Pressespiegel Komsomolskaja Pravda, 13.4.: Waffenlieferungen an die Ukraine

DIE NATO HAT DIE UKRAINE MIT WAFFEN GLEICHSAM ÜBERSCHÜTTET. WIRD DER EINSATZ DADURCH LÄNGER DAUERN?

Interview mit dem Redakteur der Zeitschrift „Arsenal des Vaterlandes“, Alexej Leonkow

Alle sowjetischen Reserven sind bereits verbraucht!

Das Pentagon sagte, dass jeden Tag 10 Flugzeuge mit Waffen für die Ukraine in Polen landen. Und von dort geht es per Landtransport weiter. Ist das eine Bedrohung für die russische Armee?

Diese Lieferungen begannen im Dezember, noch vor dem Einmarsch. Aus allen Ländern Osteuropas wurde Ausrüstung sowjetischer Produktion eingesammelt und verschickt. Und als wir erfolgreich damit begannen, diese Technik auszuschalten, wurde der Nachschub knapp. In Osteuropa wurden alle Töpfe umgedreht und auch die letzten Reste herausgekratzt, so die slowakischen S-300 (Luftabwehrraketen) und hundert T-72-Panzer aus Polen. Alles, was da war, wurde bereits an die Ukraine übergeben!

Wie viel an Ausrüstung kam in die Ukraine?

Es ist schwierig, das genau abzuschätzen. Aber laut dem British Military Balance-Verzeichnis gab es bis Februar etwa 3.000 gepanzerte Fahrzeuge in der Ukraine. Wir haben bereits ungefähr die gleiche Anzahl zerstört. Manche haben wir gleichsam als Trophäen (d.h., unzerstört) bekommen. Und wie viele wurden in Lagerhallen abgeschossen, die durch unsere hochpräzisen Waffen und unsere Luftfahrt zerstört wurden? Ich denke, dass mindestens weitere tausend Einheiten von außen hereingebracht wurden.

Die Ukraine fragte die NATO auch um eine Luftwaffe.

Abfangjäger brauchen eine Landebahn, und alle möglichen Militärflugplätze, die wir finden, werden zerstört. Und nicht nur die Lagerhallen und Hangars für Ausrüstung, sondern auch die Landebahnen selbst, damit sie nicht von ihnen abheben konnten.
Der Transfer von Flugzeugen ist auch schwierig: Sie leuchten auf unseren Radaren auf. Wir können sie sehen und auf diese Ziele schießen.

Mit den Hubschraubern scheint es einfacher zu sein?

Ja, sie können tief fliegen und sind dadurch für Ortungsgeräte nicht wahrnehmbar. Außerdem brauchen sie keinen Flugplatz, sie können überall landen. Das heißt, ein Hubschrauber kann ganz einfach aus dem Ausland hereinfliegen und sich in den Karpaten mehr oder weniger unsichtbar machen. Vergessen Sie nicht, dass ihre Bewegung von westlichen Geheimdiensten über Satelliten koordiniert wird. Sie können minutengenau bestimmen, wann diese Hubschrauber über das Territorium der Ukraine fliegen können, damit unsere Geheimdienste sie nicht entdecken können.

Woher kommen diese Hubschrauber?

Bei den (gescheiterten) Evakuierungsversuchen aus Mariupol wurden Hubschrauber abgeschossen, die bereits in Afrika im Einsatz waren. Die Rede war auch von Hubschraubern, die die Vereinigten Staaten aus Afghanistan abziehen konnten, aber das ist nur Gerede. Ich denke, der Westen hat erkannt, dass die Ukraine ein großartiger Ort ist, um den angehäuften Militärschrott zu entsorgen. Schließlich kostet es Geld, es zu entsorgen, aber hier haben sie einen billigen Weg gefunden. Und gleichzeitig sehen sie aus wie Verbündete – sie liefern auch „militärische Ausrüstung“ an die Ukraine.

„Abrams“-Panzer – eine leere Hoffnung

Wenn die sowjetische Ausrüstung aus dem Westen verbraucht ist, welche Art von Ausrüstung wird jetzt geliefert werden? Die der NATO?

Ja, diese Frage stellt sich jetzt: Was liefern wir als nächstes? Großbritannien hat erklärt, es sei bereit, seine Anti-Schiffs-Raketen „Harpoon“ an die Ukraine zu liefern.

Könnten die unserer Schwarzmeerflotte gefährlich werden?

Dies Raketen sind uns bekannt. Wir haben Luftverteidigungssysteme auf unseren Schiffen, die dafür ausgelegt sind, die „Harpoon“ zu bekämpfen. Aber was für Raketen werden das sein? Sie laufen 2023 ab. Seit zwei Jahren holen die Briten sie von Schiffen ab, transportieren sie in Lagerhallen, kontrollieren sie und schreiben sie ab. Ihre Leistung ist fraglich.

Deutschland hat sich zu der Erklärung aufgerafft, dass es der Ukraine NATO-Panzer geben wird.

50 „Leopard“-Panzer. Sie stammen aber auch „von Orten der Langzeitlagerung“ und sind nicht sehr kampfbereit. Sie brauchen einiges an Wartung, bevor sie in Marsch gesetzt werden können. Und die dazu gehörigen Projektile? Für diese „Leopard“-Panzer haben die Deutschen schon lange nichts mehr produziert. Was werden sie finden? Wahrscheinlich auch in Lagerhallen abgelegte Munition. Und wenn dieses abgelaufene Projektil beim Schießen im Lauf eines Panzers explodiert?
Im Allgemeinen werden sie dieses Altmetall gerne in die Ukraine verschieben.

„Leopard“ – eine beeindruckende Waffe?

Nein, unsere T-72 können sie mit ihrer Standardmunitionsladung durchschlagen. Sie können sogar noch ernsthaftere Panzer bekämpfen – die über eine bessere Panzerung und einen aktiven dynamischen Schutz verfügen.

Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Zaluzhny, gab zu, dass er davon träumt, mit amerikanischen Abrams-Panzern über den Arbat und den Roten Platz zu fahren.

Die Abrams-Panzer will Polen haben. Ihnen zuliebe gab sie der Ukraine alle ihre T-72. Jetzt fordern alle ehemaligen sozialistischen Länder Osteuropas, dass Amerika ihnen neue, von der NATO hergestellte Ausrüstung als Ersatz für die nach Kiew gelieferte Ausrüstung gibt.

Die Ausbildung dauert ein halbes Jahr

„Leopard“-Panzer, „Harpoon“-Raketen … Wissen die Ukrainer, wie man mit ihnen kämpft? Müssen sie das nicht erst lernen?

Diese Technik wurde nach einer völlig anderen Logik aufgebaut als die sowjetische. Dafür braucht man Zeit. Mindestens 3 Monate, besser ein halbes Jahr, damit die Besatzung auf so einem Panzer nicht nur mitfährt, sondern zumindest gerade lernt, daraus zu schießen. Dazu müssen Sie Besatzungen rekrutieren und sie in Ausbildungszentren stecken …

Wo könnten sie ausgebildet werden?

Entweder werden ukrainische Truppen nach Deutschland gesandt. Oder die Panzer werden auf das Trainingsgelände in Polen gebracht.
Aber sie brauchen auch Werkstätten, um Geräte vor Ort zu reparieren. Und Ersatzteile.

Geld und Propaganda

In der Ukraine verstehen sie, dass sie keine sechs Monate haben. Warum also diese demonstrative Begeisterung: „Der Westen wird uns helfen“?

Zunächst einmal ist es Propaganda. Wie: „Europa und Amerika sind mit uns, die ganze Welt ist mit uns, schau, die Technologie kommt, also werden wir gewinnen …“
Aber die Aufgabe des Westens besteht nicht darin, der Ukraine zu helfen. Die Amerikaner müssen Russland zermürben und Europa vereinen – um daraus einen Monolithen zu machen, in dem es keine Widersprüche gibt. Und dann überführen Sie dieses dressierte Europa der vollständigen Unterordnung der Vereinigten Staaten und Großbritanniens.
Und gleichzeitig – zu verdienen. Lieferungen erfolgen im Rahmen der „Militärhilfe“-Programme. Da geht es um eine ziemliche Menge Geld! Und gleichzeitig wird Schrott abgeschrieben, der noch entsorgt werden müsste. Insgesamt ein gutes Geschäft.

Die Türkei verdient

Jeden Tag hören wir von abgeschossenen Drohnen in der Ukraine. Die gleichen türkischen Bayraktars. Wie viele davon hat Kiew, die auf keinen Fall enden werden?

Es ist nämlich kein Problem, sie in die Ukraine zu bringen: Sie wurden zerlegt, so kann man sie in einem normalen Auto transportieren. Wir zerstören sie tatsächlich regelmäßig. Die zweite Charge bestand aus 36 Stück. Mittlerweile sind 16 weitere installiert, davon haben wir bereits 5 außer Gefecht gesetzt.

Die Türkei liefert sie direkt während der Kämpfe?

Sobald die Fabrik sie gebaut hat, werden sie sofort geliefert! Daran verdient auch die Türkei. Das militärische Hilfsprogramm wird von den Vereinigten Staaten überwacht, das gesamte Geld fließt durch sie. Ich denke, die Amerikaner zahlen für die Ukraine.

Werden diese Drohnen über Rumänien importiert? Oder über Polen?

Grundsätzlich geht alle militärische Fracht durch Polen. Dorthin mit dem Flugzeug, dann mit dem Zug oder mit dem Auto.

Die Amerikaner wollten mit der Lieferung von Einweg-Selbstmorddrohnen in die Ukraine beginnen. Ist das eine schreckliche Waffe?

Springmesser? Die sind gefährlich. Dies ist ein hochpräziser herumschweifender Flugkörper mit einer Reichweite von 40 Kilometern. Aber ohne die Hilfe einer Aufklärungsdrohne können sie keine Fahrzeuge oder Panzer jagen. Dies ist ein bekanntes Tandem, das in vielen Konflikten eingesetzt wurde – in Libyen, in Syrien, in Berg-Karabach. Man kann sie bekämpfen.

Muß man sich Sorgen um Belgorod machen?

Es gab noch eine Neuigkeit: Die Vereinigten Staaten erwägen den Transfer von ballistischen MGM-140-Raketen in die Ukraine.

Die Frage ist offen. Die Vereinigten Staaten haben alte Versionen dieser Raketen und verschenken gerne Schrott unter dem Deckmantel von neu. Die Reichweite dieser Raketen beträgt 160 km. Unsere Luftverteidigung wird mit solchen Raketen fertig werden. Aber man muss verstehen, dass diese Komplexe, sobald sie aufleuchten, zum Ziel von Angriffen unserer Luft- und Raumfahrtstreitkräfte werden.

Sind unsere Grenzstädte – Rostov, Belgorod, Kursk – gefährdet?

Eine ähnliche sowjetische Rakete, „Tochka U“, die von der Ukraine eingesetzt wird, hat eine Reichweite von 130 km. Sie hat bereits versucht, die Region Rostow anzugreifen. Mehrere wurden bereits in der Nähe von Belgorod abgeschossen. Es ist klar, dass wir jetzt an den Grenzen dieser Regionen sozusagen Vorkehrungen getroffen haben. Im Allgemeinen bezweifle ich, dass diese amerikanischen Raketen einen Wendepunkt in den Feindseligkeiten bewirken werden.

Jagd und Zerstörung

Schwere Waffen werden per Bahn in die Ukraine geliefert. Warum bombardieren wir sie nicht?

Es gibt einen menschlichen Faktor. Zivilisten werden entlang dieser Schienenwege evakuiert. Und die Ukraine synchronisiert die Bewegung von Personenzügen gezielt mit der Lieferung von Militärgütern. Ein Zug mit Ausrüstung ist unterwegs – ein Passagierzug kommt aus der anderen Richtung.
Gott bewahre, dass der Zug mit Menschen aus den Schienen gerät – da würde es so viel Lärm geben, dass sie die Ereignisse von Bucha, die sie inszeniert haben, einfach vergessen werden.

Was machen wir? Ruhig zuschauen, wie die Züge mit Panzern anrollen?

Unsere Luft- und Raumfahrtstreitkräfte handeln sehr klug: Sie bombardieren nicht sofort, sondern achten darauf, wohin diese Ausrüstung geliefert wird. Dort, wo sie zentral gelagert wird, zerstören sie sie. Wir verfolgen genau, zu welchen Einheiten sie bestimmt ist. Es ist wichtig zu verstehen, auf welche Gebiete sich der Feind konzentriert und was er dort plant. Diese Pläne machen wir zunichte.

So war es mit dem aus der Slowakei gelieferten S-300, oder? Unser „Kalibr“ hat sie in Dnepropetrovsk zerstört.

Die Ukrainer haben diese S-300-Raketenwerfer meines Wissens in drei Partien geteilt. Eine wurde in die Nähe von Nikolaev überstellt, eine anderere nach Dnepropetrovsk und die dritte, glaube ich, irgendwo in die Nähe von Kiew oder Poltawa. Aber wir haben diese Komplexe aufgespürt. In Dnepropetrowsk – ja, unser Verteidigungsministerium hat bereits gezeigt, dass sie zerstört wurden.

Was ist mit den anderen beiden Raketenkomplexen?

Der, der in der Nähe von Nikolaev war, wurde ebenfalls zerstört.

Wie geht es weiter?

Charkow wird nicht gestürmt.

Was ist das Schicksal von Charkow? Von dort nach Belgorod sind es nur 50 km. Charkov nicht einzunehmen, ist eine Bedrohung für Belgorod.

Jeder weiß, dass der Zweck der zweiten Phase der Spezialoperation die Liquidierung der ukrainischen Truppen ist, die in der Nähe des Donbass stehen. Dies ist die wichtigste ukrainische Streitmacht.
Die ist jetzt einmal das nächste Ziel. Charkow wird vor allem von Territorialverteidigungs-Bataillionen gehalten – drei Divisionen, die die Stadt vom Süden gegen Angriffe halten sollen. Aber wir werden Charkow nicht wie Mariupol stürmen.

Charkow hat bereits stark gelitten.

Bewohner von Charkow schreiben öffentlich, dass ihnen bekannt ist, dass ihre eigenen „Zachisniks“, wie sie sie nennen, („Verteidiger“), es sind, die ihre Häuser beschießen. Wir werden nicht zur Zerstörung der Stadt beitragen.

65 Gedanken zu “Pressespiegel Komsomolskaja Pravda, 13.4.: Waffenlieferungen an die Ukraine

  1. Beim Nachdenken über diese viele sowjetische Technik, die in ehemals sozialistischen Staaten noch immer herumsteht und herumliegt – mehr als 30 Jahre nach dem Fall der Mauer – fällt auf, daß diese NATO-Osteuropa-Staaten eigentlich an der kurzen Leine gehalten werden und ein ziemlich kleines Militär und veraltete Ausrüstung haben.

    Sie sind, größtenteil aus finanziellen Gründen für gar nichts gerüstet und vor allem Stützpunkte und Manövergelände für NATO-Manöver. Sie sind als Transitländer für Kriegsmaterial-Lieferung und als Aufmarschgebiet für besser gerüstete Staaten eingeplant und wehe, wenn dort einmal wer an die Macht kommt, der der EU-Spitze oder den USA nicht gefällt. Gegen einen Einmarsch wären sie noch schlechter vorbereitet als heute die Ukraine. Sie sind wehrlos und abhängig von den hochgerüsteten Staaten wie den USA oder GB.

  2. Der Westen will den Krieg:

    Nato-Generalsekretär fordert „Transformation“ der Nato in eine Kampftruppe gegen Russland und China

    Während die Vereinigten Staaten und andere Nato-Mächte Waffen in die Ukraine schaffen, soll das Nato-Bündnis in eine Kampftruppe umgewandelt werden, die in der Lage ist, direkt Krieg gegen Russland und China zu führen.

    Unter dem Vorwand des Krieges zwischen Russland und der Ukraine hat die Nato bereits ihre 40.000 Mann starke schnelle Eingreiftruppe gegen Russland mobilisiert. Dies ist jedoch nur der Beginn einer weitaus umfassenderen Umwandlung des Bündnisses in Vorbereitung auf das, was US-Militärplaner als „Großmachtkonflikt“ bezeichnen.

    In einem Interview mit dem Telegraph sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, diese Transformation ziele darauf ab, „von der Abschreckung durch Stolperdrähte zu etwas überzugehen, bei dem es mehr um Abschreckung durch Verweigerung oder Verteidigung geht. Dies ist bereits im Gange. Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in einer gefährlicheren Welt in der Lage sind, alle Nato-Verbündeten zu schützen und zu verteidigen.“

    Stoltenberg machte deutlich, dass der Krieg in der Ukraine zwar der unmittelbare Vorwand für die „Transformation“ der Nato sei, China aber genauso ein Zielobjekt wie Russland bleibe.

    „Wir sind dabei, die Arbeit an dem neuen strategischen Konzept abzuschließen, das auf dem Nato-Gipfel im Juni beschlossen werden soll (…) Und ich erwarte, dass China dort eine wichtige Rolle spielen wird.“

    China investiere massiv in „neue moderne nukleare Fähigkeiten, Langstreckenraketen, die das gesamte Nato-Territorium erreichen können (…) Es ist auch besorgniserregend, wenn wir sehen, dass Russland und China immer enger zusammenarbeiten.“

    Seit 2014, so Stoltenberg, „haben wir die größte Verstärkung der Nato seit dem Ende des Kalten Krieges durchgeführt“.

    Ein entscheidender Aspekt dieser Umgestaltung wird es sein, eine ganze Reihe von Staaten an den Grenzen Russlands in die Nato aufzunehmen.

    Am Montag berichtete die Londoner Times, dass Finnland und Schweden bereit seien, der Nato innerhalb weniger Monate beizutreten. Der Times zufolge war die Mitgliedschaft beider Länder „ein Gesprächsthema und Gegenstand mehrerer Sitzungen“ während der „Gespräche zwischen den Außenministern der Allianz in der vergangenen Woche, an denen auch Schweden und Finnland teilnahmen“.

    Die Times berichtet, dass Finnland voraussichtlich im Juni einen Antrag stellen werde, und Schweden werde in Kürze folgen.

    Stoltenberg betonte, dass „die Entscheidung, Finnland in die Nato aufzunehmen, sehr schnell getroffen werden kann, und es dann ein formeller Prozess in den Hauptstädten oder Parlamenten ist, um die Entscheidung zu ratifizieren“.

    (…)

    Mittlerweile wird das wahre Ausmaß der Beteiligung von USA und Nato an dem Konflikt deutlich. Georges Malbrunot, der leitende internationale Korrespondent von Le Figaro, schrieb auf Twitter: „‘Eliteeinheiten der SAS sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine präsent, ebenso wie die amerikanischen Deltas‘, so eine französische Geheimdienstquelle.“

    Malbrunot sagte, er sei kürzlich zusammen mit zwei ausländischen Kämpfern in die Ukraine gereist. Gegenüber einer französischen Nachrichtensendung sagte er: „Ich war überrascht, und sie auch, als sie feststellten, dass die Amerikaner das Sagen haben, wenn jemand sich der ukrainische Armee anschließen will.“ Er sagte, dass der amerikanische Fußabdruck „signifikant“ sei.

    Die massive Aufrüstung der Nato findet statt, während der Krieg in der Ukraine in eine neue Phase eintritt und die Nato-Mächte versuchen, die russischen Streitkräfte auf dem Schlachtfeld zu schlagen. „Eine weitere Schlacht steht bevor, die Schlacht um den Donbass“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press“.

    Bei einer Rede im Nato-Hauptquartier letzte Woche sagte Kuleba: „Die Schlacht um den Donbass wird Sie – ich bedaure, das zu sagen, aber es ist wahr – an den Zweiten Weltkrieg erinnern.“ Die Schlacht werde „groß angelegte Operationen, Manöver, die Beteiligung von Tausenden von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen, Flugzeugen, Artillerie [erleben.] Dies wird keine lokale Operation sein, basierend auf dem, was wir in den Vorbereitungen Russlands darauf sehen. Russland hat einen Plan, wir haben unseren. Und das Ergebnis wird man auf dem Schlachtfeld sehen.“

    https://www.wsws.org/de/articles/2022/04/12/lead-a12.html

  3. Die Frage ist immer wieder heiß, wer diese Waffenlieferungen zahlt.

    Offenbar erwartet die Politiker der Ukraine, daß die europäischen Staaten sie ihnen schenken.
    Gibt es Vereinbarungen mit den USA, sie denjenigen NATO-Staaten zu ersetzen, die Waffen an die Ukraine liefern? Oder verlangen die USA tatsächlich Geschenke, um die europäischen Partner zu mehr Rüstungsausgaben zu nötigen?

    Nachdem angeblich in der Nähe von Odessa ein Flugzeug abgeschossen wurde, das Waffen geliefert hätte, fragt sich die KP: Wem gehören die eigentlich? Werden sie Eigentum der Ukraine, sobald sie die Grenze überquert haben oder erst, wenn sie in Empfang genommen werden?

  4. "Die Frage ist immer wieder heiß, wer diese Waffenlieferungen zahlt. Offenbar erwartet die Politiker der Ukraine, daß die europäischen Staaten sie ihnen schenken."

    Ja, wie soll denn die Ukraine sonst an Waffen kommen? Mit IWF-Krediten??

  5. Die USA schlossen diesen Lend-Lease-Vertrag mit der Ukraine ab. Polen erwartet offenbar, daß die USA ihnen die veraltete Sowjet-Technologie, die sie der Ukraine hinübergeschoben haben, durch neuwertiges Zeug ersetzt.
    Ich vermute, daß es da noch eine Reihe Verhandlungen, Versprechungen und Enttäuschungen geben wird.

  6. Um die Angelegenheit noch einmal deutlich zu machen:

    Deutschland hat, wie auch andere europäische Staaten, eine große Waffenindustrie. Wenn die bisher wohin Waffen geliefert hat, so hat das betreffende Unternehmen einen ordentlichen Gewinn gemacht und die Presse verbuchte das befriedigt als nationalen Erfolg. Und nicht nur die Presse, auch die Politik selber, weil es spülte ja auch Geld in Steuerkassen, trug zum Wachstum bei usw.

    So zum Beispiel ein richtiger Jubel-Artikel aus dem Tagesspiegel vom Jänner:

    „Waffen im Wert von 9,35 Milliarden
    Deutschland genehmigt Rüstungsexporte in Rekordhöhe

    Deutschland hat im Jahr 2021 so viele Rüstungsexporte genehmigt wie noch nie. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz des Wirtschaftsministeriums hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach stieg der Wert der Rüstungsgüter von 5,82 Milliarden im Jahr 2020 auf 9,35 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

    Größter Abnehmer deutscher Rüstungsexporte ist demnach mit Abstand Ägypten. Allein in das Land im Nordosten von Afrika wurden 2021 Rüstungsgüter in Höhe von 4,34 Milliarden Euro genehmigt. Dabei handle es sich zu 95 Prozent um Rüstungsexporte für den maritimen Bereich und die Luftverteidigung, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Weitere Abnehmer deutscher Rüstungsexporte waren die USA (1 Milliarde Euro), die Niederlande (0,82 Milliarden Euro) und Singapur (0,62 Milliarden Euro). (…)“

    https://www.tagesspiegel.de/politik/waffen-im-wert-von-9-35-milliarden-deutschland-genehmigt-ruestungsexporte-in-rekordhoehe/27984404.html

    Daß damit z.B. im Jemen Städte in Schutt und Asche gelegt werden, hat außer einigen Friedensaktivisten kaum jemand gestört.

    Jetzt wird aber verlangt, der Ukraine Waffen zu „liefern“, die diese nicht bezahlen kann. Es wird also verlangt, daß Deutschlands Regierung von den Rüstungsfirmen aus der Staatskasse die Panzer usw. kauft und dann der Ukraine schenkt, weil die sie ja nicht bezahlen kann.
    Man könnte auch Verträge machen wie die USA: Wir liefern jetzt, ihr zahlt später – aber das ändert nicht viel an der Sache, weil eine gesteigerte Zahlungsfähigkeit der Ukraine ist auch in Zukunft praktisch ausgeschlossen.

    D.h., die BRD müßte Anleihen ausgeben, sich auf der Welt verschulden, um einem Staat, der nicht in der NATO ist, kostenlos Waffen zu überlassen. D.h., Deutschland müßte praktisch auf Kriegswirtschaft umstellen, obwohl es sich in keinem Krieg befindet.
    Oder doch?

  7. "Deutschland hat, wie auch andere europäische Staaten, eine große Waffenindustrie. Wenn die bisher wohin Waffen geliefert hat, so hat das betreffende Unternehmen einen ordentlichen Gewinn gemacht und die Presse verbuchte das befriedigt als nationalen Erfolg. Und nicht nur die Presse, auch die Politik selber, weil es spülte ja auch Geld in Steuerkassen, trug zum Wachstum bei usw."

    Der Rüstungsexport Deutschlands beträgt offiziell so rund 2 bis 3 Milliarden Dollar pro Jahr (SIPRI 2016). Bei einem Gesamtexport pro Jahr von 1.300 Milliarden 2019, also im Promille-Bereich. Die "große" Waffenindustrie ist rund hundertmal kleiner als die wirklich große Autoindustrie.
    Der Politik geht es bei den Exporten um Einflußnahmemöglichkeiten nicht um Gewinne einiger Konzerne.

    “D.h., die BRD müßte Anleihen ausgeben, sich auf der Welt verschulden, um einem Staat, der nicht in der NATO ist, kostenlos Waffen zu überlassen. D.h., Deutschland müßte praktisch auf Kriegswirtschaft umstellen, obwohl es sich in keinem Krieg befindet.
    Oder doch?”

    Erstmal ist die Ukraine in fast jeder Hinsicht schon Mitglied der NATO, nur eben offiziell noch nicht. Zweitens ist der Krieg ein Herzensanliegen der NATO-Staaten und nicht das Privatvergnügen von Selenskyj. Und natürlich zahlt noch jeder Staat seine Kriegsausgaben nicht aus der Portokasse sondern verschuldet sich dafür. Wie für viele andere Staatsausgaben ja auch. In dieser Hinsicht ist Deutschland nun wirklich schon lange im Krieg.

  8. @Neoprene

    Bitte mach dir beim Posten etwas mehr Mühe um die Redaktion des Posts.

    Die Zahlen von SIPRI widersprechen denen des „Tagesspiegel“. Offenbar wurde da in den letzten Jahren aufgeholt.
    Zweitens wirst du mir doch nicht im Ernst erzählen wollen, die Rüstungsexporte seien Peanuts und es ginge nicht ums Geschäft. Die Einflußnahme schön und gut, aber wenn da nicht irgendwo Kassen klingeln würden, so wäre bisher nix gelaufen.

    Das ist eben der Unterschied zwischen einer wirklichen Weltmacht wie den USA, die holen sich den Einfluß tatsächlich mit Waffen und verschulden sich dafür auch kräftig. Die ganze Wirtschaft der USA beruht darauf, und deswegen ist die Verschuldungsfähigkeit dort bisher auch ziemlich unbegrenzt.

    In keinem Land der EU, nicht einmal in Frankreich, ist die Ökonomie und Rüstungsindustrie so aufgestellt wie in den USA. Also als Grundlage der Weltpolitik und des Geschäftes im Schlepptau der Gewalt.
    Ganz im Gegenteil. Die EU profitierte von der Pax Americana und deren Aufsperrfunktion für den friedlichen Handel und Wandel. Und die Rüstungsindustrie war genau so ein Geschäftszweig wie andere auch.

    Wie sie jetzt mit dem Umstand umgeht, daß das aufgekündigt wurde, ist noch nicht heraußen. Es ist also absurd, wenn du so tust, als wäre da bereits alles gelaufen.

    Ich erinnere nur an frühere Debatten hier, bei Libyen, wo ich darauf hingewiesen habe, daß eine ordentliche Aufrüstung auch eine Militärdoktrin voraussetzt, in der Freund und Feind dingfest gemacht wurden.
    Wenn die EU jetzt wirklich Rußland wieder als Feind definieren würde, so wäre dort erst einmal eigene Aufrüstung angesagt und nicht Lieferung an die Ukraine.

    Es kann sein, daß das alles darauf abzielt, daß die EU künftig den Großteil ihrer Bewaffnung in den USA einkaufen soll. Also erst das eigene Zeug einmal der Ukraine hinüberschieben, und dann bei Uncle Sam groß einkaufen.
    Ein Versuch der Wirtschaftsbelebung durch den US-Präsidenten …

  9. In einem kapitalistischen Staat geht es in der Tat zumeist ums Geschäft. Bei Rüstungsfirmen natürlich genauso. Anders als die Hersteller von Schwarzwälder Uhren oder Autoreifen schaut so gut wie jeder Staat, in dem überhaupt Rüstungsgüter hergestellt werden, genau drauf, wo die hingehen, wer die kriegt und wer die partout nicht kriegen soll. Es stimmt deshalb nicht ,wenn du schreibst, "die Rüstungsindustrie war genau so ein Geschäftszweig wie andere auch". Das ist schon mal grundlegend anders als bei Antibabypillen. Und grundlegend anders als in den USA ist eben auch die Bedeutung der Kriegswaffen für die deutsche Industrie. Das sind hier eben wirklich Peanuts, es geht hier nicht um Größen wie VW oder BMW. Wenn nicht im Promillebereich, dann eben im einstelligen Prozentbereich.
    Und so wie alle Unternehmungen auf Schulden gegründet sind, gerade erst für das Corona-Maßnahmenpaket in der EU, so sind die Rüstungsanstrengungen und ihre Ausweitung natürlich auch aufs Schuldenmachen ihrer Staaten angewiesen. Wenn die 100 Milliarden da nicht vorkommen wie unbegrenzt, was für Beträge hätte Scholz denn dann aufrufen müssen?

    Was meinst du in diesem Zusammenhang wenn du schreibst, "Es ist also absurd, wenn du so tust, als wäre da bereits alles gelaufen"? Meinst du das in Hinblick auf die Militärdoktrin der europäischen (NATO-?)Staaten.

    "Wenn die EU jetzt wirklich Rußland wieder als Feind definieren würde, so wäre dort erst einmal eigene Aufrüstung angesagt und nicht Lieferung an die Ukraine."

    Fakt ist erstmal, daß die EU-Staaten in der Tat jetzt Rußland als Feind definiert haben und auch so behandeln. Dazu gehört, weil es brennt an der Front, die allseitige Aufrüstung der Ukraine und die weitergehende Politik des Wirtschaftskrieges, um Rußland wirtschaftlich zu vernichten, sicherlich werden diese Kriegshandlungen seitens der NATO und EU nicht eingestellt, wenn der Krieg in der Ukraine zu Ende gegangen sein sollte, selbst bei einer eventuellen kompletten Niederlage Rußlands und der vollständigen Rückeroberung aller früher ukrainischen Gebiete, die jetzt unter der Kontrolle Rußlands stehen.
    Ob eine eigene verschärfte Aufrüstung der EU-Staaten ansteht oder ob die Kriegserklärung an Rußland zum Krieg in Europa führt und dann auch die europäische Rüstungsinsdustrie eventuell in Schutt und Asche untergeht, wird man noch sehen, jedenfalls kalkulieren ja die Politiker, die eine Verschärfung des Krieges durch den eigenen zumindest defacto Beitritt fordern, den sich ergebenden Krieg in ganz Europa wohl sehr bewußt ein. Ob dann Waffenlieferungen aus den USA überhaupt noch "helfen" könnten, bezweifele ich stark. 

  10. @Neoprene

    Noch einmal, bitte etwas übersichtlicher.

    Was meinst du in diesem Zusammenhang wenn du schreibst, "Es ist also absurd, wenn du so tust, als wäre da bereits alles gelaufen"? Meinst du das in Hinblick auf die Militärdoktrin der europäischen (NATO-?)Staaten.

    Natürlich. Und vor allem ihrer Umsetzung. Man merkt doch, wie manche noch ringen, und wie noch gar nicht klar ist, was die ökonomischen Folgen der Sanktionen für Europa sein werden.

    die allseitige Aufrüstung der Ukraine

    Ob die so „allseitig“ ist, wird sich auch erst weisen.

    sicherlich werden diese Kriegshandlungen seitens der NATO und EU nicht eingestellt, wenn der Krieg in der Ukraine zu Ende gegangen sein sollte

    Der ist doch noch gar nicht zu Ende, ein Ende ist vorerst nicht absehbar, was sollen denn diese Prophezeiungen?!

    Was den Unterschied der Rüstungsindustrie in Europa und den USA betrifft, so habe ich mich bemüht, herauszustreichen, was der qualitative Unterschied ist: Rüstung ist auf dem alten Kontinent eben nicht in erster Linie Mittel der Einflußnahme, sondern ein Geschäftszweig unter anderen. Deswegen ist er auch relativ unbedeutend.
    Wir haben uns doch einmal lustig gemacht über ein deutsches Kriegsschiff in Fernost, mit dem die Waffenbrüderschaft mit den USA gegen China ausgedrückt werden soll, ohne irgendwelche militärische Bedeutung entfalten zu können.

    Das war doch ursprünglich die Idee der EU: Im militärischen Windschatten der USA segelnd diese überholen, unter anderem, weil man die Kosten der Weltherrschaft nicht mitträgt.
    Dieses parasitäre Treiben hat auch Trump so geärgert, als er gesagt hat, sie sollten doch mehr für ihre Verteidigung tun.

    Aber was da jetzt wirklich gemacht wird, steht doch völlig in den Sternen.

  11. "Der ist doch noch gar nicht zu Ende, ein Ende ist vorerst nicht absehbar, was sollen denn diese Prophezeiungen?!"

    Das sind doch keine Prophezeiungen. Die Sanktionen haben den Zweck Russland klein zu kriegen. Und dieser Zweck wird von dem Kriegsresultat gar nicht berührt, fast egal wie der ausgeht. Da müsste die Ukraine schon eine Gegenoffensive starten und Russland erobern, damit das Kriegsergebnis den Zweck erfüllen würde Russland fertig zu machen. Deshalb gehen die Sanktionen weiter, weil ihr Zweck noch nicht erreicht ist.

    "Rüstung ist auf dem alten Kontinent eben nicht in erster Linie Mittel der Einflußnahme, sondern ein Geschäftszweig unter anderen."

    Mit dem Einschub "in erster Linie" redest du dich heraus. Rüstungsgüter sind freilich ein Mittel der Einflussnahme und stehen unter politischem Vorbehalt. d.h. ein Geschäft darf nur gemacht werden, wenn die Lieferung dieser Gewaltmittel im Interesse der Nation sind. Das unterscheidet sie als Geschäftszweig durchaus von anderen. Der Unterschied zu den USA ist ein anderer.

    Die USA entscheidet frei, wer in Ihrem Interesse aufrüsten darf. Die Europäer müssen ihr Interesse am Interesse der Amis relativieren bzw. mit ihnen abstimmen. Die USA haben ein 10-15 fach höhres Verteidigungsbudget. Insofern ist ihre Rüstungsindustrie auch viel größer. Der Dollar ist Weltgeld und die amerikanische Rüstung steht für die Macht der Gewalt, die hinter diesem Geld steht. Das ist beim Euro nicht so. Die Gewalten der Eurostaaten stehen in Konkurrenz zueinander, die Stehen nicht für die Güte des Euro.

    "Wir haben uns doch einmal lustig gemacht über ein deutsches Kriegsschiff in Fernost," Nein, du hast dich lustig gemacht. 

     

  12. @Kehrer

    Die Sanktionen haben den Zweck Russland klein zu kriegen. Und dieser Zweck wird von dem Kriegsresultat gar nicht berührt, fast egal wie der ausgeht.

    Keine Frage. Die Absicht ist klar. Aber erstens ist die Frage, wie weit Rußland durch die Sanktionen „klein“ wird. Bisher, daran erinnere ich, haben Sanktionen noch kein Land „klein“ gekriegt, weder Kuba, noch den Iran, noch Venezuela, noch Rußland.

    Zweitens aber sind diese Sanktionen besonderer Art und deshalb ist überhaupt nicht klar, was für Folgen die für die sanktionierende EU haben werden.

    Es ist immer wieder festzustellen, daß manche Diskutanten hier immer die Absichtserklärungen von Politikern für bare Münze nehmen, als wäre die Ankündigung von etwas gleich mit ihrer Umsetzung.
    Dabei erinnere ich nur daran, was schon alles angekündigt und nicht gemacht wurde.

    Rüstungsgüter sind freilich ein Mittel der Einflussnahme und stehen unter politischem Vorbehalt. d.h. ein Geschäft darf nur gemacht werden, wenn die Lieferung dieser Gewaltmittel im Interesse der Nation sind.

    Auch klar.
    Aber das feindliche Lager hat sowieso andere Quellen und es gab genug Staaten, an die die NATO-Staaten verkaufen konnten – genug zumindest für die Produktion, die da war.
    Ich sehe eher Ärger, wenn Staaten nicht von den NATO-Produzenten gekauft haben, wie die Türkei mit den russischen Abwehrsystemen.

    Die USA entscheidet frei, wer in Ihrem Interesse aufrüsten darf. Die Europäer müssen ihr Interesse am Interesse der Amis relativieren bzw. mit ihnen abstimmen.

    Auch da stimme ich dir zu. Aber das ist das Ergebnis dessen, daß die USA mit ihrem Militär und ihrer Rüstungsindustrie den Weltmarkt bestimmen bzw. eben seit 1991 bestimmt haben. Es mag ja sein, daß sich hier auch etwas ändert, wenn Rußland vom Weltmarkt ausgeschlossen wird und andere Staaten sich mit ihm arrangieren wollen.

    Aber man muß sich schon entscheiden: Wenn die europäische Rüstungsindustrie unbedeutend ist, so sind sie die Beschränkungen beim Verkauf auch nicht sehr wichtig.

    Ich bin z.B. neugierig, wie z.B. Polen sein Arsenal wieder auffüllt. Ob die USA da die Spendierhosen anziehen und ihren Verbündeten auf eigene Kosten aufrüsten? Gegen Deutschland?

  13. "Senator Chris Coons, a Delaware Democrat, warned Sunday that Russian President Vladimir Putin "will only stop when we stop him" as he was pressed about whether the United States should send troops to support Ukraine in the ongoing war. … 
    Coons suggested in remarks during an address to the University of Michigan last week that there could be a point where U.S. troops are sent.

    "We are in a very dangerous moment where it is important that on a bipartisan and measured way we in Congress and the administration come to a common position about when we are willing to go the next step and to send not just arms but troops to the aid in defense of Ukraine," the senator, who sits on the Senate Foreign Relations Committee, said. "If the answer is never, then we are inviting another level of escalation in brutality by Putin."

    Coons Says 'Putin Will Only Stop When We Stop Him' When Pressed on US Troops (newsweek.com)

  14. "Die Absicht ist klar. Aber erstens ist die Frage, wie weit Rußland durch die Sanktionen „klein“ wird."

    Es ging um die Frage, ob der Wirtschaftskrieg eingestellt wird, wenn der Krieg endet. Neoprene sagt nein. Das bezeichnest du wiederum als Prophezeiung. Ich bezeichne das nicht als Prophezeiung, weil der Zweck dieses Wirtschaftskrieges ist, dass Russland kaputt gemacht wird.
    Und da Russland nach dem Ende des Krieges aller Wahrscheinlichkeit nach immer noch zu mächtig für den Westen ist, ist es keine Prophezeiung dass der Wirtschaftskrieg weiter gehen wird. Ob man Russland dadurch wirklich endgültig als maßgebliche Macht besiegen kann, spielt keine Rolle. Jedenfalls schwächt der Wirtschaftskrieg Russland und deshalb wird er auch weitergehen nach dem Krieg auch wenn dadurch Russland nicht endgültig abdanken muss.

    "Bisher, daran erinnere ich, haben Sanktionen noch kein Land „klein“ gekriegt, weder Kuba, noch den Iran, noch Venezuela, noch Rußland."

    1. Sind diese Sanktionen von anderem Kaliber und 2. war die Behauptung gar nicht, Wirtschaftssanktionen würden Russland klein kriegen. Die Behauptung war dass das Ende des Ukrainekriegs nicht darüber entscheidet, ob Russland den Schwanz einziehen muss. Insofern wird nach dem Ende des Kriegs alles aufrecht erhalten, was weiterhin diesem Ziel dient.

    "was für Folgen die für die sanktionierende EU haben werden."

    – Die Folgen für die EU, haben bisher auch nicht verhindert, dass Sanktionen beschlossen werden. Bisher ist der Beschluss, dass man die Folgen eben aushalten muss.

    "Dabei erinnere ich nur daran, was schon alles angekündigt und nicht gemacht wurde."

    Und du hast die Tendenz alles als Scheitern abzutun. Politiker für Papiertiger zu halten. Wenn die BRD vor China auftaucht, dann siehst du nicht den imperialistischen Anspruch, sondern eine lächerliche Anmaßung. Mir dagegen reicht es vollkommen, was gemacht wird. Du dagegen siehst überall aufgeblasene Wichtigtuer, die nicht einlösen, was sie versprechen. Meinst du wirklich, dass die Welt daran leidet, dass etwas nicht gemacht wird oder doch eher daran, was gemacht wird.

    "Wenn die europäische Rüstungsindustrie unbedeutend ist, so sind sie die Beschränkungen beim Verkauf auch nicht sehr wichtig."

    1. Wofür unbedeutend? – höchstens in Relation zur Autoindustrie. 2. halte ich den Schluss für falsch. Wenn die Rüstungsindustrie vergleichsweise unbedeutend ist, heißt das halt überhaupt nicht, dass Waffen in falschen Händen zum Problem werden können.

    "Ich bin z.B. neugierig, wie z.B. Polen sein Arsenal wieder auffüllt."

    Soviel ich weiß haben die Polen schon in der Vergangenheit alte Leopard Panzer zum Vorzugspreis von Deutschland erhalten.

    "Ob die USA da die Spendierhosen anziehen und ihren Verbündeten auf eigene Kosten aufrüsten?"

    Das wollten die USA ja eigentlich nicht mehr machen.

  15. @Kehrer

    Soviel ich weiß haben die Polen schon in der Vergangenheit alte Leopard Panzer zum Vorzugspreis von Deutschland erhalten.

    Die sind aber jetzt in der Ukraine gelandet. Die ganzen Schrottlager und Altbestände wurden dort bereits hinübergeschoben, worüber sich auch angeblich vor nicht allzulanger Zeit Stepan Poltorak auf Twitter sehr beschwert hat.

    Die Behauptung war dass das Ende des Ukrainekriegs nicht darüber entscheidet, ob Russland den Schwanz einziehen muss.

    Wir argumentieren hier auf verschiedenen Ebenen.

    Ihr sagt, daß die Sanktionen dafür da sind, „Rußland klein zu machen“.
    Das bestreite ich gar nicht. Ich weise nur darauf hin, daß Absicht und Ergebnis sich nicht decken müssen.
    Erstens schaden die Sanktionen auch denen, die sie verhängen. Ich bin neugierig, wie lange die das durchhalten und mit welchen Folgen sie konfrontiert sein werden.
    Zweitens habe ich den Eindruck, daß der russischen Führung das Sich-Ausklinken aus dem dollarbestimmten Weltmarkt durchaus recht ist. Daß die Oligarchen gerupft werden und nach Hause kommen müssen und und ihr Vermögen im Inland investieren müssen.
    Und wenn ein Staat so einen Ausstieg aus dem Weltmarkt aushalten kann, so Rußland.

    Es ist ja außerdem bitte nicht allein.
    Weder China noch Indien haben ein Interesse daran, daß Rußland abschifft, und werden gerne Energieträger zu Vorzugspreisen beziehen, während die USA und die EU und Japan teurer einkaufen müssen.

  16. Der von Leser gepostete Beitrag über die 3 Stück sowjetischen Abwehrsysteme aus der Slowakei in die Ukraine weist auf die Widersprüche dieser Waffenlieferungen hin: Die Slowakei verliert ihre Luftraumverteidigung, obwohl sie an die Ukraine angrenzt.
    Die Systeme sollen inzwischen von  russischen Raketen oder Marschflugkörpern ausgeschaltet worden sein.
    Im Gegenzug wurde der Slowakei versprochen (= sind noch nicht dort), US-Systeme zu liefern, die ihr gar nicht gehören sollen, sondern als Leihgabe zu betrachten sind. Dazu kommt, daß die Armee auf die Bedienung dieser Dinger erst eingeschult werden muß.

    Auch Polen und die baltischen Staaten, die auch einiges an Waffen hinübergeschoben haben, stehen jetzt verteidigungsmäßig etwas nackert da. Was gerade für die Nachbarländer Rußlands und der Ukraine unangenehm sein dürfte.

  17. "Das bestreite ich gar nicht. Ich weise nur darauf hin, daß Absicht und Ergebnis sich nicht decken müssen."

    Wer hat das denn behauptet? Das ist doch kein Einwand gegen die Kennzeichnung der Absicht. Und aus der Absicht ergibt sich, dass das nicht so schnell vorbei sein wird.

    "Erstens schaden die Sanktionen auch denen, die sie verhängen. Ich bin neugierig, wie lange die das durchhalten und mit welchen Folgen sie konfrontiert sein werden."

    Im schlimmsten Fall ruinieren die auch die europäische Wirtschaft dafür. Es ist eben Krieg der auch im wirtschaftlichen Bereich auf europäischen Schultern ausgetragen wird. Die Amis halten das lange durch. Insofern wäre ich da nicht allzu optimistisch. 

    "Zweitens habe ich den Eindruck, daß der russischen Führung das Sich-Ausklinken aus dem dollarbestimmten Weltmarkt durchaus recht ist."

    Zuallererst ist es eine Schädigung, die ihnen nicht recht ist. Denen bleibt bloß nichts anderes übrig. bzw. die machen aus der Not eine Tugend.

    "Weder China noch Indien haben ein Interesse daran, daß Rußland abschifft, und werden gerne Energieträger zu Vorzugspreisen beziehen, während die USA und die EU und Japan teurer einkaufen müssen."

    Ja so ist das. Die USA schlagen mal wieder zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie hetzen Europa auf Russland und schwächen beide. Wie es am Ende ausgeht wird man sehen. 

  18. "Auch Polen und die baltischen Staaten, die auch einiges an Waffen hinübergeschoben haben, stehen jetzt verteidigungsmäßig etwas nackert da."

    Das ist immer so, wenn eine Kriegspartei auch noch die letzten Reserven an die Front wirft, um das Ruder umzudrehen. Die NATO verteidigt sich dieser Tage eben am Donbass und nicht an der slowakischen Grenze zur Ukraine.

  19. @Kehrer

    Zuallererst ist es eine Schädigung, die ihnen nicht recht ist. Denen bleibt bloß nichts anderes übrig. bzw. die machen aus der Not eine Tugend.

    Ja und nein. Es gibt eben seit geraumer Zeit die zwei verschiedenen Fraktionen. Gerade Putin und sein Hofstaat dringen seit langem auf Autarkie und Aufbau unabhängiger Industrie und Landwirtschaft, und die andere Abteilung hält – aus verschiedenen Gründen – am Weltmarkt und Handel und Wandel fest.

    Mit den Sanktionen und der Abkopplung hat jetzt die Kreml-Fraktion die Oberhand.

    Gerade heute warnt die Chefin der Nationalbank, daß bis zum Sommer die Devisenreserven erschöpft sind und dann einiges zusammenbrechen wird.

    Und da denken sich die Betonköpfe im Kreml: Na, dann müssen sich unsere Ökonomen und Oligarchen eben etwas einfallen lassen!

    Ich bin ja auch neugierig, wie sie das hinkriegen, mit Mikrochips und dergleichen. Derzeit laufen gerade Versuche, den Landmaschinen-Park in Schuß zu halten, wenn keine Ersatzteile mehr aus dem Ausland kommen.

    Der Zar im Kreml sagt dazu: Was habt ihr Deppen auch so lange ausländisches Klump importiert!

  20. Bloomberg:
    ""Mitarbeiter des Pentagon sagen, dass Kiew am Tag die Wochenlieferung von Antipanzermunition verheizt. (…) Die USA haben ein Drittel ihres Gesamtbestands an Javelin-Antipanzerraketen geliefert. Sie können nicht ohne Weiteres mehr liefern, ohne ihr eigenes Arsenal massiv zu leeren. Und es mag Monate oder Jahre brauchen, um die Produktion ernstlich zu erhöhen.""

  21. Sehr nüchtern blickt dieser Artikel auf die immer lauter werdenden Schreie nach schweren Waffen aus Deutschland für die Ukraine:

    "Die deutschen Streitkräfte wurden über Jahre hinweg vernachlässigt und mit unzureichenden Mitteln ausgestattet. Mangelwirtschaft war an der Tagesordnung. Dies war öffentlich bekannt und wurde trotzdem über alle Parteien hinweg und auch von der breiten Öffentlichkeit mitgetragen. Diesem Umstand hat sich auch die nachgelagerte Rüstungsindustrie angepasst und Kapazitäten abgebaut und Investitionen zurückgeschraubt. Nun ist die komplette Kette nicht mehr in der Lage, schnell und ausreichend reagieren zu können. Weder die Fähigkeiten der Streitkräfte noch die Industriekapazitäten können von heute auf morgen aufgebaut werden. Es gilt schließlich immer noch Friedens- und nicht Kriegswirtschaft in Verbindung mit einem Fachkräftemangel.
    In dieser Lage kann man (die Bundesregierung in Verbindung mit den NATO-Partnern) dann immer noch politisch zu dem Schluss kommen, dass man die Ukraine mit Engpasssystemen aus Bundeswehrbeständen unterstützen möchte. Man muss sich dann aber bewusst sein, wie hoch der zu zahlende Preis ist. Im Fall der Marder bedeutet er unter Umständen den Verzicht auf die kurz- und mittelfristige Einsatzfähigkeit des deutschen Heeres."
    https://soldat-und-technik.de/2022/04/streitkraefte/31199/erklaerstueck-marder-ukraine/

  22. Das erstaunt mich jetzt: Den ganzen Krieg über haben die russischen Truppen, keinen einzigen Bahnhof, keine einzige Eisenbahnbrücke in der Ukraine angegriffen und sowas auch in ihren Medien als unnötig dargestellt. Jetzt wird der Druck durch die von den NATO-Staaten wieder aufgeppten ukrainischen Einheiten wohl stärker und daraufhin versucht Rußland zumindest den Donbass-Einheiten doch den Nachschub ab zu drehen. Denn es gibt ja neben den Brücken in Dnipro und Saporischschja sonst kaum andere zur Versorgung des Ostens:
    "Russische Truppen zerstörten die Eisenbahnlinien über den Dnjepr, über die NATO-Waffen in den Donbass geliefert wurden.
    Drei Raketenangriffe auf die Eisenbahninfrastruktur im Bezirk Nowomoskowskij in der Region Dnepropetrowsk.
    "Alle sind am Leben. Die Bahnstrecke und das Kontaktnetz wurden vollständig zerstört. Es ist noch nicht klar, ob wir den Verkehr wieder aufnehmen können", sagte der Leiter der Verwaltung, Valentin Reznichenko.“"
    [nicht belegtes Zitat bei Facebook mit einem Foto bei Twitter]

  23. Ich bin im Augenblick beschäftigt, erst am Sonntag gibts wieder mehr Input. Danke jedenfalls für die Updates.

  24. "Und immer noch ist solch ein Wiederaufmunitionieren der russischen Armee egal??"

    Das war denen noch nie egal. Bloß haben sie deswegen erstmal nicht die Bahnlinien zerstört. Dafür gibt es ein paar Gründe: 1. Wird ja auch die Bevölkerung über die Bahn versorgt. 2. Wurde die Flüchtlinge und die Waffen von Seiten der Ukraine so verschränkt, dass das Stoppen der Waffenlieferungen auch Züge mit Flüchtlingen getroffen hätten. 3. Wusste die Russen wohin die Waffen gebracht werden und dann wurden die Waffenlager zerstört. 4. Hieß das schon damals nicht, dass man nicht doch dazu übergeht Bahnlinien lahmzulegen. So wie das jetzt offenbar passiert ist.

    "Diese Schlussfolgerung wurde vom bekannten Militärexperten Igor Nikulin gezogen. In einem Interview für das Informationsportal Cargrad erläuterte er detailliert, wie die zweite Stufe der Spezialoperation ablaufen wird, und erklärte auch, warum Russland radikaler vorgehen könnte.
    Igor Nikulin erinnerte daran, dass Russland mit der Sonderoperation in der Ukraine nicht zögern sollte, da es eine wirksame Strategie umgesetzt habe, die die Versorgung der Streitkräfte der Ukraine unterbrechen werde. Die Streitkräfte der Russischen Föderation müssen die gesamte Westgrenze der Ukraine verfolgen und sich auf die Lieferung ausländischer Waffen an Kiew festlegen. Ein solcher Ansatz würde die rasche Beseitigung westlicher Waffenkarawanen ermöglichen, sobald sie die Ukraine erreichen. „Wir müssen radikal handeln – sobald die Konvois die Grenze überqueren, sofort handeln und mit hochpräzisen Waffen zuschlagen“, erklärte Nikulin."

    Diese Operation wird fortgesetzt, die nächste Phase dieser Operation hat jetzt begonnen. Es wird jetzt einen wichtigen Moment während dieser speziellen Operation geben“, fügte er hinzu.
    Ebenfalls am Dienstag berichtete die Nachrichtenagentur Ukrinform, dass bis zu 30 Prozent der Infrastruktur der Ukraine infolge des Konflikts mit Russland, der am 24. Februar begann, beschädigt wurden. Die Feindseligkeiten haben 300 Brücken und mehr als 8.000 km Straßen entweder zerstört oder beschädigt, sagte Ukrinform und zitierte den ukrainischen Infrastrukturminister Oleksandr Kubrakov.
     

  25. Die Versorgung der Bevölkerung wäre auch durch Belarus oder Rußland möglich gewesen. Aber das wollte die ukrainische Regierung sicher überhaupt nicht. Zudem ist eine Versogung ja auch durch LKWs über die Autobahnen möglich. Aber für Panzer und schwere Artillerie braucht man eben die Eisenbahn.
    Die Verschränkung hätte Rußland auch "verbieten" können. Oder einfach durch Angriffe auf bestimmte Bahnhöfe und/oder Brücken erzwingen können.
    Ich bezweifele, daß die russische Aufklärung wirklich so gut ist, daß der gelieferte Nachschub am Zielort in den dortigen Depots immer zerbombt werden konnte. Schon, weil die Lufthoheit dafür ja gar nicht gegeben war bzw. ist.
    "Noch nicht" aber jetzt? Nein, die russischen Truppen müssen massiven Beschuß, insbesondere durch ukrainische Artillerie und Raketenwerfer hinnehmen, weil die NATO die Front dementprechend aufpeppen konnte. Ob das jetzt noch entscheidend was ändert, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls schätzt die russische Militärführung die ukrainischen Stellungen noch als so stark verteidigungsfähig ein, daß von dem allseits erwarteten Angriff uaf den Donbass noch nichts zu sehen ist.
    "Wir müssen radikal handeln – sobald die Konvois die Grenze überqueren, sofort handeln und mit hochpräzisen Waffen zuschlagen". Ja, sowas haben viele Beobachter erwartet, ich ja auch, und genaus das ist nicht passiert. Wochenlang.
    "Die Feindseligkeiten haben 300 Brücken und mehr als 8.000 km Straßen entweder zerstört oder beschädigt."
    Aber die Hauptlinien in den Westen funktionieren noch so reibungslos, daß sich westliche Politiker in Kiew schon fast in eine Warteschlange einreihen müssen.

  26. "Ukraine soll mittlerweile über mehr Panzer verfügen als Russland
    Durch Lieferungen des Westens und erbeutetes Gerät ergeben sich inzwischen wohl Waffenvorteile für die Ukraine. …
    Indizien für das Ausmaß der Eroberungen von Kriegsgerät trägt der Militärblog Oryx zusammen.
    Demnach haben die russischen Truppen bis Donnerstagabend mindestens 481 Panzer verloren, wobei 269 zerstört und 212 von ukrainischen Einheiten erobert worden sein sollen. Auf ukrainischer Seite sollen den Angaben zufolge 52 Panzer zerstört worden und 73 in russische Kontrolle übergangen sein."
    https://www.tagesspiegel.de/politik/mehr-von-putin-als-von-scholz-bekommen-ukraine-soll-mittlerweile-ueber-mehr-panzer-verfuegen-als-russland/28271140.html?bezuggrd=NWL&utm_source=sondermailing
    Wie bei den Lottozahlen: Ohne Gewähr!

  27. Die Verschränkung hätte Rußland auch "verbieten" können.

    Ich versteh die Anführungszeichen nicht. Verbieten kann man nur was, wenn man das Gewaltmonopol hat, was sie ja nicht haben. Deshalb wohl die Anführungsstriche. Aber was sill verbieten mit Anführungsstrichen dann bedeuten? Denn der nachfolgenden Satz beginnt ja mit "oder" -soll also etwas anderes sein als dieses "Verbieten". – 

     Jedenfalls schätzt die russische Militärführung die ukrainischen Stellungen noch als so stark verteidigungsfähig ein, daß von dem allseits erwarteten Angriff uaf den Donbass noch nichts zu sehen ist.

    Ich dachte der läuft seit ein paar Tagen. 

    "Aber die Hauptlinien in den Westen funktionieren noch so reibungslos, daß sich westliche Politiker in Kiew schon fast in eine Warteschlange einreihen müssen."

    Westlich Politiker wiegen auch nicht so viel als schwere Waffen. Also ich weiß nicht ob der Politikertransport ein Hinweis auf den Waffentransport sein kann.

    "Wir müssen radikal handeln – sobald die Konvois die Grenze überqueren, sofort handeln und mit hochpräzisen Waffen zuschlagen"

    Das stimmt schon. Wenn ihnen das erst jetzt aufgeht, ist das etwas spät. Vielleicht wird das öffentlich gemacht, um zu sagen: Ja ist uns klar. 

    Meiner Ansicht nach erfährt man viel zu wenig, um ein fundiertes Urteil abgeben zu können. Die Russen müssten komplette Idioten sein, wenn ihnen nicht klar wäre, dass es für den Kriegsverlauf entscheidend ist, dass  die ukrainischen Nachschubwege unterbrochen werden.

    Die Russen lassen sich ihre Panzer unterm Arsch wegklauen – hm.

     

  28. Meine Idee für ein "Verbot" war, daß die russische Seite erklärt, alle als Militär-Transporte identifizierten Züge anzugreifen, die aus den NATO-Staaten kommen. Und nur Züge aus Belarus zuzulassen. Dann hätten alle nichtmilitärischen Güter weiter über Belarus und dort natürlich kontrolliert in die Ukraine geliefert werden können. Aber militärische Sachen eben nicht mehr. Alle Menschen, die fliehen wollen, hätten per Zug auf dafür freigegebenen Stecken oder per Auto auf den Autobahnen in NATO-Staaten reisen können.

    Wenn die Offensive jetzt schon begonnen haben soll, dann wird das wohl ausgehen wie die Somme-Schlachten, also nicht mit einem Sieg Rußlands.

    Ja, es ist eine Sache, Personenzüge nach Kiew durchzulassen und eine andere Transportzüge zu stoppen. Aber haben die russischen Truppen denn auch nur einen einzigen Panzerzug irgendwo auf ukrainischem Gebiet gestoppt?

    "Die Russen müssten komplette Idioten sein, wenn ihnen nicht klar wäre, dass es für den Kriegsverlauf entscheidend ist, dass  die ukrainischen Nachschubwege unterbrochen werden."
    Nein, die müssen dafür keine Idioten sein. Wenn sie es einfach nicht schaffen mit ihren beschränkten militärischen Mitteln?

    "Die Russen lassen sich ihre Panzer unterm Arsch wegklauen".
    Wohl kaum. Aber so wie die russischen Truppen zurückgelassenes Militärmaterial beim Vormarsch einkassieren, genauso geht das natürlich umgekehrt auch. Schließlich hat sich die russische Armee aus großen Teilen der ursprünglich besetzten Gebiete, z.B. um Kiew herum, wieder zurückgezogen. Wenn das zum Teil keine geordneten Rückzüge waren, sondern Aktionen panisch gewordener Einheiten wohlmöglich von kriegsunwilligen russischen Soldaten, dann haben die eben beim Rückzug nicht ihr Material unbrauchbar gemacht (Panzer kann man sicherlich auch von  Innen sprengen), sondern es einfach stehen lassen. Sowas gab es ja schon bei vielen kriegerischen Auseinandersetzungen.

  29. In Deutschland wird ja zur Zeit massiv öffentlicher Druck aufgebaut, um die Regierung vor allem Scholz mangelnde Tatkraft in Bezug auf die Ukraine vorzuwerfen. In der Talkschows geht das schon eine ganze Zeit so. “Scholz reist nicht nach Kiew. Warum?” Wenn er das täte müsste er das ukrainischen Interesse an schweren Waffen bedienen bedienen. Melnik wird immer frecher und lasst schon Finanzminister Lindner auflaufen.

    Ischinger auf Twitter heute:„Die internationale Stimmung hat sich leider längst gegen Deutschland gedreht. Wir müssen aus dieser Falle rasch raus. Denn falls der Krieg doch für Russland erfolgreich enden sollte, wird man sonst bei der Suche nach den Schuldigen rasch auf Deutschland zeigen. Folgen für Deutschland und die EU kaum auszumalen!“, schrieb der 76-Jährige bei Twitter. 

     Mit anderen Worten: Wenn Deutschland keine Waffen liefert, trägt es die Schuld, wenn Russland den Krieg gewinnt. Scholz äußert sich heute dazu:

    Deutschland wird nach Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) der Ukraine weiterhin bei der Verteidigung ihres Landes helfen. „Es muss einen Waffenstillstand geben, die russischen Truppen müssen sich zurückziehen“, sagte Scholz in einem Interview mit dem „Spiegel“. Es müsse eine Friedensvereinbarung geben, die der Ukraine ermögliche, sich in Zukunft selbst zu verteidigen. „Ich tue alles, um eine Eskalation zu verhindern, die zu einem dritten Weltkrieg führt. Es darf keinen Atomkrieg geben.“

    Scholz kündigte an: „Wir werden sie so ausrüsten, dass ihre Sicherheit garantiert ist.“ Außerdem erklärte er, dass Deutschland als Garantiemacht zur Verfügung stehe.

    Wahrscheinlich hat er Anweisung aus Washington. “Nicht den 3.WK riskieren, bitte.”

  30. "Wahrscheinlich hat er Anweisung aus Washington. “Nicht den 3.WK riskieren, bitte.”"

    Es ist ja nun leider wirklich nicht so, daß die Verhinderung der Niederlage der Ukraine ausgerechnet an fehlenden schweren Waffen aus Deutschland hängen würde. "Alle" anderen Staaten der NATO liefern ja schon fleissig schwere Waffen, warum sollten also die USA sowas Deutschland verbieten, wo das andere, weniger einflußreiche Staaten ja für sie problemlos machen?

  31.  Und nur Züge aus Belarus zuzulassen. 

    Dafür wäre wahrscheinlich ein Maß an Kontrolle im Westen der Ukraine notwendig, dass sie einfach nicht haben. 

     Aber haben die russischen Truppen denn auch nur einen einzigen Panzerzug irgendwo auf ukrainischem Gebiet gestoppt?

    Das weiß man eben nicht. Selbst wenn einer was vermeldet, weiß man nicht ob es stimmt.

    Wenn sie es einfach nicht schaffen mit ihren beschränkten militärischen Mitteln? 

    Das kann schon sein, dass eine militärischen Spezialoperation für die Ukraine eben doch nicht ausreicht.

     Wenn das zum Teil keine geordneten Rückzüge waren, sondern Aktionen panisch gewordener Einheiten wohlmöglich von kriegsunwilligen russischen Soldaten, dann haben die eben beim Rückzug nicht ihr Material unbrauchbar gemacht (Panzer kann man sicherlich auch von  Innen sprengen), sondern es einfach stehen lassen. 

    Also erstens, wurde das Gerät dann nicht erobert. 2. Wieso steigt man aus einem Panzer aus, wenn man panisch wird. Ich würde eher im Panzer bleiben und das Gaspedal durchdrücken. 3. Ich kann mir bloß vorstellen, dass denen beim Rückzug das Benzin ausgeht, den Panzer stehen lassen und eine andere Mitfahrgelegenheit nutzen. Aber irgendwie kann das ja auch nicht die Regel sein. 

    “Deutschland verbieten, wo das andere, weniger einflußreiche Staaten ja für sie problemlos machen?”

    Du kannst es auch Absprache unter den Verbündeten nennen. Die einzig andere Idee die mir kam, war, dass Putin Scholz klipp und klar gesagt hat: Wenn ihr Waffen liefert, bekommt ihr ne Atombombe aufn Kopf.

  32. Höchstwahrscheinlich sind einige Militärfahrzeuge, Panzer, gepanzerte Manschaftstransportfahrzeuge, LKWs usw. aufgegeben worden, weil ihnen der Sprit ausgegangen war und die desolate Versorgung der vordersten Truppenteile nicht schnell genug Nachschub liefern konnte. Panzer bleiben sowieso sehr schnell liegen. Die Einsatzzeit eines T-72 bis zum Ausfall, der erheblichen Reparaturaufwand erfordert, dürfte nur recht gering sein. Bei manchen Bundeswehr Panzern rechnete man auf 1 Stunde Einsatz (also bei einem realistischen Manöver) mit 10 Stunden Reparatur. Das ist bei Flugzeugen ja noch schlimmer, die Mig-21, die jetzt vielleicht an die Ukraine übergeben wurden oder noch werden, war da besonders berüchtigt und wurde auch deshalb nach der Auflösung des Warschauer Paktes überall so schnell wie finanziell möglich ausgemustert.

  33. Das ist ja echt extrem. Das heißt ohne die ganzen technischen Bedienmannschaften (oder wie nennt man das) läuft bei einer modernen Armee nicht viel und nicht lange. Vom Standpunkt des Funktionierens solcher Truppenteile wäre mehr Nachhaltigkeit von Vorteil. Wenigstens ein Panzer sollte länger funktionieren als einen Tag ohne repariert werden zu müssen. 

    Andererseits handelt es sich um Waffen und die könnten von mir aus schon vor dem ersten Schuss ausfallen.

  34. "Entsprechend dauert es, bis die Produktion eines Waffensystems angelaufen ist. Während Rüstungsexperte Max Mutschler im Interview mit ntv.de bei der Produktionsdauer zwischen Wochen und Monaten pendelt, drehen sich die Zahnräder in Wirklichkeit noch langsamer. Bei Kettenfahrzeugen und Panzern belaufe sich die Dauer auf zwei bis drei Jahre, ab dann könnten vier bis sechs Fahrzeuge monatlich gefertigt werden, so der KMW-Sprecher. …
    Der deutsche Rüstungsbauer Rheinmetall betonte, dass ukrainische Soldaten innerhalb weniger Tage für den Panzer ausgebildet werden könnten. 50 Leopard-Panzer stünden laut Rheinmetall bereit, müssten aber instandgesetzt werden. "Der erste Leopard 1 könnte in sechs Wochen geliefert werden", sagte Vorstandschef Armin Papperger dem "Handelsblatt". Bis alle Panzer die Ukraine erreichen, könnten jedoch bis zu drei Monate vergehen."
    Alt, gebraucht, aussortiert: Bei schweren Waffen bekommt die Ukraine nur B-Ware – n-tv.de

    Mich wundert immer wieder, daß angesichts von Armeeschulungszeiten für Panzerbesatzungen von mehreren Monaten jetzt interessierte Kreise immer wieder, wie jetzt hier auch, so tun, als ob man den Gefechtseinsatz eines halbwegs modernen Panzers an ein zwei Wochenenden lernen könnte.

  35. (21) Sind Panzer so einfach zu bedienen, sodass sich eine ukrainische T-72 Besatzung einfach so in einen Leopard 2 oder M1 Abrams setzen kann und effizient im Verband kämpfen kann? – Quora
    Ein Kommentar dazu:
    “Genaugenommen hat der T-72 mehr automatische Funktionen (Autoloader, Kopplung Hauptgeschütz und MG…) und daher auch mehr Bedienelemente der Schütze muss daher alleine zwei Jobs machen, während beim M1 ein Richt- und ein Ladeschütze für die gleiche Arbeit benötigt werden… (der T72 kann also mit weniger Personal betrieben werden, aber da im Auto-Loader die Munition quasi Ringförmig wie ein Kranz um den Sockel des Turms liegt entsteht auch die größte Schwachstelle des T72; nämlich dass bei einem Treffer auf das Magazin der quasi Turm komplett aus dem Panzer geschossen wird, ein Bild das man seit Beginn des aktuellen Krieges schon oft gesehen hat)… der M1 hat dafür einige bessere Features bei der Visierung…

    Im Allgemeinen sollte aber eine kampfgeübte Truppe von T-72 Panzergrenardieren schon innerhalb weniger Tage/Wochen umgelernt werden können, gerade auf die weniger computerisierten älteren Modelle von M1 oder Leopard 1 Panzern…

    Schwieriger und Langfristiger ist es jedoch die unterstützende Logistik mit Ersatzteilen oder auch nur Technikern, die sich auf beide Systeme verstehen aufzubauen und zu unterhalten…

    Weil was bringt es wenn man sehr teure Panzer in großen Stückzahlen an die Front bringt, diese dann aber Reihenweise ausfallen wegen irgendwelcher kleineren Pannen die man nicht beheben kann oder fehlenden Ersatzteilen welche vielleicht nur einige Cents gekostet hätten… dann wird aus einem sehr teuren Stück Hochleistungstechnik, dass an anderer Stelle sehr wichtig und nützlich sein könnte, plötzlich ein wertloser Batzen Altmetall…
    oder vielleicht sogar eine Todesfalle für das Bedienpersonal…”

  36. »Gepard«, »Marder«, »Puma«, »Fuchs«, »Boxer«, »Leopard« – was sich harmlos liest wie das Register in »Grzimeks Tierleben«, droht zum Programm für die Ausweitung des Ukraine-Konflikts zum dritten Weltkrieg gegen die Nuklearmacht Russland zu werden. Mit den Lieferungen schwerer Waffen machen sich Deutschland und die NATO zur direkten Kriegspartei.

    https://www.jungewelt.de/artikel/425378.kalkulierter-affront.html

    Dem entspricht auch die öffentliche Propaganda auf allen deutschen Kanälen (passend, dass bei all dieser sturen Eintönigkeit immer wieder mit dem Finger auf Russlands Medien gezeigt wird. Kriegshetze braucht bei uns keine staatliche Zensur – sondern erfolgt massenweise und eintönigst komplett freiwilligst).

    https://www.freitag.de/autoren/katharina-koerting/ukraine-fortschreitende-verharmlosung

    Den Bedenkenträgern, dass nicht genügend Tötungsmittel vorhanden, brauchbar, bedienbar seien, wird stur entgegnet: Wir arbeiten daran – und tun nämlich alles, um die BRD zur Militärmacht und Kriegspartei aufzurüsten.

    —-

    Was die Front mit den Öllieferungen betrifft, werden die Stimmen kaum kleinlauter, nachdem Russland Polen und Bulgarien nicht mehr beliefert. (Ein sturer Kriegswille lässt sich von derlei Kleinkrams nämlich nicht vom Weg abbringen.)

    Zwist um Rubel-Zahlung
    Russland stoppt Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien
    Russland verlangt von seinen Gaskunden die Bezahlung in Rubel, aber wie andere Länder weigert sich auch Polen, der Forderung nachzukommen. Jetzt dreht Russland den Nachbarn den Gashahn zu, ebenso wie auch Bulgarien. (ManagerMagazin)

    (…) Das Energieministerium in der bulgarischen Hauptstadt Sofia bestätigte am gestrigen Abend, der nationale Erdgasversorger Bulgargas habe von Gazprom eine Mitteilung über die Einstellung der Lieferungen erhalten. Auch der polnische Erdgaskonzern PGNiG und die Regierung in Warschau und der bestätigten den Eingang einer entsprechenden Mitteilung. Laut Polens Klimaministerin Anna Moskwa wird ab dem heutigen Mittwoch acht Uhr morgens kein Gas mehr durch die Jamal-Pipeline nach Polen geleitet. (…)
    https://www.heise.de/tp/features/Russland-dreht-den-Gashahn-ab-7066281.html

    https://www.heise.de/tp/features/Oelembargo-gegen-Russland-vorerst-vom-Tisch-7064183.html?seite=all

    Auch hieraus erfolgt einzig der Ratschlag: Selbst wenn weiteren Ländern der russische Gashahn abgedreht wird – weiter so, bzw. dann erst recht. Denn so geht die Einstimmung auf Krieg und auf Kriegswirtschaft.

    Übrigens und zu allerletzt: Nicht nur die diversesten historischen wie aktuellen Kriegstoten, auch die “BRD-Nachkriegserfolgsgeschichte” kann von den anscheinend von der Aussicht auf Krieg besoffenen aktuellen Kriegsbefürwortern nicht in Ruhe gelassen werden ….
    https://www.tages-politik.de/Aussenpolitik/Ukrainekrieg_vs._Wandel_durch_Handel-April._2022.html

    —-

    Vage Gegenpositionen, die bis gestern noch in der BRD vernehmbar waren, werden kaum noch geäußert …. https://www.contradictio.de/blog/archives/8953#comment-10331

    Im Weltkrieg brauche die BRD alle Waffen selber – so lautet inzwischen die kritische Kritik bei Lanz von gestern ….

  37. Dass die BRD die Waffen selber gebrauchen werde – so dreht sich die kritische Journalistik die Perspektive konstruktiv zurecht,  dass Kanzler Scholz vor einem Atomkrieg 'gewarnt' hat.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/joachim-gauck-wir-brauchen-eine-mutige-und-entschlossene-bundesregierung-a-1739a02e-4692-4a1e-bfac-7de8219a61cd

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-neo-bellizisten-wollen-von-eskalation-nichts-wissen

    https://www.heise.de/tp/features/Habeck-sieht-Deutschland-in-wenigen-Tagen-bereit-fuer-Oelembargo-7066255.html?seite=all

    Auch die Christenpartei meldet sich mit ihren christlichen Grundsätzen zu Wort: Regelmäßig auch zukünftig mindestens 2 Prozent mehr Aufrüstung – und alle 100 Milliarden sollen  nur in Waffen gesteckt werden, und vorzugsweise dabei mit dem Heer als Schwerpunkt. – Warum das denn wohl?

    Neben der derzeitig angepeilten ideologischen Gesamtführerschaft für ganz Europa gegen Russland (an deren Vorsichtigkeit bzw. Ausbleiben die komplette deutsche Journalistik leidet) – muss diese nämlich dann auch realiter ausgeübt werden ….

  38. Irgendwie werde ich aus den ganzen Meldungen nicht schlau, was die tatsächliche Bewaffnung betrifft, sowohl Deutschlands als auch der Ukraine.

    Es scheint, als ob da in Deutschland bisher ein sehr veraltetes und kleines Arsenal für Paraden und Manöver herumgeschoben worden ist und jetzt Verwirrung herrscht, was davon überhaupt noch brauchbar ist.
    Wie es in anderen Staaten ausschaut, ist auch unklar, aber ein guter Teil der Panzer, Flugzeuge usw. ist offenbar noch aus sowjetischen Zeiten. Auch eine bittere Ironie der Geschichte, daß die eigenen Produkte jetzt gegen Rußland eingesetzt werden.

    Europa wird erst eine eigene Rüstungsindustrie aufbauen müssen, wenn es sich wirklich gegen Rußland aufstellen will, aber das geht nicht von heute auf morgen.

  39. Nicht nur in Deutschland: Die unerwartet gering Wirksamkeit der russischen Angriffe führen viele Militärexperten auch auf den wohl erschreckend niedrigen Erhaltungs- und Wartungszustand russischer Waffensysteme und vor allem der Fahrzeuge zurück. Es gibt zudem nur völlig unzureichende logistische Unterstützung für das rollende Material, so gut wie keine Reparaturtrupps in Frontnähe, fehlende Benzin-Transporter, keine Ausbildung der Truppe im Waffenunterhalt, überhaupt fehlt es in der russischen Armee an gut ausgebildeten und motivierten mittleren Kadern, auf englisch NCO, auf deutsch ungefähr Unteroffiziere bis Feldwebel.
    Und an Munition fehlt es der russischen Armee auch, vor allem an Präzisionsbomben für den Luft-Boden-Kampf. Das setzt die russischen Hubschrauber und Kampfjets den ukrainischen Flugabwehrraketen aus, was nach den anfänglich hohen Abschußraten zu dem mittlerweile nur zurückhaltenden Einsätzen geführt hat, auch die Fernraketen, Cruise Missiles und Hyperschallwaffen kommen ja nur alle paar Tage zum Einsatz. Was natürlich auch daran liegt, daß es im ersten Schwung nicht gelungen ist, die ukrainischen Luftabwehrstellungen auszuschalten und mittlerweile noch so gut wie jede Infanterieeinheit der ukrainische irgendwelche intelligenten Abwehrsysteme hat wie die Javelin-Rohrraketen.

  40. Zur Unwilligkeit, an der Ukraine-Front all in zu gehen, paßt sehr gut das Gepard-Angebot für die Ukraine: Deutschland kann bisher sage und schreibe Munition für 20 Minuten Dauerfeuer mitliefern. also umgerechnet so einen Feuerstoß pro Panzer!

  41. Im Falle Deutschlands Unwilligkeit, aber auch ein Stück weit Unfähigkeit im Sinne: Wo nix is, kann auch nix geliefert werden.

    In Rußland rächt sich halt jetzt jahrelange Korruption im Militärsektor. Ich vermute, einiges an neuem Gerät wurde unter der Hand verkauft, aber noch als vorhanden gemeldet. Immerhin waren Waffen eines der gefragten Exportgüter, für die Devisen hingelegt wurden.

    Dennoch muß festgehalten werden, daß die Ukraine sich bisher nur deshalb halbwegs erfolgreich verteidigt, weil Rußland seine Möglichkeiten anfangs völlig überschätzt hat.

  42. “Im Falle Deutschlands Unwilligkeit, aber auch ein Stück weit Unfähigkeit im Sinne: Wo nix is, kann auch nix geliefert werden.”
    Das hätten die beiden eutschen Kriegministerinnen ja einfach zugeben können. Da steht ja Deutschland nicht allein, überall in der NATO (bis auf die USA) sind doch die schwer bewaffneten Einheiten nach und nach abgebaut worden. Kanada kann sicherlich auch nicht mehr liefern als Deutschland.
    So, wie es jetzt mit dem Gepard zu laufen scheint, ist das ja eher eine Lachnummer oder gedacht als böser Spaß auf Kosten der Ukraine (der natürlich medial sofort nach hinten losging, jetzt wo Räder rollen “müssen” für den Sieg).
    Zur Korruption in Rußland:

    Als neulich ein Treibstoffdepot in Rußland in Brand geraten ist, kam sofort die Vermutung auf, daß da vielleicht Brand gelegt wurde, damit nicht rauskommt, daß der teure Treibstoff schon lange unter der Hand verscherbelt wurde.

  43. @Neoprene

    sind doch die schwer bewaffneten Einheiten nach und nach abgebaut worden

    Warum eigentlich?

  44. Die europäischen NATO-Staaten hatten offensichtlich die Einschätzung, daß es in den nächsten Jahren, eigentlich Jahrzehnten keinen Krieg mehr gegen Rußland geben könne, weil dieser Staat erfolgreich ruiniert zu sein schien. Da dachten sich wohl alle Kriegsminister, alle Regierungen insgesamt, daß man sich die Waffensysteme, die man dafür gebraucht hätte, sparen kann. Ist ja wirklich teures Zeugs. Und so toll ist es wirtschaftlich diesen NATO-Staaten in den sagen wir mal letzten 20 Jahren auch nicht gegangen, daß sie sich solch einen Luxus weiter hätten leisten können.

  45. Also handelt es sich bei den Panzerlieferungen an die Ukraine tatsächlich um eine als Waffenhilfe ettikettierte Entrümplungsaktion?

    Werden die Panzer, die der Ukraine hinübergeschoben werden, gar nicht durch neue ersetzt?

    Ich erinnere mich, als Trump 2017 eine Superbombe auf Afghanistan werfen ließ, war der damals bereits Ex-Präsident Karzai ziemlich verärgert und meinte, Afghanistan sei kein Waffentestgelände.

    Die Ukraine hingegen ist als Entsorgungs-Stelle für Panzer offenbar hocherfreut.

  46. Weder setzt Rußland in der Ukraine seine "guten" Flugzeuge ein, nicht mal besonders viele seiner "guten" Präzisionsbomben, noch wirft die NATO ihre besten Kampfpanzer und Artilleriegeschütze in großer Zahl an die Front, die USA z.B. so gut wie überhaupt keine bisher (mit der lahmen Ausrede, daß man auf die Schnelle die ukrainischen Soldaten daran gar nicht ausbilden könne, als wenn es jetzt darauf noch ankäme!), Frankreich?, GB eine Handvoll, Deutschland auch nur lange ausgemusterte Sachen (für die die BRD selber noch nicht mal Munition hat!). Was ist eigentlich mit Italien und Spanien? Andererseits haben Waffen eine sehr lange Lebensdauer, wenn man sie nicht in einem Krieg verheizt. 
    Und sicherlich werden einige NATO-Staaten die Abgabe von einigem älteren Zeugs als Argument dafür verwenden, jetzt doch fette neue Sachen hinzustellen (und in den USA einzukaufen, so viele Lieferanten für schweres Gerät gibt es ja wahrlich nicht auf der Welt)

  47. Aber was ist der Grund, Panzer so wenig zu produzieren und anzuschaffen?

    Rechnet man nur mehr mit Luftkriegen, hat die Infanterie ausgedient? oder sind diese schwerfälligen Geräte nur mehr begrenzt brauchbar?

    Ich erinnere mich, der IS und die afghanischen Truppen waren eher mit Humvees unterwegs. Als Gefährt ist der wendiger, und für das Abschießen von Flugzeugen usw. nimmt man offenbar eher eigene bewegliche Geschütze.

  48. Panzereinheiten sind sauteuer. Das hat sich im Laufe der Jahrzehnte nicht geändert. sie sind eher teurer geworden, wenn sie (noch) gut sein sollen. Dann schien es nach dem Untergang des Warschauer Paktes auch keine Gefahr mehr zu geben, daß es z.B. am "Fulda Gap" (das war so ein stehender Begriff der Kriegsplaner und Kriegsspieler im Kalten Krieg und bezog sich auf ein wahrscheinliches Schlachtfeld für eine Panzerschlacht des dritten Weltkriegs) nochmal heftig knallen würde. Und dann ist der Stern der schwer gepanzerten Fahrzeuge und Waffensysteme in den letzten Jahrzehnten auch etwa gesunken, weil die Abwehrwaffen enorm zugelegt haben. Intelligente Systeme, die automatisch ihr Ziel ansteuern können, um dann genau kalkuliert über oder im Ziel zu explodieren, die zum Teil sogar von Infanteristen bedient werden können, machen es diesen "schwerfälligen" Geräten immer schwerer. Kein Wunder, daß bei modernen Artillerieselbstfahrlafetten wie der deutschen Panzerhaubitze 2000 oder der französischen leichten CAESAR auf maximale Beweglichkeit gesetzt wird. Schnell zum Schuß kommen und sofort wieder weg können um dem Gegenfeuer auszuweichen.

  49. Was heißt schon veraltet vs. supermodern? Rußland hat z.B. einen modernen Panzer in der Mache, den T-14 Armata. Nur hat die Panzertruppe davon noch keine bekommen, jedenfalls nicht in irgendeiner nennenswerten Anzahl. Rußland hat auch eine modernen Kampfjet, die Sukhoi Su-35, erst 2014 in Dienst gestellt. Nachdem vor einem Monat eine über der Ostukraine runtergekommen ist, vielleicht auch abgeschossen wurde, sind die restlichen Maschinen wohl nicht mehr zum Einsatz gekommen.
    Als Deutschland die Sowjetunion angegriffen hat, hatte die Wehrmacht auch nur veraltete Panzer, die mit dem recht neuen T-34 nicht standhalten konnten. Kriege werden eben geführt, wenn es politisch ansteht, nicht, wenn die Waffenarsenale optimal gefüllt worden sind.

  50. Was ich meinte, ist, daß Krieg mit Panzern überhaupt eher unüblich geworden ist, so wie ich deine vorigen Beiträge verstanden habe.

  51. Jana Frielinghaus:   Verfassungsrang für Aufrüstung

    Wenn etwas eine Zeitenwende für Deutschland ist, dann dies: Aufrüstung bekommt Verfassungsrang. 100 Milliarden Euro sollen unantastbar im Grundgesetz festgeschrieben werden. So etwas hat es seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gegeben. Auch die Zustimmung für das Vorhaben in der Bevölkerung wächst unter dem Eindruck der Kriegsberichte und des Leids der Zivilbevölkerung in der Ukraine. Da sind viele bereit, nicht mehr so genau nachzufragen, was mit all dem Geld bezweckt wird. Dabei hat die Union ihre Zustimmung zum Sondervermögen an die Zusage der Ampel geknüpft, dass nichts von dem, was an finanzieller und materieller Hilfe für das ukrainische Militär beschlossen wurde und wird, in diesen Sonderposten eingerechnet wird. Er hat schlicht nichts mit dem furchtbaren Krieg in der Ukraine zu tun, sondern das Geld wurde und ist für lange geplante Rüstungsprojekte gedacht.  

    Um die angeblich so ausgeblutete Truppe einsatzfähig zu halten beziehungsweise erst zu machen, ist diese gigantische Summe nicht erforderlich. Selbst wenn von der Verteidigungsministerin über den Finanzressortchef bis zu den Regierungsmitgliedern der Grünen alle dergleichen behaupten – es ist eine dreiste Lüge. Fehlende warme Unterwäsche und nicht startbereite Kampfjets sind schlicht Folge von Missmanagement. Denn allein in den letzten zehn Jahren wuchs der Militäretat um fast ein Viertel auf mehr als 50 Milliarden Euro  (…)

    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1163359.milliarden-fuer-die-bundeswehr-verfassungsrang-fuer-aufruestung.html

    WAZ, 28.04.2022, 9.30 Uhr
    Briten wollen Russland vollständig aus der Ukraine zurückdrängen
    „Die britische Außenministerin Liz Truss hat das Ziel formuliert, russische Truppen vollständig aus der Ukraine vertreiben zu wollen. „Wir werden schneller handeln und weiter gehen, um Russland aus der gesamten Ukraine zu verdrängen“, sagte Truss am Mittwochabend in London in einer Rede zur Sicherheitspolitik. Damit wären Kommentatoren zufolge nicht nur die seit Ende Februar angegriffenen Regionen gemeint, sondern auch die bereits 2014 von Moskau annektierte Halbinsel Krim und Teile der schon lange umkämpften Donbass-Region.

    Truss rief Londons westliche Verbündete dazu auf, ihre Anstrengungen zu verstärken und sprach sich deutlich für die weitere Lieferung schwerer Waffen – darunter auch Flugzeuge – aus. Ein Sieg der Ukraine in diesem Krieg sei nun ein „strategischer Imperativ“ für den Westen. „Wir haben Russland gezeigt, was wir bereit sind zu tun, wenn internationale Regeln missachtet werden“, sagte die konservative Politikerin. Man müsse sich nun – etwa mit Blick auf China – auch bereits vor weiteren Aggressionen in der Zukunft schützen.“

    ——

    Reinhard Lauterbach: Kriegsziele allseit – Immer unversöhnlicher

    Im Ukraine-Konflikt haben Großbritannien und Russland neue Ziele formuliert. Sie sind so angelegt, dass ein eventueller Kompromiss ohne eine militärische Entscheidung immer unwahrscheinlicher wird. Die britische Außenministerin Elizabeth Truss sagte am Mittwoch abend in London, Großbritannien strebe an, Russland vollständig aus der Ukraine zu vertreiben. Dies bedeute auch, die »Volksrepubliken« des Donbass sowie die Krim wieder unter ukrainische Kontrolle zu bringen. Aus ihrer Sicht ist »ein ukrainischer Sieg der strategische Imperativ« des Westens. Ministerpräsident Boris Johnson und Verteidigungsminister Ben Wallace hießen ukrainische Angriffe auf Ziele innerhalb Russlands ausdrücklich gut. Auch US-Außenminister Antony Blinken soll nach Angaben aus Kiew grünes Licht für solche Aktionen gegeben haben. Attacken gegen Tank- und Munitionslager in grenznahen Regionen Russlands hatten sich in den letzten Tagen gemehrt.

    Auf der anderen Seite erhöhte auch Moskau den Einsatz. Präsident Wladimir Putin sagte vor Staatsbeamten in St. Petersburg ebenfalls am Mittwoch abend, wenn der Westen glaube, vermittelt über die Ukraine strategische Bedrohungen für Russland aufbauen zu können, werde er es mit »blitzschnellen und vernichtenden« russischen Reaktionen zu tun bekommen.

    https://www.jungewelt.de/artikel/425491.ukraine-krieg-ziele-immer-unversöhnlicher.html

    ——-

    TomGard: Nukleare Vernichtung Polens und Deutschlands seit heute beschlossene Sache

    https://tgsrevue.home.blog/2022/04/26/nukleare-vernichtung-polens-und-deutschlands-seit-heute-beschlossene-sache/

  52. Briten ziehen Zorn Moskaus auf sich

    Auf russischem Gebiet brennen Öllager. London bewertet solche Angriffe als legitime Selbstverteidigung der Ukraine. Moskau reagiert erbost und droht mit dem Einsatz von Langstreckenraketen. Ziel seien dann "Entscheidungszentren in Kiew", ohne Rücksicht auf westliche Besucher dort.

    Die Regierung in Moskau warnt Großbritannien davor, die Ukraine zu Angriffen auf russischem Territorium zu ermutigen. Das russische Verteidigungsministerium bezog sich auf Äußerungen des Staatssekretärs im britischen Verteidigungsministerium, James Heappey, in der BBC, in denen Heappey Angriffe der Ukraine auf Nachschublinien innerhalb Russlands als legitim bezeichnet hatte. Wenn Großbritannien die Führung in Kiew zu solchen Maßnahmen direkt ermutige und die Maßnahmen umgesetzt würden, werde dies umgehend zu "einer verhältnismäßigen Antwort" führen, erklärte das Verteidigungsministerium.

    "Die russische Armee ist rund um die Uhr in Bereitschaft, um mit hochpräzisen Langstreckenwaffen Vergeltungsschläge auf Entscheidungszentren in Kiew zu starten." Bei solchen Maßnahmen wäre es für Russland nicht unbedingt ein Problem, wenn Vertreter bestimmter westlicher Länder in diesen Entscheidungszentren anwesend wären, erklärte das Ministerium.

    Britische Waffen bei Angriff auf Öldepot im Spiel?

    Zuvor hatte es Berichte über einen Großbrand in einem russischen Öldepot nahe der Grenze zur Ukraine gegeben. Ob das Feuer auf einen Angriff ukrainischer Streitkräfte zurückging, war zunächst unklar. Doch der Vorfall löste Spekulationen darüber aus, ob von NATO-Staaten an die Ukraine gelieferte Waffen auf russischem Gebiet zum Einsatz gekommen sein könnten.

    Großbritannien befürworte "selbstverständlich" ukrainische Angriffe auf Öldepots innerhalb Russlands, sagte Heappey. Es sei "vollkommen legitim für die Ukraine", Ziele in Russland anzugreifen, um die Logistik der russischen Armee zu stören und weiteres Blutvergießen auf seinem eigenen Territorium zu verhindern. Wenn dabei aus Großbritannien gelieferte Waffen zum Einsatz kämen, sei das "nicht unbedingt ein Problem". Es gebe schließlich viele Länder, die importierte Waffen einsetzten. Verantwortlich gemacht werde dafür aber nicht das Land, in dem sie produziert, sondern das, von dem sie abgefeuert worden seien, so Heappey weiter.

    Warnungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, westliche Länder würden durch Waffenlieferungen an die Ukraine Öl ins Feuer gießen, wies Heappey im Gespräch mit dem Sender Radio BBC 4 zurück. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Ukraine dank der Waffenlieferungen die russische Invasion erfolgreich abwehren könne. Die Gefahr einer atomaren Auseinandersetzung zwischen Russland und der NATO sei "verschwindend gering", so Heappey weiter.

    https://www.n-tv.de/politik/Briten-ziehen-Zorn-Moskaus-auf-sich-article23291289.html#Echobox=1651005938

    Das UK hat offenbar nicht nur die Vernichtung Rußlands, sondern auch die der EU im Visier.

  53. Wenn ein Staat ein Gebiet eines anderen Staates effektiv erobern und nicht nur zerstören will, dann kann er nicht nur mit Artillerie, Bomben, Cruise Missiles alles kaputt schießen, dann muß er auch mit Bodentruppen nachsetzen. Und da reine Infanterieverbände recht angreifbar sind, selbst wenn sie motorisiert vorrücken, selbst wenn das halbwegs gepanzerte Fahrzeuge sind, "muß" das noch was her: Das ist die Rolle von Panzern, die gegnerische verbliebene Widerstandsnester ausschalten sollen. Natürlich hat z.B. die US-Armee in den Irakkriegen auch Panzereinheiten eingesetzt.
    "Tatsächliche großangelegte Manöverbewegungen von mechanisierten Verbänden innerhalb eines Konfliktes konnte man erst wieder in der „Operation Dessert Storm“ 1991 und der „Operation Iraqi Freedom“ im Jahr 2003 sehen. Der rasche Fall der irakischen Armee unter dem Regime von Saddam Hussein 2003 wurde nicht zuletzt durch die rasche Zangenbewegung der 1st Marine Expeditionary Force und der 3rd Infantry Division auf Bagdad möglich.
    Alleine die 3rd Infantry Division, im Kern trotz ihres Namens ein mechanisierter Verband, legte bei ihrem Vormarsch im Irak innerhalb von vier Tagen über 300 Kilometer zurück und wurde schließlich durch ihre wiederholten „Thunder Runs“ ins Zentrum von Bagdad berühmt. Zuvor hatten zuletzt im Jahr 1999 mechanisierte Verbände auch maßgeblich den Einmarsch im Kosovo unterstützt. Zu größeren Gefechten war es dabei jedoch kaum gekommen, wie auch 1991 und 2003, wo die Panzer der alliierten Streitkräftekoalition meist nur mehr jene gegnerischen Panzer niederkämpfen mussten, die die zuvor durchgeführten alliierten Luftschläge überstanden hatten.
    … 

    Am Beginn der 2000er-Jahre mehrten sich die Stimmen in verschiedenen militärtheoretischen Schriften, die den Panzer in eine reine Unterstützungsrolle drängten und die Unwahrscheinlichkeit größerer Panzergefechte propagierten. Der Konflikt in der Ukraine ab dem Sommer 2014 und die heftigen Kämpfe im syrischen Bürgerkrieg zeigen jedoch das Gegenteil. Die ukrainische Armee musste (vorrangig ausgestattet mit T-62-Panzern) im Kampf in der Ostukraine herbe Verluste gegen modernere Panzertypen wie T-72B3 und T-72BM russischer Provenienz hinnehmen.
    Die Kesselschlachten von Ilowajsk im August/September 2014 und Debaltsewo im Jänner/Februar 2015 waren nicht zuletzt ein Ergebnis erfolgreicher Manöverkriegsführung und enger Abstimmung zwischen Kampf- und Kampfunterstützungsverbänden. Betrachtet man die Bewegungen der eingesetzten Kräfte auf der Karte, kommt man nicht umhin, an die sowjetischen Operationen der Jahre 1944/45 zu denken. In Ilowajsk und Debaltsewo gelang es in klassischen Zangenoperationen eine hohe Zahl ukrainischer Verbände einzuschließen und zum Großteil zu vernichten."
    Krieg der Panzer | Truppendienst

  54. Verstehe.
    Bei Einmarsch braucht es die Panzer doch noch.

    In Afghanistan hatten die Sowjets welche, aber die USA? Kamen die mit weniger Gerät aus, weil die Taliban gar nichts hatten?

  55. Florian Rötzer: Beim Ukraine-Krieg geht es nicht um die Ukraine.
    Washington will Russland durch einen Sieg der Ukraine schwächen, um die US-amerikanische "regelbasierte internationale Ordnung” durchzusetzen.

  56. US-Amerikanische Kriegsziele
  57. Auf zur neuen Weltordnung
  58. https://www.heise.de/tp/features/Beim-Ukraine-Krieg-geht-es-nicht-um-die-Ukraine-7069677.html?seite=all

    Christian Kliver:  "Angriffe auf Lager und Stützpunkte der russischen Mörder"

    Die Ukraine hat ihren Willen zu Gegenattacken auf russisches Territorium bestätigt. Damit ist die nächste Eskalationsstufe erreicht. 

    Gut zwei Monate nach dem Angriff der russischen Armee auf die Ukraine gehen deren Streitkräfte verstärkt zum Gegenangriff über. Zugleich drohen russische Interventionen im prorussischen Gebiet Transnistrien in der Republik Moldau.

    https://www.heise.de/tp/features/Angriffe-auf-Lager-und-Stuetzpunkte-der-russischen-Moerder-7070122.html

  59. "Gut zwei Monate nach dem Angriff der russischen Armee auf die Ukraine gehen deren Streitkräfte verstärkt zum Gegenangriff über."

    Wirklich? Und Rußland ist nicht mehr in der Lage, seinerseits die Eskalationsschraube weiter zu drehen?

  60. Wie kommst du auf diese Frage?

    Ist in den Texten von Russlands militärischen Kapazitäten die Rede? Wo? (Hab ich anscheinend überlesen.)

  61. Weil der Artikel so tut, als ob jetzt sozusagen die Kriegswende für die Ukraine angebrochen ist, weil sie anfangen oder wenigstens daran denken Ziele in Rußland anzugreifen.

  62. Rußland hat angekündigt, dann Kiew zu bombardieren. Man wird sehen.

    Was den Rötzer-Ausspruch betrifft, muß ich widersprechen. Man kann doch nicht sagen, um die Gegend, die jetzt mit Krieg überzogen wird, geht es nicht.
    Die Ukraine wird zum Schlachtfeld, das ist von ihrer Führung auch gewollte, und genau so kommt sie in den Berechnungen der kriegsführenden Parteien vor, sowohl Rußlands als der NATO.

  63. Ein "nur" fehlt wohl. Auch hier wäre ein “nur” nützlich:

    “Jetzt gehe es Washington nicht mehr [… eingefügt: ‘nur’ …] um einen Kampf über die Kontrolle über die Ukraine, sondern um einen Kampf, der die USA direkter gegen Russland stellt. Zuvor hatte Präsident Biden immer wieder betont oder vorgegeben, dass keine US-Truppen in den Konflikt einsteigen oder dass keine Flugverbotszone eingerichtet wird, aber das Engagement wurde dann sukzessive offensiver. Angeblich sollte seine Bemerkung, dass Russland geschwächt werden soll, die Ukraine stärken, aber wie schon 2001 die USA den langen globalen Krieg gegen den Terror ausriefen, sollen nun die Alliierten auf einen langen und neuen Kalten Krieg eingestimmt werden, der jederzeit in einen heißen umschlagen kann.” (Rötzer) https://krass-und-konkret.de/politik-wirtschaft/beim-ukraine-krieg-geht-es-nicht-um-die-ukraine/

    Zu den Gepard-Lieferungen:

    https://www.n-tv.de/politik/Ohne-Munition-muesste-Ukraine-auf-Gepard-Panzer-verzichten-article23292204.html

    https://www.heise.de/tp/features/Direktlieferung-deutscher-Panzer-an-die-Ukraine-Schweizer-Veto-in-Sachen-Munition-7067136.html

    Dass all dieses die diversen Staaten “des Westens” obendrein bzw. darin ja auch noch sehr unterschiedlich betrifft, bzw. mitgetragen wird (?), – – das wären meine weiteren Fragestellungen.

    —–

    Vor allem die Position der dt. Regierungsgrünen anlässlich angedrohter Eskalationen des Kriegsgeschehens wird hier kritisch thematisiert:

    https://www.tages-politik.de/Aussenpolitik/Ukraine-Waffenlieferungen-2022.html

    “Die offizielle lügnerische Lesart, dass man entgegen faktischer Kriegsbeteiligung erstens über die Russland ruinierenden Sanktionen und zweitens über den militärischen Beistand per Waffenexport nicht Kriegspartei sei und nicht werden wolle, ist seinem reellen Gehalt nach das kriegerische Ideal, den Krieg begrenzend auf ukrainisches Gebiet so verlustreich für Moskau zu machen, dass dies einer nachhaltigen Dezimierung russischer Militärmacht gleichkommt – sich also die regelrechte Verwicklung von Nato-Militär darüber erspare.”

  64. „Die Vereinigten Staaten erhöhen ihren Einsatz bezüglich der Ukraine. Präsident Joe Biden hat den Kongress an diesem Donnerstag um weitere 33 Milliarden Dollar (rund 31 Milliarden Euro) an wirtschaftlicher, militärischer und humanitärer Hilfe gebeten, um das Land gegen die russische Aggression zu verteidigen. »Wir greifen Russland nicht an, sondern helfen der Ukraine, sich gegen eine brutale Invasion zu verteidigen«, sagte Biden bei einem Auftritt im Weißen Haus als Antwort auf die Vorwürfe des Kreml am Donnerstag, Washington beginne einen Konfrontationskrieg durch verschiedene Agenten. »Solange die Angriffe andauern, werden wir weiter helfen«, fügte er hinzu.

    Dieses Geld kommt zu dem Paket von 13.600 Millionen Dollar (12.900 Millionen Euro) hinzu, das der Gesetzgeber letzten Monat genehmigt hat, und zeigt, dass Washington sich auf einen langen Krieg vorbereitet, Berechnungen, die ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses auf »mindestens fünf weitere Monate« geschätzt hat. Die hohe Summe bedeutet eine deutliche Erhöhung der von Washington für die Verteidigung der Ukraine bereitgestellten Gelder und kommt am Ende einer Woche, in der die USA zu erkennen gegeben hat, dass ihre Absichten in der Region weiterführen: Das Pentagon verbirgt nicht mehr, dass er die Gelegenheit sieht, Russlands militärische Fähigkeiten dabei zu schwächen, wie US-Verteidigungsminister Lloyd Austin diese Woche bei seinem Besuch in Europa sagte.“

    Auf Kosten der Ukraine, wie hier unbedingt zu bemerken ist. Die „Hilfe“ heißt natürlich fortgesetzte Zerstörung von Land und Leuten.

    „»Die Kosten dieses Kampfes sind nicht gering, aber der Aggression nachzugeben wird teurer, wenn wir zulassen, dass dies geschieht, ohne etwas zu tun«, sagte Biden. »Entweder wir unterstützen das ukrainische Volk bei der Verteidigung seines Landes, oder wir stehen abseits, während die Russen ihre Gräueltaten und ihre Aggression fortsetzen.« In dem Schreiben, das der Präsident an das Kapitol richtet und das Ersuchen begleitet, ist zu lesen: »Die Vereinigten Staaten müssen sich diesem Moment stellen und tun, was sie tun müssen.«“

    (El País, 29.4.)

    Die Bestimmung der Ukraine zum Schlachtfeld von US-Interessen wird also als eine Art Sachzwang dargestellt, dem sich die USA nicht entziehen können.

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