt einfach nicht, daß die jetzt schon ein Militärungeheuer wäre, die problemlos gen Osten reiten könnte.
        Die einstmals sehr große Panzertruppe zum Beispiel ist nur noch ein Schatten dieser Vergangenheit:
        "Das Hauptwaffensystem der Panzertruppe ist der Kampfpanzer Leopard 2. Die Bundeswehr verfügt (Stand August 2017) über insgesamt 225 Leopard 2 A6 (155), A6M (50) und A7 (20)." (Wikipedia)
        Lamprecht will also nicht "nur" keine Panzer liefern an die Ukraine (weil die USA das eben auch nicht tun bisher), sondern sie könnte auch nicht sonderlich viel schicken.

      • Das ist schon richtig. Dagegen will ich also nicht sprechen. Die Bundesregierung könnte aber vermutlich schon 5 Panzer schicken, oder versprechen, sie werde das in drei Wochen tun. 

        Der politische Beschluss der deutschen Bundesregierung, wie sie die militärische Eskalation in der Ukraine weiter anheizen will oder nicht, den leugnet die Regierung, indem sie sich hinter der Beschlusslage der Alliierten versteckt. Keiner von denen wolle einzeln Panzer liefern. An dem Drängen von den kriegsgeilen Grünen, den Amis sowieso,  kann man feststellen, dass die dt. Regierung den  US-Kurs in der Frage von ‘schweren Waffen’ aber gar nicht komplett teilt.  (Das wird zwar nicht groß als deutsche Regierungslinie hinausposaunt, von wegen Einheit des Westens und so. Herauskommen tut das aber ja trotzdem schon die ganze Zeit.)

        [Dass sie sich zukünftig mehr militärische Möglichkeiten und Freiheiten anschaffen wollen, ist trotzalledem – oder auch vor allem wegen dem Aktuellen – trotzdem auch so.]

        Dazu erbringt der bereits oben verlinkte Aufsatz von Wagner treffende Hinweise.

        https://www.heise.de/tp/features/Deutschland-ein-anderes-Land-Die-militaerische-Fuehrungsmacht-7261532.html?seite=all

        (Im Kommentar eines Niederländers bei Heise wird übrigens betont, dass man europaweit von solchen deutschen Ambitionen gar nicht unbedingt begeistert ist….)

      • Das ist ja nun wirklich kein Geheimnis, daß die Super-Bellizisten (Strack-Zimmermann ist da sicherlich die Lauteste) bei den Grünen und der FDP am liebsten schnurstracks all in gehen wollen. Aber "All" ist halt wenig, wenn es nur aus der BRD kommt (allein die Heeregruppe Mitte hatte am Anfang der Operation Bagration (noch) doppelt so viele Panzer wie die ganze Bundeswehr heute und das ging bekanntlich gar nicht gut für sie aus), und bisher haben die USA eben die Linie, es so ungefähr am Köcheln zu galten aber nicht qualitativ auf die Pauke zu hauen (von einigen Raketensystemen mal abgesehen, die zwar russische Ziele empfindlich treffen können, aber wohl kaum kriegsentscheidend sein werden).

      • Soweit ich die Beiträge von euch verstehe, kann ich dem nur entnehmen, daß Wehrwillen eben nicht gleich Wehrfähigkeit ist.

        Und auf noch etwas will ich hinweisen: Es kommt auch darauf an, wie man den Feind definiert – davon hängt es ab, wie gerüstet werden soll.
        Falls Rußland der Feind ist, sind große Anstrengungen erforderlich, die das Budget erst einmal stemmen muß.
        Genauso ist wichtig, zu definieren, wer der Verbündete ist.
        Ist Polen der Verbündete, so kann man mit ihm gemeinsam rüsten.
        Ist er es aber nicht, so muß auch gegen ihn rüsten.

      • Protokoll zum. Jour fixe vom 05.09.22: Zur deutschen Kriegsmoral (GS 2-22) Teil 1

        Der Untertitel zur „Deutschen Kriegsmoral“ lautet: “Einschwörung des Volks auf den Kurs seiner Führung“. Thema dieses Artikels sind also nicht die Maßnahmen der Regierung im Rahmen ihres aktuellen Kriegskurses, sondern wie das Volk dazu gebracht wird, diesen Kurs mitzumachen, wie also die Einheit von Staat und Volk hergestellt wird.

        Zunächst der Grundsatzartikel: Der Krieg und Du.    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/krieg-du

        (…).   Auf Basis der fiktiven Identität zwischen Staat und Bürger liefert die Politik Handreichungen, wie der Bürger sich den russischen Angriff zurecht legen soll.
        — Scholz stellt als erstes klar, dass es für den Krieg keine Rechtfertigung gibt. Damit verabschiedet er sich explizit von der Frage nach Gründen für den Krieg. Der Verweis auf die Schuld, die sich Putin durch den Krieg in der Ukraine aufgeladen hat, ersetzt die Frage nach den Gründen.
        Die Bürger werden von der Regierung aufgefordert, sich alle gleichermaßen als von diesem Krieg Betroffene zu verstehen und deshalb darüber nachzudenken, wie „wir“ uns zu diesem Krieg stellen. Für das „wie“ dieses Nachdenkens steht auch das andere Zitat von Scholz (S. 4): „Putins Krieg der Wahl“ sei „ein grundloser Überfall auf einen friedlichen Nachbarn“. Da soll man keinen Gedanken auf die Gründe und Kalkulationen der am Krieg beteiligten Staaten verschwenden, etwa warum Putin in die Ukraine einmarschiert ist, was die Ukraine bezweckt, wenn sie ihr legitimes Recht auf Selbstverteidigung proklamiert und was Baerbock will, wenn sie sagt, das ist unser Krieg. Die Frage nach den Kriegsgründen wird durch die Frage nach Schuld bzw. Unschuld ersetzt.    (…).  (Forts.):

        https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf220905-Kriegsmoral.pdf

        https://de.gegenstandpunkt.com/jfp/jf-protokolle

      • "Wehrwillen ist nicht gleich Wehrfähigkeit."

        "Und auf noch etwas will ich hinweisen: Es kommt auch darauf an, wie man den Feind definiert."

        Wohl wahr. Der Wehrwille in Deutschland reicht vielleicht noch nicht bis Rußland, aber bis zum Himmel allemal. Die Wehrfähigkeit reicht wahrscheinlich noch nicht mal bis Grafenwöhr.

        Wer ab "jetzt", der "Zeitenwende", der wichtigste Feind sein soll, scheint mir zwischen den deutschen Parteien unstrittig zu sein: Rußland. Wieder Rußland, so wie zu den Zeiten, wo es noch den viel größeren Warschauer Pakt gegeben hat. Ob bei diesem Kriegskurs Deutschland Seite an Seite mit Polen in den Kampf ziehen will oder ob vielleicht sogar auch noch gegen Polen gewappnet sein müßte, das wird sich noch zeigen. Polen ist jedenfalls auch drauf und dran, fette, zum Krieg gegen Rußland geeignete Streitkräfte aufzubauen. Sicherlich nicht allein, aber Polen hat ja starke "Partner" in den USA und Großbritannien.

      • Ist Polen der Verbündete, so kann man mit ihm gemeinsam rüsten. Ist er es aber nicht, so muß auch gegen ihn rüsten.

         Ob bei diesem Kriegskurs Deutschland Seite an Seite mit Polen in den Kampf ziehen will oder ob vielleicht sogar auch noch gegen Polen gewappnet sein müßte, das wird sich noch zeigen. Polen ist jedenfalls auch drauf und dran, fette, zum Krieg gegen Rußland geeignete Streitkräfte aufzubauen. Sicherlich nicht allein, aber Polen hat ja starke "Partner" in den USA und Großbritannien.

        Na ihr seid mir ja lustig. Polen ist schließlich in der Nato und der EU. Also gehe ich stark davon aus, dass es Verbündete sind. Soviel ich weiß wurden vor einigen Jahren eine Menge Leopardpanzer zum Sonderpreis an Polen verkauft. Wahrscheinlich einerseits, weil Russland nicht mehr als Bedrohung angesehen wurde und der Krieg gegen den Terror gerade auf der Agenda stand. Andererseits weil die BRD das alte Kriegsgerät loswerden wollte und weil man dachte, dass es besser ist, wenn die Schlachten in Polen geschlagen werden.

        Im Moment kauft Polen 1000 moderne Kampfpanzer aus Korea.

        Nebenher zeigt der Deal erneut, in welcher Illusionswelt die deutsche Regierung mit ihren Ringtauschkonzepten lebt. Zur Erinnerung: Einem Land, das plant 1000 hochmoderne Kampfpanzer zu beschaffen, wurden 100 alte Leopard 1 angeboten. Ein Modell, welches schon dem T-72 weit unterlegen ist. Und auch die Idee, Warschau mit 20 halbwegs modernen Leopard 2 unter die Arme zu greifen, wirkt angesichts des 1000-Panzer-Deals unfreiwillig komisch.

        Der polnische Aufschlag wird Berlin stark unter Druck setzen. Wenn Polen mit etwa 40 Millionen Einwohnern eine Streitmacht von 1250 Kampfpanzern und 648 Panzerhaubitzen aufstellt, wird Deutschland nicht weiterhin mit etwa 300 Kampfpanzern und 119 Haubitzen operieren können. Die Verbündeten werden auch von Deutschland eine vergleichbare Anstrengung erwarten. Bezogen auf die doppelten Einwohner und die höhere Wirtschaftskraft wären es dann weit über 2000 Kampfpanzer.

      • Deutschland hat etwas mehr als zweihundert Panzer und Polen kauft noch weitere 1000!! dazu. Das sind im Augenblick die Relationen auf dem Gefechtsfeld. Soviel zum "Gewicht" Deutschlands als Militärmacht.

      • "Polen ist schließlich in der Nato und der EU. Also gehe ich stark davon aus, dass es Verbündete sind."

        Ja, jetzt ist das noch(?) so. Aber was wird in fünf bis zehn Jahren aus der EU geworden sein (insbesondere aus dem Verhältnis von Polen zu Deutschland) und was aus der NATO? Und dann wird es eventuell von Belang sein, ob das militärische Kräfteverhältnis zu Gunsten des einen Staates oder des anderen ausschlägt.

      • @Kehrer

        weil man dachte, dass es besser ist, wenn die Schlachten in Polen geschlagen werden.

        Das war sicher eine Überlegenung, aus dem Gefühl der Überlegenheit gegenüber dem Nachbarn. Aber das kann eben auch im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgehen.

        Es denkt ja auch Polen, es ist besser, wenn die Ukraine das große Schlachten übernimmt … Ob sich dieser Konflikt auf Dauer aber auf ein Land begrenzen wird lassen, ist auch noch offen.

      • "Medizinische Tatsachen":

        "Während der sechsmonatigen Sonderoperation hat unser Kommando, natürlich nicht nach eigenem Ermessen, die Eisenbahn und andere Infrastrukturen der Ukraine sorgfältig geschützt, was es ermöglichte, die Streitkräfte der Ukraine kontinuierlich mit modernen Waffen westlicher Bauart aufzupumpen, Munition, Treib- und Schmierstoffe an die Gruppen an der Ost- und Südfront zu liefern, Reserven leicht zu manövrieren und sie vom Gebiet Cherson in das Gebiet Charkow zu verlegen. Jetzt verfügt der Feind über hochpräzise Langstreckenraketen, die es ihm ermöglichen, unsere Brücken und Übergänge, von denen die Versorgung der russischen Gruppen abhängt, in Schutt und Asche zu legen. Die Stellung der verbündeten Streitkräfte im Donbass, in den Richtungen Charkiw und Nikolajew, die durch einen banalen Mangel an Infanterie verursacht wurde, führte dazu, dass die Streitkräfte der Ukraine bereits in der Lage waren, in aller Ruhe mächtige Stoßtrupps zu sammeln und in die Gegenoffensive zu gehen, wobei sie außerordentlich schwerwiegende taktische Ergebnisse erzielten. Jetzt ist die Initiative auf seiner Seite, und die russischen Truppen weichen bereits zurück und ziehen sich mit dem Blut der gewonnenen Brückenköpfe zurück.

        Wie wir so weit gekommen sind, haben wir buchstäblich am Tag zuvor im Detail verstanden. Jetzt ist es soweit, das Format der Sonderoperation hat sich als völlig gescheitert erwiesen. Es ist unmöglich, mit solch kleinen Kräften, die der NWO zur Verfügung stehen, weiter erfolgreich zu kämpfen. Das ist eine medizinische Tatsache. Entweder man ergibt sich der Gnade des Siegers oder man beginnt ernsthaft zu kämpfen und vertreibt hochrangige Berater mit ihren wertvollen „Hinweisen“ zur Aufrechterhaltung der Integrität der ukrainischen Eisenbahnen usw. von rein militärischen Entscheidungen."

        Fliegt Putins Gutmenschentum mit seiner „begrenzten Operation“ in die Luft? | Linke Zeitung

      • Ah ja.

        Ich vermute auch, daß es ein Köpferollen geben wird in der militärischen Führung.
        Rußland wollte offenbar eine Zeitlang richtig punkten bei der Bevölkerung darüber, wie sehr es die Zivilbevölkerung verschont.

        Nachtrag zu den europäischen Armeen: Was Frankreich angeht, so erinnere ich mich, daß nach den Anschlägen verstärkt Militär im Inland eingesetzt wurde, und die Streitkräfte damit am Limit waren, zusätzlich zu den Auslandseinsätzen in Mali und in Syrien.

      • Auch jetzt noch wird Militär im Inland eingesetzt. Vor einigen Wochen waren wir in Straßburg. Der dortige Hauptbahnhof wurde allein in der Haupteingangshalle durch vier Fallschirmjäger mit Gewehren gesichert und sicher gab es noch eine Einsatzreserve.

      • "Rußland wollte offenbar eine Zeitlang richtig punkten bei der Bevölkerung darüber, wie sehr es die Zivilbevölkerung verschont."

        Heute morgen kam in Deutschlandfunk eine ukrainische Frau aus der Gegend Cherson. Anscheinend ist dort einiges zerschossen. Aber die Versorgungslage sei den Umständen entsprechend gut. Da dachte ich auch, dass dann die Infrastruktur dann wohl weitgehend intakt sein muss.

        Wir hatten uns ja schon früher gewundert, dass die Russen nicht die Infrastruktur zerstören. Da kamen dann sattdessen immer Meldungen, dass mal wieder ein Waffendepot mit Raketen beschossen wurde. Das war dann wohl nicht effektiv genug.

        Der Link zur linken Zeitung funktioniert bei mir nicht. Deshalb ein Ersatz.

        Das hört sich ja noch schlechter an als ich zunächst dachte. Bis vor kurzem wurde ja noch geraunt, dass die ukrainische Front bald zusammen bricht. Wenn der Artikelschreiber sogar überlegt ukrainische Freiwillige und internationale Freiwillige zu rekrutieren, scheint es wirklich ein Fiasko zu sein.

        Was heißt eigentlich NWO. 

      • NWO und CBO sind falsche Übersetzungen – das wurde offenbar mit einer Übersetzungshilfe gemacht – von „spezielle militärische Operation“. Auf Russisch heißt das SVO, auf Deutsch wäre die entsprechende Abkürzung SMO.

        Man muß bei Putins Berechnungen zwei Dinge unterscheiden. Erstens hat er natürlich die geballte Feinseligkeit des Westens und ihrer ukrainischen Statthalter unterschätzt.
        Andererseits hat er auch die ganze Operation dafür verwendet, international auszutesten, wie der Rest der Welt zu dieser Konfrontation steht. Er hoffte offenbar auf ein Einlenken des Westens angesichts tatsächlicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten.
        Jetzt werden vermutlich in Rußland einige Uhren anders gestellt, siehe nächster Beitrag.

        Bevor man jetzt die Hände zusammenschlägt und fragt: Wie konnte man nur so naiv sein! – sei z.B. an den Vorstoß Kissingers erinnert, und die Verhandlungen in Istanbul. Also auch im Freien Westen und in der Ukraine war die Haltung nicht immer so eindeutig, wie sie jetzt ist.

      • Protokoll zum  Jour fixe vom 19.09.22: Zur deutschen Kriegsmoral (GS 2-22 und 3-22) Teil 2

        1. Putins Trolle und Europas Gegenwehr: Die Meinungsfreiheit als Waffe (GS 2-22).  (…)

        2. Bemerkungen zur Machart freiheitlich-demokratischer Kriegspropaganda (GS 3-22). (…)

        3. Die Grünen – Die glaubwürdigsten Repräsentanten deutscher Stellvertreterkriegsmoral (GS 2-22).  (…)

        Beim nächsten Jour fixe am 10. Oktober 2022 ist das Thema der Artikel ‚Wirtschaftskrieg global‘ aus dem GS 3-22.

        https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf220919-Kriegsmoral-2.pdf

        Die letzten jf-Protokolle: https://de.gegenstandpunkt.com/jfp/jf-protokolle

        https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/gruene-glaubwuerdigsten-repraesentanten-deutscher-stellvertreterkriegsmoral

        https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/machart-demokratischer-kriegspropaganda

      • Rede der Gruppe K auf der Protestkundgebung ‚Gemeinsam bleibt’s warm‘ in Bochum

        Bankenkrise, Finanzkrise, Eurokrise, Coronakrise, Inflationskrise, Energiekriese, Gaskrise….
        Die Medien berichten, dass die Armen in Deutschland besonders von der Krise und den Krisenmaßnahmen der Regierung betroffen sind. Sie berichten das, als wäre das ein besonderer Skandal. Und das berichten sie bei jeder Krise.

        Dabei basiert die kapitalistische Gesellschaft, in der wir leben, darauf, dass von der arbeitenden Bevölkerung immerzu Opfer gefordert werden. Und zwar nicht nur in der neuesten Krise, sondern auch in Zeiten des Wirtschaftswachstums. Immerzu müssen die Armen Opfer bringen – entweder um den Erfolg Deutschlands zu garantieren oder um die Krisen auszubaden.

        Und wie bei allen Krisen, so auch bei der aktuellen, will die Regierung mit dem Zustandekommen der Krise nichts zu tun haben. Schuld sind stets andere mit ihrem schädlichen Verhalten und in diesem Fall natürlich Putin, das Böse schlechthin. Und die deutsche Regierung präsentiert sich als diejenige, die den Karren aus dem Dreck ziehen muss. Dabei ist es momentan ihr Wirtschaftskrieg gegen Russland, der die Krise verursacht. Und wie bei jedem Krieg, ist das Volk das Material, das diesen Krieg auszufechten hat. Von ihnen werden Opfer verlangt.

        Genau darum warnt die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock vor Kriegsmüdigkeit. Ihr Wirtschaftskrieg kann nur geführt werden, wenn die Masse die Maßnahmen der Regierung loyal mitträgt oder zumindest stumm erduldet.

        Und darum wollen wir uns auch nicht daran beteiligen, wenn jetzt lauthals diskutiert wird, ob bei den Maßnahmen Gaspreisbremse oder Gasumlage noch nachgebessert werden soll. Ob nicht die Verteilung der Last des Wirtschaftskrieges auf die Schultern der Bevölkerung noch ein kleines bisschen gerechter von statten gehen könnte. So dass die Arbeiterklasse die Zumutungen auch durchhält, die von ihr verlangt werden.

        Wir finden es – auch wenn wir uns damit hier unbeliebt machen – absurd, über die Kosten des Kriegs zu streiten und den Krieg außen vor zu lassen. Egal mit welchem Sozialkurs die Regierung es versucht; die arbeitende Bevölkerung kann sich diesen Krieg nicht leisten! Es ist auch nicht ihr Krieg, sondern der der Staaten in ihrer Konkurrenz um die Welt. Sie hat in diesem Krieg nichts zu gewinnen, nicht die russische, nicht die ukrainische und nicht die deutsche Bevölkerung.

        Wir beteiligen uns deshalb auch nicht an Debatten, die mittlerweile auch gern bei den Linken geführt werden, welche Kriegspartei eigentlich die Schlimmere ist und welcher vielleicht nicht doch edle Motive angedichtet werden können. Wir stehen auf keiner Seite – stattdessen gegen Kriege als Mittel der Staatenkonkurrenz und gegen die kapitalistische Weltordnung, die so etwas nötig macht.

        Auch wenn wir feststellen müssen, dass wir ziemlich einsam sind. Und auch wenn die Stimmung im Land moralisch so aufgepeitscht ist, dass von uns erwartet wird, dass wir Partei ergreifen, sagen wir:

        Unsere Loyalität bekommt ihr nicht!
        Stellt euren Wirtschaftskrieg und die militärische Unterstützung ein! 

        https://www.facebook.com/grppk/photos/a.303600487057660/1286354842115548/

        —-

        [vgl. dazu den Demo-Aufruf des Bochumer Bündnisses
        https://www.bo-alternativ.de/2022/09/23/gemeinsam-bleibts-warm/ ]

        vgl. https://nestormachno.alanier.at/pressespiegel-el-pais-17-9-militaerische-perspektiven-russlands/#comment-54160
        vgl. https://nestormachno.alanier.at/pressespiegel-komsomolskaja-pravda-6-8-weitere-schuesse-ins-knie/#comment-54352

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