Pinnwand zu heißen Themen

IMPERIALISMUS, NATIONALISMUS UND PROPAGANDA RUND UM DEN UKRAINE-KRIEG

Es ist wieder einmal nötig, zu diesen Themen eine Pinnwand zu erstellen, da es offenbar viel Interesse daran gibt und auch genug Material.

Ich werde mich hier wenig einbringen, aber ich bin überzeugt, andere werden das schon übernehmen.

Vor allem, da der Blog von Neo jetzt verschwunden ist, bleibt sein Fanclub offenbar mir. 🙂

67 Gedanken zu “Pinnwand zu heißen Themen

  1. Die Kritik an Lesers verlinktem Artikel vom Gegenstandpunkt gibt es diesmal auf meinem Forum.

    Was ist denn dann stattdessen "eine besondere Anstrengung"?   Wenn schon die Ausrufung eines Kriegszustandes anscheinend dazu nicht zählt?

    Ach weißt du Leser, wenn dir zu meiner Kritik nur eine billige Blamage einfällt, dann ist dir an Diskussion nicht gelegen. Dann könnte ich darauf hinweisen, dass sich das von dir gepostete Zitat konkret auf eine Stelle im Artikel bezieht.

    GSP: "Und natürlich führt der Besuch des russischen Brudervolks mit Panzern und Raketen, angeblich zum Schutz der russischstämmigen Bevölkerung, auch bei den Teilen des Volks, die vorher wenig Sympathien für die Kiewer Regierung gehegt hatten – vor dem Krieg war Selenskyjs Beliebtheitskurve steil nach unten gegangen –, zu einer neuen Welle von Patriotismus und dem Standpunkt der Heimatverteidigung."

    Krim: Aha, schau an, die Herrschaft muss sich also gar nicht besonders anstrengen, um ihr Volk auf seine Seite zu kriegen.

    Aber was würde das bringen? Um die Ausrufung des Kriegszustands ging es hier gar nicht. Wenn du das ernsthaft diskutieren wollen würdest, und nicht nur auf Akklamation des GSP-Artikels aus wärst, dann hättest du schließlich den Zusammenhang nicht dazuerfunden, damit mein Kommentar besonders absurd aussieht. Ist doch seltsam, dass die Beliebtheitspunkte des Präsidenten durch die Decke gehen, während das Volk angeblich in den Krieg gepeitscht wird, obwohl es das gar nicht will. Die GSP-These um die es hier geht, willst du nicht zur Kenntnis nehmen.

  2. Stimmt schon.  Mit derlei "Kritiken" von dir wie der folgenden mag ich mich nicht weiter beschäftigen:

    "Denn ebenso sind große Teile des Volks in der Hauptsache bloß damit befasst, zu flüchten, um ihre Haut zu retten oder sich der staatlichen Beschlagnahme der gesamten männlichen Bevölkerung zwischen 18 und 60 Jahren als Kriegsmaterial zu entziehen." (aus dem GSP-Artikel)
    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/mythos-ukrainischen-volks

    "Was natürlich ganz eindeutig und unzweifelhaft für ihre antinationale Gesinnung spricht. Kommunisten? – Bah! Flüchtlinge sind die wahren Kritiker der Nation."  (Krim)

    Dass du vor lauter Begeisterung für Kommunisten eine kommunistische Gesinnung erst der ukrainischen Bevölkerung unterstellen musst, damit du sie anschließend daran blamieren kannst – um anschließend eine ähnliche Konstruktion über Flüchtlinge hinzuschmieren – mir ist  die Befassung mit solcherlei verstiegenen Konstruktionen nicht lohnend genug. 

    Damit Nestor Ruhe gibt, wiederhole ich meinen  Post aus dem anderen Thread:

    Ein ganzer Krieg tobt los.   Die Führung verhängt den Kriegszustand, inclusive Ausreiseverbot   für Männer, damit die als potentielles Soldaten-Material sich nicht verpissen  dürfen, wie das etliche Sportler,  Reiche,  Künstler u.a. aber ja trotzdem hingekriegt haben.

    "Aha, schau an, die Herrschaft muss sich also gar nicht besonders anstrengen, um ihr Volk auf seine Seite zu kriegen."   (Krim)

    Was ist denn dann stattdessen "eine besondere Anstrengung"?   Wenn schon die Ausrufung eines Kriegszustandes anscheinend dazu nicht zählt?

  3. Na und ich bin oben schon ausführlich auf deine "Erwiderung" eingegangen. Aber statt dich inhaltlich auf meine Entgegnung zu beziehen, kopierst du dreisterweise deine Blamageversuch einfach in den neuen Thread. Dich beschämt nicht im mindesten, dass du für mein Zitat einen komplett neuen Zusammenhang erfunden hast, der meine Aussage besonders absurd erscheinen lassen soll. Soviel zu deiner intellektuellen Redlichkeit. 

    Dass du vor lauter Begeisterung für Kommunisten eine kommunistische Gesinnung erst der ukrainischen Bevölkerung unterstellen musst, damit du sie anschließend daran blamieren kannst – um anschließend eine ähnliche Konstruktion über Flüchtlinge hinzuschmieren – mir ist  die Befassung mit solcherlei verstiegenen Konstruktionen nicht lohnend genug. 

    Bevor man die "Konstruktionen" als "nicht lohnend" genug abkanzelt, sollte man sie erst einmal verstehen und das hat zur Voraussetzung, dass man sie verstehen will. Du willst aber gar nicht und deshalb geht das bei dir zum einen Ohr rein und zum anderen wieder hinaus. Das liegt aber selbstnatürlicherweise nicht an Leser, sondern an meinen verstiegenen Konstruktionen.

    Im vorigen Satz geht es im GSP-Artikel, um den hierzulande verbreiteten romantischen Heldenmythos des ukraninischen Volkes, worauf im nächsten Satz als Gegenargument gesagt wird. Von wegen heldenhaft "große Teile des Volks [sind] in der Hauptsache bloß damit befasst, zu flüchten, um ihre Haut zu retten oder sich der staatlichen Beschlagnahme der gesamten männlichen Bevölkerung zwischen 18 und 60 Jahren als Kriegsmaterial zu entziehen." 

    Ich kann meinen Einwand auch anders formulieren. Sollen jetzt die Flüchtlinge, die bloß ihre Haut zu retten versuchen belegen, dass sie k e i n e Nationalisten sind. Dass sie als von der Staatsmacht gewaltsam zu einem tauglichen Volk gemacht werden müssen. Blödsinn. Darauf zielt meine Bemerkung mit den Kommunisten. Will der GSP wirklich sagen. Was sind schon Kommunisten gegen Flüchtlinge. Flüchtlinge sind die wahren Nationalkritiker. Ich dachte das leuchtet unmittelbar ein, aber da hab ich mich getäuscht.

  4. Ich habe von Manfred Henle eine Mail mit einem Antworttext bekommen, der sich auf Kommentare auf meinem ehemaligen Blog bezieht, die sich wiederum auf einen Text von ihm bei Telepolis zur Ukraine bezogen. Russlands Krieg und wir: Höhere Zwecke und falsches Bewusstsein | Telepolis (heise.de)
    Um das nicht gänzlich untergehen zu lassen poste ich das jetzt hier, auch wenn es nun wirklich aus seinem Zusammenhang gerissen ist:

    "Einige Anmerkungen zu eurer Diskussion

    1. Kant und Zitierweise
    Der Ukrainetext greift (ausgiebig) auf Kant zurück, weil Kant vom bürgerlichen, vom staatstreuen Standpunkt aus sich frägt was zu tun sei, damit der Verstandesgebrauch des (Staats-) Bürgers sich in manierlichen, "erlaubten", statt "gesetzlosen" (Quelle im Ukrainetext: Kant, "Was heißt: sich im Denken orientieren?", 1786) Bahnen bewegt. Kant stellt dabei erhellende und durchaus heute noch gültige Erwägungen an um zu begründen, dass der Verstandesgebrauch des Staatsbürgers keinesfalls sich selbst überlassen sein dürfe, damit "die Öffentlichkeit das größte Bildungsmittel für die Staatsinteressen" (Quelle in Ukrainetext: Hegel, Grundlinien der Philosphie des Rechts, 1821) bleibe. Nicht von ungefähr kommt Kant zum Schluß, der auch sein Ausgangspunkt ist, dass der Verstandesgebrauch des Staatsbürgers unbedingt "eines Wegweisers oder Kompaß", einer "Orientierung" bedarf, damit er nicht auf gesetzlos-objektive Fragestellungen oder Einsichten in Anbetracht der Welt, wie sie nun einmal ist und die er vorfindet. kommt. Und nicht von ungefähr sehen das die politischen Regisseure und offiziellen Priester des "unser Wir" z.b. in Gestalt der A.Baerbock genauso wie Kant: der Verstandesgebrauch bedarf eines "klaren Wertekompaß" (A.Baerbock) – dies umso mehr in Kriegszeiten wie aktuell im Krieg gegen Russland ("Putin") in/mittels der Ukraine. Es hat schon seinen Grund, dass dass Kant und Baerbock gleicher Meinung sind, Das ist das Eine.

    Das Andere: Ersichtlich hat der Ukrainetext kein Problem damit, "Ein-Wort-Zitate" zu verwenden. die Kritik am Ukrainetext schon, da sie sich offensichtlich nicht einmal die Mühe macht, die angegebene Kant-Quelle samt Titel einfach nur zur Kenntis zu nehmen. So kann sie partout keinen Kant-"Ursprungstext" (Kritik am Ukrainetext) ausfindig machen und stellt deshalb die interessante Frage: "wie jetzt, das Wort Orientierung hat Kant erfunden?" Die gedankliche Mühelosigkeit, mit der die Kritik des Ukrainetextes beim Lesen voranschreitet, kann demgemäß in den "Ein-Wort-Zitaten" ziemlich begriffslos auch keinen noch so offen darliegenden Gedanken erkennen.

    Das betrifft auch die Frage des "Höchsten Gut" (Kant): Dass das Wort oder die Rede vom "höchsten Gut" (oder "das Gute") nichts als eine "pure Abstraktion", einen "reinen Wert" (siehe Ukrainetext) benennt, dazu bedarf es keiner größeren Überlegung. Das Wort schon sagt (fast) alles über diese moralische Abstraktion. Weshalb Kant unter der moralischen Abstraktion des "höchsten Gut" das, worauf es ihm ankommt, "der gute Wille, Gott, die Unsterblichkeit der Seele und die Freiheit (!!)" fasst. Und dass für Kant darüber hinaus "das nationale Wir" in seinem Denkgebäude ganz oben steht veranlasst ihn – sowie Baerbock und Co. – zur Überlegung, wie diese polit-moralische Abstraktion als "Wegweiser oder Kompaß", als "Orientierung", als subjektive "Maxime des Denkens" (Ukrainetext) und Richtschnur für den Gebrauch des Verstandes in den Staatsbürger als schliesslich "innere Haltung" (Ukrianetext) oder guter Wille zu versenken sei. Für z.b. die russische Führung als Vorsteher eines russischen Staatsgebäudes gilt das mutas mutandis. Es lohnt sich also durchaus, zuweilen auf die alten, bürgerlichen Klassiker zurückzugreifen.

    2. Geisteszustand der Gesellschaft – öffentlicheMeinung
    Dass "die Öffentlichkeit das größte Bildungsmittel für die Staatsinteressen" (Hegel) ist und zwischen Staatsmeinung, Öffentlichkeit (öffentlicher Meinung) und privater Meinung fundamentaler Gleichklang herrscht; dass die in den Nato-Ländern eingemeindeten Völkerschaften sich im Krieg gegen Russland ("Putin") mit ihren jeweiligen politischen Regisseure und offiziellen Priestern samt Massenmedien nicht nur dahingehend einig wissen und einig fühlen, dass sie angesichts der ihnen aufgeherrschten Kosten und Opfer keine Massenproteste, keine Generalsteiks, 2 keinen Aufruhr, veranstalten, ist das unübersehbare Eine. Das Andere ist, dass sie ungesehen der ihnen abverlangten Opfer für den Krieg sind und deshalb die von Oben projektierten (Nato-) Kriegsmaßnahmen in überragender Mehrheit befürworten. Gemäß ihres staatsbürgerlichen Verstandesgebrauchs und entlang ihres "Wertekompaß (Kant, Baerbock) z.b. "finden 81% der Befragten einen Natobeitritt von Finnland und Schweden gut, 13% sind dagegen." (Politbarometer, 20.5.2022)

    Erfolg ihres "höchsten Gut", ihres deutschen, europäischen und transatlantischen "unser (Nato-) Wir" muss sein – sagt ihnen ihr falsches Bewusstsein in seiner Parteilichkeit fürs Ganze. Der Kritik am Ukrainetext ist auch das keines weiteren Gedanken wert weshalb sie die demgemäße Frage aufwirft, "was der Geisteszustand der Nation für ein Argument sein (soll)" und ob es "einen Unterschied zur öffentlichen Meinung oder die Meinung der Mehrheit der Völkerschaften […]" gibt. Jedenfalls: damit der Gleichklang einer bleibt, deshalb wird der staatsbürgerliche Verstandesgebrauch, das falsche Bewusstsein rund um die Uhr bedient, vor, nach und insbesondere im (Ukraine-) Krieg.

    3. Irrtum, Verkennen und das falsche Bewusstsein
    Der "(nationalen) Nato-Wahrheit" (Ukrainetext) Glauben zu schenken, demnach Russland ("Putin") einen neo-zaristischen Imperialismus wolle und deshalb die Nato bzw "unser Wir" bedrohe und es nicht der Nato-Westen ist, der Kern-Russland einkreise, ist ein Irrtum, ein Verkennen, eine Täuschung, die sich des spezifischen, des staatsbürgerlichen Gebrauchs des Verstandes und des Denkens verdankt und sachlich betrachtet falsch ist. Darin unterscheidet sich das irrtümliche, das falsche Bewusstsein in nichts von einem Fehler, Irrtum oder Verkennen, begangen etwa in der Mathe- oder Physik- oder Chemie-Klassenarbeit. Das ist zu allerst festzuhalten. Und die Aufgabe, das falsche Bewusstsein auf den Inhalt seines (Denk-) Fehlers aufmerksam zu machen, stellt sich dem, der das Ganze anders will. Daraus folgt, dem falschen Bewusstsein ist zugleich zu verdeutlichen, dass dieser Fehler – im Unterschied zum gedanklichen Fehler während einer Klassen- oder Examensarbeit – sich notwendig eines Verstandesgebrauchs verdankt, der sich qua "Orientierung, Wegweiser oder klaren Wertekompaß" (Kant, Baerbock) am "höchsten Gut" und dessen Erfolg betätigt. Weshalb sich dieser Fehler, dieser Irrtum, dieses Verkennen der Wirklichkeit gleichsam unausrottbar wiederholt und wiederholt und wiederholt. Das erklärt, warum das falsche Bewusstsein zwar in Mathe, Physik oder Chemie sich belehren lässt und die einmal begangenen Irrtümer, (Denk-) Fehler und falsche Schlüsse nicht mehr wiederholt, aber angesichts der Welt, wie sie nun einmal ist, beinahe unbelehrbar bleibt und standhaft an seinen Irrtümern und Fehlern festhält. Und zwar mittels seiner interessierten "Selbst-Täuschung" (Ukrainetext) in seinem "staatsbürgerlichen Selbst-Bewusstseins" (Ukrainetext), das sich eben seinem je schon zugerichteten Interesse verdankt. Diese Fortschritte vom Irrtum zur interessierten Selbst-Täuschung lernt das falsche Bewusstsein zu machen und macht sie, um auf seinem (rechtlich und moralisch) anerkannten, stattgegeben wie dauernd geschädigten und zurückgewiesenen "Interesse zu (Über-) Leben" mit den Mitteln, die es nun mal hat, zu bestehen. Die von der Kritik am Ukrainetext aufgemachte Alternative "ja was denn nun? Irrtum oder Selbst-Täuschung – beides geht schlecht", geht also am wirklichen Sachverhalt konsequent vorbei: Irrtum und Selbst-Täuschung vertragen sich glänzend miteinander und reichen sich laufend wechselseitig die Hände.

    Die Kritik am Ukrainetext hingegen übergeht grundsätzlich die Irrtümlichkeit und das Verkennen des falschen Bewusstseins (z.b. hinsichtlich des Verkennens in der Frage Mittel-höhere Zwecke) mit: "es ist vielleicht (sic!) a u c h ein Fehlschluss, es ist aber schon noch mehr." Und kommt deshalb bei der Betrachtung von Mittel und höheren Zwecken zu nicht geringen Fehlurteilen und Schlussfolgerungen.

    4. Über Mittel, höhere Zwecke und Interessen
    Dass sich der Staatsbürger mit seinem Ja zur Welt, wie sie nun einmal eingerichtet ist und im 3 Ergreifen derselben als einem scheinbar alternativlosen Mittel sich zum Mittel der anderen, der ihm überlegenen Seite in Gestalt von Staat, Kapital, Standort und Nation macht: Im Frieden als "Human-Kapital" und "Standort-Ressource"; im Krieg als lebendiges Tötungswerkzeug und als Zielscheibe der gegnerischen Tötungswerkzeuge herzuhalten hat, ist souveräner Zweck der, und zwar sehr gelungenen Veranstaltung der (heimischen) Staatsgewalt und ihrer ganz spezifischen souveränen, höheren Zwecke und Interessen. Den darin dokumentierten antagonistischen Interessen- und Zwecke-Gegensatz: souveräne Staats-, Standort- und Kapital-Interessen und Zwecke hier, das selbst-bewusste, je schon zugerichtete (Über-) Lebens-Interesse des Staatsbürgers dort, auf der anderen Seite, verkennt der werteorientierte Staatsbürger; und lebt in seinem falschen Bewusstsein diesen Interessen-Antagonismus als "unser Wir", seinem politisch und moralisch "höchsten Gut." Tagtäglich, stündlich, minütlich wird der Staatsbürger von oben mit falschen Argumenten bedient und traktiert, damit er diese seine Lage auf immer verkennt und die Einbildung eines gemeinschaftlichen, nicht-antagonistisch "unser Wir" voll von gemeinsamen Zwecken lebt und sich so als Mittel der anderen Seite erhält. Kein Wort, kein Satz, keine Rede, kein Text, keine Schrift, kein Kommentar ohne die tausendfache Berufung, Betonung und Erinnerung: "Wir (alle)". Im Übergehen der Irrtümlichkeit und des Verkennens des falschen Bewusstsein, wie überhaupt im Übergehen und falschen Bestimmen des Verhältnisses von Mitteln und höheren Zwecken, gelangt die Kritik am Ukrainetext ihrerseits zu folgendem Urteil: ""Blödsinn, da wird überhaupt nichts verkannt…Nein, er [der Staatsbürger] macht sich eben nicht (sic!) zum Mittel der anderen. Das ist eine Verdrehung. Er macht sich zum Mittel eines gemeinsamen Zwecks, den er schließlich auch verfolgt."

    Demnach verfolgen souveräne Staatszwecke und -Interessen und die Interessen und Zwecke der ihnen Subsumierten allen Ernstes einen "gemeinsamen Zweck", demnach verfolgen allen Ernstes Kapital und Lohnarbeiter einen "gemeinsamen Zweck", jenseits des institutionalisierten und herrschenden Interessen- und Zwecke-Antagonismus.

    Die banale Wirklichkeit betrachtet, herrschen Staat und Kapital den Zwecken und Interessen des Staatsbürgers einen "gemeinsamen Zweck" auf, was unter anderem den dem "unser Wir" innewohnenden Antagonismus des Ganzen belegt. Wie ebenso klar ist, dass dieser aufgeherrschte "gemeinsame" Zweck ganz in den Händen der anderen Seite, auf Seiten der Regisseure des "gemeinsamen" Zweckes liegt. Wie es ebenso für die Regisseure des Ganzen vonnöten ist, den Irrtum, das Verkennen im Verhältnis von Mittel und (höheren) Zwecken dahingehend aufrecht zu erhalten, dass das falsche Bewusstsein als Falsches erhalten bleibt und die Illusion gemeinsamer Zwecke als "innere Haltung" (Ukrainetext) lebt und sich darin bestätigt und betätigt.

    Es ist also keine Kleinigkeit wenn die Kritik am Ukrainetext vermeint: "Die Verkennen überhaupt nicht, die sind nur (sic!) vom nationalen Zweck durchdrungen […]." Dass das Durchdrungen-Sein vom nationalen (!) Zweck, neben dem darin ausgedrückten Interessen-Antagonismus, die irrtümliche, die verkennende Falschheit des Bewusstseins des Staatsbürgers zur Grundlage hat, der glaubt, der ihm von der anderen Seite aufgeherrschte Zweck sei identisch mit seinem Zweck, das verkennt die Kritik am Ukrainetext gemäß ihres Standpunktes grundlegend. Weshalb sie nicht sieht oder nicht sehen mag, dass der von oben laufend in seinem Verkennen bediente und genährte Staatsbürger sich in seiner Selbst-Täuschung mit ausgeprägtem "Selbst-Bewusstsein" (Ukrainetext) faktisch zum vom oben erwünschten Mittel der anderen Seite und ihrer höheren, souveränen Zwecke macht: Im Frieden, im Krieg, in der Lohnarbeit – und auch von oben laufend im Verkennen aller Wirklichkeit darin bestätigt, in seiner ihm "erlaubten "Freiheit (Ukrainetext) sei er der, um den sich alles dreht: als sei er als "Mensch" in seiner ganzen Würde der Mittelpunkt und eigentliche Auftraggeber, um dessen Willen und Wohl alles nur geschieht: Mittels und im Rahmen "unseres Wir", das Tag und Nacht vollmundig verkündet bis in jedes Schlaf- und Kinderzimmer dringt. Mit so einem "Selbst-Bewusstsein" ausgestattet, sieht der Staatsbürger "seine Unterwerfung […] so nicht mehr." (Ukrainetext) Auf diese Weise nimmt das falsche Bewusstsein die heimische Staatsgewalt als existentielle Voraussetzung seines Interesses zu (über-) leben und will 4 zurechtzukommen. Und weil es offensichtlich keine andere Alterantive für es gibt, sieht es auch keine andere Alternative. So erscheint dem falschen Bewusstsein die heimische Staatsgewalt nicht als rohe Gewalt pur, sondern als eine ihm, dem eigentlichen Auftraggeber und (Volks-) Souverän prinzipiell zugeneigte und um seinetwillen besorgte Wir-Instanz, die vernünftigerweise zuweilen der Gewalt bedarf – nicht gegen ihn, den um sein Auskommen besorgten Staatsbürger, sondern gegen Seinesgleichen, die Konkurrenten oder gegen die vermeintlichen oder offiziell ausgerufenen Feinde "unseres (gemeinsam geteilten) Wir." (Ukrainetext)

    5. Unterwerfung und Selbst-Bewusstsein Entlang ihres grundlegenden Irrtums und Standpunktes hinsichtlich des Verhältnisses von Mittel, höheren Zwecken und falschen Bewusstsein spitzt die Kritik am Ukrainetext ihren Irrtum dahingehend zu und erlässt die Behauptung, dass der Staatsbürger in seiner "Parteinahme […] seine Unterwerfung sieht", oder "er sieht die eigene Unterwerfung nicht, nimmt dann (sic!) aber auch nicht Partei." In anderen Worten und in einem Satz ausgedrückt: Keine Unterwerfung, dann keine Parteinahme, Parteinahme nur bei sichtbarer Unterwerfung. Konsenquent und geradlinig gipfelt der Irrtum und Standpunkt der Kritik des Ukrainetextes in dieser Zusammenfassung: "Die [die Staatsbürger] ordnen sich unter, weil sie den Zweck teilen. Ganz einfach, wie in anderen Lebensbereichen auch. Wenn es einen Gemeinschaftszweck gibt muss sich der Einzelne diesem Zweck unterordnen. In der freiwilligen Feuerwehr fährt einer den Löschzug, einer hat das Kommando und einer hält den Schlauch oder rettet eingeschlossene Personen. Es findet eben eine Unterwerfung unter den gemeinsamen Zweck des Feuerlöschens statt und zwar weil die Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks gar nicht anders geht." Schöner und deutlicher könnten es Baerbock, Habek, O. Scholz, Hofreiter, F.Merz, Lindner, von der Leyen, Macron, Draghi, Biden und tutti quanti auch nicht formulieren, "ganz einfach". Nur nebenbei und zum Ausklang: Was den von der Kritik am Ukrainetext angeführten "Nazi" angeht, so hat sich da das falsche Bewusstsein in restloser Verkennung des Ganzen zum selbstbewussten Standpunkt hochgearbeitet, als zukünftiger arisch veredelter Herrenmensch, sei es nicht nur (kantische) "Pflicht", sondern höchste Ehre, Stolz und Ehrauszeichung, sich fürs "unser Wir", für unser "höchstes Gut" (Kant, Baerbock, Habek, O. Scholz, Hofreiter…) zu opfern und als Entschädigung den ideellen Lohn einzustreichen, gemäß dem NS-Wahlspruch: "Unsere Ehre heisst Treue". Was ja, wie allseits bekannt, im Moment "die Ukrainer so heldenhaft vorbildlich vorleben" (Selenskyi, von der Leyen, Baerbock, Habek, O. Scholz, Hofreiter…)"

  5. Zu Kant habe ich nichts zu sagen.

    Was die Flüchtlinge betrifft, so sind sie vermutlich sowohl Nationalisten als auch Kosmopoliten. Das heißt, sie erkennen den Staat, das Gewaltmonopol vom Prinzip her an, und stören sich nur an seinen Verlaufsformen. Sie sind als Anhänger (oder Nicht-Anhänger!) der Ukraine unterwegs, aber es ist fraglich, wie sehr sie den derzeitigen Waffengang unterstützen, und auf welcher Seite.

  6. Ach was – die Frage war natürlich nicht ernst gemeint. Flüchtlinge bestehen aus der gleichen Mischung von Leuten, wie sie im Ursprungsland anzutreffen sind. Die Fliehen ja vor dem Krieg und nicht weil sie das dortige Regime satt haben oder Systemgegner sind.

    Gibt es eigentlich noch irgendwo meine Kritik am Henletext? Sonst ist das schwer nachzuvollziehen. Wäre ihm an Diskussion gelegen, hätte er direkt im Blog drauf reagiert, statt ein Email zu schreiben. Wahrscheinlich wollte er sich nicht soweit herablassen, was auch wieder ins Bild passt.

  7. Offtopic: Vielleicht kann Neoprene wie mpunkt damals die alten Blog- und Kommentarinhalte irgendwo als Archiv sichern und zugänglich machen?

  8. Zum historischen Ringen innerhalb der Ukraine über den genauen Inhalt des post-sowjetischen Gewaltmonopols.
    Immerhin waren etliche Oligarchen der Post-Sowjet-Ära sowohl in der Ukraine als auch in Russland gleichzeitig mächtige Figuren, da die Ukraine als Bruderland Russlands zu Sowjetzeiten eng mit der Ökonomie und Herrschaft in Russland verknüpft war, dementsprechend wurde nicht erst seit der orangenen Revolution immerzu  das gesamte Staatswesen der Ukraine "reformiert" –  weil auch die diversen Figuren der politischen ukrainischen Elite sich unter den Inhalten ukrainischer Staatlichkeit nicht nur extrem Unterschiedliches bis System-Gegensätzliches vorgestellt haben, sondern dies als Inszenierung normalen Politikmachens sogar in seiner Gegensätzlichkeit allseits finanziert haben, wie unten in den Fußnoten nachzulesen. Die diversen Geldgeber, IWF, USA, EU haben daher immerzu “Korruption” bemängelt, und “Reformen” verlangt. (Dabei glatt ‘übersehen’, dass ‘Korruption’ nichts der Ukraine äußerliches war. Das Geld der Aufsichtsmächte war damit natürlich nicht gemeint.)

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ukrainische-regierungskrise

    Welche Inhalte nationalistischer Begeisterung sich als tonangebend in der Ukraine im Jahr 2016 versammelt hatten, wird hier erläutert:

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/unsere-ukraine-einziger-grosser-fall-korruption#section11

    Vgl. daher im Detail auch diese Fußnoten zu den gängigen Mechanismen ukrainischer Politik
    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/unsere-ukraine-einziger-grosser-fall-korruption#fn29

    Die Ukraine sei ein ‘failed state’, so war jahrelang die westliche Betrachtungsweise, die, desungeachtet, diverseste Fraktionen dieses Staatswesen mit reichlich Knete ausgestattet hat, damit sich dort eine antirussische und pro-westliche Linie durchsetzt.

    Dass ukrainische Politiker den jetzigen Krieg quasi als Glücksfall für ihre nationale Einigung betrachten (inzwischen gibt es dort ja nur noch westlich orientierte Politiker, abweichende wurden mindestens abgesetzt ), sagen sie selber, wenn sie als nationale Hauptaufgabe die Funktionalisierung ihres eigenen Staatswesens zur Niederringung Russlands einfordern, und dafür die nötigen Gewaltmittel haben wollen.

    Innerhalb der “Freiwilligenverbände” der ukrainische Armee ist die Genugtuung über das eigene Verschlissenwerden im Krieg nicht die einzige Botschaft.
    https://overton-magazin.de/krass-konkret/freiwilliger-der-ukrainischen-territorialverteidigung-wir-werden-in-den-sicheren-tod-geschickt/

    Einige Gruppen aus dem ukrainischen Politik-Sammelsurium – gerade die tapfersten … – haben zusätzlich zur nationalen auch eine großeuropäische Perspektive.
    https://wurfbude.files.wordpress.com/2015/02/peter-schaber-tc3b6ten-fc3bcr-wotan.pdf

  9. Danke Karlo. Ich hab zwar mit Henle in obigem Suchfeld gesucht, aber da kam nur was mit Mensc henle ben. Und das hat mir so gar nicht weitergeholfen. 🙂 Auch auf einen Beitrag weiter unter bezieht sich Henle wohl: https://nestormachno.alanier.at/ueber-die-kriegsfuehrung-in-der-ukraine/#comment-48247

    @andrè: Hatter schon. z.B. hier:
    http://fk.siteboard.eu/t640f2010-Backup-des-frueheren-Blogs-neoprene-blogsport-de-jetzt-bei-archive-org.html
    Hier im Blog gibt’s den gleichen Link auch schon, mag ihn aber nicht suchen.

  10. "Das Andere: Ersichtlich hat der Ukrainetext kein Problem damit, "Ein-Wort-Zitate" zu verwenden. die Kritik am Ukrainetext schon, da sie sich offensichtlich nicht einmal die Mühe macht, die angegebene Kant-Quelle samt Titel einfach nur zur Kenntis zu nehmen."

    1. War die Kant Quelle in dieser Form angegeben:

    "Immanuel Kant, Was heisst: sich im Denken orientieren?, in: Schriften zur Metaphysik und Logik, Frankfurt/Main, 1968"

    Mehr Verachtung kann man seinen Lesern ja gar nicht entgegenbringen. Mit anderen Worten: "Lieber Leser, acker gefälligst das ganze Buch bzw. das ganze Kapitel durch, bevor du dich erdreistest meine Ein-Wort-Zitate zu kritisieren." Henle macht sich ja noch nicht mal die Mühe sich auf einen bestimmten Gedanken von Kant zu beziehen. Er bezieht sich auf eine Überschrift, die er für seine Argumentation sprechen lässt. Wer seine Leser ernst nimmt, der versetzt sie in die Lage einen Gedanken nachzuvollziehen und speist sie nicht damit ab, dass der Zusammenhang des zitierten Wortes in irgendeinem Aufsatz von Kant steht. Davon abgesehen kann ein "Ein-Wort-Zitat" gar keinen Gedanken ausdrücken. Da ist eben was faul, wenn jemand nicht in der Lage ist einen ganzen Gedanken von Kant zu zitieren, den er doch angeblich so gut kennt.

    "Und dass für Kant darüber hinaus "das nationale Wir" in seinem Denkgebäude ganz oben steht"

    Das kann man von jedem Nationalisten behaupten. Na da wär doch mal ein Zitat ganz nett, das diese Behauptung belegt. "Das nationale Wir" kann als Spruch vom GSP über die SPD, AFD bis zum Fußballverein jeder von sich geben. Der Zusammenhang machts und den muss man dann halt auch bringen, wenn man sich mit den Federn der großen Denker schmücken will, sonst ist ein Satz wie dieser:  "Es lohnt sich also durchaus, zuweilen auf die alten, bürgerlichen Klassiker zurückzugreifen." bloße Angeberei. 

    "Darin unterscheidet sich das irrtümliche, das falsche Bewusstsein in nichts von einem Fehler, Irrtum oder Verkennen, begangen etwa in der Mathe- oder Physik- oder Chemie-Klassenarbeit. Das ist zuallererst festzuhalten."

    Nein. Genau das ist nicht festzuhalten, sondern falsch. Was soll das denn heißen? Ist ein Wahlplakat der Grünen, dasselbe wie ein gepflegter Rasen, weil beides grün ist. Dass beides eine Eigenschaft gemeinsam hat, ist an der Stelle doch das langweiligste von der Welt. Es führt sogar in die Irre, wenn man das "zuallererst festhalten" will. Nein der Grund wie es zu dem Fehler in der Mathearbeit und im Staatsbürgerbewusstsein kommt, ist jedes Mal ein völlig anderer. Im Fall der Mathearbeit wird vielleicht schlicht die Formel verwechselt, ein Versehen z.B. im Fall des falschen Bewusstsein ist der Grund des fehlerhaften Resultats beim Denken aber s y s t e m a t i s c h e r Natur und deshalb ganz und gar nicht dasselbe, wie der Irrtum bei einer Mathearbeit oder einem Vokabeltest. Das falsche Bewusstsein, das notwendig Fehler produziert beim Denken, richtet sein Denken über einen Gegenstand nicht darauf aus seine sachlichen Eigenschaften bestimmen zu wollen, sondern darauf das seine Bestimmungen zum eigenen Interesse passen. Und diese Anforderung ans Denken, die Bestimmungen des Gegenstands sollen zum eigenen Interesse passen, erzeugen notwendig fehlerhafte Resultate. Und zwar weil die Forderung dem eigenen Interesse zu entsprechen, an den Gegenstand herangetragen wird, statt seine Bestimmungen dem Gegenstand selbst zu entnehmen.

    "Das erklärt, warum das falsche Bewusstsein zwar in Mathe, Physik oder Chemie sich belehren lässt"

    Hier sollte man doch bitte die Begriffe nicht vermischen. In Mathe und Physik ist nicht das von Marx so genannte "falsche Bewusstsein" unterwegs also eine systematisch verkehrte Art sich die Gesellschaft zurecht zu denken, sondern höchstens ein "mathematisches Bewusstsein", das Fehler macht, wenn es ein mathematische Bewusstsein überhaupt gibt. Recht eigentlich handelt es sich ja bloß um ein Bewusstsein, das sich gerade wenig erfolgreich mit Mathe beschäftigt.

    "Und zwar mittels seiner interessierten "Selbst-Täuschung" (Ukrainetext)"

    Nein. Das falsche Bewusstsein ist keine "Selbst Täuschung". Wie soll das auch funktionieren? Zuerst kennt man die Wahrheit und um sie nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen, täuscht man sich selbst und vergisst dann was man vorher noch wusste. Sowas kann es nicht geben. Niemand täuscht sich absichtlich selbst. Klar macht jeder selbst die notwendig zum falschen Bewusstsein gehörigen Fehler. Aber das ist bei allen Denkfehlern so, dass sie jeder "selbst" macht und kein anderer. So gesehen wären alle Fehler eine Selbsttäuschung.

    "Diese Fortschritte vom Irrtum zur interessierten Selbst-Täuschung lernt das falsche Bewusstsein zu machen"

    Hier merkt man, dass Henle keinen Begriff von der Sache hat. Es ist nämlich genau umgekehrt. Die Fehler sind ein Resultat des interessierten Denkens und nicht die Irrtümer schreiten zur Selbsttäuschung fort.

    "Irrtum und Selbst-Täuschung vertragen sich glänzend miteinander und reichen sich laufend wechselseitig die Hände."

    Nein, das schließt sich aus. Ein Irrtum passiert unabsichtlich. Eine Täuschung geschieht immer mit Absicht, egal wer das Objekt der Täuschung ist – ein anderer oder man selbst. "Selbst-Täuschung" ist einfach der falsche Begriff im Zusammenhang mit dem falschen Bewusstsein.

    "Die Kritik am Ukrainetext hingegen übergeht grundsätzlich die Irrtümlichkeit und das Verkennen des falschen Bewusstseins"

    Die Kritik am Ukrainetext übergeht gar nichts, sondern k r i t i s i e r t  sowohl die Charakterisierung des falschen Bewusstseins als bloßen Irrtum, als auch den Begriff der "Selbst-Täuschung" in diesem Zusammenhang.

     ""es ist vielleicht (sic!) a u c h ein Fehlschluss, es ist aber schon noch mehr.""

    Meine Güte. Wer keine gescheiten Gegenargumente weiß, stürzt sich auf Füllworte. Das "vielleicht" heißt hier, dass man darauf, dass das falsche Bewusstsein Fehlschlüsse produziert nicht den Schwerpunkt setzen sollte, sondern darauf welchen Interessen sich diese Fehlschlüsse verdanken. Einen Fehler nachzuweisen macht einen nur zum Besserwisser, auf das Interesse hinzuweisen, das den Fehler produziert, macht einen zum Gesellschaftskritiker. 

    "Tagtäglich, stündlich, minütlich wird der Staatsbürger von oben mit falschen Argumenten bedient und traktiert, damit er diese seine Lage auf immer verkennt und die Einbildung eines gemeinschaftlichen, nicht-antagonistisch "unser Wir" voll von gemeinsamen Zwecken lebt und sich so als Mittel der anderen Seite erhält."

    Erstmal ist der Ausdruck "verkennen" eine negative Bestimmung. Das heißt bloß der Staatsbürger sieht das anders, als das, was Henle für die Wahrheit hält. Auch das ist übrigens interessiertes Denken. Das Interesse Henles wird zur Bestimmung des Staatsbürgers gemacht. Sein Bewusstsein soll so gestrickt sein, dass in ihm nicht vorkommt, was Henle für die Wahrheit hält, nämlich dass Nation und Kapitalismus nichts als Gegensätze bereithält. Und das wird als die positive Bestimmung des Staatsbürgers festgehalten. Der Staatsbürger ist sozusagen ein Gegensätze-Leugner, der fälschlicherweise das nationale Wir hochhält, das er sich aber laut Henle nur einbildet. 

    Zweitens kommt darin mal wieder die alte GSP-Leier vom armen "traktierten" Staatsbürger zum Ausdruck, der ob des Dauerbombardements an Ideologien quasi gar nicht anders kann als sie sich zu eigen zu machen. Durchgestrichen ist in dieser Sichtweise der G r u n d seines falschen Bewusstseins, nämlich sein Interesse an den Verhältnissen. Deshalb auch die Betonung des Fehlers, statt seines Grundes, den man am liebsten ganz verschweigen würde. Die Staatsbürger haben nämlich gar kein Interesse an den Verhältnissen, die Armen geben bloß irgendwann dem ideologischen Dauerfeuer nach, das der böse Staat  und das böse Kapital auf ihn nieder gehen lassen.

    "Demnach verfolgen souveräne Staatszwecke und -Interessen und die Interessen und Zwecke der ihnen Subsumierten allen Ernstes einen "gemeinsamen Zweck", demnach verfolgen allen Ernstes Kapital und Lohnarbeiter einen "gemeinsamen Zweck", jenseits des institutionalisierten und herrschenden Interessen- und Zwecke-Antagonismus."

    Ganz genau, Herr Henle. Allen Ernstes. Und ich kann den Zweck sogar benennen. 1. Erstens wollen sie Eigentümer sein d.h. sie wollen Verhältnisse, in denen das Privateigentum gilt. 2. Zweitens wollen sie Deutsche sein. Also Kapital und Lohnarbeiter wollen Nationalisten sein. d.h. sie wollen den Erfolg der Nation.

    Es kommt Ihnen vielleicht ganz absurd vor und wie ein Gedanke aus einem anderen Universum, aber Menschen können trotz Gegensätzen auch gemeinsame Zwecke haben. Chef und Angestellter können nach Feierabend gemeinsam ein Bier trinken gehen oder in den selben Fußballverein usw. In der normalen Welt außerhalb des GSP soll das tatsächlich vorkommen – hab ich gehört.

    "Die banale Wirklichkeit betrachtet, herrschen Staat und Kapital den Zwecken und Interessen des Staatsbürgers einen "gemeinsamen Zweck" auf,"

    Ja klar. Wer hätt's gedacht. Nach vorsichtigen Argumenten geht Henle dazu über die üblichen GSP-Glaubensätze zu rezitieren. 

    "Wie ebenso klar ist, dass dieser aufgeherrschte "gemeinsame" Zweck ganz in den Händen der anderen Seite, auf Seiten der Regisseure des "gemeinsamen" Zweckes liegt."

    Klaro, sonst wär es ja ein gemeinsamer Zweck und kein "gemeinsamer Zweck".

    "Wie es ebenso für die Regisseure des Ganzen vonnöten ist, den Irrtum, das Verkennen im Verhältnis von Mittel und (höheren) Zwecken dahingehend aufrecht zu erhalten, dass das falsche Bewusstsein als Falsches erhalten bleibt…"

    So geht also interessiertes Denken von interessiertem Denken. Klaro, der "Irrtum" wird von den "Regisseuren des Ganzen" aufrechterhalten. Und die können das, weil bekanntlich jeder Staatsbürger so einen Regisseur in seinem Kopf sitzen hat, der ihm befiehlt was falsches zu denken. Das wird immer absurder. Am Anfang des Textes war jeder Staatsbürger noch selbst für seinen "Irrtum" verantwortlich, sonst wär es schließlich kein Irrtum. Jetzt ist er gar nicht mehr verantwortlich, er denkt gar nicht mehr selbst, das machen irgendwelche "Regisseure des Ganzen" für ihn, die seinen "Irrtum", der gar nicht mehr seiner ist, aufrechterhalten.

    "Dass das Durchdrungen-Sein vom nationalen (!) Zweck, neben dem darin ausgedrückten Interessen-Antagonismus, die irrtümliche, die verkennende Falschheit des Bewusstseins des Staatsbürgers zur Grundlage hat, der glaubt, der ihm von der anderen Seite aufgeherrschte Zweck sei identisch mit seinem Zweck, "

    1. Ist im nationalen Zweck überhaupt kein Interessen-Antagonismus ausgedrückt. Den Interessenantagonismus schiebst du ihm unter, es ist eine Gemeinsamkeit ausgedrückt. 2. Wird dieser Zweck keineswegs aufgeherrscht von keiner "Seite".

    "Weshalb sie [die Kritik] nicht sieht oder nicht sehen mag, dass der von oben laufend in seinem Verkennen bediente und genährte Staatsbürger sich in seiner Selbst-Täuschung mit ausgeprägtem "Selbst-Bewusstsein" (Ukrainetext) faktisch zum vom oben erwünschten Mittel der anderen Seite und ihrer höheren, souveränen Zwecke macht:"

    Dieser elende Eiertanz. Ja wenn er sich zum Mittel macht, ist er doch selbst schuld, oder nicht? Nein keineswegs, meint Henle, denn er kann ja nichts dafür, wenn er "von oben laufend in seinem Verkennen" bedient wird. "sein Verkennen" ist dabei bloß das Nichtwissen dessen was Henle weiß, dass die Welt aus lauter Antagonismen besteht. Eine negative Bestimmung des Staatsbürgers par excellence. Das Bewusstsein des Bürgers verkennt Henles Wahrheit und das soll seine positive Bestimmung sein. ?

    "Mittels und im Rahmen "unseres Wir", das Tag und Nacht vollmundig verkündet bis in jedes Schlaf- und Kinderzimmer dringt. Mit so einem "Selbst-Bewusstsein" ausgestattet, sieht der Staatsbürger "seine Unterwerfung […] so nicht mehr." (Ukrainetext)"

    Also weil der Staat übergriffig in jedes Schlafzimmer dringt ("Monster AG"?) legt sich der Staatsbürger ein Selbstbewusstsein zu, weil er dann denkt er stünde im Mittelpunkt. Er nimmt die "rohe Gewalt pur" des Staates als "eine ihm,… prinzipiell zugeneigte und um seinetwillen besorgte Wir-Instanz". Klaro, Schläge sind natürlich ein eindeutiger Beweis der Zuneigung. Das kennt der Staatsbürger im Idealfall von den Eltern. "Glaub mir, die Schläge tun mir mehr weh als dir." Also bitte – das ist Küchentischpsychologie aber keine Erklärung. Wer zieht denn aus "roher Gewalt pur" die ihm zugefügt wird ein Selbstbewusstsein. Welches denn? Das eines getretenen Hundes? Und auch die zweite Idee ist nicht vernünftiger. Weil es keine Alternative gibt, soll jemand die ihm zugefügte Gewalt plötzlich als Zuneigung und Sorge betrachten? Blödsinn.

    Punkt 5 verdreht völlig denn Sinn meines Satzes, der folgendermaßen lautet: "Entweder das Bewusstsein nimmt Partei, dann sieht es sehr wohl seine Unterwerfung und nimmt sie schlicht in Kauf, weil die Gewalt die Grundlage seiner Existenz als Lohnarbeiter ist oder es sieht die eigene Unterwerfung nicht, nimmt dann aber auch nicht Partei." Henle macht daraus ungefähr das Gegenteil:

    "die Kritik am Ukrainetext [spitzt] ihren Irrtum dahingehend zu und erlässt die Behauptung, dass der Staatsbürger in seiner "Parteinahme […] seine Unterwerfung sieht","

    Ich habe nicht geschrieben das Bewusstsein würde seine Parteinahme als Unterwerfung betrachten. Ich habe geschrieben, dass dem Bewusstsein klar ist, dass seine Parteinahme für die Nation seine Unterwerfung erfordert. Die Unterwerfung ist die Konsequenz der Parteinahme. Das ist  was völlig anderes als Parteinahme direkt mit Unterwerfung zu identifizieren.
    Der Gedanke ist ganz einfach. Wer einen Zweck will, der muss auch tun, was dafür nötig ist. Wenn jemand mit anderen Fußball spielen will, dann muss er sich z.B. als Spieler zur Verfügung stellen. Dann ist einer im Tor, der andere Verteidiger und ein dritter Stürmer. Es können nicht alle ins Tor oder Stürmer sein. Unterordnung unter einen Zweck, den man gemeinsam will. Man muss nicht von hinten durchs Knie denken.

    "Schöner und deutlicher könnten es Baerbock, Habek, O. Scholz, Hofreiter, F.Merz, Lindner, von der Leyen, Macron, Draghi, Biden und tutti quanti auch nicht formulieren, "ganz einfach"."

    Soll das jetzt ein Gegenargument sein, dass die von dir ungeliebten Größen es schöner auch nicht sagen könnten. Dass ich einen Schönheitswettbewerb gewonnen habe, soll gegen meine Argumente sprechen und das weil du ums Verrecken die armen Staatsbürger in Schutz nehmen und nicht kritisieren willst, die ihr falsches Bewusstsein bloß entwickeln, weil sie von Ideologie sogar im Schlafzimmer nicht verschont werden und überdies Schläge für ein Zeichen von Zuneigung halten. Bitte! Langsam solltest du mal anfangen deine Theorien auf Stimmigkeit zu überprüfen.

    "Nur nebenbei und zum Ausklang: Was den von der Kritik am Ukrainetext angeführten "Nazi" angeht, so hat sich da das falsche Bewusstsein in restloser Verkennung des Ganzen zum selbstbewussten Standpunkt hochgearbeitet,…"

    Ja der Nazi, der weiß eben nicht das was du für richtig hältst und hat sich zu einem Standpunkt hochgearbeitet, was leider rein gar nichts erklärt oder kritisiert.

    "…als zukünftiger arisch veredelter Herrenmensch, sei es nicht nur (kantische) "Pflicht", sondern höchste Ehre, Stolz und Ehrauszeichung, sich fürs "unser Wir", für unser "höchstes Gut" (Kant, Baerbock, Habek, O. Scholz, Hofreiter…) zu opfern und als Entschädigung den ideellen Lohn einzustreichen, gemäß dem NS-Wahlspruch: "Unsere Ehre heisst Treue". Was ja, wie allseits bekannt, im Moment "die Ukrainer so heldenhaft vorbildlich vorleben" (Selenskyi, von der Leyen, Baerbock, Habek, O. Scholz, Hofreiter…)""

    Ich konstatiere: Du findest es ganz entsetzlich, dass sich der pflichtbewusste Nazi opfern will. Eine Kritik kann ich in der Aufzählung dieser Sprüche jedoch nicht entdecken. Anscheinend meinst du die seien so widerwärtig, dass das schon die Kritik sei. Man müsse solche Parolen nur hinschreiben und die allgemeine Ablehnung sei sicher. Leider ist das aber nicht so, wie allgemein zu besichtigen ist.

  11. Die militärpolitische “Zeitenwende” in der BRD https://www.dw.com/de/deutschlands-militärische-zeitenwende/a-61625106 nähert sich zumindestens publizistisch dem Punkt an, dass die BRD eigentlich (eigene oder europäische) Atomwaffen brauchen täte.

    https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2022/Sicherheit-Brauchen-wir-Atomwaffen,atombombe112.html

    https://www.heise.de/tp/features/Was-wenn-der-Ukraine-Krieg-atomar-eskaliert-6593770.html?seite=7

    Und militärstrategisch sind deutsche Atomwaffen (ähnlich wie die derzeit hiesigen amerikanischen) andererseits geradezu ein Faustpfand, dass ungeachtet mangelnder Kriegführungserfolge der Ukraine auch in Zukunft die BRD sich von Russlands Interessen auch weiterhin nicht muss groß beeindrucken lassen. (Zumindestens in den Nachbardörfern der deutschen US-Raketenlager fühlt mancher sich dabei, nun stärker auf dem Präsentierteller der Kriegführungsoptionen gehandelt zu werden, zunehmend unwohl, wie dem Panorama-Bericht zu entnehmen war.)

    Gipfel der Überlegungen: Kommt Trump in zwei Jahren wieder ans Regieren, und mit ihm ein Kurs der Abwendung von Europa, stärker hin Richtung China, dann bräche ohne eigene europäische Atomwaffen (gemeint ist deutsche Mitverfügung über französische Waffen) die komplette deutsche und europäische Wehrhaftigkeit wie ein Kartenhaus zusammen. Ob dann der deutsche Militarismus überhaupt funktioniert, den sie gerade beschlossen haben? (Und schon denken sie die nächste Stufe vorwärts.)…

    https://www.jungewelt.de/artikel/427698.sieg-über-russland.html

    (Denn größere eigene deutsche weltpolitische Erpressungsmacht lässt sich – wie sattsam bekannt – nicht dadurch gewinnen, dass nun kaputte eigene Waffen erneuert werden, oder nun ausreichend warme Unterhosen für Soldaten angeschafft werden…)

    Bisher hatte eher die FDP die Friedensbewegung als Vaterlandsverräter denunziert. Mal schauen, wie lange die grüne Partei sich noch ziert, als Gipfel ihrer kapitalistischen Friedensliebe mehr und wuchtigere europäische Atomwaffen zu fordern.

  12. Kein Grüner, sondern ein CSUler, wirbt aktuell so für sich:
    Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, Manfred Weber, sieht im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine eine historische Chance für eine Neuausrichtung der Europäischen Union. „Die EU muss sich endlich eine Außen- und Verteidigungspolitik geben, die etwa eine gemeinsame Cyber- und Raketenverteidigung umfasst. EU-Staaten könnten sich auch gemeinsame Flugzeugträger zulegen, um in der Selbstverteidigung oder den Krisengebieten der Welt einsatzfähig zu werden“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

    Die Europäer sollten zudem „nachdenken, wie man Frankreichs Nuklearstreitkräfte in einen Schutzschild für alle EU-Staaten verwandeln kann“, so Weber. Frankreich habe sich durch die Beistandsklausel des EU-Vertrags bereit erklärt, den anderen EU-Staaten im Fall eines bewaffneten Angriffs beizustehen – mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. „Das muss man nun konkretisieren, soweit Frankreich dazu bereit ist.“ Man müsse darauf vorbereitet sein, falls die USA die Rolle der Schutzmacht in Europa ausübten." (dürfte ein Tippfehler sein:  nicht mehr ausübten….)

    https://www.rnd.de/politik/manfred-weber-eu-braucht-gemeinsame-aussen-und-verteidigungspolitik-2K3JQNPH6DC2QQQGU6YNTDJ36U.html

  13. (Nachbemerkung:  Die Formulierung: "… die USA üben die Rolle einer Schutzmacht für bzw. in Europa" aus, ist natürlich ideologisch. Was in Bidens Sichtweise amerikanischer Weltmacht auch deswegen eine Notwendigkeit für die USA  ist, damit die Europäer beim sonstigen US-bestimmten Weltordnen mitmachen (sollen), z.B. gegen China und Iran, verkommt hier zu einem eigenen Zweck, – so als seien ausgerechnet die härtesten Waffen der Vernichtung für den Schutz der Leute aufgestellt worden ….). Geschützt werden soll die amerikanische Weltordnung – und die umfasst [als Weltordnung] eben auch die Benutzbarkeit und Funktionalität Europas für die Interessen der USA. Aktuell ist das Niederringen Russlands auf dem Programm, und dafür krepieren die dabei auch weiterhin anfallenden Leichenberge in furchtbar sinnstiftenden (‘Schutz’, ‘Weltfrieden’) Gemetzeln. So viel zum Gehalt von “Schutz”.

    https://www.heise.de/tp/features/Ukraine-Krieg-US-Waffenlieferungen-auf-dem-naechsten-Level-7130282.html

  14. Meinungsumschwung pro Atomwaffen: "Schrecken des Krieges völlig ausgeblendet"

    Die "nukleare Teilhabe" erfreut sich neuer Beliebtheit – besonders bei Anhängern der Grünen.

    Claudia Wangerin bei Heise/TP

    https://www.heise.de/tp/features/Meinungsumschwung-pro-Atomwaffen-Schrecken-des-Krieges-voellig-ausgeblendet-7131946.html

    Mal schauen, ob demnächst der Einsatz von Atomwaffen für eine warteorientierte Außenpolitik und für das Erreichen der Klimaziele von den Grünen propagiert wird. Supi nachhaltig, natürlich…

  15. Jürgen Wagner:  Ampel-Koalition und Union haben 100-Milliarden für Bundeswehr beschlossen. Wie es dazu kam und warum es bei dem Mega-Etat nicht bleiben wird. Eine Analyse (Teil 1)

    https://www.heise.de/tp/features/So-ruestet-Deutschland-auf-7132200.html?seite=all

    EINSTIEG IN DIE HOCHRÜSTUNG – Militärisch-industrieller Komplex
    Bundestag winkt »Sondervermögen« für Bundeswehr samt Grundgesetzänderung durch. Nahezu kein außerparlamentarischer Protest
    Von Nico Popp und Simon Zamora Martin

    https://www.jungewelt.de/artikel/427736.einstieg-in-die-hochrüstung-militärisch-industrieller-komplex.html

    https://www.freitag.de/autoren/kathrin-gerlof/sondervermoegen-fuer-die-bundeswehr-im-grundgesetzt-eiskalt-durchgepeitscht

    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1164302.sondervermoegen-bundeswehr-zu-viel-geld-fuers-militaer-aber-zu-wenige-antworten.html

    —-

    ÖKOBELLIZISTEN. –  Avantgarde der Eskalation
    Ein historisches Déjà-vu: Jugoslawien und Ukraine – kaum regieren die Grünen mit, kommt es zu einem Angriffskrieg.  Von Gerd Schumann

    https://www.jungewelt.de/artikel/427801.ökobellizisten-avantgarde-der-eskalation.html

    EU-MILITARISIERUNG: Ja zu Kriegspolitik
    Volksabstimmung gegen »Verteidigungsvorbehalt«: Kopenhagen will zukünftig bei EU-Militäreinsätzen mitmischen
    Von Gabriel Kuhn

    https://www.jungewelt.de/artikel/427765.eu-militarisierung-ja-zu-kriegspolitik.html

  16. Die FAZ interessiert am Aufrüstungsbeschluss des Bundestages – vor allem, ob haushälterische Prinzipien der Schuldenregelung eingehalten werden ….

    https://www.faz.net/aktuell/politik/bundestag-aendert-grundgesetz-fuer-bundeswehr-sondervermoegen-18080165.html

    https://www.faz.net/aktuell/politik/sondervermoegen-fuer-die-bundeswehr-panzer-auf-pump-18080095.html

    …. und plädiert für eine insgesamt bombenfestere militaristischere Gesinnung in der BRD

    https://www.faz.net/einspruch/einspruch-exklusiv-ist-die-bundeswehr-demnaechst-abwehrbereit-18053213.html

  17. Zu Avantgarde der Eskalation: Das folgende war mir neu:

    "Von Scholz hieß es später gar, schreibt zumindest das Wall Street Journal anlässlich des Scholz-Besuchs in Kiew, dass »der Ukraine-Krieg bis zur letzten Minute (hätte) vermieden werden können. Ausschlaggebend für die russische Entscheidung zum Angriff sei die Weigerung Selenskijs gewesen, auf die Option eines NATO-Beitritts zu verzichten. Der Ukrainer habe dies fünf Tage vor Kriegsbeginn gegenüber Bundeskanzler Olaf Scholz auf einen entsprechenden Vorschlag von dessen Seite hin erklärt. Danach habe der russische Präsident Wladimir Putin ein im Prinzip schon vereinbartes Gipfeltreffen mit US-Präsident Joseph Biden kurzfristig wieder abgesagt und am selben Tag die ›Volksrepubliken‹ im Donbass diplomatisch anerkannt. Der Beitrag stützt sich auf Aussagen vor allem europäischer Diplomaten« (jW, 4.4.2022)."

    Ist das glaubhaft? Denn dass Selenskyi nicht auf einen perspektivischen Natobeitritt verzichtet, kann für Putin ja nichts neues gewesen sein. Neu war doch eher, dass sowohl Macron als auch Scholz keine schriftlichen Zusicherungen gemacht haben.

    Handfeste Action und aggressive Töne kaschieren jene inhaltliche Leere, die eine schrille Kriegsbeteiligung mit sich bringt. Was soll aus einer Kraft werden, die trotz alledem und immer noch vom Image als zivilgesellschaftliche, ökologische, antimilitaristische Avantgarde lebt, aber am Ende doch nur den alten Imperialismus bedient, der zur Neuaufteilung einer aus den Fugen geratenen Welt nunmehr militärisch antritt? Übrig bleibt gegebenenfalls eine Avantgarde, die sich von »Blackrock«-Merz, Transatlantik-Röttgen und dem Präsidentendarsteller in Kiew lediglich durch die Kleidung unterscheidet. Allerdings gewinnt die Vorstellung an Kontur, dass Anton Hofreiter, ein beleidigter Nichtminister, in Selenskijs Military-Look durchaus angemessen rüberkäme. Der Schein wäre rein.

    Das Urteil der "inhaltlichen Leere" der Grünen ist leicht bescheuert. Was soll denn an "Handfester Action und aggressiven Tönen" und "schriller Kriegsbeteiligung" inhaltlich  leer sein? Die Kriegsbeteiligung i s t der Inhalt der grünen Politik. Da wird überhaupt nichts kaschiert.  Bloß weil die anderen das gleiche machen, ist das doch nicht inhaltslos. 

    P.S.: »Nur der Schein / ist wirklich rein«, behauptete 1980 die Popcombo »Ideal« in ihrem Song »Blaue Augen«,

    Nein. Im Original von Ideal heißt es: "Nur der Scheich ist wirklich reich"
    "Nur der Schein ist wirklich rein" stammt aus dem Remake (2003) von Yvonne Catterfeld von "Blaue Augen"

  18. Zu der Frage des NATO-Beitritts der Ukraine fallen mir folgende Sachen ein: Es ist seit dem Majdan, aber eigentlich schon früher, das Ziel verschiedener ukrainischer US-Handlanger, die Ukraine als NATO-Frontstaat einzurichten. Dieses Gerede der Art, irgendwer (gar kein Subjekt!) hätte den „Krieg vermeiden“ können, nimmt diese Absicht nicht zur Kenntnis und sieht nur die Abwesenheit diplomatischen Geschicks und guten Willens.
    Das liegt halt auch an der jW., die gerne an ein mögliches friedliches Zusammenleben der Völker glauben will.

    Selenskij ist ja nur die Marionette oder das Sprachrohr derer, die den Gewaltapparat der Ukraine kontrollieren, bzw. der US-Einflüsterer von Letzteren. Dem ist eben immer alles mögliche ins Gepäck mitgegeben worden, damit es zu keiner Einigung kommt, denn die USA wollten diesen Krieg.

    Schließlich hat schon vor einiger Zeit ein Artikel in einer russischen Zeitung darauf hingewiesen, daß sogar eine schriftliche Absage eines NATO-Beitritt nicht viel wert wäre, weil die Ukraine dann bilaterale Verträge mit den gesamten NATO-Staaten abschließen könnte, was zwar dem Buchstaben der Zusicherung Genüge tun könnte, aber vom Standpunkt der Bewaffnung und der politischen Feindschaft auf das Gleiche hinauslaufen würde.

  19. Etliche Linke hierzulande verdolmetschen sich die Kriegsziele der Ukraine oder der Russen oder die Haltung der deutschen Öffentlichkeit unter Rückgriffe auf den deutschen Faschismus:

    "Die Begeisterung der deutschen Öffentlichkeitsmaschine für den Führerstaat Ukraine dürfte jedem einleuchten, der von 33 bis 45 zählen kann, erst recht denen, die sogar von 33 bis 22, also rückwärts zählen können. Man sieht den deutschen Volks- und Führerstaat in der Ukraine umgesetzt und alles rast vor Begeisterung im dicht geschlossenen Russenhass. Genau da will die deutsche Adels- und Geldelite ihr Volk haben."

    "1991 gerieten 25 Millionen Russen ungefragt ins »Ausland«. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass 30 Jahre ausreichen, dass sie sich nun als patriotische Ukrainer, Kasachen, Letten usw. verstehen. Die Deutschen waren jahrhundertelang auf mehr als 300 Staaten aufgeteilt und fühlten sich trotzdem vor und nach Bismarck als Deutsche, seit Napoleon verstärkt um eine staatliche Vereinigung bemüht. Auch eine »DDR–Nation« konnte sich nach 40 Jahren nicht herausbilden. Ich bedauere immer noch, dass es die DDR nicht mehr gibt, doch die Mehrheit der Deutschen denkt offensichtlich anders. Aber den Russen will man nicht zubilligen, sich als ein Volk zu betrachten, welches auf mehrere Staaten verteilt lebt."

    Letzteres ist eher eine ungewollte "Sumpfblüte" unter den zahlreichen Leserbriefen zu dem neugefassten Artikel über Nationalismus in der Ukraine,  wie er in der jw erschienen ist.  (Und dort wohl um einiges länger ausfällt als jene kurze Artikelversion,  die letztens Kehrer auf seinem Blog hat demontieren wollen….). vgl. https://nestormachno.alanier.at/imperialismus-heute-fortsetzung-jaenner-2022/#comment-49674

    Theo Wentzke:     Mystifizierte Nation

    Unpassende Klarstellungen zur Legende vom einig-geschlossen-heldenhaft kämpfenden ukrainischen Volk

    https://www.jungewelt.de/artikel/428059.ukraine-krieg-mystifizierte-nation.html

  20. Menschen aus der dt. Friedensbewegung äußern sich gegen Atomwaffen (während in CSU und FDP-Kreisen bereits vereinzelt dafür offiziell geworben wird, dass es dem Land die Krone aufsetze, wenn der deutsche Aufrüstungsbeschluss durch Atomwaffen komplettiert würde)

    https://www.heise.de/tp/features/Mehrheit-fuer-Nuklearwaffen-Jetzt-spricht-die-Friedensbewegung-7136442.html?seite=all

    Meinungsumschwung pro Atomwaffen: „Schrecken des Krieges völlig ausgeblendet“
    Die „nukleare Teilhabe“ erfreut sich neuer Beliebtheit – besonders bei Anhängern der Grünen. Wer deren ursprüngliche Werte vertritt, ist entsetzt

    https://www.heise.de/tp/features/Meinungsumschwung-pro-Atomwaffen-Schrecken-des-Krieges-voellig-ausgeblendet-7131946.html

  21. Vielleicht interessiert wie Russland mit den geschlossenen McDonalds Filialen umgeht.

    Denn wenige Wochen nach dem Rückzug von McDonald’s öffnen die ersten Restaurants unter ihrem neuen, russischen Besitzer Alexander Gowor. Der Name des Fast-Food-Klons: „Wkusno i totschka“ (dt.: Lecker und Punkt).

    15 Filialen in Moskau und Umgebung sollen an diesem Sonntag wieder Gäste empfangen. Unter neuem Namen und Logo, aber an denselben Standorten, mit demselben Personal – und fast identischen Gerichten.

    Das Fast Food sieht – zumindest auf den Fotos der Online-Speisekarte – fast identisch aus wie Big Mac und Co. Allerdings müssen die Burger umbenannt werden: Der „Filet-o-Fish“ heißt jetzt „Fish Burger“, der Hamburger „Royal“ wird zum „Grand“ und der „Double Royal“ zum „Double Grand“.

    Der Royal ist tot – es lebe der Grand! 

  22. Jörg Kronaue:  Pulverfass Taiwan

    USA provozieren China

    https://www.jungewelt.de/artikel/428258.pulverfass-taiwan.html

    Vorwürfe und Drohungen in Singapur
    Sicherheitsdialog: USA beschuldigen Beijing, chinesische Regierung kündigt Gegenwehr an
    Von Ina Sembdner
    https://www.jungewelt.de/artikel/428221.shangri-la-dialog-vorw%C3%BCrfe-und-drohungen-in-singapur.html

    M. K. Bhadrakumar:   Warum der neue Kalte Krieg in Asien scheitern wird

    Japan ist in Windeseile auf US–Kurs eingeschwenkt. Das heißt aber nicht, dass der Rest Asiens dem Beispiel Tokios folgen wird. Eine Analyse vor dem Nato-Gipfel in Madrid

    https://www.heise.de/tp/features/Warum-der-neue-Kalte-Krieg-in-Asien-scheitern-wird-7138175.html?seite=all

    —-

    Keine Impfstoffe, dafür Demokratiebelehrung: Europa und die USA müssen stärker um Partner in Lateinamerika werben
    Die USA stehen vor einer Blamage, weil viele Staaten Lateinamerikas nicht zum Amerikagipfel erscheinen. Die Region schaut stattdessen nach Peking. Ein Warnzeichen auch für Europa. Lateinamerikas Regierungen zeigen Washington die kalte Schulter.
    Mexikos Präsident kommt nicht, weil die Diktatoren in Nicaragua, Venezuela und Kuba keine Einladungen bekommen haben. Weitere Staaten in der Karibik und Südamerika haben abgesagt. Bolsonaro will jetzt nach vielem Zureden doch noch erscheinen. Sicher aber ist selbst das noch nicht. (…). [Der Artikel erfordert ein Abonnement]
    https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-keine-impfstoffe-dafuer-demokratiebelehrung-europa-und-die-usa-muessen-staerker-um-partner-in-lateinamerika-werben/28396578.html

    (…) Das Beispiel Argentinien zeigt, warum einige der südlichen Nachbarn gegen eine US-Regierung aufbegehren können, zugleich aber in eine andere Abhängigkeit geraten. Im März vereinbarten Argentinien und China den Bau eines Atomkraftwerks. In Patagonien sollen darüber hinaus mit chinesischem Kapital zwei große Staudämme für Wasserkraftwerke gebaut werden. Diese zukünftigen Energieerzeuger sollen einmal den Strom für die chinesischen Unternehmen liefern, die die immer wichtiger werdenden Bodenschätze Kupfer und Lithium sowie das immense Potential an landwirtschaftlicher Nutzfläche ausbeuten wollen.
    Zudem unterhält China in Patagonien eine abgeschirmte Basis zur Satellitenüberwachung – und nicht einmal die Regierung in Buenos Aires weiß, was dort alles überwacht wird.
    https://taz.de/Amerika-Gipfel-in-Los-Angeles/!5859012/

  23. Süß und ehrenvoll ists, fürs Vaterland zu sterben – aber noch süßer anscheinend, für die Verteidigung westlicher Werte:

    Britischer Soldat stirbt im Ukraine-Krieg: Familie würdigt ihn als "wahren Helden"

    Jordan Gatley beteiligte sich als ausländischer Soldat am Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Vergangenen Freitag erhielt seine Familie die erschütternde Nachricht, dass Jordan bei den schweren Kämpfen rund um die Stadt Sjewjerodonezk ums Leben kam.

    https://www.tag24.de/thema/ukraine-konflikt/britischer-soldat-stirbt-im-ukraine-krieg-familie-wuerdigt-ihn-als-wahren-helden-2497860

  24. Die Bemühungen an der Ideologie-Front sind zweifellos ehrenwert:

    „In Kiew wurde eine Fotoausstellung eröffnet, die LGBT-Vertretern in der ukrainischen Armee und an der Front gewidmet ist. Das Spektakel ist, um es milde auszudrücken, nach den Exponaten völlig langweilig und nicht inspirierend, aber die Organisatorin der Ausstellung, Oksana Solonskaya, glaubt, dass solche Events sehr notwendig sind.“
    „Seit 2014 haben wir oft gehört, dass LGBT-Menschen im Krieg unsichtbar oder gar nicht an der Front sind. Jetzt, während der großen Invasion, ist es besonders wichtig zu erklären, dass wir hier sind und auch zum Sieg beitragen“, sagte Solonskaya gegenüber Reportern.

    Außerdem wurde in der Hauptstadt der Ukraine ein besonderer Ort für die Übernachtung und das Leben von Vertretern sexueller Minderheiten eröffnet. Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt zwei Wochen, die Unterkunft für Schwule und Lesben ist kostenlos. Nun, inwiefern kostelos? Geld wird keines verlangt, aber möglicherweise Liebe und Zärtlichkeiten.

    (KP, 13.6.)

  25. Ich habe nun doch meinen Blog bei einem anderen Bloghoster wieder hochgezogen, damit man die alten Sachen einfacher wieder finden kann (und Google die z.B. auch weiterhin finden kann).

    Die neue Adresse lautet: Neoprene (blackblogs.org)

    Es sieht so aus, als ob alle Beiträge und vor allem auch alle Kommentare des alten Blogsport-Blogs aus dem Backup korrekt bei blackblogs restauriert wurden.

    Da es ein ganz normaler Blog ist, kann man da natürlich auch wie früher weiterhin Kommentare posten.

  26. Super! noch Superer wär's allerdings, wenn da was erscheinen würde, wenn ich auf den Link klicke. [Oh, das hat sich wohl überschnitten]

    Es scheint so zu sein, dass ich von deiner Adresse https://neoprene2.blackblogs.org/ nach 

    https://blackblogs.org/wp-signup.php?new=blackblogs.org geleitet werde und da seh ich bloß eine weiße leere Seite.

    Kostet das eigentlich was, wegen https?
    Heißt das, dass auch die Beiträge von deinem letzten Scan bis jetzt vorhanden sind?
    Max hat ja angekündigt diese zu fischen. Ich habe bis jetzt nichts erhalten. Wenn die aber
    da sind, im Prinzip, könnte ich den neuen Blog ja scannen.

    Man kommt jetzt zwar auf den Blog. Aber um Kommentare zu schreiben muss man sich scheinbar registrieren dabei kommt man auf “Create an Account”. So wie es aussieht erstellt man damit einen Blog. Kannst du was dazu sagen? Muss man wirklich einen Blog erstellen um Kommentare schreiben zu können?

  27. Na ganz ausgezeichnet noch nicht, weil die Themen, die der neue Hoster anbietet, reihenweise keine Pages unterstützen, also Kontaktbox, Haftungsausschluß und Downloads. So bin ich bei dem aktuellen scheußlichen Design gelandet.
    Und ich mußte den Blog zweimal aufsetzen, weil ich die Kommentare doppelt und dreifach hatte.

    Die Adresse ist jetzt:  neoprene2.blackblogs.org

  28. @Neoprene

    Das Design wirkt allerdings, als wäre es eine Werbung von einer Firma für Putzmittel, aber man kann eben nicht alles haben.

    @Kehrer

    Also bei mir funktioniert der Link.
    Ich habe das gleich am Anfang überprüft.

  29. Kommentare sind keider noch nicht möglich, weil ich es nicht wegkriege, dass ein Poster angemeldet sein muß.

  30. Wegen der Farben dachte ich eher, neoprene sei unter die Umweltaktivisten gegangen. Aber gut es gibt schlimmeres, es wirkt frisch und fröhlich und Hauptsache es funktioniert.

    "ein kommunistischer Blog" find ich gut.

    "früher auch bekannt unter seinem Namen WALGESANG" würde ich in eine neue Zeile schreiben, wenn das geht. Und ich würde es abkürzen.
    “früher bekannt unter dem Namen WALGESANG” oder “früher bekannt als WALGESANG”
    reicht zum Finden und Wiedererkennen. ach oder wie bei Prince: “Formerly known as WALGESANG” oder “FKA Walgesang”

    Ich tät mich ja auch anmelden, aber einen neuen Blog eröffnen, um Kommentare posten zu können, wäre mir zu viel des guten.

  31. Ich bin inzwischen gescheitert beim Registrieren bei Neoprene.

    Erstens nimmt er auch den 2. Usernamen – ohne Begründung – nicht, obwohl er alle Requisiten erfüllt – nur Kleinbuchstaben.

    Zweitens nimmt er die gmail-Email-Adresse nicht, ich bin aber nicht gewillt, eine meiner anderen Email-Adressen herzugeben.

  32. Der Username geht bei mir. Der erste ist klein geschrieben, der Zweite identisch außer am Anfang groß geschrieben. Wahrscheinlich gibt es deshalb den zweiten Namen. Der mit Großbuchstaben ist zu sehen der ohne nicht.

    Auch gmail wird nicht genommen. Schlecht. Aber hast du gesehen, dass du mit dem Registrieren einen neuen Blog erstellst? “Remember to choose the name for your new blog below” Das kann nicht im Sinne von blackblogs sein. Das muss auch anders gehen.

    gmail funktioniert nicht, weil die das nicht wollen steht in der politcy:
    “Stop using Gmail, GMX & Co.! We recommend you use a dedicated email address just for running your blog on blackblogs.org. For better anonymity use Tor or Tails to connect to blackblogs.org.
    Our idea of the use of this service is supporting campaigns, groups and individuals in their struggle for a more emancipated world. There is a multitude of ways to use blackblogs to get there – the choice is up to you.”

    Opera Tor geht ja noch. Aber tails ist ein spezielles Linux. Da muss man sich schon ne Weile einfuchsen. Edward Snowden hat das früher empfohlen. Heute empfiehlt er Linux Qubes. Vielleicht probier ich das mal. Ist aber schon umständlich, jedes mal wenn man einen Kommentar verfassen will das Betriebssystem neu zu booten.

  33. Es ist was anderes, einen Blog bei denen anzulegen als nur einen Kommentar zu posten. Hoffe ich wenigstens. Denn sonst wäre ein Blog bei denen ja nur zum Anschauen. Was offensichtlich auf die meisten dort auch zutrifft. Erst der 10. Blog, den ich mir angeschaut habe,  hat die Kommentarfunktion überhaupt freigeschaltet. Das sieht dann genauso aus wie bei blogsport.

  34. Jedenfalls scheint es so zu sein, dass man um einen Kommentar zu posten, angemeldet sein muss, und um sich anmelden zu können muss man registriert sein. Das Registrieren-Formular führt zu "Create an Account" und dort muss man unten

    Blog URL (required) Please enter a site name.

    http:// …….. .blackblogs.org/

    Site Title (required) Please enter a site title.

    ………………….

    I would like my site to appear in search engines, and in public listings around this network. Yes/No

    Das sieht eben verdammt nach der Einrichtung eines Blogs aus.

    Also irgendwo musst du die Kette unterbrechen. Entweder für die Kommentare nicht Anmelden. Oder zwar Anmelden, aber beim registrieren keinen Blog erstellen. Und dass beim Registrieren keine wegwerf-emailadressen gehen, ist auch nicht gut.

    Wenn man auf der Registrieren Seite auf Blogs geht, hat man den Eindruck, dass dort in den letzten 3 Tagen lauter Linke Blogs aufgemacht haben.

  35. Ich komme zu folgenden Einstellmöglichkeiten, wenn ich auf der Startseite des WordPress Dashboards "Kommentare ein- oder ausschalten" anklicke. Dann lande ich bei Folgenden Möglichkeiten:

    Standardeinstellungen für Beiträge    
    0 Besuchern erlauben, neue Beiträge zu kommentieren (Diese Einstellungen können für jeden Beitrag individuell geändert werden.)
    Weitere Kommentareinstellungen    
    0 Benutzer müssen zum Kommentieren Name und E-Mail-Adresse angeben 
    0 Benutzer müssen zum Kommentieren registriert und angemeldet sein

    Leider ist es völlig wurscht, was ich anklicke oder wegklicke, normale Kommentare sind durch die Restriktionen nicht möglich.

  36. Na ja, offenbar, weil es nicht anders geht. Mir erscheint das wie eine trickreiche Methode, viele Blogs auf dieser Plattform zu versammeln. So nach der Devise, wenn wer schon einen Blog hat, so wird er/sie ihn schon auch benützen!

    Ich kann nur hinzufügen, daß ich eben einiges an Geld und Zeit investiert habe, um den Blog ordentlich zu hosten, daran führt offenbar heute kein Weg vorbei.
    Damals, als Blogsport aufgesperrt und eine gute Plattform geboten hat, waren das überzeugte Leute, die der politischen Linken ein Forum bieten wollten. Da war kein kommerzielles Interesse dabei. Und es hat die beiden Burschen sicher einiges an Zeit und Geld gekostet, Blogsport aufrechtzuerhalten.

    Dergleichen Service kann man in Zeiten wie diesen nicht erwarten. Wenn jemand heute Blogs kostenlos anbietet, so hat er ein kommerzielles Interesse. Da sollen möglichst viele anbeißen, und vielleicht ist dann der eine oder andere erfolgreiche Influencer dabei, der (oder die) die Investition lohnend macht.

  37. Es kann natürlich sein, daß die blackblog-Blogs eigentlich eher Litfaßsäulen sind, von denen es früher ja viele auch bei Blogsport gegeben hat. Aber ich glaube eigentlich nicht, daß die Macher das Kommentieren völlig ausschließen wollen. Ich habe halt auch keine Ahnung von WordPress, das hilft auch nicht. Und blackblogs hat noch nicht mal ein Forum oder eine Hilfeseite.

  38. "Wenn jemand heute Blogs kostenlos anbietet, so hat er ein kommerzielles Interesse. Da sollen möglichst viele anbeißen, und vielleicht ist dann der eine oder andere erfolgreiche Influencer dabei, der (oder die) die Investition lohnend macht."

    Ja nun, dann gehe ich halt auch unter die Influencer in spe. Aber wohin dann?

  39. 1. Trauerschwarz? Passt zwar zu blackblogs, aber irgendwie doch zu depressiv

    2. Fortschritt ist erstmal, dass der  Blog wieder online ist. Auch wenn das Kommentieren nicht geht – auf jeden Fall lassen.

    3. Meine Idee ist, dass die oben beschriebenen Standardeinstellungen für Beiträge nur bei neuen Beitragen funktionieren und nicht bei alten. Versuch mal einen neuen Beitrag zu erstellen (z.B. Neoprene ist wieder online: Anregungen, Fragen…) und dafür dann nur die erste Möglichkeit anzukreuzen  "(Diese Einstellungen können für jeden Beitrag individuell geändert werden.)" Vielleicht funktioniert es.

    4. Es gibt tatsächlich keine Hilfe aber es gibt eine emailadresse und zwar ganz unten klein auf jeder Seite "contact at blackblogs.org" dahinter ein öffentlicher PGP-Schlüssel. Wenn du dir ein Emailprogramm mit PGP einrichtest kannst du vielleicht Kontakt aufnehmen.

    5. Noch ne Idee: 1. Einen Blog mit Kommentaren suchen und dann den Blogbetreiber fragen wie er das hingekriegt hat. Ich such jetzt allerdings schon ne ganze Weile nach einem Blog mit Kommentaren und hab bis jetzt keinen gefunden. Anscheinend wirklich reine Litfaßsäulen. Schade eigentlich.

  40. Ja, 4. habe ich schon versucht (ohne PGP, ich hasse das) und an 5 habe ich auch schon gedacht.
    “Diese Einstellungen können für jeden Beitrag individuell geändert werden.”
    Nein, können sie nicht. Jedenfalls habe ich im Dashboard dazu nicht gefunden.

  41. Ich mag PGP auch nicht. Meine Idee Nr. 3 scheint auch nicht zu funktionieren. Bei "Wiederbelebung des Blogsport-Blogs" kann ich auch keine Kommentare schreiben. 

    https://schwarzerub.blackblogs.org/kontakt-mitmachen/ hier gibt es immerhin ein schönes Kontaktformular. Frag mal, ob das Kommentieren prinzipiell nicht geht. Weil wenn die wissen, dass es nicht geht, braucht man sich auch nicht weiter den Kopf zerbrechen. Dann kannst du gleich ne Alternative suchen.

  42. "Dann kannst du gleich ne Alternative suchen."

    Das ist leichter gesagt, als erfolgreich getan. Ist jedenfalls bisher mein Eindruck der Hosting-Welt.

  43. Ja wahrscheinlich ist das so. Ich wollte bloß sagen, dass in dem Fall, dass dir ein anderer Blogbetreiber sagt, dass Kommentare nicht gehen, es nix bringt in diesen Punkt weiterhin Zeit zu investieren. Ob du dann einen anderen Hoster findest, ist dann noch nicht ausgemacht. Immerhin ist eine Litfaßsäule ein gutes öffentlich zugängliches Archiv. 

  44. Von Blogs hab ich eigentlich keine Ahnung, und weiß nicht worauf man achten muss. Das möchte ich vorschicken. ich hab jetzt bei webador mal einen Probeblog erstellt ohne ihn zu veröffentlichen. SSL ist dabei, aber nicht werbefrei.

    Das geht eigentlich nicht schwer und funktioniert sogar mit einer emailadresse von tempmail. Kommentare gibt es auch. Ist jetzt vielleicht nicht das natürliche Umfeld des linken Bloggers, aber ein Blog ist nur ein Werkzeug. 

    Du könntest ja einfach einen neuen Blog starten, wenn das Hochladen der alten Inhalte nicht geht. Vom neuen Blog verlinkst du dann einfach auf den alten als Archiv. 

  45. Irgendwo einen neuen kostenlosen Blog zu starten, wird schon gehen. Ich will aber nichts Neues anlegen, sondern "nur" meinen alten WordPress-Blog wiederaufleben lassen. Also die Backup-Datei im WXR-Format "einfach" importieren. Und das geht bei webador (und zahlreichen ähnlichen 1-Click-Hostern leider nicht) nicht, jedenfalls habe ich es nicht gefunden.

  46. Ist das nicht wurscht, ob das jetzt was "neues" ist oder was neues altes. Neu ist es doch in jedem Fall. Kann man das WXR-Format vielleicht konvertieren? Vielleicht findest du ja noch eine Lösung.

  47. Ich habe den Blog nochmal "neu" aufgesetzt: Diesmal bei noblogs.org. Die setzen auch auch WordPress aber schon auf 6.0 statt 4.9.8 bei blackblogs. Und lassen mich mehr konfigurieren.

    Die neu Adresse lautet: Neoprene (noblogs.org)  neoprene.noblogs.org

    Und, Überraschung, jetzt funktionieren auch Kommentare!!

  48. Ich hoffe das ist der richtige Ukraine Thread für folgenden Link:

    Und plötzlich ist Putin nicht mehr isoliert

    Russlands Öl und Kohle zu Dumpingpreisen

    Da ist in allererster Linie Narendra Modi, der Regierungschef Indiens. Neu-Delhi hält traditionell einen engen Draht nach Moskau. Das russische Öl, das Europa boykottiert, fließt jetzt in großen Teilen nach Indien. Das Land kann es mit großen Preisabschlägen kaufen. Auch auf Kohle bietet Russland dem Land satte Rabatte.

    Die USA schlagen einen Preisdeckel für russisches Öl vor. In Elmau diskutieren die Staatenlenker und ihre Unterhändler über die Vorteile und Risiken einer solchen Maßnahme. Doch ohne Indien, Putins neuen Großabnehmer, wird eine solche Maßnahme ihre Wirkung verfehlen. Dementsprechend herzlich wurde Modi von den G7-Vertretern empfangen.

    Indien ist wichtiges Mitglied im BRICS-Verbund, gewissermaßen der Konkurrenzveranstaltung zu den westlichen G7. Chinas Präsident Xi Jinping lud erst vor wenigen Tagen zum virtuellen Gipfel. Dort wurden westlichen Sanktionen gegen Russland rundum verurteilt.

    Auch ein zweiter Gast, Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, nahm an dem Treffen teil. In seiner Heimat durchzieht eine traditionelle Verbundenheit mit Moskau die politische Kultur – schließlich unterstützte die Sowjetunion einst die Kämpfer des ANC gegen das System der Apartheid. Die Invasion der Ukraine bezeichnet Ramaphosa nicht als solche, er spricht lieber neutral von einem "Konflikt".

    Auch Senegals Staatschef Macky Sall sitzt nun in Elmau am Tisch, er ist zugleich Präsident der Afrikanischen Union. Erst vor fünf Wochen besuchte Scholz ihn in Dakar. Im Kanzleramt war man zuversichtlich, dass das Werben von Scholz Früchte tragen würde. Doch Sall flog kurz darauf nach Russland zu Putin und gab der EU eine Schuld an der Weizenkrise. Ein richtiger PR-Erfolg für Putin: sein Narrativ verfängt.

    Die Frage ist was ein Preisdeckel für russisches Öl bringen soll, wenn Russland sein Öl eh zu Dumpingpreisen abgibt. Dass Russland an den Westen nicht zu Dumpingpreisen verkauft, wenn die das russische Öl und Gas überhaupt wollen, kann auch nicht mit einem Preisdeckel geändert werden. Schließlich müssen die Russen nicht an den Westen verkaufen, wenn ihnen der Preis zu niedrig erscheint.

  49. Entwicklungen / Spaltungen in der deutschen Linken, in der Linkspartei und eine grässlich gleichförmige Fortentwicklung des dt. Common Sense, in Öffentlichkeit und Kultur….

    Vereint gegen Putin, für die Rettung des Klimas und den Erfolg der deutschen Wirtschaft
    Suitbert Cechura
    https://overton-magazin.de/krass-konkret/vereint-gegen-putin-fuer-die-rettung-des-klimas-und-den-erfolg-der-deutschen-wirtschaft/

    —–

    Geschichtsrevisionismus allenthalten – oder wie die deutsche Vergangenheitsbewältigung aktuell neu in eine neue Feindbild-Legende umgeschrieben wird:

    https://www.jungewelt.de/artikel/429473.geschichtspolitik-magd-der-propaganda.html

    —-

    „Warum wir nicht mehr für Konkret schreiben“
    Für uns, Autorinnen und Autoren von Konkret, ist mit dem redaktionellen Kurs zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eine rote Linie überschritten. Wir wollen und können nicht weiter in einer Zeitschrift publizieren, die sich in dieser Frage in die Nachbarschaft der AfD, des völkischen Flügels der Linkspartei oder Jürgen Elsässers Compact, von Henry Kissinger, Klaus von Dohnanyi oder den Lobbyverbänden der deutschen Industrie begibt. (…)

    https://kontrast-mittel.org/2022/06/30/warum-wir-nicht-mehr-fur-konkret-schreiben/

    —–

    Das waren die Linken
    Der Parteitag der Linken war in der Tat überzeugend: Denn er hat bestätigt, dass das keine linke Partei mehr ist, keine Wahlalternative, mit der man rechnen sollte. Die Linkspartei hat fertig.

    https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/das-waren-die-linken/

    —-

    „Gegneranalyse“: Zu einer „Fallstudie“ über die Nachdenkseiten
    Politologe Markus Linden kommt in Arbeit zum Onlineportal zu wenig schmeichelhaften Resultaten. Methodik lässt Autor jedoch schlecht dastehen. Auch Umfeld der Studie wirft Fragen auf.
    https://www.heise.de/tp/features/Gegneranalyse-Zu-einer-Fallstudie-ueber-die-Nachdenkseiten-7152314.html?seite=all

    —-

    Eine weitere Farce ist die Spaltung des PEN-Zentrums. Das ist allerdings fast nur ein Überbau-Phänomen innerhalb der Kultur. Der Ostermarsch wurde gespalten und jeden Abend werden im TV ununterbrochen Talkshows verbreitet, die – ausgerechnet – der deutschen Aufrüstungspolitik Zögerlichkeit vorwerfen. Da empfehle ich stattdessen den allerersten Link oben, nämlich den Aufsatz von Cechura. Und zusätzlich zu den deutschen beliebtesten Politikern, den Grünen, diesen Aufsatz:

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/gruene-glaubwuerdigsten-repraesentanten-deutscher-stellvertreterkriegsmoral

    ——

    Den Krieg in der Ukraine führen drei Beteiligte:
    – Russland als Angreifer unter dem Titel einer „militärischen Spezialoperation“;
    – die angegriffene Staatsgewalt in Kiew mit ihrem Kommando über eine von den USA und der NATO gedrillte und ausgerüstete Armee;
    – der Westen nicht direkt als Kriegspartei, dafür doppelt: als Finanzier des ukrainischen Staates, als Organisator seiner Militärmacht; sowie, und das wiederum ganz direkt, mit einem Wirtschaftskrieg, der diesen Namen verdient, weil er auf die Zerstörung der kapitalistischen Grundlage der russischen Staatsmacht zielt.
    Jede Partei hat – jenseits aller guten Gründe, um die, wie noch in jedem Krieg, keine Seite verlegen ist – ihren eigenen Kriegsgrund:
    1. Russland. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs#section2
    2. Der Westen. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs#section3
    3. Die Ukraine. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs#section4

    —–

    GKN: Krieg in der Ukraine – Analysen zum Zeitgeschehen

    https://gegen-kapital-und-nation.org/page/krieg-in-der-ukraine-analysen-zum-zeitgeschehen/

  50. Hermann Ploppa: Geopolitik der Rohstoffe

    Fest eingebunden in die Kriegsräson der angloamerikanisch bestimmten westlichen Wertegemeinschaft

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=28136

    —-

    Florian Rötzer: Russische Truppen haben die Schlangeninsel aufgegeben

    https://overton-magazin.de/krass-konkret/russische-truppen-haben-die-schlangeninsel-aufgegeben/

    Wann endlich erwacht Europa?     Ein Artikel von Graham E. Fuller
    Der ehemalige CIA-Mitarbeiter Graham E. Fuller war vor seiner Pensionierung Vizepräsident des «National Intelligence Council at CIA», zuständig für die geheimdienstliche Beurteilung der globalen Situation. In einem aktuellen Text widmet er sich der selbstmörderischen Politik Europas und dem negativen Einfluss vieler großer Medien, denen er „völlige Korruption“ bescheinigt. Fuller sieht zudem „tiefe Risse“ in der europäischen Fassade der so genannten „NATO-Einheit“: Westeuropa werde zunehmend den Tag bereuen, an dem es den USA „blindlings in den Krieg gegen Russland gefolgt“ sei. Aus diesem Bewusstsein würde langfristig Distanz zu den USA entstehen.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=85400

    —–
    Entwicklungen / Spaltungen in der deutschen Linken, in der Linkspartei und eine grässlich gleichförmige Fortentwicklung des dt. Common Sense, in Öffentlichkeit und Kultur….

    Vereint gegen Putin, für die Rettung des Klimas und den Erfolg der deutschen Wirtschaft
    Suitbert Cechura
    https://overton-magazin.de/krass-konkret/vereint-gegen-putin-fuer-die-rettung-des-klimas-und-den-erfolg-der-deutschen-wirtschaft/

    —–

    Geschichtsrevisionismus allenthalten – oder wie die deutsche Vergangenheitsbewältigung aktuell neu in eine neue Feindbild-Legende umgeschrieben wird:

    https://www.jungewelt.de/artikel/429473.geschichtspolitik-magd-der-propaganda.html

    —-

    „Warum wir nicht mehr für Konkret schreiben“
    Für uns, Autorinnen und Autoren von Konkret, ist mit dem redaktionellen Kurs zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eine rote Linie überschritten. Wir wollen und können nicht weiter in einer Zeitschrift publizieren, die sich in dieser Frage in die Nachbarschaft der AfD, des völkischen Flügels der Linkspartei oder Jürgen Elsässers Compact, von Henry Kissinger, Klaus von Dohnanyi oder den Lobbyverbänden der deutschen Industrie begibt. (…)

    https://kontrast-mittel.org/2022/06/30/warum-wir-nicht-mehr-fur-konkret-schreiben/

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    Das waren die Linken
    Der Parteitag der Linken war in der Tat überzeugend: Denn er hat bestätigt, dass das keine linke Partei mehr ist, keine Wahlalternative, mit der man rechnen sollte. Die Linkspartei hat fertig.

    https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/das-waren-die-linken/

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    „Gegneranalyse“: Zu einer „Fallstudie“ über die Nachdenkseiten
    Politologe Markus Linden kommt in Arbeit zum Onlineportal zu wenig schmeichelhaften Resultaten. Methodik lässt Autor jedoch schlecht dastehen. Auch Umfeld der Studie wirft Fragen auf.
    https://www.heise.de/tp/features/Gegneranalyse-Zu-einer-Fallstudie-ueber-die-Nachdenkseiten-7152314.html?seite=all

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    Eine weitere Farce ist die Spaltung des PEN-Zentrums. Das ist allerdings fast nur ein Überbau-Phänomen innerhalb der Kultur. Der Ostermarsch wurde gespalten und jeden Abend werden im TV ununterbrochen Talkshows verbreitet, die – ausgerechnet – der deutschen Aufrüstungspolitik Zögerlichkeit vorwerfen. Da empfehle ich stattdessen den allerersten Link oben, nämlich den Aufsatz von Cechura. Und zusätzlich zu den deutschen beliebtesten Politikern, den Grünen, diesen Aufsatz:

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/gruene-glaubwuerdigsten-repraesentanten-deutscher-stellvertreterkriegsmoral

    ——

    Den Krieg in der Ukraine führen drei Beteiligte:
    – Russland als Angreifer unter dem Titel einer „militärischen Spezialoperation“;
    – die angegriffene Staatsgewalt in Kiew mit ihrem Kommando über eine von den USA und der NATO gedrillte und ausgerüstete Armee;
    – der Westen nicht direkt als Kriegspartei, dafür doppelt: als Finanzier des ukrainischen Staates, als Organisator seiner Militärmacht; sowie, und das wiederum ganz direkt, mit einem Wirtschaftskrieg, der diesen Namen verdient, weil er auf die Zerstörung der kapitalistischen Grundlage der russischen Staatsmacht zielt.
    Jede Partei hat – jenseits aller guten Gründe, um die, wie noch in jedem Krieg, keine Seite verlegen ist – ihren eigenen Kriegsgrund:
    1. Russland. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs#section2
    2. Der Westen. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs#section3
    3. Die Ukraine. https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/drei-gruende-ukraine-kriegs#section4

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    GKN: Krieg in der Ukraine – Analysen zum Zeitgeschehen
    https://gegen-kapital-und-nation.org/page/krieg-in-der-ukraine-analysen-zum-zeitgeschehen/

  51. Ja, wirklich klasse, wie sie den Versuch des Journalisten ein Statement gegen Russland zu provozieren zurückweist. Schön ist auch der Kontrast des Journalisten mit seinem 1000 € Anzug und der Außenministerin mit ihrem "Hausfrauenkleid", die mich ein wenig an das Kekse backende Orakel aus Matrix erinnert.

  52. @Leser

    Die Blog-Software streicht Beiträge, wo zu viele Links drin sind. Das hat nichts mit mir zu tun. Ich hingegen schaue nur morgens nach, ob was in der Warteschlange ist.
    Es ist also etwas daneben, mir vorzuwerfen, ich täte was in die Warteschlange stellen.
    ———

    Ich bin inzwischen zu dem Schluß gekommen, daß die ganze Kriegstreiberei im Westen dem Umstand geschuldet ist, daß die Eliten und auch Normalbürger der EU und USA den Krieg wollen und betreiben, weil sie damit ihr kaputtes Wertesystem verteidigen wollen.
    Sie wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, daß

    Demokratie
    Staat
    Rechte
    Freiheit
    Gleichheit
    Marktwirtschaft
    Grenzen
    Geld
    Kredit
    usw.

    nix taugen, daß die gegen die Menschen und die Natur gemacht sind und den Planeten zerstören.

    In Rußland sind sie übrigens auch darin gefangen, aber das ist ein anderes Thema. Dort werden manche dieser Werte auch hochgehalten, weil das eben auch ein Staat ist mit allen seinen Abteilungen, Anhängern und Moralphilosophen, wie den Eurasiern.

    Aber diese aggressive und größenwahnsinnige Rethorik, mit der gegen Putin und Rußland gehetzt wird, ist nichts anderes als der Schwanengesang einer zum Untergang verurteilten Kultur, und die Frage ist, ob wir das irgendwie überleben werden oder ob die westlichen Eliten lieber die Selbstzerstörung wählen, um nicht eines Irrtums überführt zu werden müssen.

  53. Die Frage von Herrn Fuller "Wann endlich erwacht Europa?" liegt zwar nahe. Ich finde er sieht die Sache ein wenig zu optimistisch.

    ;Europa wird früher oder später zum Kauf von preiswerter russischer Energie zurückkehren. Russland liegt vor der Haustür, und eine natürliche Wirtschaftsbeziehung zu Russland wird letztlich von überwältigender Logik sein.

    Europa nimmt die USA bereits als eine im Niedergang begriffene Macht mit einer unberechenbaren und heuchlerischen außenpolitischen „Vision“ wahr, die auf der verzweifelten Notwendigkeit beruht, die „amerikanische Führungsrolle“ in der Welt zu erhalten. Amerikas Bereitschaft, zu diesem Zweck Krieg zu führen, ist für andere Staaten aber zunehmend gefährlich.

    Washington hat auch deutlich gemacht, dass Europa sich einem „ideologischen“ Kampf gegen China anschließen muss, in einer Art vielschichtigem Kampf „Demokratie gegen Autoritarismus“.

    Ich fürchte nur das wird später sein, dass Europa zum Kauf von preiswerter russischer Energie zurückkehrt. Nach der Amtszeit von Scholz, Habeck und Baerbock vielleicht. Und es fragt sich wie weit Europa am Boden liegen muss, damit sich wieder Realismus breit macht. Mag ja sein, dass Europa die USA als eine Macht im Niedergang begreift, bloß sehe ich die Konsequenzen nicht. Vor allem die Sanktionen sind so unglaublich dumm. Sie beschleunigen die Hinwendung von Russland zu China und Indien und machen die europäische Wirtschaft kaputt. Und Russland das gerade geschlachtet wird ist ja das kleinere Schwein. Was für Auswirkungen hat es erst wenn China dran ist und China sanktioniert werden soll. Leider hat mich die Dummheit, wie hierzulande und europaweit agiert wird, zum Pessimisten werden lassen. Europa schläft und wacht nicht mehr auf, bis das Herz aufhört zu schlagen und es direkt vom Schlaf in den Todesschlaf fällt.

    Es kommt zudem einer Beschönigung gleich, wenn davon die Rede ist, dass viele Menschen erst in Zukunft in existentielle Nöte geraten werden, haben doch diejenigen, von denen die Verbraucherschützer Hilfe erwarten, mit der Festlegung von Grundsicherungs-, Arbeitslosengeld II-Sätzen und ähnlichen Sozialleistungen dafür gesorgt, dass sich viele Menschen beständig in existentiellen Nöten befinden.

    Die ganzen Aufrufe zum Energiesparen von welcher Seite auch immer, sind eine einzige Nebelkerze, eine Ablenkung, eine Verwirrtaktik. Es ist absurd, wenn jetzt das Energiesparen zur nationalen Aufgabe und Bürgerpflicht gemacht werden soll. Als würden Unternehmen nicht in einem fort alle Kosten daraufhin überprüfen, ob sie auch wirklich notwendig sind. Da braucht es keine Zusatzmoral des Energiesparen, das dann nochmal eine Werteebene höher als Klimaschutz verkauft wird. Und die Bürger sind zum Großteil eh so arm, dass sie sich Energieverschwendung nicht leisten können. Und die, die es sich leisten können, werden den Energieverbrauch nicht reduzieren. Das ist um es mal klar und nüchtern auszudrücken reine Verarsche. Mit Corona hat es angefangen, dass von oben die Existenz ganzer Bevölkerungsteile mit einem Fingerschnippen ruiniert wurde und die Ruinierung der bürgerlichen Existenzen setzt sich jetzt fort, aber in noch viel stärkerem Ausmaß, weil es fast alle betrifft. Das weiß die Politik natürlich und was ihnen dazu einfällt ist die Organisation von Nationalismus. Damit sich der Bürger nicht so absolut hilflos fühlt, der ausschließlich betroffen ist, ohne seine Lage auch nur im geringsten beeinflussen zu können, werden solche Scheinangebote unterbreitet. Durch Energiesparen soll der Schein erzeugt werden, dass der Bürger etwas tun kann, um seine Lage zu verbessern. Er soll sich als Teil einer nationalen Aufgabe fühlen an der er mitwirken kann. Natürlich ist das alles reine Verarsche, bzw. ein bisschen vornehmer ausgedrückt – Ideologie.

    Blöderweise sind die Leute Nationalisten und als solche leuchtet ihnen noch der letzte Unfug ein, wenn nur versprochen wird, dass es die Nation voranbringt. Und dafür sind die Leute ausnahmsweise selbst verantwortlich.

    Und falls es ein Grüner, Klimabewegter oder sonst ein Politiker tatsächlich ernst meint mit der Klimawende und meint genau jetzt, wo sich die Nation von russischem Gas aus politischen Gründen unabhängig machen will, müsste die Klimawende auch stattfinden, der wird spätestens jetzt feststellen, dass wollen und verwirklichen zwei paar Stiefel sind. Das ist reines Wunschdenken, das leider vernünftiges Nachdenken nicht ersetzt.

    Aus der Erklärung einiger Autoren von Konkret werde ich nicht so ganz schlau. Kritisieren die jetzt die Parteinahme für Moskau. Oder sehen sie die nicht stattfindende Verurteilung Russland als Parteinahme an und meinen konkret müsste in die moralische Verurteilung des russischen "Angriffskriegs" mit einstimmen. Kritisieren sie, dass konkret für die falsche Seite Partei ergreift, dass sie überhaupt Partei ergreift oder dass sie keine Partei ergreift?
    Henry Kissinger hat doch nur gesagt, man solle die Realität der Krim Annexion anerkennen. Ist das schon eine unerträgliche geistige Nachbarschaft.

    "Aber dass es in Wahrheit der Westen sei, der einen Überfall vorbereite, hat nicht einmal der Kreml selbst behauptet."

    Meines Wissens hat das der Kreml durchaus behauptet.

    zu „Gegneranalyse“: Zu einer „Fallstudie“ über die Nachdenkseiten
    Die Fallstudie scheint entgegen ihrem wissenschaftlichen Anspruch, so eine Art private Gesinnungshygiene zu betreiben, denn wahr ist natürlich nur was die Mainstreampresse erzählt. Alles andere stört nur und wird nieder gemacht. Die Presse und ihre wissenschaftlichen Fanboys scheinen es nicht ertragen zu können wenn überhaupt noch etwas nicht ihrem Meinungsmonopol entspricht.

    Quer­front bezeich­net hier ein Feld radi­ka­ler Sys­tem­ab­leh­nung, in dem sich rechts­ra­di­kale, links­ra­di­kale und ander­wei­tig ableh­nungs­ideo­lo­gisch gesinnte Akteu­rIn­nen publi­zis­tisch, orga­ni­sa­to­risch und vor allem argu­men­ta­tiv zusam­men­tun, um die Grund­la­gen des poli­ti­schen Systems und seine Insti­tu­tio­nen mittels einer oft an realen Pro­ble­men anset­zen­den, aber dann stark über­zeich­ne­ten Kritik zu delegitimieren.

    Mit anderen Worten: Wer hierzulande überhaupt noch Zweifel oder Kritik am politischen System äußert, egal ob von Links oder von Rechts, der wird in die Schublade "Querfront" einsortiert und zum Abschuss freigegeben.

    Forderungen (wie u.a. Vergesellschaftungen wichtiger Produktionsmittel) von den Nachdenkseiten kaum formuliert werden (Linden schreibt selbst, in dieser Hinsicht gehe es Herausgeber Albrecht Müller um kaum mehr als eine "keynesianische Wirtschaftsauffassung", also klassisch sozialdemokratische Positionen.)

    Bleibt doch nur der Vorwurf übrig, dass die Nachdenkseiten sich nicht daran beteiligen die staatstragenden Ideologien der Mainstreammedien nachzuplappern. Aber na klar: Eine Gleichschaltung der Medien gibt es natürlich nicht, nur "wissenschaftlichen Studien" die unliebsame Medien als Desinformationsmedium diskreditieren.

     zu Kriegsrechtfertigungen:
    "Und wenn das zivile Leben so konfliktreich ist (man denke an alle Formen der Konkurrenz), dann wird dieses gesellschaftliche Leben eben nur durch ein allem überlegenden Gewaltmonopol, den Staat, eingerichtet und aufrechterhalten."

    Aus den Konflikten des Zivilen Lebens folgt, dass der Staat dieses zivile Leben eingerichtet hat? Äh. Nein, folgt überhaupt nicht und stimmt auch nicht.

    @nestor:

    Sie wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, daß…nix taugen, daß die gegen die Menschen und die Natur gemacht sind und den Planeten zerstören.

    Dir ist schon klar, dass es sich dabei um eine negative Bestimmung handelt, die nichts erklärt. Es geht auch nicht darum ein Wertesystem zu verteidigen, das du für kaputt hältst.

    Der Sozialdemokrat Egon Bahr machte Gymnasiasten nachdrücklich darauf aufmerksam: »In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.

    Aber diese aggressive und größenwahnsinnige Rethorik, mit der gegen Putin und Rußland gehetzt wird, ist nichts anderes als der Schwanengesang einer zum Untergang verurteilten Kultur, und die Frage ist, ob wir das irgendwie überleben werden oder ob die westlichen Eliten lieber die Selbstzerstörung wählen, um nicht eines Irrtums überführt zu werden.

    Die Frage hast du doch schon beantwortet, wenn du dein Urteil von einer zum Untergang verurteilten Kultur ernst nimmst. Andererseits sind solche Prophezeiungen nicht allzu schwierig, denn jede Kultur ist irgendwann zum Untergang verurteilt.

  54. @Kehrer

    Mit den Interessen und den Werten ist es so eine Sache. Ich denke mir, man kann das nicht so trennen, in welche Kategorie ein Rechtstitel gehört.

    Nehmen wir zum Beispiel die Menschenrechte: Die werden dann in Anschlag gebracht, wenn die eigene Herrschaft und deren Verbündete sich gegen eine widerspenstige Staatsgewalt in Stellung bringen. Dann werden dort mit Hilfe von Agenten wie HRW und willigen Journalisten und NGOs Menschenrechtsverletzungen dingfest gemacht.
    Aber das Interesse hier heißt doch: Wir erheben Anspruch auf die Bürger dieses Staates! Die haben uns zur Verfügung zu stehen! Die müssen als Markt und Rohstoffquelle für uns da sein, das heißt: Unseren Krempel kaufen und für uns irgendein Zeug aus der Erde holen!

    Oder nehmen wir die Marktwirtschaft: Mit welchen Idealen über Freiheit sie verbrämt ist, die Aussage ist doch klar – es geht um Tausch, für jede Ware muß Geld hingelegt werden, und wer sich dem verweigert, ist ein ganz ein Böser. Und handelt auch gleich gegen die Menschennatur, weil die drängt ja zum Markt.

    Ähnliches könnte man auch über die Demokratie oder das Klima oder das Geld sagen. Deswegen ist das Entweder-Oder von Bahr falsch.
    Er redet da vielleicht über seinen eigenen Idealismus, im Sinne von „Die Politik ist ein schmutziges Geschäft“, aber irgendwer muß es machen, damit die anderen weiter an das Schöne, Gute und Wahre glauben können.

  55. Der Vorwurf ein Staat würde die Menschenrechte nicht achten, bedeutet dass ihm die Legitimität abgesprochen wird, weil 1948 Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen die allgemeine Erklärung der Menschrechte verfasst hat und fast alle Staaten sie anerkennen. Der angeklagte Staat achtet nicht was den Menschen angeblich von Natur aus zukommt.

    Weil dieser Staat unrechtmäßig mit seinen Bürgern umgeht ist er unrechtmäßig und weil er unrechtmäßig ist geht die Gewalt der Staaten die das Recht achten über den Staat, der die Menschenrechte nicht achtet. Also ist es der Antrag, dass sich der fremde Staat unterzuordnen habe und das ist wiederum dasselbe wie der Anspruch, dass die eigenen Interessen über die fremden gehen.

    Das Interesse ist die Wahrheit, der wirkliche Grund warum Staaten etwas machen. Ein Wert ist die höhere (falsche) Rechtfertigung für ihre Interessen. Begrifflich kann und sollte man das schon trennen. Besonders wenn man etwas gegen diese Interessen einzuwenden hat. Und Bahr liegt da m.E. goldrichtig, wenn er darauf aufmerksam macht, dass man die wirklichen Interessen nicht mit ihren ideologischen Rechtfertigungen verwechseln sollte. Es geht nicht um Werte, sondern um die Interessen, die mit angeblich allgemeingültigen, quasi natürlichen moralischen Kategorien nur gerechtfertigt werden.

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